Also sprach Zarathustra
Ein Buch für Alle und Keinen (1883-1885)
Erster Teil
Zarathustra's Vorrede
1
Als Zarathustra dreissig Jahr alt war, verliess er seine Heimat und den See seiner Heimat und gieng in das Gebirge. Hier genoss er seines Geistes und seiner Einsamkeit und wurde dessen zehn Jahr nicht müde. Endlich aber verwandelte sich sein Herz,—und eines Morgens stand er mit der Morgenröthe auf, trat vor die Sonne hin und sprach zu ihr also:
"Du grosses Gestirn! Was wäre dein Glück, wenn du nicht Die hättest, welchen du leuchtest!
Zehn Jahre kamst du hier herauf zu meiner Höhle: du würdest deines Lichtes und dieses Weges satt geworden sein, ohne mich, meinen Adler und meine Schlange.
Aber wir warteten deiner an jedem Morgen, nahmen dir deinen Überfluss ab und segneten dich dafür.
Siehe! Ich bin meiner Weisheit überdrüssig, wie die Biene, die des Honigs zu viel gesammelt hat, ich bedarf der Hände, die sich ausstrecken.
Ich möchte verschenken und austheilen, bis die Weisen unter den Menschen wieder einmal ihrer Thorheit und die Armen einmal ihres Reichthums froh geworden sind.
Dazu muss ich in die Tiefe steigen: wie du des Abends thust, wenn du hinter das Meer gehst und noch der Unterwelt Licht bringst, du überreiches Gestirn!
Ich muss, gleich dir, untergehen, wie die Menschen es nennen, zu denen ich hinab will.
So segne mich denn, du ruhiges Auge, das ohne Neid auch ein allzugrosses Glück sehen kann!
Segne den Becher, welche überfliessen will, dass das Wasser golden aus ihm fliesse und überallhin den Abglanz deiner Wonne trage!
Siehe! Dieser Becher will wieder leer werden, und Zarathustra will wieder Mensch werden."
— Also begann Zarathustra's Untergang.
2
Zarathustra stieg allein das Gebirge abwärts und Niemand begegnete ihm. Als er aber in die Wälder kam, stand auf einmal ein Greis vor ihm, der seine heilige Hütte verlassen hatte, um Wurzeln im Walde zu suchen. Und also sprach der Greis zu Zarathustra:
"Nicht fremd ist mir dieser Wanderer: vor manchen Jahre gieng er her vorbei. Zarathustra hiess er; aber er hat sich verwandelt. Damals trugst du deine Asche zu Berge: willst du heute dein Feuer in die Thäler tragen? Fürchtest du nicht des Brandstifters Strafen?
Ja, ich erkenne Zarathustra. Rein ist sein Auge, und an seinem Munde birgt sich kein Ekel. Geht er nicht daher wie ein Tänzer?
Verwandelt ist Zarathustra, zum Kind ward Zarathustra, ein Erwachter ist Zarathustra: was willst du nun bei den Schlafenden?
Wie im Meere lebtest du in der Einsamkeit, und das Meer trug dich. Wehe, du willst an's Land steigen? Wehe, du willst deinen Leib wieder selber schleppen?"
Zarathustra antwortete: "Ich liebe die Menschen."
"Warum," sagte der Heilige, "gieng ich doch in den Wald und die Einöde? War es nicht, weil ich die Menschen allzu sehr liebte?
Jetzt liebe ich Gott: die Menschen liebe ich nicht. Der Mensch ist mir eine zu unvollkommene Sache. Liebe zum Menschen würde mich umbringen."
Zarathustra antwortete: "Was sprach ich von Liebe! Ich bringe den Menschen ein Geschenk."
"Gieb ihnen Nichts," sagte der Heilige. "Nimm ihnen lieber Etwas ab und trage es mit ihnen—das wird ihnen am wohlsten thun: wenn er dir nur wohlthut!
Und willst du ihnen geben, so gieb nicht mehr, als ein Almosen, und lass sie noch darum betteln!"
"Nein," antwortete Zarathustra, "ich gebe kein Almosen. Dazu bin ich nicht arm genug."
Der Heilige lachte über Zarathustra und sprach also: "So sieh zu, dass sie deine Schätze annehmen! Sie sind misstrauisch gegen die Einsiedler und glauben nicht, dass wir kommen, um zu schenken.
Unse Schritte klingen ihnen zu einsam durch die Gassen. Und wie wenn sie Nachts in ihren Betten einen Mann gehen hören, lange bevor die Sonne aufsteht, so fragen sie sich wohl: wohin will der Dieb?
Gehe nicht zu den Menschen und bleibe im Walde! Gehe lieber noch zu den Thieren! Warum willst du nicht sein, wie ich,—ein Bär unter Bären, ein Vogel unter Vögeln?"
"Und was macht der Heilige im Walde?" fragte Zarathustra.
Der Heilige antwortete: "Ich mache Lieder und singe sie, und wenn ich Lieder mache, lache, weine und brumme ich: also lobe ich Gott.
Mit Singen, Weinen, Lachen und Brummen lobe ich den Gott, der mein Gott ist. Doch was bringst du uns zum Geschenke?"
Als Zarathustra diese Worte gehört hatte, grüsste er den Heiligen und sprach: "Was hätte ich euch zu geben! Aber lasst mich schnell davon, dass ich euch Nichts nehme!"— Und so trennten sie sich von einander, der Greis und der Mann, lachend, gleichwie zwei Knaben lachen.
Als Zarathustra aber allein war, sprach er also zu seinem Herzen: "Sollte es denn möglich sein! Dieser alte Heilige hat in seinem Walde noch Nichts davon gehört, dass Gott todt ist!"—
3
Als Zarathustra in die Nächste Stadt kam, die an den Wäldern liegt, fand er daselbst viel Volk versammelt auf dem Markte: denn es war verheissen worden, das man einen Seiltänzer sehen solle. Und Zarathustra sprach also zum Volke:
"Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr gethan, ihn zu überwinden?
Alle Wesen bisher schufen etwas über sich hinaus: und ihr wollt die Ebbe dieser grossen Flut sein und lieber noch zum Tiere zurückgehn, als den Menschen überwinden?
Was ist der Affe für den Menschen? Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham. Und ebendas soll der Mensch für den Übermenschen sein: ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham.
Ihr habt den Weg vom Wurme zum Menschen gemacht, und Vieles ist in euch noch Wurm. Einst wart ihr Affen, und auch jetzt ist der Mensch mehr Affe, als irgend ein Affe.
Wer aber der Weiseste von euch ist, der ist auch nur ein Zwiespalt und Zwitter von Pflanze und von Gespenst. Aber heisse ich euch zu Gespenstern oder Pflanzen werden?
Seht, ich lehre euch den Übermenschen!
Der Übermensch ist der Sinn der Erde. Euer Wille sage: der Übermensch sei der Sinn der Erde!
Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt Denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht.
Verächter des Lebens sind es, Absterbende und selber Vergiftete, deren die Erde müde ist: so mögen sie dahinfahren!
Einst war der Frevel an Gott der grösste Frevel, aber Gott starb, und damit auch diese Frevelhaften. An der Erde zu freveln ist jetzt das Furchtbarste und die Eingeweide des Unerforschlichen höher zu achten, als der Sinn der Erde!
Einst blickte die Seele verächtlich auf den Leib: und damals war diese Verachtung das Höchste:—sie wollte ihn mager, grässlich, verhungert. So dachte sie ihm und der Erde zu entschlüpfen.
Oh diese Seele war selbst noch mager, grässlich und verhungert: und Grausamkeit war die Wollust dieser Seele!
Aber auch ihr noch, meine Brüder, sprecht mir: was kündet euer Leib von eurer Seele? Ist eure Seele nicht Armuth und Schmutz und ein erbärmliches Behagen?
Wahrlich, ein schmutziger Strom ist der Mensch. Man muss schon ein Meer sein, um einen schmutzigen Strom aufnehmen zu können, ohne unrein zu werden.
Seht, ich lehre euch den Übermenschen: der ist diess Meer, in ihm kann eure grosse Verachtung untergehn.
Was ist das Grösste, das ihr erleben könnt? Das ist die Stunde der grossen Verachtung. Die Stunde, in der euch auch euer Glück zum Ekel wird und ebenso eure Vernunft und eure Tugend.
Die Stunde, wo ihr sagt: 'Was liegt an meinem Glücke! Es ist Armuth und Schmutz, und ein erbärmliches Behagen. Aber mein Glück sollte das Dasein selber rechtfertigen!'
Die Stunde, wo ihr sagt: 'Was liegt an meiner Vernunft! Begehrt sie nach Wissen wie der Löwe nach seiner Nahrung? Sie ist Armuth und Schmutz und ein erbärmliches Behagen!'
Die Stunde, wo ihr sagt: 'Was liegt an meiner Tugend! Noch hat sie mich nicht rasen gemacht. Wie müde bin ich meines Guten und meines Bösen! Alles das ist Armuth und Schmutz und ein erbärmliches Behagen!'
Die Stunde, wo ihr sagt: 'Was liegt an meiner Gerechtigkeit! Ich sehe nicht, dass ich Gluth und Kohle wäre. Aber der Gerecht ist Gluth und Kohle!'
Die Stunde, wo ihr sagt: 'Was liegt an meinem Mitleiden! Ist nicht Mitleid das Kreuz, an das Der genagelt wird, der die Menschen liebt? Aber mein Mitleiden ist keine Kreuzigung.'
Spracht ihr schon so? Schriet ihr schon so? Ach, dass ich euch schon so schreien gehört hatte!
Nicht eure Sünde—eure Genügsamkeit schreit gen Himmel, euer Geiz selbst in eurer Sünde schreit gen Himmel!
Wo ist doch der Blitz, der euch mit seiner Zunge lecke? Wo ist der Wahnsinn, mit dem ihr geimpft werden müsstet?
Seht, ich lehre euch den Übermenschen: der ist dieser Blitz, der ist dieser Wahnsinn!" —
Als Zarathustra so gesprochen hatte, schrie Einer aus dem Volke: "Wir hörten nun genug von dem Seiltänzer; nun lasst uns ihn auch sehen!" Und alles Volk lachte über Zarathustra. Der Seiltänzer aber, welcher glaubte, dass das Wort ihm gälte, machte sich an sein Werk.
4
Zarathustra aber sahe das Volk an und wunderte sich. Dann sprach er also:
"Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Thier und Übermensch,—ein Seil über einem Abgrunde.
Ein gefährliches Hinüber, ein gefährliches Auf-dem-Wege, ein gefährliches Zurückblicken, ein gefährliches Schaudern und Stehenbleiben.
Was gross ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist: was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er ein Übergang und ein Untergang ist.
Ich liebe Die, welche nicht zu leben wissen, es sei denn als Untergehende, denn es sind die Hinübergehenden.
Ich liebe die grossen Verachtenden, weil sie die grossen Verehrenden sind und Pfeile der Sehnsucht nach dem andern Ufer.
Ich liebe Die, welche nicht erst hinter den Sternen einen Grund suchen, unterzugehen und Opfer zu sein: sondern die sich der Erde opfern, dass die Erde einst der Übermenschen werde.
Ich liebe Den, welcher lebt, damit er erkenne, und welcher erkennen will, damit einst der Übermensch lebe. Und so will er seinen Untergang.
Ich liebe Den, welcher arbeitet und erfindet, dass er dem Übermenschen das Haus baue und zu ihm Erde, Thier und Pflanze vorbereite: denn so will er seinen Untergang.
Ich liebe Den, welcher seine Tugend liebt: denn Tugend ist Wille zum Untergang und ein Pfeil der Sehnsucht.
Ich liebe Den, welcher nicht einen Tropfen Geist für sich zurückbehält, sondern ganz der Geist seiner Tugend sein will: so schreitet er als Geist über die Brücke.
Ich liebe Den, welcher aus seiner Tugend seinen Hang und sein Verhängniss macht: so will er um seiner Tugend willen noch leben und nicht mehr leben.
Ich liebe Den, welcher nicht zu viele Tugenden haben will. Eine Tugend ist mehr Tugend, als zwei, weil sie mehr Knoten ist, an den sich das Verhängniss hängt.
Ich liebe Den, dessen Seele sich verschwendet, der nicht Dank haben will und nicht zurückgiebt: denn er schenkt immer und will sich nicht bewahren.
Ich liebe Den, welcher sich schämt, wenn der Würfel zu seinem Glücke fällt und der dann fragt: 'bin ich denn ein falscher Spieler?'—denn er will zu Grunde gehen.
Ich liebe Den, welcher goldne Worte seinen Thaten voraus wirft und immer noch mehr hält, als er verspricht: denn er will seinen Untergang.
Ich liebe Den, welcher die Zukünftigen rechtfertigt und die Vergangenen erlöst: denn er will an den Gegenwärtigen zu Grunde gehen.
Ich liebe Den, welcher seinen Gott züchtigt, weil er seinen Gott liebt: denn er muss am Zorne seines Gottes zu Grunde gehen.
Ich liebe Den, dessen Seele tief ist auch in der Verwundung, und der an einem kleinen Erlebnisse zu Grunde gehen kann: so geht er gerne über die Brücke.
Ich liebe Den, dessen Seele übervoll ist, so dass er sich selber vergisst, und alle Dinge in ihm sind: so werden alle Dinge sein Untergang.
Ich liebe Den, der freien Geistes und freien Herzes ist: so ist sein Kopf nur das Eingeweide seines Herzens, sein Herz aber treibt ihn zum Untergang.
Ich liebe alle Die, welche schwere Tropfen sind, einzeln fallend aus der dunklen Wolke, die über den Menschen hängt: sie verkündigen, dass der Blitz kommt, und gehn als Verkündiger zu Grunde.
Seht, ich bin ein Verkündiger des Blitzes und ein schwerer Tropfen aus der Wolke: dieser Blitz aber heisst Übermensch." —
5
Als Zarathustra diese Worte gesprochen hatte, sahe er wieder das Volk an und schwieg. "Da stehen sie," sprach er zu seinem Herzen, "da lachen sie: sie verstehen mich nicht, ich bin nicht der Mund für diese Ohren.
Muss man ihnen erst die Ohren zerschlagen, dass sie lernen, mit den Augen hören. Muss man rasseln gleich Pauken und Busspredigern? Oder glauben sie nur dem Stammelnden?
Sie haben etwas, worauf sie stolz sind. Wie nennen sie es doch, was sie stolz macht? Bildung nennen sie's, es zeichnet sie aus vor den Ziegenhirten.
Drum hören sie ungern von sich das Wort 'Verachtung.' So will ich denn zu ihrem Stolze reden.
So will ich ihnen vom Verächtlichsten sprechen: das aber ist der letzte Mensch."
Und also sprach Zarathustra zum Volke:
"Es ist an der Zeit, dass der Mensch sich sein Ziel stecke. Es ist an der Zeit, dass der Mensch den Keim seiner höchsten Hoffnung pflanze.
Noch ist sein Boden dazu reich genug. Aber dieser Boden wird einst arm und zahm sein, und kein hoher Baum wird mehr aus ihm wachsen können.
Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch nicht mehr den Pfeil seiner Sehnsucht über den Menschen hinaus wirft, und die Sehne seines Bogens verlernt hat, zu schwirren!
Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Ich sage euch: ihr habt noch Chaos in euch.
Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch keinen Stern mehr gebären wird. Wehe! Es kommt die Weit des verächtlichsten Menschen, der sich selber nicht mehr verachten kann.
Seht! Ich zeige euch den letzten Menschen.
'Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern'—so fragt der letzte Mensch und blinzelt.
Die Erde ist dann klein geworden, und auf ihr hüpft der letzte Mensch, der Alles klein macht. Sein Geschlecht ist unaustilgbar, wie der Erdfloh; der letzte Mensch lebt am längsten.
'Wir haben das Glück erfunden'—sagen die letzten Menschen und blinzeln.
Sie haben den Gegenden verlassen, wo es hart war zu leben: denn man braucht Wärme. Man liebt noch den Nachbar und reibt sich an ihm: denn man braucht Wärme.
Krankwerden und Misstrauen-haben gilt ihnen sündhaft: man geht achtsam einher. Ein Thor, der noch über Steine oder Menschen stolpert!
Ein wenig Gift ab und zu: das macht angenehme Träume. Und viel Gift zuletzt, zu einem angenehmen Sterben.
Man arbeitet noch, denn Arbeit ist eine Unterhaltung. Aber man sorgt dass die Unterhaltung nicht angreife.
Man wird nicht mehr arm und reich: Beides ist zu beschwerlich. Wer will noch regieren? Wer noch gehorchen? Beides ist zu beschwerlich.
Kein Hirt und Eine Heerde! Jeder will das Gleiche, Jeder ist gleich: wer anders fühlt, geht freiwillig in's Irrenhaus.
'Ehemals war alle Welt irre'—sagen die Feinsten und blinzeln.
Man ist klug und weiss Alles, was geschehn ist: so hat man kein Ende zu spotten. Man zankt sich noch, aber man versöhnt sich bald—sonst verdirbt es den Magen.
Man hat sein Lüstchen für den Tag und sein Lüstchen für die Nacht: aber man ehrt die Gesundheit.
'Wir haben das Glück erfunden'—sagen die letzten Menschen und blinzeln."—
Und hier endete die erste Rede Zarathustra's, welche man auch "die Vorrede" heisst: denn an dieser Stelle unterbrach ihn das Geschrei und die Lust der Menge. "Gieb uns diesen letzten Menschen, oh Zarathustra,"—so riefen sie—"mache uns zu diesen letzten Menschen! So schenken wir dir den Übermenschen!" Und alles Volk jubelte und schnalzte mit der Zunge. Zarathustra aber wurde traurig und sagte zu seinem Herzen:
"Sie verstehen mich nicht: ich bin nicht den Mund für diese Ohren.
Zu lange wohl lebte ich im Gebirge, zu viel horchte ich auf Bäche und Bäume: nun rede ich ihnen gleich den Ziegenhirten.
Unbewegt ist meine Seele und hell wie das Gebirge am Vormittag. Aber sie meinen, ich sei kalt und ein Spötter in furchtbaren Spässen.
Und nun blicken sie mich an und lachen: und indem sie lachen, hassen sie mich noch. Es ist Eis in ihrem Lachen."
6
Da aber geschah Etwas, das jeden Mund stumm und jedes Auge starr machte. Inzwischen nämlich hatte der Seiltänzer sein Werk begonnen: er war aus einer kleiner Thür hinausgetreten und gieng über das Seil, welches zwischen zwei Thürmen gespannt war, also, dass es über dem Markte und dem Volke hieng. Als er eben in der Mitte seines Weges war, öffnete sich die kleine Thür noch einmal, und ein bunter Gesell, einem Possenreisser gleich, sprang heraus und gieng mit schnellen Schritten dem Ersten nach. "Vorwärts, Lahmfuss," rief seine fürchterliche Stimme, "vorwärts Faulthier, Schleichhändler, Bleichgesicht! Dass ich dich nicht mit meiner Ferse kitzle! Was treibst du hier zwischen Thürmen? In den Thurm gehörst du, einsperren sollte man dich, einem Bessern, als du bist, sperrst du die freie Bahn!"— Und mit jedem Worte kam er ihm näher und näher: als er aber nur noch einen Schritt hinter ihm war, da geschah das Erschreckliche, das jeden Mund stumm und jedes Auge starr machte:—er stiess ein Geschrei aus wie ein Teufel und sprang über Den hinweg, der ihm im Wege war. Dieser aber, als er so seinen Nebenbuhler siegen sah, verlor dabei den Kopf und das Seil; er warf seine Stange weg und schoss schneller als diese, wie ein Wirbel von Armen und Beinen, in die Tiefe. Der Markt und das Volk glich dem Meere, wenn der Sturm hineinfährt: Alles floh aus einander und übereinander, und am meisten dort, wo der Körper niederschlagen musste.
Zarathustra aber blieb stehen, und gerade neben ihn fiel der Körper hin, übel zugerichtet und zerbrochen, aber noch nicht todt. Nach einer Weile kam dem Zerschmetterten das Bewusstsein zurück, und er sah Zarathustra neben sich knieen. "Was machst du da?" sagte er endlich, "ich wusste es lange, dass mir der Teufel ein Bein stellen werde. Nun schleppt er mich zur Hölle: willst du's ihm wehren?"
"Bei meiner Ehre, Freund," antwortete Zarathustra, "das giebt es Alles nicht, wovon du sprichst: es giebt keinen Teufel und keine Hölle. Deine Seele wird noch schneller todt sein als dein Leib: fürchte nun Nichts mehr!"
Der Mann blickte misstrauisch auf. "Wenn du die Wahrheit sprichst," sagte er dann, "so verliere ich Nichts, wenn ich das Leben verliere. Ich bin nicht viel mehr als ein Thier, das man tanzen gelehrt hat, durch Schläge und schmale Bissen."
"Nicht doch," sprach Zarathustra; "du hast aus der Gefahr deinen Beruf gemacht, daran ist Nichts zu verachten. Nun gehst du an deinem Beruf zu Grunde: dafür will ich dich mit meinen Händen begraben."
Als Zarathustra diess gesagt hatte, antwortete der Sterbende nicht mehr; aber er bewegte die Hand, wie als ob er die Hand Zarathustra's zum Danke suche.—
7
Inzwischen kam der Abend, und der Markt barg sich in Dunkelheit: da verlief sich das Volk, denn selbst Neugierde und Schrekken werde müde. Zarathustra aber sass neben dem Todten auf der Erde und war in Gedanken versunken: so vergass er die Zeit. Endlich aber wurde es Nacht, und ein kalter Wind blies über den Einsamen. Da erhob sich Zarathustra und sagte zu seinem Herzen:
"Wahrlich, einen schönen Fischfang that heute Zarathustra! Keinen Menschen fieng er, wohl aber einen Leichnam.
Unheimlich ist das menschliche Dasein und immer noch ohne Sinn: ein Possenreisser kann ihm zum Verhängniss werden.
Ich will die Menschen den Sinn ihres Seins lehren: welcher ist der Übermensch, der Blitz aus der dunklen Wolke Mensch.
Aber noch bin ich ihnen ferne, und mein Sinn redet nicht zu ihren Sinnen. Eine Mitte bin ich noch den Menschen zwischen einem Narren und einem Leichnam.
Dunkel ist die Nacht, dunkel sind die Wege Zarathustra's. Komm, du kalter und steifer Gefährte! Ich trage dich dorthin, wo ich dich mit meinen Händen begrabe."
8
Als Zarathustra diess zu seinem Herzen gesagt hatte, lud er den Leichnam auf seinem Rücken und machte sich auf den Weg. Und noch nicht war er hundert Schritte gegangen, da schlich ein Mensch an ihn heran und flüsterte ihm in's Ohr—und siehe! Der, welcher redete, war der Possenreisser vom Thurme. "Geh weg von dieser Stadt, oh Zarathustra," sprach er; "es hassen dich hier zu Viele. Es hassen dich die Guten und Gerechten und sie nennen dich ihren Feind und Verächter; es hassen dich die Gläubigen des rechten Glaubens, und sie nennen dich die Gefahr der Menge. Dein Glück war es, dass man über dich lachte: und wahrlich, du redetest gleich einem Possenreisser. Dein Glück war es, dass du dich dem todten Hunde geselltest; als du dich so erniedrigtest, hast du dich selber für heute errettet. Geh aber fort aus dieser Stadt—oder morgen springe ich über dich hinweg, ein Lebendiger über einen Todten." Und als er diess gesagt hatte, verschwand der Mensch; Zarathustra aber gieng weiter durch die dunklen Gassen.
