Антихрист, Ф. Ницше

Перевод В.А. Флёровой, ред. К.А. Свасьяна (1990)

AP

Der Antichrist
Umwerthung aller Werthe
Fluch auf das Christenthum.
1888.

Vorwort

Dies Buch gehört den Wenigsten. Vielleicht lebt selbst noch Keiner von ihnen. Es mögen die sein, welche meinen Zarathustra verstehn: wie dürfte ich mich mit denen verwechseln, für welche heute schon Ohren wachsen?— Erst das übermorgen gehört mir. Einige werden posthu[m] geboren.

Die Bedingungen, unter denen man mich versteht und dann mit Nothwendigkeit versteht[,—] ich kenne sie nur zu genau. Man muß rechtschaffen sein in geistigen Dingen bis zur Härte, um auch nur meinen Ernst, meine Leidenschaft auszuhalten. Man muß geübt sein, auf Bergen zu leben,—das erbärmliche Zeitgeschwätz von Politik und Völker-Selbstsucht unter sich zu sehn. Man muß gleichgültig geworden sein, man muß nie fragen, ob die Wahrheit nützt, ob sie Einem Verhängnis wird ... Eine Vorliebe der Stärke für Fragen, zu denen Niemand heute den Muth hat; der Muth zum Verbotenen; die Vorherbestimmung zum Labyrinth. Eine Erfahrung aus sieben Einsamkeiten. Neue Ohren für neue Musik. Neue Augen für das Fernste. Ein neues Gewissen für bisher stumm gebliebene Wahrheiten. Und der Wille zur Ökonomie großen Stils: seine Kraft, seine Begeisterung beisammen behalten ... Die Ehrfurcht vor sich; die Liebe zu sich; die unbedingte Freiheit gegen sich ...

Wohlan! Das allein sind meine Leser, meine rechten Leser, meine vorherbestimmten Leser: was liegt am Rest?— Der Rest ist bloß die Menschheit.— Man muß der Menschheit überlegen sein durch Kraft, durch Höhe der Seele,—durch Verachtung ...

Friedrich Nietzsche

1

— Sehen wir uns ins Gesicht. Wir sind Hyperboreer,—wir wissen gut genug, wie abseits wir leben. "Weder zu Lande, noch zu Wasser wirst du den Weg zu den Hyperboreern finden": das hat schon Pindar von uns gewußt. Jenseits des Nordens, des Eises, des Todes—unser Leben, unser Glück ... Wir haben das Glück entdeckt, wir wissen den Weg, wir fanden den Ausgang aus ganzen Jahrtausenden des Labyrinths. Wer fand ihn sonst?— Der moderne Mensch etwa? "Ich weiß nicht aus, noch ein; ich bin Alles, was nicht aus noch ein weiß"—seufzt der moderne Mensch ... An dieser Modernität waren wir krank,—am faulen Frieden, am feigen Compromiß, an der ganzen tugendhaften Unsauberkeit des modernen ja und Nein. Diese Toleranz und largeur des Herzens, die Alles "verzeiht," weil sie Alles "begreift," ist Scirocco für uns. Lieber im Eise leben als unter modernen Tugenden und andren Südwinden! ... Wir waren tapfer genug, wir schonten weder uns, noch Andere: aber wir wußten lange nicht, wohin mit unsrer Tapferkeit. Wir wurden düster, man hieß uns Fatalisten. Unser Fatum—das war die Fülle, die Spannung, die Stauung der Kräfte. Wir dürsteten nach Blitz und Thaten, wir blieben am fernsten vom Glück der Schwächlinge, von der "Ergebung" ... Ein Gewitter war in unsrer Luft, die Natur, die wir sind, verfinsterte sich—denn wir hatten keinen Weg. Formel unsres Glücks: ein Ja, ein Nein, eine gerade Linie, ein Ziel ...

2

Was ist gut?— Alles, was das Gefühl der Macht, den Willen zur Macht, die Macht selbst im Menschen erhöht.

Was ist schlecht?— Alles, was aus der Schwäche stammt.

Was ist Glück?— Das Gefühl davon, daß die Macht wächst, daß ein Widerstand überwunden wird.

Nicht Zufriedenheit, sondern mehr Macht; nicht Friede überhaupt, sondern Krieg; nicht Tugend, sondern Tüchtigkeit (Tugend im Renaissance-Stile, virtù, moralinfreie Tugend)

Die Schwachen und Mißrathnen sollen zu Grunde gehen: erster Satz unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen.

Was ist schädlicher als irgend ein Laster?— Das Mitleiden der That mit allen Mißrathnen und Schwachen—das Christenthum ...

3

Nicht, was die Menschheit ablösen soll in der Reihenfolge der Wesen, ist das Problem, das ich hiermit stelle (—der Mensch ist ein Ende—): sondern welchen Typus Mensch man züchten soll, wollen soll, als den höherwerthigeren, lebenswürdigeren, zukunftsgewisseren.

Dieser höherwerthigere Typus ist oft genug schon dagewesen: aber als ein Glücksfall, als eine Ausnahme, niemals als gewollt. Vielmehr ist er gerade am besten gefürchtet worden, er war bisher beinahe das Furchtbare;—und aus der Furcht heraus wurde der umgekehrte Typus gewollt, gezüchtet, erreicht: das Hausthier, das Heerdenthier, das kranke Thier Mensch,—der Christ ...

4

Die Menschheit stellt nicht eine Entwicklung zum Besseren oder Stärkeren oder Höheren dar, in der Weise, wie dies heute geglaubt wird. Der "Fortschritt" ist bloß eine moderne Idee, das heißt eine falsche Idee. Der Europäer von Heute bleibt in seinem Werthe tief unter dem Europäer der Renaissance; Fortentwicklung ist schlechterdings nicht mit irgend welcher Nothwendigkeit Erhöhung, Steigerung, Verstärkung.

In einem andren Sinne giebt es ein fortwährendes Gelingen einzelner Fälle an den verschiedensten Stellen der Erde und aus den verschiedensten Culturen heraus, mit denen in der That sich ein höherer Typus darstellt: etwas, das im Verhältnis zur Gesammt-Menschheit eine Art Übermensch ist. Solche Glücksfälle des großen Gelingens waren immer möglich und werden vielleicht immer möglich sein. Und selbst ganze Geschlechter, Stämme, Völker können unter Umständen einen solchen Treffer darstellen.

5

Man soll das Christenthum nicht schmücken und herausputzen: es hat einen Todkrieg gegen diesen höheren Typus Mensch gemacht, es hat alle Grundinstinkte dieses Typus in Bann gethan, es hat aus diesen Instinkten das Böse, den Bösen herausdestilliert,—der starke Mensch als der typisch Verwerfliche, der "verworfene Mensch." Das Christenthum hat die Partei alles Schwachen, Niedrigen, Mißrathnen genommen, es hat ein Ideal aus dem Widerspruch gegen die Erhaltungs-Instinkte des starken Lebens gemacht; es hat die Vernunft selbst der geistigstärksten Naturen verdorben, indem es die obersten Werthe der Geistigkeit als sündhaft, als irreführend, als Versuchungen empfinden lehrte. Das jammervollste Beispiel—die Verderbnis Pascals, der an die Verderbnis seiner Vernunft durch die Erbsünde glaubte, während sie nur durch sein Christenthum verdorben war! —

6

Es ist ein schmerzliches, ein schauerliches Schauspiel, das mir aufgegangen ist: ich zog den Vorhang weg von der Verdorbenheit des Menschen. Dies Wort, in meinem Munde, ist wenigstens gegen Einen Verdacht geschützt: dass es eine moralische Anklage des Menschen enthält. Es ist—ich möchte es nochmals unterstreichen—moralinfrei gemeint: und dies bis zu dem Grade, dass jene Verdorbenheit gerade dort von mir am stärksten empfunden wird, wo man bisher am bewusstesten zur "Tugend," zur "Göttlichkeit" asprierte. Ich verstehe Verdorbenheit, man errät es bereits, im Sinne von décadence: meine Behauptung ist, dass alle Werte, in denen jetzt die Menschheit ihre oberste Wünschbarkeit zusammenfasst, décadence-Werte sind.

Ich nenne ein Thier, eine Gattung, ein Individuum verdorben, wenn es seine Instinkte verliert, wenn es wählt, wenn es vorzieht, was ihm nachteilig ist. Eine Geschichte der "höheren Gefühle," der "Ideale der Menschheit"—und es ist möglich, dass ich sie erzählen muss;wäre beinahe auch die Erklärung dafür, weshalb der Mensch so verdorben ist.

Das Leben selbst gilt mir als Instinkt für Wachstum, für Dauer, für Häufung von Kräften, für Macht: wo der Wille zur Macht fehlt, gibt es Niedergang. Meine Behauptung ist, dass allen obersten Werten der Menschheit dieser Wille fehlt,—dass Niedergangs-Werte, nihilistische Werte unter den heiligsten Namen die Herrschaft führen.

7

Man nennt das Christentum die Religion des Mitleidens.— Das Mitleiden steht im Gegensatz zu den tonischen Affekten, welche die Energie des Lebensgefühls erhöhn: es wirkt depressiv. Man verliert Kraft, wenn man mitleide[t]. Durch das Mitleiden vermehrt und vervielfältigt sich die Einbusse an Kraft noch, die an sich schon das Leiden dem Leben br[ingt.] Das Leiden selbst wird durch das Mitleiden ansteckend; unter Umständen kann mit ihm eine Gesamt-Einbusse an Leben und Lebens-Energie erreicht werden, die in einem absurden Verhältnis zum Quantum der Ursache steht (—der Fall vom Tode des Nazareners). Das ist der erste Gesichtspunkt; es gibt aber noch einen wichtigeren. Gesetzt, man misst das Mitleiden nach dem Werte der Reaktionen, die es hervorzubringen pflegt, so erscheint sein lebensgefährlicher Charakter in einem noch viel helleren Lichte. Das Mitleiden kreuzt im ganzen grossen das Gesetz der Entwicklung, welches das Gesetz der Selektion ist. Es erhält, was zum Untergange reif ist, es wehrt sich zugunsten der Enterbten und Verurteilten des Lebens, es gibt durch die Fülle des Missratnen aller Art, das es im Leben festhält, dem Leben selbst einen düstern und fragwürdigen Aspekt. Man hat gewagt, das Mitleiden eine Tugend zu nennen (—in jeder vornehmen Moral gilt es als Schwäche—); man ist weitergegangen, man hat aus ihm die Tugend, den Boden und Ursprung aller Tugenden gemacht,—nur freilich, was man stets im Auge behalten muss, vom Gesichtspunkt einer Philosophie aus, welche nihilistisch war, welche die Verneinung des Lebens auf ihr Schil[d schr]ieb. Schopenhauer war in seinem Recht damit: durch das Mit[leid] wird das Leben verneint, verneinungswü[rdiger] gemacht,—Mitleiden ist die Praxis des Nihilismus. Nochmals gesagt: dieser depressive und kontagiöse Instinkt kreuzt jene Instinkte, welche auf Erhaltung und Wert-Erhöhung des Lebens aus sind: er ist ebenso als Multiplikator des Elends wie als Conservator alles Elenden ein Hauptwerkzeug zur Steigerung der décadence—Mitleiden überredet zum Nichts! ... Man sagt nicht "Nichts": man sagt dafür "Jenseits"; oder "Gott"; oder "das wahre Leben"; oder Nirvana, Erlösung, Seligkeit ... Diese unschuldige Rhetorik aus dem Reich der religiös-moralischen Idiosynkrasie erscheint sofort viel weniger unschuldig, wenn man begreift, welche Tendenz hier den Mantel sublimer Worte um sich schlägt: die lebensfeindliche Tendenz. Schopenhauer war lebensfeindlich: deshalb wurde ihm das Mitleid zur Tugend ... Aristoteles sah, wie man weiss, im Mitleiden einen krankhaften und gefährlichen Zustand, dem man gut täte, hier und da durch ein Purgativ beizukommen: er verstand die Tragödie als Purgativ. Vom Instinkte des Lebens aus müsste man in der Tat nach einem Mittel suchen, einer solchen krankhaften und gefährlichen Häufung des Mitleids, wie sie der Fall Schopenhauers (und leider auch unsre gesamte literarische und artistische décadence von St. Petersburg bis Paris, von Tolstoi bis Wagner) darstellt, einen Stich zu versetzen: damit sie platzt ... Nichts ist ungesunder, inmitten unsrer ungesunden Modernität, als das christliche Mitleid. Hier Arzt sein, hier unerbittlich sein, hier das Messer führen—das gehört zu uns, das ist unsre Art Menschenliebe, damit sind wir Philosophen, wir Hyperboreer!— — —

8

Es ist notwendig zu sagen, wen wir als unsern Gegensatz fühlen—die Theologen und alles, was Theologen-Blut im Leibe hat—unsre ganze Philosophie ... Man muss das Verhängnis aus der Nähe gesehn haben, noch besser, man muss es an sich erlebt, man muss an ihm fast zugrunde gegangen sein, um hier keinen Spaass mehr zu verstehn (—die Freigeisterei unsrer Herrn Naturforscher und Physiologen ist in meinen Augen ein Spaass,—ihnen fehlt die Leidenschaft in diesen Dingen, das Leiden an ihnen—). Jene Vergiftung reicht viel weiter, als man denkt: ich fand den Theologen-Instinkt des Hochmuts überall wieder, wo man sich heute als "Idealist" fühlt,—wo man, vermöge einer höheren Abkunft, ein Recht in Anspruch nimmt, zur Wirklichkeit überlegen und fremd zu blicken ... Der Idealist hat, ganz wie der Priester, alle grossen Begriffe in der Hand (—und nicht nur in der Hand!), er spielt sie mit einer wohlwollenden Verachtung gegen den "Verstand," die "Sinne," die "Ehren," das "Wohlleben," die "Wissenschaft" aus, er sieht dergleichen unter sich, wie schädigende und verführerische Kräfte, über den[en] "der Geist" in reiner Für-sich-heit schwebt;—als ob nicht Demut, Keuschheit, Armut, Heiligkeit mit Einem Wort, dem Leben bisher unsäglich mehr Schaden getan hätten, als irgend welche Furchtbarkeiten und Laster ... Der reine Geist ist die reine Lüge ... So lange der Priester noch als eine höhere Art Mensch gilt, dieser Verneiner, Verleumder, Vergifter des Lebens von Beruf, gibt es keine Antwort auf die Frage: was ist Wahrheit? Man hat bereits die Wahrheit auf den Kopf gestellt, wenn der bewusste Advokat des Nichts und der Verneinung als Vertreter der "Wahrheit" gilt ...

9

Diesem Theologen-Instinkte mache ich den Krieg: ich fand seine Spur überall. Wer Theologen-Blut im Leibe hat, steht von vornherein zu allen Dingen schief und unehrlich. Das Pathos, das sich daraus entwickelt, heisst sich Glaube: das Auge ein für-alle Mal vor sich schliessen, um nicht am Aspekt unheilbarer Falschheit zu leiden. Man macht bei sich eine Moral, eine Tugend, eine Heiligkeit aus dieser fehlerhaften Optik zu allen Dingen, man knüpft das gute Gewissen an das Falsch-sehen,—man fordert, dass keine andre Art Optik mehr Wert haben dürfe, nachdem man die eigne mit den Namen "Gott," "Erlösung," "Ewigkeit" sakrosankt gemacht hat. Ich grub den Theologen-Instinkt noch überall aus: er ist die verbreitetste, die eigentlich unterirdische Form der Falschheit, die es auf Erden gibt. Was ein Theologe als wahr empfindet, dass muss falsch sein: man hat daran beinahe ein Kriterium der Wahrheit. Es ist sein unterster Selbsterhaltungs-Instinkt, der verbietet, dass die Realität in irgend einem Punkte zu Ehren oder auch nur zu Wort käme. So weit der Theologen-Einfluss reicht, ist das Wert-Urteil auf den Kopf gestellt, sind die Begriffe "wahr" und "falsch" notwendig umgekehrt: was dem Leben am schädlichsten ist, das heisst hier "wahr," was es hebt, steigert, bejaht, rechtfertigt und triumphieren macht, das heisst "falsch" ... Kommt es vor, dass Theologen durch das "Gewissen" der Fürsten (oder der Völker—) hindurch nach der Macht die Hand ausstrecken, zweifeln wir nicht, was jedes Mal im Grunde sich begibt: der Wille zum Ende, der nihilistische Wille will zur Macht ...

10

Unter Deutschen versteht man sofort, wenn ich sage, dass die Philosophie durch Theologen-Blut verderbt ist. Der protestantische Pfarrer ist Grossvater der deutschen Philosophie, der Protestantismus selbst ihm peccatum originale. Definition des Protestantismus: die halbseitige Lähmung des Christentums—und der Vernunft ... Man hat nur das Wort "Tübinger Stift" auszusprechen, um zu begreifen, was die deutsche Philosophie im Grunde ist,—eine hinterlistige Theologie ... Die Schwaben sind die besten Lügner in Deutschland, sie lügen unschuldig ... Woher das Frohlocken, das beim Auftreten Kants durch die deutsche Gelehrtenwelt ging, die zu drei Vierteln aus Pfarrer- und Lehrer-Söhnen besteht,—woher die deutsche Überzeugung, die auch heute noch ihr Echo findet, dass mit Kant eine Wendung zum Besseren beginne? Der Theologen-Instinkt im deutschen Gelehrten erriet, was nunmehr wieder möglich war ... Ein Schleichweg zum alten Ideal stand offen, der Begriff "wahre Welt," der Begriff der Moral als Essenz der Welt (—diese zwei bösartigsten Irrtümer, die es gibt!) waren jetzt wieder, dank einer verschmitzt-klugen Skepsis, wenn nicht beweisbar, so doch nicht mehr widerlegbar ... Die Vernunft, das Recht der Vernunft reicht nicht so weit ... Man hatte aus der Realität eine "Scheinbarkeit" gemacht; man hatte eine vollkommen erlogne Welt, die des Seienden, zur Realität gemacht ... Der Erfolg Kant's ist bloss ein Theologen-Erfolg: Kant war, gleich Luther, gleich Leibniz, ein Hemmschuh mehr in der an sich nicht taktfesten deutschen Rechtschaffenheit — —

11

Ein Wort noch gegen Kant als Moralist. Eine Tugend muss unsre Erfindung sein, unsre persönlichste Notwehr und Notdurft: in jedem andern Sinne ist sie bloss eine Gefahr. Was nicht unser Leben bedingt, schadet ihm: eine Tugend bloss aus einem Respekts-Gefühle vor dem Begriff "Tugend," wie Kant es wollte, ist schädlich. Die "Tugend," die "Pflicht," das "Gute an sich," das Gute mit dem Charakter der Unpersönlichkeit und Allgemeingültigkeit—Hirngespinste, in denen sich der Niedergang, die letzte Entkräftung der Lebens, das Königsberger Chinesentum ausdrückt. Das Umgekehrte wird von den tiefsten Erhaltungs- und Wachsthums-Gesetzen geboten: dass jeder sich seine Tugend, seinen kategorischen Imperativ erfinde. Ein Volk geht zugrunde, wenn es seine Pflicht mit dem Pflichtbegriff überhaupt verwechselt. Nichts ruiniert tiefer, innerlicher als jede "unpersönliche" Pflicht, jede Opferung vor dem Moloch der Abstraktion.— Dass man den kategorischen Imperativ Kants nicht als lebensgefährlich empfunden hat! ... Der Theologen-Instinkt allein nahm ihn in Schutz!— Eine Handlung, zu der der Instinkt des Lebens zwingt, hat in der Lust ihren Beweis, eine rechte Handlung zu sein: und jener Nihilist mit christlich-dogmatischen Eingeweiden verstand die Lust als Einwand ... Was zerstört schneller, als ohne innere Notwendigkeit, ohne eine tief persönliche Wahl, ohne Lust zu arbeiten, denken, fühlen? als Automat der "Pflicht"? Es ist geradezu das Rezept zur décadence, selbst zum Idiotismus ... Kant wurde Idiot.— Und das war der Zeitgenosse Goethes! Dies Verhängnis von Spinne galt als der deutsche Philosoph,—gilt es noch! ... Ich hüte micht zu sagen, was ich von den Deutschen denke ... Hat Kant nicht in der französischen Revolution den Übergang aus der unorganischen Form des Staats in die organische gesehn? Hat er sich nicht gefragt, ob es eine Begebenheit gibt, die gar nicht anders erklärt werden könne als durch eine moralische Anlage der Menschheit, so dass mit ihr, Ein-für-alle Mal, die "Tendenz der Menschheit zum Guten" bewiesen sei? Antwort Kant's: "das ist die Revolution." Der fehlgreifende Instinkt in allem und jedem, die Widernatur als Instinkt, die deutsche décadence als Philosophie—das ist Kant!—

12

Ich nehme ein paar Skeptiker beiseite, den anständigen Typus in der Geschichte der Philosophie: aber der Rest kennt die ersten Forderungen der intellektuellen Rechtschaffenheit nicht. Sie machen es allesamt wie die Weiblein, alle diese grossen Schwärmer und Wundertier,—sie halten die "schönen Gefühle" bereits für Argumente, den "gehobenen Busen" für einen Blasebalg der Gottheit, die Überzeugung für ein Kriterium der Wahrheit. Zuletzt hat noch Kant, in "deutscher" Unschuld, diese Form der Korruption, diesen Mangel an intellektuellem Gewissen unter dem Begriff "praktische Vernunft" zu verwissenschaftlichen versucht: er erfand eigens eine Vernunft dafür, in welchem Falle man sich nicht um die Vernunft zu kümmern habe, nämlich wenn die Moral, wenn die erhabne Forderung "du sollst" laut wird. Erwägt man, dass bei fast allen Völkern der Philosoph nur die Weiterentwicklung des priesterlichen Typus ist, so überrascht dieses Erbstück des Priesters, die Falschmünzerei vor sich selbst, nicht mehr. Wenn man heilige Aufgaben hat, zum Beispiel die Menschen zu bessern, zu retten, zu erlösen,—wenn man die Gottheit im Busen trägt, Mundstück jenseitiger Imperative ist, so steht man mit einer solchen Mission bereits ausserhalb aller bloss verstandesmässigen Wertungen,—selbst schon geheiligt durch eine solche Aufgabe, selbst schon der Typus einer höheren Ordnung! ... Was geht einen Priester die Wissenschaft an! Er steht zu hoch dafür!— Und der Priester hat bisher geherrscht!— Er bestimmte den Begriff "wahr" und "unwahr"! ...

13

Unterschätzen wir dies nicht: wir selbst, wir freien Geister, sind bereits eine "Umwertung aller Werte," eine leibhaftige Kriegs- und Siegs-Erklärung an alle alten Begriffe von "wahr" und "unwahr." Die wertvollsten Einsichten werden am spätesten gefunden; aber die wertvollsten Einsichten sind die Methoden. Alle Methoden, alle Voraussetzungen unsrer jetzigen Wissenschaftlichkeit haben Jahrtausende lang die tiefste Verachtung gegen sich gehabt: auf sie hin war man aus dem Verkehre mit "honetten" Menschen ausgeschlossen,—man galt als "Feind Gottes," als Verächter der Wahrheit, als "Besessener." Als wissenschaftlicher Charakter war man Tschandala... Wir haben das ganze Pathos der Menschheit gegen uns gehabt—ihren Begriff von Dem, was Wahrheit sein soll, was der Dienst der Wahrheit sein soll: jedes "du sollst" war bisher gegen uns gerichtet ... Unsre Objekte, unsre Praktiken, unsre stille, vorsichtige, misstrauische Art—alles das schien ihr vollkommen unwürdig und verächtlich.— Zuletzt dürfte man, mit einiger Billigkeit, sich fragen, ob es nicht eigentlich ein ästhetischer Geschmack war, was die Menschheit in so langer Blindheit gehalten hat: sie verlangte von der Wahrheit einen pittoresken Effekt, sie verlangte insgleichen vom Erkennenden, dass er stark auf die Sinne wirke. Unsre Bescheidenheit ging ihr am längsten wider den Geschmack ... O wie sie das errieten, diese Truthähne Gottes — —

14

Wir haben umgelernt. Wir sind in allen Stücken bescheidner geworden. Wir leiten den Menschen nicht mehr vom "Geist," von der "Gottheit" ab, wir haben ihn unter die Tiere zurückgestellt. Er gilt uns als das stärkste Tier, weil er das listigste ist: eine Folge davon ist seine Geistigkeit. Wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit, die auch hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die grosse Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei. Er ist durchaus keine Krone der Schöpfung: jedes Wesen ist, neben ihm, auf einer gleichen Stufe der Vollkommenheit ... Und indem wir das behaupten, behaupten wir noch zuviel: der Mensch ist, relativ genommen, das missratenste Tier, das krankhafteste, das von seinen Instinkten am gefährlichsten abgeirrte—freilich, mit alledem, auch das interessanteste!— Was die Tiere betrifft, so hat zuerst Descartes, mit verehrungswürdiger Kühnheit, den Gedanken gewagt, das Tier als machina zu verstehn: unsre ganze Physiologie bemüht sich um den Beweis dieses Satzes. Auch stellen wir logischerweise den Menschen nicht beiseite, wie noch Descartes tat: was überhaupt heute vom Menschen begriffen ist, geht genau so weit, als er machinal begriffen ist. Ehedem gab man dem Menschen, als seine Mitgift aus einer höheren Ordnung, den "freien Willen": heute haben wir ihm selbst den Willen genommen, in dem Sinne, dass darunter kein Vermögen mehr verstanden werden darf. Das alte Wort "Wille" dient nur dazu, eine Resultante zu bezeichnen, eine Art individueller Reaktion, die notwendig auf eine Menge teils widersprechender, teils zusammenstimmender Reize folgt:—der Wille "wirkt" nicht mehr, "bewegt" nicht mehr... Ehemals sah man im Bewusstsein des Menschen, im "Geist," den Beweis seiner höheren Abkunft, seiner Göttlichkeit; um den Menschen zu vollenden, riet man ihm an, nach der Art der Schildkröte die Sinne in sich hineinzuziehn, den Verkehr mit dem Irdischen einzustellen, die sterbliche Hülle abzutun: dann blieb die Hauptsache von ihm zurück, der "reine Geist." Wir haben uns auch hierüber besser besonnen: das Bewusstwerden, der "Geist," gilt uns gerade als Symptom einer relativen Unvollkommenheit des Organismus, als ein Versuchen, Tasten, Fehlgreifen, als eine Mühsal, bei der unnötig viel Nervenkraft verbraucht wird,—wir leugnen, dass irgend etwas vollkommen gemacht werden kann, so lange es noch bewusst gemacht wird. Der "reine Geist" ist eine reine Dummheit: rechnen wir das Nervensystem und die Sinne ab, die "sterbliche Hülle," so verrechnen wir uns—weiter nichts! ...

15

Weder die Moral noch die Religion berührt sich im Christentume mit irgend einem Punkte der Wirklichkeit. Lauter imaginäre Ursachen ("Gott," "Seele," "Ich," "Geist," "der freie Wille"—oder auch "der unfreie"); lauter imaginäre Wirkungen ("Sünde," "Erlösung," "Gnade," "Strafe," "Vergebung der Sünde"). Ein Verkehr zwischen imaginären Wesen ("Gott," "Geister," "Seelen"); eine imaginäre Naturwissenschaft (anthropozentrisch; völliger Mangel des Begriffs der natürlichen Ursachen); eine imaginäre Psychologie (lauter Selbst-Missverständnisse, Interpretationen angenehmer oder unangenehmer Allgemeingefühle, zum Beispiel der Zustände des nervus sympathicus, mit Hilfe der Zeichensprache religiös-moralischer Idiosynkrasie,—"Reue," "Gewissensbiss," "Versuchung des Teufels," "die Nähe Gottes"); eine imaginäre Teleologie ("das Reich Gottes," "das jüngste Gericht," "das ewige Leben").— Diese reine Fiktions-Welt unterscheidet sich dadurch sehr zu ihren Ungunsten von der Traumwelt, dass letztere die Wirklichkeit widerspiegelt, während sie die Wirklichkeit fälscht, entwertet, verneint. Nachdem erst der Begriff "Natur" als Gegenbegriff zu "Gott" erfunden war, musste "natürlich" das Wort sein für "verwerflich,"—jene ganze Fiktions-Welt hat ihre Wurzel im Hass gegen das Natürliche (—die Wirklichkeit!—), sie ist der Ausdruck eines tiefen Missbehagens am Wirklichen ... Aber damit ist alles erklärt. Wer allein hat Gründe, sich wegzulügen aus der Wirklichkeit? Wer an ihr leidet. Aber an der Wirklichkeit leiden heisst eine verunglückte Wirklichkeit sein ... Das Übergewicht der Unlustgefühle über die Lustgefühle ist die Ursache jener fiktiven Moral und Religion: ein solches Übergewicht gibt aber die Formel ab für décadence ...

16

Zu dem gleichen Schlusse nötigt eine Kritik des christlichen Gottesbegriffs.— Ein Volk, das noch an sich selbst glaubt, hat auch noch seinen eignen Gott. In ihm verehrt es die Bedingungen, durch die es obenauf ist, seine Tugenden,—es projiziert seine Lust an sich, sein Machtgefühl in ein Wesen, dem man dafür danken kann. Wer reich ist, will abgeben; ein stolzes Volk braucht einen Gott, um zu opfern ... Religion, innerhalb solcher Voraussetzungen, ist eine Form der Dankbarkeit. Man ist für sich selber dankbar: dazu braucht man einen Gott.— Ein solcher Gott muss nützen und schaden können, muss Freund und Feind sein können,—man bewundert ihn im guten wie im schlimmen. Die widernatürliche Kastration eines Gottes zu einem Gotte bloss des Guten läge hier ausserhalb aller Wünschbarkeit. Man hat den bösen Gott so nötig als den guten: man verdankt ja die eigne Existenz nicht gerade der Toleranz, der Menschenfreundlichkeit ... Was läge an einem Gotte, der nicht Zorn, Rache, Neid, Hohn, List, Gewalttat kennte? dem vielleicht nicht einmal die entzückenden ardeurs des Siegs und der Vernichtung bekannt wären? Man würde einen solchen Gott nicht verstehn: wozu sollte man ihn haben?— Freilich: wenn ein Volk zugrunde geht; wenn es den Glauben an Zukunft, seine Hoffnung auf Freiheit endgültig schwinden fühlt; wenn ihm die Unterwerfung als erste Nützlichkeit, die Tugenden der Unterworfenen als Erhaltungsbedingungen ins Bewusstsein treten, dann muss sich auch sein Gott verändern. Es wird jetzt Duckmäuser, furchtsam, bescheiden, rät zum "Frieden der Seele," zum Nicht-mehr-hassen, zur Nachsicht, zur "Liebe" selbst gegen Freund und Feind. Es moralisiert beständig, er kriecht in die Höhle jeder Privattugend, wird Gott für jedermann, wird Privatmann, wird Kosmopolit ... Ehemals stellte er ein Volk, die Stärke eines Volkes, alles Aggressive und Machtdurstige aus der Seele eines Volkes dar: jetzt ist er bloss noch der gute Gott ... In der Tat, es gibt keine andre Alternative für Götter: entweder sind sie der Wille zur Macht—und so lange werden sie Volksgötter sein—oder aber die Ohnmacht zur Macht—und dann werden sie notwendig gut ...

17

Wo in irgend welcher Form der Wille zur Macht niedergeht, gibt es jedes Mal auch einen physiologischen Rückgang, eine décadence. Die Gottheit der décadence, beschnitten an ihren männlichen Tugenden und Trieben, wird nunmehr notwendig zum Gott der Physiologisch-Zurückgegangenen, der Schwachen. Sie heissen sich selbst nicht die Schwachen, sie heissen sich "die Guten" ... Man versteht, ohne dass ein Wink noch not täte, in welchen Augenblicken der Geschichte erst die dualistische Fiktion eines guten und eines bösen Gottes möglich wird. Mit demselben Instinkte, mit dem die Unterworfenen ihren Gott zum "Guten an sich" herunterbringen, streichen sie aus dem Gotte ihrer Überwinder die guten Eigenschaften aus; sie nehmen Rache an ihren Herren, dadurch dass sie deren Gott verteufeln.— Der gute Gott, ebenso wie der Teufel: beide Ausgeburten der décadence.— Wie kann man heute noch der Einfalt christlicher Theologen so viel nachgeben, um mit ihnen zu dekretieren, die Fortentwicklung des Gottesbegriffs vom "Gotte Israels," vom Volksgott zum christlichen Gotte, zum Inbegriff alles Guten, sei ein Fortschritt?— Aber selbst Renan tut es. Als ob Renan ein Recht auf Einfalt hätte! Das Gegenteil springt doch in die Augen. Wenn die Voraussetzungen des aufsteigenden Lebens, wenn alles Starke, Tapfere, Herrische, Stolze aus dem Gottesbegriff eliminiert werden, wenn er Schritt für Schritt zum Symbol eines Stabs für Müde, eines Rettungsankers für alle Ertrinkende heruntersinkt, wenn er Arme-Leute-Gott, Sünder-Gott, Kranken-Gott par excellence wird, und das Prädikat "Heiland," "Erlöser" gleichsam übrig bleibt als göttliches Prädikat überhaupt: wovon redet eine solche Verwandlung? eine solche Reduktion des Göttlichen?— Freilich: "das Reich Gottes" ist damit grösser geworden. Ehemals hatte er nur sein Volk, sein "auserwähltes" Volk. Inzwischen ging er, ganz wie sein Volk selber, in die Fremde, auf Wanderschaft, er sass seitdem nirgendswo mehr still: bis er endlich überall heimisch wurde, der grosse Kosmopolit,—bis er "die grosse Zahl" und die halbe Erde auf seine Seite bekam. Aber der Gott der "grossen Zahl," der Demokrat unter den Göttern, wurde trotzdem kein stolzer Heidengott: er blieb Jude, er blieb der Gott der Winkel, der Gott aller dunklen Ecken und Stellen, aller ungesunden Quartiere der ganzen Welt! ... Sein Weltreich ist nach wie vor ein Unterwelts-Reich, ein Hospital, ein Souterrain-Reich, ein Ghetto-Reich ... Und er selbst, so blass, so schwach, so décadent ... Selbst die Blassesten der Blassen wurden noch über ihn Herr, die Herrn Metaphysiker, die Begriffs-Albinos. Diese spannen so lange um ihn herum, bis er, hypnotisiert durch ihre Bewegungen, selbst Spinne, selbst Metaphysikus wurde. Nunmehr spann er wieder die Welt aus sich heraus—sub specie Spinozae—, nunmehr transfigurierte er sich ins immer Dünnere und Blässere, ward "Ideal," ward "reiner Geist," ward "Absolutum," ward "Ding an sich" ... Verfall eines Gottes: Gott ward "Ding an sich" ...

18

Der christliche Gottesbegriff—Gott als Krankengott, Gott als Spinne, Gott als Geist—ist einer der korruptesten Gottesbegriffe, die auf Erden erreicht worden sind; er stellt vielleicht selbst den Pegel des Tiefstands in der absteigenden Entwicklung des Götter-Typus dar. Gott zum Widerspruch des Lebens abgeartet, statt dessen Verklärung und ewiges Ja zu sein! In Gott dem Leben, der Natur, dem Willen zum Leben die Feindschaft angesagt! Gott die Formel für jede Verleumdung des "Diesseits," für jede Lüge vom "Jenseits"! In Gott das Nichts vergöttlicht, der Wille zum Nichts heilig gesprochen! ...

19

Dass die starken Rassen des nördlichen Europa den christlichen Gott nicht von sich gestossen haben, macht ihrer religiösen Begabung wahrlich keine Ehre, um nicht vom Geschmacke zu reden. Mit einer solchen krankhaften und altersschwachen Ausgeburt der décadence hätten sie fertig werden müssen. Aber es liegt ein Fluch dafür auf ihnen, dass sie nicht mit ihm fertig geworden sind: sie haben die Krankheit, das Alter, den Widerspruch in alle ihre Instinkte aufgenommen,—sie haben seitdem keinen Gott mehr geschaffen! Zwei Jahrtausende beinahe und nicht ein einziger neuer Gott! Sondern immer noch und wie zu Recht bestehend, wie ein ultimatum und maximum der gottbildenden Kraft, des creator spiritus im Menschen, dieser erbarmungswürdige Gott des christlichen Monotono-Theismus! Dies hybride Verfalls-Gebilde aus Null, Begriff und Widerspruch, in dem alle Décadence-Instinkte, alle Feigheiten und Müdigkeiten der Seele ihre Sanktion haben!— —

20

Mit meiner Verurteilung des Christentums möchte ich kein Unrecht gegen eine verwandte Religion begangen haben, die der Zahl der Bekenner nach sogar überwiegt: gegen den Buddhismus. Beide gehören als nihilistische Religionen zusammen—sie sind décadence-Religionen—, beide sind von einander in der merkwürdigsten Weise getrennt. Dass man sie jetzt vergleichen kann, dafür ist der Kritiker des Christentums den indischen Gelehrten tief dankbar.— Der Buddhismus ist hundert Mal realistischer als das Christentum,—er hat die Erbschaft des objektiven und kühlen Probleme-Stellens im Leibe, er kommt nach einer Hunderte von Jahren dauernden philosophischen Bewegung; der Begriff "Gott" ist bereits abgetan, als er kommt. Der Buddhismus ist die einzige eigentlich positivistische Religion, die uns die Geschichte zeigt, auch noch in seiner Erkenntnistheorie (einem strengen Phänomenalismus—), er sagt nicht mehr "Kampf gegen die Sünde," sondern, ganz der Wirklichkeit das Recht gebend, "Kampf gegen das Leiden." Er hat—dies unterscheidet ihn tief vom Christentum—die Selbst-Betrügerei der Moral-Begriffe bereits hinter sich,—er steht, in meiner Sprache geredet, jenseits von Gut und Böse.— Die zwei physiologischen Tatsachen, auf denen er ruht und die er ins Auge fasst, sind: einmal eine übergrosse Reizbarkeit der Sensibilität, welche sich als raffinierte Schmerzfähigkeit ausdrückt, sodann eine Übergeistigung, ein allzulanges Leben in Begriffen und logischen Prozeduren, unter dem der Person-Instinkt zum Vorteil des "Unpersönlichen" Schaden genommen hat (—beides Zustände, die wenigstens einige meiner Leser, die "Objektiven," gleich mir selbst, aus Erfahrung kennen werden). Auf Grund dieser physiologischen Bedingungen ist eine Depression entstanden: gegen diese geht Buddha hygienisch vor. Er wendet dagegen das Leben im Freien an, das Wanderleben; die Mässigung und die Wahl in der Kost; die Vorsicht gegen alle Spirituosa; die Vorsicht insgleichen gegen alle Affekte, die Galle machen, die das Blut erhitzen; keine Sorge, weder für sich, noch für andre. Er fordert Vorstellungen, die entweder Ruhe geben oder erheitern—er erfindet Mittel, die anderen sich abzugewöhnen. Er versteht die Güte, das Gütigsein als gesundheit-fördernd. Gebet ist ausgeschlossen, ebenso wie die Askese; kein kategorischer Imperativ, kein Zwang überhaupt, selbst nicht innerhalb der Klostergemeinschaft (—man kann wieder hinaus—). Das alles wären Mittel, um jene übergrosse Reizbarkeit zu verstärken. Eben darum fordert er auch keinen Kampf gegen Andersdenkende; seine Lehre wehrt sich gegen nichts mehr als gegen das Gefühl der Rache, der Abneigung, des ressentiment (—"nicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zu Ende": der rührende Refrain des ganzen Buddhismus ...). Und das mit Recht: gerade diese Affekte wären vollkommen ungesund in Hinsicht auf die diätetische Hauptabsicht. Die geistige Ermüdung, die er vorfindet und die sich in einer allzu grossen "Objektivität" (das heisst Schwächung des Individual-Interesses, Verlust an Schwergewicht, an "Egoismus") ausdrückt, bekämpft [er] mit einer strengen Zurückführung auch der geistigsten Interessen auf die Person. In der Lehre Buddhas wird der Egoismus Pflicht: das "Eins ist not," das "wie kommst du vom Leiden los" reguliert und begrenzt die ganze geistige Diät (—man darf sich vielleicht an jenen Athener erinnern, der der reinen "Wissenschaftlichkeit" gleichfalls den Krieg machte, an Sokrates, der den Personal-Egoismus auch im Reich der Probleme zur Moral erhob).

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Die Voraussetzung für den Buddhismus ist ein sehr mildes Klima, eine grosse Sanftmut und Liberalität in den Sitten, kein Militarismus; und dass es die höheren und selbst gelehrten Stände sind, in denen die Bewegung ihren Herd hat. Man will die Heiterkeit, die Stille, die Wunschlosigkeit als höchstes Ziel, und man erreicht sein Ziel. Der Buddhismus ist keine Religion, in der man bloss auf Vollkommenheit aspiriert: das Vollkommene ist der normale Fall.—

Im Christentume kommen die Instinkte Unterworfner und Unterdrückter in den Vordergrund: es sind die niedersten Stände, die in ihm ihr Heil suchen. Hier wird als Beschäftigung, als Mittel gegen die Langeweile die Kasuistik der Sünde, die Selbstkritik, die Gewissens-Inquisition geübt; hier wird der Affekt gegen einen Mächtigen, "Gott" genannt, beständig aufrecht erhalten (durch das Gebet); hier gilt das Höchste als unerreichbar, als Geschenk, als "Gnade." Hier fehlt auch die Öffentlichkeit; der Versteck, der dunkle Raum ist christlich. Hier wird der Leib verachtet, die Hygiene als Sinnlichkeit abgelehnt; die Kirche wehrt sich selbst gegen die Reinlichkeit (—die erste christliche Massregel nach Vertreibung der Mauren war die Schliessung der öffentlichen Bäder, von denen Kordova allein 270 besass). Christlich ist ein gewisser Sinn der Grausamkeit, gegen sich und andre; der Hass gegen die Andersdenkenden; der Wille, zu verfolgen. Düstere und aufregende Vorstellungen sind im Vordergrunde; die höchstbegehrten, mit den höchsten Namen bezeichneten Zustände sind Epilepsoiden; die Diät wird so gewählt, dass sie morbide Erscheinungen begünstigt und die Nerven überreizt: Christlich ist die Todfeindschaft gegen die Herren der Erde, gegen die "Vornehmen"—und zugleich ein versteckter heimlicher Wettbewerb (—man lässt ihnen den "Leib," man will nur die "Seele" ...). Christlich ist der Hass gegen den Geist, gegen Stolz, Mut, Freiheit, libertinage des Geistes; christlich ist der Hass gegen die Sinne, gegen die Freuden der Sinne, gegen die Freude überhaupt ...

22

Das Christentum, als es seinen ersten Boden verliess, die niedrigsten Stände, die Unterwelt der antiken Welt, als es unter Barbaren-Völkern nach Macht ausging, hatte hier nicht mehr müde Menschen zur Voraussetzung, sondern innerlich verwilderte und sich zerreissende,—den starken Menschen, aber den missratnen. Die Unzufriedenheit mit sich, das Leiden an sich ist hier nicht wie bei dem Buddhisten eine übermässige Reizbarkeit und Schmerzfähigkeit, vielmehr umgekehrt ein übermächtiges Verlangen nach Wehetun, nach Auslassung der inneren Spannung in feindseligen Handlungen und Vorstellungen. Das Christentum hatte barbarische Begriffe und Werte nötig, um über Barbaren Herr zu werden: solche sind das Erstlingsopfer, das Bluttrinken im Abendmahl, die Verachtung des Geistes und der Kultur; die Folterung in allen Formen, sinnlich und unsinnlich; der grosse Pomp des Kultus. Der Buddhismus ist eine Religion für späte Menschen, für gütige, sanfte, übergeistig gewordne Rassen, die zu leicht Schmerz empfinden (—Europa ist noch lange nicht reif für ihn—): er ist eine Rückführung derselben zu Frieden und Heiterkeit, zur Diät im Geistigen, zu einer gewissen Abhärtung im Leiblichen. Das Christentum will über Raubtiere Herr werden; sein Mittel ist, sie krank zu machen,—die Schwächung ist das christliche Rezept zur Zähmung, zur "Zivilisation." Der Buddhismus ist eine Religion für den Schluss und die Müdigkeit der Zivilisation, das Christentum findet sie noch nicht einmal vor,—es begründet sie unter Umständen.