Am Thore der Stadt begegneten ihm die Todtengräber: sie leuchteten ihm mit der Fackel in's Gesicht, erkannten Zarathustra und spotteten sehr über ihn. "Zarathustra trägt den todten Hund davon: brav, dass Zarathustra zum Todtengräber wurde! Denn unsere Hände sind zu reinlich für diesen Braten. Will Zarathustra wohl dem Teufel seinen Bissen stehlen? Nun wohlan! Und gut Glück zur Mahlzeit! Wenn nur nicht der Teufel ein besserer Dieb ist, als Zarathustra!—er stiehlt die Beide, er frisst sie Beide!" Und sie lachten mit einander und steckten die Köpfe zusammen.
Zarathustra sagte dazu kein Wort und gieng seines Weges. Als er zwei Stunden gegangen war, an Wäldern und Sümpfen vorbei, da hatte er zu viel das hungrige Geheul der Wölfe gehört, und ihm selber kam der Hunger. So blieb er an einem einsamen Hause stehn, in dem ein Licht brannte.
"Der Hunger überfällt mich," sagte Zarathustra, "wie ein Räuber. In Wäldern und Sümpfen überfällt mich mein Hunger und in tiefer Nacht.
Wunderliche Launen hat mein Hunger. Oft kommt er mir erst nach der Mahlzeit, und heute kam er den ganzen Tag nicht: wo weilte er doch?"
Und damit schlug Zarathustra an das Thor des Hauses. Ein alter Mann erschien; er trug das Licht und fragte: "Wer kommt zu mir und zu meinem schlimmen Schlafe?"
"Ein Lebendiger und ein Todter," sagte Zarathustra. "Gebt mir zu essen und zu trinken, ich vergass es am Tage. Der, welcher den Hungrigen speiset, erquickt seine eigene Seele: so spricht die Weisheit."
Der Alte gieng fort, kam aber gleich zurück und bot Zarathustra Brod und Wein. "Eine böse Gegend ist's für Hungernde," sagte er; "darum wohne ich hier. Thier und Mensch kommen zu mir, dem Einsiedler. Aber heisse auch deinen Gefährten essen und trinken, er ist müder als du." Zarathustra antwortete: "Todt ist mein Gefährte, ich werde ihn schwerlich dazu überreden." "Das geht mich Nichts an," sagte der Alte mürrisch; "wer an meinem Hause anklopft, muss auch nehmen, was ich ihm biete. Esst und gehabt euch wohl!" —
Darauf gieng Zarathustra wieder zwei Stunden und vertraute dem Wege und dem Lichte der Sterne: denn er war ein gewohnter Nachtgänger und liebte es, allem Schlafenden in's Gesicht zu sehn. Als aber der Morgen graute, fand sich Zarathustra in einem tiefen Walde, und kein Weg zeigte sich ihm mehr. Da legte er den Todten in einen hohlen Baum sich zu Häupten—denn er wollte ihn vor den Wölfen schützen—und sich selber auf den Boden und das Moos. Und alsbald schlief er ein, müden Leibes, aber mit einer unbewegten Seele.
9
Lange schlief Zarathustra, und nicht nur die Morgenröthe gieng über sein Antlitz, sondern auch der Vormittag. Endlich aber that sein Auge sich auf: verwundert sah Zarathustra in den Wald und die Stille, verwundert sah er in sich hinein. Dann erhob er sich schnell, wie ein Seefahrer, der mit Einem Male Land sieht, und jauchzte: denn er sah eine neue Wahrheit. Und also redete er dann zu seinem Herzen:
"Ein Licht gieng mir auf: Gefährten brauche ich und lebendige,—nicht todte Gefährten und Leichname, die ich mit mir trage, wohin ich will.
Sondern lebendige Gefährten brauche ich, die mir folgen, weil sie sich selber folgen wollen—und dorthin, wo ich will.
Ein Licht gieng mir auf: nicht zum Volke rede Zarathustra, sondern zu Gefährten! Nicht soll Zarathustra einer Heerde Hirt und Hund werden!
Viele wegzulocken von der Heerde—dazu kam ich. Zürnen soll mir Volk und Heerde: Räuber will Zarathustra den Hirten heissen.
Hirten sage ich, aber sie nennen sich die Guten und Gerechten. Hirten sage ich: aber sie nennen sich die Gläubigen des rechten Glaubens.
Siehe die Guten und Gerechten! Wen hassen sie am meisten? Den, der zerbricht ihre Tafeln der Werthe, den Brecher, den Verbrecher:—das aber ist der Schaffende.
Siehe die Gläubigen aller Glauben! Wen hassen sie am meisten? Den, der zerbricht ihre Tafeln der Werthe, den Brecher, den Verbrecher:—das aber ist der Schaffende.
Gefährten sucht der Schaffende und nicht Leichname, und auch nicht Heerden und Gläubige. Die Mitschaffenden sucht der Schaffende, Die, welche neue Werthe auf neue Tafeln schreiben.
Gefährten sucht der Schaffende, und Miterntende: denn Alles steht bei ihm reif zur Ernte. Aber ihm fehlen die hundert Sicheln: so rauft er Ähren aus und ist ärgerlich.
Gefährten sucht der Schaffende, und solche, die ihre Sicheln zu wetzen wissen. Vernichter wird man sie heissen und Verächter des Guten und Bösen. Aber die Erntenden sind es und die Feiernden.
Mitschaffende sucht Zarathustra, Miterntende und Mitfeiernde sucht Zarathustra: was hat er mit Heerden und Hirten und Leichnamen zu schaffen!
Und du, mein erster Gefährte, gehab dich wohl! Gut begrub ich dich in deinem hohlen Baume, gut barg ich dich vor den Wölfen.
Aber ich scheide von dir, die Zeit ist um. Zwischen Morgenröthe und Morgenröthe kam mir eine neue Wahrheit.
Nicht Hirt soll ich sein, nicht Todtengräber. Nicht reden einmal will ich wieder mit dem Volke; zum letzten Male sprach ich zu einem Todten.
Den Schaffenden, den Erntenden, den Feiernden will ich mich zugesellen: den Regenbogen will ich ihnen zeigen und alle die Treppen des Übermenschen.
Den Einsiedlern werde ich mein Lied singen und den Zweisiedlern; und wer noch Ohren hat für Unerhörtes, dem will ich sein Herz schwer machen mit meinem Glücke.
Zu meinem Ziele will ich, ich gehe meinen Gang; über die Zögernden und Saumseligen werde ich hinwegspringen. Also sei mein Gang ihr Untergang!"
10
Diess hatte Zarathustra zu seinem Herzen gesprochen, als die Sonne im Mittag stand: da blickte er fragend in die Höhe—denn er hörte über sich den scharfen Ruf eines Vogels. Und siehe! Ein Adler zog in weiten Kreisen durch die Luft, und an ihm hieng eine Schlange, nicht einer Beute gleich, sondern einer Freundin: denn sie hielt sich um seinen Hals geringelt.
"Es sind meine Thiere!" sagte Zarathustra und freute sich von Herzen.
"Das stolzeste Thier unter der Sonne und das klügste Thier unter der Sonne—sie sind ausgezogen auf Kundschaft.
Erkunden wollen sie, ob Zarathustra noch lebe. Wahrlich, lebe ich noch?
Gefährlicher fand ich's unter Menschen als unter Thieren, gefährlicher Wege geht Zarathustra. Mögen mich meine Thiere führen!"
Als Zarathustra diess gesagt hatte, gedachte er der Worte des Heiligen im Walde, seufzte und sprach also zu seinem Herzen:
"Möchte ich klüger sein! Möchte ich klug von Grund aus sein, gleich meiner Schlange!
Aber Unmögliches bitte ich da: so bitte ich denn meinen Stolz, dass er immer mit meiner Klugheit gehe!
Und wenn mich einst meine Klugheit verlässt:—ach, sie liebt es, davonzufliegen!—möge mein Stolz dann noch mit meiner Thorheit fliegen!"
— Also begann Zarathustra's Untergang.
Die Reden Zarathustra's
Von den drei Verwandlungen
Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: wie der Geist zum Kameele wird, und zum Löwen das Kameel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.
Vieles Schwere giebt es dem Geiste, dem starken, tragsamen Geiste, dem Ehrfurcht innewohnt: nach dem Schweren und Schwersten verlangt seine Stärke.
Was ist schwer? so fragt der tragsame Geist, so kniet er nieder, dem Kameele gleich, und will gut beladen sein.
Was ist das Schwerste, ihr Helden? so fragt der tragsame Geist, dass ich es auf mich nehme und meiner Stärke froh werde.
Ist es nicht das: sich erniedrigen, um seinem Hochmuth wehe zu thun? Seine Thorheit leuchten lassen, um seiner Weisheit zu spotten?
Oder ist es das: von unserer Sache scheiden, wenn sie ihren Sieg feiert? Auf hohe Berge steigen, um den Versucher zu versuchen?
Oder ist es das: sich von Eicheln und Gras der Erkenntniss nähren und um der Wahrheit willen an der Seele Hunger leiden?
Oder ist es das: krank sein und die Tröster heimschicken und mit Tauben Freundschaft schliessen, die niemals hören, was du willst?
Oder ist es das: in schmutziges Wasser steigen, wenn es das Wasser der Wahrheit ist, und kalte Frösche und heisse Kröten nicht von sich weisen?
Oder ist es das: Die lieben, die uns verachten, und dem Gespenste die Hand reichen, wenn es uns fürchten machen will?
Alles diess Schwerste nimmt der tragsame Geist auf sich: dem Kameele gleich, das beladen in die Wüste eilt, also eilt er in seine Wüste.
Aber in der einsamsten Wüste geschieht die zweite Verwandlung: zum Löwen wird hier der Geist, Freiheit will er sich erbeuten und Herr sein in seiner eignen Wüste.
Seinen letzten Herrn sucht er sich hier: feind will er ihm werden und seinem letzten Gotte, um Sieg will er mit dem grossen Drachen ringen.
Welches ist der grosse Drache, den der Geist nicht mehr Herr und Gott heissen mag? "Du-sollst" heisst der grosse Drache. Aber der Geist des Löwen sagt "Ich will."
"Du-sollst" liegt ihm am Wege, goldfunkelnd, ein Schuppenthier, und auf jeder Schuppe glänzt golden "Du-sollst!"
Tausendjährige Werthe glänzen an diesen Schuppen, und also spricht der mächtigste aller Drachen "aller Werth der Dinge—der glänzt an mir."
"Aller Werth ward schon geschaffen, und aller geschaffene Werth—das bin ich. Wahrlich, es soll kein 'Ich will' mehr geben!" Also spricht der Drache.
Meine Brüder, wozu bedarf es des Löwen im Geiste? Was genügt nicht das lastbare Thier, das entsagt und ehrfürchtig ist?
Neue Werthe schaffen—das vermag auch der Löwe noch nicht: aber Freiheit sich schaffen zu neuem Schaffen—das vermag die Macht des Löwen.
Freiheit sich schaffen und ein heiliges Nein auch vor der Pflicht: dazu, meine Brüder bedarf es des Löwen.
Recht sich nehmen zu neuen Werthen—das ist das furchtbarste Nehmen für einen tragsamen und ehrfürchtigen Geist. Wahrlich, ein Rauben ist es ihm und eines raubenden Thieres Sache.
Als sein Heiligstes liebte er einst das "Du-sollst": nun muss er Wahn und Willkür auch noch im Heiligsten finden, dass er sich Freiheit raube von seiner Liebe: des Löwen bedarf es zu diesem Raube.
Aber sagt, meine Brüder, was vermag noch das Kind, das auch der Löwe nicht vermochte? Was muss der raubende Löwe auch noch zum Kinde werden?
Unschuld ist das Kind und Vergessen, ein Neubeginnen, ein Spiel, ein aus sich rollendes Rad, eine erste Bewegung, ein heiliges Ja-sagen.
Ja, zum Spiele des Schaffens, meine Brüder, bedarf es eines heiligen Ja-sagens: seinen Willen will nun der Geist, seine Welt gewinnt sich der Weltverlorene.
Drei Verwandlungen nannte ich euch des Geistes: wie der Geist zum Kameele ward, und zum Löwen das Kameel, und der Löwe zuletzt zum Kinde. —
Also sprach Zarathustra. Und damals weilte er in der Stadt, welche genannt wird: die bunte Kuh.
Von den Lehrstühlen der Tugend
Man rühmte Zarathustra einen Weisen, der gut vom Schlafe und von der Tugend zu reden wisse: sehr werde er geehrt und gelohnt dafür, und alle Jünglinge sässen vor seinem Lehrstuhle. Zu ihm gieng Zarathustra, und mit allen Jünglingen sass er vor seinem Lehrstuhle. Und also sprach der Weise:
"Ehre und Scham vor dem Schlafe! Das ist das Erste! Und Allen aus dem Wege gehn, die schlecht schlafen und Nachts wachen!
Schamhaft ist noch der Dieb vor dem Schlafe: stets stiehlt er sich leise durch die Nacht. Schamlos aber ist der Wächter der Nacht, schamlos trägt er sein Horn.
Keine geringe Kunst ist schlafen: es thut schon Noth, den ganzen Tag darauf hin zu wachen.
Zehn Mal musst du des Tages dich selber überwinden: das macht eine gute Müdigkeit und ist Mohn der Seele.
Zehn Mal musst du dich wieder dir selber versöhnen; denn Überwindung ist Bitterniss, und schlecht schläft der Unversöhnte.
Zehn Wahrheiten musst du des Tages finden: sonst suchst du noch des Nachts nach Wahrheit, und deine Seele blieb hungrig.
Zehn Mal musst du lachen am Tage und heiter sein: sonst stört dich der Magen in der Nacht, dieser Vater der Trübsal.
Wenige wissen das: aber man muss alle Tugenden haben, um gut zu schlafen. Werde ich falsch Zeugniss reden? Werde ich ehebrechen?
Werde ich mich gelüsten lassen meines Nächsten Magd? Das Alles vertrüge sich schlecht mit gutem Schlafe.
Und selbst wenn man alle Tugenden hat, muss man sich noch auf Eins verstehn: selber die Tugenden zur rechten Zeit schlafen schicken.
Dass sie sich nicht mit einander zanken, die artigen Weiblein! Und über dich, du Unglückseliger!
Friede mit Gott und dem Nachbar: so will es der gute Schlaf. Und Friede auch noch mit des Nachbars Teufel! Sonst geht er bei dir des Nachts um.
Ehre der Obrigkeit und Gehorsam, und auch der krummen Obrigkeit! So will es der gute Schlaf. Was kann ich dafür, dass die Macht gerne auf krummen Beinen Wandelt?
Der soll mir immer der beste Hirt heissen, der sein Schaf auf die grünste Aue führt: so verträgt es sich mit dem gutem Schlafe.
Viel Ehren will ich nicht, noch grosse Schätze: das entzündet die Milz. Aber schlecht schläft es sich ohne einen guten Namen und einen kleinen Schatz.
Eine kleine Gesellschaft ist mir willkommener als eine böse: doch muss sie gehn und kommen zur rechten Zeit. So verträgt es sich mit gutem Schlafe.
Sehr gefallen mir auch die Geistig-Armen: sie fördern den Schlaf. Selig sind die, sonderlich, wenn man ihnen immer Recht giebt.
Also läuft der Tag dem Tugendsamen. Kommt nun die Nacht, so hüte ich mich wohl, den Schlaf zu rufen! Nicht will er gerufen sein, der Schlaf, der der Herr der Tugenden ist!
Sondern ich denke, was ich des Tages gethan und gedacht. Wiederkäuend frage ich mich, geduldsam gleich einer Kuh: welches waren doch deine zehn Überwindungen?
Und welches waren die zehn Versöhnungen und die zehn Wahrheiten und die zehn Gelächter, mit denen sich mein Herz gütlich that?
Solcherlei erwägend und gewiegt von vierzig Gedanken, überfällt mich auf einmal der Schlaf, der Ungerufne, der Herr der Tugenden.
Der Schlaf klopft mir auf meine Auge: da wird es schwer. Der Schlaf berührt mir den Mund: da bleibt er offen.
Wahrlich, auf weichen Sohlen kommt er mir, der liebste der Diebe, und stiehlt mir meine Gedanken: dumm stehe ich da wie dieser Lehrstuhl.
Aber nicht lange mehr stehe ich dann: da liege ich schon. —"
Als Zarathustra den Weisen also sprechen hörte, lachte er bei sich im Herzen: denn ihm war dabei ein Licht aufgegangen. Und also sprach er zu seinem Herzen:
"Ein Narr ist mir dieser Weise da mit seinen vierzig Gedanken: aber ich glaube, dass er sich wohl auf das Schlafen versteht.
Glücklich schon, wer in der Nähe dieses Weisen wohnt! Solch ein Schlaf steckt an, noch durch eine dicke Wand hindurch steckt er an.
Ein Zauber wohnt selbst in seinem Lehrstuhle. Und nicht vergebens sassen die Jünglinge vor dem Prediger der Tugend.
Seine Weisheit heisst: wachen, um gut zu schlafen. Und wahrlich, hätte das Leben keinen Sinn und müsste ich Unsinn wählen, so wäre auch mir diess der wählenswürdigste Unsinn.
Jetzo verstehe ich klar, was einst man vor Allem suchte, wenn man Lehrer der Tugend suchte. Guten Schlaf suchte man sich und mohnblumige Tugenden dazu!
Allen diesen gelobten Weisen der Lehrstühle war Weisheit der Schlaf ohne Träume: sie kannten keinen bessern Sinn des Lebens.
Auch noch heute wohl giebt es Einige, wie diesen Prediger der Tugend, und nicht immer so Ehrliche: aber ihre Zeit ist um. Und nicht mehr lange stehen sie noch: da liegen sie schon.
Selig sind diese Schläfrigen: denn sie sollen bald einnicken. —"
Also sprach Zarathustra.
Von den Hinterweltern
Einst warf auch Zarathustra seinen Wahn jenseits des Menschen, gleich allen Hinterweltlern. Eines leidenden und zerquälten Gottes Werk schien mir da die Welt.
Traum schien mir da die Welt und Dichtung eines Gottes; farbiger Rauch vor den Augen eines göttlich Unzufriednen.
Gut und böse und Lust und Leid und Ich und Du—farbiger Rauch dünkte mich's vor schöpferischen Augen. Wegsehn wollte der Schöpfer von sich,—da schuf er die Welt.
Trunkne Lust ist's dem Leidenden, wegzusehn von seinem Leiden und sich zu verlieren. Trunkne Lust Und Selbst-sich-Verlieren dünkte mich einst die Welt.
Diese Welt, die ewig unvollkommene, eines ewigen Widerspruches Abbild und unvollkommnes Abbild—eine trunkne Lust ihrem unvollkommnen Schöpfer:—also dünkte mich einst die Welt.
Also warf auch ich einst meinen Wahn jenseits des Menschen, gleich allen Hinterweltlern. Jenseits des Menschen in Wahrheit?
Ach, ihr Brüder, dieser Gott, den ich schuf, war Menschen-Werk und -Wahnsinn, gleich allen Göttern!
Mensch war er, und nur ein armes Stück Mensch und Ich: aus der eigenen Asche und Gluth kam es mir, dieses Gespenst, und wahrlich! Nicht kam es mir von Jenseits!
Was geschah, meine Brüder? Ich überwand mich, den Leidenden, ich trug meine eigne Asche zu Berge, eine hellere Flamme erfand ich mir. Und siehe! Da wich das Gespenst von mir!
Leiden wäre es mir jetzt und Qual dem Genesenen, solche Gespenster zu glauben: Leiden wäre es mir jetzt und Erniedrigung. Also rede ich zu den Hinterweltlern.
Leiden war's und Unvermögen—das schuf alle Hinterwelten; und jener kurze Wahnsinn des Glücks, den nur der Leidendste erfährt.
Müdigkeit, die mit Einem Sprunge zum Letzten will, mit einem Todessprunge, eine arme unwissende Müdigkeit, die nicht einmal mehr wollen will: die schuf alle Götter und Hinterwelten.
Glaubt es mir, meine Brüder! Der Leib war's, der am Leibe verzweifelte,—der tastete mit den Fingern des bethörten Geistes an die letzten Wände.
Glaubt es mir, meine Brüder! Der Leib war's, der an der Erde verzweifelte,—der hörte den Bauch des Seins zu sich reden.
Und da wollte er mit dem Kopfe durch die letzten Wände, und nicht nur mit dem Kopfe,—hinüber zu "jener Welt."
Aber "jene Welt" ist gut verborgen vor dem Menschen, jene entmenschte unmenschliche Welt, die ein himmlisches Nichts ist; und der Bauch des Seins redet gar nicht zum Menschen, es sei denn als Mensch.
Wahrlich, schwer zu beweisen ist alles Sein und schwer zum Reden zu bringen. Sagt mir, ihr Brüder, ist nicht das Wunderlichste aller Dinge noch am besten bewiesen?
Ja, diess Ich und des Ich's Widerspruch und Wirrsal redet noch am redlichsten von seinem Sein, dieses schaffende, wollende, werthende Ich, welches das Maass und der Werth der Dinge ist.
Und diess redlichste Sein, das Ich—das redet vom Leibe, und es will noch den Leib, selbst wenn es dichtet und schwärmt und mit zerbrochnen Flügeln flattert.
Immer redlicher lernt es reden, das Ich: und je mehr es lernt, um so mehr findet es Worte und Ehren für Leib und Erde.
Einen neuen Stolz lehrte mich mein Ich, den lehre ich die Menschen:—nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft!
Einen neuen Willen lehre ich die Menschen: diesen Weg wollen, den blindlings der Mensch gegangen, und gut ihn heissen und nicht mehr von ihm bei Seite schleichen, gleich den Kranken und Absterbenden!
Kranke und Absterbende waren es, die verachteten Leib und Erde und erfanden das Himmlische und die erlösenden Blutstropfen: aber auch noch diese süssen und düstern Gifte nahmen sie von Leib und Erde!
Ihrem Elende wollten sie entlaufen, und die Sterne waren ihnen zu weit. Da seufzten sie: "Oh dass es doch himmlische Wege gäbe, sich in ein andres Sein und Glück zu schleichen!"—da erfanden sie sich ihre Schliche und blutigen Tränklein!
Ihrem Leibe und dieser Erde nun entrückt wähnten sie sich, diese Undankbaren. Doch wem dankten sie ihrer Entrückung Krampf und Wonne? Ihrem Leibe und dieser Erde.
Milde ist Zarathustra den Kranken. Wahrlich, er zürnt nicht ihren Arten des Trostes und Undanks. Mögen sie Genesende werden und Überwindende und einen höheren Leib sich schaffen!
Nicht auch zürnt Zarathustra dem Genesenden, wenn er zärtlich nach seinem Wahne blickt und Mitternachts um das Grab seines Gottes schleicht: aber Krankheit und kranker Leib bleiben mir auch seine Thränen noch.
Vieles krankhafte Volk gab es immer unter Denen, welche dichten und gottsüchtig sind; wüthend hassen sie den Erkennenden und jene jüngste der Tugenden, welche heisst: Redlichkeit.
Rückwärts blicken sie immer nach dunklen Zeiten: da freilich war Wahn und Glaube ein ander Ding; Raserei der Vernunft war Gottähnlichkeit, und Zweifel Sünde.
Allzugut kenne ich diese Gottähnlichen: sie wollen, dass an sie geglaubt werde, und Zweifel Sünde sei. Allzugut weiss ich auch, woran sie selber am besten glauben.
Wahrlich nicht an Hinterwelten und erlösende Blutstropfen: sondern an den Leib glauben auch sie am besten, und ihr eigener Leib ist ihnen ihr Ding an sich.
Aber ein krankhaftes Ding ist er ihnen: und gerne möchten sie aus der Haut fahren. Darum horchen sie nach den Predigern des Todes und predigen selber Hinterwelten.
Hört mir lieber, meine Brüder, auf die Stimme des gesunden Leibes: eine redlichere und reinere Simme ist diess.
Redlicher redet und reiner der gesunde Leib, der vollkommne und rechtwinklige: und er redet vom Sinn der Erde.
Also sprach Zarathustra.
Von den Verächtern des Leibes
Den Verächtern des Leibes will ich mein Wort sagen. Nicht umlernen und umlehren sollen sie mir, sondern nur ihrem eignen Leibe Lebewohl sagen—und also stumm werden.
"Leib bin ich und Seele"—so redet das Kind. Und warum sollte man nicht wie die Kinder reden?
Aber der Erwachte, der Wissende sagt: Leib bin ich ganz und gar, und Nichts ausserdem; und Seele ist nur ein Wort für ein Etwas am Leibe.
Der Leib ist eine grosse Vernunft, eine Vielheit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt.
Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du "Geist" nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner grossen Vernunft.
"Ich" sagst du und bist stolz auf diess Wort. Aber das Grössere ist, woran du nicht glauben willst,—dein Leib und seine grosse Vernunft: die sagt nicht Ich, aber thut Ich.
Was der Sinn fühlt, was der Geist erkennt, das hat niemals in sich sein Ende. Aber Sinn und Geist möchten dich überreden, sie seien aller Dinge Ende: so eitel sind sie.
Werk- und Spielzeuge sind Sinn und Geist: hinter ihnen liegt noch das Selbst. Das Selbst sucht auch mit den Augen der Sinne, es horcht auch mit den Ohren des Geistes.
Immer horcht das Selbst und sucht: es vergleicht, bezwingt, erobert, zerstört. Es herrscht und ist auch des Ich's Beherrscher.
Hinter deinen Gedanken und Gefühlen, mein Bruder, steht ein mächtiger Gebieter, ein unbekannter Weiser—der heisst Selbst. In deinem Leibe wohnt er, dein Leib ist er.
Es ist mehr Vernunft in deinem Leibe, als in deiner besten Weisheit. Und wer weiss denn, wozu dein Leib gerade deine beste Weisheit nöthig hat?
Dein Selbst lacht über dein Ich und seine stolzen Sprünge. "Was sind mir diese Sprünge und Flüge des Gedankens?" sagt es sich. "Ein Umweg zu meinem Zwecke. Ich bin das Gängelband des Ich's und der Einbläser seiner Begriffe."
Das Selbst sagt zum Ich: "hier fühle Schmerz!" Und da leidet es und denkt nach, wie es nicht mehr leide—und dazu eben soll es denken.
Das Selbst sagt zum Ich: "hier fühle Lust!" Da freut es sich und denkt nach, wie es noch oft sich freue—und dazu eben soll es denken.
Den Verächtern des Leibes will ich ein Wort sagen. Dass sie verachten, das macht ihr Achten. Was ist es, das Achten und Verachten und Werth und Willen schuf?
Das schaffende Selbst schuf sich Achten und Verachten, es schuf sich Lust und Weh. Der schaffende Leib schuf sich den Geist als eine Hand seines Willens.
Noch in eurer Thorheit und Verachtung, ihr Verächter des Leibes, dient ihr eurem Selbst. Ich sage euch: euer Selbst selber will sterben und kehrt sich vom Leben ab.
Nicht mehr vermag es das, was es am liebsten will:—über sich hinaus zu schaffen. Das will es am liebsten, das ist seine ganze Inbrunst.
Aber zu spät ward es ihm jetzt dafür:—so will euer Selbst untergehn, ihr Verächter des Leibes.
Untergehn will euer Selbst, und darum wurdet ihr zu Verächtern des Leibes! Denn nicht mehr vermögt ihr über euch hinaus zu schaffen.
Und darum zürnt ihr nun dem Leben und der Erde. Ein ungewusster Neid ist im scheelen Blick eurer Verachtung.
Ich gehe nicht euren Weg, ihr Verächter des Leibes! Ihr seid mir keine Brücken zum Übermenschen! —
Also sprach Zarathustra.
Von den Freuden- und Leidenschaften
Mein Bruder, wenn du eine Tugend hast, und es deine Tugend ist, so hast du sie mit Niemandem gemeinsam.
Freilich, du willst sie bei Namen nennen und liebkosen; du willst sie am Ohre zupfen und Kurzweil mit ihr treiben.
Und siehe! Nun hast du ihren Namen mit dem Volke gemeinsam und bist Volk und Heerde geworden mit deiner Tugend!
Besser thätest du, zu sagen: "unaussprechbar ist und namenlos, was meiner Seele Qual und Süsse macht und auch noch der Hunger meiner Eingeweide ist."
Deine Tugend sei zu hoch für die Vertraulichkeit der Namen: und musst du von ihr reden, so schäme dich nicht, von ihr zu stammeln.
So sprich und stammle: "Das ist mein Gutes, das liebe ich, so gefällt es mir ganz, so allein will ich das Gute.
Nicht will ich es als eines Gottes Gesetz, nicht will ich es als eine Menschen-Satzung und -Nothdurft: kein Wegweiser sei es mir für Über-Erden und Paradiese.
Eine irdische Tugend ist es, die ich liebe: wenig Klugheit ist darin und am wenigsten die Vernunft Aller.
Aber dieser Vogel baute bei mir sich das Nest: darum liebe und herze ich ihn,—nun sitze er bei mir auf seinen goldnen Eiern."
So sollst du stammeln und deine Tugend loben.
Einst hattest du Leidenschaften und nanntest sie böse. Aber jetzt hast du nur noch deine Tugenden: die wuchsen aus deinen Leidenschaften.
Du legtest dein höchstes Ziel diesen Leidenschaften an's Herz: da wurden sie deine Tugenden und Freudenschaften.
Und ob du aus dem Geschlechte der Jähzornigen wärest oder aus dem der Wollüstigen oder der Glaubens-Wüthigen oder der Rachsüchtigen:
Am Ende wurden alle deine Leidenschaften zu Tugenden und alle deine Teufel zu Engeln.
Einst hattest du wilde Hunde in deinem Keller: aber am Ende verwandelten sie sich zu Vögeln und lieblichen Sängerinnen.
Aus deinen Giften brautest du dir deinen Balsam; deine Kuh Trübsal melktest du,—nun trinkst du die süsse Milch ihres Euters.
Und nichts Böses wächst mehr fürderhin aus dir, es sei denn das Böse, das aus dem Kampfe deiner Tugenden wächst.
Mein Bruder, wenn du Glück hast, so hast du Eine Tugend und nicht mehr: so gehst du leichter über die Brücke.
Auszeichnend ist es, viele Tugenden zu haben, aber ein schweres Loos; und Mancher gieng in die Wüste und tödtete sich, weil er müde war, Schlacht und Schlachtfeld von Tugenden zu sein.
Mein Bruder, ist Krieg und Schlacht böse? Aber nothwendig ist diess Böse, nothwendig ist der Neid und das Misstrauen und die Verleumdung unter deinen Tugenden.
Siehe, wie jede deiner Tugenden begehrlich ist nach dem Höchsten: sie will deinen ganzen Geist, dass er ihr Herold sei, sie will deine ganze Kraft in Zorn, Hass und Liebe.
Eifersüchtig ist jede Tugend auf die andre, und ein furchtbares Ding ist Eifersucht. Auch Tugenden können an der Eifersucht zu Grunde gehn.
Wen die Flamme der Eifersucht umringt, der wendet zuletzt, gleich dem Scorpione, gegen sich selber den vergifteten Stachel.
Ach, mein Bruder, sahst du noch nie eine Tugend sich selber verleumden und erstechen?
Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden muss: und darum sollst du deine Tugenden lieben,—denn du wirst an ihnen zu Grunde gehn. —
Also sprach Zarathustra.
Von bleichen Verbrecher
Ihr wollt nicht tödten, ihr Richter und Opferer, bevor das Thier nicht genickt hat? Seht, der bleiche Verbrecher hat genickt: aus seinem Auge redet die grosse Verachtung.
"Mein Ich ist Etwas, das überwunden werden soll: mein Ich ist mir die grosse Verachtung des Menschen": so redet es aus diesem Auge.
Dass er sich selber richtete, war sein höchster Augenblick: lasst den Erhabenen nicht wieder zurück in sein Niederes!
Es giebt keine Erlösung für Den, der so an sich selber leidet, es sei denn der schnelle Tod.
Euer Tödten, ihr Richter, soll ein Mitleid sein und keine Rache. Und indem ihr tödtet, seht zu, dass ihr selber das Leben rechtfertiget!
Es ist nicht genug, dass ihr euch mit Dem versöhnt, den ihr tödtet. Eure Traurigkeit sei Liebe zum Übermenschen: so rechtfertigt ihr euer Noch-Leben!
"Feind" sollt ihr sagen, aber nicht "Bösewicht" "Kranker" sollt ihr sagen, aber nicht "Schuft"; "Thor" sollt ihr sagen, aber nicht "Sünder."
Und du, rother Richter, wenn du laut sagen wolltest, was du Alles schon in Gedanken gethan hast: so würde Jedermann schreien: "Weg mit diesem Unflath und Giftwurm!"
Aber ein Anderes ist der Gedanke, ein Anderes die That, ein Anderes das Bild der That. Das Rad des Grundes rollt nicht wischen ihnen.
Ein Bild machte diesen bleichen Menschen bleich. Gleichwüchsig war er seiner That, als er sie that: aber ihr Bild ertrug er nicht, als sie gethan war.
Immer sah er sich nun als Einer That Thäter. Wahnsinn heisse ich diess: die Ausnahme verkehrte sich ihm zum Wesen.
Der Strich bannt die Henne; der Streich, den er führte, bannte seine arme Vernunft—den Wahnsinn nach der That heisse ich diess.
Hört, ihr Richter! Einen anderen Wahnsinn giebt es noch: und der ist vor der That. Ach, ihr krocht mir nicht tief genug in diese Seele!
So spricht der rothe Richter: "was mordete doch dieser Verbrecher? Er wollte rauben." Aber ich sage euch: seine Seele wollte Blut, nicht Raub: er dürstete nach dem Glück des Messers!
Seine arme Vernunft aber begriff diesen Wahnsinn nicht und überredete ihn. "Was liegt an Blut!" sprach sie; "willst du nicht zum mindesten einen Raub dabei machen? Eine Rache nehmen?"
Und er horchte auf seine arme Vernunft: wie Blei lag ihre Rede auf ihm,—da raubte er, als er mordete. Er wollte sich nicht seines Wahnsinns schämen.
Und nun wieder liegt das Blei seiner Schuld auf ihm, und wieder ist seine arme Vernunft so steif, so gelähmt, so schwer.
Wenn er nur den Kopf schütteln könnte, so würde seine Last herabrollen: aber wer schüttelt diesen Kopf?
Was ist dieser Mensch? Ein Haufen von Krankheiten, welche durch den Geist in die Welt hinausgreifen: da wollen sie ihre Beute machen.
Was ist dieser Mensch? Ein Knäuel wilder Schlangen, welche selten bei einander Ruhe haben,—da gehn sie für sich fort und suchen Beute in der Welt.
Seht diesen armen Leib! Was er litt und begehrte, das deutete sich diese arme Seele,—sie deutete es als mörderische Lust und Gier nach dem Glück des Messers.
Wer jetzt krank wird, den überfällt das Böse, das jetzt böse ist: wehe will er thun, mit dem, was ihm wehe thut. Aber es gab andre Zeiten und ein andres Böses und Gutes.
Einst war der Zweifel böse und der Wille zum Selbst. Damals wurde der Kranke zum Ketzer und zur Hege: als Ketzer und Hexe litt er und wollte leiden machen.
Aber diess will nicht in eure Ohren: euren Guten schade es, sagt ihr mir. Aber was liegt mir an euren Guten!
Vieles an euren Guten macht mir Ekel, und wahrlich nicht ihr Böses. Wollte ich doch, sie hätten einen Wahnsinn, an dem sie zu Grunde giengen, gleich diesem bleichen Verbrecher!
Wahrlich, ich wollte, ihr Wahnsinn hiesse Wahrheit oder Treue oder Gerechtigkeit: aber sie haben ihre Tugend, um lange zu leben und in einem erbärmlichen Behagen.
Ich bin ein Geländer am Strome: fasse mich, wer mich fassen kann! Eure Krücke aber bin ich nicht. —
Also sprach Zarathustra.
Von Lesen und Schreiben
Von allem Geschriebenen liebe ich nur Das, was Einer mit seinem Blute schreibt. Schreibe mit Blut: und du wirst erfahren, dass Blut Geist ist.
Es ist nicht leicht möglich, fremdes Blut zu verstehen: ich hasse die lesenden Müssiggänger.
Wer den Leser kennt, der thut Nichts mehr für den Leser. Noch ein Jahrhundert Leser—und der Geist selber wird stinken.
Dass Jedermann lesen lernen darf, verdirbt auf die Dauer nicht allein das Schreiben, sondern auch das Denken.
Einst war der Geist Gott, dann wurde er zum Menschen und jetzt wird er gar noch Pöbel.
Wer in Blut und Sprüchen schreibt, der will nicht gelesen, sondern auswendig gelernt werden.
Im Gebirge ist der nächste Weg von Gipfel zu Gipfel: aber dazu musst du lange Beine haben. Sprüche sollen Gipfel sein: und Die, zu denen gesprochen wird, Grosse und Hochwüchsige.
Die Luft dünn und rein, die Gefahr nahe und der Geist voll einer fröhlichen Bosheit: so passt es gut zu einander.
Ich will Kobolde um mich haben, denn ich bin muthig. Muth, der die Gespenster verscheucht, schafft sich selber Kobolde,—der Muth will lachen.
Ich empfinde nicht mehr mit euch: diese Wolke, die ich unter mir sehe, diese Schwärze und Schwere, über die ich lache,—gerade das ist eure Gewitterwolke.
Ihr seht nach Oben, wenn ihr nach Erhebung verlangt. Und ich sehe hinab, weil ich erhoben bin.
Wer von euch kann zugleich lachen und erhoben sein?
Wer auf den höchsten Bergen steigt, der lacht über alle Trauer-Spiele und Trauer-Ernste.
Muthig, unbekümmert, spöttisch, gewaltthätig—so will uns die Weisheit: sie ist ein Weib und liebt immer nur einen Kriegsmann.
Ihr sagt mir: "das Leben ist schwer zu tragen." Aber wozu hättet ihr Vormittags euren Stolz und Abends eure Ergebung?
Das Leben ist schwer zu tragen: aber so thut mir doch nicht so zärtlich! Wir sind allesammt hübsche lastbare Esel und Eselinnen.
Was haben wir gemein mit der Rosenknospe, welche zittert, weil ihr ein Tropfen Thau auf dem Leibe liegt?
Es ist wahr: wir lieben das Leben, nicht, weil wir an's Leben, sondern weil wir an's Lieben gewöhnt sind.
Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber immer auch etwas Vernunft im Wahnsinn.
Und auch mir, der ich dem Leben gut bin, scheinen Schmetterlinge und Seifenblasen und was ihrer Art unter Menschen ist, am meisten vom Glücke zu wissen.
Diese leichten thörichten zierlichen beweglichen Seelchen flattern zu sehen—das verführt Zarathustra zu Thränen und Liedern.
Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde.
Und als ich meinen Teufel sah, da fand ich ihn ernst, gründlich, tief, feierlich: es war der Geist der Schwere,—durch ihn fallen alle Dinge.
Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tödtet man. Auf, lasst uns den Geist der Schwere tödten!
Ich habe gehen gelernt: seitdem lasse ich mich laufen. Ich habe fliegen gelernt: seitdem will ich nicht erst gestossen sein, um von der Stelle zu kommen.
Jetzt bin ich leicht, jetzt fliege ich, jetzt sehe ich mich unter mir, jetzt tanzt ein Gott durch mich.
Also sprach Zarathustra.
Von Baum am Berge
Zarathustra's Auge hatte gesehn, dass ein Jüngling ihm auswich. Und als er eines Abends allein durch die Berge gieng, welche die Stadt umschliessen, die genannt wird "die bunte Kuh": siehe, da fand er im Gehen diesen Jüngling, wie er an einen Baum gelehnt sass und müden Blickes in das Thal schaute. Zarathustra fasste den Baum an, bei welchem der Jüngling sass, und sprach also:
"Wenn ich diesen Baum da mit meinen Händen schütteln wollte, ich würde es nicht vermögen.
Aber der Wind, den wir nicht sehen, der quält und biegt ihn, wohin er will. Wir werden am schlimmsten von unsichtbaren Händen gebogen und gequält."
Da erhob sich der Jüngling bestürzt und sagte: "ich höre Zarathustra und eben dachte ich an ihn." Zarathustra entgegnete:
"Was erschrickst du desshalb?— Aber es ist mit dem Menschen wie mit dem Baume.
Je mehr er hinauf in die Höhe und Helle will, um so stärker streben seine Wurzeln erdwärts, abwärts, in's Dunkle, Tiefe,—in's Böse."
"Ja in's Böse!" rief der Jüngling. "Wie ist es möglich, dass du meine Seele entdecktest?"
Zarathustra lächelte und sprach: "Manche Seele wird man nie entdecken, es sei denn, dass man sie zuerst erfindet."
"Ja in's Böse!" rief der Jüngling nochmals.
"Du sagtest die Wahrheit, Zarathustra. Ich traue mir selber nicht mehr, seitdem ich in die Höhe will, und Niemand traut mir mehr,—wie geschieht diess doch?
Ich verwandele mich zu schnell: mein Heute widerlegt mein Gestern. Ich überspringe oft die Stufen, wenn ich steige,—das verzeiht mir keine Stufe.
Bin ich oben, so finde ich mich immer allein. Niemand redet mit mir, der Frost der Einsamkeit macht mich zittern. Was will ich doch in der Höhe?
Meine Verachtung und meine Sehnsucht wachsen mit einander; je höher ich steige, um so mehr verachte ich Den, der steigt. Was will er doch in der Höhe?
Wie schäme ich mich meines Steigens und Stolperns! Wie spotte ich meines heftigen Schnaubens! Wie hasse ich den Fliegenden! Wie müde bin ich in der Höhe!"
Hier schwieg der Jüngling. Und Zarathustra betrachtete den Baum, an dem sie standen, und sprach also:
"Dieser Baum steht einsam hier am Gebirge; er wuchs hoch hinweg über Mensch und Thier.
Und wenn er reden wollte, er würde Niemanden haben, der ihn verstünde: so hoch wuchs er.
Nun wartet er und wartet,—worauf wartet er doch? Er wohnt dem Sitze der Wolken zu nahe: er wartet wohl auf den ersten Blitz?"
Als Zarathustra diess gesagt hatte, rief der Jüngling mit heftigen Gebärden: "Ja, Zarathustra, du sprichst die Wahrheit. Nach meinem Untergange verlangte ich, als ich in die Höhe wollte, und du bist der Blitz, auf den ich wartete! Siehe, was bin ich noch, seitdem du uns erschienen bist? Der Neid auf dich ist's, der mich zerstört hat!"— So sprach der Jüngling und weinte bitterlich. Zarathustra aber legte seinen Arm um ihn und führte ihn mit sich fort.
Und als sie eine Weile mit einander gegangen waren, hob Zarathustra also an zu sprechen:
Es zerreisst mir das Herz. Besser als deine Worte es sagen, sagt mir dein Auge alle deine Gefahr.
Noch bist du nicht frei, du suchst noch nach Freiheit. Übernächtig machte dich dein Suchen und überwach.
In die freie Höhe willst du, nach Sternen dürstet deine Seele. Aber auch deine schlimmen Triebe dürsten nach Freiheit.
Deine wilden Hunde wollen in die Freiheit; sie bellen vor Lust in ihrem Keller, wenn dein Geist alle Gefängnisse zu lösen trachtet.
Noch bist du mir ein Gefangner, der sich Freiheit ersinnt: ach, klug wird solchen Gefangnen die Seele, aber auch arglistig und schlecht.
Reinigen muss sich noch der Befreite des Geistes. Viel Gefängniss und Moder ist noch in ihm zurück: rein muss noch sein Auge werden.
Ja, ich kenne deine Gefahr. Aber bei meiner Liebe und Hoffnung beschwöre ich dich: wirf deine Liebe und Hoffnung nicht weg!
Edel fühlst du dich noch, und edel fühlen dich auch die Andern noch, die dir gram sind und böse Blicke senden. Wisse, dass Allen ein Edler im Wege steht.
Auch den Guten steht ein Edler im Wege: und selbst wenn sie ihn einen Guten nennen, so wollen sie ihn damit bei Seite bringen.
Neues will der Edle schaffen und eine neue Tugend. Altes will der Gute, und dass Altes erhalten bleibe.
Aber nicht das ist die Gefahr des Edlen, dass er ein Guter werde, sondern ein Frecher, ein Höhnender, ein Vernichter.
Ach, ich kannte Edle, die verloren ihre höchste Hoffnung. Und nun verleumdeten sie alle hohen Hoffnungen.
Nun lebten sie frech in kurzen Lüsten, und über den Tag hin warfen sie kaum noch Ziele.
"Geist ist auch Wollust"—so sagten sie. Da zerbrachen ihrem Geiste die Flügel: nun kriecht er herum und beschmutzt im Nagen.
Einst dachten sie Helden zu werden: Lüstlinge sind es jetzt. Ein Gram und ein Grauen ist ihnen der Held.
Aber bei meiner Liebe und Hoffnung beschwöre ich dich: wirf den Helden in deiner Seele nicht weg! Halte heilig deine höchste Hoffnung! —
Also sprach Zarathustra.
Von den Predigern des Todes
Es giebt Prediger des Todes: und die Erde ist voll von Solchen, denen Abkehr gepredigt werden muss vom Leben.