23

Der Buddhismus, nochmals gesagt, ist hundert Mal kälter, wahrhafter, objektiver. Er hat nicht mehr nötig, sich sein Leiden, seine Schmerzfähigkeit anständig zu machen durch die Interpretation der Sünde,—er sagt bloss, was er denkt, "ich leide." Dem Barbaren dagegen ist Leiden an sich nichts Anständiges: er braucht erst eine Auslegung, um es sich einzugestehn, dass er leidet (sein Instinkt weist ihn eher auf Verleugnung des Leidens, auf stilles Ertragen hin). Hier war das Wort "Teufel" eine Wohltat: man hatte einen übermächtigen und furchtbaren Feind,—man brauchte sich nicht zu schämen, an einem solchen Feind zu leiden.—

Das Christentum hat einige Feinheiten auf dem Grunde, die zum Orient gehören. Vor allem weiss es, dass es an sich ganz gleichgültig ist, ob etwas wahr [ist], aber von höchster Wichtigkeit, sofern es als wahr geglaubt wird. Die Wahrheit und der Glaube, dass etwas wahr sei: zwei ganz auseinanderliegende Interessen-Welten, fast Gegensatz-Welten—man kommt zum einen und zum andern auf grundverschiednen Wegen. Hierüber wissend zu sein—das macht im Orient beinahe den Weisen: so verstehn es die Brahmanen, so versteht es Plato, so jeder Schüler esoterischer Weisheit. Wenn zum Beispiel ein Glück darin liegt, sich von der Sünde erlöst zu glauben, so tut als Voraussetzung dazu nicht not, dass der Mensch sündig sei, sondern dass er sich sündig fühlt. Wenn aber überhaupt vor allem Glaube not tut, so muss man die Vernunft, die Erkenntnis, die Forschung in Misskredit bringen: der Weg zur Wahrheit wird zum verbotnen Weg.— Die starke Hoffnung ist ein viel grösseres Stimulans des Lebens, als irgend ein einzelnes wirklich eintretendes Glück. Man muss Leidende durch eine Hoffnung aufrecht erhalten, welcher durch keine Wirklichkeit widersprochen werden kann,—welche nicht durch eine Erfüllung abgetan wird: eine Jenseits-Hoffnung. (Gerade wegen dieser Fähigkeit, den Unglücklichen hinzuhalten, galt die Hoffnung bei den Griechen als Übel der Übel, als das eigentlich tückische Übel: es blieb im Fass der Übels zurück).— Damit Liebe möglich ist, muss Gott Person sein; damit die untersten Instinkte mitreden können, muss Gott jung sein. Man hat für die Inbrunst der Weiber einen schönen Heiligen, für die der Männer eine Maria in den Vordergrund zu rücken. Dies unter der Voraussetzung, dass das Christentum auf einem Boden Herr werden will, wo aphrodisische oder Adonis-Kulte den Begriff des Kultus bereits bestimmt haben. Die Forderung der Keuschheit verstärkt die Vehemenz und Innerlichkeit des religiösen Instinkts—sie macht den Kultus wärmer, schwärmerischer, seelenvoller.— Die Liebe ist der Zustand, wo der Mensch die Dinge am meisten so sieht wie sie nicht sind. Die illusorische Kraft ist da auf ihrer Höhe, ebenso die versüssende, die verklärende Kraft. Man erträgt in der Liebe mehr als sonst, man duldet alles. Es galt eine Religion zu erfinden, in der geliebt werden kann: damit ist man über das Schlimmste am Leben hinaus—man sieht es gar nicht mehr.— So viel über die drei christlichen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung: ich nenne sie die drei christlichen Klugheiten.— Der Buddhismus ist zu spät, zu positivistisch dazu, um noch auf diese Weise klug zu sein.—

24

Ich berühre hier nur das Problem der Entstehung des Christentums. Der erste Satz zu dessen Lösung heisst: das Christentum ist einzig aus dem Boden zu verstehn, aus dem es gewachsen ist,—es ist nicht eine Gegenbewegung gegen den jüdischen Instinkt, es ist dessen Folgerichtigkeit selbst, ein Schluss weiter in dessen furchteinflössender Logik. In der Formel des Erlösers: "das Heil kommt von den Juden."— Der zweite Satz heisst: der psychologische Typus des Galiläers ist noch erkennbar, aber erst in seiner vollständigen Entartung (die zugleich Verstümmlung und Überladung mit fremden Zügen ist—) hat er dazu dienen können, wozu er gebraucht worden ist, zum Typus eines Erlösers der Menschheit.—

Die Juden sind das merkwürdigste Volk der Weltgeschichte, weil sie, vor die Frage von Sein und Nichtsein gestellt, mit einer vollkommen unheimlichen Bewusstheit das Sein um jeden Preis vorgezogen haben: dieser Preis war die radikale Fälschung aller Natur, aller Natürlichkeit, aller Realität, der ganzen inneren Welt so gut als der äusseren. Sie grenzten sich ab gegen alle Bedingungen, unter denen bisher ein Volk leben konnte, leben durfte; sie schufen aus sich einen Gegensatz-Begriff zu natürlichen Bedingungen,—sie haben, der Reihe nach, die Religion, den Kultus, die Moral, die Geschichte, die Psychologie auf eine unheilbare Weise in den Widerspruch zu deren Natur-Werten umgedreht. Wir begegnen demselben Phänomene noch einmal und in unsäglich vergrösserten Proportionen, trotzdem nur als Copie:—die christliche Kirche entbehrt, im Vergleich zum "Volk der Heiligen," jedes Anspruchs auf Originalität. Die Juden sind, ebendamit, das verhängnisvollste Volk der Weltgeschichte: in ihrer Nachwirkung haben sie die Menschheit dermassen falsch gemacht, dass heute noch der Christ antijüdisch fühlen kann, ohne sich als die letzte jüdische Konsequenz zu verstehn.

Ich habe in meiner "Genealogie der Moral" zum ersten Male den Gegensatz-Begriff einer vornehmen Moral und einer ressentiment-Moral psychologisch vorgeführt, letztere aus dem Nein gegen die erstere entsprungen: aber die ist die jüdisch-christliche Moral ganz und gar. Um nein sagen zu können zu allem, was die aufsteigende Bewegung des Lebens, die Wohlgeratenheit, die Macht, die Schönheit, die Selbstbejahung auf Erden darstellt, musste hier sich der Genie gewordne Instinkt des ressentiment eine andre Welt erfinden, von wo aus jene Lebens-Bejahung als das Böse, als das Verwerfliche an sich erschien. Psychologisch nachgerechnet, ist das jüdische Volk ein Volk der zähesten Lebenskraft, welches, unter unmögliche Bedingungen versetzt, freiwillig, aus der tiefsten Klugheit der Selbsterhaltung, die Partei aller décadence-Instinkte nimmt,—nicht als von ihnen beherrscht, sondern weil es in ihnen eine Macht erriet, mit der man sich gegen "die Welt" durchsetzen kann. Die Juden sind das Gegenstück aller décadents: sie haben sie darstellen müssen bis zur Illusion, sie haben sich, mit einem non-plus-ultra des schauspielerischen Genies, an die Spitze aller décadence-Bewegungen zu stellen gewusst (—als Christentum des Paulus—), um aus ihnen etwas zu schaffen, das stärker ist als jede Ja-sagende Partei des Lebens. Die décadence ist, für die im Juden- und Christentum zur Macht verlangende Art von Mensch, eine priesterliche Art, nur Mittel: diese Art von Mensch hat ein Lebens-Interesse daran, die Menschheit krank zu machen und die Begriffe "gut" "böse," "wahr" und "falsch" in einen lebensgefährlichen und weltverleumderischen Sinn umzudrehn.—

25

Die Geschichte Israels ist unschätzbar als typische Geschichte aller Entnatürlichung der Natur-Werte: ich deute fünf Tatsachen derselben an. Ursprünglich, vor allem in der Zeit des Königtums, stand auch Israel zu allen Dingen in der richtigen, das heisst der natürlichen Beziehung. Sein Javeh war der Ausdruck des Macht-Bewusstseins, der Freude an sich, der Hoffnung auf sich: in ihm erwartete man Sieg und Heil, mit ihm vertraute man der Natur, dass sie gibt, was das Volk nötig hat—vor allem Regen. Javeh ist der Gott Israels und folglich Gott der Gerechtigkeit: die Logik jedes Volkes, das in Macht ist und ein gutes Gewissen davon hat. Im Fest-Cultus drücken sich diese beiden Seiten der Selbstbejahung eines Volkes aus: es ist dankbar für die grossen Schicksale, durch die es obenauf kam, es ist dankbar im Verhältnis zum Jahreskreislauf und allem Glück in Viehzucht und Ackerbau.— Dieser Zustand der Dinge blieb noch lange das Ideal, auch als er auf eine traurige Weise abgetan war: die Anarchie im Innern, der Assyrer von aussen. Aber das Volk hielt als höchste Wünschbarkeit jene Vision eines Königs fest, der ein guter Soldat und ein strenger Richter ist: vor allem jener typische Prophet (das heisst Kritiker und Satiriker des Augenblicks) Jesaia.— Aber jede Hoffnung blieb unerfüllt. Der alte Gott konnte nichts mehr von dem, was er ehemals konnte. Man hätte ihn fahren lassen sollen. Was geschah? Man veränderte seinen Begriff,—man entnatürlichte seinen Begriff: um diesen Preis hielt man ihn fest.— Javeh der Gott der "Gerechtigkeit,"—nicht mehr eine Einheit mit Israel, ein Ausdruck des Volks-Selbstgefühls: nur noch ein Gott unter Bedingungen ... Sein Begriff wird ein Werkzeug in den Händen priesterlicher Agitatoren, welche alles Glück nunmehr als Lohn, alles Unglück als Strafe für Ungehorsam gegen Gott, für "Sünde" interpretieren: jene verlogenste Interpretations-Manier einer angeblich "sittlichen Weltordnung," mit der, ein für alle Mal, der Naturbegriff "Ursache" und "Wirkung" auf den Kopf gestellt ist. Wenn man erst, mit Lohn und Strafe, die natürliche Kausalität aus der Welt geschafft hat, bedarf man einer widernatürlichen Kausalität: der ganze Rest von Unnatur folgt nunmehr. Ein Gott, der fordert,—an Stelle eines Gottes, der hilft, der Rat schafft, der im Grunde das Wort ist für jede glückliche Inspiration des Muts und des Selbstvertrauens ... Die Moral nicht mehr der Ausdruck der Lebens- und Wachsthums-Bedingungen eines Volk[s], nicht mehr sein unterster Instinkt des Lebens, sondern abstrakt geworden, Gegensatz zum Leben geworden,—Moral als grundsätzliche Verschlechterung der Phantasie, als "böser Blick" für alle Dinge. Was ist jüdische, was ist christliche Moral? Der Zufall um seine Unschuld gebracht; das Unglück mit dem Begriff "Sünde" beschmutzt; das Wohlbefinden als Gefahr, als "Versuchung"; das physiologische Übelbefinden mit dem Gewissens-Wurm vergiftet ...

26

Der Gottesbegriff gefälscht; der Moralbegriff gefälscht:—die jüdische Priesterschaft blieb dabei nicht stehn. Man konnte die ganze Geschichte Israels nicht brauchen: fort mit ihr!— Diese Priester haben jenes Wunderwerk von Fälschung zustande gebracht, als deren Dokument uns ein guter Teil der Bibel vorliegt: sie haben ihre eigne Volks-Vergangenheit mit einem Hohn ohnegleichen gegen jede Überlieferung, gegen jede historische Realität, ins Religiöse übersetzt, das heisst, aus ihr einen stupiden Heils-Mechanismus von Schuld gegen Javeh und Strafe, von Frömmigkeit gegen Javeh und Lohn gemacht. Wir würden diesen schmachvollsten Akt der Geschichts-Fälschung viel schmerzhafter empfinden, wenn uns nicht die kirchliche Geschichts-Interpretation von Jahrtausenden fast stumpf für die Forderungen der Rechtschaffenheit in historicis gemacht hätte. Und der Kirche sekundierten die Philosophen: die Lüge der "sittlichen Weltordnung" geht durch die ganze Entwicklung selbst der neueren Philosophie. Was bedeutet "sittliche Weltordnung"? Dass es, ein für alle Mal, einen Willen Gottes gibt, was der Mensch zu tun, was er zu lassen habe; dass der Wert eines Volkes, eines einzelnen sich danach bemesse, wie sehr oder wie wenig dem Willen Gottes gehorcht wird; dass in den Schicksalen eines Volkes, eines einzelnen sich der Wille Gottes als herrschend, das heisst als strafend und belohnend, je nach dem Grade des Gehorsams, beweist. Die Realität an Stelle dieser erbarmungswürdigen Lüge heisst: eine parasitische Art Mensch, die nur auf Kosten aller gesunden Bildungen des Lebens gedeiht, der Priester, missbraucht den Namen Gottes: er nennt einen Zustand der Dinge, in dem der Priester den Wert der Dinge bestimmt, "das Reich Gottes"; er nennt die Mittel, vermöge deren ein solcher Zustand erreicht oder aufrecht erhalten wird, "den Willen Gottes"; er misst, mit einem kaltblütigen Zynismus, die Völker, die Zeiten, die einzelnen danach ab, ob sie der Priester-Übermacht nützten oder widerstrebten. Man sehe sie am Werk: unter den Händen der jüdischen Priester wurde die grosse Zeit in der Geschichte Israels eine Verfalls-Zeit, das Exil, das lange Unglück verwandelte sich in eine ewige Strafe für die grosse Zeit—eine Zeit, in der der Priester noch nichts war. Sie haben aus den mächtigen, sehr frei geratenen Gestalten der Geschichte Israels, je nach Bedürfnis, armselige Ducker und Mucker oder "Gottlose" gemacht, sie haben Psychologie jedes grossen Ereignisses auf die Idioten-Formel "Gehorsam oder Ungehorsam gegen Gott" vereinfacht.— Ein Schritt weiter: der "Wille Gottes" (das heisst die Erhaltungs-Bedingungen für die Macht des Priesters) muss bekannt sein,—zu diesem Zwecke bedarf es einer "Offenbarung." Auf deutsch: eine grosse literarische Fälschung wird nötig, eine "heilige Schrift" wird entdeckt,—unter allem hieratischen Pomp, mit Busstagen und Jammergeschrei über die lange "Sünde" wird sie öffentlich gemacht. Der "Wille Gottes" stand längst fest: das ganze Unheil liegt darin, dass man sich der "heiligen Schrift" entfremdet hat ... Moses schon war der "Wille Gottes" offenbart ... Was war geschehen? Der Priester hatte, mit Strenge, mit Pedanterie, bis auf die grossen und kleinen Steuern, die man ihm zu zahlen hatte (—die schmackhaftesten Stücke vom Fleisch nicht zu vergessen: denn der Priester ist ein Beefsteak-Fresser), ein für alle Mal formuliert, was er haben will, "was der Wille Gottes ist" ... Von nun an sind alle Dinge des Lebens so geordnet, dass der Priester überall unentbehrlich ist; in allen natürlichen Vorkommnissen des Lebens, bei der Geburt, der Ehe, der Krankheit, dem Tode, gar nicht vom "Opfer" ("der Mahlzeit") zu reden, erscheint der heilige Parasit, um sie zu entnatürlichen: in seiner Sprache: zu "heiligen" ... Denn dies muss man begreifen: jede natürliche Sitte, jede natürliche Institution (Staat, Gerichts-Ordnung, Ehe, Kranken- und Armenpflege), jede vom Instinkt des Lebens eingegebene Forderung, kurz alles, was seinen Wert in sich hat, wird durch den Parasitismus des Priesters (oder der "sittlichen Weltordnung") grundsätzlich wertlos, wert-widrig gemacht: es bedarf nachträglich einer Sanktion,—eine wertverleihende Macht tut not, welche die Natur darin verneint, welche eben damit erst einen Wert schafft ... Der Priester entwertet, entheiligt die Natur: um diesen Preis besteht er überhaupt.— Der Ungehorsam gegen Gott, das heisst gegen den Priester, gegen "das Gesetz," bekommt nun den Namen "Sünde"; die Mittel, sich wieder "mit Gott zu versöhnen," sind, wie billig, Mittel, mit denen die Unterwerfung unter den Priester nur noch gründlicher gewährleistet ist: der Priester allein "erlöst" ... Psychologisch nachgerechnet, werden in jeder priesterlich organisierten Gesellschaft die "Sünden" unentbehrlich: sie sind die eigentlichen Handhaben der Macht, der Priester lebt von den Sünden, er hat nötig, dass "gesündigt" wird ... Oberster Satz: "Gott vergibt Dem, der Busse thut"—auf deutsch: der sich dem Priester unterwirft.—

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Auf einem dergestalt falschen Boden, wo jede Natur, jeder Naturwert, jede Realität die tiefsten Instinkte der herrschenden Klasse wider sich hatte, wuchs das Christentum auf, eine Todfeindschafts-Form gegen die Realität, die bisher nicht übertroffen worden ist. Das "heilige Volk," das für alle Dinge nur Priester-Werte, nur Priester-Worte übrig behalten hatte und mit einer Schluss-Folgerichtigkeit, die Furcht einflössen kann, alles was sonst noch an Macht auf Erden bestand, als "unheilig," als "Welt," als "Sünde" von sich abgetrennt hatte—dies Volk brachte für seinen Instinkt eine letzte Formel hervor, die logisch war bis zur Selbstverneinung: es verneinte, als Christentum, noch die letzte Form der Realität, das "heilige Volk," das "Volk der Ausgewählten," die jüdische Realität selbst. Der Fall ist ersten Rangs: die kleine aufständische Bewegung, die auf den Namen des Jesus von Nazareth getauft wird, ist der jüdische Instinkt noch einmal,—anders gesagt, der Priester-Instinkt, der den Priester als Realität nicht mehr verträgt, die Erfindung einer noch abgezogeneren Daseinsform, einer noch unrealeren Vision der Welt, als sie die Organisation einer Kirche bedingt. Das Christentum verneint die Kirche ...

Ich sehe nicht ab, wogegen der Aufstand gerichtet war, als dessen Urheber Jesus verstanden oder missverstanden worden ist, wenn es nicht der Aufstand gegen die jüdische Kirche war, Kirche genau in dem Sinn genommen, in dem wir heute das Wort nehmen. Es war ein Aufstand gegen "die Guten und Gerechten," gegen "die Heiligen Israels," gegen die Hierarchie der Gesellschaft—nicht gegen deren Verderbnis, sondern gegen die Kaste, das Privilegium, die Ordnung, die Formel; es war der Unglaube an die "höheren Menschen," das Nein gesprochen gegen alles, was Priester und Theologe war. Aber die Hierarchie, die damit, wenn auch nur für einen Augenblick, in Frage gestellt wurde, war der Pfahlbau, auf dem das jüdische Volk, mitten im "Wasser," überhaupt noch fortbestand, die mühsam errungene letzte Möglichkeit, übrig zu bleiben, das Residuum seiner politischen Sonder-Existenz: ein Angriff auf sie war ein Angriff auf den tiefsten Volks-Instinkt, auf den zähesten Volks-Lebens-Willen, der je auf Erden dagewesen ist. Dieser heilige Anarchist, der das niedere Volk, die Ausgestossnen und "Sünder," die Tschandalas innerhalb des Judentums zum Widerspruch gegen die herrschende Ordnung aufrief—mit einer Sprache, falls den Evangelien zu trauen wäre, die auch heute noch nach Sibirien führen würde, war ein politischer Verbrecher, soweit eben politische Verbrecher in einer absurd-unpolitischen Gemeinschaft möglich waren. Dies brachte ihn ans Kreuz: der Beweis dafür ist die Aufschrift des Kreuzes. Er starb für seine Schuld,—es fehlt jeder Grund dafür, so oft es auch behauptet worden ist, dass er für die Schuld andrer starb.—

28

Eine vollkommen andre Frage ist es, ob er einen solchen Gegensatz überhaupt im Bewusstsein hatte,—ob er nicht bloss als dieser Gegensatz empfunden wurde. Und hier erst berühre ich das Problem der Psychologie des Erlösers.— Ich bekenne, dass ich wenige Bücher mit solchen Schwierigkeiten lese wie die Evangelien. Diese Schwierigkeiten sind andre als die, an deren Nachweis die gelehrte Neugierde des deutschen Geistes einen ihrer unvergesslichsten Triumphe gefeiert hat. Die Zeit ist fern, wo auch ich, gleich jedem jungen Gelehrten, mit der klugen Langsamkeit eines raffinierten Philologen das Werk des unvergleichlichen Strauss auskostete. Damals war ich zwanzig Jahre alt: jetzt bin ich zu ernst dafür. Was gehen mich die Widersprüche der "Überlieferung" an? Wie kann man Heiligen-Legenden überhaupt "Überlieferung" nennen! Die Geschichte von Heiligen sind die zweideutigste Literatur, die es überhaupt gibt: auf sie die wissenschaftliche Methode anwenden, wenn sonst keine Urkunden vorliegen, scheint mir von vornherein verurteilt—bloss gelehrter Müssiggang ...

29

Was mich angeht, ist der psychologische Typus des Erlösers. Derselbe könnte ja in den Evangelien enthalten sein trotz den Evangelien, wie sehr auch immer verstümmelt oder mit fremden Zügen überladen: wie der des Franziskus von Assisi in seinen Legenden erhalten ist trotz seinen Legenden. Nicht die Wahrheit darüber, was er getan, was er gesagt, wie er eigentlich gestorben ist: sondern die Frage, ob sein Typus überhaupt noch vorstellbar, ob er "überliefert" ist?— Die Versuche, die ich kenne, aus den Evangelien sogar die Geschichte einer "Seele" herauszulesen, scheinen mir Beweis einer verabscheuungswürdigen psychologischen Leichtfertigkeit. Herr Renan, dieser Hanswurst in psychologicis, hat die zwei ungehörigsten Begriffe zu seiner Erklärung des Typus Jesus hinzugebracht, die es hierfür geben kann: den Begriff Genie und den Begriff Held ("héros"). Aber wenn irgend etwas unevangelisch ist, so ist es der Begriff Held. Gerade der Gegensatz zu allem Ringen, zu allem Sich-in-Kampf-fühlen ist hier Instinkt geworden: die Unfähigkeit zum Widerstand wird hier Moral ("widerstehe nicht dem Bösen!" das tiefste Wort der Evangelien, ihr Schlüssel in gewissem Sinne), die Seligkeit im Frieden, in der Sanftmut, in Nicht-feind-sein-können. Was heisst "frohe Botschaft"? Das wahre Leben, das ewige Leben ist gefunden—es wird nicht verheissen, es ist da, es ist in euch: als Leben in der Liebe, in der Liebe ohne Abzug und Ausschluss, ohne Distanz. Jeder ist das Kind Gottes—Jesus nimmt durchaus nichts für sich allein in Anspruch—als Kind Gottes ist jeder mit jedem gleich ... Aus Jesus einen Helden machen!— Und was für ein Missverständnis ist gar das Wort "Genie"! Unser ganzer Begriff, unser Kultur-Begriff "Geist" hat in der Welt, in der Jesus lebt, gar keinen Sinn. Mit der Strenge des Physiologen gesprochen, wäre hier ein ganz andres Wort eher noch am Platz ... Wir kennen einen Zustand krankhafter Reizbarkeit des Tastsinns, der dann vor jeder Berührung, vor jedem Anfassen eines festen Gegenstandes zurückschaudert. Man übersetze sich einen solchen physiologischen habitus in seine letzte Logik—als Instinkt-Hass gegen jede Realität, als Flucht ins "Unfassliche," ins "Unbegreifliche," als Widerwille gegen jede Formel, jeden Zeit- und Raumbegriff, gegen alles, was fest, Sitte, Institution, Kirche ist, als Zu-Hause-sein in einer Welt, an die keine Art Realität mehr rührt, einer bloss noch "inneren" Welt, einer "wahren" Welt, einer "ewigen" Welt ... "Das Reich Gottes ist in euch" ...

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Der Instinkt-Hass gegen die Realität: Folge einer extremen Leid- und Reizfähigkeit, welche überhaupt nicht mehr "berührt" werden will, weil sie jede Berührung zu tief empfindet.

Die Instinkt-Ausschliessung aller Abneigung, aller Feindschaft, aller Grenzen und Distanzen im Gefühl: Folge einer extremen Leid- und Reizfähigkeit, welche jedes Widerstreben, Widerstreben-Müssen bereits als unerträgliche Unlust (das heisst als schädlich, als vom Selbsterhaltungs-Instinkte widerrathen) empfindet und die Seligkeit (die Lust) allein darin kennt, nicht mehr, niemandem mehr, weder dem Übel noch dem Bösen, Widerstand zu leisten,—die Liebe als einzige, als letzte Lebens-Möglichkeit ...

Dies sind die zwei physiologischen Realitäten, auf denen, aus denen die Erlösungs-Lehre gewachsen ist. Ich nenne sie eine sublime Weiter-Entwicklung des Hedonismus auf durchaus morbider Grundlage. Nächstverwandt, wenn auch mit einem grossen Zuschuss von griechischer Vitalität und Nervenkraft, bleibt ihr der Epikureismus, die Erlösungs-Lehre des Heidentums. Epikur ein typischer décadent: zuerst von mir als solcher erkannt.— Die Furcht vor Schmerz, selbst vor dem Unendlich-Kleinen im Schmerz—sie kann gar nicht anders enden als in einer Religion der Liebe ...

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Ich habe meine Antwort auf das Problem vorweg gegeben. Die Voraussetzung für sie ist, dass der Typus des Erlösers uns nur in einer starken Entstellung erhalten ist. Diese Entstellung hat an sich viel Wahrscheinlichkeit: ein solcher Typus konnte aus mehreren Gründen nicht rein, nicht ganz, nicht frei von Zutaten bleiben. Es muss sowohl das Milieu, in dem sich diese fremde Gestalt bewegte, Spuren an ihm hinterlassen haben, als noch mehr die Gemeinde, das Schicksal der ersten christlichen Gemeinde: aus ihm wurde, rückwirkend, der Typus mit Zügen bereichert, die erst aus dem Kriege und zu Zwecken der Propaganda verständlich werden. Jene seltsame und kranke Welt, in die uns die Evangelien einführen—eine Welt, wie aus einem russischen Romane, in der sich Auswurf der Gesellschaft, Nervenleiden und "kindliches" Idiotentum ein Stelldichein zu geben scheinen—muss unter allen Umständen den Typus vergröbert haben: die ersten Jünger insonderheit übersetzten ein ganz in Symbolen und Unfasslichkeiten schwimmendes Sein erst in die eigne Krudität, um überhaupt etwas davon zu verstehn,—für sie war der Typus erst nach einer Einformung in bekanntere Formen vorhanden ... Der Prophet, der Messias, der zukünftige Richter, der Morallehrer, der Wundermann, Johannes der Täufer—ebensoviele Gelegenheiten, den Typus zu verkennen ... Unterschätzen wir endlich das proprium aller grossen, namentlich sektiererischen Verehrung nicht: sie löscht die originalen, oft peinlich-fremden Züge und Idiosynkrasien an dem verehrten Wesen aus—sie sieht sie selbst nicht. Man hätte zu bedauern, dass nicht ein Dostoiewsky in der Nähe dieses interessantesten décadent gelebt hat, ich meine, jemand, der gerade den ergreifenden Reiz einer solchen Mischung von Sublimem, Krankem und Kindlichem zu empfinden wusste. Ein letzter Gesichtspunkt: der Typus könnte, als décadence-Typus, tatsächlich von einer eigentümlichen Vielheit und Widersprüchlichkeit gewesen sein: eine solche Möglichkeit ist nicht völlig auszuschliessen. Trotzdem rät alles ab von ihr: gerade die Überlieferung würde für diesen Fall eine merkwürdig treue und objektive sein müssen: wovon wir Gründe haben das Gegenteil anzunehmen. Einstweilen klafft ein Widerspruch zwischen dem Berg-, See- und Wiesen-Prediger, dessen Erscheinung wie ein Buddha auf einem sehr wenig indischen Boden anmutet, und jenem Fanatiker des Angriffs, dem Theologen- und Priester-Todfeind, den Renans Bosheit als "le grand maître en ironie" verherrlicht hat. Ich selber zweifle nicht daran, dass das reichliche Mass Galle (und selbst von esprit) erst aus dem erregten Zustand der christlichen Propaganda auf den Typus des Meisters übergeflossen ist: man kennt ja reichlich die Unbedenklichkeit aller Sektierer, aus ihrem Meister sich ihre Apologie zurecht zu machen. Als die erste Gemeinde einen richtenden, hadernden, zürnenden, bösartig spitzfindigen Theologen nötig hatte, gegen Theologen, schuf sie sich ihren "Gott" nach ihrem Bedürfnisse: wie sie ihm auch jene völlig unevangelischen Begriffe, die sie jetzt nicht entbehren konnte, "Wiederkunft," "jüngstes Gericht," jede Art zeitlicher Erwartung und Verheissung, ohne Zögern in den Mund gab.—

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Ich wehre mich, nochmals gesagt, dagegen, dass man den Fanatiker in den Typus des Erlösers einträgt: das Wort impérieux, das Renan gebraucht, annullirt allein schon den Typus. Die "gute Botschaft" ist eben, dass es keine Gegensätze mehr gibt; das Himmelreich gehört den Kindern; der Glaube, der hier laut wird, ist kein erkämpfter Glaube,—er ist da, er ist von Anfang, er ist gleichsam eine ins Geistige zurückgetretene Kindlichkeit. Der Fall der verzögerten und im Organismus unausgebildeten Pubertät, als Folgeerscheinung der Degenereszenz, ist wenigstens den Physiologen vertraut.— Ein solcher Glaube zürnt nicht, tadelt nicht, wehrt sich nicht: er bringt nicht "das Schwert,"—er ahnt gar nicht, inwiefern er einmal trennen könnte. Er beweist sich nicht, weder durch Wunder, noch durch Lohn und Verheissung, noch gar "durch die Schrift": er selbst ist jeden Augenblick sein Wunder, sein Lohn, sein Beweis, sein "Reich Gottes." Dieser Glaube formuliert sich auch nicht—er lebt, er wehrt sich gegen Formeln. Freilich bestimmt der Zufall der Umgebung, der Sprache, der Vorbildung einen gewissen Kreis von Begriffen: das erste Christentum handhabt nur jüdisch-semitische Begriffe (—das Essen und Trinken beim Abendmahl gehört dahin, jener von der Kirche, wie alles Jüdische, so schlimm missbrauchte Begriff). Aber man hüte sich, darin mehr als eine Zeichenrede, eine Semiotik, eine Gelegenheit zu Gleichnissen zu sehn. Gerade, dass kein Wort wörtlich genommen wird, ist diesem Anti-Realisten die Vorbedingung, um überhaupt reden zu können. Unter Indern würde er sich der Sankhyam-Begriffe, unter Chinesen der des Laotse bedient haben—und keinen Unterschied dabei fühlen.— Man könnte, mit einiger Toleranz im Ausdruck, Jesus einen "freien Geist" nennen—er macht sich aus allem Festen nichts: das Wort tötet, alles, was fest ist, tötet. Der Begriff der Erfahrung "Leben," wie er sie allein kennt, widerstrebt bei ihm jeder Art Wort, Formel, Gesetz, Glaube, Dogma. Er redet bloss vom Innersten: "Leben" oder "Wahrheit" oder "Licht" ist sein Wort für das Innerste,—alles übrige, die ganze Realität, die ganze Natur, die Sprache selbst, hat für ihn bloss den Wert eines Zeichens, eines Gleichnisses.— Man darf sich an dieser Stelle durchaus nicht vergreifen, so gross auch die Verführung ist, welche im christlichen, will sagen kirchlichen Vorurteil liegt: ein solcher Symboliker par excellence steht ausserhalb aller Religion, aller Kult-Begriffe, aller Historie, aller Naturwissenschaft, aller Welt-Erfahrung, aller Kenntnisse, aller Politik, aller Psychologie, aller Bücher, aller Kunst—sein "Wissen" ist eben die reine Torheit darüber, dass es etwas dergleichen gibt. Die Kultur ist ihm nicht einmal von Hörensagen bekannt, er hat keinen Kampf gegen sie nötig,—er verneint sie nicht ... Dasselbe gilt vom Staat, von der ganzen bürgerlichen Ordnung und Gesellschaft, von der Arbeit, vom Kriege—er hat nie einen Grund gehabt, "die Welt" zu verneinen, er hat den kirchlichen Begriff "Welt" nie geahnt ... Das Verneinen ist eben das ihm ganz Unmögliche.— Insgleichen fehlt die Dialektik, es fehlt die Vorstellung davon, dass ein Glaube, eine "Wahrheit" durch Gründe bewiesen werden könnte (—seine Beweise sind innere "Lichter," innere Lustgefühle und Selbstbejahungen, lauter "Beweise der Kraft"—) Eine solche Lehre kann auch nicht widersprechen: sie begreift gar nicht, dass es andre Lehren gibt, geben kann, sie weiss sich ein gegenteiliges Urteilen gar nicht vorzustellen ... Wo sie es antrifft, wird sie aus innerstem Mitgefühle über "Blindheit" trauern,—denn sie sieht das "Licht"—, aber keinen Einwand machen ...

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In der ganzen Psychologie des "Evangeliums" fehlt der Begriff Schuld und Strafe; insgleichen der Begriff Lohn. Die "Sünde," jedwedes Distanz-Verhältnis zwischen Gott und Mensch ist abgeschafft,—eben das ist die "frohe Botschaft." Die Seligkeit wird nicht verheissen, sie wird nicht an Bedingungen geknüpft: sie ist die einzige Realität—der Rest ist Zeichen, um von ihr zu reden ...

Die Folge eines solchen Zustandes projiziert sich in eine neue Praktik, die eigentlich evangelische Praktik. Nicht ein "Glaube" unterscheidet den Christen: der Christ handelt, er unterscheidet sich durch ein andres Handeln. Dass er Dem, der böse gegen ihn ist, weder durch Wort, noch im Herzen Widerstand leistet. Dass er keinen Unterschied zwischen Fremden und Einheimischen, zwischen Juden und Nicht-Juden macht ("der Nächste" eigentlich der Glaubensgenosse, der Jude). Dass er sich gegen niemanden erzürnt, niemanden geringschätzt. Dass er sich bei Gerichtshöfen weder sehn lässt, noch in Anspruch nehmen lässt ("nicht schwören"). Dass er sich unter keinen Umstände[n], auch nicht im Falle bewiesener Untreue des Weibes, von seinem Weibe scheidet.— Alles im Grunde Ein Satz, alles Folgen Eines Instinkts—

Das Leben des Erlösers war nichts andres als diese Praktik,—sein Tod war auch nichts andres ... Er hatte keine Formeln, keinen Ritus für den Verkehr mit Gott mehr nötig—nicht einmal das Gebet. Er hat mit der ganzen jüdischen Buss- und Versöhnungs-Lehre abgerechnet; er weiss, wie es allein die Praktik des Lebens ist, mit der man sich "göttlich," "selig," "evangelisch," jederzeit ein "Kind Gottes" fühlt. Nicht "Busse," nicht "Gebet um Vergebung" sind Wege zu Gott: die evangelische Praktik allein führt zu Gott, sie eben ist "Gott"—Was mit dem Evangelium abgetan war, das war das Judentum der Begriffe "Sünde," "Vergebung der Sünde," "Glaube," "Erlösung durch den Glauben"—die ganze jüdische Kirchen-Lehre war in der "frohen Botschaft" verneint.

Der tiefe Instinkt dafür, wie man leben müsse, um sich "im Himmel" zu fühlen, um sich "ewig" zu fühlen, während man sich bei jedem andern Verhalten durchaus nicht "im Himmel" fühlt: dies allein ist die psychologische Realität der "Erlösung."— Ein neuer Wandel, nicht ein neuer Glaube ...

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Wenn ich irgend etwas von diesem grossen Symbolisten verstehe, so ist es Das, dass er nur innere Realitäten als Realitäten, als "Wahrheiten" nahm,—dass er den Rest, alles Natürliche, Zeitliche, Räumliche, Historische nur als Zeichen, als Gelegenheit zu Gleichnissen verstand. Der Begriff "des Menschen Sohn" ist nicht eine konkrete Person, die in die Geschichte gehört, irgend etwas Einzelnes, Einmaliges, sondern eine "ewige" Tatsächlichkeit, ein von dem Zeitbegriff erlöstes psychologisches Symbol. Dasselbe gilt noch einmal, und im höchsten Sinne, von dem Gott dieses typischen Symbolisten, vom "Reich Gottes," vom "Himmelreich," von der "Kindschaft Gottes." Nichts ist unchristlicher als die kirchlichen Kruditäten von einem Gott als Person, von einem "Reich Gottes," welches kommt, von einem "Himmelreich" jenseits, von einem "Sohne Gottes," der zweiten Person der Trinität. Dies alles ist—man vergebe mir den Ausdruck—die Faust auf dem Auge—oh auf was für einem Auge! des Evangeliums: ein welthistorischer Zynismus in der Verhöhnung des Symbols ... Aber es liegt ja auf der Hand, was mit dem Zeichen "Vater" und "Sohn" angerührt wird—nicht auf jeder Hand, ich gebe es zu: mit dem Wort "Sohn" ist der Eintritt in das Gesamt-Verklärungs-Gefühl aller Dinge (die Seligkeit) ausgedrückt, mit dem Wort "Vater" dieses Gefühl selbst, das Ewigkeits-, das Vollendungs-Gefühl.— Ich schäme mich daran zu erinnern, was die Kirche aus diesem Symbolismus gemacht hat: hat sie nicht eine Amphitryon-Geschichte an die Schwelle des christlichen "Glaubens" gesetzt? Und ein Dogma von der "unbefleckten Empfängnis" noch obendrein? ... Aber damit hat sie die Empfängnis befleckt — —

Das "Himmelreich" ist ein Zustand des Herzens—nicht etwas, das "über die Erde" oder "nach dem Tode" kommt. Der ganze Begriff des natürlichen Todes fehlt im Evangelium: der Tod ist keine Brücke, kein Übergang, er fehlt, weil einer ganz andern, bloss scheinbaren, bloss zu Zeichen nützlichen Welt zugehörig. Die "Todesstunde" ist kein christlicher Begriff—die "Stunde," die Zeit, das physische Leben und seine Krisen sind gar nicht vorhanden für den Lehrer der "frohen Botschaft" ... Das "Reich Gottes" ist nichts, das man erwartet; es hat kein Gestern und kein Übermorgen, es kommt nicht in "tausend Jahren"—es ist eine Erfahrung an einem Herzen; es ist überall da, es ist nirgends da ...

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Dieser "frohe Botschafter" starb wie er lebte, wie er lehrte—;nicht um "die Menschen zu erlösen," sondern um zu zeigen, wie man zu leben hat. Die Praktik ist es, welche er der Menschheit hinterliess: sein Verhalten vor den Richtern, vor den Häschern, vor den Anklägern und aller Art Verleumdung und Hohn,—sein Verhalten am Kreuz. Er widersteht nicht, er verteidigt nicht sein Recht, er tut keinen Schritt, der das Äusserste vom ihm abwehrt, mehr noch, er fordert es heraus ... Und er bittet, er leidet, er liebt mit denen, in denen, die ihm Böses tun ... Die Worte zum Schächer am Kreuz enthalten das ganze Evangelium. "Das ist wahrlich ein göttlicher Mensch gewesen, ein "Kind Gottes" sagt der Schächer. "Wenn du dies fühlst—antwortet der Erlöser—so bist du im Paradiese, so bist auch du ein Kind Gottes ..." Nicht sich wehren, nicht zürnen, nicht verantwortlich-machen ... Sondern auch nicht dem Bösen widerstehn,—ihn lieben ...

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— Erst wir, wir freigewordenen Geister, haben die Voraussetzung dafür, etwas zu verstehn, das neunzehn Jahrhunderte missverstanden haben,—jene Instinkt und Leidenschaft gewordene Rechtschaffenheit, welche der "heiligen Lüge" noch mehr als jeder andern Lüge den Krieg macht ... Man war unsäglich entfernt von unsrer liebevollen und vorsichtigen Neutralität, von jener Zucht des Geistes, mit der allein das Erraten so fremder, so zarter Dinge ermöglicht wird: man wollte jederzeit, mit einer unverschämten Selbstsucht, nur seinen Vorteil darin, man hat aus dem Gegensatz zum Evangelium die Kirche aufgebaut ...

Wer nach Zeichen dafür suchte, dass hinter dem grossen Welten-Spiel eine ironische Göttlichkeit die Finger handhabe, er fände keinen kleinen Anhalt in dem ungeheuren Fragezeichen, das Christentum heisst. Dass die Menschheit vor dem Gegensatz dessen auf den Knien liegt, was der Ursprung, der Sinn, das Recht des Evangeliums war, dass sie im Begriff "Kirche" gerade Das heilig gesprochen hat, was der "frohe Botschafter" als unter sich, als hinter sich empfand—man sucht vergebens nach einer grösseren Form welthistorischer Ironie — —

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— Unser Zeitalter ist stolz auf seinen historischen Sinn: wie hat es sich den Unsinn glaublich machen können, dass an dem Anfange des Christentums die grobe Wuntertäter- und Erlöser-Fabel steht,—und dass alles Spirituale und Symbolische erst eine spätere Entwicklung sei? Umgekehrt: die Geschichte des Christenstums—und zwar vom Tode am Kreuze an—ist die Geschichte des schrittweise immer gröberen Missverstehens eines ursprünglichen Symbolismus. Mit jeder Ausbreitung des Christentums über noch breitere, noch rohere Massen, denen die Voraussetzungen immer mehr abgingen, aus denen es geboren ist, wurde es nötiger, das Christentum zu vulgarisieren, zu barbarisieren—es hat Lehren und Riten aller unterirdischen Kulte des imperium Romanum, es hat den Unsinn aller Arten kranker Vernunft in sich eingeschluckt. Das Schicksal des Christentums liegt in der Notwendigkeit, dass sein Glaube selbst so krank, so niedrig und vulgär werden musste, als die Bedürfnisse krank, niedrig und vulgär waren, die mit ihm befriedigt werden sollten. Als Kirche summiert sich endlich die kranke Barbarei selbst zur Macht,—die Kirche, diese Todfeindschaftsform zu jeder Rechtschaffenheit, zu jeder Höhe der Seele, zu jeder Zucht des Geistes, zu jeder freimütigen und gütigen Menschlichkeit.— Die christlichen—die vornehmen Werte: erst wir, wir freigewordnen Geister, haben diesen grössten Wert-Gegensatz, den es gibt, wiederhergestellt! — —

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— Ich unterdrücke an dieser Stelle einen Seufzer nicht. Es gibt Tage, wo mich ein Gefühl heimsucht, schwärzer als die schwärzeste Meloncholie—die Menschen-Verachtung. Und damit ich keinen Zweifel darüber lasse, was ich verachte, wen ich verachte: der Mensch von heute ist es, der Mensch, mit dem ich verhängnisvoll gleichzeitig bin. Der Mensch von heute—ich ersticke an seinem unreinen Atem ... Gegen das Vergangne bin ich, gleich allen Erkennenden, von einer grossen Toleranz, das heisst grossmütigen Selbstbezwingung: ich gehe durch die Irrenhaus-Welt ganzer Jahrtausende, heisse sie nun "Christentum," "christlicher Glaube," "christliche Kirche," mit einer düsteren Vorsicht hindurch,—ich hüte mich, die Menschheit für ihre Geisteskrankheiten verantwortlich zu machen. Aber mein Gefühl schlägt um, bricht heraus, sobald ich in die neuere Zeit, in unsre Zeit eintrete. Unsre Zeit ist wissend... Was ehemals bloss krank war, heute ward es unanständig,—es ist unanständig, heute Christ zu sein. Und hier beginnt mein Ekel.— Ich sehe mich um: es ist kein Wort von Dem mehr übriggeblieben, was ehemals "Wahrheit" hiess, wir halten es nicht mehr aus, wenn ein Priester das Wort "Wahrheit" auch nur in den Mund nimmt. Selbst bei dem bescheidensten Anspruch auf Rechtschaffenheit muss man heute wissen, dass ein Theologe, ein Priester, ein Papst mit jedem Satz, den er spricht, nicht nur irrt, sondern lügt,—dass es ihm nicht mehr freisteht, aus "Unschuld," aus "Unwissenheit" zu lügen. Auch der Priester weiss, so gut es jedermann weiss, dass es keinen "Gott" mehr gibt, keine "Sünder," keinen "Erlöser,"—dass "freier Wille," "sittliche Weltordnung" Lügen sind:—der Ernst, die tiefe Selbstüberwindung des Geistes erlaubt Niemandem mehr, hierüber nicht zu wissen ... Alle Begriffe der Kirche sind erkannt als Das, was sie sind, als die bösartigste Falschmünzerei, die es gibt, zum Zweck, die Natur, die Natur-Werte zu entwerten; der Priester selbst ist erkannt als Das, was er ist, als die gefährlichste Art Parasit, als die eigentliche Giftspinne des Lebens ... Wir wissen, unser Gewissen weiss es heute—, was überhaupt jene unheimlichen Erfindungen der Priester und der Kirche wert sind, wozu sie dienten, mit denen jener Zustand von Selbstschändung der Menschheit erreicht worden ist, der Ekel vor ihrem Anblick machen kann—die Begriffe "Jenseits," "Jüngstes Gericht," "Unsterblichkeit der Seele," die "Seele" selbst: es sind Folter-Instrumente, es sind Systeme von Grausamkeiten, vermöge deren der Priester Herr wurde, Herr blieb ... Jedermann weiss das: und trotzdem bleibt alles beim Alten. Wohin kam das letzte Gefühl von Anstand, von Achtung vor sich selbst, wenn unsre Staatsmänner sogar, eine sonst sehr unbefangene Art Mensch und Antichristen der Tat durch und durch, sich heute noch Christen nennen und zum Abendmahl gehn? ... Ein junger Fürst an der Spitze seiner Regimente[r], prachtvoll als Ausdruck der Selbstsucht und Selbstüberhebung seines Volks,—aber, ohne jede Scham, sich als Christen bekennend! ... Wen verneint denn das Christentum? was heisst es "Welt"? Dass man Soldat, dass man Richter, dass man Patriot ist; dass man sich wehrt; dass man auf seine Ehre hält; dass man seinen Vorteil will; dass man stolz ist... Jede Praktik jedes Augenblicks, jeder Instinkt, jede zur Tat werdende Wertschätzung ist heute antichristlich: was für eine Missgeburt von Falschheit muss der moderne Mensch sein, dass er sich trotzdem nicht schämt, Christ noch zu heissen! — — —

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— Ich kehre zurück, ich erzähle die echte Geschichte des Christentums.— Das Wort schon "Christentum" ist ein Missverständnis—, im Grunde gab es nur Einen Christen, und der starb am Kreuz. Das "Evangelium" starb am Kreuz. Was von diesem Augenblick an "Evangelium" heisst, war bereits der Gegensatz dessen, was er gelebt: eine "schlimme Botschaft," ein Dysangelium. Es ist falsch bis zum Unsinn, wenn man in einem "Glauben," etwa im Glauben an die Erlösung durch Christus das Abzeichen des Christen sieht: bloss die christliche Praktik, ein Leben so wie Der, der am Kreuze starb, es lebte, ist christlich ... Heute noch ist ein solches Leben möglich, für gewisse Menschen sogar notwendig: das echte, das ursprüngliche Christentum wird zu allen Zeiten möglich sein ... Nicht ein Glauben, sondern ein Tun, ein Vieles-nicht-tun vor allem, ein andres Sein ... Bewusstseins-Zustände, irgend ein Glauben, ein Für-wahr-halten zum Beispiel—jeder Psycholog weiss das—sind ja vollkommen gleichgültig und fünften Ranges gegen den Wert der Instinkte: strenger geredet, der ganze Begriff geistiger Ursächlichkeit ist falsch. Das Christ-sein, die Christlichkeit auf ein Für-wahr-halten, auf eine blosse Bewusstseins-Phänomenalität reduzieren heisst die Christlichkeit negieren. In der Tat gab es gar keine Christen. Der "Christ," Das, was seit zwei Jahrtausenden Christ heisst, ist bloss ein psychologisches Selbst-Missverständnis. Genauer zugesehn, herrschten in ihm, trotz allem "Glauben," bloss die Instinkte—und was für Instinkte!— Der "Glaube" war zu allen Zeiten, beispielsweise bei Luther, nur ein Mantel, ein Vorwand, ein Vorhang, hinter dem die Instinkte ihr Spiel spielten—, eine kluge Blindheit über die Herrschaft gewisser Instinkte ... Der "Glaube"—ich nannte ihn schon die eigentliche christliche Klugheit,—man sprach immer vom "Glauben," man tat immer nur vom Instinkte ... In der Vorstellungswelt des Christen kommt nichts vor, was die Wirklichkeit auch nur anrührte: dagegen erkannten wir im Instinkt-Hass gegen jede Wirklichkeit das treibende, das einzig treibende Element in der Wurzel des Christentums. Was folgt daraus? Dass auch in psychologicis hier der Irrtum radikal, das heisst wesen-bestimmend, das heisst Substanz ist. Ein Begriff hier weg, eine einzige Realität an dessen Stelle—und das ganze Christentum rollt ins Nichts!— Aus der Höhe gesehn, bleibt diese fremdartigste aller Tatsachen, eine durch Irrtümer nicht nur bedingte, sondern nur in schädlichen, nur in leben- und herzvergiftenden Irrtümern erfinderische und selbst geniale Religion ein Schauspiel für Götter,—für jene Gottheiten, welche zugleich Philosophen sind, und denen ich zum Beispiel bei jenen berühmten Zwiegesprächen auf Naxos begegnet bin. Im Augenblick, wo der Ekel von ihnen weicht (—und von uns!), werden sie dankbar für das Schauspiel des Christen: das erbärmliche kleine Gestirn, das Erde heisst, verdient vielleicht allein um dieses kuriosen Falls willen einen göttlichen Blick, eine göttliche Anteilnahme ... Unterschätzen wir nämlich den Christen nicht: der Christ, falsch bis zur Unschuld, ist weit über dem Affen,—in Hinsicht auf Christen wird eine bekannte Herkunfts-Theorie zur blossen Artigkeit ...

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— Das Verhängnis des Evangeliums entschied sich mit dem Tode,—es hing am "Kreuz" ... Erst der Tod, dieser unerwartete schmähliche Tod, erst das Kreuz, das im allgemeinen bloss für die canaille aufgespart blieb,—erst diese schauerlichste Paradoxie brachte die Jünger vor das eigentliche Rätsel: "wer was das? was war das?"— Das erschütterte und im tiefsten beleidigte Gefühl, der Argwohn, es möchte ein solcher Tod die Widerlegung ihrer Sache sein, das schreckliche Fragezeichen "warum gerade so?"—dieser Zustand begreift sich nur zu gut. Hier musste alles notwendig sein, Sinn, Vernunft, höchste Vernunft haben; die Liebe eines Jünger[s] kennt keinen Zufall. Erst jetzt trat die Kluft auseinander: "wer hat ihn getötet? wer war sein natürlicher Feind?"—diese Frage sp[r]ang wie ein Blitz hervor. Antwort: das herrschende Judentum, sein oberster Stand. Man empfand sich von diesem Augenblick in Aufruhr gegen die Ordnung, man verstand hinterdrein Jesus als im Aufruhr gegen die Ordnung. Bis dahin fehlte dieser kriegerische, dieser nein-sagende, nein-tuende Zug in seinem Bilde; mehr noch, er war dessen Widerspruch. Offenbar hat die kleine Gemeinde gerade die Hauptsache nicht verstanden, das Vorbildliche in dieser Art zu sterben, die Freiheit, die Überlegenheit über jedes Gefühl von ressentiment:—ein Zeichen dafür, wie wenig überhaupt sie von ihm verstand! An sich konnte Jesus mit seinem Tode nichts wollen, als öffentlich die stärkste Probe, den Beweis seiner Lehre zu geben ... Aber seine Jünger waren ferne davon, diesen Tod zu verzeihen,—was evangelisch im höchsten Sinne gewesen wäre; oder gar sich zu einem gleichen Tode in sanfter und lieblicher Ruhe des Herzens anzubieten ... Gerade das am meisten unevangelische Gefühl, die Rache, kam wieder obenauf. Unmöglich konnte die Sache mit diesem Tode zu Ende sein: man brauchte "Vergeltung," "Gericht" (—und doch, was kann noch unevangelischer sein, als "Vergeltung," "Strafe," "Gericht-halten"!). Noch einmal kam die populäre Erwartung eines Messias in den Vordergrund; ein historischer Augenblick wurde ins Auge gefasst: das "Reich Gottes" kommt zum Gericht über seine Feinde ... Aber damit ist alles missverstanden: das "Reich Gottes" als Schlussakt, als Verheissung! Das Evangelium war doch gerade das Dasein, das Erfülltsein, die Wirklichkeit dieses "Reichs" gewesen. Gerade ein solcher Tod war eben dieses "Reich Gottes." Jetzt erst trug man die ganze Verachtung und Bitterkeit gegen Pharisäer und Theologen in den Typus des Meisters ein,—man machte damit aus ihm einen Pharisäer und Theologen! Andrerseits hielt die wildgewordne Verehrung dieser ganz aus den Fugen geratenen Seelen jene evangelische Gleichberechtigung von jedermann zum Kind Gottes, die Jesus gelehrt hatte, nicht mehr aus: ihre Rache war, auf eine ausschweifende Weise Jesus emporzuheben, von sich abzulösen: ganz so, wie ehedem die Juden aus Rache an ihren Feinden ihren Gott von sich losgetrennt und in die Höhe gehoben haben. Der Eine Gott und der Eine Sohn Gottes: beides Erzeugnisse des ressentiment ...

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— Und von nun an tauchte ein absurdes Problem auf: "wie konnte Gott das zulassen!" Darauf fand die gestörte Vernunft der kleinen Gemeinschaft eine geradezu schrecklich absurde Antwort: Gott gab seinen Sohn zur Vergebung der Sünden, als Opfer. Wie war es mit einem Male zu Ende mit dem Evangelium! Das Schuldopfer, und zwar in seiner widerlichsten, barbarischsten Form, das Opfer des Unschuldigen für die Sünden der Schuldigen! Welches schauderhafte Heidentum!— Jesus hatte ja den Begriff "Schuld" selbst abgeschafft,—er hat jede Kluft zwischen Gott und Mensch geleugnet, er lebte diese Einheit von Gott und Mensch als seine "frohe Botschaft" ... Und nicht als Vorrecht!— Von nun an tritt schrittweise in den Typus des Erlösers hinein: die Lehre vom Gericht und von der Wiederkunft, die Lehre vom Tod als einem Opfertode, die Lehre von der Auferstehung, mit der der ganze Begriff "Seligkeit," die ganze und einzige Realität des Evangeliums, eskamotiert ist—zugunsten eines Zustandes nach dem Tode! ... Paulus hat diese Auffassung, diese Unzucht von Auffassung mit jener rabbinerhaften Frechheit, die ihn in allen Stücken auszeichnet, dahin logisiert: "wenn Christus nicht auferstanden ist von den Toten, so ist unser Glaube eitel."— Und mit einem Male wurde aus dem Evangelium die verächtlichste aller unerfüllbaren Versprechungen, die unverschämte Lehre von der Personal-Unsterblichkeit ... Paulus selbst lehrte sie noch als Lohn! ...

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Man sieht, was mit dem Tode am Kreuz zu Ende war: ein neuer, ein durchaus ursprünglicher Ansatz zu einer buddhistischen Friedensbewegung, zu einem tatsächlichen, nicht bloss verheissenen Glück auf Erden. Denn dies bleibt—ich hob es schon hervor—der Grundunterschied zwischen den beiden décadence-Religionen: der Buddhismus verspricht nicht, sondern hält, das Christentum verspricht alles, aber hält nichts.— Der "frohen Botschaft" folgt auf dem Fuss die allerschlimmste: die des Paulus. In Paulus verkörpert sich der Gegensatz-Typus zum "frohen Botschafter," das Genie im Hass, in der Vision des Hasses, in der unerbittlichen Logik des Hasses. Was hat dieser Dysangelist alles dem Hasse zum Opfer gebracht! Vor allem den Erlöser: er schlug ihn an sein Kreuz. Das Leben, das Beispiel, die Lehre, der Tod, der Sinn und das Recht des ganzen Evangeliums—nichts war mehr vorhanden, als dieser Falschmünzer aus Hass begriff, was allein er brauchen konnte. Nicht die Realität, nicht die historische Wahrheit! ... Und noch einmal verübte der Priester-Instinkt des Juden das gleiche grosse Verbrechen an der Historie,—er strich das Gestern, das Vorgestern des Christentums einfach durch, er erfand sich eine Geschichte des ersten Christentums. Mehr noch: er fälschte die Geschichte Israels nochmals um, um als Vorgeschichte für seine Tat zu erscheinen: alle Propheten haben von seinem "Erlöser" geredet ... Die Kirche fälschte später sogar die Geschichte der Menschheit zur Vorgeschichte des Christentums ... Der Typus des Erlösers, die Lehre, die Praktik, der Tod, der Sinn des Todes, selbst das Nachher des Todes—nichts blieb unangetastet, nichts blieb auch nur ähnlich der Wirklichkeit. Paulus verlegte einfach das Schwergewicht jenes ganzen Daseins hinter dies Dasein,—in die Lüge vom "wiederauferstandenen" Jesus. Er konnte im Grunde das Leben des Erlösers überhaupt nicht brauchen,—er hatte den Tod am Kreuz nötig und etwas mehr noch ... Einen Paulus, der seine Heimat an dem Hauptsitz der stoischen Aufklärung hatte, für ehrlich halten, wenn er sich aus einer Halluzination den Beweis vom Noch-Leben des Erlösers zurechtmacht, oder auch nur seiner Erzählung, dass er diese Halluzination gehabt hat, Glauben schenken, wäre eine wahre niaiserie seitens eines Psychologen: Paulus wollte den Zweck, folglich wollte er auch die Mittel ... Was er selbst nicht glaubte, die Idioten, unter die er seine Lehre warf, glaubten es.— Sein Bedürfnis war die Macht; mit Paulus wollte nochmals der Prieser zur Macht,—er konnte nur Begriffe, Lehren, Symbole brauchen, mit denen man Massen tyrannisiert, Herden bildet.— Was allein entlehnte später Muhammed dem Christentum? Die Erfindung des Paulus, sein Mittel zur Priester-Tyrannei, zur Herden-Bildung: den Unsterblichkeits-Glauben—das heisst die Lehre vom "Gericht" ...

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Wenn man das Schwergewicht des Lebens nicht in's Leben, sondern in's "Jenseits" verlegt—in's Nichts—, so hat man dem Leben überhaupt das Schwergewicht genommen. Die grosse Lüge von der Personal-Unsterblichkeit zerstört jede Vernunft, jede Natur im Instinkte,—Alles, was wohltätig, was lebenfördernd, was zukunftverbürgend in den Instinkten ist, erregt nunmehr Misstrauen. So zu leben, dass es keinen Sinn mehr hat, zu leben, das wird jetzt zum "Sinn" des Lebens ... Wozu Gemeinsinn, wozu Dankbarkeit noch für Herkunft und Vorfahren, wozu mitarbeiten, zutrauen, irgend ein Gesamtwohl fördern und im Auge haben? ... Ebensoviele "Versuchungen," ebenso viele Ablenkungen vom "rechten Weg"—"Eins ist not" ... Dass jeder als "unsterbliche Seele" mit jedem gleichen Rang hat, dass in der Gesamtheit aller Wesen das "Heil" jedes einzelnen eine ewige Wichtigkeit in Anspruch nehmen darf, dass kleine Mucker und Dreiviertels-Verrückte sich einbilden dürfen, dass um ihretwillen die Gesetze der Natur beständig durchbrochen werden,—eine solche Steigerung jeder Art Selbstsucht ins Unendliche, ins Unverschämte kann man nicht mit genug Verachtung brandmarken. Und doch verdankt das Christentum dieser erbarmungswürdigen Schmeichelei vor der Personal-Eitelkeit seinen Sieg,—gerade alles Missratene, Aufständisch-Gesinnte, Schlechtweggekommene, den ganzen Auswurf und Abhub der Menschheit hat es damit zu sich überredet. Das "Heil der Seele"—auf deutsch: "die Welt dreht sich um mich" ... Das Gift der Lehre "gleiche Rechte für alle"—das Christentum hat es am grundsätzlichsten ausgesät; das Christentum hat jedem Ehrfurchts- und Distanz-Gefühl zwischen Mensch und Mensch, das heisst der Voraussetzung zu jeder Erhöhung, zu jedem Wachstum der Kultur einen Todkrieg aus den heimlichsten Winkeln schlechter Instinkte gemacht,—es hat aus dem ressentiment der Massen sich seine Hauptwaffe geschmiedet gegen uns, gegen alles Vornehme, Frohe, Hochherzige auf Erden, gegen unser Glück auf Erden ... Die "Unsterblichkeit" jedem Petrus und Paulus zugestanden, war bisher das grösste, das bösartigste Attentat auf die vornehme Menschheit.— Und unterschätzen wir das Verhängnis nicht, das vom Christentum aus sich bis in die Politik eingeschlichen hat! Niemand hat heute mehr den Mut zu Sonderrechten, zu Herrschaftsrechten, zu einem Ehrfurchtsgefühl vor sich und seinesgleichen,—zu einem Pathos der Distanz ... Unsre Politik ist krank an diesem Mangel an Mut!— Der Aristokratismus der Gesinnung wurde durch die Seelen-Gleichheits-Lüge am unterirdischsten untergraben; und wenn der Glaube an das "Vorrecht der meisten" Revolutionen macht und machen wird, das Christentum ist es, man zweifle nicht daran, christliche Werturteile sind es, welche jede Revolution bloss in Blut und Verbrechen übersetzt! Das Christentum ist ein Aufstand alles Am-Boden-Kriechenden gegen das, was Höhe hat: das Evangelium der "Niedrigen" macht niedrig ...

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— Die Evangelien sind unschätzbar als Zeugnis für die bereits unaufhaltsame Korruption innerhalb der ersten Gemeinde. Was Paulus später mit dem Logiker-Zynismus eines Rabbiners zu Ende führte, war trotzdem bloss der Verfalls-Prozess, der mit dem Tode des Erlösers begann.— Diese Evangelien kann man nicht behutsam genug lesen; sie haben ihre Schwierigkeiten hinter jedem Wort. Ich bekenne, man wird es mir zugute halten, dass sie eben damit für einen Psychologen ein Vergnügen ersten Ranges sind,—als Gegensatz aller naiven Verderbnis, als das Raffinement par excellence, als Künstlerschaft in der psychologischen Verderbnis. Die Evangelien stehn für sich. Die Bibel überhaupt verträgt keinen Vergleich. Man ist unter Juden: erster Gesichtspunkt, um hier nicht völlig den Faden zu verlieren. Die hier geradezu Genie werdende Selbstverstellung ins "Heilige," unter Büchern und Menschen nie annähernd sonst erreicht, diese Wort- und Gebärden-Falschmünzerei als Kunst ist nicht der Zufall irgend welcher Einzel-Begabung, irgend welcher Ausnahme-Natur. Hierzu gehört Rasse. Im Christentum, als der Kunst, heilig zu lügen, kommt das ganze Judentum, eine mehrhundertjährige jüdische allerernsthafteste Vorübung und Technik zur letzten Meisterschaft. Der Christ, diese ultima ratio der Lüge, ist der Jude noch einmal—drei Mal selbst ...— Der grundsätzliche Wille, nur Begriffe, Symbole, Attitüden anzuwenden, welche aus der Praxis des Priesters bewiesen sind, die Instinkt-Ablehnung jeder andren Praxis, jeder andren Art Wert- und Nützlichkeits-Perspektive—das ist nicht nur Tradition, das ist Erbschaft: nur als Erbschaft wirkt es wie Natur. Die ganze Menschheit, die besten Köpfe der besten Zeiten sogar—(Einen ausgenommen, der vielleicht bloss ein Unmensch ist—) haben sich täuschen lassen. Man hat das Evangelium als Buch der Unschuld gelesen ...: kein kleiner Fingerzeug dafür, mit welcher Meisterschaft hier geschauspielert worden ist.— Freilich: bekämen wir sie zu sehen, auch nur im Vorübergehn, alle diese wunderlichen Mucker und Kunst-Heiligen, so wäre es am Ende,—und genau deshalb, weil ich keine Worte lese, ohne Gebärden zu sehn, mache ich mit ihnen ein Ende ... Ich halte eine gewisse Art, die Augen aufzuschlagen, an ihnen nicht aus.— Zum Glück sind Bücher für die Allermeistern bloss Literatur — — Man muss sich nicht irreführen lassen: "richtet nicht!" sagen sie, aber sie schicken alles in die Hölle, was ihnen im Wege steht. Indem sie Gott richten lassen, richten sie selber; indem sie Gott verherrlichen, verherrlichen sie sich selber; indem sie die Tugenden fordern, deren sie gerade fähig sind—mehr noch, die sie nötig haben, um überhaupt oben zu bleiben -, geben sie sich den grossen Anschein eines Ringens um die Tugend, eines Kampfes um die Herrschaft der Tugend. "Wir leben, wir sterben, wir opfern uns für das Gute" (—"die Wahrheit," "das Licht," das "Reich Gottes"): in Wahrheit tun sie, was sie nicht lassen können. Indem sie nach Art von Duckmäusern sich durchdrücken, im Winkel sitzen, im Schatten schattenhaft dahinleben, machen sie sich eine Pflicht daraus: als Pflicht erscheint ihr Leben der Demut, als Demut ist es ein Beweis mehr für Frömmigkeit ... Ah diese demütige, keusche, barmherzige Art von Verlogenheit! "Für uns soll die Tugend selbst Zeugnis ablegen" ... Man lese die Evangelien als Bücher der Verführung mit Moral: die Moral wird von diesen kleinen Leuten mit Beschlag belegt,—sie wissen, was es auf sich hat mit der Moral! Die Menschheit wird am besten genasführt mit der Moral!— Die Realität ist, dass hier der bewussteste Auserwählten-Dünkel die Bescheidenheit spielt: man hat sich, die "Gemeinde," die "Guten und Gerechten" ein für alle Mal auf die Eine Seite gestellt, auf die "der Wahrheit"—und den Rest, "die Welt," auf die andre ... Das war die verhängnisvollste Art Grössenwahn, die bisher auf Erden dagewesen ist: kleine Missgeburten von Muckern und Lügnern fingen an, die Begriffe "Gott," "Wahrheit," "Licht," "Geist," "Liebe," "Weisheit," "Leben" für sich in Anspruch zu nehmen, gleichsam als Synonyma von sich, um damit die "Welt" gegen sich abzugrenzen, kleine Superlativ-Juden, reif für jede Art Irrenhaus, drehten die Werte überhaupt nach sich um, wie als ob erst "der Christ" der Sinn, das Salz, das Mass, auch das letzte Gericht vom ganzen Rest wäre ... Das ganze Verhängnis wurde dadurch allein ermöglicht, dass schon eine verwandte, rassenverwandte Art von Grössenwahn in der Welt war, der jüdische: sobald einmal die Kluft zwischen Juden und Judenchristen sich aufriss, blieb letzteren gar keine Wahl, als dieselben Prozeduren der Selbsterhaltung, die der jüdische Instinkt anriet, gegen die Juden selber anzuwenden, während die Juden sie bisher bloss gegen alles Nicht-Jüdische angewendet hatten. Der Christ ist nur ein Jude "freieren" Bekenntnisses. —

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— Ich gebe ein paar Proben von Dem, was sich diese kleinen Leute in den Kopf gesetzt, was sie ihrem Meister in den Mund gelegt haben: lauter Bekenntnisse "schöner Seelen."—

"Und welche euch nicht aufnehmen noch hören, da gehet von dannen hinaus und schüttelt den Staub ab von euren Füssen, zu einem Zeugnis über sie. Ich sage euch: Wahrlich, es wird Sodom und Gomorrha am jüngsten Gericht erträglicher ergehn, denn solcher Stadt" (Markus 6, 11).— Wie evangelisch!...

"Und wer der Kleinen Einen ärgert, die an mich glauben, dem wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein an seinen Hals gehängt würde und er ins Meer geworfen würde" (Markus 9, 42).— Wie evangelisch! ...

"Ärgert dich dein Auge, so wirf es von dir. Es ist dir besser, dass du einäugig in das Reich Gottes gehest, denn dass du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen; da ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht erlischt" (Markus 9, 47).— Es ist nicht gerade das Auge gemeint ...

"Wahrlich, ich sage euch, es stehen etliche hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis dass sie sehen das Reich Gottes mit Kraft kommen" (Markus 9, 1).— Gut gelogen, Löwe ...

"Wer mir will nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn ..." (Anmerkung eines Psychologen. Die christliche Moral wird durch ihre Denn's widerlegt: ihre "Gründe" widerlegen,—so ist es christlich.) Markus 8, 34. —

"Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet. Mit welcherlei Mass ihr messet, wird euch gemessen werden" (Matthäus 7, 1).— Welcher Begriff von Gerechtigkeit, von einem "gerechten" Richter! ...

"Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und so ihr nur zu euren Brüdern freundlich tut, was tut ihr Sonderliches? Tun nicht die Zöllner auch also?" (Matthäus 5, 46.)— Prinzip der "christlichen Liebe": sie will zuletzt gut bezahlt sein ...

"Denn so ihr den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, wird euch euer Vater im Himmel auch nicht vergeben" (Matthäus 6, 15).— Sehr kompromittierend für den genannten "Vater" ...

"Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen" (Matthäus 6, 33).—Solches alles: nämlich Nahrung, Kleidung, die ganze Notdurft des Lebens. Ein Irrtum, bescheiden ausgedrückt ... Gleich darauf erscheint Gott als Schneider, wenigstens in gewissen Fällen ...

"Freuet euch alsdann und hüpfet: denn siehe, euer Lohn ist gross im Himmel. Desgleichen taten ihre Väter den Propheten auch" (Lukas 6, 23).— Unverschämtes Gesindel! Es vergleicht sich bereits mit den Propheten...

"Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnet? So jemand den Tempel Gottes verderbet, den wird Gott verderben: denn der Tempel Gottes ist heilig, der seid ihr" (Paulus 1. Korinther 3, 16).— Dergleichen kann man nicht genug verachten ...

"Wisset ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? So denn nun die Welt soll von euch gerichtet [werden]: seid ihr denn nicht gut genug, geringere Sachen zu richten?" (Paulus 1. Korinther 6, 2.) Leider nicht bloss die Rede eines Irrenhäuslers ... Dieser fürchterliche Betrüger fährt wörtlich fort: "Wisset ihr nicht, dass wir über die Engel richten werden? Wie viel mehr über die zeitlichen Güter!" ...

"Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? Denn dieweil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch törichte Predigt selig zu machen Die, so daran glauben ...; nicht viel Weise nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, dass er die Weisen zuschaden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, dass er zuschanden mache, was stark ist; und das Unedle vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählet, und das da nichts ist, dass er zunichte mache, was etwas ist. Auf dass sich vor ihm kein Fleisch rühme" (Paulus 1. Korinther 1, 20 ff.)— Um diese Stelle, ein Zeugnis allerersten Ranges für die Psychologie jeder Tschandala-Moral, zu verstehn, lese man die erste Abhandlung meiner Genealogie der Moral: in ihr wurde zum ersten Mal der Gegensatz einer vornehmen und einer aus Ressentiment und ohnmächtiger Rache gebornen Tschandala-Moral an's Licht gestellt. Paulus war der grösste aller Apostel der Rache ...

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Was folgt daraus? Dass man gut tut, Handschuhe anzuziehn, wenn man das neue Testament liest. Die Nähe von so viel Unreinlichkeit zwingt beinahe dazu. Wir würden uns "erste Christen" so wenig wie polnische Juden zum Umgang wählen: nicht dass man gegen sie auch nur einen Einwand nötig hätte ... Sie riechen beide nicht gut.—Ich habe vergebens im neuen Testamente auch nur nach Einem sympathischen Zuge ausgespäht; nichts ist darin, was frei, gütig, offenherzig, rechtschaffen wäre. Die Menschlichkeit hat hier noch nicht ihren ersten Anfang gemacht,—die Instinkte der Reinlichkeit fehlen ... Es gibt nur schlechte Instinkte im neuen Testament, es gibt keinen Mut selbst zu diesen schlechten Instinkten. Alles ist Feigheit, alles ist Augen-schliessen und Selbstbetrug darin. Jedes Buch wird reinlich, wenn man eben das neue Testament gelesen hat: ich las, um ein Beispiel zu geben, mit Entzücken unmittelbar nach Paulus jenen anmutigsten, übermütigsten Spötter Petronius, von dem man sagen könnte, was Domenico Boccaccio über Cesare Borgia an den Herzog von Parma schrieb: "è tutto festo";unsterblich gesund, unsterblich heiter und wohlgeraten ... Diese kleinen Mucker verrechnen sich nämlich in der Hauptsache. Sie greifen an, aber alles, was von ihnen angegriffen wird, ist damit ausgezeichnet. Wen ein "erster Christ" angreift, den besudelt er nicht ... Umgekehrt: es ist eine Ehre, "erste Christen" gegen sich zu haben. Man liest das neue Testament nicht ohne eine Vorliebe für Das, was darin misshandelt wird,—nicht zu reden von der "Weisheit dieser Welt," welche ein frecher Windmacher "durch törichte Predigt" umsonst zuschanden zu machen sucht ... Aber selbst die Pharisäer und Schriftgelehrten haben ihren Vorteil von einer solchen Gegnerschaft: sie müssen schon etwas wert gewesen sein, um auf eine so unanständige Weise gehasst zu werden. Heuchelei—das wäre ein Vorwurf, den "erste Christen" machen dürften!— Zuletzt waren es die Privilegierten: dies genügt, der Tschandala-Hass braucht keine Gründe mehr. Der "erste Christ"—ich fürchte, auch der "letzte Christ," den ich vielleicht noch erleben werde—;ist Rebell gegen alles Privilegierte aus unterstem Instinkte,—er lebt, er kämpft immer für "gleiche Rechte" ... Genauer zugesehn, hat er keine Wahl. Will man, für seine Person, ein "Auserwählter Gottes" sein—oder ein "Tempel Gottes," oder ein "Richter der Engel"—, so ist jedes andre Prinzip der Auswahl, zum Beispiel nach Rechtschaffenheit, nach Geist, nach Männlichkeit und Stolz, nach Schönheit und Freiheit des Herzens, einfach "Welt,"—das Böse an sich ... Moral: jedes Wort im Munde eines "ersten Christen" ist eine Lüge, jede Handlung, die er tut, eine Instinkt-Falschheit,—alle seine Werte, alle seine Ziele sind schädlich, aber wen er hasst, was er hasst, das hat Wert ... Der Christ, der Priester-Christ in Sonderheit, ist ein Kriterium für Werte — — Habe ich noch zu sagen, dass im ganzen neuen Testament bloss eine einzige Figur vorkommt, die man ehren muss? Pilatus, der römische Statthalter. Einen Judenhandel ernst zu nehmen—dazu überredet er sich nicht. Ein Jude mehr oder weniger—was liegt daran? ... Der vornehme Hohn eines Römers, vor dem ein unverschämter Missbrauch mit dem Wort "Wahrheit" getrieben wird, hat das neue Testament mit dem einzigen Wort bereichert, das Wert hat,—das seine Kritik, seine Vernichtung selbst ist: "was ist Wahrheit!" ...

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— Das ist es nicht, was uns abscheidet, dass wir keinen Gott wiederfinden, weder in der Geschichte, noch in der Natur, noch hinter der Natur,—sondern dass wir, was als Gott verehrt wurde, nicht als "göttlich," sondern als erbarmungswürdig, als absurd, als schädlich empfinden, nicht nur als Irrtum, sondern als Verbrechen am Leben ... Wir leugnen Gott als Gott ... Wenn man uns diesen Gott der Christen bewiese, wir würden ihn noch weniger zu glauben wissen.— In Formel: deus qualem Paulus creavit, dei negatio. Eine Religion, wie das Christentum, die sich an keinem Punkte mit der Wirklichkeit berührt, die sofort dahinfällt, sobald die Wirklichkeit auch nur an Einem Punkte zu Rechte kommt, muss billigerweise der "Weisheit der Welt," will sagen der Wissenschaft, todfeind sein,—sie wird alle Mittel gut heissen, mit denen die Zucht des Geistes, die Lauterkeit und Strenge in Gewissenssachen des Geistes, die vornehme Kühle und Freiheit des Geistes vergiftet, verleumdet, verrufen gemacht werden kann. Der "Glaube" als Imperativ ist das Veto gegen die Wissenschaft,—in praxi die Lüge um jeden Preis ... Paulus begriff, dass die Lüge—dass "der Glaube" not tat; die Kirche begriff später wieder Paulus.— Jener "Gott," den Paulus sich erfand, ein Gott, der "die Weisheit der Welt" (im engern Sinn die beiden grossen Gegnerinnen alles Aberglaubens, Philologie und Medizin) "zu Schanden macht," ist in Wahrheit nur der resolute Entschluss des Paulus selbst dazu: "Gott" seinen eigenen Willen zu nennen, thora, das ist urjüdisch. Paulus will "die Weisheit der Welt" zuschanden machen: seine Feinde sind die guten Philologen und Ärzte alexandrinischer Schulung—,ihnen macht er den Krieg. In der Tat, man ist nicht Philolog und Arzt, ohne nicht zugleich auch Antichrist zu sein. Als Philolog schaut man nämlich hinter die "heiligen Bücher," als Arzt hinter die physiologische Verkommenheit des typischen Christen. Der Arzt sagt "unheilbar," der Philolog "Schwindel" ...

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— Hat man eigentlich die berühmte Geschichte verstanden, die am Anfang der Bibel steht,—von der Höllenangst Gottes vor der Wissenschaft? ... Man hat sie nicht verstanden. Dies Priesterbuch par excellence beginnt, wie billig, mit der grossen inneren Schwierigkeit des Priesters: er hat nur Eine grosse Gefahr, folglich hat "Gott" nur Eine grosse Gefahr. —

Der alte Gott, ganz "Geist," ganz Hohe[r]priester, ganz Vollkommenheit, lustwandelt in seinem Garten: nur dass er sich langweilt. Gegen die Langeweile kämpfen Götter selbst vergebens. Was tut er? Er erfindet den Menschen,—der Mensch ist unterhaltend ... Aber siehe da, auch der Mensch langweilt sich. Das Erbarmen Gottes mit der einzigen Not, die alle Paradiese an sich haben, kennt keine Grenzen: er schuf alsbald noch andre Tiere. Erster Fehlgriff Gottes: der Mensch fand die Tiere nicht unterhaltend,—er herrschte über sie, er wollte nicht einmal "Tier" sein.— Folglich schuf Gott das Weib. Und in der Tat, mit der Langenweile hatte es nun ein Ende,—aber auch mit anderem noch! Das Weib war der zweite Fehlgriff Gottes.— "Das Weib ist seinem Wesen nach Schlange, Heva" —das weiss jeder Priester; "vom Weib kommt jedes Unheil in der Welt"—das weiss ebenfalls jeder Priester. "Folglich kommt von ihm auch die Wissenschaft" ... Erst durch das Weib lernte der Mensch vom Baume der Erkenntnis kosten.— Was war geschehen? Den alten Gott ergriff eine Höllenangst. Der Mensch selbst war sein grösster Fehlgriff geworden, er hatte sich einen Rivalen geschaffen, die Wissenschaft macht gottgleich,—es ist mit Priestern und Göttern zu Ende, wenn der Mensch wissenschaftlich wird!— Moral: die Wissenschaft ist das Verbotene an sich,—sie allein ist verboten. Die Wissenschaft ist die erste Sünde, der Keim aller Sünde, die Erbsünde. Dies allein ist Moral.— "Du sollst nicht erkennen":—der Rest folgt daraus.— Die Höllenangst Gottes verhinderte ihn nicht, klug zu sein. Wie wehrt man sich gegen die Wissenschaft? das wurde für lange sein Hauptproblem. Antwort: fort mit dem Menschen aus dem Paradiese! Das Glück, der Müssiggang bringt auf Gedanken,—alle Gedanken sind schlechte Gedanken ... Der Mensch soll nicht denken.— Und der "Priester an sich" erfindet die Not, den Tod, die Lebensgefahr der Schwangerschaft, jede Art von Elend, Alter, Mühsal, die Krankheit vor allem,—lauter Mittel im Kampfe mit der Wissenschaft! Die Not erlaubt dem Menschen nicht, zu denken ... Und trotzdem! entsetzlich! Das Werk der Erkenntnis türmt sich auf, himmelstürmend, götter-andämmernd,—was tun!— Der alte Gott erfindet den Krieg, er trennt die Völker, er macht, dass die Menschen sich gegenseitig vernichten (—die Priester haben immer den Krieg nötig gehabt ...). Der Krieg—unter anderem ein grosser Störenfried der Wissenschaft!— Unglaublich! Die Erkenntnis, die Emanzipation vom Priester, nimmt selbst trotz Kriegen zu.— Und ein letzter Entschluss kommt dem alten Gotte: "der Mensch ward wissenschaftlich,—es hilft nichts, man muss ihn ersäufen!" ...

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— Man hat mich verstanden. Der Anfang der Bibel enthält die ganze Psychologie des Priesters.—Der Priester kennt nur Eine grosse Gefahr: das ist die Wissenschaft,—der gesunde Begriff von Ursache und Wirkung. Aber die Wissenschaft gedeiht im ganzen nur unter glücklichen Verhältnissen,—man muss Zeit, man muss Geist überflüssig haben, um zu "erkennen" ... "Folglich muss man den Menschen unglücklich machen,"—dies war zu jeder Zeit die Logik des Priesters.—Man errät bereits, was, dieser Logik gemäss, damit erst in die Welt gekommen ist:—die "Sünde" ... Der Schuld- und Strafbegriff, die ganze "sittliche Weltordnung" ist erfunden gegen die Wissenschaft,—gegen die Ablösung des Menschen vom Priester ... Der Mensch soll nicht hinaus, er soll in sich hineinsehen; er soll nicht klug und vorsichtig, als Lernender, in die Dinge sehn, er soll überhaupt gar nicht sehn: er soll leiden ... Und er soll so leiden, dass er jederzeit den Priester nötig hat.— Weg mit den Ärzten! Man hat einen Heiland nötig.— Der Schuld- und Straf-Begriff, eingerechnet die Lehre von der "Gnade," von der "Erlösung," von der "Vergebung"—Lügen durch und durch und ohne jede psychologische Realität—sind erfunden, um den Ursachen-Sinn des Menschen zu zerstören: sie sind das Attentat gegen den Begriff Ursache und Wirkung!—Und nicht ein Attentat mit der Faust, mit dem Messer, mit der Ehrlichkeit in Hass und Liebe! Sondern aus den feigsten, listigsten, niedrigsten Instinkten heraus! Ein Priester-Attentat! Ein Parasiten-Attentat! Ein Vampyrismus bleicher unterirdischer Blutsauger! ... Wenn die natürlichen Folgen einer Tat nicht mehr "natürlich" sind, sondern durch Begriffs-Gespenster des Aberglaubens, durch "Gott," durch "Geister," durch "Seelen" bewirkt gedacht werden, als bloss "moralische" Konsequenzen, als Lohn, Strafe, Wink, Erziehungsmittel, so ist die Voraussetzung zur Erkenntnis zerstört,—so hat man das grösste Verbrechen an der Menschheit begangen.— Die Sünde, nochmals gesagt, diese Selbstschändungs-Form des Menschen par excellence, ist erfunden, um Wissenschaft, um Kultur, um jede Erhöhung und Vornehmheit des Menschen unmöglich zu machen; der Priester herrscht durch die Erfindung der Sünde. —

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— Ich erlasse mir an dieser Stelle eine Psychologie des "Glaubens," der "Gläubigen" nicht, zum Nutzen, wie billig, gerade der "Gläubigen." Wenn es heute noch an solchen nicht fehlt, die es nicht wissen, inwiefern es unanständig ist, "gläubig" zu sein—oder ein Abzeichen von décadence, von gebrochnem Willen zum Leben—, morgen schon werden sie es wissen. Meine Stimme erreicht auch die Harthörigen.— Es scheint, wenn anders ich mich nicht verhört habe, dass es unter Christen eine Art Kriterium der Wahrheit gibt, das man den "Beweis der Kraft" nennt. "Der Glaube macht selig: also ist er wahr."— Man dürfte hier zunächst einwenden, dass gerade das Seligmachen nicht bewiesen, sondern nur versprochen ist: die Seligkeit an die Bedingung des "Glaubens" geknüpft,—man soll selig werden, weil man glaubt ... Aber dass tatsächlich eintritt, was der Priester dem Gläubigen für das jeder Kontrolle unzugängliche "Jenseits" verspricht, womit bewiese sich das?— Der angebliche "Beweis der Kraft" ist also im Grunde wieder nur ein Glaube daran, dass die Wirkung nicht ausbleibt, welche man sich vom Glauben verspricht. In Formel: "ich glaube, dass der Glaube selig macht;—folglich ist er wahr."— Aber damit sind wir schon am Ende. Dies "folglich" wäre das absurdum selbst als Kriterium der Wahrheit.— Setzen wir aber, mit einiger Nachgiebigkeit, dass das Seligmachen durch den Glauben bewiesen sei—nicht nur gewünscht, nicht nur durch den etwas verdächtigen Mund eines Priesters versprochen: wäre Seligkeit,—technischer geredet, Lust jemals ein Beweis der Wahrheit? So wenig, dass es beinahe den Gegenbeweis, jedenfalls den höchsten Argwohn gegen die "Wahrheit" abgibt, wenn Lustempfindungen über die Frage "was ist wahr?" mitreden. Der Beweis der "Lust" ist ein Beweis für "Lust,"—nichts mehr; woher um alles in der Welt stünde es fest, dass gerade wahre Urteile mehr Vergnügen machten als falsche und, gemäss einer prästabilierten Harmonie, angenehme Gefühle mit Notwendigkeit hinter sich drein zögen?— Die Erfahrung aller strengen, aller tief gearteten Geister lehrt das Umgekehrte. Man hat jeden Schritt breit Wahrheit sich abringen müssen, man hat fast alles dagegen preisgeben müssen, woran sonst das Herz, woran unsre Liebe, unser Vertrauen zum Leben hängt. Es bedarf Grösse der Seele dazu: der Dienst der Wahrheit ist der härteste Dienst.— Was heisst denn rechtschaffen sein in geistigen Dingen? Dass man streng gegen sein Herz ist, dass man die "schönen Gefühle" verachtet, dass man sich aus jedem Ja und Nein ein Gewissen macht! — — — Der Glaube macht selig: folglich lügt er ...