Voll ist die Erde von Überflüssigen, verdorben ist das Leben durch die Viel-zu-Vielen. Möge man sich mit dem "ewigen Leben" aus diesem Leben weglocken!
"Gelbe": so nennt man die Prediger des Todes, oder "Schwarze." Aber ich will sie euch noch in andern Farben zeigen.
Da sind die Fürchterlichen, welche in sich das Raubthier herumtragen und keine Wahl haben, es sei denn Lüste oder Selbstzerfleischung. Und auch ihre Lüste sind noch Selbstzerfleischung.
Sie sind noch nicht einmal Menschen geworden, diese Fürchterlichen: mögen sie Abkehr predigen vom Leben und selber dahinfahren!
Da sind die Schwindsüchtigen der Seele: kaum sind sie geboren, so fangen sie schon an zu sterben und sehnen sich nach Lehren der Müdigkeit und Entsagung.
Sie wollen gerne todt sein, und wir sollten ihren Willen gut heissen! Hüten wir uns, diese Todten zu erwecken und diese lebendigen Särge zu versehren!
Ihnen begegnet ein Kranker oder ein Greis oder ein Leichnam; und gleich sagen sie "das Leben ist widerlegt!"
Aber nur sie sind widerlegt und ihr Auge, welches nur das Eine Gesicht sieht am Dasein.
Eingehüllt in dicke Schwermuth und begierig auf die kleinen Zufälle, welche den Tod bringen: so warten sie und beissen die Zähne auf einander.
Oder aber: sie greifen nach Zuckerwerk und spotten ihrer Kinderei dabei: sie hängen an ihrem Strohhalm Leben und spotten, dass sie noch an einem Strohhalm hängen.
Ihre Weisheit lautet: "ein Thor, der leben bleibt, aber so sehr sind wir Thoren! Und das eben ist das Thörichtste am Leben!" —
"Das Leben ist nur Leiden"—so sagen Andre und lügen nicht: so sorgt doch, dass ihr aufhört! So sorgt doch, dass das Leben aufhört, welches nur Leiden ist!
Und also laute die Lehre eurer Tugend "du sollst dich selber tödten! Du sollst dich selber davonstehlen!" —
"Wollust ist Sünde,"—so sagen die Einen, welche den Tod predigen—"lasst uns bei Seite gehn und keine Kinder zeugen!"
"Gebären ist mühsam,"—sagen dich Andern—"wozu noch gebären? Man gebiert nur Unglückliche!" Und auch sie sind Prediger des Todes.
"Mitleid thut noth"—so sagen die Dritten. "Nehmt hin, was ich habe! Nehmt hin, was ich bin! Um so weniger bindet mich das Leben!"
Wären sie Mitleidige von Grund aus, so würden sie ihren Nächsten das Leben verleiden. Böse sein—das wäre ihre rechte Güte.
Aber sie wollen loskommen vom Leben: was schiert es sie, dass sie Andre mit ihren Ketten und Geschenken noch fester binden! —
Und auch ihr, denen das Leben wilde Arbeit und Unruhe ist: seid ihr nicht sehr müde des Lebens? Seid ihr nicht sehr reif für die Predigt des Todes?
Ihr Alle, denen die wilde Arbeit lieb ist und das Schnelle, Neue, Fremde,—ihr ertragt euch schlecht, euer Fleiss ist Flucht und Wille, sich selber zu vergessen.
Wenn ihr mehr an das Leben glaubtet, würdet ihr weniger euch dem Augenblicke hinwerfen. Aber ihr habt zum Warten nicht Inhalt genug in euch—und selbst zur Faulheit nicht!
Überall ertönt die Stimme Derer, welche den Tod predigen: und die Erde ist voll von Solchen, welchen der Tod gepredigt werden muss.
Oder "das ewige Leben": das gilt mir gleich,—wofern sie nur schnell dahinfahren!
Also sprach Zarathustra.
Von Krieg und Kriegsvolke
Von unsern besten Feinden wollen wir nicht geschont sein, und auch von Denen nicht, welche wir von Grund aus lieben. So lasst mich denn euch die Wahrheit sagen!
Meine Brüder im Kriege! Ich liebe euch von Grund aus, ich bin und war Euresgleichen. Und ich bin auch euer bester Feind. So lasst mich denn euch die Wahrheit sagen!
Ich weiss um den Hass und Neid eures Herzens. Ihr seid nicht gross genug, um Hass und Neid nicht zu kennen. So seid denn gross genug, euch ihrer nicht zu schämen!
Und wenn ihr nicht Heilige der Erkenntniss sein könnt, so seid mir wenigstens deren Kriegsmänner. Das sind die Gefährten und Vorläufer solcher Heiligkeit.
Ich sehe viel Soldaten: möchte ich viel Kriegsmänner sehn! "Ein-form" nennt man's, was sie tragen: möge es nicht Ein-form sein, was sie damit verstecken!
Ihr sollt mir Solche sein, deren Auge immer nach einem Feinde sucht—nach eurem Feinde. Und bei Einigen von euch giebt es einen Hass auf den ersten Blick.
Euren Feind sollt ihr suchen, euren Krieg sollt ihr führen und für eure Gedanken! Und wenn euer Gedanke unterliegt, so soll eure Redlichkeit darüber noch Triumph rufen!
Ihr sollt den Frieden lieben als Mittel zu neuen Kriegen. Und den kurzen Frieden mehr, als den langen.
Euch rathe ich nicht zur Arbeit, sondern zum Kampfe. Euch rathe ich nicht zum Frieden, sondern zum Siege. Eure Arbeit sei ein Kampf, euer Friede sei ein Sieg!
Man kann nur schweigen und stillsitzen, wenn man Pfeil und Bogen hat: sonst schwätzt und zankt man. Euer Friede sei ein Sieg!
Ihr sagt, die gute Sache sei es, die sogar den Krieg heilige? Ich sage euch: der gute Krieg ist es, der jede Sache heiligt.
Der Krieg und der Muth haben mehr grosse Dinge gethan, als die Nächstenliebe. Nicht euer Mitleiden, sondern eure Tapferkeit rettete bisher die Verunglückten.
"Was ist gut?" fragt ihr. Tapfer sein ist gut. Lasst die kleinen Mädchen reden: "gut sein ist, was hübsch zugleich und rührend ist."
Man nennt euch herzlos: aber euer Herz ist ächt, und ich liebe die Scham eurer Herzlichkeit. Ihr schämt euch eurer Fluth, und Andre schämen sich ihrer Ebbe.
Ihr seid hässlich? Nun wohlan, meine Brüder! So nehmt das Erhabne um euch, den Mantel des Hässlichen!
Und wenn eure Seele gross wird, so wird sie übermüthig, und in eurer Erhabenheit ist Bosheit. Ich kenne euch.
In der Bosheit begegnet sich der Übermüthige mit dem Schwächlinge. Aber sie missverstehen einander. Ich kenne euch.
Ihr dürft nur Feinde haben, die zu hassen sind, aber nicht Feinde zum Verachten. Ihr müsst stolz auf euern Feind sein: dann sind die Erfolge eures Feindes auch eure Erfolge.
Auflehnung—das ist die Vornehmheit am Sclaven. Eure Vornehmheit sei Gehorsam! Euer Befehlen selber sei ein Gehorchen!
Einem guten Kriegsmanne klingt "du sollst" angenehmer, als "ich will." Und Alles, was euch lieb ist, sollt ihr euch erst noch befehlen lassen.
Eure Liebe zum Leben sei Liebe zu eurer höchsten Hoffnung: und eure höchste Hoffnung sei der höchste Gedanke des Lebens!
Euren höchsten Gedanken aber sollt ihr euch von mir befehlen lassen—und er lautet: der Mensch ist Etwas, das überwunden werden soll.
So lebt euer Leben des Gehorsams und des Krieges! Was liegt am Lang-Leben! Welcher Krieger will geschont sein!
Ich schone euch nicht, ich liebe euch von Grund aus, meine Brüder im Kriege! —
Also sprach Zarathustra.
Von neuen Götzen
Irgendwo giebt es noch Völker und Heerden, doch nicht bei uns, meine Brüder: da giebt es Staaten.
Staat? Was ist das? Wohlan! Jetzt thut mir die Ohren auf, denn jetzt sage ich euch mein Wort vom Tode der Völker.
Staat heisst das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: "Ich, der Staat, bin das Volk."
Lüge ist's! Schaffende waren es, die schufen die Völker und hängten einen Glauben und eine Liebe über sie hin: also dienten sie dem Leben.
Vernichter sind es, die stellen Fallen auf für Viele und heissen sie Staat: sie hängen ein Schwert und hundert Begierden über sie hin.
Wo es noch Volk giebt, da versteht es den Staat nicht und hasst ihn als bösen Blick und Sünde an Sitten und Rechten.
Dieses Zeichen gebe ich euch: jedes Volk spricht seine Zunge des Guten und Bösen: die versteht der Nachbar nicht. Seine Sprache erfand es sich in Sitten und Rechten.
Aber der Staat lügt in allen Zungen des Guten und Bösen; und was er auch redet, er lügt—und was er auch hat, gestohlen hat er's.
Falsch ist Alles an ihm; mit gestohlenen Zähnen beisst er, der Bissige. Falsch sind selbst seine Eingeweide.
Sprachverwirrung des Guten und Bösen: dieses Zeichen gebe ich euch als Zeichen des Staates. Wahrlich, den Willen zum Tode deutet dieses Zeichen! Wahrlich, es winkt den Predigern des Todes!
Viel zu Viele werden geboren: für die Überflüssigen ward der Staat erfunden!
Seht mir doch, wie er sie an sich lockt, die Viel-zu-Vielen! Wie er sie schlingt und kaut und wiederkäut!
"Auf der Erde ist nichts Grösseres als ich: der ordnende Finger bin ich Gottes"—also brüllt das Unthier. Und nicht nur Langgeohrte und Kurzgeäugte sinken auf die Kniee!
Ach, auch in euch, ihr grossen Seelen, raunt er seine düsteren Lügen! Ach, er erräth die reichen Herzen, die gerne sich verschwenden!
Ja, auch euch erräth er, ihr Besieger des alten Gottes! Müde wurdet ihr im Kampfe, und nun dient eure Müdigkeit noch dem neuen Götzen!
Helden und Ehrenhafte möchte er um sich aufstellen, der neue Götze! Gerne sonnt er sich im Sonnenschein guter Gewissen,—das kalte Unthier!
Alles will er euch geben, wenn ihr ihn anbetet, der neue Götze: also kauft er sich den Glanz eurer Tugend und den Blick eurer stolzen Augen.
Ködern will er mit euch die Viel-zu-Vielen! Ja, ein Höllenkunststück ward da erfunden, ein Pferd des Todes, klirrend im Putz göttlicher Ehren!
Ja, ein Sterben für Viele ward da erfunden, das sich selber als Leben preist: wahrlich, ein Herzensdienst allen Predigern des Todes!
Staat nenne ich's, wo Alle Gifttrinker sind, Gute und Schlimme: Staat, wo Alle sich selber verlieren, Gute und Schlimme: Staat, wo der langsame Selbstmord Aller—"das Leben" heisst.
Seht mir doch diese Überflüssigen! Sie stehlen sich die Werke der Erfinder und die Schätze der Weisen: Bildung nennen sie ihren Diebstahl—und Alles wird ihnen zu Krankheit und Ungemach!
Seht mir doch diese Überflüssigen! Krank sind sie immer, sie erbrechen ihre Galle und nennen es Zeitung. Sie verschlingen einander und können sich nicht einmal verdauen.
Seht mir doch diese Überflüssigen! Reichthümer erwerben sie und werden ärmer damit. Macht wollen sie und zuerst das Brecheisen der Macht, viel Geld,—diese Unvermögenden!
Seht sie klettern, diese geschwinden Affen! Sie klettern über einander hinweg und zerren sich also in den Schlamm und die Tiefe.
Hin zum Throne wollen sie Alle: ihr Wahnsinn ist es,—als ob das Glück auf dem Throne sässe! Oft sitzt der Schlamm auf dem Thron—und oft auch der Thron auf dem Schlamme.
Wahnsinnige sind sie mir Alle und kletternde Affen und Überheisse. Übel riecht mir ihr Götze, das kalte Unthier: übel riechen sie mir alle zusammen, diese Götzendiener.
Meine Brüder, wollt ihr denn ersticken im Dunste ihrer Mäuler und Begierden! Lieber zerbrecht doch die Fenster und springt in's Freie!
Geht doch dem schlechten Geruche aus dem Wege! Geht fort von der Götzendienerei der Überflüssigen!
Geht doch dem schlechten Geruche aus dem Wege! Geht fort von dem Dampfe dieser Menschenopfer!
Frei steht grossen Seelen auch jetzt noch die Erde. Leer sind noch viele Sitze für Einsame und Zweisame, um die der Geruch stiller Meere weht.
Frei steht noch grossen Seelen ein freies Leben. Wahrlich, wer wenig besitzt, wird um so weniger besessen: gelobt sei die kleine Armuth!
Dort, wo der Staat aufhört, da beginnt erst der Mensch, der nicht überflüssig ist: da beginnt das Lied des Nothwendigen, die einmalige und unersetzliche Weise.
Dort, wo der Staat aufhört,—so seht mir doch hin, meine Brüder! Seht ihr ihn nicht, den Regenbogen und die Brükken des Übermenschen? —
Also sprach Zarathustra.
Von den Fliegen des Marktes
Fliehe, mein Freund, in deine Einsamkeit! Ich sehe dich betäubt vom Lärme der grossen Männer und zerstochen von den Stacheln der kleinen.
Würdig wissen Wald und Fels mit dir zu schweigen. Gleiche wieder dem Baume, den du liebst, dem breitästigen: still und aufhorchend hängt er über dem Meere.
Wo die Einsamkeit aufhört, da beginnt der Markt; und wo der Markt beginnt, da beginnt auch der Lärm der grossen Schauspieler und das Geschwirr der giftigen Fliegen.
In der Welt taugen die besten Dinge noch Nichts, ohne Einen, der sie erst aufführt: grosse Männer heisst das Volk diese Aufführer.
Wenig begreift das Volk das Grosse, das ist: das Schaffende. Aber Sinne hat es für alle Aufführer und Schauspieler grosser Sachen.
Um die Erfinder von neuen Werthen dreht sich die Welt:—unsichtbar dreht sie sich. Doch um die Schauspieler dreht sich das Volk und der Ruhm: so ist es der Welt Lauf.
Geist hat der Schauspieler, doch wenig Gewissen des Geistes. Er glaubt immer an Das, womit er am stärksten glauben macht,—glauben an sich macht!
Morgen hat er einen neuen Glauben und übermorgen einen neueren. Rasche Sinne hat er, gleich dem Volke, und veränderliche Witterungen.
Umwerfen—das heisst ihm: beweisen. Toll machen—das heisst ihm: überzeugen. Und Blut gilt ihm als aller Gründe bester.
Eine Wahrheit, die nur in feine Ohren schlüpft, nennt er Lüge und Nichts. Wahrlich, er glaubt nur an Götter, die grossen Lärm in der Welt machen!
Voll von feierlichen Possenreissern ist der Markt—und das Volk rühmt sich seiner grossen Männer! das sind ihm die Herrn der Stunde.
Aber die Stunde drängt sie: so drängen sie dich. Und auch von dir wollen sie Ja oder Nein. Wehe, du willst zwischen Für und Wider deinen Stuhl setzen?
Dieser Unbedingten und Drängenden halber sei ohne Eifersucht, du Liebhaber der Wahrheit! Niemals noch hängte sich die Wahrheit an den Arm eines Unbedingten.
Dieser Plötzlichen halber gehe zurück in deine Sicherheit: nur auf dem Markt wird man mit Ja? oder Nein? überfallen.
Langsam ist das Erleben allen tiefen Brunnen: lange müssen sie warten, bis sie wissen, was in ihre Tiefe fiel.
Abseits vom Markte und Ruhme begiebt sich alles Grosse: abseits vom Markte und Ruhme wohnten von je die Erfinder neuer Werthe.
Fliehe, mein Freund, in deine Einsamkeit: ich sehe dich von giftigen Fliegen zerstochen. Fliehe dorthin, wo rauhe, starke Luft weht!
Fliehe in deine Einsamkeit! Du lebtest den Kleinen und Erbärmlichen zu nahe. Fliehe vor ihrer unsichtbaren Rache! Gegen dich sind sie Nichts als Rache.
Hebe nicht mehr den Arm gegen sie! Unzählbar sind sie, und es ist nicht dein Loos, Fliegenwedel zu sein.
Unzählbar sind diese Kleinen und Erbärmlichen; und manchem stolzen Baue gereichten schon Regentropfen und Unkraut zum Untergange.
Du bist kein Stein, aber schon wurdest du hohl von vielen Tropfen. Zerbrechen und zerbersten wirst du mir noch von vielen Tropfen.
Ermüdet sehe ich dich durch giftige Fliegen, blutig geritzt sehe ich dich an hundert Stellen; und dein Stolz will nicht einmal zürnen.
Blut möchten sie von dir in aller Unschuld, Blut begehren ihre blutlosen Seelen—und sie stechen daher in aller Unschuld.
Aber, du Tiefer, du leidest zu tief auch an kleinen Wunden; und ehe du dich noch geheilt hast, kroch dir der gleiche Giftwurm über die Hand.
Zu stolz bist du mir dafür, diese Naschhaften zu tödten. Hüte dich aber, dass es nicht dein Verhängniss werde, all ihr giftiges Unrecht zu tragen!
Sie summen um dich auch mit ihrem Lobe: Zudringlichkeit ist ihr Loben. Sie wollen die Nähe deiner Haut und deines Blutes.
Sie schmeicheln dir wie einem Gotte oder Teufel; sie winseln vor dir wie vor einem Gotte oder Teufel. Was macht es! Schmeichler sind es und Winsler und nicht mehr.
Auch geben sie sich dir oft als Liebenswürdige. Aber das war immer die Klugheit der Feigen. Ja, die Feigen sind klug!
Sie denken viel über dich mit ihrer engen Seele,—bedenklich bist du ihnen stets! Alles, was viel bedacht wird, wird bedenklich.
Sie bestrafen dich für alle deine Tugenden. Sie verzeihen dir von Grund aus nur—deine Fehlgriffe.
Weil du milde bist und gerechten Sinnes, sagst du: "unschuldig sind sie an ihrem kleinen Dasein." Aber ihre enge Seele denkt: "Schuld ist alles grosse Dasein."
Auch wenn du ihnen milde bist, fühlen sie sich noch von dir verachtet; und sie geben dir deine Wohlthat zurück mit versteckten Wehthaten.
Dein wortloser Stolz geht immer wider ihren Geschmack; sie frohlocken, wenn du einmal bescheiden genug bist, eitel zu sein.
Das, was wir an einem Menschen erkennen, das entzünden wir an ihm auch. Also hüte dich vor den Kleinen!
Vor dir fühlen sie sich klein, und ihre Niedrigkeit glimmt und glüht gegen dich in unsichtbarer Rache.
Merktest du nicht, wie oft sie stumm wurden, wenn du zu ihnen tratest, und wie ihre Kraft von ihnen gieng wie der Rauch von einem erlöschenden Feuer?
Ja, mein Freund, das böse Gewissen bist du deinen Nächsten: denn sie sind deiner unwerth. Also hassen sie dich und möchten gerne an deinem Blute saugen.
Deine Nächsten werden immer giftige Fliegen sein; Das, was gross an dir ist,—das selber muss sie giftiger machen und immer fliegenhafter.
Fliehe, mein Freund, in deine Einsamkeit und dorthin, wo eine rauhe, starke Luft weht. Nicht ist es dein Loos, Fliegenwedel zu sein. —
Also sprach Zarathustra.
Von der Keuschheit
Ich liebe den Wald. In den Städten ist schlecht zu leben: da giebt es zu Viele der Brünstigen.
Ist es nicht besser, in die Hände eines Mörders zu gerathen, als in die Träume eines brünstigen Weibes?
Und seht mir doch diese Männer an: ihr Auge sagt es—sie wissen nichts Besseres auf Erden, als bei einem Weibe zu liegen.
Schlamm ist auf dem Grunde ihrer Seele; und wehe, wenn ihr Schlamm gar noch Geist hat!
Dass ihr doch wenigstens als Thiere vollkommen wäret! Aber zum Thiere gehört die Unschuld.
Rathe ich euch, eure Sinne zu tödten? Ich rathe euch zur Unschuld der Sinne.
Rathe ich euch zur Keuschheit? Die Keuschheit ist bei Einigen eine Tugend, aber bei Vielen beinahe ein Laster.
Diese enthalten sich wohl: aber die Hündin Sinnlichkeit blickt mit Neid aus Allem, was sie thun.
Noch in die Höhen ihrer Tugend und bis in den kalten Geist hinein folgt ihnen diess Gethier und sein Unfrieden.
Und wie artig weiss die Hündin Sinnlichkeit um ein Stück Geist zu betteln, wenn ihr ein Stuck Fleisch versagt wird!
Ihr liebt Trauerspiele und Alles, was das Herz zerbricht? Aber ich bin misstrauisch gegen eure Hündin.
Ihr habt mir zu grausame Augen und blickt lüstern nach Leidenden. Hat sich nicht nur eure Wollust verkleidet und heisst sich Mitleiden?
Und auch diess Gleichniss gebe ich euch: nicht Wenige, die ihren Teufel austreiben wollten, fuhren dabei selber in die Säue.
Wem die Keuschheit schwer fällt, dem ist sie zu widerrathen: dass sie nicht der Weg zur Hölle werde—das ist zu Schlamm und Brunst der Seele.
Rede ich von schmutzigen Dingen? Das ist mir nicht das Schlimmste.
Nicht, wenn die Wahrheit schmutzig ist, sondern wenn sie seicht ist, steigt der Erkennende ungern in ihr Wasser.
Wahrlich, es giebt Keusche von Grund aus: sie sind milder von Herzen, sie lachen lieber und reichlicher als ihr.
Sie lachen auch über die Keuschheit und fragen: "was ist Keuschheit!
Ist Keuschheit nicht Thorheit? Aber diese Thorheit kam zu uns und nicht wir zur ihr.
Wir boten diesem Gaste Herberge und Herz: nun wohnt er bei uns,—mag er bleiben, wie lange er will!"
Also sprach Zarathustra.
Von Freunde
"Einer ist immer zu viel um mich"—also denkt der Einsiedler. "Immer Einmal Eins—das giebt auf die Dauer Zwei!"
Ich und Mich sind immer zu eifrig im Gespräche: wie wäre es auszuhalten, wenn es nicht einen Freund gäbe?
Immer ist für den Einsiedler der Freund der Dritte: der Dritte ist der Kork, der verhindert, dass das Gespräch der Zweie in die Tiefe sinkt.
Ach, es giebt zu viele Tiefen für alle Einsiedler. Darum sehnen sie sich so nach einem Freunde und nach seiner Höhe.
Unser Glaube an Andre verräth, worin wir gerne an uns selber glauben möchten. Unsre Sehnsucht nach einem Freunde ist unser Verräther.
Und oft will man mit der Liebe nur den Neid überspringen. Und oft greift man an und macht sich einen Feind, um zu verbergen, dass man angreifbar ist.
"Sei wenigstens mein Feind!"—so spricht die wahre Ehrfurcht, die nicht um Freundschaft zu bitten wagt.
Will man einen Freund haben, so muss man auch für ihn Krieg führen wollen: und um Krieg zu führen, muss man Feind sein können.
Man soll in seinem Freunde noch den Feind ehren. Kannst du an deinen Freund dicht herantreten, ohne zu ihm überzutreten?
In seinem Freunde soll man seinen besten Feind haben. Du sollst ihm am nächsten mit dem Herzen sein, wenn du ihm widerstrebst.
Du willst vor deinem Freunde kein Kleid tragen? Es soll deines Freundes Ehre sein, dass du dich ihm giebst, wie du bist? Aber wünscht dich darum zum Teufel!
Wer aus sich kein Hehl macht, empört: so sehr habt ihr Grund, die Nacktheit zu fürchten! Ja, wenn ihr Götter wäret, da dürftet ihr euch eurer Kleider schämen!
Du kannst dich für deinen Freund nicht schön genug putzen: denn du sollst ihm ein Pfeil und eine Sehnsucht nach dem Übermenschen sein.
Sahst du deinen Freund schon schlafen,—damit du erfahrest, wie er aussieht? Was ist doch sonst das Gesicht deines Freundes? Es ist dein eignes Gesicht, auf einem rauhen und unvollkommnen Spiegel.
Sahst du deinen Freund schon schlafen? Erschrakst du nicht, dass dein Freund so aussieht? Oh, mein Freund, der Mensch ist Etwas, das überwunden werden muss.
Im Errathen und Stillschweigen soll der Freund Meister sein: nicht Alles musst du sehn wollen. Dein Traum soll dir verrathen, was dein Freund im Wachen thut.
Ein Errathen sei dein Mitleiden: dass du erst wissest, ob dein Freund Mitleiden wolle. Vielleicht liebt er an dir das ungebrochne Auge und den Blick der Ewigkeit.
Das Mitleiden mit dem Freunde berge sich unter einer harten Schale, an ihm sollst du dir einen Zahn ausbeissen. So wird es seine Feinheit und Süsse haben.
Bist du reine Luft und Einsamkeit und Brod und Arznei deinem Freunde? Mancher kann seine eignen Ketten nicht lösen und doch ist er dem Freunde ein Erlöser.
Bist du ein Sclave? So kannst du nicht Freund sein. Bist du ein Tyrann? So kannst du nicht Freunde haben.
Allzulange war im Weibe ein Sclave und ein Tyrann versteckt. Desshalb ist das Weib noch nicht der Freundschaft fähig: es kennt nur die Liebe.
In der Liebe des Weibes ist Ungerechtigkeit und Blindheit gegen Alles, was es nicht liebt. Und auch in der wissenden Liebe des Weibes ist immer noch Überfall und Blitz und Nacht neben dem Lichte.
Noch ist das Weib nicht der Freundschaft fähig: Katzen sind immer noch die Weiber, und Vögel. Oder, besten Falles, Kühe.
Noch ist das Weib nicht der Freundschaft fähig. Aber sagt mir, ihr Männer, wer von euch ist denn fähig der Freundschaft?
Oh über eure Armuth, ihr Männer, und euren Geiz der Seele! Wie viel ihr dem Freunde gebt, das will ich noch meinem Feinde geben, und will auch nicht ärmer damit geworden sein.
Es giebt Kameradschaft: möge es Freundschaft geben!
Also sprach Zarathustra.
Von tausend und einem Ziele
Viele Länder sah Zarathustra und viele Völker: so entdeckte er vieler Völker Gutes und Böses. Keine grössere Macht fand Zarathustra auf Erden, als gut und böse.
Leben könnte kein Volk, das nicht erst schätzte; will es sich aber erhalten, so darf es nicht schätzen, wie der Nachbar schätzt.
Vieles, das diesem Volke gut hiess, hiess einem andern Hohn und Schmach: also fand ich's. Vieles fand ich hier böse genannt und dort mit purpurnen Ehren geputzt.
Nie verstand ein Nachbar den andern: stets verwunderte sich seine Seele ob des Nachbarn Wahn und Bosheit.
Eine Tafel der Güter hängt über jedem Volke. Siehe, es ist seiner Überwindungen Tafel; siehe, es ist die Stimme seines Willens zur Macht.
Löblich ist, was ihm schwer gilt; was unerlässlich und schwer, heisst gut, und was aus der höchsten Noth noch befreit, das Seltene, Schwerste,—das preist es heilig.
Was da macht, dass es herrscht und siegt und glänzt, seinem Nachbarn zu Grauen und Neide: das gilt ihm das Hohe, das Erste, das Messende, der Sinn aller Dinge.
Wahrlich, mein Bruder, erkanntest du erst eines Volkes Noth und Land und Himmel und Nachbar: so erräthst du wohl das Gesetz seiner Überwindungen und warum es auf dieser Leiter zu seiner Hoffnung steigt.
"Immer sollst du der Erste sein und den Andern vorragen: Niemanden soll deine eifersüchtige Seele lieben, es sei denn den Freund"—diess machte einem Griechen die Seele zittern: dabei gieng er seinen Pfad der Grösse.
"Wahrheit reden und gut mit Bogen und Pfeil verkehren"—so dünkte es jenem Volke zugleich lieb und schwer, aus dem mein Name kommt—der Name, welcher mir zugleich lieb und schwer ist.
"Vater und Mutter ehren und bis in die Wurzel der Seele hinein ihnen zu Willen sein": diese Tafel der Überwindung hängte ein andres Volk über sich auf und wurde mächtig und ewig damit.
"Treue üben und um der Treue Willen Ehre und Blut auch an böse und fährliche Sachen setzen": also sich lehrend bezwang sich ein anderes Volk, und also sich bezwingend wurde es schwanger und schwer von grossen Hoffnungen.
Wahrlich, die Menschen gaben sich alles ihr Gutes und Böses. Wahrlich, sie nahmen es nicht, sie fanden es nicht, nicht fiel es ihnen als Stimme vom Himmel.
Werthe legte erst der Mensch in die Dinge, sich zu erhalten,—er schuf erst den Dingen Sinn, einen Menschen-Sinn! Darum nennt er sich "Mensch," das ist: der Schätzende.
Schätzen ist Schaffen: hört es, ihr Schaffenden! Schätzen selber ist aller geschätzten Dinge Schatz und Kleinod.
Durch das Schätzen erst giebt es Werth: und ohne das Schätzen wäre die Nuss des Daseins hohl. Hört es, ihr Schaffenden!
Wandel der Werthe,—das ist Wandel der Schaffenden. Immer vernichtet, wer ein Schöpfer sein muss.
Schaffende waren erst Völker und spät erst Einzelne; wahrlich, der Einzelne selber ist noch die jüngste Schöpfung.
Völker hängten sich einst eine Tafel des Guten über sich. Liebe, die herrschen will, und Liebe, die gehorchen will, erschufen sich zusammen solche Tafeln.
Älter ist an der Heerde die Lust, als die Lust am Ich: und so lange das gute Gewissen Heerde heisst, sagt nur das schlechte Gewissen: Ich.
Wahrlich, das schlaue Ich, das lieblose, das seinen Nutzen im Nutzen Vieler will: das ist nicht der Heerde Ursprung, sondern ihr Untergang.
Liebende waren es stets und Schaffende, die schufen Gut und Böse. Feuer der Liebe glüht in aller Tugenden Namen und Feuer des Zorns.
Viele Länder sah Zarathustra und viele Völker: keine grössere Macht fand Zarathustra auf Erden, als die Werke der Liebenden: "gut" und "böse" ist ihr Name.
Wahrlich, ein Ungethüm ist die Macht dieses Lobens und Tadelns. Sagt, wer bezwingt es mir, ihr Brüder? Sagt, wer wirft diesem Thier die Fessel über die tausend Nacken?
Tausend Ziele gab es bisher, denn tausend Völker gab es. Nur die Fessel der tausend Nacken fehlt noch, es fehlt das Eine Ziel. Noch hat die Menschheit kein Ziel.
Aber sagt mir doch, meine Brüder: wenn der Menschheit das Ziel noch fehlt, fehlt da nicht auch—sie selber noch? —
Also sprach Zarathustra.
Von der Nächstenliebe
Ihr drängt euch um den Nächsten und habt schöne Worte dafür. Aber ich sage euch: eure Nächstenliebe ist eure schlechte Liebe zu euch selber.
Ihr flüchtet zum Nächsten vor euch selber und möchtet euch daraus eine Tugend machen: aber ich durchschaue euer "Selbstloses."
Das Du ist älter als das Ich; das Du ist heilig gesprochen, aber noch nicht das Ich: so drängt sich der Mensch hin zum Nächsten.
Rathe ich euch zur Nächstenliebe? Lieber noch rathe ich euch zur Nächsten-Flucht und zur Fernsten-Liebe!
Höher als die Liebe zum Nächsten ist die Liebe zum Fernsten und Künftigen; höher noch als die Liebe zu Menschen ist die Liebe zu Sachen und Gespenstern.
Diess Gespenst, das vor dir herläuft, mein Bruder, ist schöner als du; warum giebst du ihm nicht dein Fleisch und deine Knochen? Aber du fürchtest dich und läufst zu deinem Nächsten.
Ihr haltet es mit euch selber nicht aus und liebt euch nicht genug: nun wollt ihr den Nächsten zur Liebe verführen und euch mit seinem Irrthum vergolden.
Ich wollte, ihr hieltet es nicht aus mit allerlei Nächsten und deren Nachbarn; so müsstet ihr aus euch selber euren Freund und sein überwallendes Herz schaffen.
Ihr ladet euch einen Zeugen ein, wenn ihr von euch gut reden wollt; und wenn ihr ihn verführt habt, gut von euch zu denken, denkt ihr selber gut von euch.
Nicht nur Der lügt, welcher wider sein Wissen redet, sondern erst recht Der, welcher wider sein Nichtwissen redet. Und so redet ihr von euch im Verkehre und belügt mit euch den Nachbar.
Also spricht der Narr: "der Umgang mit Menschen verdirbt den Charakter, sonderlich wenn man keinen hat."
Der Eine geht zum Nächsten, weil er sich sucht, und der Andre, weil er sich verlieren möchte. Eure schlechte Liebe zu euch selber macht euch aus der Einsamkeit ein Gefängniss.
Die Ferneren sind es, welche eure Liebe zum Nächsten bezahlen; und schon wenn ihr zu fünfen mit einander seid, muss immer ein sechster sterben.
Ich liebe auch eure Feste nicht: zu viel Schauspieler fand ich dabei, und auch die Zuschauer gebärdeten sich oft gleich Schauspielern.
Nicht den Nächsten lehre ich euch, sondern den Freund. Der Freund sei euch das Fest der Erde und ein Vorgefühl des Übermenschen.
Ich lehre euch den Freund und sein übervolles Herz. Aber man muss verstehn, ein Schwamm zu sein, wenn man von übervollen Herzen geliebt sein will.
Ich lehre euch den Freund, in dem die Welt fertig dasteht, eine Schale des Guten,—den schaffenden Freund, der immer eine fertige Welt zu verschenken hat.
Und wie ihm die Welt auseinander rollte, so rollt sie ihm wieder in Ringen zusammen, als das Werden des Guten durch das Böse, als das Werden der Zwecke aus dem Zufalle.
Die Zukunft und das Fernste sei dir die Ursache deines Heute: in deinem Freunde sollst du den Übermenschen als deine Ursache lieben.
Meine Brüder, zur Nächstenliebe rathe ich euch nicht: ich rathe euch zur Fernsten-Liebe.
Also sprach Zarathustra.
Von Wege des Schaffenden
Willst du, mein Bruder, in die Vereinsamung gehen? Willst du den Weg zu dir selber suchen? Zaudere noch ein Wenig und höre mich.
"Wer sucht, der geht leicht selber verloren. Alle Vereinsamung ist Schuld": also spricht die Heerde. Und du gehörtest lange zur Heerde.
Die Stimme der Heerde wird auch in dir noch tönen. Und wenn du sagen wirst "ich habe nicht mehr Ein Gewissen mit euch," so wird es eine Klage und ein Schmerz sein.
Siehe, diesen Schmerz selber gebar noch das Eine Gewissen: und dieses Gewissens letzter Schimmer glüht noch auf deiner Trübsal.
Aber du willst den Weg deiner Trübsal gehen, welches ist der Weg zu dir selber? So zeige mir dein Recht und deine Kraft dazu!
Bist du eine neue Kraft und ein neues Recht? Eine erste Bewegung? Ein aus sich rollendes Rad? Kannst du auch Sterne zwingen, dass sie um dich sich drehen?
Ach, es giebt so viel Lüsternheit nach Höhe! Es giebt so viel Krämpfe der Ehrgeizigen! Zeige mir, dass du keiner der Lüsternen und Ehrgeizigen bist!
Ach, es giebt so viel grosse Gedanken, die thun nicht mehr als ein Blasebalg: sie blasen auf und machen leerer.
Frei nennst du dich? Deinen herrschenden Gedanken will ich hören und nicht, dass du einem Joche entronnen bist.
Bist du ein Solcher, der einem Joche entrinnen durfte? Es giebt Manchen, der seinen letzten Werth wegwarf, als er seine Dienstbarkeit wegwarf.
Frei wovon? Was schiert das Zarathustra! Hell aber soll mir dein Auge künden: frei wozu?
Kannst du dir selber dein Böses und dein Gutes geben und deinen Willen über dich aufhängen wie ein Gesetz? Kannst du dir selber Richter sein und Rächer deines Gesetzes?
Furchtbar ist das Alleinsein mit dem Richter und Rächer des eignen Gesetzes. Also wird ein Stern hinausgeworfen in den öden Raum und in den eisigen Athem des Alleinseins.
Heute noch leidest du an den Vielen, du Einer: heute noch hast du deinen Muth ganz und deine Hoffnungen.
Aber einst wird dich die Einsamkeit müde machen, einst wird dein Stolz sich krümmen und dein Muth knirschen. Schreien wirst du einst "ich bin allein!"
Einst wirst du dein Hohes nicht mehr sehn und dein Niedriges allzunahe; dein Erhabnes selbst wird dich fürchten machen wie ein Gespenst. Schreien wirst du einst: "Alles ist falsch!"
Es giebt Gefühle, die den Einsamen tödten wollen; gelingt es ihnen nicht, nun, so müssen sie selber sterben! Aber vermagst du das, Mörder zu sein?
Kennst du, mein Bruder, schon das Wort "Verachtung"? Und die Qual deiner Gerechtigkeit, Solchen gerecht zu sein, die dich verachten?
Du zwingst Viele, über dich umzulernen; das rechnen sie dir hart an. Du kamst ihnen nahe und giengst doch vorüber: das verzeihen sie dir niemals.
Du gehst über sie hinaus: aber je höher du steigst, um so kleiner sieht dich das Auge des Neides. Am meisten aber wird der Fliegende gehasst.
"Wie wolltet ihr gegen mich gerecht sein!"—musst du sprechen—"ich erwähle mir eure Ungerechtigkeit als den mir zugemessnen Theil."
Ungerechtigkeit und Schmutz werfen sie nach dem Einsamen: aber, mein Bruder, wenn du ein Stern sein willst, so musst du ihnen desshalb nicht weniger leuchten!
Und hüte dich vor den Guten und Gerechten! Sie kreuzigen gerne Die, welche sich ihre eigne Tugend erfinden,—sie hassen den Einsamen.
Hüte dich auch vor der heiligen Einfalt! Alles ist ihr unheilig, was nicht einfältig ist; sie spielt auch gerne mit dem Feuer—der Scheiterhaufen.
Und hüte dich auch vor den Anfällen deiner Liebe! Zu schnell streckt der Einsame Dem die Hand entgegen, der ihm begegnet.
Manchem Menschen darfst du nicht die Hand geben, sondern nur die Tatze: und ich will, dass deine Tatze auch Krallen habe.
Aber der schlimmste Feind, dem du begegnen kannst, wirst du immer dir selber sein; du selber lauerst dir auf in Höhlen und Wäldern.
Einsamer, du gehst den Weg zu dir selber! Und an dir selber fuhrt dein Weg vorbei und an deinen sieben Teufeln!
Ketzer wirst du dir selber sein und Hexe und Wahrsager und Narr und Zweifler und Unheiliger und Bösewicht.
Verbrennen musst du dich wollen in deiner eignen Flamme: wie wolltest du neu werden, wenn du nicht erst Asche geworden bist!
Einsamer, du gehst den Weg des Schaffenden: einen Gott willst du dir schaffen aus deinen sieben Teufeln!
Einsamer, du gehst den Weg des Liebenden: dich selbst liebst du und desshalb verachtest du dich, wie nur Liebende verachten.
Schaffen will der Liebende, weil er verachtet! Was weiss Der von Liebe, der nicht gerade verachten musste, was er liebte!
Mit deiner Liebe gehe in deine Vereinsamung und mit deinem Schaffen, mein Bruder; und spät erst wird die Gerechtigkeit dir nachhinken.
Mit meinen Thränen gehe in deine Vereinsamung, mein Bruder. Ich liebe Den, der über sich selber hinaus schaffen will und so zu Grunde geht. —
Also sprach Zarathustra.
Von alten und jungen Weiblein
"Was schleichst du so scheu durch die Dämmerung, Zarathustra? Und was birgst du behutsam unter deinem Mantel?
Ist es ein Schatz, der dir geschenkt? Oder ein Kind, das dir geboren wurde? Oder gehst du jetzt selber auf den Wegen der Diebe, du Freund der Bösen?" —
Wahrlich, mein Bruder! sprach Zarathustra, es ist ein Schatz, der mir geschenkt wurde: eine kleine Wahrheit ist's, die ich trage.
Aber sie ist ungebärdig wie ein junges Kind; und wenn ich ihr nicht den Mund halte, so schreit sie überlaut.
Als ich heute allein meines Weges gieng, zur Stunde, wo die Sonne sinkt, begegnete mir ein altes Weiblein und redete also zu meiner Seele:
"Vieles sprach Zarathustra auch zu uns Weibern, doch nie sprach er uns über das Weib."
Und ich entgegnete ihr: "über das Weib soll man nur zu Männern reden."
"Rede auch zu mir vom Weibe," sprach sie; "ich bin alt genug, um es gleich wieder zu vergessen."
Und ich willfahrte dem alten Weiblein und sprach also zu ihm:
Alles am Weibe ist ein Räthsel, und Alles am Weibe hat Eine Lösung: sie heisst Schwangerschaft.
Der Mann ist für das Weib ein Mittel: der Zweck ist immer das Kind. Aber was ist das Weib für den Mann?
Zweierlei will der ächte Mann: Gefahr und Spiel. Desshalb will er das Weib, als das gefährlichste Spielzeug.
Der Mann soll zum Kriege erzogen werden und das Weib zur Erholung des Kriegers: alles Andre ist Thorheit.
Allzusüsse Früchte—die mag der Krieger nicht. Darum mag er das Weib; bitter ist auch noch das süsseste Weib.
Besser als ein Mann versteht das Weib die Kinder, aber der Mann ist kindlicher als das Weib.
Im ächten Manne ist ein Kind versteckt: das will spielen. Auf, ihr Frauen, so entdeckt mir doch das Kind im Manne!
Ein Spielzeug sei das Weib, rein und fein, dem Edelsteine gleich, bestrahlt von den Tugenden einer Welt, welche noch nicht da ist.
Der Strahl eines Sternes glänze in eurer Liebe! Eure Hoffnung heisse: "möge ich den Übermenschen gebären!"
In eurer Liebe sei Tapferkeit! Mit eurer Liebe sollt ihr auf Den losgehn, der euch Furcht einflösst!
In eurer Liebe sei eure Ehre! Wenig versteht sich sonst das Weib auf Ehre. Aber diess sei eure Ehre, immer mehr zu lieben, als ihr geliebt werdet, und nie die Zweiten zu sein.
Der Mann fürchte sich vor dem Weibe, wenn es liebt: da bringt es jedes Opfer, und jedes andre Ding gilt ihm ohne Werth.
Der Mann fürchte sich vor dem Weibe, wenn es hasst: denn der Mann ist im Grunde der Seele nur böse, das Weib aber ist dort schlecht.
Wen hasst das Weib am meisten?— Also sprach das Eisen zum Magneten: "ich hasse dich am meisten, weil du anziehst, aber nicht stark genug bist, an dich zu ziehen."
Das Glück des Mannes heisst: ich will. Das Glück des Weibes heisst: er will.
"Siehe, jetzt eben ward die Welt vollkommen!"—also denkt ein jedes Weib, wenn es aus ganzer Liebe gehorcht.
Und gehorchen muss das Weib und eine Tiefe finden zu seiner Oberfläche. Oberfläche ist des Weibes Gemüth, eine bewegliche stürmische Haut auf einem seichten Gewässer.
Des Mannes Gemüth aber ist tief, sein Strom rauscht in unterirdischen Höhlen: das Weib ahnt seine Kraft, aber begreift sie nicht. —
Da entgegnete mir das alte Weiblein: "Vieles Artige sagte Zarathustra und sonderlich für Die, welche jung genug dazu sind.
Seltsam ist's, Zarathustra kennt wenig die Weiber, und doch hat er über sie Recht! Geschieht diess desshalb, weil beim Weibe kein Ding unmöglich ist?
Und nun nimm zum Danke eine kleine Wahrheit! Bin ich doch alt genug für sie!
Wickle sie ein und halte ihr den Mund: sonst schreit sie überlaut, diese kleine Wahrheit."
"Gieb mir, Weib, deine kleine Wahrheit!" sagte ich. Und also sprach das alte Weiblein:
"Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!" —
Also sprach Zarathustra.
Von Biss der Natter
Eines Tages war Zarathustra unter einem Feigenbaume eingeschlafen, da es heiss war, und hatte seine Arme über das Gesicht gelegt. Da kam eine Natter und biss ihn in den Hals, so dass Zarathustra vor Schmerz aufschrie. Als er den Arm vom Gesicht genommen hatte, sah er die Schlange an: da erkannte sie die Augen Zarathustra's, wand sich ungeschickt und wollte davon. "Nicht doch," sprach Zarathustra; "noch nahmst du meinen Dank nicht an! Du wecktest mich zur Zeit, mein Weg ist noch lang." "Dein Weg ist noch kurz," sagte die Natter traurig; "mein Gift tödtet." Zarathustra lächelte. "Wann starb wohl je ein Drache am Gift einer Schlange?"—sagte er. "Aber nimm dein Gift zurück! Du bist nicht reich genug, es mir zu schenken." Da fiel ihm die Natter von Neuem um den Hals und leckte ihm seine Wunde.