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Dass der Glaube unter Umständen selig macht, dass Seligkeit aus einer fixen Idee noch nicht eine wahre Idee macht, dass der Glaube keine Berge versetzt, wohl aber Berge hinsetzt, wo es keine gibt: ein flüchtiger Gang durch ein Irrenhaus klärt zur Genüge darüber auf. Nicht freilich einen Priester: denn der leugnet aus Instinkt, dass Krankheit Krankheit, dass Irrenhaus Irrenhaus ist. Das Christentum hat die Krankheit nötig, ungefähr wie das Christentum einen Überschuss von Gesundheit nötig hat,—krank-machen ist die eigentliche Hinterabsicht des ganzen Heilsprozeduren-System's der Kirche. Und die Kirche selbst—ist sie nicht das katholische Irrenhaus als letztes Ideal?— Die Erde überhaupt als Irrenhaus?— Der religiöse Mensch, wie ihn die Kirche will, ist ein typischer décadent; der Zeitpunkt, wo eine religiöse Krisis über ein Volk Herr wird, ist jedes Mal durch Nerven-Epidemien gekennzeichnet; die "innere Welt" des religiösen Menschen sieht der "inneren Welt" der Überreizten und Erschöpften zum Verwechseln ähnlich; die "höchsten" Zustände, welche das Christentum als Wert aller Werte über die Menschheit aufgehängt hat, sind epileptoide Formen,—die Kirche hat nur Verrückte oder grosse Betrüger in majorem dei honorem heilig gesprochen ... Ich habe mir einmal erlaubt, den ganzen christlichen Buss- und Erlösungstraining (den man heute am besten in England studiert) als eine methodisch erzeugte folie circulaire zu bezeichnen, wie billig, auf einem bereits dazu vorbereiteten, das heisst gründlich morbiden Boden. Es steht niemandem frei, Christ zu werden: man wird zum Christentum nicht "bekehrt,"—man muss krank genug dazu sein ... Wir anderen, die wir den Mut zur Gesundheit und auch zur Verachtung haben, wie dürfen wir eine Religion verachten, die den Leib missverstehn lehrte! die den Seelen-Aberglauben nicht loswerden will! die aus der unzureichenden Ernährung ein "Verdienst" macht! die in der Gesundheit eine Art Feind, Teufel, Versuchung bekämpft! die sich einredete, man könne eine "vollkommne Seele" in einem Kadaver von Leib herumtragen, und dazu nötig hatte, einen neuen Begriff der "Vollkommenheit" sich zurechtzumachen, ein bleiches, krankhaftes, idiotisch-schwärmerisches Wesen, die sogenannte "Heiligkeit,"—Heiligkeit, selbst bloss eine Symptonen-Reihe des verarmten, entnervten, unheilbar verdorbenen Leibes! ... Die christliche Bewegung, als eine europäische Bewegung, ist von vornherein eine Gesamt-Bewegung der Ausschuss- und Abfalls-Elemente aller Art:—diese wollen mit dem Christentum zur Macht. Sie drückt nicht den Niedergang einer Rasse aus, sie ist eine Aggregat-Bildung sich zusammendrängender und sich suchender Décadence-Formen von Überall. Es ist nicht, wie man glaubt, die Korruption des Altertums selbst, des vornehmen Altertums, was das Christentum ermöglichte: man kann dem gelehrten Idiotismus, der auch heute noch so etwas aufrechterhält, nicht hart genug widersprechen. In der Zeit, wo die kranken, verdorbenen Tschandala-Schichten im ganzen imperium sich christianisierten, war gerade der Gegentypus, die Vornehmheit, in ihrer schönsten und reifsten Gestalt vorhanden. Die grosse Zahl wurde Herr; der Demokratismus der christlichen Instinkte siegte ... Das Christentum war nicht "national," nicht rassebedingt,—es wendete sich an jede Art von Enterbten des Lebens, er hatte seine Verbündeten überall. Das Christentum hat die Ranküne der Kranken auf dem Grunde, den Instinkt gegen die Gesunden, gegen die Gesundheit gerichtet. Alles Wohlgeratene, Stolze, Übermütige, die Schönheit vor allem tut ihm in Ohren und Augen weh. Nochmals erinnre ich an das unschätzbare Wort des Paulus: "Was schwach ist vor der Welt, was töricht ist vor der Welt, das Unedle und Verachtete vor der Welt hat Gott erwählet": das war die Formel, in hoc signo siegte die décadence.— Gott am Kreuze—;versteht man immer noch die furchtbare Hintergedanklichkeit dieses Symbols nicht?— Alles, was leidet, Alles, was am Kreuze hängt, ist göttlich ... Wir alle hängen am Kreuze, folglich sind wir göttlich ... Wir allein sind göttlich ... Das Christentum war ein Sieg, eine vornehmere Gesinnung ging an ihm zugrunde,—das Christentum war bisher das grösste Unglück der Menschheit.— —

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Das Christentum steht auch im Gegensatz zu aller geistigen Wohlgeratenheit,—es kann nur die kranke Vernunft als christliche Vernunft brauchen, es nimmt die Partei alles Idiotischen, es spricht den Fluch aus gegen den "Geist," gegen die superbia des gesunden Geistes. Weil die Krankheit zum Wesen des Christentums gehört, muss auch der typisch-christliche Zustand, "der Glaube,"; eine Krankheitsform sein, müssen alle geraden, rechtschaffnen, wissenschaftlichen Wege zur Erkenntnis von der Kirche als verbotene Wege abgelehnt werden. Der Zweifel bereits ist eine Sünde ... Der vollkommne Mangel an psychologischer Reinlichkeit beim Priester—im Blick sich verratend—ist eine Folgeerscheinung der décadence,—man hat die hysterischen Frauenzimmer, andrerseits rachitisch angelegte Kinder daraufhin zu beobachten, wie regelmässig Falschheit aus Instinkt, Lust zu lügen, um zu lügen, Unfähigkeit zu geraden Blicken und Schritten der Ausdruck von décadence ist. "Glaube" heisst Nicht-wissen-wollen, was wahr ist. Der Pietist, der Priester beiderlei Geschlechts, ist falsch, weil er krank ist: sein Instinkt verlangt, dass die Wahrheit an keinem Punkt zu Rechte kommt. "Was krank macht, ist gut; was aus der Fülle, aus dem Überfluss, aus der Macht kommt, ist böse": so empfindet der Gläubige. Die Unfreiheit zur Lüge—;daran errate ich jeden vorherbestimmten Theologen.— Ein andres Abzeichen des Theologen ist sein Unvermögen zur Philogie. Unter Philologie soll hier, in einem sehr allgemeinen Sinne, die Kunst, gut zu lesen, verstanden werden,—Tatsachen ablesen können, ohne sie durch Interpretation zu fälschen, ohne im Verlangen nach Verständnis die Vorsicht, die Geduld, die Feinheit zu verlieren. Philologie als Ephexis in der Interpretation: handle es sich nun um Bücher, um Zeitungs-Neuigkeiten, um Schicksale oder Wetter-Tatsachen,—nicht zu reden vom "Heil der Seele" ... Die Art, wie ein Theolog, gleichgültig ob in Berlin oder in Rom, ein "Schriftwort" auslegt oder ein Erlebnis, einen Sieg des vaterländischen Heers zum Beispiel unter der höheren Beleuchtung der Psalmen Davids, ist immer dergestalt kühn, dass ein Philolog dabei an allen Wänden emporläuft. Und was soll er gar anfangen, wenn Pietisten und andre Kühe aus dem Schwabenlande den armseligen Alltag und Stubenrauch ihres Daseins mit dem "Finger Gottes" zu einem Wunder von "Gnade," von "Vorsehung," von "Heilserfahrungen" zurechtmachen! Der bescheidenste Aufwand von Geist, um nicht zu sagen von Anstand, müsste diese Interpreten doch dazu bringen, sich des vollkommen Kindischen und Unwürdigen eines solches Missbrauchs der göttlichen Fingerfertigkeit zu überführen. Mit einem noch so kleinen Masse von Frömmigkeit im Leibe sollte uns ein Gott, der zur rechten Zeit vom Schnupfen kuriert, oder der uns in einem Augenblick in die Kutsche steigen heisst, wo gerade ein grosser Regen losbricht, ein so absurder Gott sein, dass man ihn abschaffen müsste, selbst wenn er existierte. Ein Gott als Dienstbote, als Briefträger, als Kalendermann,—im Grunde ein Wort für die dümmste Art aller Zufälle ... Die "göttliche Vorsehung," wie sie heute noch ungefähr jeder dritte Mensch im "gebildeten Deutschland" glaubt, wäre ein Einwand gegen Gott, wie er stärker gar nicht gedacht werden könnte. Und in jedem Fall ist er ein Einwand gegen Deutsche! ...

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— Dass Märtyrer Etwas für die Wahrheit einer Sache beweisen, ist so wenig wahr, dass ich leugnen möchte, es habe je ein Märtyrer überhaupt etwas mit der Wahrheit zu tun gehabt. In dem Tone, mit dem ein Märtyrer sein Für-wahr-halten der Welt an den Kopf wirft, drückt sich bereits ein so niedriger Grad intellektueller Rechtschaffenheit, eine solche Stumpfheit für die Frage "Wahrheit" aus, dass man einen Märtyrer nie zu widerlegen braucht. Die Wahrheit ist nichts, was einer hätte und ein andrer nicht hätte: so können höchstens Bauern oder Bauern-Apostel nach Art Luther's über die Wahrheit denken. Man darf sicher sein, dass je nach dem Grade der Gewissenhaftigkeit in Dingen des Geistes die Bescheidenheit, die Bescheidung in diesem Punkte immer grösser wird. In fünf Sachen wissen, und mit zarter Hand es ablehnen, sonst zu wissen ... "Wahrheit" wie das Wort jeder Prophet, jeder Sektierer, jeder Freigeist, jeder Sozialist, jeder Kirchenmann versteht, ist ein vollkommner Beweis dafür, dass auch noch nicht einmal der Anfang mit jener Zucht des Geistes und Selbstüberwindung gemacht ist, die zum Finden irgend einer kleinen, noch so kleinen Wahrheit not tut.— Die Märtyrer-Tode, anbei gesagt, sind ein grosses Unglück in der Geschichte gewesen: sie verführten ... Der Schluss aller Idioten, Weiber und Volk eingerechnet, dass es mit einer Sache, für die Jemand in den Tod geht (oder die gar, wie das erste Christentum, todsüchtige Epidemien erzeugt), etwas auf sich hat,—dieser Schluss ist der Prüfung, dem Geist der Prüfung und Vorsicht unsäglich zum Hemmschuh geworden. Die Märtyrer schadeten der Wahrheit ... Auch heute noch bedarf es nur einer Krudität der Verfolgung, um einer an sich noch so gleichgültigen Sektiererei einen ehrenhaften Namen zu schaffen.— Wie? ändert es am Werte einer Sache Etwas, dass Jemand für sie sein Leben lässt?— Ein Irrtum, der ehrenhaft wird, ist ein Irrtum, der einen Verführungsreiz mehr besitzt: glaubt ihr, dass wir euch Anlass geben würden, ihr Herrn Theologen, für eure Lüge die Märtyrer zu machen?— Man widerlegt eine Sache, indem man sie achtungsvoll auf's Eis legt,—ebenso widerlegt man auch Theologen ... Gerade das war die welthistorische Dummheit aller Verfolger, dass sie der gegnerischen Sache den Anschein des Ehrenhaften gaben,—dass sie ihr die Faszination des Martyriums zum Geschenk machten ... Das Weib liegt heute noch auf den Knien vor einem Irrtum, weil man ihm gesagt hat, dass Jemand dafür am Kreuze starb. Ist denn das Kreuz ein Argument? — — Aber über alle diese Dinge hat einer allein das Wort gesagt, das man seit Jahrtausenden nötig gehabt hätte,—Zarathustra:

Blutzeichen schrieben sie auf den Weg, den sie gingen, und ihre Torheit lehrte, dass man mit Blut die Wahrheit beweise.
Aber Blut ist der schlechteste Zeuge der Wahrheit; Blut vergiftet die reinste Lehre noch zu Wahn und Hass der Herzen.
Und wenn einer durchs Feuer ginge für seine Lehre,—was beweist dies! Mehr ist's wahrlich, dass aus eignem Brande die eigne Lehre kommt.
Also sprach Zarathustra, 2, "Von den Priestern."

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Man lasse sich nicht irreführen: grosse Geister sind Skeptiker. Zarathustra ist ein Skeptiker. Die Stärke, die Freiheit aus der Kraft und Überkraft des Geistes beweist sich durch Skepsis. Menschen der Überzeugung kommen für alles Grundsätzliche von Wert und Unwert gar nicht in Betracht. Überzeugungen sind Gefängnisse. Das sieht nicht weit genug, das sieht nicht unter sich: aber um über Wert und Unwert mitreden zu dürfen, muss man fünfhundert Überzeugungen unter sich sehn,—hinter sich sehn ... Ein Geist, der Grosses will, der auch die Mittel dazu will, ist mit Notwendigkeit Skeptiker. Die Freiheit von jeder Art Überzeugungen gehört zur Stärke, das Frei-Blicken-können ... Die grosse Leidenschaft, der Grund und die Macht seines Seins, noch aufgeklärter, noch despotischer, als er selbst es ist, nimmt seinen ganzen Intellekt in Dienst; sie macht unbedenklich; sie gibt ihm Mut sogar zu unheiligen Mitteln; sie gönnt ihm unter Umständen Überzeugungen. Die Überzeugung als Mittel: vieles erreicht man nur mittels einer Überzeugung. Die grosse Leidenschaft braucht, verbraucht Überzeugungen, sie unterwirft sich ihnen nicht,—sie weiss sich souveräin.— Umgekehrt: das Bedürfnis nach Glauben, nach irgend etwas Unbedingtem von Ja und Nein, der Carlylismus, wenn man mir dies Wort nachsehn will, ist ein Bedürfnis der Schwäche. Der Mensch des Glaubens, der "Gläubige" jeder Art ist notwendig ein abhängiger Mensch,—ein Solcher, der sich nicht als Zweck, der von sich aus überhaupt nicht Zwecke ansetzen kann. Der "Gläubige" gehört sich nicht, er kann nur Mittel sein, er muss verbraucht werden, er hat jemand nötig, der ihn verbraucht. Sein Instinkt gibt eine Moral der Entselbstung die höchste Ehre: zu ihr überredet ihn alles, seine Klugheit, seine Erfahrung, seine Eitelkeit. Jede Art Glaube ist selbst ein Ausdruck von Entselbstung, von Selbst-Entfremdung ... Erwägt man, wie notwendig den allermeisten ein Regulativ ist, das sie von aussen her bindet und festmacht, wie der Zwang, in einem höheren Sinn die Sklaverei, die einzige und letzte Bedingung ist, unter der der willensschwächere Mensch, zumal das Weib, gedeiht: so versteht man auch die Überzeugung, den "Glauben." Der Mensch der Überzeugung hat in ihr sein Rückgrat. Viele Dinge nicht sehn, in keinem Punkte unbefangen sein, Partei sein durch und durch, eine strenge und notwendige Optik in allen Werten haben—das allein bedingt es, dass eine solche Art Mensch überhaupt besteht. Aber damit ist sie der Gegensatz, der Antagonist des Wahrhaftigen,—der Wahrheit ... Dem Gläubigen steht es nicht frei, für die Frage "wahr" und "unwahr" überhaupt ein Gewissen zu haben: rechtschaffen sein an dieser Stelle wäre sofort sein Untergang. Die pathologische Bedingtheit seiner Optik macht aus dem Überzeugten den Fanatiker—Savonarola, Luther, Rousseau, Robespierre, Saint-Simon—den Gegensatz-Typus des starken, des freigewordnen Geistes. Aber die grosse Attitüde dieser kranken Geister, dieser Epileptiker des Begriffs, wirkt auf die grosse Masse,—die Fanatiker sind pittoresk, die Menschheit sieht Gebärden lieber, als dass sie Gründe hört ...

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— Einen Schritt weiter in der Psychologie der Überzeugung, des "Glaubens." Es ist schon lange von mir zur Erwägung anheimgegeben worden, ob nicht die Überzeugungen gefährlichere Feinde der Wahrheit sind als die Lügen (Menschliches, Allzumenschliches S. [331]). Dies Mal möchte ich die entscheidende Frage tun: besteht zwischen Lüge und Überzeugung überhaupt ein Gegensatz?— Alle Welt glaubt es; aber was glaubt nicht alle Welt!— Eine jede Überzeugung hat ihre Geschichte, ihre Vorformen, ihre Tentativen und Fehlgriffe: sie wird Überzeugung, nachdem sie es lange nicht ist, nachdem sie es noch länger kaum ist. Wie? könnte unter diesen Embryonal-Formen der Überzeugung nicht auch die Lüge sein?— Mitunter bedarf es bloss eines Personen-Wechsels: im Sohn Überzeugung, was im Vater noch Lüge war.— Ich nenne Lüge: etwas nicht sehn wollen, das man sieht, etwas nicht so sehn wollen, wie man es sieht: ob die Lüge vor Zeugen oder ohne Zeugen statt hat, kommt nicht in Betracht. Die gewöhnlichste Lüge ist die, mit der man sich selbst belügt; das Belügen anderer ist relativ der Ausnahmefall.— Nun ist dies Nicht-sehn-wollen, was man sieht, dies Nicht-so-sehn-wollen, wie man es sieht, beinahe die erste Bedingung für alle, die Partei sind, in irgend welchem Sinne: der Parteimensch wird mit Notwendigkeit Lügner. Die deutsche Geschichtsschreibung zum Beispiel ist überzeugt, dass Rom der Despotismus war, dass die Germanen den Geist der Freiheit in die Welt gebracht haben: welcher Unterschied ist zwischen dieser Überzeugung und einer Lüge? Darf man sich noch darüber wundern, wenn, aus Instinkt, alle Parteien, auch die deutschen Historiker, die grossen Worte der Moral im Munde haben,—dass die Moral beinahe dadurch fortbesteht, dass der Parteimensch jeder Art jeden Augenblick sie nötig hat?— "Dies ist unsre Überzeugung: wir bekennen sie vor aller Welt, wir leben und sterben für sie,—Respekt vor allem, was Überzeugung hat!"—dergleichen habe ich sogar aus dem Mund von Antisemiten gehört. Im Gegenteil, meine Herrn! Ein Antisemit wird dadurch durchaus nicht anständiger, dass er aus Grundsatz lügt ... Die Priester, die in solchen Dingen feiner sind und den Einwand sehr gut verstehn, der im Begriff einer Überzeugung, das heisst einer grundsätzlichen, weil zweckdienlichen Verlogenheit liegt, haben von den Juden her die Klugheit überkommen, an diese Stelle den Begriff "Gott," "Wille Gottes," "Offenbarung Gottes" einzuschieben. Auch Kant, mit seinem kategorischen Imperativ, war auf dem gleichen Wege: seine Vernunft wurde hierin praktisch.— Es gibt Fragen, wo über Wahrheit und Unwahrheit dem Menschen die Entscheidung nicht zusteht; alle obersten Fragen, alle obersten Wert-Probleme sind jenseits der menschlichen Vernunft ... Die Grenzen der Vernunft begreifen,—das erst ist wahrhaft Philosophie ... Wozu gab Gott dem Menschen die Offenbarung? Der Mensch kann von sich nicht selber wissen, was gut und böse ist, darum lehrte ihn Gott seinen Willen ... Moral: der Priester lügt nicht,—die Frage "wahr" oder "unwahr" in solchen Dingen, von denen Priester reden, erlaubt gar nicht zu lügen. Denn um zu lügen, müsste man entscheiden können, was hier wahr ist. Aber das kann eben der Mensch nicht; der Priester ist damit nur das Mundstück Gottes.— Ein solcher Priester-Syllogismus ist durchaus nicht bloss jüdisch und christlich; das Recht zur Lüge und die Klugheit der "Offenbarung" gehört dem Typus Priester an, den décadence-Priestern so gut als den Heidentums-Priestern (—Heiden sind alle, die zum Leben Ja sagen, denen "Gott" das Wort für das grosse Ja zu allen Dingen ist).— Das "Gesetz," der "Wille Gottes," das "heilige Buch," die "Inspiration"—alles nur Worte für die Bedingungen, unter denen der Priester zur Macht kommt, mit denen er seine Macht aufrecht erhält,—diese Begriffe finden sich auf dem Grunde aller Priester-Organisationen, aller priesterlichen oder philosophisch-priesterlichen Herrschafts-Gebilde. Die "heilige Lüge"—dem Konfuzius, dem Gesetzbuch des Manu, dem Mohammed, der christlichen Kirche gemeinsam: sie fehlt nicht bei Plato. "Die Wahrheit ist da": dies bedeutet, wo nur es laut wird, der Priester lügt ...

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— Zuletzt kommt es darauf an, zu welchem Zweck gelogen wird. Dass im Christentum die "heiligen" Zwecke fehlen, ist mein Einwand gegen seine Mittel. Nur schlechte Zwecke: Vergiftung, Verleumdung, Verneinung des Lebens, die Verachtung des Leibes, die Herabwürdigung und Selbstschändung des Menschen durch den Begriff Sünde,—folglich sind auch seine Mittel schlecht.— Ich lese mit einem entgegengesetzten Gefühle das Gesetzbuch des Manu, ein unvergleichlich geistiges und überlegenes Werk, das mit der Bibel auch nur in Einem Atem nennen eine Sünde wider den Geist wäre. Man errät sofort: es hat eine wirkliche Philosophie hinter sich, in sich, nicht bloss ein übelriechendes Judain von Rabbinismus und Aberglauben,—es gibt selbst dem verwöhntesten Psychologen etwas zu beissen. Nicht die Hauptsache zu vergessen, der Grundunterschied von jeder Art von Bibel: die vornehmen Stände, die Philosophen und die Krieger, halten mit ihm ihre Hand über der Menge; vornehme Werte überall, ein Vollkommenheits-Gefühl, ein Jasagen zum Leben, ein triumphierendes Wohlgefühl an sich und am Leben,—die Sonne liegt auf dem ganzen Buch.— Alle die Dinge, an denen das Christentum seine unergründliche Gemeinheit auslässt, die Zeugung zum Beispiel, das Weib, die Ehe, werden hier ernst, mit Ehrfurcht, mit Liebe und Zutrauen behandelt. Wie kann man eigentlich ein Buch in die Hände von Kindern und Frauen legen, das jenes niederträchtige Wort enthält: "um der Hurerei willen habe ein jeglicher sein eignes Weib und eine Jegliche ihren eignen Mann ... es ist besser freien denn Brunst leiden"? Und darf man Christ sein, so lange mit dem Begriff der immaculata conceptio die Entstehung des Menschen verchristlicht, das heisst beschmutzt ist? ... Ich kenne kein Buch, wo dem Weibe so viele zarte und gütige Dinge gesagt würden, wie im Gesetzbuch des Manu; diese alten Graubärte und Heiligen haben eine Art, gegen Frauen artig zu sein, die vielleicht nicht übertroffen ist. "Der Mund einer Frau—heisst es einmal—der Busen eines Mädchens, das Gebet eines Kindes, der Rauch des Opfers sind immer rein." Eine andre Stelle: "es gibt gar nichts Reineres als das Licht der Sonne, den Schatten einer Kuh, die Luft, das Wasser, das Feuer und den Atem eines Mädchens." Eine letzte Stelle—vielleicht auch eine heilige Lüge—: "alle Öffnungen des Leibes oberhalb des Nabels sind rein, alle unterhalb sind unrein. Nur beim Mädchen ist der ganze Körper rein."

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Man ertappt die Unheiligkeit der christlichen Mittel in flagranti, wenn man den christlichen Zweck einmal an dem Zweck des Manu-Gesetzbuchs misst,—wenn man diesen grössten Zweck-Gegensatz unter starkes Licht bringt. Es bleibt dem Kritiker des Christentums nicht erspart, das Christentum verächtlich zu machen.— Ein solches Gesetzbuch, wie das des Manu, entsteht wie jedes gute Gesetzbuch: es resümiert die Erfahrung, Klugheit und Experimental-Moral von langen Jahrhunderten, es schliesst ab, es schafft nichts mehr. Die Voraussetzung zu einer Kodifikation seiner Art ist die Einsicht, dass die Mittel, einer langsam und kostspielig erworbenen Wahrheit Autorität zu schaffen, grundverschieden von denen sind, mit denen man sie beweisen würde. Ein Gesetzbuch erzählt niemals den Nutzen, die Gründe, die Kasuistik in der Vorgeschichte eines Gesetzes: eben damit würde es den imperativischen Ton einbüssen, das "du sollst," die Voraussetzung dafür, dass gehorcht wird. Das Problem liegt genau hierin.— An einem gewissen Punkte der Entwicklung eines Volks erklärt die umsichtigste, das heisst zurück- und hinausblickendste Schicht desselben, die Erfahrung, nach der gelebt werden soll—das heisst kann—, für abgeschlossen. Ihr Ziel geht dahin, die Ernte möglichst reich und vollständig von den Zeiten des Experiments und der schlimmen Erfahrung heimzubringen. Was folglich vor allem jetzt zu verhüten ist, das ist das Noch-Fort-Experimentieren, die Fortdauer des flüssigen Zustands der Werte, das Prüfen, Wählen, Kritik-Üben der Werte in infinitum. Dem stellt man eine doppelte Mauer entgegen: einmal die Offenbarung, das ist die Behauptung, die Vernunft jener Gesetze sei nicht menschlicher Herkunft, nicht langsam und unter Fehlgriffen gesucht und gefunden, sondern, als göttlichen Ursprungs, ganz, vollkommen, ohne Geschichte, ein Geschenk, ein Wunder, bloss mitgeteilt ... Sodann die Tradition, das ist die Behauptung, dass das Gesetz bereits seit uralten Zeiten bestanden habe, dass es pietätlos, ein Verbrechen an den Vorfahren sei, es in Zweifel zu ziehn. Die Autorität des Gesetzes begründet sich mit den Thesen: Gott gab es, die Vorfahren lebten es.— Die höhere Vernunft einer solchen Prozedur liegt in der Absicht, das Bewusstsein Schritt für Schritt von dem als richtig erkannten (das heisst durch eine ungeheure und scharf durchgesiebte Erfahrung bewiesenen) Leben zurückzudrängen: so dass der vollkommene Automatismus des Instinkts erreicht wird,—diese Voraussetzung zu jeder Meisterschaft, zu jeder Art Vollkommenheit in der Kunst des Lebens. Ein Gesetzbuch nach Art des Manu aufstellen heisst einem Volke fürderhin zugestehn, Meister zu werden, vollkommen zu werden,—die höchste Kunst des Lebens zu ambitionieren. Dazu muss es unbewusst gemacht werden: dies der Zweck jeder heiligen Lüge.— Die Ordnung der Kasten, das oberste, das dominierende Gesetz, ist nur die Sanktion einer Natur-Ordnung, Natur-Gesetzlichkeit ersten Ranges, über die keine Willkür, keine "moderne Idee" Gewalt hat. Es treten in jeder gesunden Gesellschaft, sich gegenseitig bedingend, drei physiologisch verschieden-gravitierende Typen auseinander, von denen jeder seine eigne Hygiene, sein eignes Reich von Arbeit, seine eigne Art Vollkommenheits-Gefühl und Meisterschaft hat. Die Natur, nicht Manu, trennt die vorwiegend Geistigen, die vorwiegend Muskel- und Temperaments-Starken und die weder im einen, noch im andern ausgezeichneten Dritten, die Mittelmässigen, von einander ab,—die letzteren als die grosse Zahl, die ersteren als die Auswahl. Die oberste Kaste—ich nenne sie die Wenigsten—;hat als die vollkommne auch die Vorrechte der Wenigsten: dazu gehört es, das Glück, die Schönheit, die Güte auf Erden darzustellen. Nur die geistigsten Menschen haben die Erlaubnis zur Schönheit, zum Schönen: nur bei ihnen ist Güte nicht Schwäche. Pulchrum est paucorum hominum: das Gute ist ein Vorrecht. Nichts kann ihnen dagegen weniger zugestanden werden, als hässliche Manieren oder ein pessimistischer Blick, ein Auge, das verhässlicht—, oder gar eine Entrüstung über den Gesammt-Aspekt der Dinge. Die Entrüstung ist das Vorrecht der Tschandala; der Pessimismus desgleichen. "Die Welt ist vollkommen—;so redet der Instinkt der Geistigsten, der Jasagende Instinkt: die Unvollkommenheit, das Unter-uns jeder Art, die Distanz, das Pathos der Distanz, der Tschandala selbst gehört noch zu dieser Vollkommenheit." Die geistigsten Menschen, als die Stärksten, finden ihr Glück, worin Andre ihren Untergang finden würden: im Labyrinth, in der Härte gegen sich und andre, im Versuch; ihre Lust in die Selbstbezwingung: der Asketismus wird bei ihnen Natur, Bedürfnis, Instinkt. Die schwere Aufgabe gilt ihnen als Vorrecht; mit Lasten zu spielen, die andre erdrücken, eine Erholung ... Erkenntnis—eine Form des Asketismus.— Sie die ehrwürdigste Art Mensch: das schliesst nicht aus, dass sie die heiterste, die liebenswürdigste sind. Sie herrschen, nicht weil sie wollen, sondern weil sie sind, es steht ihnen nicht frei, die Zweiten zu sein.— Die Zweiten: das sind die Wächter des Rechts, die Pfleger der Ordnung und der Sicherheit, das sind die vornehmen Krieger, das ist der König vor allem als die höchste Formel von Krieger, Richter und Aufrechterhalter des Gesetzes. Die Zweiten sind die Exekutive der Geistigen, das Nächste, was zu ihnen gehört, das was ihnen alles Grobe in der Arbeit des Herrschens abnimmt—ihr Gefolge, ihre rechte Hand, ihre beste Schülerschaft.— In dem Allem, nochmals gesagt, ist Nichts von Willkür, Nichts "gemacht"; was anders ist, ist gemacht,—die Natur ist dann zu Schanden gemacht ... Die Ordnung der Kasten, die Rangordnung, formuliert nur das oberste Gesetz des Lebens selbst; die Abscheidung der drei Typen ist nötig zur Erhaltung der Gesellschaft, zur Ermöglichung höherer und höchster Typen,—die Ungleichheit der Rechte ist erst die Bedingung dafür, dass es überhaupt Rechte gibt.— Ein Recht ist ein Vorrecht. In seiner Art Sein hat jeder auch sein Vorrecht. Unterschätzen wir die Vorrechte der Mittelmässigen nicht. Das Leben nach der Höhe zu wird immer härter,—die Kälte nimmt zu, die Verantwortlichkeit nimmt zu. Eine hohe Kultur ist eine Pyramide: sie kann nur auf einem breiten Boden stehn, sie hat zu allererst eine stark und gesund konsolidierte Mittelmässigkeit zur Voraussetzung. Das Handwerk, der Handel, der Ackerbau, die Wissenschaft, der grösste Teil der Kunst, der ganze Inbegriff der Berufstätigkeit mit Einem Wort, verträgt sich durchaus nur mit einem Mittelmass im Können und Begehren: dergleichen wäre deplaciert unter Ausnahmen, der dazugehörige Instinkt widerspräche sowohl dem Aristokratismus als dem Anarchismus. Dass man ein öffentlicher Nutzen ist, ein Rad, eine Funktion, dazu gibt es eine Naturbestimmung: nicht die Gesellschaft, die Art Glück, deren die Allermeisten bloss fähig sind, macht aus ihnen intelligente Maschinen. Für den Mittelmässigen ist mittelmässig sein ein Glück; die Meisterschaft in Einem, die Spezialität ein natürlicher Instinkt. Es würde eines tieferen Geistes vollkommen unwürdig sein, in der Mittelmässigkeit an sich schon einen Einwand zu sehn. Sie ist selbst die erste Notwendigkeit dafür, dass es Ausnahmen geben darf: eine hohe Kultur ist durch sie bedingt. Wenn der Ausnahme-Mensch gerade die Mittelmässigen mit zarteren Fingern handhabt, als sich und seinesgleichen, so ist dies nicht bloss Höflichkeit des Herzens,—es ist einfach seine Pflicht ... Wen hasse ich unter dem Gesindel von heute am besten? Das Sozialisten-Gesindel, die Tschandala-Apostel, die den Instinkt, die Lust, das Genügsamkeits-Gefühl des Arbeiters mit seinem kleinen Sein untergraben,—die ihn neidisch machen, die ihn Rache lehren ... Das Unrecht liegt niemals in ungleichen, es liegt im Anspruch auf "gleiche" Rechte ... Was ist schlecht? Aber ich sagte es schon: alles, was aus Schwäche, aus Neid, aus Rache stammt.— Der Anarchist und der Christ sind Einer Herkunft ...

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In der Tat, es macht einen Unterschied, zu welchem Zweck man lügt: ob man damit erhält oder zerstört. Man darf zwischen Christ und Anarchist eine vollkommne Gleichung aufstellen: ihr Zweck, ihr Instinkt geht nur auf Zerstörung. Den Beweis für diesen Satz hat man aus der Geschichte nur abzulesen: sie enthält ihn in entsetzlicher Deutlichkeit. Lernten wir eben eine religiöse Gesetzgebung kennen, deren Zweck war, die oberste Bedingung dafür, dass das Leben gedeiht, eine grosse Organisation der Gesellschaft zu "verewigen," das Christentum hat seine Mission darin gefunden, mit eben einer solchen Organisation, weil in ihr das Leben gedieh, ein Ende zu machen. Dort sollte der Vernunft-Ertrag von langen Zeiten des Experiments und der Unsicherheit zum fernsten Nutzen angelegt und die Ernte so gross, so reichlich, so vollständig wie möglich heimgebracht werden: hier wurde, umgekehrt, über Nacht die Ernte vergiftet ... Das, was aere perennius dastand, das imperium Romanum, die grossartigste Organisations-Form unter schwierigen Bedingungen, die bisher erreicht worden ist, im Vergleich zu der alles Vorher, alles Nachher Stückwerk, Stümperei, Dilettantismus ist,—jene heiligen Anarchisten haben sich eine "Frömmigkeit" daraus gemacht, "die Welt," das heisst das imperium Romanum zu zerstören, bis kein Stein auf dem andern blieb,—bis selbst Germanen und andre Rüpel darüber Herr werden konnten ... Der Christ und der Anarchist: beide décadents, beide unfähig, anders als auflösend, vergiftend, verkümmernd, blutaussaugend zu wirken, beide der Instinkt des Todhasses gegen alles, was steht, was gross dasteht, was Dauer hat, was dem Leben Zukunft verspricht ... Das Christentum war der Vampir des imperium Romanum,—es hat die ungeheure Tat der Römer, den Boden für eine grosse Kultur zu gewinnen, die Zeit hat, über Nacht ungetan gemacht.— Versteht man es immer noch nicht? Das imperium Romanum, das wir kennen, das uns die Geschichte der römischen Provinz immer besser kennen lehrt, dies bewunderungswürdigste Kunstwerk des grossen Stils, war ein Anfang, sein Bau berechnet, sich mit Jahrtausenden zu beweisen,—es ist bis heute nie so gebaut, nie auch nur geträumt worden, in gleichem Masse sub specie aeterni zu bauen!— Diese Organisation war fest genug, schlechte Kaiser auszuhalten: der Zufall von Personen darf nichts in solchen Dingen zu tun haben,—erstes Prinzip aller grossen Architektur. Aber sie war nicht fest genug gegen die korrupteste Art Korruption, gegen den Christen ... Dies heimliche Gewürm, das sich in Nacht, Nebel und Zweideutigkeit an alle einzelnen heranschlich und jedem einzelnen den Ernst für wahre Dinge, den Instinkt überhaupt für Realitäten aussog, diese feige, femininische und zuckersüsse Bande hat Schritt für Schritt die "Seelen" diesem ungeheuren Bau entfremdet,—jene wertvollen, jene männlich-vornehmen Naturen, die in der Sache Rom's ihre eigne Sache, ihren eignen Ernst, ihren eignen Stolz empfanden. Die Mucker-Schleicherei, die Konventikel-Heimlichkeit, düstere Begriffe wie Hölle, wie Opfer des Unschuldigen, wie unio mystica im Bluttrinken, vor allem das langsam aufgeschürte Feuer der Rache, der Tschandala-Rache—das wurde Herr über Rom, dieselbe Art von Religion, der in ihrer Präexistenz-Form schon Epikur den Krieg gemacht hatte. Man lese Lucrez, um zu begreifen, was Epikur bekämpft hat, nicht das Heidentum, sondern "das Christentum," will sagen die Verderbnis der Seelen durch den Schuld-, durch den Straf- und Unsterblichkeits-Begriff.— Er bekämpfte die unterirdischen Kulte, das glatte latente Christentum,—die Unsterblichkeit zu leugnen war damals schon eine wirkliche Erlösung.— Und Epikur hätte gesiegt, jeder achtbare Geist im römischen Reich war Epikureer: da erschien Paulus ... Paulus, der Fleisch-, der Genie-gewordne Tschandala-Hass gegen Rom, gegen "die Welt," der Jude, der ewige Jude par excellence ... Was er erriet, das war, wie man mit Hilfe der kleinen sektiererischen Christen-Bewegung abseits des Judentums einen "Weltbrand" entzünden könne, wie man mit dem Symbol "Gott am Kreuze" alles Unten-Liegende, alles Heimlich-Aufrührerische, die ganze Erbschaft anarchistischer Umtriebe im Reich, zu einer ungeheuren Macht aufsummieren könne. "Das Heil kommt von den Juden."— Das Christentum als Formel, um die unterirdischen Kulte aller Art, die des Osiris, der grossen Mutter, des Mithras zum Beispiel, zu überbieten—und zu summieren: in dieser Einsicht besteht das Genie des Paulus. Sein Instinkt war darin so sicher, dass er die Vorstellungen, mit denen jene Tschandala-Religionen fascinierten, mit schonungsloser Gewalttätigkeit an der Wahrheit dem "Heilande" seiner Erfindung in den Mund legte, und nicht nur in den Mund—dass er aus ihm etwas machte, das auch ein Mithras-Priester verstehn konnte ... Dies war sein Augenblick von Damaskus: er begriff, dass er den Unsterblichkeits-Glauben nötig hatte, um "die Welt" zu entwerten, dass der Begriff "Hölle" über Rom noch Herr wird,—dass man mit dem "Jenseits" das Leben tötet ... Nihilist und Christ: das reimt sich, das reimt sich nicht bloss ...

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Die ganze Arbeit der antiken Welt umsonst: ich habe kein Wort dafür, das mein Gefühl über etwas so Ungeheures ausdrückt.— Und in Anbetracht, dass ihre Arbeit eine Vorarbeit war, dass eben erst der Unterbau zu einer Arbeit von Jahrtausenden mit granitnem Selbstbewusstsein gelegt war, der ganze Sinn der antiken Welt umsonst! ... Wozu Griechen? wozu Römer?— Alle Voraussetzungen zu einer gelehrten Kultur, alle wissenschaftlichen Methoden waren bereits da, man hatte die grosse, die unvergleichliche Kunst, gut zu lesen, bereits festgestellt—diese Voraussetzung zur Tradition der Kultur, zur Einheit der Wissenschaft; die Naturwissenschaft, im Bunde mit Mathematik und Mechanik, war auf dem allerbesten Wege,—der Tatsachen-Sinn, der letzte und wertvollste aller Sinne, hatte seine Schulen, seine bereits Jahrhunderte alte Tradition! Versteht man das? Alles Wesentliche war gefunden, um an die Arbeit gehn zu können:—die Methoden, man muss es zehnmal sagen, sind das Wesentliche, auch das Schwierigste, auch Das, was am längsten die Gewohnheiten und Faulheiten gegen sich hat. Was wir heute, mit unsäglicher Selbstbezwingung—denn wir haben alle die schlechten Instinkte, die christlichen, irgendwie noch im Leibe—, uns zurückerobert haben, den freien Blick vor der Realität, die vorsichtige Hand, die Geduld und den Ernst im Kleinsten, die ganze Rechtschaffenheit der Erkenntnis—sie war bereits da! vor mehr als zwei Jahrtausenden bereits! Und, dazu gerechnet, der gute, der feine Takt und Geschmack! Nicht als Gehirn-Dressur! Nicht als "deutsche" Bildung mit Rüpel-Manieren! Sondern als Leib, als Gebärde, als Instinkt,—als Realität mit Einem Wort ... Alles umsonst! Über Nacht bloss noch eine Erinnerung!— Griechen! Römer! die Vornehmheit des Instinkts, der Geschmack, die methodische Forschung, das Genie der Organisation und Verwaltung, der Glaube, der Wille zur Menschen-Zukunft, das grosse Ja zu allen Dingen als imperium Romanum sichtbar, für alle Sinne sichtbar, der grosse Stil nicht mehr bloss Kunst, sondern Realität, Wahrheit, Leben geworden ...— Und nicht durch ein Natur-Ereignis über Nacht verschüttet! Nicht durch Germanen und andre Schwerfüssler niedergetreten! Sondern von listigen, heimlichen, unsichtbaren, blutarmen Vampiren zuschanden gemacht! Nicht besiegt,—nur ausgesogen! ... Die versteckte Rachsucht, der kleine Neid Herr geworden! Alles Erbärmliche, An-sich-Leidende, Von-schlechten-Gefühlen-Heimgesuchte, die ganze Ghetto-Welt der Seele mit einem Male obenauf! — — Man lese nur irgend einen christlichen Agitator, den heiligen Augustin zum Beispiel, um zu begreifen, um zu riechen, was für unsaubere Gesellen damit obenauf gekommen sind. Man würde sich ganz und gar betrügen, wenn man irgendwelchen Mangel an Verstand bei den Führern der christlichen Bewegung voraussetzte:—oh sie sind klug, klug bis zur Heiligkeit, diese Herrn Kirchenväter! Was ihnen abgeht, ist etwas ganz Anderes. Die Natur hat sie vernachlässigt,—sie vergass, ihnen eine bescheidne Mitgift von achtbaren, von anständigen, von reinlichen Instinkten mitzugeben ... Unter uns, es sind nicht einmal Männer ... Wenn der Islam das Christentum verachtet, so hat er tausend Mal recht dazu: der Islam hat Männer zur Voraussetzung ...

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Das Christentum hat uns um die Ernte der antiken Kultur gebracht, es hat uns später wieder um die Ernte der Islam-Kultur gebracht. Die wunderbar maurische Kultur-Welt Spaniens, uns im Grunde verwandter, zu Sinn und Geschmack redender als Rom und Griechenland, wurde niedergetreten—ich sage nicht von was für Füssen—warum? weil sie vornehmen, weil sie Männer-Instinkten ihre Entstehung verdankte, weil sie zum Leben ja sagte auch noch mit den seltnen und raffinierten Kostbarkeiten des maurischen Lebens! ... Die Kreuzritter bekämpften später etwas, vor dem sich in den Staub zu legen ihnen besser angestanden hätte,—eine Kultur, gegen die sich selbst unser neunzehntes Jahrhundert sehr arm, sehr "spät" vorkommen dürfte.— Freilich, sie wollten Beute machen: der Orient war reich ... Man sei doch unbefangen! Kreuzzüge—die höhere Seeräuberei, weiter nichts!— Der deutsche Adel, Wikinger-Adel im Grunde, war damit in seinem Elemente: die Kirche wusste nur zu gut, womit man deutschen Adel hat ... Der deutsche Adel, immer die "Schweizer" der Kirche, immer im Dienste aller schlechten Instinkte der Kirche,—aber gut bezahlt ... Dass die Kirche gerade mit Hilfe deutscher Schwerter, deutschen Blutes und Mutes ihren Todfeindschafts-Krieg gegen alles Vornehme auf Erden durchgeführt hat! Es gibt an dieser Stelle eine Menge schmerzlicher Fragen. Der deutsche Adel fehlt beinahe in der Geschichte der höheren Kultur: man errät den Grund ... Christentum, Alkohol—die beiden grossen Mittel der Korruption ... An sich sollte es ja keine Wahl geben, angesichts von Islam und Christentum, so wenig als Angesichts eines Arabers und eines Juden. Die Entscheidung ist gegeben, es steht Niemandem frei, hier noch zu wählen. Entweder ist man ein Tschandala, oder man ist es nicht ... "Krieg mit Rom auf's Messer! Friede, Freundschaft mit dem Islam": so empfand, so tat jener grosse Freigeist, das Genie unter den deutschen Kaisern, Friedrich der Zweite. Wie? muss ein Deutscher erst Genie, erst Freigeist sein, um anständig zu empfinden?— Ich begreife nicht, wie ein Deutscher je christlich empfinden konnte ...