Als Zarathustra diess einmal seinen Jüngern erzählte, fragten sie: "Und was, oh Zarathustra, ist die Moral deiner Geschichte?" Zarathustra antwortete darauf also:
"Den Vernichter der Moral heissen mich die Guten und Gerechten: meine Geschichte ist unmoralisch. —
So ihr aber einen Feind habt, so vergeltet ihm nicht Böses mit Gutem: denn das würde beschämen. Sondern beweist, dass er euch etwas Gutes angethan hat.
Und lieber zürnt noch, als dass ihr beschämt! Und wenn euch geflucht wird, so gefällt es mir nicht, dass ihr dann segnen wollt. Lieber ein Wenig mitfluchen!
Und geschah euch ein grosses Unrecht, so thut mir geschwind fünf kleine dazu! Grässlich ist Der anzusehn, den allein das Unrecht drückt.
Wusstet ihr diess schon? Getheiltes Unrecht ist halbes Recht. Und Der soll das Unrecht auf sich nehmen, der es tragen kann!
Eine kleine Rache ist menschlicher, als gar keine Rache. Und wenn die Strafe nicht auch ein Recht und eine Ehre ist für den Übertretenden, so mag ich auch euer Strafen nicht.
Vornehmer ist's, sich Unrecht zu geben als Recht zu behalten, sonderlich wenn man Recht hat. Nur muss man reich genug dazu sein.
Ich mag eure kalte Gerechtigkeit nicht; und aus dem Auge eurer Richter blickt mir immer der Henker und sein kaltes Eisen.
Sagt, wo findet sich die Gerechtigkeit, welche Liebe mit sehenden Augen ist?
So erfindet mir doch die Liebe, welche nicht nur alle Strafe, sondern auch alle Schuld trägt!
So erfindet mir doch die Gerechtigkeit, die Jeden freispricht, ausgenommen den Richtenden!
Wollt ihr auch diess noch hören? An Dem, der von Grund aus gerecht sein will, wird auch noch die Lüge zur Menschen-Freundlichkeit.
Aber wie wollte ich gerecht sein von Grund aus! Wie kann ich Jedem das Seine geben! Diess sei mir genug: ich gebe Jedem das Meine.
Endlich, meine Brüder, hütet euch Unrecht zu thun allen Einsiedlern! Wie könnte ein Einsiedler vergessen! Wie könnte er vergelten!
Wie ein tiefer Brunnen ist ein Einsiedler. Leicht ist es, einen Stein hineinzuwerfen; sank er aber bis zum Grunde, sagt, wer will ihn wieder hinausbringen?
Hütet euch, den Einsiedler zu beleidigen! Thatet ihr's aber, nun, so tödtet ihn auch noch!"
Also sprach Zarathustra.
Von Kind und Ehe
Ich habe eine Frage für dich allein, mein Bruder: wie ein Senkblei werfe ich diese Frage in deine Seele, dass ich wisse, wie tief sie sei.
Du bist jung und wünschest dir Kind und Ehe. Aber ich frage dich: bist du ein Mensch, der ein Kind sich wünschen darf?
Bist du der Siegreiche, der Selbstbezwinger, der Gebieter der Sinne, der Herr deiner Tugenden? Also frage ich dich.
Oder redet aus deinem Wunsche das Thier und die Nothdurft? Oder Vereinsamung? Oder Unfriede mit dir?
Ich will, dass dein Sieg und deine Freiheit sich nach einem Kinde sehne. Lebendige Denkmale sollst du bauen deinem Siege und deiner Befreiung.
Über dich sollst du hinausbauen. Aber erst musst du mir selber gebaut sein, rechtwinklig an Leib und Seele.
Nicht nur fort sollst du dich pflanzen, sondern hinauf! Dazu helfe dir der Garten der Ehe!
Einen höheren Leib sollst du schaffen, eine erste Bewegung, ein aus sich rollendes Rad,—einen Schaffenden sollst du schaffen.
Ehe: so heisse ich den Willen zu Zweien, das Eine zu schaffen, das mehr ist, als die es schufen. Ehrfurcht vor einander nenne ich Ehe als vor den Wollenden eines solchen Willens.
Diess sei der Sinn und die Wahrheit deiner Ehe. Aber Das, was die Viel-zu-Vielen Ehe nennen, diese Überflüssigen,—ach, wie nenne ich das?
Ach, diese Armuth der Seele zu Zweien! Ach, dieser Schmutz der Seele zu Zweien! Ach diess erbärmliche Behagen zu Zweien!
Ehe nennen sie diess Alles; und sie sagen, ihre Ehen seien im Himmel geschlossen.
Nun, ich mag ihn nicht, diesen Himmel der Überflüssigen! Nein, ich mag sie nicht, diese im himmlischen Netz verschlungenen Thiere!
Ferne bleibe mir auch der Gott, der heranhinkt, zu segnen, was er nicht zusammenfügte!
Lacht mir nicht über solche Ehen! Welches Kind hätte nicht Grund, über seine Eltern zu weinen?
Würdig schien mir dieser Mann und reif für den Sinn der Erde: aber als ich sein Weib sah, schien mir die Erde ein Haus für Unsinnige.
Ja, ich wollte, dass die Erde in Krämpfen bebte, wenn sich ein Heiliger und eine Gans mit einander paaren.
Dieser gieng wie ein Held auf Wahrheiten aus und endlich erbeutete er sich eine kleine geputzte Lüge. Seine Ehe nennt er's.
Jener war spröde im Verkehre und wählte wählerisch. Aber mit Einem Male verdarb er für alle Male seine Gesellschaft: seine Ehe nennt er's.
Jener suchte eine Magd mit den Tugenden eines Engels. Aber mit Einem Male wurde er die Magd eines Weibes, und nun thäte es Noth, dass er darüber noch zum Engel werde.
Sorgsam fand ich jetzt alle Käufer, und Alle haben listige Augen. Aber seine Frau kauft auch der Listigste noch im Sack.
Viele kurze Thorheiten—das heisst bei euch Liebe. Und eure Ehe macht vielen kurzer Thorheiten ein Ende, als Eine lange Dummheit.
Eure Liebe zum Weibe und des Weibes Liebe zum Manne: ach, möchte sie doch Mitleiden sein mit leidenden und verhüllten Göttern! Aber zumeist errathen zwei Thiere einander.
Aber auch noch eure beste Liebe ist nur ein verzücktes Gleichniss und eine schmerzhafte Gluth. Eine Fackel ist sie, die euch zu höheren Wegen leuchten soll.
Über euch hinaus sollt ihr einst lieben! So lernt erst lieben! Und darum musstet ihr den bittern Kelch eurer Liebe trinken.
Bitterniss ist im Kelch auch der besten Liebe: so macht sie Sehnsucht zum Übermenschen, so macht sie Durst dir, dem Schaffenden!
Durst dem Schaffenden, Pfeil und Sehnsucht zum Übermenschen: sprich, mein Bruder, ist diess dein Wille zur Ehe?
Heilig heisst mir solch ein Wille und solche Ehe. —
Also sprach Zarathustra.
Von freien Tode
Viele sterben zu spät, und Einige sterben zu früh. Noch klingt fremd die Lehre: "stirb zur rechten Zeit!"
Stirb zur rechten Zeit: also lehrt es Zarathustra.
Freilich, wer nie zur rechten Zeit lebt, wie sollte der je zur rechten Zeit sterben? Möchte er doch nie geboren sein!— Also rathe ich den Überflüssigen.
Aber auch die Überflüssigen thun noch wichtig mit ihrem Sterben, und auch die hohlste Nuss will noch geknackt sein.
Wichtig nehmen Alle das Sterben: aber noch ist der Tod kein Fest. Noch erlernten die Menschen nicht, wie man die schönsten Feste weiht.
Den vollbringenden Tod zeige ich euch, der den Lebenden ein Stachel und ein Gelöbniss wird.
Seinen Tod stirbt der Vollbringende, siegreich, umringt von Hoffenden und Gelobenden.
Also sollte man sterben lernen; und es sollte kein Fest geben, wo ein solcher Sterbender nicht der Lebenden Schwüre weihte!
Also zu sterben ist das Beste; das Zweite aber ist: im Kampfe zu sterben und eine grosse Seele zu verschwenden.
Aber dem Kämpfenden gleich verhasst wie dem Sieger ist euer grinsender Tod, der heranschleicht wie ein Dieb—und doch als Herr kommt.
Meinen Tod lobe ich euch, den freien Tod, der mir kommt, weil ich will.
Und wann werde ich wollen?— Wer ein Ziel hat und einen Erben, der will den Tod zur rechten Zeit für Ziel und Erben.
Und aus Ehrfurcht vor Ziel und Erben wird er keine dürren Kränze mehr im Heiligthum des Lebens aufhängen.
Wahrlich, nicht will ich den Seildrehern gleichen: sie ziehen ihren Faden in die Länge und gehen dabei selber immer rückwärts.
Mancher wird auch für seine Wahrheiten und Siege zu alt; ein zahnloser Mund hat nicht mehr das Recht zu jeder Wahrheit.
Und Jeder, der Ruhm haben will, muss sich bei Zeiten von der Ehre verabschieden und die schwere Kunst üben, zur rechten Zeit zu—gehn.
Man muss aufhören, sich essen zu lassen, wenn man am besten schmeckt: das wissen Die, welche lange geliebt werden wollen.
Saure Äpfel giebt es freilich, deren Loos will, dass sie bis auf den letzten Tag des Herbstes warten: und zugleich werden sie reif, gelb und runzelig.
Andern altert das Herz zuerst und Andern der Geist. Und Einige sind greis in der Jugend: aber spät jung erhält lang jung.
Manchem missräth das Leben: ein Giftwurm frisst sich ihm an's Herz. So möge er zusehn, dass ihm das Sterben um so mehr gerathe.
Mancher wird nie süss, er fault im Sommer schon. Feigheit ist es, die ihn an seinem Aste festhält.
Viel zu Viele leben und viel zu lange hängen sie an ihren Ästen. Möchte ein Sturm kommen, der all diess Faule und Wurmfressne vom Baume schüttelt!
Möchten Prediger kommen des schnellen Todes! Das wären mir die rechten Stürme und Schüttler an Lebensbäumen Aber ich höre nur den langsamen Tod predigen und Geduld mit allem "Irdischen."
Ach, ihr predigt Geduld mit dem Irdischen? Dieses Irdische ist es, das zu viel Geduld mit euch hat, ihr Lästermäuler!
Wahrlich, zu früh starb jener Hebräer, den die Prediger des langsamen Todes ehren: und Vielen ward es seitdem zum Verhängniss, dass er zu früh starb.
Noch kannte er nur Thränen und die Schwermuth des Hebräers, sammt dem Hasse der Guten und Gerechten,—der Hebräer Jesus: da überfiel ihn die Sehnsucht zum Tode.
Wäre er doch in der Wüste geblieben und ferne von den Guten und Gerechten! Vielleicht hätte er leben gelernt und die Erde lieben gelernt—und das Lachen dazu!
Glaubt es mir, meine Brüder! Er starb zu früh; er selber hätte seine Lehre widerrufen, wäre er bis zu meinem Alter gekommen! Edel genug war er zum Widerrufen!
Aber ungereift war er noch. Unreif liebt der Jüngling und unreif hasst er auch Mensch und Erde. Angebunden und schwer ist ihm noch Gemüth und Geistesflügel.
Aber im Manne ist mehr Kind als im Jünglinge, und weniger Schwermuth: besser versteht er sich auf Tod und Leben.
Frei zum Tode und frei im Tode, ein heiliger Nein-sager, wenn es nicht Zeit mehr ist zum Ja: also versteht er sich auf Tod und Leben.
Dass euer Sterben keine Lästerung sei auf Mensch und Erde, meine Freunde: das erbitte ich mir von dem Honig eurer Seele.
In eurem Sterben soll noch euer Geist und eure Tugend glühn, gleich einem Abendroth um die Erde: oder aber das Sterben ist euch schlecht gerathen.
Also will ich selber sterben, dass ihr Freunde um meinetwillen die Erde mehr liebt; und zur Erde will ich wieder werden, dass ich in Der Ruhe habe, die mich gebar.
Wahrlich, ein Ziel hatte Zarathustra, er warf seinen Ball: nun seid ihr Freunde meines Zieles Erbe, euch werfe ich den goldenen Ball zu.
Lieber als Alles sehe ich euch, meine Freunde, den goldenen Ball werfen! Und so verziehe ich noch ein Wenig auf Erden: verzeiht es mir!
Also sprach Zarathustra.
Von der schenkenden Tugend
1
Als Zarathustra von der Stadt Abschied genommen hatte, welcher sein Herz zugethan war und deren Name lautet: "die bunte Kuh"—folgten ihm Viele, die sich seine Jünger nannten und gaben ihm das Geleit. Also kamen sie an einen Kreuzweg: da sagte ihnen Zarathustra, dass er nunmehr allein gehen wolle; denn er war ein Freund des Alleingehens. Seine Jünger aber reichten ihm zum Abschiede einen Stab, an dessen goldnem Griffe sich eine Schlange um die Sonne ringelte. Zarathustra freute sich des Stabes und stützte sich darauf; dann sprach er also zu seinen Jüngern.
Sagt mir doch: wie kam Gold zum höchsten Werthe? Darum, dass es ungemein ist und unnützlich und leuchtend und mild im Glanze; es schenkt sich immer.
Nur als Abbild der höchsten Tugend kam Gold zum höchsten Werthe. Goldgleich leuchtet der Blick dem Schenkenden. Goldes-Glanz schliesst Friede zwischen Mond und Sonne.
Ungemein ist die höchste Tugend und unnützlich, leuchtend ist sie und mild im Glanze: eine schenkende Tugend ist die höchste Tugend.
Wahrlich, ich errathe euch wohl, meine Jünger: ihr trachtet, gleich mir, nach der schenkenden Tugend. Was hättet ihr mit Katzen und Wölfen gemeinsam?
Das ist euer Durst, selber zu Opfern und Geschenken zu werden: und darum habt ihr den Durst, alle Reichthümer in euren Seele zu häufen.
Unersättlich trachtet eure Seele nach Schätzen und Kleinodien, weil eure Tugend unersättlich ist im Verschenken-Wollen.
Ihr zwingt alle Dinge zu euch und in euch, dass sie aus eurem Borne zurückströmen sollen als die Gaben eurer Liebe.
Wahrlich, zum Räuber an allen Werthen muss solche schenkende Liebe werden; aber heil und heilig heisse ich diese Selbstsucht.
Eine andre Selbstsucht giebt es, eine allzuarme, eine hungernde, die immer stehlen will, jene Selbstsucht der Kranken, die kranke Selbstsucht.
Mit dem Auge des Diebes blickt sie auf alles Glänzende; mit der Gier des Hungers misst sie Den, der reich zu essen hat; und immer schleicht sie um den Tisch der Schenkenden.
Krankheit redet aus solcher Begierde und unsichtbare Entartung; von siechem Leibe redet die diebische Gier dieser Selbstsucht.
Sagt mir, meine Brüder: was gilt uns als Schlechtes und Schlechtestes? Ist es nicht Entartung?— Und auf Entartung rathen wir immer, wo die schenkende Seele fehlt.
Aufwärts geht unser Weg, von der Art hinüber zur Über-Art. Aber ein Grauen ist uns der entartende Sinn, welcher spricht: "Alles für mich."
Aufwärts fliegt unser Sinn: so ist er ein Gleichniss unsres Leibes, einer Erhöhung Gleichniss. Solcher Erhöhungen Gleichnisse sind die Namen der Tugenden.
Also geht der Leib durch die Geschichte, ein Werdender und ein Kämpfender. Und der Geist—was ist er ihm? Seiner Kämpfe und Siege Herold, Genoss und Wiederhall.
Gleichnisse sind alle Namen von Gut und Böse: sie sprechen nicht aus, sie winken nur. Ein Thor, welcher von ihnen Wissen will!
Achtet mir, meine Brüder, auf jede Stunde, wo euer Geist in Gleichnissen reden will: da ist der Ursprung eurer Tugend.
Erhöht ist da euer Leib und auferstanden; mit seiner Wonne entzückt er den Geist, dass er Schöpfer wird und Schätzer und Liebender und aller Dinge Wohlthäter.
Wenn euer Herz breit und voll wallt, dem Strome gleich, ein Segen und eine Gefahr den Anwohnenden: da ist der Ursprung eurer Tugend.
Wenn ihr erhaben seid über Lob und Tadel, und euer Wille allen Dingen befehlen will, als eines Liebenden Wille: da ist der Ursprung eurer Tugend.
Wenn ihr das Angenehme verachtet und das weiche Bett, und von den Weichlichen euch nicht weit genug betten könnt: da ist der Ursprung eurer Tugend.
Wenn ihr Eines Willens Wollende seid, und diese Wende aller Noth euch Nothwendigkeit heisst: da ist der Ursprung eurer Tugend.
Wahrlich, ein neues Gutes und Böses ist sie! Wahrlich, ein neues tiefes Rauschen und eines neuen Quelles Stimme!
Macht ist sie, diese neue Tugend; ein herrschender Gedanke ist sie und um ihn eine kluge Seele: eine goldene Sonne und um sie die Schlange der Erkenntniss.
2
Hier schwieg Zarathustra eine Weile und sah mit Liebe auf seine Jünger. Dann fuhr er also fort zu reden:—und seine Stimme hatte sich verwandelt.
Bleibt mir der Erde treu, meine Brüder, mit der Macht eurer Tugend! Eure schenkende Liebe und eure Erkenntniss diene dem Sinn der Erde! Also bitte und beschwöre ich euch.
Lasst sie nicht davon fliegen vom Irdischen und mit den Flügeln gegen ewige Wände schlagen! Ach, es gab immer so viel verflogene Tugend!
Führt, gleich mir, die verflogene Tugend zur Erde zurück—ja, zurück zu Leib und Leben: dass sie der Erde ihren Sinn gebe, einen Menschen-Sinn!
Hundertfältig verflog und vergriff sich bisher so Geist wie Tugend. Ach, in unserm Leibe wohnt jetzt noch all dieser Wahn und Fehlgriff: Leib und Wille ist er da geworden.
Hundertfältig versuchte und verirrte sich bisher so Geist wie Tugend. Ja, ein Versuch war der Mensch. Ach, viel Unwissen und Irrthum ist an uns Leib geworden!
Nicht nur die Vernunft von Jahrtausenden—auch ihr Wahnsinn bricht an uns aus. Gefährlich ist es, Erbe zu sein.
Noch kämpfen wir Schritt um Schritt mit dem Riesen Zufall, und über der ganzen Menschheit waltete bisher noch der Unsinn, der Ohne-Sinn.
Euer Geist und eure Tugend diene dem Sinn der Erde, meine Brüder: und aller Dinge Werth werde neu von euch gesetzt! Darum sollt ihr Kämpfende sein! Darum sollt ihr Schaffende sein!
Wissend reinigt sich der Leib; mit Wissen versuchend erhöht er sich; dem Erkennenden heiligen sich alle Triebe; dem Erhöhten wird die Seele fröhlich.
Arzt, hilf dir selber: so hilfst du auch deinem Kranken noch. Das sei seine beste Hülfe, dass er Den mit Augen sehe, der sich selber heil macht.
Tausend Pfade giebt es, die nie noch gegangen sind; tausend Gesundheiten und verborgene Eilande des Lebens. Unerschöpft und unentdeckt ist immer noch Mensch und Menschen-Erde.
Wachet und horcht, ihr Einsamen! Von der Zukunft her kommen Winde mit heimlichem Flügelschlagen; und an feine Ohren ergeht gute Botschaft.
Ihr Einsamen von heute, ihr Ausscheidenden, ihr sollt einst ein Volk sein: aus euch, die ihr euch selber auswähltet, soll ein auserwähltes Volk erwachsen:—und aus ihm der Übermensch.
Wahrlich, eine Stätte der Genesung soll noch die Erde werden! Und schon liegt ein neuer Geruch um sie, ein Heil bringender,—und eine neue Hoffnung!
3
Als Zarathustra diese Worte gesagt hatte, schwieg er, wie Einer, der nicht sein letztes Wort gesagt hat; lange wog er den Stab zweifelnd in seiner Hand. Endlich sprach er also:—und seine Stimme hatte sich verwandelt.
Allein gehe ich nun, meine Jünger! Auch ihr geht nun davon und allein! So will ich es.
Wahrlich, ich rathe euch: geht fort von mir und wehrt euch gegen Zarathustra! Und besser noch: schämt euch seiner! Vielleicht betrog er euch.
Der Mensch der Erkenntniss muss nicht nur seine Feinde lieben, sondern auch seine Freunde hassen können.
Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen?
Ihr verehrt mich; aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, dass euch nicht eine Bildsäule erschlage!
Ihr sagt, ihr glaubt an Zarathustra? Aber was liegt an Zarathustra! Ihr seid meine Gläubigen: aber was liegt an allen Gläubigen!
Ihr hattet euch noch nicht gesucht: da fandet ihr mich. So thun alle Gläubigen; darum ist es so wenig mit allem Glauben.
Nun heisse ich euch, mich verlieren und euch finden; und erst, wenn ihr mich Alle verleugnet habt, will ich euch wiederkehren.
Wahrlich, mit andern Augen, meine Brüder, werde ich mir dann meine Verlorenen suchen; mit einer anderen Liebe werde ich euch dann lieben.
Und einst noch sollt ihr mir Freunde geworden sein und Kinder Einer Hoffnung: dann will ich zum dritten Male bei euch sein, dass ich den grossen Mittag mit euch feiere.
Und das ist der grosse Mittag, da der Mensch auf der Mitte seiner Bahn steht zwischen Thier und Übermensch und seinen Weg zum Abende als seine höchste Hoffnung feiert: denn es ist der Weg zu einem neuen Morgen.
Alsda wird sich der Untergehende selber segnen, dass er ein Hinübergehender sei; und die Sonne seiner Erkenntniss wird ihm im Mittage stehn.
"Todt sind alle Götter: nun wollen wir, dass der Übermensch lebe."—diess sei einst am grossen Mittage unser letzter Wille! —
Also sprach Zarathustra.
Zweiter Teil
"— und erst, wenn ihr mich Alle verleugnet habt, will ich euch wiederkehren.
Wahrlich, mit andern Augen, meine Brüder, werde ich mir dann meine Verlorenen suchen; mit einer andern Liebe werde ich euch dann lieben."
Zarathustra, von der schenkenden Tugend.
Das Kind mit dem Spiegel
Hierauf gieng Zarathustra wieder zurück in das Gebirge und in die Einsamkeit seiner Höhle und entzog sich den Menschen: wartend gleich einem Säemann, der seinen Samen ausgeworfen hat. Seine Seele aber wurde voll von Ungeduld und Begierde nach Denen, welche er liebte: denn er hatte ihnen noch Viel zu geben. Diess nämlich ist das Schwerste, aus Liebe die offne Hand schliessen und als Schenkender die Scham bewahren.
Also vergiengen dem Einsamen Monde und Jahre; seine Weisheit aber wuchs und machte ihm Schmerzen durch ihre Fülle.
Eines Morgens aber wachte er schon vor der Morgenröthe auf, besann sich lange auf seinem Lager und sprach endlich zu seinem Herzen:
"Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?