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Hier tut es Not, eine für Deutsche noch hundert Mal peinlichere Erinnerung zu berühren. Die Deutschen haben Europa um die letzte grosse Kultur-Ernte gebracht, die es für Europa heimzubringen gab,—um die der Renaissance. Versteht man endlich, will man verstehn, was die Renaissance war? Die Umwertung der christlichen Werte, der Versuch, mit allen Mitteln, mit allen Instinkten, mit allem Genie unternommen, die Gegen-Werte, die vornehmen Werte zum Sieg zu bringen ... Es gab bisher nur diesen grossen Krieg, es gab bisher keine entscheidendere Fragestellung als die der Renaissance,—meine Frage ist ihre Frage—: es gab auch nie eine grundsätzlichere, eine geradere, eine strenger in ganzer Front und auf das Zentrum los geführte Form des Angriffs! An der entscheidenden Stelle, im Sitz des Christentums selbst angreifen, hier die vornehmen Werte auf den Thron bringen, will sagen in die Instinkte, in die untersten Bedürfnisse und Begierden der daselbst Sitzenden hineinbringen ... Ich sehe eine Möglichkeit vor mir von einem vollkommen überirdischen Zauber und Farbenreiz:—es scheint mir, dass sie in allen Schaudern raffinierter Schönheit erglänzt, dass eine Kunst in ihr am Werke ist, so göttlich, so teufelsmässig-göttlich, dass man Jahrtausende umsonst nach einer zweiten solchen Möglichkeit durchsucht; ich sehe ein Schauspiel, so sinnreich, so wunderbar paradox zugleich, dass alle Gottheiten des Olymps einen Anlass zu einem unsterblichen Gelächter gehabt hätten—Cesare Borgia als Papst ... Versteht man mich? ... Wohlan, das wäre der Sieg gewesen, nach dem ich heute allein verlange—: damit war das Christentum abgeschafft!— Was geschah? Ein deutscher Mönch, Luther, kam nach Rom. Dieser Mönch, mit allen rachsüchtigen Instinkten eines verunglückten Priesters im Leibe, empörte sich in Rom gegen die Renaissance ... Statt mit tiefster Dankbarkeit das Ungeheure zu verstehn, das geschehen war, die Überwindung des Christentums an seinem Sitz—, verstand sein Hass aus diesem Schauspiel nur seine Nahrung zu ziehn. Ein religiöser Mensch denkt nur an sich.— Luther sah die Verderbnis des Papsttums, während gerade das Gegenteil mit Händen zu greifen war: die alte Verderbnis, das peccatum originale, das Christentum sass nicht mehr auf dem Stuhl des Papstes! Sondern das Leben! Sondern der Triumph des Lebens! Sondern das grosse Ja zu allen hohen, schönen, verwegnen Dingen! ... Und Luther stellte die Kirche wieder her: er griff sie an ... Die Renaissance—ein Ereignis ohne Sinn, ein grosses Umsonst!— Ah diese Deutschen, was sie uns schon gekostet haben! Umsonst—das war immer das Werk der Deutschen.— Die Reformation; Leibnitz; Kant und die sogenannte deutsche Philosophie; die Freiheits-Kriege; das Reich—jedes Mal ein Umsonst für etwas, das bereits da war, für etwas Unwiederbringliches ... Es sind meine Feinde, ich bekenne es, diese Deutschen: ich verachte in ihnen jede Art von Begriffs- und Wert-Unsauberkeit, von Feigheit vor jedem rechtschaffnen Ja und Nein. Sie haben, seit einem Jahrtausend beinahe, Alles verfilzt und verwirrt, woran sie mit ihren Fingern rührten, sie haben alle Halbheiten—Drei-Achtelsheiten!—auf dem Gewissen, an denen Europa krank ist,—sie haben auch die unsauberste Art Christentum, die es gibt, die unheilbarste, die unwiderlegbarste, den Protestantismus auf dem Gewissen ... Wenn man nicht fertig wird mit dem Christentum, die Deutschen werden daran schuld sein ...

62

— Hiermit bin ich am Schluss und spreche mein Urteil. Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt. Die christliche Kirche liess Nichts mit ihrer Verderbnis unberührt, sie hat aus jedem Wert einen Unwert, aus jeder Wahrheit eine Lüge, aus jeder Rechtschaffenheit eine Seelen-Niedertracht gemacht. Man wage es noch, mir von den "humanitären" Segnungen zu reden! Irgend einen Notstand abschaffen ging wider ihre tiefste Nützlichkeit,—sie lebte von Notständen, sie schuf Notstände, um sich zu verewigen ... Der Wurm der Sünde zum Beispiel: mit diesem Notstande hat erst die Kirche die Menschheit bereichert!— Die "Gleichheit der Seelen vor Gott," diese Falschheit, dieser Vorwand für die rancunes aller Niedriggesinnten, dieser Sprengstoff von Begriff, der endlich Revolution, moderne Idee und Niedergangs-Prinzip der ganzen Gesellschafts-Ordnung geworden ist,—ist christlicher Dynamit ... "Humanitäre" Segnungen des Christentums! Aus der humanitas einen Selbst-Widerspruch, eine Kunst der Selbstschändung, einen Willen zur Lüge um jeden Preis, einen Widerwillen, eine Verachtung aller guten und rechtschaffnen Instinkte herauszuzüchten!— Das wären mir Segnungen des Christentums! —Der Parasitismus als einzige Praxis der Kirche; mit ihrem Bleichsuchts-, ihren "Heiligkeits"-Ideale jedes Blut, jede Liebe, jede Hoffnung zum Leben austrinkend; das Jenseits als Wille zur Verneinung jeder Realität; das Kreuz als Erkennungszeichen für die unterirdischste Verschwörung, die es je gegeben hat,—gegen Gesundheit, Schönheit, Wohlgeratenheit, Tapferkeit, Geist, Güte der Seele, gegen das Leben selbst ...

Diese ewige Anklage des Christentums will ich an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt,—ich habe Buchstaben, um auch Blinde sehend zu machen ... Ich heisse das Christentum den Einen grossen Fluch, die Eine grosse innerlichste Verdorbenheit, den Einen grossen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist,—ich heisse es den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit ...

Und man rechnet die Zeit nach dem dies nefastus, mit dem dies Verhängnis anhob,—nach dem ersten Tag des Christentums!— Warum nicht lieber nach seinem letzten?— Nach heute? — Umwertung aller Werte! ...

Gesetz wider das Christenthum

Gegeben am Tage des Heils, am ersten Tage des Jahres Eins
(—am 30. September 1888 der falschen Zeitrechnung)

Todkrieg gegen das Laster: das Laster ist das Christenthum

Erster Satz.— Lasterhaft ist jede Art Widernatur. Die lasterhafteste Art Mensch ist der Priester: er lehrt die Widernatur. Gegen den Priester hat man nicht Gründe, man hat das Zuchthaus.

Zweiter Satz.— Jede Theilnahme an einem Gottesdienste ist ein Attentat auf die öffentliche Sittlichkeit. Man soll härter gegen Protestanten als gegen Katholiken sein, härter gegen liberale Protestanten als gegen strenggläubige. Das Verbrecherische im Christ-sein nimmt in dem Maasse zu, als man sich der Wissenschaft nähert. Der Verbrecher der Verbrecher ist folglich der Philosoph.

Dritter Satz.— Die fluchwürdige Stätte, auf der das Christenthum seine Basilisken-Eier gebrütet hat, soll dem Erdboden gleich gemacht werden und als verruchte Stelle der Erde der Schrecken aller Nachwelt sein. Man soll giftige Schlangen auf ihr züchten.

Vierter Satz.— Die Predigt der Keuschheit ist eine öffentliche Aufreizung zur Widernatur. Jede Verachtung des geschlechtlichen Lebens, jede Verunreinigung desselben durch den Begriff "unrein" ist die eigentliche Sünde wider den heiligen Geist des Lebens.

Fünfter Satz.— Mit einem Priester an Einem Tisch essen stösst aus: man excommunicirt sich damit aus der rechtschaffnen Gesellschaft. Der Priester ist unser Tschandala,—man soll ihn verfehmen, aushungern, in jede Art Wüste treiben.

Sechster Satz.— Man soll die "heilige" Geschichte mit dem Namen nennen, den sie verdient, als verfluchte Geschichte; man soll die Worte "Gott," "Heiland," "Erlöser," "Heiliger" zu Schimpfworten, zu Verbrecher-Abzeichen benutzen.

Siebenter Satz.— Der Rest folgt daraus.

Der Antichrist

Антихрист
Переоценка всех ценностей
Проклятие христианству.
1888.

Предисловие

Эта книга принадлежит немногим. Может быть, никто из этих немногих ещё и не существует. Ими могут быть те, кто понимает моего Заратустру; как мог бы я смешаться с теми, у кого лишь сегодня открываются уши? Только послезавтра принадлежит мне. Иные люди родятся posthum.

Условия, при которых меня понимают и тогда уже понимают с необходимостью, — я знаю их слишком хорошо. Надо быть честным в интеллектуальных вещах до жестокости, чтобы только вынести мою серьёзность, мою страсть. Надо иметь привычку жить на горах — видеть под собою жалкую болтовню современной политики и национального эгоизма. Надо сделаться равнодушным, никогда не спрашивать, приносит ли истина пользу или становится роком для личности... Пристрастие силы к вопросам, на которые сегодня ни у кого нет мужества; мужество к запретному; предназначение к лабиринту. Опыт из семи одиночеств. Новые уши для новой музыки. Новые глаза для самого дальнего. Новая совесть для истин, которые оставались до сих пор немыми. И воля к экономии высокого стиля: сплачивать свою силу, своё вдохновение. Уважение к себе; любовь к себе; безусловная свобода относительно себя...

Итак, только это — мои читатели, мои настоящие читатели, мои предопределённые читатели: что за дело до остального? Остальное — лишь человечество. Надо стать выше человечества силой, высотой души — презрением...

Фридрих Ницше

1

Обратимся к себе. Мы гипербореиМифический народ, живущий в волшебной стране на далеком Севере, за пределами царства северного ветра Борея (отсюда название). Гипербореи живут при свете вечного дня, в блаженстве, не зная ни болезни, ни смерти, проводя свою жизнь в песнопениях и танцах среди священных полей и лесов. Это царство Аполлона, в котором он проводит зимние месяцы. — мы достаточно хорошо знаем, как далеко в стороне мы живём от других. «Ни землёй, ни водой ты не найдёшь пути к гипербореям» — так понимал нас ещё ПиндарПиндар. Десятая Пифийская песнь 29–30.. По ту сторону севера, льда, смерти — наша жизнь, наше счастье. Мы открыли счастье, мы знаем путь, мы нашли выход из целых тысячелетий лабиринта. Кто же нашёл его? — Неужели современный человек? — «Я не знаю, куда деваться; я всё, что не знает, куда деваться», — вздыхает современный человек. Этой современностью болели мы, мы болели ленивым миром, трусливым компромиссом, всей добродетельной нечистоплотностью современных Да и Нет. Эта терпимость, largeurширота, великодушие (фр.). сердца, которая всё «извиняет», потому что всё «понимает», действует на нас, как сирокко. Лучше жить среди льдов, чем под тёплыми веяниями современных добродетелей. Мы были достаточно смелы, мы не щадили ни себя, ни других, но мы долго не знали, куда нам направить нашу смелость. Мы были мрачны, нас называли фаталистами. Нашим фатумом было: полнота, напряжение, накопление сил. Мы жаждали молнии и дел, мы оставались вдали от счастья немощных, от «смирения». Грозовые тучи вокруг, мрак внутри нас: мы не имели пути; формула нашего счастья: одно Да, одно Нет, одна прямая линия, одна цель.

2

Что хорошо? — Всё, что повышает в человеке чувство власти, волю к власти, самую власть.

Что дурно? — Всё, что происходит из слабости.

Что есть счастье? — Чувство растущей власти, чувство преодолеваемого противодействия.

Не удовлетворённость, но стремление к власти, не мир вообще, но война, не добродетель, но полнота способностей (добродетель в стиле Ренессанс, virtù, добродетель, свободная от моралина).

Слабые и неудачники должны погибнуть: первое положение нашей любви к человеку. И им до́лжно ещё помочь в этом.

Что вреднее всякого порока? — Деятельное сострадание ко всем неудачникам и слабым — христианство.

3

Моя проблема не в том, как завершает собою человечество последовательный ряд сменяющихся существ (человек — это конец), но какой тип человека следует взрастить, какой тип желателен, как более ценный, более достойный жизни, будущности.

Этот более ценный тип уже существовал нередко, но лишь как счастливая случайность, как исключение, — и никогда как нечто преднамеренное. Наоборот, — его боялись более всего; до сих пор он внушал почти ужас, и из страха перед ним желали, взращивали и достигали человека противоположного типа: типа домашнего животного, стадного животного, больного животного — христианина.

4

Человечество не представляет собою развития к лучшему, или к сильнейшему, или к высшему, как в это до сих пор верят. «Прогресс» есть лишь современная идея, иначе говоря, фальшивая идея. Теперешний европеец по своей ценности глубоко ниже европейца эпохи Возрождения, поступательное развитие решительно не представляет собою какой-либо необходимости повышения, усиления.

Совсем в ином смысле, в единичных случаях на различных территориях земного шара и среди различных культур, удаётся проявление того, что фактически представляет собою высший тип, что по отношению к целому человечеству представляет род сверхчеловека. Такие счастливые случайности всегда бывали и всегда могут быть возможны. И при благоприятных обстоятельствах такими удачами могут быть целые поколения, племена, народы.

5

Не следует украшать и выряжать христианство: оно объявило смертельную войну этому высшему типу человека, оно отреклось от всех основных инстинктов этого типа; из этих инстинктов оно выцедило понятие зла, злого человека: сильный человек сделался негодным человеком, «отверженцем». Христианство взяло сторону всех слабых, униженных, неудачников, оно создало идеал из противоречия инстинктов поддержания сильной жизни; оно внесло порчу в самый разум духовно-сильных натур, так как оно научило их чувствовать высшие духовные ценности как греховные, ведущие к заблуждению, как искушения. Вот пример, вызывающий глубочайшее сожаление: гибель Паскаля, который верил в то, что причиной гибели его разума был первородный грех, между тем как ею было лишь христианство.

6

Мучительное, страшное зрелище представилось мне: я отдёрнул завесу с испорченности человека. В моих устах это слово свободно по крайней мере от одного подозрения: будто бы оно заключает в себе моральное обвинение. Слово это — я желал бы подчеркнуть это ещё раз — лишено морального смысла, и притом в такой степени, что испорченность эта как раз ощущается мною сильнее всего именно там, где до сих пор наиболее сознательно стремились к «добродетели», к «божественности». Я понимаю испорченность, как об этом можно уже догадаться, в смысле décadence: я утверждаю, что все ценности, к которым в настоящее время человечество стремится, как к наивысшим, — суть ценности décadence.

Я называю животное — род, индивидуум — испорченным, когда оно теряет свои инстинкты, когда оно выбирает, когда оно предпочитает то, что ему вредно. История «высоких чувств», «идеалов человечества» — может быть, именно мне нужно ею заняться — была бы почти только выяснением того, почему человек так испорчен.

Сама жизнь ценится мною, как инстинкт роста, устойчивости, накопления сил, власти: где недостаёт воли к власти, там упадок. Я утверждаю, что всем высшим ценностям человечества недостаёт этой воли, что под самыми святыми именами господствуют ценности упадка, нигилистические ценности.

7

Христианство называют религией сострадания. Сострадание противоположно тоническим аффектам, повышающим энергию жизненного чувства; оно действует угнетающим образом. Через сострадание теряется сила. Состраданием ещё увеличивается и усложняется убыль в силе, наносимая жизни страданием. Само страдание делается заразительным через сострадание; при известных обстоятельствах путём сострадания достигается такая величина ущерба жизни и жизненной энергии, которая находится в нелепо преувеличенном отношении к величине причины (— случай смерти Назореянина). Вот первая точка зрения, но есть ещё и более важная. Если измерять сострадание ценностью реакций, которые оно обыкновенно вызывает, то опасность его для жизни ещё яснее. Сострадание вообще противоречит закону развития, который есть закон подбора. Оно поддерживает то, что должно погибнуть, оно встаёт на защиту в пользу обездоленных и осуждённых жизнью; поддерживая в жизни неудачное всякого рода, оно делает саму жизнь мрачною и возбуждающею сомнение. Осмелились назвать сострадание добродетелью (в каждой благородной морали оно считается слабостью); пошли ещё дальше: сделали из него добродетель по преимуществу, почву и источник всех добродетелей, конечно, лишь с точки зрения нигилистической философии, которая пишет на своём щите отрицание жизни, — и это надо всегда иметь в виду. Шопенгауэр был прав: сострадание отрицает жизнь, оно делает её более достойной отрицания, — сострадание есть практика нигилизма. Повторяю: этот угнетающий и заразительный инстинкт уничтожает те инстинкты, которые исходят из поддержания и повышения ценности жизни: умножая бедствие и охраняя всё бедствующее, оно является главным орудием décadence — сострадание увлекает в ничто!.. Не говорят «ничто»: говорят вместо этого «по ту сторону», или «Бог», или «истинная жизнь», или нирвана, спасение, блаженство... Эта невинная риторика из области религиозно-нравственной идиосинкразии оказывается гораздо менее невинной, когда поймёшь, какая тенденция облекается здесь в мантию возвышенных слов, тенденция, враждебная жизни. Шопенгауэр был враждебен жизни — поэтому сострадание сделалось у него добродетелью... Аристотель, как известно, видел в сострадании болезненное и опасное состояние, при котором недурно кое-когда прибегать к слабительному; он понимал трагедию — как слабительное. Исходя из инстинкта жизни, можно бы было в самом деле поискать средство удалить хирургическим путём такое болезненное и опасное скопление сострадания, какое представляет случай с Шопенгауэром (и, к сожалению, весь наш литературный и артистический décadence от Санкт-Петербурга до Парижа, от Толстого до Вагнера)... Нет ничего более нездорового среди нашей нездоровой современности, как христианское сострадание. Здесь быть врачом, здесь быть неумолимым, здесь действовать ножом, — это надлежит нам, это наш род любви к человеку, с которой живём мы — философы, мы — гипербореи!..

8

Необходимо сказать, кого мы считаем своей противоположностью: теологов и всё, что от плоти и крови теологов, — всю нашу философию... Нужно вблизи увидеть роковое, больше того — нужно пережить его на себе, почти дойти до гибели, чтобы с ним уже не шутить более (свободомыслие наших господ естествоиспытателей и физиологов в моих глазах есть шутка; им недостаёт страсти в этих вещах, они не страдают ими). Отрава идёт гораздо далее, чем думают: я нашёл присущий теологам инстинкт высокомерия всюду, где теперь чувствуют себя «идеалистами», где, ссылаясь на высшее происхождение, мнят себя вправе относиться к действительности как к чему-то чуждому и смотреть на неё свысока... Идеалист совершенно так, как и жрец, все великие понятия держит в руке (и не только в руке!); он играет ими с благосклонным презрением к «разуму», «чувству», «чести», «благоденствию», «науке»; на всё это он смотрит сверху вниз, как на вредные и соблазнительные силы, над которыми парит «дух» в самодовлеющей чистоте: как будто жизнь до сих пор не вредила себе целомудрием, бедностью, одним словом, — святостью гораздо более, чем всякими ужасами и пороками... Чистый дух — есть чистая ложь... Пока жрец, этот отрицатель, клеветник, отравитель жизни по призванию, считается ещё человеком высшей породы, — нет ответа на вопрос: что есть истина? Раз сознательный защитник отрицания жизни является заступником «истины», тем самым истина ставится вверх ногами...

9

Этому инстинкту теолога объявляю я войну: всюду находил я следы его. У кого в жилах течёт кровь теолога, тот с самого начала не может относиться ко всем вещам прямо и честно. Развивающийся отсюда пафос называется вера, т. е. раз и навсегда закрывание глаз, чтобы не страдать от зрелища неисправимой лжи. Из этого оптического обмана создают себе мораль, добродетель, святость; чистую совесть связывают с фальшивым взглядом; освящая собственное мировоззрение терминами «Бог», «спасение», «вечность», не допускают, чтобы какая-нибудь иная оптика претендовала на ценность. Везде откапывал я инстинкт теолога: он есть самая распространённая и самая подземная форма лжи, какая только существует на земле. Всё, что ощущает теолог как истинное, то должно быть ложным: в этом мы почти имеем критерий истины. Его глубочайший инстинкт самосохранения запрещает, чтобы реальность в каком бы то ни было отношении пользовалась почётом или хотя бы просто заявляла о себе. Поскольку простирается влияние теологов, постольку извращается оценка, — необходимо подмениваются понятия «истинный» и «ложный»: что более всего вредит жизни, то здесь называется «истинным»; что её возвышает, поднимает, утверждает, оправдывает и доставляет ей торжество, то называется «ложным». Если случается, что теологи, путём воздействия на «совесть» государей (или народов), протягивают руку к власти, то мы не сомневаемся, что собственно каждый раз тут происходит: воля к концу, нигилистическая воля волит власти...

10

Немцам сразу понятны мои слова, что кровь теологов испортила философию. Протестантский пастор — дедушка немецкой философии, сам протестантизм её peccatum originaleпервородный грех (лат.).. Вот определение протестантизма: односторонний паралич христианства — и разума... Достаточно сказать слово «тюбингенская школа»В Тюбингенском институте учились Гегель, Шеллинг, Гёльдерлин. Ницше, очевидно, имеет в виду семинар евангелически-протестантского факультета Тюбингенского университета., чтобы сделалось ясным, что немецкая философия в основании своём — коварная теология... Швабы — лучшие лжецы в Германии, — они лгут невинно... Откуда то ликование при появлении Канта, которое охватило весь немецкий учёный мир, состоящий на три четверти из сыновей пасторов и учителей? Откуда убеждение немцев, ещё и до сих пор находящее свой отзвук, что с Кантом начался поворот к лучшему? Инстинкт теолога в немецком учёном угадал, что теперь снова сделалось — возможным... Открылась лазейка к старому идеалу; понятие «истинный мир», понятие о морали как сущности мира (два злостнейших заблуждения, какие только существуют!) — эти два понятия, благодаря хитроумному скептицизму, если не доказываются, то более не опровергаются... Разум, право разума сюда не достигает... Из реальности сделали «видимость», из совершенно изолганного мира, мира сущего, сделали реальность... Успех Канта есть лишь успех теолога. Кант, подобно Лютеру, подобно Лейбницу, был лишним тормозом для недостаточно твёрдой на ногах немецкой честности...

11

Ещё одно слово против Канта как моралиста. Добродетель должна быть нашим изобретением, нашей глубоко личной защитой и потребностью: во всяком ином смысле она только опасность. Что не обусловливает нашу жизнь, то вредит ей: добродетель только из чувства уважения к понятию «добродетель», как хотел этого Кант, вредна. «Добродетель», «долг», «добро само по себе», доброе с характером безличности и всеобщности — всё это химеры, в которых выражается упадок, крайнее обессиление жизни, кёнигсбергский китаизм. Самые глубокие законы сохранения и роста повелевают как раз обратное: чтобы каждый находил себе свою добродетель, свой категорический императив. Народ идёт к гибели, если он смешивает свой долг с понятием долга вообще. Ничто не разрушает так глубоко, так захватывающе, как всякий «безличный» долг, всякая жертва молоху абстракции. — Разве не чувствуется категорический императив Канта, как опасный для жизни!.. Только инстинкт теолога взял его под защиту! — Поступок, к которому вынуждает инстинкт жизни, имеет в чувстве удовольствия, им вызываемом, доказательство своей правильности; а тот нигилист с христиански-догматическими потрохами принимает удовольствие за возражение... Что действует разрушительнее того, если заставить человека работать, думать, чувствовать без внутренней необходимости, без глубокого личного выбора, без удовольствия? как автомат «долга»? Это как раз рецепт décadence, даже идиотизма... Кант сделался идиотом. — И это был современник Гёте! Этот роковой паук считался немецким философом! — Считается ещё и теперь!.. Я остерегаюсь высказать, что я думаю о немцах... Разве не видел Кант во Французской революции перехода неорганической формы государства в органическую? Разве не задавался он вопросом, нет ли такого явления, которое совершенно не может быть объяснено иначе как моральным настроением человечества, так чтобы им раз и навсегда была доказана «тенденция человечества к добру»? Ответ Канта: «это революция»Kant I. Der Streit der Fakultäten // Werke. Akademie-Ausgabe. Bd 7. Berlin. S 85–87.. Ошибочный инстинкт в общем и в частности, противоприродное как инстинкт, немецкая décadence как философия — вот что такое Кант!

12

Если оставить в стороне пару скептиков, представителей порядочности в истории философии, то остальное всё не удовлетворяет первым требованиям интеллектуальной честности. Все эти великие мечтатели и чудаки, вместе взятые, все они поступают, как бабёнки: «прекрасные чувства» принимают они за аргументы, «душевное воздыхание» за воздуходувку Божества, убеждение за критерий истины. В конце концов ещё Кант в «немецкой» невинности пытался приобщить к науке эту форму коррупции, этот недостаток интеллектуальной совести, под видом понятия «практический разум»: он нарочно изобрёл разум для того случая, когда о разуме не может быть и речи, когда именно мораль провозглашает своё возвышенное требование: «ты должен». Принимая во внимание, что почти у всех народов философ есть только дальнейшее развитие жреческого типа, нечего удивляться его жульничеству перед самим собой, этому наследию жреца. Если имеешь священные задачи вроде исправления, спасения, искупления человечества, если носишь в груди божество, считаешь себя рупором потустороннего императива, то, облечённый в такую миссию, ставишь себя уже вне всех чисто рациональных оценок, — сам, освящённый подобной задачей, изображаешь тип высшего порядка!.. Что за дело жрецу до науки! Он стоит слишком высоко для этого! — И этот жрец до сих пор господствовал! — Он определял понятие «истинный» и «неистинный»!..

13

Оценим в должной мере то, что мы сами, мы, свободные умы, уже есть «переоценка всех ценностей», воплощённый клич войны и победы над всеми старыми понятиями об «истинном» и «неистинном». Самое ценное в интеллектуальном отношении отыскивается позднее всего. Но самое ценное — это методы. Все методы, все предпосылки нашей теперешней научности, встречали глубочайшее презрение в течение тысячелетий; из-за них иные исключались из общества «честных» людей, считались «врагами Бога», презирающими истину, «одержимыми». Научные склонности человека делали из него чандалу... Весь пафос человечества — его понятие о том, что́ должно быть истиной, чем должно быть служение истине — всё было против нас: каждое «ты должен» было до сих пор направлено против нас... Предметы наших занятий, самые занятия, весь род наш — тихий, осмотрительный, недоверчивый — всё казалось совершенно недостойным и заслуживающим презрения. — В конце концов, с известной долей справедливости можно бы было спросить себя: не эстетический ли вкус удерживал человечество в столь длительной слепоте? Оно требовало от истины живописного эффекта, оно требовало и от познающего, чтобы он сильно действовал на чувство. Наша скромность дольше всего претила его вкусу... О, как они это угадали, эти божьи индюки!..

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Нам пришлось переучиваться. Во всём мы сделались скромнее. Мы более не выводим человека из «духа», из «божества», мы отодвинули его в ряды животных. Мы считаем его сильнейшим животным, потому что он хитрее всех, — следствием этого является его духовность. С другой стороны, мы устраняем от себя тщеславное чувство, которое и здесь могло бы проявиться: что человек есть великая скрытая цель развития животного мира. Он совсем не венец творения, каждое существо рядом с ним стоит на равной ступени совершенства... Утверждая это, мы утверждаем ещё большее: человек, взятый относительно, есть самое неудачное животное, самое болезненное, уклонившееся от своих инстинктов самым опасным для себя образом, — но, конечно, со всем этим и самое интереснейшее! — Что касается животных, то с достойною уважения смелостью Декарт впервые рискнул высказать мысль, что животное можно понимать как machina, — вся наша физиология старается доказать это положение. Развивая логически эту мысль, мы не исключаем и человека, как это делал ещё Декарт: современные понятия о человеке развиваются именно в механическом направлении. Прежде придавали человеку качество высшего порядка — «свободную волю»; теперь мы отняли у него даже волю в том смысле, — что под волей нельзя уже более подразумевать силу. Старое слово «воля» служит только для того, чтобы обозначить некую результанту, некий род индивидуальной реакции, которая необходимо следует за известным количеством частью противоречащих, частью согласующихся раздражений: воля более не «действует», более не «двигает»... Прежде видели в сознании человека, в «духе», доказательство его высшего происхождения, его божественности; ему советовали, если он хотел быть совершенным, втянуть, подобно черепахе, в себя свои чувства, прекратить общение с земным, скинуть земную оболочку: тогда от него должно было остаться главное — «чистый дух». На счёт этого мы теперь уже лучше соображаем: как раз именно сознание, «дух», мы считаем симптомом относительного несовершенства организма, как бы попыткой, прощупыванием, промахом, как бы усилием, при котором бесполезно тратится много нервной силы; мы отрицаем, чтобы что-нибудь могло быть совершенным, раз оно делается сознательно. «Чистый дух» есть чистая глупость: если мы сбросим со счёта нервную систему и чувства, «смертную оболочку», то мы обсчитаемся — вот и всё.

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Ни мораль, ни религия не соприкасаются в христианстве ни с какой точкой действительности. Чисто воображаемые причины («Бог», «душа», «Я», «дух», «свободная воля», — или даже «несвободная»); чисто воображаемые действия («грех», «искупление», «милость», «наказание», «прощение греха»). Общение с воображаемыми существами («Бог», «духи», «души»); воображаемая наука о природе (антропоцентрическая; полное отсутствие понятия о естественных причинах); воображаемая психология (явное непонимание самого себя, толкование приятных или неприятных всем общих чувств — как, например, известных состояний nervus sympathicus — при помощи символического языка религиозно-моральной идиосинкразии, — «раскаяние», «угрызение совести», «искушение дьявола», «близость Бога»); воображаемая телеология («Царство Божье», «Страшный суд», «вечная жизнь»). — Этот мир чистых фикций сильно отличается не в свою пользу от мира грёз именно тем, что последний отражает действительность, тогда как первый извращает её, обесценивает, отрицает. Только после того, как понятие «природа» было противопоставлено понятию «Бог», слово «природный», «естественный» должно было сделаться синонимом «недостойный» — корень всего этого мира фикций лежит в ненависти к естественному (действительность!); этот мир есть выражение глубокого отвращения к действительному... И этим всё объясняется. У кого единственно есть основание отречься от действительности, оклеветавши её? — У того, кто от неё страдает. Но страдать от действительности — это значит самому быть неудачной действительностью... Перевес чувства неудовольствия над чувством удовольствия есть причина этой фиктивной морали и религии, а такой перевес даёт содержание формуле décadence...

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К такому заключению вынуждает критика христианского понятия о Боге. — Народ, который ещё верит в самого себя, имеет также и своего собственного Бога. В нём он чтит условия, благодаря которым он поднялся, — свои добродетели. Его самоудовлетворённость, его чувство власти отражается для него в существе, которое можно за это благодарить. Кто богат — хочет давать; гордый народ нуждается в божестве, чтобы жертвовать... Религия при таких предпосылках является выражением благодарности. Народ, благодарный за своё существование, нуждается для выражения этой благодарности в божестве. — Такое божество должно иметь силу приносить пользу или вред, быть другом или врагом; ему удивляются как в добре, так и в зле. Противоестественная кастрация божества в божество только добра была бы здесь совсем нежелательна. В злом божестве так же нуждаются, как и в добром: ведь и собственное существование не есть лишь дар снисходительности и дружеского расположения к человеку... Какой смысл в божестве, которое не знает ни гнева, ни мести, ни зависти, ни насмешки, ни хитрости, ни насилия? которому, быть может, никогда не были знакомы приводящие в восхищение ardeursпыл, рвение (фр.). победы и уничтожения? Такое божество было бы и непонятно: к чему оно? — Конечно, если народ погибает, если он чувствует, что окончательно исчезает его вера в будущее, его надежда на свободу, если покорность начинает входить в его сознание, как первая полезность, если добродетели подчинения являются необходимыми условиями его поддержания, то и его божество должно также измениться. Оно делается теперь пронырливым, боязливым, скромным, советует «душевный мир», воздержание от ненависти, осторожность, «любовь к другу и врагу». Оно постоянно морализирует, оно вползает в каждую частную добродетель, становится божеством для отдельного человека, становится частным лицом, космополитом... Некогда божество представляло собою народ, мощь народа, всё агрессивное и жаждущее власти в душе народа — теперь оно только лишь благое божество... Поистине, для богов нет иной альтернативы: или они есть воля к власти, и тогда они бывают национальными божествами, — или же они есть бессилие к власти — и тогда они по необходимости делаются добрыми...

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Где понижается воля к власти в какой бы то ни было форме, там всякий раз происходит также и физиологический спад, décadence. Божество décadence, кастрированное в сильнейших своих мужских добродетелях и влечениях, делается теперь по необходимости Богом физиологически вырождающихся, Богом слабых. Сами себя они не называют слабыми, они называют себя «добрыми»... Понятно без дальнейших намёков, в какие моменты истории впервые делается возможной дуалистическая фикция доброго и злого Бога. Руководствуясь одним и тем же инстинктом, порабощённые низводят своего Бога до «доброго в самом себе» и вместе с тем лишают Бога своих поработителей его добрых качеств; они мстят своим господам тем, что их Бога обращают в чёрта. — Добрый Бог, равно как и чёрт, — то и другое суть исчадия décadence. Как можно ещё в настоящее время так поддаваться простоте христианских теологов, чтобы вместе с ними декретировать, что дальнейшее развитие понятия о Боге от «Бога Израиля», от Бога народа, к христианскому Богу, к вместилищу всякого добра, — что это был прогресс? — Но сам Ренан делает это. Как будто Ренан имеет право на простоту! А между тем противоположное бросается в глаза. Если из понятия о божестве удалены все предпосылки возрастающей жизни, всё сильное, смелое, повелевающее, гордое, если оно опускается шаг за шагом до символа посоха для уставших, якоря спасения для всех утопающих, если оно становится Богом бедных людей, Богом грешников, Богом больных par excellenceпо преимуществу (фр.). и предикат «Спаситель», «Избавитель» делается как бы божеским предикатом вообще, — то о чём говорит подобное превращение, подобная редукция божественного? — Конечно, «Царство Божье» тем самым увеличилось. Прежде Бог знал только свой народ, свой «избранный» народ. Между тем он пошёл, как и народ его, на чужбину, начал странствовать, и с тех пор он уже нигде не оставался в покое, пока наконец не сделался всюду туземцем — великий космополит, — пока не перетянул он на свою сторону «великое число» и половину земли. Но Бог «великого числа», демократ между богами, несмотря на это, не сделался гордым богом язычников; он остался иудеем, он остался богом закоулка, богом всех тёмных углов и мест, всех нездоровых жилищ целого мира!.. Царство его мира всегда было царством преисподней, госпиталем, царством souterrainподполье (фр.)., царством гетто... И сам он, такой бледный, такой слабый, такой décadent... Даже самые бледные из бледных, господа метафизики, альбиносы понятия, стали над ним господами. Метафизики опутывали его своей пряжей до тех пор, пока он сам, загипнотизированный их движениями, не сделался пауком, сам не сделался метафизикусом. Теперь он уже прял мир из самого себя — sub specie Spinozaeс точки зрения Спинозы (лат.). — теперь он сам преображался, всё утончаясь и бледнея; он стал «идеалом», стал «чистым духом», стал «absolutum», стал «вещью в себе»... Падение божества: Бог стал «вещью в себе»...

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Христианское понятие о божестве (Бог как Бог больных, Бог как паук, Бог как дух) — это понятие есть одно из самых извращённейших понятий о божестве, какие только существовали на земле; быть может, оно является даже измерителем той глубины, до которой может опуститься тип божества в его нисходящем развитии. Бог, выродившийся в противоречие с жизнью, вместо того чтобы быть её просветлением и вечным её утверждением! Бог, объявляющий войну жизни, природе, воле к жизни! Бог как формула всякой клеветы на «посюстороннее», для всякой лжи о «потустороннем»! Бог, обожествляющий «ничто», освящающий волю к «ничто»!..

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Сильные расы северной Европы не оттолкнули от себя христианского Бога, и это не делает чести их религиозной одарённости, не говоря уже о вкусе. Они должны бы справиться с таким болезненным и слабым выродком décadence. Но за то, что они не справились с ним, на них лежит проклятие: они впитали во все свои инстинкты болезненность, дряхлость, противоречие, они уже не создали с тех пор более никакого Бога! Почти два тысячелетия — и ни одного нового божества! Но всё ещё он и как бы по праву, как бы ultimatum и maximumкрайняя и высшая степень (лат.). богообразовательной силы, creator spiritusтворческих дух (лат.). в человеке, — всё он, этот жалкий Бог христианского монотонотеизма! Этот гибрид упадка, образовавшийся из нуля, понятия и противоречия, в котором получили свою санкцию все инстинкты décadence, вся трусливость и усталость души!..

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Осуждая христианство, я не хотел бы быть несправедливым по отношению к родственной религии, которая даже превосходит христианство числом своих последователей: по отношению к буддизму. Обе принадлежат к нигилистическим религиям, как религии décadence, и обе удивительно непохожи одна на другую. Теперь их уже можно сравнивать, и за это критик христианства должен быть глубоко благодарен индийским учёным. Буддизм во сто раз реальнее христианства, — он представляет собою наследие объективной и холодной постановки проблем, он является после философского движения, продолжавшегося сотни лет; с понятием «Бог» уже было покончено, когда он явился. Буддизм есть единственная истинно позитивистская религия, встречающаяся в истории; даже в своей теории познания (строгом феноменализме) он не говорит: «борьба против греха», но, с полным признанием действительности, он говорит: «борьба против страдания». Самообман моральных понятий он оставляет уже позади себя, — и в этом его глубокое отличие от христианства — он стоит, выражаясь моим языком, по ту сторону добра и зла. — Вот два физиологических факта, на которых он покоится и которые имеет в виду: первое — преувеличенная раздражительность, выражающаяся в утончённой чувствительности к боли, второе — усиленная духовная жизнь, слишком долгое пребывание в области понятий и логических процедур, ведущее к тому, что инстинкт личности, ко вреду для себя, уступает место «безличному» (оба состояния, по опыту известные, по крайней мере некоторым из моих читателей — «объективным» подобно мне самому). На основе этих физиологических условий возникло состояние депрессии; против него-то и выступил со своей гигиеной Будда. Он предписывает жизнь на свежем воздухе, в странствованиях; умеренность и выбор в пище, осторожность относительно всех спиртных; предусмотрительность также по отношению ко всем аффектам, вырабатывающим желчь, разгорячающим кровь, — никаких забот ни о себе, ни о других. Он требует представлений успокаивающих или развеселяющих — он изобретает средства отучить себя от других. Он понимает доброту, доброжелательное настроение как требование здоровья. Молитва исключается, равно как и аскеза; никакого категорического императива, никакого принуждения вообще, даже внутри монастырской общины (откуда всегда возможен выход). Всё это было бы средствами к усилению преувеличенной раздражительности. Поэтому именно он не требует никакой борьбы с теми, кто иначе думает; его учение сильнее всего вооружается против чувства мести, отвращения, ressentimentзлоба, злопамятство (фр.). (— «не путём вражды кончается вражда» — трогательный рефрен всего буддизма). И это с полным правом: именно эти аффекты были бы вполне нездоровы по отношению к главной, диететической, цели. Если он встречает духовное утомление, которое выражается в слишком большой «объективности» (т. е. в ослаблении индивидуального интереса, в потере «эгоизма»), он с ним борется тем, что придаёт даже и вполне духовным интересам строго личный характер. В учении Будды эгоизм делается обязанностью. «Необходимо одно: как тебе освободиться от страданий», — это положение регулирует и ограничивает всю духовную диету (быть может, следует вспомнить того афинянина, который также объявлял войну чистой «научности», а именно Сократа, поднявшего личный эгоизм в область моральных проблем).

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Чрезвычайно мягкий климат, кротость и либеральность в нравах, отсутствие милитаризма — вот условия, предрасполагающие к буддизму; равно как и то, чтобы очагом движения были высшие и даже учёные сословия. Ясность духа, спокойствие, отсутствие желаний как высшая цель — вот чего хотят и чего достигают. Буддизм не есть религия, в которой лишь стремятся к совершенству: совершенное здесь есть нормальный случай. —

В христианстве инстинкты подчинённых и угнетённых выступают на передний план: именно низшие сословия ищут в нём спасения. Казуистика греха, самокритика, инквизиция совести практикуются здесь как занятие, как средство против скуки; здесь постоянно (путём молитвы) поддерживается пыл по отношению к могущественному существу, называемому «Бог»; высшее значится здесь как недостижимое, как дар, как «милость». В христианстве недостаёт также откровенности: тёмное место, закоулок — это в его духе. Тело здесь презирается, гигиена отвергается как чувственность; церковь отвращается даже от чистоплотности (первым мероприятием христиан после изгнания мавров было закрытие общественных бань, каковых только в Кордове насчитывалось до двухсот семидесяти). Христианство есть в известном смысле жестокость к себе и другим, ненависть к инакомыслящим, воля к преследованию. Мрачные и волнующие представления здесь на переднем плане. Состояния, которых домогаются и отмечают высокими именами, — это эпилептоидные состояния. Диета приспособлена к тому, чтобы покровительствовать болезненным явлениям и крайне раздражать нервы. Христианство есть смертельная вражда к господам земли, к «знатным», и вместе с тем скрытое, тайное соперничество с ними (им предоставляют «плоть», себе хотят только «душу»...). Христианство — это ненависть к уму, гордости, мужеству, свободе; это — libertinageвольность, вольнодумство (фр.). ума; христианство есть ненависть к чувствам, к радостям чувств, к радости вообще...

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Когда христианство покинуло свою первоначальную почву, т. е. низшие сословия, подонки античного мира, когда оно вышло на поиски власти, очутилось среди варварских народов — с тех пор оно не могло уже более рассчитывать на утомлённых людей, но ему предстояло иметь дело с людьми внутренне-одичавшими и терзающими друг друга — людьми сильными, но неудачниками. Недовольство собою, страдание от самого себя не имеют здесь характера чрезмерной раздражительности и восприимчивости к боли, как у буддиста, а скорее наоборот, — чересчур сильное стремление к причинению боли, к разрешению внутреннего напряжения путём враждебных поступков и представлений. Христианству нужны были варварские понятия и оценки, чтобы господствовать над варварами: такова жертва первенца, причащение в виде пития крови, презрение духа и культуры, всевозможные — чувственные и сверхчувственные — пытки, помпезность культа. Буддизм — религия для поздних людей, для добрых, нежных рас, достигших высшей степени духовности, которые слишком восприимчивы к боли (Европа далеко ещё не созрела для него); он есть возврат их к миру и весёлости, к диете духа, к известной закалке тела. Христианство хочет приобрести господство над дикими зверями; средством его для этого является — сделать их больными. Делать слабым — это христианский рецепт к приручению, к «цивилизации». Буддизм есть религия цивилизации, приведшей к усталости, близящейся к концу, христианство ещё не застаёт такой цивилизации, — при благоприятных обстоятельствах оно само её устанавливает.

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Буддизм, повторяю ещё раз, в сто раз холоднее, правдивее, объективнее. Он не нуждается в том, чтобы своему страданию, своей болезненности придать вид приличия, толкуя его как грех, — он просто говорит то, что думает: «я страдаю». Для варвара, напротив, страдание само по себе есть нечто неприличное: он нуждается в известном истолковании, чтобы самому себе признаться, что он страдает (его инстинкт прежде всего указывает ему на то, чтобы отрицать страдание, скрывая его). Слово «дьявол» явилось здесь благодеянием: в нём имели налицо могущественного и сильного врага: можно было не стыдиться страдания от такого врага. —

Христианство имеет в основании несколько тонкостей, принадлежащих Востоку. Прежде всего оно знает, что само по себе безразлично, истинно ли то или другое, но в высшей степени важно, насколько верят, что оно истинно. Истина и вера, что известная вещь истинна, — это два мира совсем отдельных, почти противоположных интересов: к тому и другому ведут пути, в основе совершенно различные. Знать это — значит на Востоке быть почти мудрецом: так понимают это брамины, так понимает Платон, так же каждый ученик эсотерической мудрости. Если, например, счастье заключается в том, чтобы верить в спасение от греха, то для этого нет необходимости в предположении, чтобы человек был грешен, но только, чтобы он чувствовал себя грешным. Но если вообще прежде всего необходима вера, то разум, познание, исследование необходимо дискредитировать: путь к истине делается запрещённым путём. — Сильная надежда есть гораздо больший жизненный стимул, чем какое бы то ни было действительно наступившее счастье. Страдающих можно поддержать надеждой, которая не может быть опровергнута действительностью, которая не устраняется осуществлением, — надеждой на потустороннее. (Именно благодаря этой способности поддерживать несчастных надежда считалась у греков злом, изо всех зол единственно коварным злом: она осталась в ларце зла.) — Чтобы была возможна любовь, Бог должен быть личностью; чтобы могли при этом заговорить самые низшие инстинкты, Бог должен быть молод. Чтобы воспламенить женщин, надо было выдвинуть на передний план прекрасного святого, для мужчин — Марию. Всё это при предположении, что христианство будет господствовать там, где понятие культа уже определилось культом Афродиты или Адониса. Требование целомудрия усиливает внутренний пыл религиозного инстинкта — оно делает культ горячее, мечтательнее, душевнее. — Любовь есть такое состояние, когда человек по большей части видит вещи не такими, каковы они есть. Здесь господствует сила иллюзии, одновременно преображающая и услаждающая. При любви можно перенести больше, можно вытерпеть всё. Необходимо изобрести религию, которая была бы преисполнена любви, с любовью можно перейти через самое плохое в жизни: его уже и вовсе не замечаешь. Вот что можно сказать о трёх христианских добродетелях: вере, надежде, любви; я называю их тремя христианскими хитростями. — Буддизм слишком зрел и к тому же слишком позитивистичен для того, чтобы прибегать к подобным хитростям.