'Oh Zarathustra'—sprach das Kind zu mir—'schaue Dich an im Spiegel!'
Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sahe ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.
Wahrlich, allzugut verstehe ich des Traumes Zeichen und Mahnung: meine Lehre ist in Gefahr, Unkraut will Weizen heissen!
Meine Feinde sind mächtig worden und haben meiner Lehre Bildniss entstellt, also, dass meine Liebsten sich der Gaben schämen müssen, die ich ihnen gab.
Verloren giengen mir meine Freunde; die Stunde kam mir, meine Verlornen zu suchen!" —
Mit diesen Worten sprang Zarathustra auf, aber nicht wie ein Geängstigter, der nach Luft sucht, sondern eher wie ein Seher und Sänger, welchen der Geist anfällt. Verwundert sahen sein Adler und seine Schlange auf ihn hin: denn gleich dem Morgenrothe lag ein kommendes Glück auf seinem Antlitze.
Was geschah mir doch, meine Thiere?—sagte Zarathustra. Bin ich nicht verwandelt! Kam mir nicht die Seligkeit wie ein Sturmwind?
Thöricht ist mein Glück und Thörichtes wird es reden: zu jung noch ist es—so habt Geduld mit ihm!
Verwundet bin ich von meinem Glücke: alle Leidenden sollen mir Arzte sein!
Zu meinen Freunden darf ich wieder hinab und auch zu meinen Feinden! Zarathustra darf wieder reden und schenken und Lieben das Liebste thun!
Meine ungeduldige Liebe fliesst über in Strömen, abwärts, nach Aufgang und Niedergang. Aus schweigsamem Gebirge und Gewittern des Schmerzes rauscht meine Seele in die Thäler.
Zu lange sehnte ich mich und schaute in die Ferne. Zu lange gehörte ich der Einsamkeit: so verlernte ich das Schweigen.
Mund bin ich worden ganz und gar, und Brausen eines Bachs aus hohen Felsen: hinab will ich meine Rede stürzen in die Thäler.
Und mag mein Strom der Liebe in Unwegsames stürzen! Wie sollte ein Strom nicht endlich den Weg zum Meere finden!
Wohl ist ein See in mir, ein einsiedlerischer, selbstgenugsamer; aber mein Strom der Liebe reisst ihn mit sich hinab—zum Meere!
Neue Wege gehe ich, eine neue Rede kommt mir; müde wurde ich, gleich allen Schaffenden, der alten Zungen. Nicht will mein Geist mehr auf abgelaufnen Sohlen wandeln.
Zu langsam läuft mir alles Reden:—in deinen Wagen springe ich, Sturm! Und auch dich will ich noch peitschen mit meiner Bosheit!
Wie ein Schrei und ein jauchzen will ich über weite Meere hinfahren, bis ich die glückseligen Inseln finde, wo meine Freunde weilen:—
Und meine Feinde unter ihnen! Wie liebe ich nun jeden, zu dem ich nur reden darf! Auch meine Feinde gehören zu meiner Seligkeit.
Und wenn ich auf mein wildestes Pferd steigen will, so hilft mir mein Speer immer am besten hinauf: der ist meines Fusses allzeit bereiter Diener:—
Der Speer, den ich gegen meine Feinde schleudere! Wie danke ich es meinen Feinden, dass ich endlich ihn schleudern darf!
Zu gross war die Spannung meiner Wolke: zwischen Gelächtern der Blitze will ich Hagelschauer in die Tiefe werfen.
Gewaltig wird sich da meine Brust heben, gewaltig wird sie ihren Sturm über die Berge hinblasen: so kommt ihr Erleichterung.
Wahrlich, einem Sturme gleich kommt mein Glück und meine Freiheit! Aber meine Feinde sollen glauben, der Böse rase über ihren Häuptern.
Ja, auch ihr werdet erschreckt sein, meine Freunde, ob meiner wilden Weisheit; und vielleicht flieht ihr davon sammt meinen Feinden.
Ach, dass ich's verstünde, euch mit Hirtenflöten zurück zu locken! Ach, dass meine Löwin Weisheit zärtlich brüllen lernte! Und Vieles lernten wir schon mit einander!
Meine wilde Weisheit wurde trächtig auf einsamen Bergen; auf rauhen Steinen gebar sie ihr Junges, Jüngstes.
Nun läuft sie närrisch durch die harte Wüste und sucht und sucht nach sanftem Rasen—meine alte wilde Weisheit!
Auf eurer Herzen sanften Rasen, meine Freunde!—auf eure Liebe möchte sie ihr Liebstes betten!
Also sprach Zarathustra.
Auf den glückseligen Inseln
Die Feigen fallen von den Bäumen, sie sind gut und süss; und indem sie fallen, reisst ihnen die rothe Haut. Ein Nordwind bin ich reifen Feigen.
Also, gleich Feigen, fallen euch diese Lehren zu, meine Freunde: nun trinkt ihren Saft und ihr süsses Fleisch! Herbst ist es umher und reiner Himmel und Nachmittag.
Seht, welche Fülle ist um uns! Und aus dem Überflusse heraus ist es schön hinaus zu blicken auf ferne Meere.
Einst sagte man Gott, wenn man auf ferne Meere blickte; nun aber lehrte ich euch sagen: Übermensch.
Gott ist eine Muthmaassung; aber ich will, dass euer Muthmaassen nicht weiter reiche, als euer schaffender Wille.
Könntet ihr einen Gott schaffen?— So schweigt mir doch von allen Göttern! Wohl aber könntet ihr den Übermenschen schaffen.
Nicht ihr vielleicht selber, meine Brüder! Aber zu Vätern und Vorfahren könntet ihr euch umschaffen des Übermenschen: und Diess sei euer bestes Schaffen! —
Gott ist eine Muthmaassung: aber ich will, dass euer Muthmaassen begrenzt sei in der Denkbarkeit.
Könntet ihr einen Gott denken?— Aber diess bedeute euch Wille zur Wahrheit, dass Alles verwandelt werde in Menschen-Denkbares, Menschen-Sichtbares, Menschen-Fühlbares! Eure eignen Sinne sollt ihr zu Ende denken!
Und was ihr Welt nanntet, das soll erst von euch geschaffen werden: eure Vernunft, euer Bild, euer Wille, eure Liebe soll es selber werden! Und wahrlich, zu eurer Seligkeit, ihr Erkennenden!
Und wie wolltet ihr das Leben ertragen ohne diese Hoffnung, ihr Erkennenden? Weder in's Unbegreifliche dürftet ihr eingeboren sein, noch in's Unvernünftige.
Aber dass ich euch ganz mein Herz offenbare, ihr Freunde: wenn es Götter gäbe, wie hielte ich's aus, kein Gott zu sein! Also giebt es keine Götter.
Wohl zog ich den Schluss; nun aber zieht er mich. —
Gott ist eine Muthmaassung: aber wer tränke alle Qual dieser Muthmaassung, ohne zu sterben? Soll dem Schaffenden sein Glaube genommen sein und dem Adler sein Schweben in Adler-Fernen?
Gott ist ein Gedanke, der macht alles Gerade krumm und Alles, was steht, drehend. Wie? Die Zeit wäre hinweg, und alles Vergängliche nur Lüge?
Diess zu denken ist Wirbel und Schwindel menschlichen Gebeinen und noch dem Magen ein Erbrechen: wahrlich, die drehende Krankheit heisse ich's, Solches zu muthmaassen.
Böse heisse ich's und menschenfeindlich: all diess Lehren vom Einen und Vollen und Unbewegten und Satten und Unvergänglichen!
Alles Unvergängliche—das ist nur ein Gleichniss! Und die Dichter lügen zuviel. —
Aber von Zeit und Werden sollen die besten Gleichnisse reden: ein Lob sollen sie sein und eine Rechtfertigung aller Vergänglichkeit!
Schaffen—das ist die grosse Erlösung vom Leiden, und des Lebens Leichtwerden. Aber dass der Schaffende sei, dazu selber thut Leid noth und viel Verwandelung.
Ja, viel bitteres Sterben muss in eurem Leben sein, ihr Schaffenden! Also seid ihr Fürsprecher und Rechtfertiger aller Vergänglichkeit.
Dass der Schaffende selber das Kind sei, das neu geboren werde, dazu muss er auch die Gebärerin sein wollen und der Schmerz der Gebärerin.
Wahrlich, durch hundert Seelen gieng ich meinen Weg und durch hundert Wiegen und Geburtswehen. Manchen Abschied nahm ich schon, ich kenne die herzbrechenden letzten Stunden.
Aber so will's mein schaffender Wille, mein Schicksal. Oder, dass ich's euch redlicher sage: solches Schicksal gerade—will mein Wille.
Alles Fühlende leidet an mir und ist in Gefängnissen: aber mein Wollen kommt mir stets als mein Befreier und Freudebringer.
Wollen befreit: das ist die wahre Lehre von Wille und Freiheit—so lehrt sie euch Zarathustra.
Nicht-mehr-wollen und Nicht-mehr-schätzen und Nicht-mehr-schaffen! ach, dass diese grosse Müdigkeit mir stets ferne bleibe!
Auch im Erkennen fühle ich nur meines Willens Zeuge- und Werde-Lust; und wenn Unschuld in meiner Erkenntniss ist, so geschieht diess, weil Wille zur Zeugung in ihr ist.
Hinweg von Gott und Göttem lockte mich dieser Wille; was wäre denn zu schaffen, wenn Götter—da wären!
Aber zum Menschen treibt er mich stets von Neuem, mein inbrünstiger Schaffens-Wille; so treibt's den Hammer hin zum Steine.
Ach, ihr Menschen, im Steine schläft mir ein Bild, das Bild meiner Bilder! Ach, dass es im härtesten, hässlichsten Steine schlafen muss!
Nun wüthet mein Hammer grausam gegen sein Gefängniss. Vom Steine stäuben Stücke: was schiert mich das?
Vollenden will ich's: denn ein Schatten kam zu mir—aller Dinge Stillstes und Leichtestes kam einst zu mir!
Des Übermenschen Schönheit kam zu mir als Schatten. Ach, meine Brüder! Was gehen mich noch—die Götter an! —
Also sprach Zarathustra.
Von den Mitleidigen
Meine Freunde, es kam eine Spottrede zu eurem Freunde: "seht nur Zarathustra! Wandelt er nicht unter uns wie unter Thieren?"
Aber so ist es besser geredet: "der Erkennende wandelt unter Menschen als unter Thieren."
Der Mensch selber aber heisst dem Erkennenden: das Thier, das rothe Backen hat.
Wie geschah ihm das? Ist es nicht, weil er sich zu oft hat schämen müssen?
Oh meine Freunde! So spricht der Erkennende: Scham, Scham, Scham—das ist die Geschichte des Menschen!
Und darum gebeut sich der Edle, nicht zu beschämen: Scham gebeut er sich vor allem Leidenden.
Wahrlich, ich mag sie nicht, die Barmherzigen, die selig sind in ihrem Mitleiden: zu sehr gebricht es ihnen an Scham.
Muss ich mitleidig sein, so will ich's doch nicht heissen; und wenn ich's bin, dann gern aus der Ferne.
Gerne verhülle ich auch das Haupt und fliehe davon, bevor ich noch erkannt bin: und also heisse ich euch thun, meine Freunde!
Möge mein Schicksal mir immer Leidlose, gleich euch, über den Weg führen, und Solche, mit denen mir Hoffnung und Mahl und Honig gemein sein darf!
Wahrlich, ich that wohl Das und jenes an Leidenden: aber Besseres schien ich mir stets zu thun, wenn ich lernte, mich besser freuen.
Seit es Menschen giebt, hat der Mensch sich zu wenig gefreut: Das allein, meine Brüder, ist unsre Erbsünde!
Und lernen wir besser uns freuen, so verlernen wir am besten, Andern wehe zu thun und Wehes auszudenken.
Darum wasche ich mir die Hand, die dem Leidenden half, darum wische ich mir auch noch die Seele ab.
Denn dass ich den Leidenden leidend sah, dessen schämte ich mich um seiner Scham willen; und als ich ihm half, da vergieng ich mich hart an seinem Stolze.
Grosse Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig; und wenn die kleine Wohlthat nicht vergessen wird, so wird noch ein Nage-Wurm daraus.
"Seid spröde im Annehmen! Zeichnet aus damit, dass ihr annehmt!"—also rathe ich Denen, die Nichts zu verschenken haben.
Ich aber bin ein Schenkender: gerne schenke ich, als Freund den Freunden. Fremde aber und Arme mögen sich die Frucht selber von meinem Baume pflücken: so beschämt es weniger.
Bettler aber sollte man ganz abschaffen! Wahrlich, man ärgert sich ihnen zu geben und, ärgert sich ihnen nicht zu geben.
Und insgleichen die Sünder und bösen Gewissen! Glaubt mir, meine Freunde: Gewissensbisse erziehn zum Beissen.
Das Schlimmste aber sind die kleinen Gedanken. Wahrlich, besser noch bös gethan, als klein gedacht!
Zwar ihr sagt: "die Lust an kleinen Bosheiten erspart uns manche grosse böse That." Aber hier sollte man nicht sparen wollen.
Wie ein Geschwür ist die böse That: sie juckt und kratzt und bricht heraus,—sie redet ehrlich.
"Siehe, ich bin Krankheit"—so redet die böse That; das ist ihre Ehrlichkeit.
Aber dem Pilze gleich ist der kleine Gedanke: er kriecht und duckt sich und will nirgendswo sein—bis der ganze Leib morsch und welk ist vor kleinen Pilzen.
Dem aber, der vom Teufel besessen ist, sage ich diess Wort in's Ohr: "besser noch, du ziehest deinen Teufel gross! Auch für dich giebt es noch einen Weg der Grösse!" —
Ach, meine Brüder! Man weiss von Jedermann Etwas zu viel! Und Mancher wird uns durchsichtig, aber desshalb können wir noch lange nicht durch ihn hindurch.
Es ist schwer, mit Menschen zu leben, weil Schweigen so schwer ist.
Und nicht gegen Den, der uns zuwider ist, sind wir am unbilligsten, sondern gegen Den, welcher uns gar Nichts angeht.
Hast du aber einen leidenden Freund, so sei seinem Leiden eine Ruhestätte, doch gleichsam ein hartes Bett, ein Feldbett: so wirst du ihm am besten nützen.
Und thut dir ein Freund Übles, so sprich: "ich vergebe dir, was du mir thatest; dass du es aber dir thatest,—wie könnte ich das vergeben!"
Also redet alle grosse Liebe: die überwindet auch noch Vergebung und Mitleiden.
Man soll sein Herz festhalten; denn lässt man es gehn, wie bald geht Einem da der Kopf durch!
Ach, wo in der Welt geschahen grössere Thorheiten, als bei den Mitleidigen? Und was in der Welt stiftete mehr Leid, als die Thorheiten der Mitleidigen?
Wehe allen Liebenden, die nicht noch eine Höhe haben, welche über ihrem Mitleiden ist!
Also sprach der Teufel einst zu mir: "auch Gott hat seine Hölle: das ist seine Liebe zu den Menschen."
Und jüngst hörte ich ihn diess Wort sagen: "Gott ist todt; an seinem Mitleiden mit den Menschen ist Gott gestorben." —
So seid mir gewarnt vordem Mitleiden: daher kommt noch den Menschen eine schwere Wolke! Wahrlich, ich verstehe mich auf Wetterzeichen!
Merket aber auch diess Wort: alle grosse Liebe ist noch über all ihrem Mitleiden: denn sie will das Geliebte noch—schaffen!
"Mich selber bringe ich meiner Liebe dar, und meinen Nächsten gleich mir"—so geht die Rede allen Schaffenden.
Alle Schaffenden aber sind hart. —
Also sprach Zarathustra.
Von den Priestern
Und einstmals gab Zarathustra seinen Jüngern ein Zeichen und sprach diese Worte zu ihnen:
"Hier sind Priester: und wenn es auch meine Feinde sind, geht mir still an ihnen vorüber und mit schlafendem Schwerte!
Auch unter ihnen sind Helden; Viele von ihnen litten zuviel—: so wollen sie Andre leiden machen.
Böse Feinde sind sie: Nichts ist rachsüchtiger als ihre Demuth. Und leicht besudelt sich Der, welcher sie angreift.
Aber mein Blut ist mit dem ihren verwandt; und ich will mein Blut auch noch in dem ihren geehrt wissen." —
Und als sie vorüber gegangen waren, fiel Zarathustra der Schmerz an; und nicht lange hatte er mit seinem Schmerze gerungen, da hub er also an zu reden:
Es jammert mich dieser Priester. Sie gehen mir auch wider den Geschmack; aber das ist mir das Geringste, seit ich unter Menschen bin.
Aber ich leide und litt mit ihnen: Gefangene sind es mir und Abgezeichnete. Der, welchen sie Erlöser nennen, schlug sie in Banden:—
In Banden falscher Werthe und Wahn-Worte! Ach dass Einer sie noch von ihrem Erlöser erlöste!
Auf einem Eilande glaubten sie einst zu landen, als das Meer sie herumriss; aber siehe, es war ein schlafendes Ungeheuer!
Falsche Werthe und Wahn-Worte: das sind die schlimmsten Ungeheuer für Sterbliche,—lange schläft und wartet in ihnen das Verhängniss.
Aber endlich kommt es und wacht und frisst und schlingt, was auf ihm sich Hütten baute.
Oh seht mir doch diese Hütten an, die sich diese Priester bauten! Kirchen heissen sie ihre süssduftenden Höhlen.
Oh über diess verfälschte Licht, diese versumpfte Luft! Hier, wo die Seele zu ihrer Höhe hinauf—nicht fliegen darf!
Sondern also gebietet ihr Glaube: "auf den Knien die Treppe hinan, ihr Sünder!"
Wahrlich, lieber sehe ich noch den Schamlosen, als die verrenkten Augen ihrer Scham und Andacht!
Wer schuf sich solche Höhlen und Buss-Treppen? Waren es nicht Solche, die sich verbergen wollten und sich vor dem reinen Himmel schämten?
Und erst wenn der reine Himmel wieder durch zerbrochne Decken blickt, und hinab auf Gras und rothen Mohn an zerbrochnen Mauern,—will ich den Stätten dieses Gottes wieder mein Herz zuwenden.
Sie nannten Gott, was ihnen widersprach und wehe that: und wahrlich, es war viel Helden-Art in ihrer Anbetung!
Und nicht anders wussten sie ihren Gott zu lieben, als indem sie den Menschen an's Kreuz schlugen!
Als Leichname gedachten sie zu leben, schwarz schlugen sie ihren Leichnam aus; auch aus ihren Reden rieche ich noch die üble Würze von Todtenkammern.
Und wer ihnen nahe lebt, der lebt schwarzen Teichen nahe, aus denen heraus die Unke ihr Lied mit süssem Tiefsinne singt.
Bessere Lieder müssten sie mir singen, dass ich an ihren Erlöser glauben lerne: erlöster müssten mir seine jünger aussehen!
Nackt möchte ich sie sehn: denn allein die Schönheit sollte Busse predigen. Aber wen überredet wohl diese vermummte Trübsal!
Wahrlich, ihre Erlöser selber kamen nicht aus der Freiheit und der Freiheit siebentem Himmel! Wahrlich, sie selber wandelten niemals auf den Teppichen der Erkenntniss!
Aus Lücken bestand der Geist dieser Erlöser; aber in jede Lücke hatten sie ihren Wahn gestellt, ihren Lückenbüsser, den sie Gott nannten.
In ihrem Mitleiden war ihr Geist ertrunken, und wenn sie schwollen und überschwollen von Mitleiden, schwamm immer obenauf eine grosse Thorheit.
Eifrig trieben sie und mit Geschrei ihre Heerde über ihren Steg: wie als ob es zur Zukunft nur Einen Steg gäbe! Wahrlich, auch diese Hirten gehörten noch zu den Schafen!
Kleine Geister und umfängliche Seelen hatten diese Hirten: aber, meine Brüder, was für kleine Länder waren bisher auch die umfänglichsten Seelen!
Blutzeichen schrieben sie auf den Weg, den sie giengen, und ihre Thorheit lehrte, dass man mit Blut die Wahrheit beweise.
Aber Blut ist der schlechteste Zeuge der Wahrheit; Blut vergiftet die reinste Lehre noch zu Wahn und Hass der Herzen.
Und wenn Einer durch's Feuer geht für seine Lehre,—was beweist diess! Mehr ist's wahrlich, dass aus eignem Brande die eigne Lehre kommt!
Schwüles Herz und kalter Kopf: wo diess zusammentrifft, da entsteht der Brausewind, der "Erlöser."
Grössere gab es wahrlich und Höher-Geborene, als Die, welche das Volk Erlöser nennt, diese hinreissenden Brausewinde!
Und noch von Grösseren, als alle Erlöser waren, müsst ihr, meine Brüder, erlöst werden, wollt ihr zur Freiheit den Weg finden!
Niemals noch gab es einen Übermenschen. Nackt sah ich Beide, den grössten und den kleinsten Menschen:—
Allzuähnlich sind sie noch einander. Wahrlich, auch den Grössten fand ich—allzumenschlich!
Also sprach Zarathustra.
Von den Tugendhaften
Mit Donnern und himmlischen Feuerwerken muss man zu schlaffen und schlafenden Sinnen reden.
Aber der Schönheit Stimme redet leise: sie schleicht sich nur in die aufgewecktesten Seelen.
Leise erbebte und lachte mir heut mein Schild; das ist der Schönheit heiliges Lachen und Beben.
Über euch, ihr Tugendhaften, lachte heut meine Schönheit. Und also kam ihre Stimme zu mir: "sie wollen noch—bezahlt sein!"
Ihr wollt noch bezahlt sein, ihr Tugendhaften! Wollt Lohn für Tugend und Himmel für Erden und Ewiges für euer Heute haben?
Und nun zürnt ihr mir, dass ich lehre, es giebt keinen Lohn- und Zahlmeister? Und wahrlich, ich lehre nicht einmal, dass Tugend ihr eigener Lohn ist.
Ach, das ist meine Trauer: in den Grund der Dinge hat man Lohn und Strafe hineingelogen—und nun auch noch in den Grund eurer Seelen, ihr Tugendhaften!
Aber dem Rüssel des Ebers gleich soll mein Wort den Grund eurer Seelen aufreissen; Pflugschar will ich euch heissen.
Alle Heimlichkeiten eures Grundes sollen an's Licht; und wenn ihr aufgewühlt und zerbrochen in der Sonne liegt, wird auch eure Lüge von eurer Wahrheit ausgeschieden sein.
Denn diess ist eure Wahrheit: ihr seid zu reinlich für den Schmutz der Worte: Rache, Strafe, Lohn, Vergeltung.
Ihr liebt eure Tugend, wie die Mutter ihr Kind; aber wann hörte man, dass eine Mutter bezahlt sein wollte für ihre Liebe?
Es ist euer liebstes Selbst, eure Tugend. Des Ringes Durst ist in euch: sich selber wieder zu erreichen, dazu ringt und dreht sich jeder Ring.