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Я здесь только коснусь проблемы возникновения христианства. Первое положение к её решению гласит: христианство можно понять единственно в связи с той почвой, на которой оно выросло, — оно не есть движение, враждебное иудейскому инстинкту, оно есть его последовательное развитие, силлогизм в его логической цепи, внушающей ужас. По формуле Искупителя: «спасение идёт от иудеев». — Второе положение гласит: психологический тип Галилеянина ещё доступен распознаванию, но быть пригодным для того, для чего он употреблялся, т. е. быть типом Спасителя человечества, он мог лишь при полном своём вырождении (которое одновременно есть искалчение и перегрузка чуждыми ему чертами).

Евреи — это самый замечательный народ мировой истории, потому что они, поставленные перед вопросом: быть или не быть, со внушающей ужас сознательностью предпочли быть какою бы то ни было ценою: и этою ценою было радикальное извращение всей природы, всякой естественности, всякой реальности, всего внутреннего мира, равно как и внешнего. Они оградили себя от всех условий, в которых до сих пор народ мог и должен был жить, они создали из себя понятие противоположности естественным условиям, непоправимым образом обратили они по порядку религию, культ, мораль, историю, психологию в противоречие к естественным ценностям этих понятий. Подобное явление встречаем мы ещё раз (и в несравненно преувеличенных пропорциях, хотя это только копия): христианская церковь по сравнению с «народом святых» не может претендовать на оригинальность. Евреи вместе с тем самый роковой народ всемирной истории: своими дальнейшими влияниями они настолько извратили человечество, что ещё теперь христианин может чувствовать себя анти-иудеем, не понимая того, что он есть последний логический вывод иудаизма.

В «Генеалогии морали» я впервые представил психологическую противоположность понятий благородной морали и морали ressentiment, выводя последнюю из отрицания первой; но эта последняя и есть всецело иудейско-христианская мораль. Чтобы сказать Нет всему, что представляет на земле восходящее движение жизни, удачу, силу, красоту, самоутверждение, — инстинкт ressentiment, сделавшийся гением, должен был изобрести себе другой мир, с точки зрения которого это утверждение жизни являлось злом, недостойным само по себе. По психологической проверке еврейский народ есть народ самой упорнейшей жизненной силы; поставленный в невозможные условия, он добровольно, из глубокого и мудрого самосохранения, берёт сторону всех инстинктов décadence — не потому, что они им владеют, но потому, что в них он угадал ту силу, посредством которой он может отстоять себя против «мира». Евреи — это эквивалент всех décadents: они сумели изобразить их до иллюзии, с актёрским гением до non plus ultraкрайняя степень (лат.)., сумели поставить себя во главе всех движений décadence (как христианство Павла), чтобы из них создать нечто более сильное, чем всякое иное движение, утверждающее жизнь. Для той человеческой породы, которая в иудействе и христианстве домогается власти, т. е. для жреческой породы, — décadence есть только средство: эта порода людей имеет свой жизненный интерес в том, чтобы сделать человечество больным, чтобы понятия «добрый» и «злой», «истинный» и «ложный» извратить в опасном для жизни смысле, являющемся клеветою на мир.

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История ИзраиляИсточник Ницше по истории Израиля: Wellhausen J. Prolegomena zur Geschichte Israels. Berlin, 1883. Сохранившийся в его библиотеке экземпляр книги испещрён многочисленными пометками и подчёркнутыми местами. неоценима, как типичное изображение того процесса, посредством которого естественные ценности лишались всякой естественности: я отмечаю этот процесс пятью фактами. Первоначально, во времена Царей, и Израиль стоял ко всем вещам в правильном, т. е. естественном, отношении. Его Иегова был выражением сознания власти, радости, надежды на себя: в нём ожидали победы и спасения, с ним доверяли природе, что она даёт то, в чём нуждается народ, и прежде всего дождь. Иегова — Бог Израиля и, следовательно, Бог справедливости: такова логика всякого народа, который обладает силою и с чистой совестью пользуется ею. В празднествах выражаются обе эти стороны самоутверждения народа: он благодарен за великие судьбы, которые возвышают, он благодарен за круговую смену времён года, за всю свою удачу в скотоводстве и земледелии. — Это положение долго оставалось идеалом уже и после того, как ему был положен печальный конец, анархией внутри, ассириянами извне. Но народ выше всего ценил образ царя — хорошего солдата и вместе с тем строгого судью: так понимал это прежде всего Исайя — этот типичный пророк (т. е. критик и сатирик момента). — Но надежда не осуществлялась. Старый Бог ничего более не мог из того, что мог он ранее. От него должны были бы отказаться. Что же случилось? Изменили понятие о нём, — это понятие лишили естественности; этой ценой его удержали. — Иегова — Бог «справедливости» — более не составляет единства с Израилем, он не служит выражением народного самосознания: он только условный Бог... Понятие о нём сделалось орудием в руках жрецов-агитаторов, которые теперь истолковывали всякое счастье как награду, всякое несчастье — как наказание за непослушание против Бога, как «грех»: извращённая манера мнимого «нравственного миропорядка», посредством которого раз навсегда извращаются естественные понятия «причина» и «действие». Теперь, когда с наградой и наказанием изгнана была из мира естественная причинность, явилась потребность в противоестественной причинности; отсюда следует вся дальнейшая противоестественность. Бог, который требует, — вместо Бога, который помогает, советует, который в основе является словом для всякого счастливого вдохновения мужества и самодоверия... Мораль не является уже более выражением условий, необходимых для жизни и роста народа, его глубочайшего инстинкта жизни, но, сделавшись абстрактною, становится противоположностью жизни, — мораль как коренное извращение фантазии, «дурной глаз» по отношению к миру. Что такое еврейская, что такое христианская мораль? Случай, лишённый своей невинности, несчастье, осквернённое понятием «греха», благосостояние как опасность, как «искушение», физиологически плохое самочувствие, отравленное червем совести.

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Понятие о Боге извращено; понятие о морали извращено: но на этом не остановилось еврейское жречество. Можно было обойтись и без всей истории Израиля: прочь её... Эти жрецы устроили чудо из искажения, документальным доказательством которого является перед нами добрая часть Библии: прошлое собственного народа они перенесли в религию с полным надругательством над всяким преданием, над всякой исторической действительностью, иначе говоря, сделали из этого прошлого тупой механизм спасения, соединивши вину против Иеговы с наказанием, благочестие с наградой. Этот позорнейший акт исторического извращения мы чувствовали бы гораздо болезненнее, если бы тысячелетнее церковное истолкование истории не притупило в нас требования к честности in historicisв делах истории (лат.).. А церкви вторили философы: ложь «нравственного миропорядка» проходит через всё развитие даже новейшей философии. Что означает «нравственный миропорядок»? То, что раз навсегда существует Божья воля на то, что человек может делать и чего не может, что ценность народа и отдельной личности измеряется тем, как много или мало он повинуется Божьей воле; что в судьбах народа и отдельной личности воля Божья оказывается господствующей, т. е. наказывающей и награждающей, сообразно со степенью послушания. — Действительность вместо этой жалкой лжи гласит: тот человек — паразит, который преуспевает на счёт всего здорового в жизни, т. е. жрец, злоупотребляет именем Бога: такое положение вещей, при котором жрец определяет ценности, он называет «Царством Божьим», средство, при помощи которого достигается или поддерживается такое состояние, он называет «волей Божьей»; с хладнокровным цинизмом мерит он народы, времена, отдельные личности меркою полезности или вреда для власти жрецов. В самом деле: в руках еврейских жрецов великое время истории Израиля сделалось временем упадка; изгнание, продолжительное несчастье, обратилось в вечное наказание за прошлые великие времена, за те времена, когда жрец ещё был ничем. Из сильных, весьма свободных, удачных образов истории Израиля они сделали, сообразуясь с потребностями, жалких проныр и ханжей или «безбожников»; психологию всякого великого события они упростили идиотской формулой «послушания или непослушания Богу». Ещё шаг далее: «Божья воля» (т. е. условие для поддерживания власти жреца) должна быть известна, — для этой цели необходимо «откровение». По-немецки: является необходимость в великой литературной фальсификации — открывается «Священное Писание»; оно делается публичным со всей иерархической помпой, с покаянными днями, с воплями горести о «грехах». «Воля Божья» уже давно известна: вся беда в том, что чуждаются «Священного Писания»... Уже Моисей открыл «волю Божью»... Что же произошло? Раз навсегда, со строгостью, с педантизмом, формулировал жрец, что хочет он иметь, «в чём Божья воля», вплоть до больших и малых податей, которые должны были платить ему (не были забыты и самые вкусные куски мяса, так как жрец есть пожиратель бифштексов)... И с тех пор вся жизнь устраивается так, что нигде нельзя обойтись без жреца; во всех естественных событиях жизни — при рождении, браке, болезни, смерти, не говоря о «жертве» (трапезе), — является священный паразит, чтобы лишить всё это естественности, «освятить» их, выражаясь его языком... Ибо нужно же понять это: всякий естественный обычай, всякое естественное учреждение (государство, судоустройство, брак, попечение о бедных и больных), всякое требование, исходящее от инстинкта жизни, — короче, всё, что имеет свою цену в самом себе, через паразитизм жреца (или «нравственный миропорядок») в основе своей лишается ценности, становится противоценным, и даже более того: в дополнение требуется санкция, — необходима сообщающая ценность сила, которая, отрицая природу, сама создаёт ценность... Жрец обесценивает природу, лишает её святости: этой ценой он существует вообще. — Неповиновение Богу, т. е. жрецу, «закону», получает теперь имя «греха»; средствами для «примирения с Богом», само собой, являются такие средства, которые основательнее обеспечивают подчинение жрецу: только жрец «спасает». В каждом жречески организованном обществе психологически неизбежными делаются «грехи»: они факторы власти, жрец живёт грехами, он нуждается в том, чтобы «грешили»... Высшее положение: «Бог прощает тому, кто раскаивается»; по-немецки: кто подчиняется жрецу. —

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На такой-то ложной почве, где всё естественное, всякая естественная ценность, всякая реальность возбуждала против себя глубочайшие инстинкты господствующего класса, выросло христианство, самая острая форма вражды к реальности, какая только до сих пор существовала. «Святой народ», удержавший для всего только жреческие оценки, только жреческие слова, и с ужасающей последовательностью заклеймивший всё, что на земле представляло ещё силу, словами «нечестивый», «мир», «грех», — этот народ выдвинул для своего инстинкта последнюю формулу, которая в своей логике доходила до самоотрицания: в лице христианства он отрицал последнюю форму реальности — он отрицал «святой народ», «избранный народ», самое иудейскую реальность. Случай первого ранга: маленькое мятежное движение, окрещённое именем Иисуса из Назарета, ещё раз представляет собою иудейский инстинкт, иначе говоря, жреческий инстинкт, который не выносит уже более жреца как реальность, который изобретает ещё более отвлечённую форму существования, ещё менее реальное представление о мире, чем то, которое обусловливается учреждением церкви. Христианство отрицает церковь...

Я не понимаю, против чего иного могло направляться восстание, зачинщиком которого, по справедливости или по недоразумению, считается Иисус, если это не было восстанием против еврейской церкви, принимая «церковь» в том смысле, какой даётся этому слову теперь. Это было восстанием против «добрых и справедливых», против «святых Израиля», против общественной иерархии, — не против их испорченности, но против касты, привилегии, порядка, формулы, это было неверие в «высших людей», это было отрицание всего, что было жрецом и теологом. Но иерархия, которая всем этим хотя бы на одно мгновение подвергалась сомнению, была той сваей, на которой ещё продолжал удерживаться посреди «воды» иудейский народ, с трудом достигнутая последняя возможность уцелеть, residuumприбежище (лат.). его обособленного политического существования: нападение на неё было нападением на глубочайший инстинкт народа, на самую упорную народную волю к жизни, которая когда-либо существовала на земле. Этот святой анархист, вызвавший на противодействие господствующему порядку низший народ, народ изгнанных и «грешников», чандалы внутри еврейства, речами, которые, если верить Евангелию, ещё и теперь могли бы довести до Сибири, — он был политическим преступником, поскольку таковой возможен в обществе, до абсурда неполитическом. Это привело его на крест: доказательством может служить надпись на кресте. Он умер за свою вину, — нет никакого основания утверждать, как бы часто это ни делали, что он умер за вину других. —

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Совсем иной вопрос, сознавал ли он вообще этот антагонизм или лишь другие в нём его чувствовали. Здесь я впервые касаюсь проблемы психологии Спасителя. — Я признаюсь, что мало книг читаю с такими затруднениями, как Евангелия. Эти затруднения не те, в разъяснении которых учёная любознательность немецкого духа праздновала свой самый незабвенный триумф. Далеко то время, когда и я, подобно всякому молодому учёному, с благоразумной медлительностью утончённого филолога смаковал произведение несравненного Штрауса. Тогда мне было 20 лет: теперь я слишком серьёзен для этого. Какое мне дело до противоречий «предания»? Как можно вообще назвать «преданием» легенду о святых? Истории святых — это самая двусмысленная литература, какая вообще только существует: применять научные методы там, где отсутствуют какие-либо документы, представляется мне с самого начала делом совершенно безнадёжным, учёным праздномыслием...

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Что касается меня, то мне интересен психологический тип Спасителя. Он мог бы даже удержаться в Евангелиях, вопреки Евангелиям, как бы его ни калечили и какими бы чуждыми чертами его ни наделяли: так удержался тип Франциска Ассизского в легендах о нём, вопреки этим легендам. Истина не в том, что он сделал, что сказал, как он собственно умер; но важен вопрос, можно ли представить его тип, даются ли «преданием» черты для его представления. Я знаю попытку вычитать из Евангелия даже историю «души»; это представляется мне доказательством психологического легкомыслия, достойного презрения. Господин Ренан, этот гаер in psychologicis, для объяснения типа Иисуса дал два самых неуместных понятия, какие только возможны: понятие гений и понятие герой (héros)Речь идёт о книге Д. Штрауса «Жизнь Иисуса»; Ницше читал её в Базеле в 1864 г.. Но что только можно назвать неевангельским, так это именно понятие «герой». Как раз всё, противоположное борьбе, противоположное самочувствию борца, является здесь как инстинкт: неспособность к противодействию делается здесь моралью («не противься злому» — глубочайшее слово Евангелия, его ключ в известном смысле); блаженство в мире, в кротости, в неспособности быть врагом. Что такое «благовестие»? — Найдена истинная жизнь, вечная жизнь — она не только обещается, но она тут, она в вас: как жизнь в любви, в любви без уступки и исключения, без дистанции. Каждый есть дитя Божье — Иисус ни на что не имеет притязания для себя одного, — как дитя Божье, каждый равен каждому... И из Иисуса делать героя! — А что за недоразумение со словом «гений»! Всё наше понятие о «духе», целиком культурное понятие, — в том мире, в котором живёт Иисус, не имеет никакого смысла. Говоря со строгостью физиолога, здесь было бы уместно совершенно иное слово, слово «идиот». Мы знаем состояние болезненной раздражительности чувства осязания, которое производит содрогание при всяком дотрагивании, при всяком прикосновении твёрдого предмета. Представим подобный физиологический habitusсостояние (лат.). в его последнем логическом выражении: как инстинкт ненависти против всякой реальности, как бегство в «непостижимое», в «необъяснимое», как отвращение от всякой формулы, от всякого понятия, связанного с временем и пространством, от всего, что твёрдо, что есть обычаи, учреждения, церковь, как постоянное пребывание в мире, который не соприкасается более ни с каким родом реальности, в мире лишь «внутреннем», «истинном», «вечном». «Царство Божье внутри вас».

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Инстинктивная ненависть против реальности: это есть следствие крайней чувствительности к страданию и раздражению, избегающей вообще всякого «прикосновения», потому что оно ощущается ею слишком глубоко.

Инстинктивное отвращение от всякого нерасположения, от всякой вражды, от всех границ и расстояний в чувстве: следствие крайней чувствительности к страданию и раздражению, которая всякое противодействие, всякую необходимость противодействия ощущает как невыносимое отвращение (т. е. как вредное, как отрицаемое инстинктом самосохранения), блаженство же своё (удовольствие) видит в том, чтобы ничему и никому не оказывать противодействия — ни злу, ни злому, — любовь, как единственная, как последняя возможность жизни...

Это две физиологические реальности, на которых, из которых выросло учение спасения. Я называю их высшим развитием гедонизма, на вполне болезненной основе. Близкородственным ему, хотя с большим придатком греческой жизненности и нервной силы, является эпикуреизм, языческое учение спасения. Эпикур — типичный décadent, впервые признанный таковым мною. — Боязнь боли, даже бесконечно малого в боли, не может иметь иного конца, как только в религии любви.

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Я предвосхитил свой ответ на проблему. Предпосылкой для него является то, что тип Спасителя мы получили только в сильном искажении. Это искажение само по себе очень правдоподобно. Такой тип по многим основаниям не мог остаться чистым, цельным, свободным от примесей. На нём должна была оставить следы и среда, в которой вращался этот чуждый образ, ещё более история, судьба первой христианской общины: она обогатила этот тип такими чертами, которые делаются понятными только в целях борьбы или пропаганды. Тот странный и больной мир, в который вводят нас Евангелия, — мир как бы из одного русского романа, где сходятся отбросы общества, нервное страдание и «ребячество» идиота, — этот мир должен был при всех обстоятельствах сделать тип более грубым: в особенности первые ученики, чтобы хоть что-нибудь понять, переводили это бытие, расплывающееся в символическом и непонятном, на язык собственной грубости, — для них тип существовал только после того, как он отлился в более знакомые формы... Пророк, Мессия, будущий судья, учитель морали, чудотворец, Иоанн Креститель, — вот сколько было обстоятельств, чтобы извратить тип... Наконец, не будем низко оценивать propriumнепременное свойство (лат.). всякого великого почитания, в особенности сектантского почитания: оно сглаживает оригинальные, часто мучительно-чуждые, черты и идиосинкразии в почитаемом существе — оно даже их не видит. Можно было бы пожалеть, что вблизи этого интереснейшего из décadents не жил какой-нибудь Достоевский, т. е. кто-либо, кто сумел бы почувствовать захватывающее очарование подобного смешения возвышенного, больного и детского. Ещё одна точка зрения: тип мог бы, как тип décadence, фактически совмещать в себе многое и противоречивое: такая возможность не исключается вполне. Однако всё говорит против этого именно: предание должно было бы в этом случае быть вполне верным и объективным — а всё заставляет предполагать противоположное. Обнаруживается зияющее противоречие между проповедником на горах, море и лугах, появление которого так же приятно поражает, как появление Будды, хотя не на индийской почве, и тем фанатиком нападения, смертельным врагом теологов и жрецов, которого злость Ренана прославила как «le grand maître en ironie»великий мастер иронии (фр.). См.: Renan E. Vie de Jésus. P. 354.. Я сам не сомневаюсь в том, что обильная мера желчи (и даже espritострый ум, остроумие (фр.).) перелилась в тип учителя из возбуждённого состояния христианской пропаганды: достаточно известна беззастенчивость всех сектантов, которые стряпают себе апологию из своего учителя. Когда первой общине понадобился судящий, сварливый, гневающийся, злостный, хитрый теолог против теолога, она создала себе по своим потребностям своего «Бога»: без колебания она вложила в его уста те вполне не евангельские понятия, без которых она не могла обойтись, каковы: «будущее Пришествие», «Страшный суд», всякий род ожидания и обещания.

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Ещё раз говорю, что я против того, чтобы в тип Спасителя вносить фанатизм: слово impérieuxвластный (фр.)., которое употребил Ренан, одно уничтожает тип. «Благовестие» и есть именно благая весть о том, что уже не существует более противоречий; Царство Небесное принадлежит детям; вера, которая здесь заявляет о себе, не приобретается завоеванием; она тут, она означает возвращение к детству в области психического. Подобные случаи замедленной зрелости и недоразвитого организма, как следствия дегенерации, известны по крайней мере физиологам. — Такая вера не гневается, не порицает, не обороняет себя: она не приносит «меч», она не предчувствует, насколько она может сделаться началом разъединяющим. Она не нуждается в доказательствах ни чудом, ни наградой и обещанием, ни «даже писанием»: она сама всякое мгновение есть своё чудо, своя награда, своё доказательство, своё «Царство Божье». Эта вера даже не формулирует себя — она живёт, она отвращается от формул. Конечно, случайность среды, языка, образования определяет круг понятий: первое христианство владеет только иудейско-семитическими понятиями (сюда относится еда и питьё при причастьи, которыми так злоупотребляет церковь, как всем еврейским)Из Вельгаузена (Wellhausen J. Reste des arabischen Heidentums. Berlin, 1887).. Но пусть остерегаются видеть здесь что-нибудь более чем язык знаков, семиотику, повод для притчи. Ни одно слово этого анти-реалиста не должно приниматься буквально, — вот предварительное условие для того, чтобы он вообще мог говорить. Между индусами он пользовался бы понятиями Санкхьи, среди китайцев — понятиями Лао-цзы, и при этом не чувствовал бы никакой разницы. — Можно было бы с некоторой терпимостью к выражению назвать Иисуса «свободным духом» — для него не существует ничего устойчивого: слово убивает; всё, что устойчиво, то убивает. Понятие «жизни», опыт «жизни», какой ему единственно доступен, противится у него всякого рода слову, формуле, закону, вере, догме. Он говорит только о самом внутреннем: «жизнь», или «истина», или «свет» — это его слово для выражения самого внутреннего; всё остальное, вся реальность, вся природа, даже язык, имеет для него только ценность знака, притчи. — Здесь нельзя ошибаться насчёт того, как велик соблазн, который лежит в христианском, точнее сказать, в церковном предрассудке: такой символист par excellence стоит вне всякой религии, всех понятий культа, всякой истории, естествознания, мирового опыта, познания, политики, психологии, вне всяких книг, вне искусства, — его «знание» есть чистое безумие, не ведающее, что есть что-нибудь подобное. О культуре он не знает даже и понаслышке, ему нет нужды бороться против неё, он её не отрицает... То же самое по отношению к государству, ко всему гражданскому порядку и обществу, к труду, к войне, — он никогда не имел основания отрицать «мир»; он никогда не предчувствовал церковного понятия «мир»... Отрицание для него есть нечто совершенно невозможное. — Подобным же образом нет и диалектики, нет представления о том, что веру, «истину» можно доказать доводами (его доказательства — это внутренний «свет», внутреннее чувство удовольствия и самоутверждения, только «доказательства от силы»). Такое учение также не может противоречить, оно не постигает, что существуют, что могут существовать другие учения, оно не умеет представить себе противоположное рассуждение... Где бы оно ни встретилось с ним, оно будет печалиться с самым глубоким сочувствием о «слепоте» — ибо оно само видит «свет» — но не сделает никакого возражения.

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Во всей психологии «Евангелия» отсутствует понятие вины и наказания; равно как и понятие награды. «Грех», всё, чем определяется расстояние между Богом и человеком, уничтожен, — это и есть «благовестие». Блаженство не обещается, оно не связывается с какими-нибудь условиями: оно есть единственная реальность; остальное — символ, чтобы говорить о нём...

Следствие подобного состояния проецируется в новую практику, собственно в евангельскую практику. Не «вера» отличает христианина. Христианин действует, он отличается иным образом действий. Ни словом, ни в сердце своём он не противодействует тому, кто обнаруживает зло по отношению к нему. Он не делает различия между чужим и своим, между иудеем и не иудеем («ближний» в собственном смысле слова есть иудей, единоверец). Он ни на кого не гневается, никого не презирает. Он не появляется на суде и не позволяет привлекать себя к суду («не клянись вовсе»). Он ни при каких обстоятельствах не разведётся с женой, даже в случае доказанной неверности её. — Всё в основе — один принцип, всё — следствие одного инстинкта. —

Жизнь Спасителя была не чем иным, как этой практикой, не чем иным была также и его смерть. Он не нуждался более ни в каких формулах, ни в каком обряде для обхождения с Богом, ни даже в молитве. Он всецело отрешился от иудейского учения раскаяния и примирения; он знает, что это есть единственная жизненная практика, с которой можно себя чувствовать «божественным», «блаженным», «евангелическим», во всякое время быть как «дитя Божье». Не «раскаяние», не «молитва о прощении» суть пути к Богу: одна евангельская практика ведёт к Богу, она и есть «Бог»! — То, с чем покончило Евангелие, это было иудейство в понятиях «грех», «прощение греха», «вера», «спасение через веру», — всё иудейское учение церкви отрицалось «благовестием».

Глубокий инстинкт, как до́лжно жить, чтобы чувствовать себя на «небесах», чтобы чувствовать себя «вечным», между тем как при всяком ином поведении совсем нельзя чувствовать себя «на небесах», — это единственно и есть психологическая реальность «спасения». — Новое поведение, но не новая вера...

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Если я что-нибудь понимаю в этом великом символисте, так это то, что только внутренние реальности он принимал как реальности, как «истины», — что остальное всё, естественное, временное, пространственное, историческое, он понимал лишь как символ, лишь как повод для притчи. Понятие «Сын Человеческий» не есть конкретная личность, принадлежащая истории, что-нибудь единичное, единственное, но «вечная» действительность, психологический символ, освобождённый от понятия времени. То же самое, но в ещё более высоком смысле можно сказать и о Боге этого типичного символиста, о «Царстве Божьем», о «Царстве Небесном», о «Сыновности Бога». Ничего нет более не христианского, как церковные грубые понятия о Боге как личности, о грядущем «Царстве Божьем», о потустороннем «Царстве Небесном», о «Сыне Божьем», втором лице св. Троицы. Всё это выглядит — мне простят выражение — неким кулаком в глаз: о, в какой глаз! — евангельский: всемирно-исторический цинизм в поругании символа... А между тем очевидно, как на ладони, что́ затрагивается символами «Отец» и «Сын», — допускаю, что не на каждой ладони: словом «Сын» выражается вступление в чувство общего просветления (блаженство); словом «Отец» — само это чувство, чувство вечности, чувство совершенства. — Мне стыдно вспомнить, что́ сделала церковь из этого символизма: не поставила ли она на пороге христианской «веры» историю АмфитрионаВ древнегреческой мифологии Амфитрион — сын тиринфского царя Алкея, внук Персея. Ницше имеет в виду наиболее распространенный и получивший ряд литературных переработок сюжет: пока Амфитрион участвовал в военных походах, Зевс принял его образ, явился к его жене Алкмене и от него Алкмена зачала Геракла. Ницше иронически приравнивает этот сюжет к христианскому учению о непорочном зачатии и рождении Христа.? И ещё сверх того догму о «непорочном зачатии»?.. Но этим она опорочила зачатие...

«Царство Небесное» есть состояние сердца, а не что-либо, что «выше земли» или приходит «после смерти». В Евангелии недостаёт вообще понятия естественной смерти: смерть не мост, не переход, её нет, ибо она принадлежит к совершенно иному, только кажущемуся, миру, имеющему лишь символическое значение. «Час смерти» не есть христианское понятие. «Час», время, физическая жизнь и её кризисы совсем не существуют для учителя «благовестия»... «Царство Божье» не есть что-либо, что можно ожидать; оно не имеет «вчера» и не имеет «послезавтра», оно не приходит через «тысячу лет» — это есть опыт сердца; оно повсюду, оно нигде...

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Этот «благовестник» умер, как и жил, как и учил, — не для «спасения людей», но чтобы показать, как нужно жить. То, что оставил он в наследство человечеству, есть практика, его поведение перед судьями, преследователями, обвинителями и всякого рода клеветой и насмешкой — его поведение на кресте. Он не сопротивляется, не защищает своего права, он не делает ни шагу, чтобы отвратить от себя самую крайнюю опасность, более того — он вызывает её... И он молит, он страдает, он любит с теми, в тех, которые делают ему зло. В словах, обращённых к разбойнику на кресте, содержится всё Евангелие. «Воистину это был Божий человек, Сын Божий!» — сказал разбойник. «Раз ты чувствуешь это, — ответил Спаситель, — значит, ты в Раю, значит, ты сын Божий». Не защищаться, не гневаться, не привлекать к ответственности... Но также не противиться злому, — любить его...

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— Только мы, ставшие свободными умы, имеем подготовку, чтобы понять то, чего не понимали девятнадцать веков, — мы имеем правдивость, обратившуюся в инстинкт и страсть и объявляющую войну «святой лжи» ещё более, чем всякой иной лжи... Люди были несказанно далеки от нашего нейтралитета, полного любви и предусмотрительности, от той дисциплины духа, при помощи которой единственно стало возможным угадывание столь чуждых, столь тонких вещей: во все иные времена люди с бесстыдным эгоизмом желали только своей выгоды; воздвигли церковь в противоположность Евангелию...

Кто искал бы знамений того, что позади великой игры миров скрыт перст какого-то насмешливого божества, тот нашёл бы не малое доказательство в том чудовищном вопросительном знаке, который зовётся христианством. Что человечество преклоняется перед противоположностью того, что было происхождением, смыслом, правом Евангелия, что оно в понятии «церковь» признало за святое как раз то, что «благовестник» чувствовал стоящим ниже себя, позади себя, — напрасно искать большего проявления всемирно-исторической иронии...

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— Наш век гордится своим историческим чувством; как можно было поверить такой бессмыслице, что в начале христианства стоит грубая басня о чудотворце и Спасителе, — и что всё духовное и символическое есть только позднейшее развитие? Наоборот: история христианства — и именно от смерти на кресте — есть история постепенно углубляющегося грубого непонимания первоначального символизма. С распространением христианства на более широкие и грубые массы, которым недоставало всё более и более источников христианства, — становилось всё необходимее делать христианство вульгарным, варварским, — оно поглотило в себя учения и обряды всех подземных культов imperii Romani, всевозможную бессмыслицу больного разума. Судьба христианства лежит в необходимости сделать самую веру такой же болезненной, низменной и вульгарной, как были болезненны, низменны и вульгарны потребности, которые оно должно было удовлетворять. Больное варварство суммируется наконец в силу в виде церкви, этой формы, смертельно враждебной всякой правдивости, всякой высоте души, всякой дисциплине духа, всякой свободно настроенной и благожелательной гуманности. — Христианские ценности — аристократические ценности. Только мы, ставшие свободными умы, снова восстановили эту величайшую из противоположностей, какая только когда-либо существовала между ценностями! —

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— Здесь я не могу подавить вздоха. Бывают дни, когда меня охватывает чувство чёрной, самой чёрной меланхолии, — это презрение к человеку. Чтобы не оставить никакого сомнения в том, что я презираю, кого я презираю, — это теперешнего человека, человека, которому я роковым образом являюсь современником. Теперешний человек — я задыхаюсь в его нечистом дыхании... По отношению к прошедшему я, как и все познающие, обладаю большой терпимостью, так сказать великодушным самопринуждением: с мрачной осмотрительностью прохожу я через мир, в течение целых тысячелетий представляющий собою сумасшедший дом, называется ли этот мир «христианством», «христианской верой» или «христианской церковью», — я остерегаюсь делать человечество ответственным за его душевные болезни. Но чувство моё возмущается, отвращается, как только я вступаю в новейшее время, в наше время. Наше время есть время знания... Что некогда было только болезненным, теперь сделалось неприличным — неприлично теперь быть христианином. Вот тут-то и начинается моё отвращение. — Я осматриваюсь вокруг: не осталось более ни одного слова из того, что некогда называлось «истина», нам просто невмоготу уже одно только выговаривание жрецом слова «истина». Даже при самом скромном притязании на честность, до́лжно теперь признать, что теолог, жрец, папа, с каждым положением, которое он высказывает, не только заблуждается, но лжёт; что он уже не волен лгать по «невинности», по «незнанию». Жрец знает так же хорошо, как и всякий, что нет никакого «Бога», никакого «грешника», никакого «Спасителя», — что «свободная воля», «нравственный миропорядок» есть ложь: серьёзность, глубокое самопреодоление духа никому более не позволяет не знать этого... Все понятия церкви опознаны за то, что они есть, т. е. за самую злостную фабрикацию фальшивых монет, какая только возможна, с целью обесценить природу, естественные ценности; сам жрец признан таковым, каков он есть, т. е. опаснейшим родом паразита, настоящим ядовитым пауком жизни... Мы знаем, наша совесть знает теперь, какова вообще цена тех зловещих изобретений жрецов и церкви, для чего служили эти изобретения, при помощи которых человечество достигло того состояния саморастления, вид которого внушает отвращение: понятия «по ту сторону», «Страшный суд», «бессмертие души», сама «душа» — это орудия пытки, это системы жестокостей, при помощи которых жрец сделался господином и остался таковым... Каждый это знает; и, несмотря на это, всё остаётся по-старому. Куда девались остатки чувства приличия, уважения самих себя, когда даже наши государственные люди, в других отношениях очень беззастенчивые люди и фактически насквозь антихристиане, ещё и теперь называют себя христианами и идут к причастию?Намёк на Бисмарка. ЮныйНамёк на Вильгельма II. Слово «юный» было опущено в первых изданиях как слишком прозрачно намекающее на адресата. государь во главе полков, являясь в своём великолепии выражением эгоизма и высокомерия своего народа, признаёт без всякого стыда себя христианином!.. Но тогда кого же отрицает христианство? что называет оно «миром»? Солдата, судью, патриота, всё, что защищается, что держится за свою честь, что ищет своей выгоды, что имеет гордость... Всякая практика каждого момента, всякий инстинкт, всякая оценка, переходящая в дело, — всё это теперь антихристианское: каким выродком фальшивости должен быть современный человек, если он, несмотря на это, не стыдится ещё называться христианином!..

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— Я возвращаюсь, я рассказываю истинную историю христианства. — Уже слово «христианство» есть недоразумение, — в сущности был только один христианин, и он умер на кресте. «Евангелие» умерло на кресте. То, что с этого мгновения называется «Евангелием», было уже противоположностью его жизни: «дурная весть», Dysangelium. До бессмыслицы лживо в «вере» видеть примету христианина, хотя бы то была вера в спасение через Христа; христианской может быть только христианская практика, т.е. такая жизнь, какою жил тот, кто умер на кресте... Ещё теперь возможна такая жизнь, для известных людей даже необходима: истинное, первоначальное христианство возможно во все временаЭта фраза без труда инкрустируется в любой эсотерический памятник христианской мысли, от первохристиан до Экхарта и Ангела Силезского.. Не верить, но делать, а прежде всего многого не делать, иное бытие... Состояния сознания, когда веришь или считаешь что-нибудь за истинное, — каждый психолог знает это, — такие состояния совершенно незначительны и пятистепенны по сравнению с ценностью инстинктов: строго говоря, всё понятие духовной причинности ложно. Сводить христианское настроение лишь к признанию истины, к голому состоянию сознания — значит отрицать христианство. На самом деле вовсе не было христиан. «Христианин», то, что в течение двух тысячелетий называется христианином, есть психологическое самонедоразумение. Если смотреть прямее, то в нём господствовали, вопреки всякой вере, только инстинкты — и что за инстинкты! — «Вера» была во все времена, как у Лютера, только мантией, предлогом, завесой, за которой инстинкты разыгрывали свою игру, — благоразумная слепота относительно господства известных инстинктов. «Вера» — я уже называл её собственно христианским благоразумием, — всегда говорили о «вере», действовали же по инстинкту... В мире представлений христианина нет ничего, что хотя бы только касалось действительности: напротив, в корне христианства мы признали единственным деятельным элементом инстинктивную ненависть ко всякой действительности. Что из этого следует? То, что здесь in psychologicis заблуждение является радикальным, т. е. значимым по существу, т. е. самой субстанцией. Удалим одно понятие, поставим на место его одну-единственную реальность, и всё христианство низвергается в ничто! — Если смотреть с высоты, то это самый странный из всех фактов: эта религия, не только обусловленная заблуждениями, но и до гениальности изобретательная во вредных, отравляющих жизнь и сердце заблуждениях, эта религия остаётся зрелищем для богов, для тех божеств, которые вместе с тем и философы и с которыми я, например, встречался в знаменитых диалогах на НаксосеИмеется в виду Дионис.. В то мгновение, когда отступает от них отвращение (и от нас также!), они проникаются благодарностью за зрелище христианина: жалкая, маленькая звезда, называемая Землёй, быть может, только ради этого курьёзного случая заслуживает божественного взгляда, божественного участия... Не будем же низко ценить христианина; христианин, фальшивый до невинности, высоко поднимается над обезьяной; по отношению к христианину знаменитая теория происхождения — только учтивость...

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— Судьба Евангелия была решена смертью, оно было распято на «кресте». Только смерть, эта неожиданная позорная смерть, только крест, который вообще предназначался лишь для canailleчернь (фр.)., — только этот ужаснейший парадокс поставил учеников перед настоящей загадкой: «кто это был? что это было?» Потрясённое и до глубины оскорблённое чувство, подозрение, что такая смерть может быть опровержением их дела, страшный вопросительный знак «почему именно так?» — такое состояние слишком понятно. Здесь всё должно было быть необходимо, всё должно было иметь смысл, разум, высший разум; любовь ученика не признаёт случайности. Теперь только разверзлась пропасть: «кто его убил? кто был его естественным врагом?» — этот вопрос блеснул, как молния. Ответ: господствующее иудейство, его высшее сословие. С этого мгновенья почувствовали в себе возмущение против порядка, вслед за тем поняли и Иисуса, как возмущение против порядка. До сих пор в его образе недоставало этой черты — воинственной, отрицающей словом и делом; даже более, в нём было обратное этому. Очевидно, маленькая община именно не поняла главного, символического в таком способе смерти, свободу, превосходство над всяким чувством ressentiment: признак того, как мало вообще они его понимали! Сам Иисус ничего не мог пожелать в своей смерти, как только открыто дать сильнейший опыт, доказательство своего учения. Но его ученики были далеки от того, чтобы простить эту смерть, — что было бы в высшей степени по-евангельски, — или отдать себя такой же смерти с нежным и мягким спокойствием души... Всплыло наверх как раз в высшей степени неевангельское чувство, чувство местиТема, буквально развитая М. Булгаковым в «Мастере и Маргарите». Влияние или случайная параллель?. Сделалось невозможным, чтобы дело окончилось с этой смертью: явилась нужда в «возмездии», в «суде» (и, однако, что может быть более неевангельским, чем «возмездие», «наказание», «суд»!). Ещё раз явилось на переднем плане популярное ожидание Мессии; исторический момент был уловлен: «Царство Божье» наступит, чтобы судить его врагов... Но этим всё сделалось непонятным: «Царство Божье» как заключительный акт, как обещание! Евангелие было именно бытие, исполнение, действительность этого Царствия. Именно такая смерть была как раз «Царством Божьим». Теперь только включили в тип учителя всё презрение и горечь к фарисеям и теологам и этим сделали из него фарисея и теолога. С другой стороны, необузданное прославление этих совершенно выскочивших из колеи душ не выдерживало более того евангельского утверждения равенства всех как детей Божьих, которому учил Иисус; местью их было неумеренно поднять Иисуса, отделить его от себя: совершенно так, как некогда иудеи из мести к своим врагам отделились от своего Бога и подняли его на высоту. Один Бог и один Сын Божий: оба порождения ressentiment...

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— И вот теперь всплыла абсурдная проблема: «как мог Бог допустить это!» На это повреждённый разум маленькой общины дал такой же поистине ужасный по своей абсурдности ответ: Бог отдал своего Сына для искупления грехов, как жертву. Так разом покончили с Евангелием! Очистительная жертва, и притом в самой отвратительной, в самой варварской форме, жертва невинным за грехи виновных! Какое страшное язычество! Иисус уничтожил даже самое понятие «вины», он совершенно отрицал пропасть между Богом и человеком, он жизнью своей представил это единство Бога и человека как своё «благовестие»... А не как преимущество! — С этого времени шаг за шагом в тип Спасителя внедряется учение о Суде и Втором Пришествии, учение о смерти как жертвенной смерти, учение о Воскресении, с которым из Евангелия фокуснически изымается всё понятие «блаженства», единственная его реальность, в пользу состояния после смерти!.. Павел со всей наглостью раввина, которая так ему присуща, дал этому пониманию, этому распутству мысли, такое логическое выражение: «если Христос не воскрес, то вера наша тщетна»1 Коринф. 15, 14.. — И разом из Евангелия вышло самое презренное из всех неисполнимых обещаний, — бесстыдное учение о личном бессмертии... Павел учил о нём даже как о награде!..

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Теперь уже видно, чему положила конец смерть на кресте: новому, самобытному стремлению к буддистскому спокойствию, к действительному, а не только обещанному счастью на земле. Ибо — как я уже указывал — основным различием между обеими религиями-décadence остаётся то, что буддизм не обещает, но исполняет, христианство же обещает всё, но не исполняет ничего. — За «благой вестью» последовала по пятам весть самая скверная: весть Павла. В Павле воплотился тип, противоположный «благовестнику», гений в ненависти, в видениях ненависти, в неумолимой логике ненависти. Чего только не принёс этот dysangelist в жертву своей ненависти! Прежде всего Спасителя: он распял его на своём кресте. Жизнь, пример, учение, смерть, смысл и право всего Евангелия — ничего более не осталось, когда этот фальшивомонетчик путём ненависти постиг, в чём единственно он нуждается. Не в реальности, не в исторической истине!.. И ещё раз жреческий инстинкт иудея учинил то же великое преступление над историей, — он просто вычеркнул вчера, позавчера христианства, он изобрёл историю первого христианства. Даже более: он ещё раз извратил историю Израиля, чтобы представить её как предварительную историю для своего дела; все пророки говорили о его «Спасителе»... Церковь извратила позже даже историю человечества, обратив её в предысторию христианства... Тип Спасителя, учение, практика, смерть, смысл смерти, даже то, что было после смерти, — ничто не осталось неприкосновенным, ничто не осталось даже напоминающим действительность. Павел просто переложил центр тяжести всего того бытия за это бытие — в ложь о «воскресшем» Иисусе. В сущности, ему не нужна была жизнь Спасителя — ему нужна была смерть на кресте и кое-что ещё... Поистине, было бы явной niaiserie со стороны психолога доверять Павлу, родиной которого была столица стоического просвещения, когда он выдавал за доказательство посмертной жизни Спасителя галлюцинацию, или доверять хотя бы даже его рассказу, что он имел эту галлюцинацию: Павел хотел цели, следовательно, он хотел и средства... Во что не верил он сам, в то верили те идиоты, среди которых он сеял своё учение. — Его потребностью была власть; при помощи Павла ещё раз жрец захотел добиться власти, — ему нужны были только понятия, учения, символы, которыми тиранизируют массы, образуют стада. Что единственно заимствовал позже Магомет у христианства? Изобретение Павла, его средство к жреческой тирании, к образованию стада: веру в бессмертие, т. е. учение о «Суде»...

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Когда жизненный центр тяжести переносят из жизни в «потустороннее» — в ничто, то тем самым вообще лишают жизнь центра тяжести. Великая ложь о личном бессмертии разрушает всякий разум, всякую естественность в инстинктах; всё, что есть в инстинктах благодетельного, что способствует жизни, ручается за будущее, — возбуждает теперь недоверие. Жить так, чтобы не было более смысла жить, — это становится теперь «смыслом» жизни... К чему дух общественности, к чему ещё благодарность за происхождение и предков, к чему работать вместе, к чему доверять, к чему способствовать общему благу и иметь его в виду?.. Всё это «соблазны», всё это отклонения от «истинного пути» — «единое есть на потребу»... Чтобы каждый, как «бессмертная душа», был равен каждому, чтобы в совокупности всего живущего «спасение» каждой отдельной единицы смело претендовать на вечность, чтобы маленькие святоши и на три четверти чокнутые смели воображать, что ради них постоянно нарушаются законы природы, такое беззастенчивое возведение всякого рода эгоизма в бесконечное, в бесстыдное, надо клеймить презрением в полной мере. И однако же, христианство обязано своей победой именно этому жалкому тщеславию отдельной личности, — как раз этим самым оно обратило к себе всех неудачников, настроенных враждебно к жизни, потерпевших крушение, все отребья и отбросы человечества. «Спасение души» по-немецки: «мир вращается вокруг меня»... Яд учения «равные права для всех» христианство посеяло самым основательным образом. Из самых тайных уголков дурных инстинктов христианство создало смертельную вражду ко всякому чувству благоговения и почтительного расстояния между человеком и человеком, которое является предусловием для всякого повышения и роста культуры, — из ressentiment масс оно выковало главное орудие против нас, против всего благородного, радостного, великодушного на земле, против нашего счастья на земле... «Бессмертие», признаваемое за каждым Петром и Павлом, было до сего времени величайшим и злостнейшим посягательством на аристократию человечества. — И не будем низко ценить то роковое влияние, которое от христианства пробралось в политику! Никто теперь не имеет более мужества заявлять об особых правах, о правах господства, о чувстве почтения к себе, к другому, нет более пафоса дистанции... Наша политика болеет этим недостатком мужества! — Аристократизм настроения ложью о равенстве душ погребён окончательно; и если вера в «право большинства» делает революции и будет их делать, то нельзя сомневаться в том, что это — христианство, христианские суждения ценности, которые каждая революция только переводит в кровь и преступление! Христианство есть восстание всего по-земле-пресмыкающегося против того, что над ней возвышается: Евангелие «низших» унижает...

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— Евангелия неоценимы, как свидетельства уже неудержимой коррупции внутри первых общин. То, что позже Павел с логическим цинизмом раввина довёл до конца, было лишь процессом распада, начавшегося со смертью Спасителя. — При чтении этих Евангелий нужно быть как можно более осторожным: за каждым словом встречается затруднение. Я признаюсь, — и меня поддержат — что именно этим они доставляют психологу первостепенное удовольствие, — как противоположность всякой наивной испорченности, как утончённость par excellence, — как виртуозность в психологической испорченности. Евангелия ручаются сами за себя. Библия вообще стоит вне сравнения. Чтобы не потеряться здесь совершенно, прежде всего нужно помнить, что ты среди евреев. Игра в «святое», достигшая здесь такой гениальности, какой не достигала она нигде в другом месте — ни в книгах, ни среди людей, — жульничество в словах и жестах, как искусство, — это не есть случайность какой-нибудь единичной одарённости, какой-нибудь исключительной натуры. Это принадлежность расы. В христианстве, как искусстве свято лгать, всё иудейство, вся наистрожайшая многовековая иудейская выучка и техника доходят до крайних пределов мастерства. Христианин, этот ultima ratioпоследнее основание (лат.). лжи, есть иудей во второй, даже третьей степени... Основная воля, направляемая только на то, чтобы обращаться с такими понятиями, символами, телодвижениями, которые доказываются из практики жреца, инстинктивное уклонение от всякой другой практики, от перспектив всякого иного рода оценок и полезностей — это не только традиция, это наследственность: лишь как наследственное действует оно, как природа. Всё человечество, даже лучшие умы лучших времён (исключая одного, который, может быть, единственный — не человек) позволяли себя обманывать. Евангелие читали как книгу невинности... ни малейшего указания на то, с каким мастерством ведётся здесь игра. — Конечно, если бы мы видели их, даже хотя бы мимоходом, всех этих удивительных лицемеров и фокусников-святых, то с ними было бы покончено — и именно потому, что я не читаю ни одного слова без того, чтобы не видеть жестов, я и покончил с ними... Я не выношу по отношению к ним известного способа смотреть снизу вверх. — К счастью, книги для большинства есть только литература. Нельзя позволять вводить себя в заблуждение: «не судите!» — говорят они, но сами посылают в ад всё, что стоит у них на пути. Препоручая суд Богу, они судят сами; прославляя Бога, они прославляют самих себя; требуя тех добродетелей, которые как раз им свойственны, — даже более, которые им необходимы, чтобы вообще не пойти ко дну, — они придают себе величественный вид борьбы за добродетель, борьбы за господство добродетели. «Мы живём, мы умираем, мы жертвуем собою за благо» («Истина», «Свет», «Царство Божье»): в действительности же они делают то, чего не могут не делать. Сидя в углу, ёжась, как крот, живя в тени, как призрак, — они создают себе из этого обязанность: по обязанности жизнь их является смирением, как смирение она есть лишнее доказательство благочестия... Ах, этот смиренный, целомудренный, мягкосердый род лжи! — «За нас должна свидетельствовать сама добродетель»... Читайте Евангелия, как книги соблазна при посредстве морали: эти маленькие люди конфискуют мораль, — они знают, как нужно обращаться с моралью! Люди всего лучше водятся за нос моралью! — реальность заключается в том, что здесь самое сознательное самомнение избранников разыгрывает скромность: себя, «общину», «добрых и справедливых» раз навсегда поставили на одну сторону, на сторону «истины», а всё остальное, «мир», — на другую... Это был самый роковой род мании величия, какой когда-либо до сих пор существовал на земле: маленькие выродки святош и лжецов стали употреблять понятия «Бог», «истина», «свет», «дух», «любовь», «мудрость», «жизнь» как синонимы самих себя, чтобы этим отграничить от себя «мир»; маленькие евреи в суперлативе, зрелые для любого сумасшедшего дома, перевернули все ценности сообразно самим себе, как будто «христианин» был смыслом, солью, мерой, а также последним судом всего остального... Вся дальнейшая судьба предопределилась тем, что в мире уже существовал родственный по расе вид мании величия, — иудейский: коль скоро разверзлась пропасть между иудеем и иудейским христианином, последнему не оставалось никакого иного выбора, как ту же процедуру самоподдержания, которую внушал иудейский инстинкт, обратить против самих иудеев в то время, как иудеи обращали её до сих пор только против всего не иудейского. Христианин есть тот же еврей, только «более свободного» исповедания.

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— Я дам несколько примеров того, что засело в голову этих маленьких людей, что вложили они в уста своему учителю: это настоящее признание «прекрасных душ». —

«И если кто не примет вас и не будет слушать вас, то, выходя оттуда, отрясите прах от ног ваших, во свидетельство на них. Истинно говорю вам: отраднее будет Содому и Гоморре в день суда, нежели тому городу» (Марк 6, 11). — Как это по-евангельски!..

«А кто соблазнит одного из малых сих, верующих в Меня, тому лучше было бы, если бы повесили ему жерновный камень на шею и бросили его в море» (Марк 9, 42). — Как это по-евангельски!..

«И если глаз твой соблазняет тебя, вырви его: лучше тебе с одним глазом войти в Царствие Божие, нежели с двумя глазами быть ввержену в геенну огненную, где червь их не умирает и огонь не угасает» (Марк 9,47). — Не глаз только здесь подразумевается...

«И сказал им: истинно говорю вам: есть некоторые из стоящих здесь, которые не вкусят смерти, как уже увидят Царствие Божие, пришедшее в силе» (Марк 9, 1). — Хорошо солгал, левВозможно, намёк на традиционное изображение евангелистов (Матфей — человек, Лука — агнец, Марк — лев, Иоанн — орёл)..

«Кто хочет идти за Мною, отвергнись себя, и возьми крест свой, и следуй за Мною. Ибо...» (Примечание психолога. Христианская мораль опровергается этим «ибо»: опровергать её «основы» — это по-христиански) (Марк 8, 34). —

«Не судите, да не судимы будете. Какою мерою мерите, такою и вам будут мерить» (Матф. 7, 1). — Какое понятие о справедливости, о «праведном судии!..»

«Ибо, если вы будете любить любящих вас, какая вам награда? Не то же ли делают и мытари? И если вы приветствуете только братьев ваших, что особенного делаете? Не так же ли поступают и мытари?» (Матф. 5, 46). — Принцип «христианской любви»: она хочет быть в конце концов хорошо оплаченной...

«А если не будете прощать людям согрешений их, то и Отец ваш не простит вам согрешений ваших» (Матф. 6, 15). — Очень компрометирует вышеназванного «Отца»...

«Ищите же прежде Царства Божия и правды Его, и это всё приложится вам» (Матф. 6, 33). — Всё это: т. е. пища, одежда, все насущные потребности жизни. Заблуждение, скромно выражаясь... Незадолго перед этим Бог является портным, по крайней мере в известных случаях...

«Возрадуйтесь в тот день и возвеселитесь, ибо велика вам награда на небесах. Так поступали с пророками отцы их» (Лука 6, 23). — Бесстыдное отродье! Они сравнивают себя уже с пророками!..

«Разве не знаете, что вы храм Божий, и Дух Божий живёт в вас? Если кто разорит храм Божий, того покарает Бог, ибо храм Божий свят; а этот храм — вы» (Павел I к Коринф. 3, 16). — Для подобного нет достаточной меры презрения...

«Разве не знаете, что святые будут судить мир? Если же вами будет судим мир, то неужели вы недостойны судить маловажные дела?» (Павел I к Коринф. 6, 2). К сожалению, не только речь сумасшедшего... Этот ужасный лжец продолжает: «разве не знаете, что мы будем судить ангелов, не тем ли более дела житейские!..»

«Не обратил ли Бог мудрость мира сего в безумие? Ибо когда мир своею мудростью не познал Бога в премудрости Божией, то благоугодно было Богу юродством проповеди спасти верующих... не много из вас мудрых по плоти, не много сильных, не много благородных. Но Бог избрал немудрое мира, чтобы посрамить мудрых, и немощное мира избрал Бог, чтобы посрамить сильное; и незнатное мира и уничижённое и ничего не значащее избрал Бог, чтобы упразднить значащее, — для того, чтобы никакая плоть не хвалилась перед Богом» (Павел I к Коринф. 1, 20 и далее). — Чтобы понять это место — перворазрядное свидетельство для психологии всякой морали чандалы, нужно прочесть первое рассмотрение моей «Генеалогии морали»: там впервые выведена на свет противоположность аристократической морали и морали чандалы, родившейся из ressentiment и бессильной мести. Павел был величайшим из всех апостолов мести...

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Что из этого следует? То, что хорошо делают, если надевают перчатки при чтении Нового Завета. Близость такой массы нечистоплотности почти вынуждает к этому. Мы так же мало желали бы общения с «первыми христианами», как и с польскими евреями, — не потому, чтобы мы имели что-нибудь против них: те и другие нехорошо пахнут. — Напрасно высматривал я в Новом Завете хотя бы одну симпатичную черту: там нет ничего, что можно бы было назвать свободным, добрым, откровенным, честным. Человечность не сделала здесь ещё и своего первого шага, — недостаёт инстинктов чистоплотности... В Новом Завете только дурные инстинкты, и даже нет мужества к этим дурным инстинктам. Сплошная трусость, сплошное закрывание глаз и самообман. Всякая книга кажется чистоплотной, если её читать вслед за Новым Заветом; так, например, непосредственно после Павла я читал с восхищением того прелестного, задорного насмешника Петрония, о котором можно было бы сказать то же, что Доменико Боккачио написал герцогу Парма о Чезаре Борджа: «è tutto festo» — бессмертно здоровый, бессмертно весёлый и удачливый... Эти маленькие ханжи просчитываются как раз в главном. Они нападают, но всё то, на что они нападают, тем самым получает отличие. На кого нападает «первый христианин», тот не бывает этим замаран... Напротив: есть некоторая честь иметь против себя «первых христиан». Читая Новый Завет, отдаёшь предпочтение всему, что он третирует, не говоря уже о «мудрости мира сего», которую дерзкий враль напрасно пытается посрамить «юродливой проповедью»... Даже фарисеи и книжники выигрывают от таких противников: должно же быть в них что-нибудь ценное, если их так неприлично ненавидят. Лицемерие, вот упрёк, который смели бросить «первые христиане»! Достаточно того, что это были привилегированные, — ненависть чандалы не нуждается в других основаниях. «Первый христианин» — я боюсь, что и «последний», которого, может быть, я ещё переживу, — по самым низменным инстинктам есть бунтовщик против всего привилегированного, — он живёт, он борется всегда за «равные права»... Если приглядеться, то он не имеет иного выбора. Если хотят быть в собственном лице «избранниками Бога», или «храмом Божьим», или «судьёю ангелов», то всякий другой принцип выбора, например принцип правдивости, ума, мужественности и гордости, красоты и свободы сердца, попросту «мира», — есть уже зло само по себе... Мораль: каждое слово в устах «первого христианина» есть ложь, каждый поступок, совершаемый им, есть инстинктивная ложь, — все его ценности, все его цели вредны, но кого он ненавидит, что он ненавидит, то имеет ценность... Христианин, христианский священник в особенности, есть критерий ценностей... Нужно ли говорить ещё, что во всём Новом Завете встречается только единственная фигура, достойная уважения? Пилат, римский правитель. Он не может принудить себя к тому, чтобы принять всерьёз спор иудеев. Одним евреем больше или меньше — что за важность?.. Благородная насмешка римлянина, перед которым происходит бесстыдное злоупотребление словом «истина», обогатила Новый Завет новым выражением, которое имеет цену, которое само по себе есть его критика, его отрицание: «что́ есть истина!..»

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— Не то отличает нас от других, что мы не находим Бога ни в истории, ни в природе, ни за природой, но то, что мы почитаемое за Бога чувствуем не как «божественное», но как жалкое, абсурдное, вредное — не как заблуждение только, но как преступление перед жизнью... Мы отрицаем Бога как Бога... Если бы нам доказали этого Бога христиан, мы ещё менее сумели бы поверить в него. — По формуле: deus, qualem Paulus creavit, dei negatioБог, каким его сотворил Павел, есть отрицание бога (лат.).. Религия, которая, подобно христианству, не соприкасается с действительностью ни в одном пункте, которая падает тотчас, стоит только действительности предъявить свои права хоть в одном пункте, — по справедливости должна быть смертельно враждебна «мудрости мира», другими словами, науке, — для неё будут хороши все средства, которыми можно отравить, оклеветать, обесславить дисциплину духа, ясность и строгость в вопросах совести, духовное благородство и свободу. «Вера», как императив, есть veto против науки, in praxi ложь во что бы то ни стало... Павел понял, что ложь, что «вера» была необходима: церковь позже поняла Павла. — Тот «Бог», которого изобрёл Павел, Бог, который позорит «мудрость мира» (т. е. собственно двух великих врагов всякого суеверия, филологию и медицину), — это поистине только смелое решение самого Павла назвать «Богом» свою собственную волю, thora, — это сугубо иудейское. Павел хочет позорить «мудрость мира»; его враги — это хорошие филологи и врачи александрийской выучки, — им объявляет он войну. Действительно, филолог и врач не может не быть в то же время и антихристианином. Филолог смотрит позади «священных книг», врач позади физиологической негодности типичного христианина. Врач говорит: «неизлечимый», филолог: «шарлатан»...

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— Поняли ли собственно знаменитую историю, которая помещена в начале Библии, — историю об адском страхе Бога перед наукой?.. Её не поняли. Эта жреческая книга par excellence начинается, как и следовало ожидать, великим внутренним затруднением жреца: он имеет только одну великую опасность, следовательно, Бог имеет только одну великую опасность. —

Ветхий Бог, «дух» всецело, настоящий верховный жрец, истинное совершенство, прогуливается в своём саду: беда только, что он скучает. Против скуки даже и боги борются тщетно. Что же он делает? Он изобретает человека: человек занимателен... Но что это? и человек также скучает. Безгранично милосердие Божье к тому единственному бедствию, от которого не свободен ни один рай: Бог тотчас же создал ещё и других животных. Первый промах Бога: человек не нашёл животных занимательными, — он возгосподствовал над ними, он не пожелал быть «животным». — Вследствие этого Бог создал женщину. И действительно, со скукой было покончено, — но с другим ещё нет! Женщина была вторым промахом Бога. — «Женщина по своему существу змея, Heva», — это знает всякий жрец; «от женщины происходит в мире всякое несчастье», — это также знает всякий жрец. «Следовательно, от неё идёт и наука»... Только через женщину человек научился вкушать от древа познания. — Что же случилось? Ветхого Бога охватил адский страх. Сам человек сделался величайшим промахом Бога, он создал в нём себе соперника: наука делает равным Богу, — приходит конец жрецам и богам, когда человек начинает познавать науку! — Мораль: наука есть нечто запрещённое само по себе, она одна запрещена. Наука — это первый грех, зерно всех грехов, первородный грех. Только это одно и есть мораль. — «Ты не должен познавать»; остальное всё вытекает из этого. — Адский страх не препятствует Богу быть благоразумным. Как защищаться от науки? — это сделалось надолго его главной проблемой. Ответ: прочь человека из рая! Счастье, праздность наводит на мысли — все мысли суть скверные мысли... Человек не должен думать. — И «жрец в себе» изобретает нужду, смерть, беременность с её опасностью для жизни, всякого рода бедствия, старость, тяготу жизни, а прежде всего болезнь — все верные средства в борьбе с наукой! Нужда не позволяет человеку думать... И всё-таки! ужасно! Дело познания воздвигается, возвышаясь до небес, затемняя богов, — что делать? — Ветхий Бог изобретает войну, он разъединяет народы, он делает так, что люди взаимно истребляют друг друга (— жрецам всегда была необходима война...). Война наряду с другим — великая помеха науке! — Невероятно! Познание, эмансипация от жреца даже возрастает, несмотря на войну. — И вот последнее решение приходит ветхому Богу: «человек познал науку, — ничто не помогает, нужно его утопить!»...

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— Я понят. Начало Библии содержит всю психологию жреца. — Жрец знает только одну великую опасность — науку: здоровое понятие о причине и действии. Но наука в целом преуспевает только при счастливых обстоятельствах: нужно иметь избыток времени и духа, чтобы «познавать»... Следовательно, нужно человека сделать несчастным: это всегда было логикой жреца. — Можно уже угадать, что, сообразно этой логике, теперь явилось на свет: «грех»... Понятие о вине и наказании, весь «нравственный миропорядок» изобретён против науки, против освобождения человека от жреца... Человек не должен смотреть вне себя, он должен смотреть внутрь себя: он не должен смотреть на вещи умно и предусмотрительно, как изучающий; он вообще не должен смотреть: он должен страдать... И он должен так страдать, чтобы ему всегда был необходим жрец. — Прочь, врачи! Нужен Спаситель. — Чтобы разрушить в человеке чувство причинности, изобретаются понятия о вине и наказании, включая учение о «милости», об «искуплении», о «прощении» (насквозь лживые понятия без всякой психологической реальности): всё это покушение на понятия причины и действия! — И покушение не при помощи кулака или ножа или откровенности в любви и ненависти! Но из самых трусливых, самых хитрых, самых низменных инстинктов! Покушение жреца! Покушение паразита! Вампиризм бледных подземных кровопийц!.. Если естественные следствия перестают быть естественными, но мыслятся как обусловленные призрачными понятиями суеверия («Бог», «дух», «душа»), как «моральные» следствия, как награда, наказание, намёк, средство воспитания, — этим уничтожаются необходимые условия познания — над человечеством совершается величайшее преступление. — Грех — это форма саморастления человека par excellence, — как уже было сказано, изобретён для того, чтобы сделать невозможной науку, культуру, всякое возвышение и облагорожение человека; жрец господствует, благодаря изобретению греха.

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— Я не обойду здесь молчанием психологию «веры», «верующих», именно для пользы самих «верующих». Если теперь ещё нет недостатка в таких, которые не знают, насколько неприлично быть «верующим», или что это служит признаком décadence, искалеченной воли к жизни, то завтра они уже будут знать это. Мой голос достигает и тугих на ухо. — Кажется, если только я не ослышался, у христиан существует критерий истины, который называется «доказательство от силы». «Вера делает блаженным: следовательно, она истинна». — Можно бы было возразить, что блаженство здесь не доказывается, а только обещается; блаженство обусловливается «верой»; должен сделаться блаженным, потому что веришь... Но чем доказывается, что действительно наступает то, что жрец обещает верующему как «потустороннее», недоступное для всякого контроля? — Таким образом, мнимое «доказательство от силы» в основе есть опять-таки только вера в то, что явится действие, обещанное верой. По формуле: «я верю, что вера делает блаженным, — следовательно, она истинна». — Но мы подошли к концу. Это «следовательно» было бы absurdum, как критерий истины. — Однако если мы предположим, с некоторой снисходительностью, что доставление блаженства доказывается верой (не только как желаемое, не только как нечто обещаемое подозрительными устами жреца), — то всё же было ли блаженство — выражаясь технически, удовольствие — когда-нибудь доказательством истины? Так мало, что оно почти даёт доказательство противоположного; во всяком случае, если чувство удовольствия вмешивается в обсуждение вопроса «что́ есть истина?», то возникает огромное подозрение относительно истины. «Удовольствие» как доказательство есть только доказательство «удовольствия» — не более. Откуда имеем мы право утверждать, что именно истинные суждения доставляют более удовольствия, чем ложные, и что, в силу предустановленной гармонии, они необходимо влекут за собой приятные чувства? — Опыт всех строгих и глубоких умов учит нас обратному. Каждый шаг в сторону истины надо было отвоёвывать, нужно было за него пожертвовать всем, чем питается наше сердце, наша любовь, наше доверие к жизни. Для этого нужно величие души. Служение истине есть самое суровое служение. — Что значит быть честным в духовных вещах? Быть строгим к своему сердцу, презирать «прекрасные чувства», из всякого Да и Нет делать вопросы совести!.. Вера делает блаженным: следовательно, она лжёт!..

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Что вера при известных обстоятельствах делает блаженным, что блаженство из навязчивой идеи ещё не делает истинной идеи, что вера не двигает горами, но скорее нагромождает горы, где их совсем нет, — это в достаточной мере можно выяснить, пройдясь по сумасшедшему дому. Конечно, не жрецу, ибо жрец из инстинкта отрицает, что болезнь есть болезнь, что сумасшедший дом есть сумасшедший дом. Христианство нуждается в болезни почти в такой же мере, как Греция нуждалась в избытке здоровья: делать больным — это собственно задняя мысль всей той системы, которую церковь предлагает в видах спасения. И не является ли сама церковь — в последнем идеале католическим сумасшедшим домом? — И сама земля вообще не сумасшедший ли дом? — Религиозный человек, каким его хочет церковь, — есть типичный décadent; время, когда религиозный кризис господствует над народом, всегда отмечается нервными эпидемиями; «внутренний мир» религиозного человека так похож на внутренний мир перевозбуждённых и истощённых, что их можно смешать друг с другом. «Высшие состояния», которые христианство навязало человечеству как ценность всех ценностей, — это эпилептоидные формы. Церковь причисляла к лику святых только сумасшедших или великих обманщиков in majorem dei honoremв вящую честь божию (лат.).... Я позволил себе однажды охарактеризовать весь христианский training раскаяния и спасения (который теперь лучше всего можно изучить в Англии), как методически воспитываемую folie circulaireманиакально-депрессивный психоз (фр.)., само собой разумеется, на почве к тому уже подготовленной, т. е. глубоко болезненной. Не всякий может сделаться христианином: в христианство не «обращаются», — для этого до́лжно сделаться больным... Мы, другие, имеющие мужество к здоровью и также к презрению, как можем мы не презирать религию, которая учила пренебрегать телом! которая не хочет освободиться от предрассудка о душе! которая из недостаточного питания делает «заслугу»! которая борется со здоровым, как с врагом, дьяволом, искушением! которая убедила себя, что можно влачить «совершенную душу» в теле, подобном трупу, и при этом имела надобность создать себе новое понятие о «совершенстве», нечто бледное, болезненное, идиотски-мечтательное, так называемую святость; святость — просто ряд симптомов обедневшего, энервирующего, неисцелимого испорченного тела!.. Христианское движение, как европейское движение, с самого начала есть общее движение всего негодного и вырождающегося, которое с христианством хочет приобрести власть. Христианское движение не выражает упадка расы, но оно есть агрегат, образовавшийся из тяготеющих друг к другу форм décadence. Не развращённость древности, благородной древности, сделала возможным христианство, как это думают. Учёный идиотизм, который и теперь ещё утверждает нечто подобное, заслуживает самого резкого опровержения. В то время, как христианизировались во всей империи больные, испорченные слои чандалы, существовал как раз противоположный тип, благородство в самом его красивом и зрелом образе. Но численность получила господство; демократизм христианских инстинктов победил... Христианство не было национальным, не обусловливалось расой. Оно обращалось ко всем обездоленным жизнью, оно имело своих союзников повсюду. Христианство, опираясь на rancune больных, обратило инстинкт против здоровых, против здоровья. Всё удачливое, гордое, смелое, красота прежде всего, болезненно поражает его слух и зрение. Ещё раз вспоминаю я неоценимые слова Павла: «Бог избрал немощное мира, немудрое мира, незнатное мира, уничижённое мира»: это была та формула, in hoc signo которой победил décadence. — Бог на кресте — неужели ещё до сих пор не понята ужасная подоплёка этого символа? Всё, что страдает, что на кресте, — божественно... Мы все на кресте, следовательно, мы божественны... Мы одни божественны... Христианство было победой, более благородное погибло в нём, до сих пор христианство было величайшим несчастьем человечества...

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Христианство стоит в противоречии также со всякой духовной удачливостью, оно нуждается только в больном разуме, как христианском разуме, оно берёт сторону всякого идиотизма, оно изрекает проклятие против «духа», против superbiaгордыня (лат.). здорового духа. Так как болезнь относится к сущности христианства, то и типически христианское состояние, «вера», — должно быть также формой болезни, все прямые честные, научные пути к познанию должны быть также отвергаемы церковью как пути запрещённые. Сомнение есть уже грех... Совершенное отсутствие психологической чистоплотности, обнаруживающееся во взгляде священника, есть проявление décadence. Можно наблюдать на истерических женщинах и рахитичных детях, сколь закономерным выражением décadence является инстинктивная лживость, удовольствие лгать, чтобы лгать, неспособность к прямым взглядам и поступкам. «Верой» называется нежелание знать истину. Ханжа, священник обоих полов, фальшив, потому что он болен: его инстинкт требует того, чтобы истина нигде и ни в чём не предъявляла своих прав. «Что делает больным, есть благо; что исходит из полноты, из избытка, из власти, то зло» — так чувствует верующий. Непроизвольность во лжи — по этому признаку я угадываю каждого теолога по призванию. — Другой признак теолога — это его неспособность к филологии. Под филологией здесь нужно подразумевать искусство хорошо читать, конечно, в очень широком смысле слова, искусство вычитывать факты, не искажая их толкованиями, не теряя осторожности, терпения, тонкости в стремлении к пониманию. Филология как Ephexisспособность, готовность (греч.). в толковании: идёт ли дело о книгах, о газетных новостях, о судьбах и состоянии погоды, — не говоря о «спасении души»... Теолог, всё равно в Берлине или Риме, толкует ли он «Писание» или переживание, как, например, победу отечественного войска в высшем освещении псалмов Давида, всегда настолько смел, что филолог при этом готов лезть па стену. Да и что ему делать, когда ханжи и иные коровы из Швабии свою жалкую серую жизнь, своё затхлое существование с помощью «перста Божия» обращают в «чудо милости», «промысел», «спасение»! Самая скромная доза ума, чтобы не сказать приличия, должна была бы привести этих толкователей к тому, чтобы они убедились, сколько вполне ребяческого и недостойного в подобном злоупотреблении божественным перстом. Со столь же малой дозой истинного благочестия мы должны бы были признать вполне абсурдным такого Бога, который лечит нас от насморка или подаёт нам карету в тот момент, когда разражается сильный дождь, и, если бы он даже существовал, его следовало бы упразднитьИроническая парафраза вольтеровского выражения: «Если бы Бога не существовало, его следовало бы выдумать».. Бог как слуга, как почтальон, как календарь, — в сущности, это только слово для обозначения всякого рода глупейших случайностей. «Божественное Провидение», в которое теперь ещё верит приблизительно каждый третий человек в «образованной» Германии, было бы таким возражением против Бога, сильнее которого нельзя и придумать. И во всяком случае оно есть возражение против немцев!..

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— Что мученичество может служить доказательством истины чего-либо, — в этом так мало правды, что я готов отрицать, чтобы мученик вообще имел какое-нибудь отношение к истине. Уже в тоне, которым мученик навязывает миру то, что считает он истинным, выражается такая низкая степень интеллектуальной честности, такая тупость в вопросе об истине, что он никогда не нуждается в опровержении. Истина не есть что-нибудь такое, что мог бы иметь один, а не иметь другой: так могли думать об истине только мужики или апостолы из мужиков вроде Лютера. Можно быть уверенным, что сообразно со степенью совестливости в вопросах духа всё более увеличивается скромность, осторожность относительно этих вещей. Знать немногое, а всё остальное осторожно отстранять для того, чтобы познавать дальше... «Истина», как это слово понимает каждый пророк, каждый сектант, каждый свободный дух, каждый социалист, каждый церковник, — есть совершенное доказательство того, что здесь нет ещё и начала той дисциплины духа и самопреодоления, которое необходимо для отыскания какой-нибудь маленькой, совсем крошечной ещё истины. Смерти мучеников, мимоходом говоря, были большим несчастьем в истории: они соблазняли... Умозаключение всех идиотов, включая сюда женщин и простонародье, таково, что то дело, за которое кто-нибудь идёт на смерть (или даже которое порождает эпидемию стремления к смерти, как это было с первым христианством), имеет за себя что-нибудь, — такое умозаключение было огромным тормозом исследованию, духу исследования и осмотрительности. Мученики вредили истине. Даже и в настоящее время достаточно только жестокости в преследовании, чтобы создать почтенное имя самому никчёмному сектантству. — Как? разве изменяется вещь в своей ценности только от того, что за неё кто-нибудь кладёт свою жизнь? — Заблуждение, сделавшееся почтенным, есть заблуждение, обладающее лишним очарованием соблазна, — не думаете ли вы, господа теологи, что мы дадим вам повод сделаться мучениками из-за вашей лжи? — Опровергают вещь, откладывая её почтительно в долгий ящик; так же опровергают и теологов. Всемирно-исторической глупостью всех преследователей и было именно то, что они придавали делу своих противников вид почтенности, одаряя её блеском мученичестваЭто уже почти дословная цитата в кредит оруэлловскому О’Брайену («1984»).... До сих пор женщина стоит на коленях перед заблуждением, потому что ей сказали, что кто-то за него умер на кресте. Разве же крест аргумент? Но относительно всего этого только один сказал то слово, в котором нуждались в продолжение тысячелетий, — Заратустра.

Знаками крови писали они на пути, по которому они шли, и их безумие учило, что кровью свидетельствуется истина.
Но кровь — самый худший свидетель истины; кровь отравляет самое чистое учение до степени безумия и ненависти сердец.
А если кто и идёт на огонь из-за своего учения — что же это доказывает! Поистине, совсем другое дело, когда из собственного горения исходит собственное учение (II, 350) [Часть вторая, «О священниках», абзац 30–32].

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Пусть не заблуждаются: великие умы — скептики. Заратустра — скептик. Крепость, свобода, вытекающие из духовной силы и её избытка, доказываются скептицизмом. Люди убеждения совсем не входят в рассмотрение всего основного в ценностях и отсутствии таковых. Убеждение — это тюрьма. При нём не видишь достаточно далеко вокруг, не видишь под собой: а между тем, чтобы осмелиться говорить о ценностях и неценностях, нужно оставить под собой, за собой пятьсот убеждений... Дух, который хочет великого, который хочет также иметь и средства для этого великого, по необходимости будет скептик. Свобода от всякого рода убеждений — это сила, это способность смотреть свободно... Великая страсть, основание и сила бытия духа ещё яснее, ещё деспотичнее, чем сам дух, пользуется всецело его интеллектом: она заставляет его поступать, не сомневаясь; она даёт ему мужество даже к недозволенным средствам; она разрешает ему при известных обстоятельствах и убеждения. Убеждение как средство: многого можно достигнуть только при посредстве убеждения. Великая страсть может пользоваться убеждениями, может их использовать, но она не подчиняется им — она считает себя суверенной. — Наоборот: потребность в вере, в каком-нибудь безусловном Да или Нет, в карлейлизме, если позволительно так выразиться, — есть потребность слабости. Человек веры, «верующий» всякого рода, — по необходимости человек зависимый, — такой, который не может полагать себя как цель и вообще полагать цели, опираясь на себя. «Верующий» принадлежит не себе, он может быть только средством, он должен быть использован, он нуждается в ком-нибудь, кто бы его использовал. Его инстинкт чтит выше всего мораль самоотвержения; всё склоняет его к ней: его благоразумие, его опыт, его тщеславие. Всякого рода вера есть сама выражение самоотвержения, самоотчуждения... Пусть взвесят, как необходимо большинству что-нибудь регулирующее, что связывало бы их и укрепляло внешним образом, как принуждение, как рабство в высшем значении этого слова, — единственное и последнее условие, при котором преуспевает слабовольный человек, особенно женщина, — тогда поймут, что такое убеждение, «вера». Человек убеждения имеет в этом убеждении свою опору. Не видеть многого, ни в чём не быть непосредственным, быть насквозь пропитанным духом партии, иметь строгую и неуклонную оптику относительно всех ценностей — всё это обусловливает вообще существование такого рода людей. Но тем самым этот род становится антагонистом правдивости, — истины... Верующий не волен относиться по совести к вопросу об «истинном» и «неистинном»: сделайся он честным в этом пункте, это тотчас повело бы его к гибели. Патологическая обусловленность его оптики из убеждённого человека делает фанатика — Савонаролу, Лютера, Руссо, Робеспьера, Сен-Симона, — тип, противоположный сильному, ставшему свободным духу. Но величавая поза этих больных умов, этих умственных эпилептиков, действует на массу, — фанатики живописны; человечество предпочитает смотреть на жесты, чем слушать доводы...

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— Ещё один шаг в психологию убеждения, «веры». Давно уже меня интересовал вопрос, не являются ли убеждения более опасными врагами истины, чем ложь. («Человеческое слишком человеческое» афоризмы 54 и 483.) На этот раз я ставлю решающий вопрос: существует ли вообще противоположение между ложью и убеждением? — Весь мир верит в это; но чему только не верит весь мир! — Всякое убеждение имеет свою историю, свои предварительные формы, свои попытки и заблуждения: оно становится убеждением после того, как долгое время не было им и ещё более долгое время едва им было. Как? неужели и под этими эмбриональными формами убеждения не могла скрываться ложь? — Иногда необходима только перемена личностей: в сыне делается убеждением то, что в отце было ещё ложью. — Ложью я называю: не желать видеть того, что видят, не желать видеть так, как видят, — неважно, при свидетелях или без свидетелей ложь имеет место. Самый обыкновенный род лжи тот, когда обманывают самих себя: обман других есть относительно уже исключительный случай. — В настоящее время это нежелание видеть то, что видят, и нежелание видеть так, как видят, есть почти первое условие для всех партийных в каком бы то ни было смысле: человек партии по необходимости лжец. Немецкая историография, например, убеждена, что Рим был деспотизмом, что германцы принесли в мир дух свободы: какое различие между этим убеждением и ложью? Следует ли удивляться тому, что инстинктивно все партии, равно как и немецкие историки, изрекают великие слова морали, что мораль чуть ли не потому ещё продолжает существовать, что всякого рода человек партии нуждается в ней ежеминутно? — «Это наше убеждение: мы исповедуем его перед всем миром, мы живём и умираем за него — почтение перед всем, что имеет убеждение». — Нечто подобное слышал я даже из уст антисемитов. Напротив, господа! Антисемит совсем не будет оттого приличнее, что он лжёт по принципу. Священники, которые в таких вещах тоньше и очень хорошо понимают возражение, лежащее в понятии убеждения, т. е. обоснованной, ввиду известных целей, лжи, позаимствовали от евреев благоразумие, подставивши сюда понятие «Бог», «воля Божья», «откровение Божье». Кант со своим категорическим императивом был на том же пути: в этом пункте его разум сделался практическим. — Есть вопросы, в которых человеку не предоставлено решение отосительно истинности их или неистинности: все высшие вопросы, все высшие проблемы ценностей находятся по ту сторону человеческого разума... Коснуться границ разума — вот это прежде всего и есть философия... Для чего дал Бог человеку откровение? Разве Бог сделал что-нибудь лишнее? Человек не может знать сам собою, что́ есть добро и что́ зло, поэтому научил его Бог своей воле... Мораль: священник не лжёт, — в тех вещах, о которых говорят священники, нет вопросов об «истинном и ложном», эти вещи совсем не позволяют лгать. Ибо, чтобы лгать, нужно быть в состоянии решать, что́ здесь истинно. Но этого как раз человек не может; священник здесь только рупор Бога. Такой жреческий силлогизм не является только еврейским или христианским: право на ложь и на благоразумие «откровения» принадлежит жрецу в его типе, будь то жрецы décadence или жрецы язычества. (Язычники — это все те из относящихся к жизни положительно, для которых Бог служит выражением великого Да по отношению ко всем вещам.) — «Закон», «воля Божья», «священная книга», «боговдохновение» — всё это только слова для обозначения условий, при которых жрец идёт к власти, которыми он поддерживает свою власть — эти понятия лежат в основании всех жреческих организаций, всех жреческих и жреческо-философских проявлений господства. «Святая ложь» обща Конфуцию, книге законов Ману, Магомету, христианской церкви; в ней нет недостатка и у Платона. «Истина здесь» — эти слова, где бы они ни слышались, означают: жрец лжёт.

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— В конце концов, мы подходим к тому, с какою целью лгут. Что христианству недостаёт «святых» целей, это моё возражение против его средств. У него только дурные цели: отравление, оклеветание, отрицание жизни, презрение тела, уничижение и саморастление человека через понятие греха, — следовательно, также дурны и его средства. — Совершенно с противоположным чувством я читаю книгу законов Ману, произведение, несравненное в духовном отношении; даже назвать его на одном дыхании с Библией было бы грехом против духа. И понятно, почему: оно имеет за собой, «в» себе действительную философию, а не только зловонный иудаинШарль Андлер указал на заимствование этого неологизма (по модели химии алкалоидов) у Пауля де Лагарда («ein judainfreies Judentum als Religion»); ср. аналогичные неологизмы Ницше: «моралин» и «нигилин» (Andler Ch. Nietzsche. Sa vie, sa pensée. T. 1. Paris, 1958. P. 486). с его раввинизмом и суевериями, наоборот, оно кое-что даёт даже самому избалованному психологу. Нельзя забывать главного — основного отличия этой книги от всякого рода Библии: знатные сословия, философы и воины при её помощи держат в руках массы: повсюду благородные ценности, чувство совершенства, утверждение жизни, торжествующее чувство благосостояния по отношению к себе и к жизни, солнечный свет разлит на всей книге. — Все вещи, на которые христианство испускает свою бездонную пошлость, как, например, зачатие, женщина, брак, здесь трактуются серьёзно, с почтением, любовью и доверием. Как можно давать в руки детей или женщин книгу, которая содержит такие гнусные слова: «во избежание блуда каждый имей свою жену, и каждая имей своего мужа... лучше вступить в брак, нежели разжигаться?»1 Коринф. 7, 2, 9. И можно ли быть христианином, коль скоро понятием об immaculata conceptioнепорочное зачатие (лат.). самое происхождение человека охристианивается, т. е. загрязняется?.. Я не знаю ни одной книги, где о женщине сказано бы было так много нежных и благожелательных вещей, как в книге законов Ману; эти старые седобородые святые обладают таким искусством вежливости по отношению к женщинам, как, может быть, никто другой. «Уста женщины, — говорится в одном месте, — грудь девушки, молитва ребёнка, дым жертвы всегда чисты». В другом месте: «нет ничего более чистого, чем свет солнца, тень коровы, воздух, вода, огонь и дыхание девушки». Далее следует, быть может, святая ложь: «все отверстия тела выше пупка — чисты, все ниже лежащие — нечисты; только у девушки всё тело чисто»Ницше цитирует по кн.: Jacolliot L. Les législateurs religieux. Manou — Moïse — Mahomet. P. 225–227..

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Если цель христианства сопоставить с целью законов Ману, если наилучшим образом осветить эту величайшую противоположность целей, то нечестивость христианских средств можно поймать in flagrantiна месте преступления, с поличным (лат.).. Критик христианства не может избежать того, чтобы не выставить христианства заслуживающим презрения. Книга законов, вроде законов Ману, имеет такое же происхождение, как и всякая хорошая книга законов: она резюмирует опыт, благоразумие и экспериментальную мораль столетий, она подводит черту, но не творит ничего. Предпосылкой к кодификации такого рода является то, что средства создать авторитет истине, медленно и дорогой ценой завоёванной, совершенно отличны от тех средств, которыми она доказывается. Книга законов никогда не говорит о пользе, об основаниях, о казуистике в предварительной истории закона: именно благодаря этому она лишилась бы того императивного тона, того «ты должен», которое является необходимым условием для повиновения. В этом-то и заключается проблема. — В определённый момент развития народа его глубокий, всеохватывающий опыт, — сообразно с которым он должен, т. е., собственно говоря, может жить, — является законченным. Его цель сводится к тому, чтобы собрать возможно полную и богатую жатву с времён эксперимента и отрицательного опыта. Следовательно, прежде всего теперь нужно остерегаться дальнейшего экспериментирования, дальнейшей эволюции ценностей, уходящего в бесконечность исследования, выбора, критики ценностей. Всему этому противопоставляется двойная стена: во-первых, откровение, т. е. утверждение, что разум тех законов не человеческого происхождения, что он не есть результат медленного изыскания, сопровождаемого ошибками, но, как имеющий божественное происхождение, он был только сообщён уже в совершенном виде, без истории, как дар, как чудо... Во-вторых, традиция, т. е. утверждение, что закон уже с древнейших времён существовал, что сомневаться в этом было бы нечестиво и преступно по отношению к предкам. Авторитет закона покоится на тезисах: Бог это дал, предки это пережили. Высший разум подобного процесса заключается в намерении оттеснить шаг за шагом сознание от жизни, признаваемой за правильную (т. е. доказанную огромным и тонко просеянным опытом), чтобы достигнуть таким образом полного автоматизма инстинкта, — это предпосылки ко всякого рода мастерству, ко всякого рода совершенству в искусстве жизни. Составить книгу законов по образцу Ману — значит признать за народом мастера, признать, что он может претендовать на обладание высшим искусством жизни. Для этого она должна быть создана бессознательно: в этом цель всякой священной лжи. — Порядок каст, высший господствующий закон, есть только санкция естественного порядка, естественная законность первого ранга, над которой не имеет силы никакой произвол, никакая «современная идея». В каждом здоровом обществе выступают, обусловливая друг друга, три физиологически разнопритягательных типа, из которых каждый имеет свою собственную гигиену, свою собственную область труда, особый род чувства совершенства и мастерства. Природа, а не Ману отделяет одних — по преимуществу сильных духом, других — по преимуществу сильных мускулами и темпераментом и третьих, не выдающихся ни тем, ни другим — посредственных: последние, как большинство, первые, как элита. Высшая каста — я называю её кастой немногих — имеет, будучи совершенной, также и преимущества немногих: это значит — быть земными представителями счастья, красоты, доброты. Только наиболее одарённые духовно люди имеют разрешение на красоту, на прекрасное; только у них доброта не есть слабость. Pulchrum est paucorum hominumпрекрасное принадлежит немногим (лат. — Horat. Sat. I 9, 44).: доброе есть преимущество. Ничто так не возбраняется им, как дурные манеры, или пессимистический взгляд, глаз, который всё видит в дурном свете, или даже негодование на общую картину мира. Негодование — это преимущество чандалы; также и пессимизм. «Мир совершенен» — так говорит инстинкт духовно одарённых, инстинкт, утверждающий жизнь: «несовершенство, всё, что стоит ниже нас, дистанция, пафос дистанции, сама чандала, — всё принадлежит к этому совершенству». Духовно одарённые, как самые сильные, находят своё счастье там, где другие нашли бы свою погибель, — в лабиринте, в жестокости к себе и другим, в исканиях; их удовольствие — это самопринуждение; аскетизм делается у них природой, потребностью, инстинктом. Трудную задачу считают они привилегией; играть тяжестями, которые могут раздавить других, — это их отдых... Познание для них форма подвижничества. — Такой род людей более всех достоин почтения — это не исключает того, что они самые весёлые, радушные люди. Они господствуют не потому, что хотят, но потому, что они существуют; им не предоставлена свобода быть вторыми. — Вторые — это стражи права, опекуны порядка и безопасности, это благородные воины, это прежде всего король, как высшая формула воина, судьи и хранителя закона. Вторые — это исполнители сильных духом, их ближайшая среда, то, что берёт на себя всё грубое в господстве, их свита, их правая рука, их лучшие ученики. — Во всём, повторяю, нет ничего произвольного, ничего «деланного»; всё, что нe так, то сделано, — природа там опозорена... Порядок каст, иерархия, только и формулирует высший закон самой жизни; разделение трёх типов необходимо для поддержания общества, для того, чтобы сделать возможными высшие и наивысшие типы, — неравенство прав есть только условие к тому, чтобы вообще существовали права. — Право есть привилегия. Преимущество каждого в особенностях его бытия. Не будем низко оценивать преимущества посредственных. Жизнь, по мере возвышения, всегда становится суровее, — увеличивается холод, увеличивается ответственность. Высокая культура — это пирамида: она может стоять только на широком основании, она имеет, как предпосылку, прежде всего сильную и здоровую посредственность. Ремесло, торговля, земледелие, наука, бо́льшая часть искусств, одним словом, всё, что содержится в понятии специальной деятельности, согласуется только с посредственным — в возможностях и желаниях; подобному нет места среди исключений, относящийся сюда инстинкт одинаково противоречил бы как аристократизму, так и анархизму. Чтобы иметь общественную полезность, быть колесом, функцией, для этого должно быть естественное призвание: не общество, а род счастья, к которому способно только большинство, делает из них интеллигентные машины. Для посредственностей быть посредственностью есть счастье; мастерство в одном, специальность — это естественный инстинкт. Было бы совершенно недостойно более глубокого духа в посредственности самой по себе видеть нечто отрицательное. Она есть первая необходимость для того, чтобы существовали исключения: ею обусловливается высокая культура. Если исключительный человек относится к посредственным бережнее, чем к себе и себе подобным, то это для него не вежливость лишь, но просто его обязанность... Кого более всего я ненавижу между теперешней сволочью? Сволочь социалистическую, апостолов чандалы, которые хоронят инстинкт, удовольствие, чувство удовлетворённости рабочего с его малым бытием, — которые делают его завистливым, учат его мести... Нет несправедливости в неравных правах, несправедливость в притязании на «равные» права... Что дурно? Но я уже сказал это: всё, что происходит из слабости, из зависти, из мести. — Анархист и христианин одного происхождения.

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Конечно, есть различие, с какою целью лгут: для того ли, чтобы поддерживать или чтобы разрушать. Сравним христианина и анархиста: их цель, их инстинкт ведёт только к разрушению. Доказательство этого положения можно вычитать из истории: она представляет его с ужасающей ясностью. Мы только что познакомились с религиозным законодательством, целью которого было «увековечить» великую организацию общества — высшее условие для того, чтобы преуспевала жизнь; христианство нашло свою миссию в том, чтобы положить конец такой организации, потому что в ней преуспевает жизнь. С давно прошедших времён эксперимента и неуверенности разум должен был отложить там свои плоды для дальнейшего пользования, и собранная жатва была так обильна, так совершенна, как только возможно: здесь, наоборот, жатва была отравлена за ночь... То, что составляло aere perennius — imperium Romanum, самая грандиозная форма организации при труднейших условиях, такая форма, какая до сих пор могла быть только достигнута, в сравнении с которой всё прошедшее и последующее есть только кустарничество, тупость, дилетантизм, — из всего этого те святые анархисты сделали себе «благочестие» с целью разрушить «мир», т. е. imperium Romanum, так, чтобы не осталось камня на камне, пока германцы и прочий сброд не сделались над ним господами... Христианин и анархист: оба décadents, оба не способны действовать иначе, как только разлагая, отравляя, угнетая, высасывая кровь, оба — инстинкт смертельной ненависти против всего, что возвышается, что велико, что имеет прочность, что обещает жизни будущность... Христианство было вампиром imperii Romani; за ночь погубило оно огромное дело римлян — приготовить почву для великой культуры, требующей времени. — Неужели всё ещё этого не понимают? Известная нам imperium Romanum, с которой мы лучше всего знакомимся из истории римских провинций, это замечательнейшее художественное произведение великого стиля, было лишь началом, его строение было рассчитано на тысячелетия, — никогда до сих пор не только не строили так, но даже не мечтали о том, чтобы строить настолько sub specie aeterni! — Эта организация была достаточно крепка, чтобы выдержать скверных императоров: случайность личностей не должна иметь значения в подобных вещах — первый принцип всякой великой архитектуры. Но она не могла устоять прочив самого разрушительного вида разложения — против христианина... Этот потайной червь, который во мраке, тумане и двусмысленности вкрался в каждую отдельную личность и из каждого высосал серьёзное отношение к истине, вообще инстинкт к реальности; эта трусливая, феминистская и слащавая банда, шаг за шагом отчуждая «души» от грандиозного строительства, отчуждала те высокоценные, те мужественно-благородные натуры, которые чувствовали дело Рима как своё собственное дело, свою собственную нешуточность, свою собственную гордость. Пронырство лицемеров, скрытные сборища, такие мрачные понятия, как ад, как жертва невинного, как unio mystica в питии крови, и прежде всего медленно раздуваемый огонь мести, мести чандалы, — вот что стало господствовать над Римом, тот род религии, которому уже Эпикур объявил войну в его зародышевой форме. Читайте Лукреция, чтобы понять, с чем боролся Эпикур, не с язычеством, но с «христианством», я хочу сказать, с порчей душ через понятия вины, наказания и бессмертия. — Он боролся с подземными культами, со всем скрытым христианством, — отрицать бессмертие было тогда уже истинным освобождением. — И Эпикур победил, всякий достойный уважения дух в римском государстве был эпикурейцем: но вот явился Павел... Павел, сделавшийся плотью и гением гнева чандалы против Рима, против «мира», жид, вечный жид par excellence... Он угадал, что при помощи маленького сектантского христианского движения можно зажечь «мировой пожар» в стороне от иудейства, что при помощи символа «Бог на кресте» можно суммировать в одну чудовищную власть всё, лежащее внизу, всё втайне мятежное, всё наследие анархической пропаганды в империи. «Спасение приходит от иудеев». — Христианство, как формула, чтобы превзойти всякого рода подземные культы, например Осириса, Великой Матери, Митры, и чтобы суммировать их, — в этой догадке и заключается гений Павла. В этом отношении инстинкт его был так верен, что он, беспощадно насилуя истину, вкладывал в уста «Спасителю» своего изобретения те представления религий чандалы, при помощи которых затемнялось сознание; он делал из него нечто такое, что было понятно и жрецу Митры... И вот перед нами момент в Дамаске: он понял, что ему необходима вера в бессмертие, чтобы обесценить «мир», что понятие «ад» даёт господство над Римом, что «потустороннее» умерщвляет жизнь... Нигилист и христианин (Nihilist und Christ) — это рифмуется, и не только рифмуется...

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Вся работа античного мира напрасна: у меня нет слов чтобы выразить чудовищность этого. — И принимая в соображение, что эта работа была только предварительной работой, что гранитом его самосознания был заложен лишь фундамент к работе тысячелетий, — весь смысл античного мира напрасен!.. К чему греки? к чему римляне? — Там были уже все предпосылки к научной культуре, все научные методы, было твёрдо поставлено великое несравненное искусство хорошо читать, — эта предпосылка к традиции культуры, к единству науки; естествознание в союзе с математикой и механикой было на наилучшем пути, — понимание фактов, последнее и самое ценное из всех пониманий, имело свои школы, имело уже столетия традиций! Понятно ли это? Всё существенное было найдено, чтобы можно было приступить к работе: методы, повторяю десять раз, это и есть самое существенное, а вместе с тем и самое трудное, то, чему упорнее всего противятся привычки и леность. Все дурные христианские инстинкты сидят ещё в нас, и нужно было огромное самопринуждение, чтобы завоевать свободный взгляд на реальность, осмотрительность в действии, терпение и серьёзность в самомалейшем, всю честность познания, — и всё это уже было там! было уже более чем два тысячелетия перед этим! Прибавьте сюда ещё тонкий такт и вкус! Не как дрессировка мозга! Не как «немецкое» образование с вульгарными манерами! Но как тело, как жесты, как инстинкт, — одним словом, как реальность! Всё напрасно! За одну лишь ночь стало это только воспоминанием! — Греки! римляне! Благородство инстинкта, вкус, методическое исследование, гений организации и управления, вера, воля к будущему людей, великое утверждение всех вещей, воплотившихся в imperium Romanum, и очевидных для всех чувств, великий стиль, сделавшийся не только искусством, но реальностью, истиной, жизнью... — И всё это завалено не через какую-нибудь внезапную катастрофу! Не растоптано германцами или иными увальнями! Но осквернено хитрыми, тайными, невидимыми малокровными вампирами! Не побеждено — только высосано!.. Скрытая мстительность, маленькая зависть стали господами! Разом поднялось наверх всё жалкое, страдающее само по себе, охваченное дурными чувствами, весь душевный мир гетто!.. Нужно только почитать какого-нибудь христианского агитатора, например св. Августина, чтобы понять, чтобы почувствовать обонянием, какие нечистоплотные существа выступили тогда наверх. Совершенно обманулись бы, если бы предположили недостаток ума у вождей христианского движения: о, они умны, умны до святости, эти господа отцы церкви! Им недостаёт совсем иного. Природа ими пренебрегла, — она забыла уделить им скромное приданое честных, приличных, чистоплотных инстинктов... Между нами будь сказано, это не мужчины... Если ислам презирает христианство, то он тысячу раз прав: предпосылка ислама — мужчины...

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Христианство погубило жатву античной культуры, позднее оно погубило жатву культуры ислама. Чудный мавританский культурный мир Испании, в сущности более нам родственный, более говорящий нашим чувствам и вкусу, чем Рим и Греция, был растоптан (— я не говорю, какими ногами). Почему? потому что он обязан своим происхождением благородным мужественным инстинктам, потому что он утверждал жизнь также и в её редких мавританских утончённостях... Крестоносцы позже уничтожали то, перед чем им приличнее было бы лежать во прахе, — культуру, сравнительно с которой даже наш девятнадцатый век является очень бедным, очень «запоздавшим». — Конечно, они хотели добычи: Восток был богат... Однако смущаться нечего. Крестовые походы были только пиратством высшего порядка, не более того! Немецкое дворянство, в основе своей — дворянство викингов, было, таким образом, в своей стихии: церковь знала слишком хорошо, как ей быть с немецким дворянством... Немецкое дворянство — всегдашние «швейцарцы» церкви, всегда на службе у всех дурных инстинктов церкви, но на хорошем жалованье... Как раз церковь, с помощью немецких мечей, немецкой крови и мужества, вела смертельную войну со всем благородным на земле! В этом пункте сколько наболевших вопросов! Немецкого дворянства почти нет в истории высшей культуры, и можно догадаться почему: христианство, алкоголь — два великих средства разложения... Не может быть выбора между исламом и христианством, так же как между арабом и иудеем. Решение дано, и никто не волен выбирать. Или мы чандала или не чандала... «Война с Римом на ножах! Мир, дружба с исламом»: так чувствовал, так поступал тот великий свободный дух, гений среди немецких императоров, Фридрих Второй. Как? неужели, чтобы прилично чувствовать, немцу нужно быть гением, свободным духом? Я не понимаю, как немец мог когда-нибудь чувствовать по-христиански...

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Здесь необходимо коснуться воспоминаний, ещё в сто раз более мучительных для немцев. Немцы лишили Европу последней великой культурной жатвы, которую могла собрать Европа, — культуры Ренессанса. Понимают ли наконец, хотят ли понять, что такое был Ренессанс? Переоценка христианских ценностей, попытка доставить победу противоположным ценностям, благородным ценностям, при помощи всех средств, инстинктов, всего гения... До сих пор была только эта великая война, до сих пор не было постановки вопросов более решительной, чем постановка Ренессанса, — мой вопрос есть его вопрос: никогда нападение не было проведено более основательно, прямо, более строго по всему фронту и в центре! Напасть в самом решающем месте, в самом гнезде христианства, здесь возвести на трон благородные ценности, я хочу сказать, возвести их в инстинкты и глубокие потребности и желания там восседающих... Я вижу перед собой возможность совершенно неземного очарования и прелести красок: мне кажется, что она сверкает всем трепетом утончённой красоты, что в ней искусство действует так божественно, так чертовски божественно, что напрасно мы искали бы в течение тысячелетий второй такой возможности; я вижу зрелище, столь полное смысла и вместе с тем удивительно парадоксальное, что все божества Олимпа имели бы в нём повод к бессмертному смеху, — Чезаре Борджа папа... Понимают ли меня?.. Это была бы победа, которой в настоящий момент добиваюсь только я один: тем самым христианство было уничтожено! — Но что случилось? Немецкий монах Лютер пришёл в Рим. Этот монах, со всеми мстительными инстинктами неудавшегося священника, возмутился в Риме против Ренессанса... Вместо того, чтобы с глубокой благодарностью понять то чудовищное, что произошло, — победу над христианством в его гнезде, он лишь питал этим зрелищем свою ненависть. Религиозный человек думает только о себе. — Лютер видел порчу папства, в то время как налицо было противоположное: уже не старая порча, не peccatum originale, не христианство восседало на папском престоле! Но жизнь! Но триумф жизни! Но великое Да всем высоким, прекрасным, дерзновенным видам!.. И Лютер снова восстановил церковь: он напал на неёЭто буквально перекликается с Я. Буркхардтом. Ср.: «Можно со всей достоверностью сказать, что папство в моральном отношении было спасено своим смертельным врагом... Без Реформации... всё церковное государство, по-видимому, уже давно перешло бы в светские руки» (Burckhardt J. Die Kultur der Renaissance in Italien. Bd 1. Leipzig, 1944. S. 177).... Ренессанс — явление без смысла, вечное напрасно. — Ах, эти немцы, чего они уже нам стоили! Напрасно — это всегда было делом немцев. — Реформация, Лейбниц, Кант и так называемая немецкая философия, войны за «свободу», империя — всякий раз обращается в тщету то, что уже было, чего нельзя уже вернуть назад... Сознаюсь, что это мои враги, эти немцы: я презираю в них всякого рода нечистоплотность понятия и оценки, трусость перед каждым честным Да и Нет. Почти за тысячу лет они всё сбили и перепутали, к чему только касались своими пальцами, они имеют на своей совести все половинчатости — три восьминых! — которыми больна Европа, они имеют также на совести самый нечистоплотный род христианства, какой только есть, самый неисцелимый, самый неопровержимый — протестантизм... Если не справятся окончательно с христианством, то немцы будут в этом виноваты...

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— Этим я заканчиваю и высказываю мой приговор. Я осуждаю христианство, я выдвигаю против христианской церкви страшнейшие из всех обвинений, какие только когда-нибудь бывали в устах обвинителя. По-моему, это есть высшее из всех мыслимых извращений, оно имело волю к последнему извращению, какое только было возможно. Христианская церковь ничего не оставила не тронутым в своей порче, она обесценила всякую ценность, из всякой истины она сделала ложь, из всего честного — душевную низость. Осмеливаются ещё мне говорить о её «гуманитарных» благословениях! Удалить какое-нибудь бедствие — это шло глубоко вразрез с её пользой: она жила бедствиями, она создавала бедствия, чтобы себя увековечить... Червь греха, например, таким бедствием впервые церковь обогатила человечество! — «Равенство душ перед Богом», эта фальшь, этот предлог для rancunes всех низменно настроенных, это взрывчатое вещество мысли, которое сделалось наконец революцией, современной идеей и принципом упадка всего общественного порядка, — таков христианский динамит... «Гуманитарные» благословения христианства! Выдрессировать из humanitasHumanitas — латинский термин, имеющий два основных значения. В значении «человеческая природа», «человеческое достоинство», «человеколюбие» он стал источником новоевропейского понятия «гуманизм». В другом значении — «образованность», «духовная культура», «утончённость вкуса», «изысканность речи» — он породил наши «гуманитарные науки» («гуманитарий» совсем не обязательно «гуманист»). Ницше обыгрывает многозначность данного термина, указывая и на «бескультурье» христианства, и на его «противочеловечность». само противоречие, искусство самоосквернения, волю ко лжи во что бы то ни стало, отвращение, презрение ко всем хорошим и честным инстинктам! Вот что такое, по-моему, благословения христианства! — Паразитизм, как единственная практика церкви, высасывающая всю кровь, всю любовь, всю надежду на жизнь своим идеалом бледной немочи и «святости»; потустороннее как воля к отрицанию всякой реальности; крест как знак принадлежности к самому подземному заговору, какие когда-либо бывали, — заговору против здоровья, красоты, удачливости, смелости, духа, против душевной доброты, против самой жизни...

Это вечное обвинение против христианства я хочу написать на всех стенах, где только они есть, — у меня есть буквы, чтобы и слепых сделать зрячими... Я называю христианство единым великим проклятием, единой великой внутренней порчей, единым великим инстинктом мести, для которого никакое средство не будет достаточно ядовито, коварно, низко, достаточно мало, — я называю его единым бессмертным, позорным пятном человечества...

И вот считают время с того dies nefastusзлосчастный день (лат.)., когда начался этот рок, с первого дня христианства! — Почему лучше не с последнего? — Не с сегодняшнего? — Переоценка всех ценностей!

Закон против христианства

Издан в День Спасения, первый день Первого Года (30 сентября 1888 г. по ложному летоисчислению)

Смертельная война пороку: порок же есть христианство

Параграф первый. — Порочна всякого рода противоестественность. Самый порочный человек — священник: он учит противоестественному. Против священников нужны не доводы, а тюрьмы.

Параграф второй. — Всякое участие в богослужении есть покушение на общественную нравственность. К протестантам следует относиться суровее, чем к католикам, к либеральным протестантам суровее, чем к ортодоксальным. Близость христианина к науке является для него отягчающим обстоятельством. Следовательно, преступник из преступников — это философ.

Параграф третий. — Проклятые места, где христианство высиживало яйца своих василисков-базилик, надлежит сравнять с землёй. Как безумные места Земли они должны стать страшным назиданием для потомков. Там следует разводить ядовитых гадов.

Параграф четвёртый. — Проповедь целомудрия есть публичное подстрекательство к противоестественности. Всякое презрение половой жизни, всякое осквернение её понятием «скверны» есть настоящий грех против святого духа жизни.

Параграф пятый. — Запрещается есть за одним столом со священником: этим человек исключает себя из порядочного общества. Священник — это наш чандала — он должен быть вне закона, его следует морить голодом, гнать во всевозможные пустыни.

Параграф шестой. — «Священную» историю следует называть тем именем, которого она заслуживает, а именно проклятая история; словами «бог», «спасение», «спаситель», «святой» следует пользоваться как бранными словами, как клеймом преступника.

Параграф седьмой. — Прочее следует из вышеизложенного.

Антихрист

Комментарий К.А. Свасьяна

Поначалу «Антихрист» был задуман как первая книга «Переоценки всех ценностей» и писался почти параллельно с «Сумерками идолов» (предисловие к этим последним помечено датой завершения новой рукописи — 30 сентября 1888 г.). Со временем план изменился, и уже 20 ноября Ницше сообщает Г. Брандесу о лежащей перед ним законченной «Переоценке всех ценностей» (Br. 8, 482). Аналогичное сообщение приведено в письме к П. Дёйссену от 26 ноября: «Моя Переоценка всех ценностей с основным заглавием “Антихрист” готова» (Br. 8, 492). Исключительная значимость, которую Ницше отводил этой книге и вообще теме, вынуждала его оттягивать сроки публикации; в том же письме к Дёйссену речь идёт о ближайшей — сроком на 2 года — подготовке издания: одновременный перевод книги на 7 языков и одновременный выход в свет в масштабе всей Европы, причём тираж уже первого издания должен был составлять не менее миллиона экземпляров на каждом языке. Очевидно, именно это обстоятельство побудило Шлехту поместить «Антихриста» после «Ecce Homo», написанного позднее, но задуманного как прелюдия к «Переоценке»; в настоящем издании приходится тем не менее отдать предпочтение варианту Э. Ф. Подаха и Колли и Монтинари, восстановивших строго хронологическую последовательность текстов.

Первое издание «Антихриста» имело место в 1895 г. и содержало ряд неточностей и пропусков, которые впоследствии частично восполнялись вплоть до окончательно аутентичной редакции Шлехты в 1956 г. Речь идёт, в частности, о подзаголовке, вернее, о двух подзаголовках к книге — первом: «Опыт критики христианства», относящемся ко времени, когда рукопись предполагалась ещё как первая книга «Переоценки», и втором, уже самостоятельном: «Проклятие христианству», который после издания Шлехты стал каноническим.

Остаётся выяснить: о каком христианстве шла здесь речь. Сложившиеся в ницшеведении две противоположные традиции, согласно которым атеизм философа нужно принимать либо буквально и, стало быть, именно как атеизм, либо фигурально и, значит, по меньшей мере уже не как атеизм, а по большей мере именно как не атеизм, мало что проясняют в этом вопросе. Во-первых, акцент падает здесь не на атеизм вообще, а на проблему христианства, и, во-вторых, сама проблема христианства в том радикальном освещении, в каковом она предстаёт у Ницше, лежит по ту сторону традиционных и относительно плоских вариаций на тему «Gretchenfrage». Было бы проще всего, конечно, констатировать здесь вообще отсутствие проблемы — за вопиющей очевидностью улик — и со спокойной совестью сдать дело в архив окончательно решённых вопросов; о какой ещё проблеме может идти речь там, где ясно фигурирует целый шквал кощунств и совершенно однозначных констатаций! Так, должно быть, и поступает философский аналитик, ориентирующий правильность своих мыслей не по компасу личных переживаний, а в бессознательном следовании духу «Пандект» Юстиниана. Придётся с этим посчитаться; впрочем, принимая правила игры и понимая, что от «Пандект» никуда не денешься, вынужденно отталкиваешься от юридического фона и взываешь-таки к столь модной нынче «презумпции невиновности». Да, всё это налицо, налицо целый состав тягчайших признаний, и сотой доли которых хватило бы, чтобы осудить автора на посмертное заключение во всех камерах Ада; но налицо и другое — послушайте-ка, что говорит ещё этот «Антихрист»: «Мне показалось, любезный друг, что постоянная внутренняя стычка с христианством в моей книге должна быть Вам чуждой и даже мучительной; и всё-таки оно остаётся лучшим образцом идеальной жизни, которую я действительно знал; с детских лет следовал я ему повсюду, и, сдаётся мне, я никогда не погрешил против него в сердце моём. К тому же я ведь отпрыск целых поколений христианских священников — простите же мне эту тупость!» (Письмо к П. Гасту от 21 июля 1881 г. // Br. 6, 108–109). Итак, налицо и другое, не менее однозначное признание, по меньшей мере ставящее под сомнение безоговорочность первого. Что они исключают друг друга, это постылая школьная логика меньше всего относится к делу; неизмеримо более важным оказывается следующий вопрос: если всё-таки допустить, что одна из взаимоисключающих сторон должна быть истиной, то какие же внутренние муки, какая изощрённая диалектика душевных пыток выколотила из автора противоположное признание? Скажем так: исследователю придётся отложить в сторону аллопатические приёмы судопроизводства и погрузиться в изнурительно-глубокую гомеопатию проблемы, отвечая по существу на вопрос: что же здесь является истиной, а что — самооговором? Читать «Антихриста» глазами, привыкшими к лингвистическим парадигмам вроде «мой веник в углу» (фраза, занявшая привилегированное положение в «Философских исследованиях» Витгенштейна), — довольно сомнительная филология; несомненно одно: уже при начальном погружении в биодинамическую атмосферу книги (допустив, что текст — это не только «означающее некого означаемого», но и — с позволения сказать — жизнь) склоняешься к тому, чтобы котировать её не жанром научного исследования, а жанром трагедии; здесь приходится думать не об эксегетической литературе, а о романах Достоевского, — в каком-то смысле весь «Антихрист» без малейших натяжек инкрустируется в ткань этих романов как продолжительный монолог одного из их героев. Первый симптом, заслуживающий самого пристального внимания: темп, тон, страстность исполнения темы, настоящее «на разрыв аорты», сообщающее буквально каждой фразе сверхсемантический статус самоубийцы; вопрос: кто на исходе XIX столетия, в самый разгар позитивистического милле-спенсеро-дрепперовского самодовольства, мог ещё обнаруживать такую почти что «атавистическую» страстность, говоря о... христианстве? Очень редкая страстность: пришлось бы переместиться в эпоху Тертуллиана и первых гностиков, в неразгаданный жизненный мир Юлиана, прозванного Отступником, и в столь же неразгаданную головоломку ещё одного «отступника», великого Штауфена, Фридриха Второго, в атмосферу средневековых ересей и флагеллантов времён Реформации, чтобы пережить нечто подобное. Или — last, not least – в атмосферу романов Достоевского... Эта страстность настораживает; можно толковать её по-разному — лучше всего бессмертным алгоритмом вызвавшей её к жизни темы: «...знаю твои дела; ты ни холоден, ни горяч; о, если бы ты был холоден или горяч! Но, как ты тёпл, а не горяч и не холоден, то извергну тебя из уст Моих» (Откр. 3, 15–16). И вот же, много ли усилий понадобится, чтобы понять элементарную эсотерическую арифметику: одна такая странная ненависть ближе и, главное, желание этим «устам», чем девяносто девять плоских зазубренных тёплых «любвей»... Говоря по существу: с каких позиций атакуется (проклинается) здесь христианство? — именно этот вопрос оказывается центральным в тяжбе о Ницше. Надо вспомнить, что в соответствующих позициях к концу просвещённого XIX века не было недостатка: как (разумеется) с атеистического конца, так и с богословского, включая разного рода эксегетику, исторические школы и т. п.; наиболее пикантными выглядели (разумеется) именно богословские сюрпризы, вплоть до открытых, с развешиванием афиш, диспутаций на тему: «Hat Jesus gelebt?» (Жил ли Иисус?). Позиция Ницше — это надо отметить со всей определённостью — не вписывается ни в одно из этих направлений; более того, она активно несовместима с ними. Прежде всего здесь и не пахнет атеизмом; если принять во внимание, что атеизм есть именно отрицание существования Бога, то говорить о таком отрицании в случае человека, признававшегося, что он «ещё ребёнком узрел Бога во всём блеске» (Schriften und Entwürfe 1876–1880. Bd XI. S. 156), просто недопустимо; отрицание — за вычетом всех стилистических девиаций и эпатажа — сводится здесь в чистом виде только к бунту (в смысле Достоевского), не больше. С другой стороны, не пахнет здесь и так называемой рациональной теологией или исторической критикой, сама возможность которой подвергается автором «Антихриста» беспощадному осмеянию. Налицо труднейший случай, не поддающийся никакой регистрации и таксономизации: типичный неформал, обнаруживающий фамильное сходство с немногими рассеянными по веку изгоями: скажем, с Киркегором, или с Максом Штирнером, или — и уже на самый поразительный лад — с русскими: Достоевским, Толстым, Константином Леонтьевым. Если читать «Антихриста» параллельно с многочисленными черновыми набросками этого же периода, опубликованными в 13-м томе издания Колли и Монтинари, то вряд ли удастся избежать читательского шока; именно, черновики углубляют диссонанс, не всегда улавливаемый в беловике; мощность языкового напора текста такова, что читателя буквально увлекает поток кощунств и диффамаций, и он не имеет возможности повременить в отдельных местах, где есть над чем поразмыслить и откуда, словно из игольных ушек, открываются виды во всяком случае на нечто неожиданное. Именно здесь оказывается необходимым паралипоменон черновых материалов, в которых места эти обнажены и представлены без бума невыносимой оркестровки; именно здесь возникает ощущение, что «Антихрист» — текст, адекватное прочтение которого только и возможно против течения. Я приведу короткую, более или менее подобранную наугад подборку названных мест, чтобы в сказанном не оставалось сомнения (цитирую по 13-му тому упомянутого издания): «Не понимают, что церковь — это не только карикатура христианства, но и организованная война против христианства...» (с. 104). «Христианство стало чем-то в корне отличающимся от того, что делал и чего взыскал его основатель» (с. 114). «Тип “христианин” постепенно допускает всё то, что он изначально отрицал (в отрицании чего он состоял). Христианин становится бюргером, солдатом, судейским чином, рабочим, торговцем, учёным, теологом, священником, философом, помещиком, художником, политиком, “князем”... он снова допускает все виды деятельностей, от которых он отрёкся (самозащиту, судопроизводство, наказание, клятву, национальную рознь, пренебрежение, гнев...). Вся жизнь христианина оказывается наконец жизнью, освобождение от которой проповедовал Христос... Церковь не в меньшей мере знаменует триумф антихристианства, чем современное государство, современный национализм... Церковь — варваризация христианства» (с. 161). Из этой группы цитат с очевидностью явствует, с каких позиций проклинается здесь христианство, — с позиций не антихристианства, но первохристианства, т. е. доцерковных, доформальных, доинституциональных позиций. Выслушаем теперь, что именно понимается под ними: «Христианство с самого начала пересадило символическое на почву грубостей» (с. 115). «Невозможно в большей степени исказить христианство, чем допустив, что в начале его стоит история грубого чудотворца и спасителя и что духовное и символическое усвоение есть лишь более поздняя метаморфоза...» (с. 155). «История христианства есть история постепенной всё более грубой неизбежности искажения возвышенного символизма» (с. 156), «абсурдное огрубление всех духовных ценностей и формул» (с. 181). Но яснее и определённее не сказал бы и сам Ориген! Можно на сотне примеров показать, до чего доходила и к чему приводила эта грубая десимволизация и по существу материализация христианского импульса. Чего стоит одна только интерпретация таинства пресуществления! Проследите судьбу Беренгара Турского, отстаивавшего в XI в. символическое (в духе Оригена и Скота Эриугены) толкование евхаристии. Измученный тюрьмами, он вынужден был по-галилеевски спасать жизнь отречением от лжеучения; в 1059 г. в Риме в присутствии 113 епископов он произнёс-таки формулу, которой и спустя девять веков позавидовали бы Бюхнеры и Молешоты: «хлеб — это не просто таинство, но подлинное тело Христово, которое едят зубами» (полный текст отречения в кн. Hefele C. J. Conciliengeschichte. Bd 4. Freiburg i. Br., 1860. S. 761 f.). Удивительно ли, что уже ко времени IV Латеранского собора (1215) богословы изнурительно обсуждали вопрос: quid comedit mus? — что пожирает мышь, случись ей стянуть священный хлеб евхаристии? Поистине, трудно отделаться от шока, что в самом конце XIX в. символический (пневматический, по Оригену) статус христианства будет отстаиваться в сочинении, озаглавленном «Антихрист», и автором, во что бы то ни стало пытающимся отождествить себя с этим заглавием. Но здесь наконец и заостряется вопрос вопросов: именно, отношение к личности самого Христа. Послушаем: «Христос как “свободный ум”: ему нечего делать со всем устойчивым (слово, формула, церковь, закон, догмы): “всё, что устойчиво, убивает...”; он верит только в жизнь и живое — а это не “есть”, это становится...» — нужно вспомнить, что во всём лексиконе Ницше нет более похвального оборота, чем последняя характеристика, — «он стоит вне всякой метафизики, религии, истории, естествознания, психологии, этики; он даже и не предчувствует, что нечто подобное существует; он говорит просто от самого внутреннего, от переживаний, всё прочее имеет смысл знака и языкового средства» (с. 164). Здесь одним росчерком пера достигается то существеннейшее, что удаётся понять не каждому христианину: во-первых, совершенная уникальность явления, не имеющая себе никаких аналогов и засвидетельствованная в Евангелии: «...никогда человек не говорил так, как Этот Человек» (Иоан. 7, 46); во-вторых, надысторичность явления и гносис внутренних переживаний (поразительный склик с Киркегором, да и не только с ним); это значит — нелепо искать ключ ко Христу в измерении истории и, стало быть, всякого рода документации (ибо исторический факт позитивистически приравнен к документу), которой может и не быть, которая открыта любым подлогам и махинациям, которая, наконец, случайна; ключ — единственно в личном переживании и сверхчувственном опознании этого «вечного факта», столь же фактического в хронотопе первого века, как и в хронотопе двадцатого, — вот созвучная мысль Киркегора, под которой подписался бы автор «Антихриста»: «Историческое христианство — галиматья и нехристианская путаница; ибо сколько бы ни было в каждом поколении настоящих христиан, они одновременны с Христом, не имеют ничего общего с христианами предыдущего поколения и связаны только с одновременным Христом. Его жизнь на земле протекает параллельно с родом людским, протекает с каждым отдельным поколением людей, как вечная история, его жизнь на земле обладает вечной одновременностью» (Kierkegaard S. Einübung im Christentum. Gütersloher Verlagshaus. 1980. S. 72). Читаем дальше у Ницше: «Христианство возможно ежемгновенно... Оно не связано ни с одной из наглых догм, щеголяющих его именем; оно не нуждается в учении о личном Боге, грехе, бессмертии, искуплении, вере; ему решительно не нужна никакая метафизика, ещё меньше аскетизм, еще меньше христианское “естествознание”... Кто сказал бы нынче: “Я не хочу быть солдатом”, “Мне нет дела до судов”, “Полицейским службам нечего со мною делать” — тот был бы христианином...» (с. 162). Этот неожиданно толстовский пассаж перестаёт казаться неожиданным на фоне целых добросовестных выписок из книги Толстого «Моя религия», которую Ницше читал во французском переводе ранней весной 1888 г. и конспект которой долгое время утаивался издателями Архива. Вообще подспудное влияние Толстого и Достоевского на формирование концепции «Антихриста» заслуживает самого пристального внимания; парадокс ситуации в том, что в крайне осложнённой и агонизирующей психике немецкого философа сошлись к тому же две столь несовместимые в данном вопросе тональности подхода. Оттого глубочайшие и радикально преступные, открытые всем привратностям патологически болезненной мистики погружения в стиле Достоевского странным образом соседствуют здесь с патологически здоровыми sanctis simplicitatibus Толстого. Два примера. Если во всём корпусе предписаний Евангелий что-то могло практически, по-бытовому не устраивать христиан всех времён, то в первую очередь это была Нагорная проповедь, особенно в пункте непротивления злу; каноны «подставления левой щеки» после удара в правую и «отдавания рубашки» после того, как взята верхняя одежда, воспринимались, надо полагать, чересчур аллегорически и отвлечённо. Толстой едва ли не первым рискнул понять их в буквальном смысле и как ключ к христианству вообще. Но именно эта формула и проставлена в 29-й главе «Антихриста»: «“Не противься злому” — глубочайшее слово Евангелия, его ключ в известном смысле». Другой пример, с противоположного конца, связан уже с провалом. Речь идёт о кощунственной характеристике Иисуса как «идиота» в той же 29-й главе, столь кощунственной, что она отсутствовала во всех изданиях «Антихриста» до Шлехты. Черновой контрапункт к тексту проливает неожиданный свет на источник этого кощунства. Отрывок озаглавлен: «Иисус: Достоевский». — «Я знаю только одного психолога, который жил в мире, где возможно христианство, где Христос может возникать ежемгновенно... Это Достоевский. Он угадал Христа, и инстинктивно он прежде всего избегал того, чтобы представлять себе этот тип с присущей Ренану вульгарностью. А в Париже думают, что Ренан страдает излишком finesses!.. Но можно ли хуже промахнуться, чем делая из Христа, который был идиотом, гения? Чем облыжно выводить из Христа, который представляет собою противоположность героического чувства, героя?» (с. 409). Ссылка на Достоевского однозначно проясняет семантику слова: «идиот» равен здесь «святому» (в другом отрывке эти два слова уже соединены: «святой идиот», с. 237). Прибавьте сюда ещё и толстовские обертоны (буквальное следование заповеди «подставь щеку» как чистейший идиотизм в понимании, скажем, Стивы Облонского и московских адвокатов, подтрунивающих над Львом Николаевичем), прибавьте и то, что было сказано уже мною в другом месте (в примечаниях к «Человеческому, слишком человеческому»: эсотерический контекст проблемы — скажем, «идиот» у Николая Кузанского), погрузите всё это в атмосферу действительной патологии и душевного распада, в точке, где психология пересекается не просто с психиатрией, а уже и с демонологией, — и картина провала получит окончательную ясность. Впрочем, то, что слово «идиот», не дотянувшееся до эсотерического понимания, не дотягивает здесь и до голой брани, доказывается противопоставлением Иисусу ненавистного Павла в образе первого огрубителя и eo ipso губителя христианства: объяснение феномена Павла не выходит здесь за рамки всё того же жаргона: «Павел отнюдь не был идиотом! — с этим связана история христианства» (с. 237).

Из сказанного следует с достаточной ясностью, что «Антихрист», как, впрочем, и «Ecce Homo», т. е. две последние книги Ницше, требуют особенно осторожного и критического подхода. Элемент невменяемости и распада Я свил себе в этих сочинениях зловещее гнездо, и оттого говорить здесь об авторстве в обычном смысле слова следовало бы с большими оговорками; патологическое помрачение сознания, непрерывные гримасы бесноватости, транспарирующие едва ли не через каждую страницу и вынуждающие читателя уже не просто к философскому, но и к экзорцическому прочтению, и — что главное — вперемежку со спорадическими вспышками необыкновенно глубоких интуиций, так что правда и ложь часто нестерпимо соседствуют в пределах уже одного предложения, — всё это бросает густую тень сомнения на иллюзион так называемых авторских прав: позволительно при слишком явном и частом отсутствии собственно авторского Я говорить о присутствии иного авторства (см. в этой связи однозначный диагноз Рудольфа Штейнера: Steiner R. Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Bd 3. Dornach, 1975. S. 175–177). Эта невменяемость лучше всего диагностируется не только на приведённой выше характеристике Иисуса (при всех ссылках на Достоевского и возможный эсотерический контекст, которые не спасают ситуации, так как гарантия спасения при столь рискованном ракурсе гносиса определяется единственно усилением Я в условиях кромешного астрального погружения), но и на отношении к Павлу, настоящем шедевре умственной и душевной слепоты. Я касался уже этой темы во вступительной статье; буду краток. Правда и ложь и на сей раз сцеплены в мёртвой хватке; мысль странным образом как бы отталкивается от правды, чтобы плюхнуться в лужу лжи. Послушаем: «Первое вырождение христианства — вколачивание иудаина — обратная атрофия в предопределённых формах» (с. 182). Да, но при чём Павел? Павел («святой-заступник мышления в христианстве», как называет его А. Швейцер: Schweitzer A. Die Mystik des Apostels Paulus. Tübingen, 1930. S. 365–366), поборник свободного самоопределения в новом опыте, ницшеанец до Ницше, прошедший и стадию «верблюда» («эллинист-стилист» в характеристике Виламовица-Мёллендорфа), и стадию «льва» («Савл», да и уже как «Павел»: «с оружием правды в правой и левой руке» — 2 Коринф. 6, 7), но и смогший совместить в себе «льва» с «младенцем» («Братия! не будьте дети умом: на злое будьте младенцы, а по уму будьте совершеннолетни» — 1 Коринф. 14, 20); о каком же «иудаине» идёт речь в случае этого скитальца-изгоя, не прописанного ни в одной из церквей и самим фактом буквальной выхоженности импульса утверждающего сокровеннейший идеал Ницше: «бытие в становлении»! — эти темы, столь робко и приглушённо звучащие ещё у автора «Весёлой науки», звучат у Павла во всю грудь и сквозь толщу девятнадцати веков — навылет: тема многострунной культуры («Для всех я сделался всем...» — 1 Коринф. 9, 22), тема свободы («К свободе призваны вы, братия...» — Гал. 5, 13), тема «Европы» (Павел — первый европеец), тема болезни («И чтобы я не превозносился чрезвычайностью откровений, дано мне жало в плоть...» — 2 Коринф. 12, 7), тема вседозволенности («Всё мне позволительно, но не всё полезно» — 1 Коринф. 6, 12), тема подлинности («Посему станем праздновать не со старою закваскою, не с закваскою порока и лукавства, но с опресноками чистоты и истины» — 1 Коринф. 5, 8 — это могло бы без колебаний пойти в эпиграф к «Казусу Вагнер»), наконец — и уже самое поразительное — тема песни и танца, ретроспективное, вспомним, сетование Ницше в «Опыте самокритики»: «Ей бы следовало петь, этой “новой душе”, а не говорить»; у Павла это реальность: «...буду петь духом, буду петь и умом» — 1 Коринф. 14, 15. И говорить после всего этого о «наглом раввине», «апостоле мести», «дизангелисте»!.. Но здесь, надо думать, прекращается уже компетенция философа и начинается компетенция психопатолога.

Может быть — примем это во смягчение — ситуация объясняется отчасти рецепцией Павла сквозь призму лютеранства. Лютер в запале замаха на римскую церковь Петра почти инстинктивно взял сторону Павла; событие, которое Эмиль Бок характеризует как роковое («Это было глубоко трагическое веление судьбы, сказавшееся в том, что значительная часть современного человечества нашла доступ к Павлу только через посредство Лютера... Но в строе познания не могло быть более диаметральной и более крайней противоположности, чем между Павлом и ним» — Bock E. Urchristentum IV. Paulus. Stuttgard, 1954. S. 297). В том, что пасторский сын Ницше должен был получить именно такую прививку, нет ничего неправдоподобного; во всяком случае Павел, фигурирующий на страницах «Антихриста», явно скопирован с двойника лютеровской эксегезы: от глубоко непавлианского лозунга «sola fide» (только верою) и «павлианства, сморщившегося до стремления к личному спасению» (Э. Бок), до вульгарно-чувственного, «популярного», «саксонски-канцелярского» (см.: Luther M. Ausgewählte Schriften. Berlin, o.J. S. 394) перевода Посланий, хоть и ставших понятными «дочери мельника» и «простолюдину на рынке», но решительно утративших сверхчувственный пневматологический смысл, — от этого «народного» Павла уже и рукой было подать до «гения чандалы» и «проповедника ressentiment».

В сущности и сама тема «Антихриста» у Ницше сводится без остатка к притче в теме «Павел»; так, должно быть, и решается тяжба о раздвоении. Разве этот текст, остающийся уникальным свидетельством душевного автовандализма, не воспроизводит «вечный факт» истории Савла, который, «дыша угрозами и убийством» (Деян. 9, 1), приближался-таки к Дамаску, чтобы на самом пороге прозрения споткнуться о собственную «сверхфилологичность» и откактиться от чаемого образа «сверхчеловека» в полувегетативное состояние «бесноватого из Гадарры», слишком поздно и уже не в мистериальном, а психиатрическом измерении возалкавшего быть «Распятым»?

Для настоящего издания использован русский перевод книги, сделанный В. А. Флёровой (Ницше Ф. Антихристианин. Опыт критики христианства. СПб., 1907). Перевод заново отредактирован и выправлен; изменены в первую очередь заглавие и подзаголовок. Что немецкое «Antichrist» звучит амбивалентно и допускает двоякую передачу, как «Антихрист», так и «Антихристианин», это понятно. Но предпочесть вариант «Антихристианин» после всего сказанного выше — значит принизить смысл события до слишком популярного восприятия; чем же будет отличаться тогда «антихристианин» Ницше от «антихристиан», скажем, Бисмарка, Эрнста Геккеля, Поля Лафарга или презираемых им Гогенцоллернов? К тому же вариант «Антихриста» недвусмысленно авторизован самим писателем. В письме к Мальвиде фон Мейзенбуг от 3–4 апреля 1883 г.: «Угодно ли Вам услышать одно из новых моих имён? В церковном языке существует таковое: я есмь... Антихрист» (Br. 6, 357). К Петру Гасту от 26 августа того же года: «Aut Christus, aut Zarathustra! Или по-немецки: речь идёт о старом, от века предсказанном Антихристе...» (Br. 6, 436). К Францу Овербеку того же дня: «Что мне доставляет удовольствие, так это видеть, что уже этот первый читатель имеет предчувствие того, о чём здесь речь: о давно обещанном “Антихристе”» (Br. 6, 438).