Und dem Sterne gleich, der erlischt, ist jedes Werk eurer Tugend: immer ist sein Licht noch unterwegs und wandert—und wann wird es nicht mehr unterwegs sein?
Also ist das Licht eurer Tugend noch unterwegs, auch wenn das Werk gethan ist. Mag es nun vergessen und todt sein: sein Strahl von Licht lebt noch und wandert.
Dass eure Tugend euer Selbst sei und nicht ein Fremdes, eine Haut, eine Bemäntelung: das ist die Wahrheit aus dem Grunde eurer Seele, ihr Tugendhaften! —
Aber wohl giebt es Solche, denen Tugend der Krampf unter einer Peitsche heisst: und ihr habt mir zuviel auf deren Geschrei gehört!
Und Andre giebt es, die heissen Tugend das Faulwerden ihrer Laster; und wenn ihr Hass und ihre Eifersucht einmal die Glieder strecken, wird ihre "Gerechtigkeit" munter und reibt sich die verschlafenen Augen.
Und Andre giebt es, die werden abwärts gezogen: ihre Teufel ziehn sie. Aber je mehr sie sinken, um so glühender leuchtet ihr Auge und die Begierde nach ihrem Gotte.
Ach, auch deren Geschrei drang zu euren Ohren, ihr Tugendhaften: "was ich nicht bin, das, das ist mir Gott und Tugend!"
Und Andre giebt es, die kommen schwer und knarrend daher, gleich Wägen, die Steine abwärts fahren: die reden viel von Würde und Tugend,—ihren Hemmschuh heissen sie Tugend!
Und Andre giebt es, die sind gleich Alltags-Uhren, die aufgezogen wurden; sie machen ihr Tiktak und wollen, dass man Tiktak—Tugend heisse.
Wahrlich, an Diesen habe ich meine Lust: wo ich solche Uhren finde, werde ich sie mit meinem Spotte aufziehn; und sie sollen mir dabei noch schnurren!
Und Andre sind stolz über ihre Handvoll Gerechtigkeit und begehen um ihrerwillen Frevel an allen Dingen: also dass die Welt in ihrer Ungerechtigkeit ertränkt wird.
Ach, wie übel ihnen das Wort "Tugend" aus dem Munde läuft! Und wenn sie sagen: "ich bin gerecht," so klingt es immer gleich wie: "ich bin gerächt!"
Mit ihrer Tugend wollen sie ihren Feinden die Augen auskratzen; und sie erheben sich nur, um Andre zu erniedrigen.
Und wiederum giebt es Solche, die sitzen in ihrem Sumpfe und reden also heraus aus dem Schilfrohr: "Tugend—das ist still im Sumpfe sitzen.
Wir beissen Niemanden und gehen Dem aus dem Wege, der beissen will; und in Allem haben wir die Meinung, die man uns giebt."
Und wiederum giebt es Solche, die lieben Gebärden und denken: Tugend ist eine Art Gebärde.
Ihre Kniee beten immer an, und ihre Hände sind Lobpreisungen der Tugend, aber ihr Herz weiss Nichts davon.
Und wiederum giebt es Solche, die halten es für Tugend, zu sagen: "Tugend ist nothwendig"; aber sie glauben im Grunde nur daran, dass Polizei nothwendig ist.
Und Mancher, der das Hohe an den Menschen nicht sehen kann, nennt es Tugend, dass er ihr Niedriges allzunahe sieht: also heisst er seinen bösen Blick Tugend.
Und Einige wollen erbaut und aufgerichtet sein und heissen es Tugend; und Andre wollen umgeworfen sein—und heissen es auch Tugend.
Und derart glauben fast Alle daran, Antheil zu haben an der Tugend; und zum Mindesten will ein jeder Kenner sein über "gut" und "böse."
Aber nicht dazu kam Zarathustra, allen diesen Lügnern und Narren zu sagen: "was wisst ihr von Tugend! Was könntet ihr von Tugend wissen!" —
Sondern, dass ihr, meine Freunde, der alten Worte müde würdet, welche ihr von den Narren und Lügnern gelernt habt:
Müde würdet der Worte "Lohn," "Vergeltung," "Strafe," "Rache in der Gerechtigkeit" —
Müde würdet zu sagen: "dass eine Handlung gut ist, das macht, sie ist selbstlos."
Ach, meine Freunde! Dass euer Selbst in der Handlung sei, wie die Mutter im Kinde ist: das sei mir euer Wort von Tugend!
Wahrlich, ich nahm euch wohl hundert Worte und eurer Tugend liebste Spielwerke; und nun zürnt ihr mir, wie Kinder zürnen.
Sie spielten am Meere,—da kam die Welle und riss ihnen ihr Spielwerk in die Tiefe: nun weinen sie.
Aber die selbe Welle soll ihnen neue Spielwerke bringen und neue bunte Muscheln vor sie hin ausschütten!
So werden sie getröstet sein; und gleich ihnen sollt auch ihr, meine Freunde, eure Tröstungen haben—und neue bunte Muscheln! —
Also sprach Zarathustra.
Vom Gesindel
Das Leben ist ein Born der Lust; aber wo das Gesindel mit trinkt, da sind alle Brunnen vergiftet.
Allem Reinlichen bin ich hold; aber ich mag die grinsenden Mäuler nicht sehn und den Durst der Unreinen.
Sie warfen ihr Auge hinab in den Brunnen: nun glänzt mir ihr widriges Lächeln herauf aus dem Brunnen.
Das heilige Wasser haben sie vergiftet mit ihrer Lüsternheit; und als sie ihre schmutzigen Träume Lust nannten, vergifteten sie auch noch die Worte.
Unwillig wird die Flamme, wenn sie ihre feuchten Herzen an's Feuer legen; der Geist selber brodelt und raucht, wo das Gesindel an's Feuer tritt.
Süsslich und übermürbe wird in ihrer Hand die Frucht: windfällig und wipfeldürr macht ihr Blick den Fruchtbaum.
Und Mancher, der sich vom Leben abkehrte, kehrte sich nur vom Gesindel ab: er wollte nicht Brunnen und Flamme und Frucht mit dem Gesindel theilen.
Und Mancher, der in die Wüste gieng und mit Raubthieren Durst litt, wollte nur nicht mit schmutzigen Kameeltreibern um die Cisterne sitzen.
Und Mancher, der wie ein Vernichter daher kam und wie ein Hagelschlag allen Fruchtfeldern, wollte nur seinen Fuss dem Gesindel in den Rachen setzen und also seinen Schlund stopfen.
Und nicht das ist der Bissen, an dem ich am meisten würgte, zu wissen, dass das Leben selber Feindschaft nöthig hat und Sterben und Marterkreuze:—
Sondern ich fragte einst und erstickte fast an meiner Frage: wie? hat das Leben auch das Gesindel nöthig?
Sind vergiftete Brunnen nöthig und stinkende Feuer und beschmutzte Träume und Maden im Lebensbrode?
Nicht mein Hass, sondern mein Ekel frass mir hungrig am Leben! Ach, des Geistes wurde ich oft müde, als ich auch das Gesindel geistreich fand!
Und den Herrschenden wandt'ich den Rücken, als ich sah, was sie jetzt Herrschen nennen: schachern und markten um Macht—mit dem Gesindel!
Unter Völkern wohnte ich fremder Zunge, mit verschlossenen Ohren: dass mir ihres Schacherns Zunge fremd bliebe und ihr Markten um Macht.
Und die Nase mir haltend, gieng ich unmuthig durch alles Gestern und Heute: wahrlich, übel riecht alles Gestern und Heute nach dem schreibenden Gesindel!
Einem Krüppel gleich, der taub und blind und stumm wurde: also lebte ich lange, dass ich nicht mit Macht- und Schreib- und Lust-Gesindel lebte.
Mühsam stieg mein Geist Treppen, und vorsichtig; Almosen der Lust waren sein Labsal; am Stabe schlich dem Blinden das Leben.
Was geschah mir doch? Wie erlöste ich mich vom Ekel? Wer verjüngte mein Auge? Wie erflog ich die Höhe, wo kein Gesindel mehr am Brunnen sitzt?
Schuf mein Ekel selber mir Flügel und quellenahnende Kräfte? Wahrlich, in's Höchste musste ich fliegen, dass ich den Born der Lust wiederfände!
Oh, ich fand ihn, meine Brüder! Hier im Höchsten quillt mir der Born der Lust! Und es giebt ein Leben, an dem kein Gesindel mit trinkt!
Fast zu heftig strömst du mir, Quell der Lust! Und oft leerst du den Becher wieder, dadurch dass du ihn füllen willst!
Und noch muss ich lernen, bescheidener dir zu nahen: allzuheftig strömt dir noch mein Herz entgegen:—
Mein Herz, auf dem mein Sommer brennt, der kurze, heisse, schwermüthige, überselige: wie verlangt mein Sommer-Herz nach deiner Kühle!
Vorbei die zögernde Trübsal meines Frühlings! Vorüber die Bosheit meiner Schneeflocken im Juni! Sommer wurde ich ganz und Sommer-Mittag!
Ein Sommer im Höchsten mit kalten Quellen und seliger Stille: oh kommt, meine Freunde, dass die Stille noch seliger werde!
Denn diess ist unsre Höhe und unsre Heimat: zu hoch und steil wohnen wir hier allen Unreinen und ihrem Durste.
Werft nur eure reinen Augen in den Born meiner Lust, ihr Freunde! Wie sollte er darob trübe werden! Entgegenlachen soll er euch mit seiner Reinheit.
Auf dem Baume Zukunft bauen wir unser Nest; Adler sollen uns Einsamen Speise bringen in ihren Schnäbeln!
Wahrlich, keine Speise, an der Unsaubere mitessen dürften! Feuer würden sie zu fressen wähnen und sich die Mäuler verbrennen!
Wahrlich, keine Heimstätten halten wir hier bereit für Unsaubere! Eishöhle würde ihren Leibern unser Glück heissen und ihren Geistern!
Und wie starke Winde wollen wir über ihnen leben, Nachbarn den Adlern, Nachbarn dem Schnee, Nachbarn der Sonne: also leben starke Winde.
Und einem Winde gleich will ich einst noch zwischen sie blasen und mit meinem Geiste ihrem Geiste den Athem nehmen: so will es meine Zukunft.
Wahrlich, ein starker Wind ist Zarathustra allen Niederungen; und solchen Rath räth er seinen Feinden und Allem, was spuckt und speit: "hütet euch gegen den Wind zu speien!"
Also sprach Zarathustra.
Von den Taranteln
Siehe, das ist der Tarantel Höhle! Willst du sie selber sehn? Hier hängt ihr Netz: rühre daran, dass es erzittert.
Da kommt sie willig: willkommen, Tarantel! Schwarz sitzt auf deinem Rücken dein Dreieck und Wahrzeichen; und ich weiss auch, was in deiner Seele sitzt.
Rache sitzt in deiner Seele: wohin du beissest, da wächst schwarzer Schorf; mit Rache macht dein Gift die Seele drehend!
Also rede ich zu euch im Gleichniss, die ihr die Seelen drehend macht, ihr Prediger der Gleichheit! Taranteln seid ihr mir und versteckte Rachsüchtige!
Aber ich will eure Verstecke schon an's Licht bringen: darum lache ich euch in's Antlitz mein Gelächter der Höhe.
Darum reisse ich an eurem Netze, dass eure Wuth euch aus eurer Lügen-Höhle locke, und eure Rache hervorspringe hinter eurem Wort "Gerechtigkeit."
Denn dass der Mensch erlöst werde von der Rache: das ist mir die Brücke zur höchsten Hoffnung und ein Regenbogen nach langen Unwettern.
Aber anders wollen es freilich die Taranteln. "Das gerade heisse uns Gerechtigkeit, dass die Welt voll werde von den Unwettern unsrer Rache"—also reden sie mit einander.
"Rache wollen wir üben und Beschimpfung an Allen, die uns nicht gleich sind"—so geloben sich die Tarantel-Herzen.
"Und 'Wille zur Gleichheit'—das selber soll fürderhin der Name für Tugend werden; und gegen Alles, was Macht hat, wollen wir unser Geschrei erheben!"
Ihr Prediger der Gleichheit, der Tyrannen-Wahnsinn der Ohnmacht schreit also aus euch nach "Gleichheit": eure heimlichsten Tyrannen-Gelüste vermummen sich also in Tugend-Worte!
Vergrämter Dünkel, verhaltener Neid, vielleicht eurer Väter Dünkel und Neid: aus euch bricht's als Flamme heraus und Wahnsinn der Rache.
Was der Vater schwieg, das kommt im Sohne zum Reden; und oft fand ich den Sohn als des Vaters entblösstes Geheimniss.
Den Begeisterten gleichen sie: aber nicht das Herz ist es, was sie begeistert,—sondern die Rache. Und wenn sie fein und kalt werden, ist's nicht der Geist, sondern der Neid, der sie fein und kalt macht.
Ihre Eifersucht führt sie auch auf der Denker Pfade; und diess ist das Merkmal ihrer Eifersucht—immer gehn sie zu weit: dass ihre Müdigkeit sich zuletzt noch auf Schnee schlafen legen muss.
Aus jeder ihrer Klagen tönt Rache, in jedem ihrer Lobsprüche ist ein Wehethun; und Richter-sein scheint ihnen Seligkeit.
Also aber rathe ich euch, meine Freunde: misstraut Allen, in welchen der Trieb, zu strafen, mächtig ist!
Das ist Volk schlechter Art und Abkunft; aus ihren Gesichtern blickt der Henker und der Spürhund.
Misstraut allen Denen, die viel von ihrer Gerechtigkeit reden! Wahrlich, ihren Seelen fehlt es nicht nur an Honig.
Und wenn sie sich selber "die Guten und Gerechten" nennen, so vergesst nicht, dass ihnen zum Pharisäer Nichts fehlt als—Macht!
Meine Freunde, ich will nicht vermischt und verwechselt werden.
Es giebt Solche, die predigen meine Lehre vom Leben: und zugleich sind sie Prediger der Gleichheit und Taranteln.
Dass sie dem Leben zu Willen reden, ob sie gleich in ihrer Höhle sitzen, diese Gift-Spinnen, und abgekehrt vom Leben: das macht, sie wollen damit wehethun.
Solchen wollen sie damit wehethun, die jetzt die Macht haben: denn bei diesen ist noch die Predigt vom Tode am besten zu Hause.
Wäre es anders, so würden die Taranteln anders lehren: und gerade sie waren ehemals die besten Welt-Verleumder und Ketzer-Brenner.
Mit diesen Predigern der Gleichheit will ich nicht vermischt und verwechselt sein. Denn so redet mir die Gerechtigkeit: "die Menschen sind nicht gleich."
Und sie sollen es auch nicht werden! Was wäre denn meine Liebe zum Übermenschen, wenn ich anders spräche?
Auf tausend Brücken und Stegen sollen sie sich drängen zur Zukunft, und immer mehr Krieg und Ungleichheit soll zwischen sie gesetzt sein: so lässt mich meine grosse Liebe reden!
Erfinder von Bildern und Gespenstern sollen sie werden in ihren Feindschaften, und mit ihren Bildern und Gespenstern sollen sie noch gegeneinander den höchsten Kampf kämpfen!
Gut und Böse, und Reich und Arm, und Hoch und Gering, und alle Namen der Werthe: Waffen sollen es sein und klirrende Merkmale davon, dass das Leben sich immer wieder selber überwinden muss!
In die Höhe will es sich bauen mit Pfeilern und Stufen, das Leben selber: in weite Fernen will es blicken und hinaus nach seligen Schönheiten,—darum braucht es Höhe!
Und weil es Höhe braucht, braucht es Stufen und Widerspruch der Stufen und Steigenden! Steigen will das Leben und steigend sich überwinden.
Und seht mir doch, meine Freunde! Hier, wo der Tarantel Höhle ist, heben sich eines alten Tempels Trümmer aufwärts,—seht mir doch mit erleuchteten Augen hin!
Wahrlich, wer hier einst seine Gedanken in Stein nach Oben thürmte, um das Geheimniss alles Lebens wusste er gleich dem Weisesten!
Dass Kampf und Ungleiches auch noch in der Schönheit sei und Krieg um Macht und Übermacht: das lehrt er uns hier im deutlichsten Gleichniss.
Wie sich göttlich hier Gewölbe und Bogen brechen, im Ringkampfe: wie mit Licht und Schatten sie wider einander streben, die göttlich-Strebenden —
Also sicher und schön lasst uns auch Feinde sein, meine Freunde! Göttlich wollen wir wider einander streben! —
Wehe! Da biss mich selber die Tarantel, meine alte Feindin! Göttlich sicher und schön biss sie mich in den Finger!
"Strafe muss sein und Gerechtigkeit"—so denkt sie: "nicht umsonst soll er hier der Feindschaft zu Ehren Lieder singen!"
Ja, sie hat sich gerächt! Und wehe! nun wird sie mit Rache auch noch meine Seele drehend machen!
Dass ich mich aber nicht drehe, meine Freunde, bindet mich fest hier an diese Säule! Lieber noch Säulen-Heiliger will ich sein, als Wirbel der Rachsucht!
Wahrlich, kein Dreh- und Wirbelwind ist Zarathustra; und wenn er ein Tänzer ist, nimmermehr doch ein Tarantel-Tänzer! —
Also sprach Zarathustra.
Von den berühmten Weisen
Dem Volke habt ihr gedient und des Volkes Aberglauben, ihr berühmten Weisen alle!—und nicht der Wahrheit! Und gerade darum zollte man euch Ehrfurcht.
Und darum auch ertrug man euren Unglauben, weil er ein Witz und Umweg war zum Volke. So lässt der Herr seine Sclaven gewähren und ergötzt sich noch an ihrem Übermuthe.
Aber wer dem Volke verhasst ist wie ein Wolf den Hunden: das ist der freie Geist, der Fessel-Feind, der Nicht-Anbeter, der in Wäldern Hausende.
Ihn zu jagen aus seinem Schlupfe—das hiess immer dem Volke "Sinn für das Rechte": gegen ihn hetzt es noch immer seine scharfzahnigsten Hunde.
"Denn die Wahrheit ist da: ist das Volk doch da! Wehe, wehe den Suchenden!"—also scholl es von jeher.
Eurem Volke wolltet ihr Recht schaffen in seiner Verehrung: das hiesset ihr "Wille zur Wahrheit," ihr berühmten Weisen!
Und euer Herz sprach immer zu sich: "vom Volke kam ich: von dort her kam mir auch Gottes Stimme."
Hart-nackig und klug, dem Esel gleich, wart ihr immer als des Volkes Fürsprecher.
Und mancher Mächtige, der gut fahren wollte mit dem Volke, spannte vor seine Rosse noch—ein Eselein, einen berühmten Weisen.
Und nun wollte ich, ihr berühmten Weisen, ihr würfet endlich das Fell des Löwen ganz von euch!
Das Fell des Raubthiers, das buntgefleckte, und die Zotten des Forschenden, Suchenden, Erobernden!
Ach, dass ich an eure "Wahrhaftigkeit" glauben lerne, dazu müsstet ihr mir erst euren verehrenden Willen zerbrechen.
Wahrhaftig—so heisse ich Den, der in götterlose Wüsten geht und sein verehrendes Herz zerbrochen hat.
Im gelben Sande und verbrannt von der Sonne schielt er wohl durstig nach den quellenreichen Eilanden, wo Lebendiges unter dunkeln Bäumen ruht.
Aber sein Durst überredet ihn nicht, diesen Behaglichen gleich zu werden: denn wo Oasen sind, da sind auch Götzenbilder.
Hungernd, gewaltthätig, einsam, gottlos: so will sich selber der Löwen-Wille.
Frei von dem Glück der Knechte, erlöst von Göttern und Anbetungen, furchtlos und fürchterlich, gross und einsam: so ist der Wille des Wahrhaftigen.
In der Wüste wohnten von je die Wahrhaftigen, die freien Geister, als der Wüste Herren; aber in den Städten wohnen die gutgefütterten, berühmten Weisen,—die Zugthiere.
Immer nämlich ziehen sie, als Esel—des Volkes Karren!
Nicht dass ich ihnen darob zürne: aber Dienende bleiben sie mir und Angeschirrte, auch wenn sie von goldnem Geschirre glänzen.
Und oft waren sie gute Diener und preiswürdige. Denn so spricht die Tugend: "musst du Diener sein, so suche Den, welchem dein Dienst am besten nützt!
Der Geist und die Tugend deines Herrn sollen wachsen, dadurch dass du sein Diener bist: so wächsest du selber mit seinem Geiste und seiner Tugend!"
Und wahrlich, ihr berühmten Weisen, ihr Diener des Volkes! Ihr selber wuchset mit des Volkes Geist und Tugend—und das Volk durch euch! Zu euren Ehren sage ich das!
Aber Volk bleibt ihr mir auch noch in euren Tugenden, Volk mit blöden Augen,—Volk, das nicht weiss, was Geist ist!
Geist ist das Leben, das selber in's Leben schneidet: an der eignen Qual mehrt es sich das eigne Wissen,—wusstet ihr das schon?
Und des Geistes Glück ist diess: gesalbt zu sein und durch Thränen geweiht zum Opferthier,—wusstet ihr das schon?
Und die Blindheit des Blinden und sein Suchen und Tappen soll noch von der Macht der Sonne zeugen, in die er schaute,—wusstet ihr das schon?
Und mit Bergen soll der Erkennende bauen lernen! Wenig ist es, dass der Geist Berge versetzt,—wusstet ihr das schon?
Ihr kennt nur des Geistes Funken: aber ihr seht den Ambos nicht, der er ist, und nicht die Grausamkeit seines Hammers!
Wahrlich, ihr kennt des Geistes Stolz nicht! Aber noch weniger würdet ihr des Geistes Bescheidenheit ertragen, wenn sie einmal reden wollte!
Und niemals noch durftet ihr euren Geist in eine Grube von Schnee werfen: ihr seid nicht heiss genug dazu! So kennt ihr auch die Entzückungen seiner Kälte nicht.
In Allem aber thut ihr mir zu vertraulich mit dem Geiste; und aus der Weisheit machtet ihr oft ein Armen- und Krankenhaus für schlechte Dichter.
Ihr seid keine Adler: so erfuhrt ihr auch das Glück im Schrekken des Geistes nicht. Und wer kein Vogel ist, soll sich nicht über Abgründen lagern.
Ihr seid mir Laue: aber kalt strömt jede tiefe Erkenntniss. Eiskalt sind die innersten Brunnen des Geistes: ein Labsal heissen Händen und Handelnden.
Ehrbar steht ihr mir da und steif und mit geradem Rücken, ihr berühmten Weisen!—euch treibt kein starker Wind und Wille.
Saht ihr nie ein Segel über das Meer gehn, geründet und gebläht und zitternd vor dem Ungestüm des Windes?
Dem Segel gleich, zitternd vor dem Ungestüm des Geistes, geht meine Weisheit über das Meer—meine wilde Weisheit!
Aber ihr Diener des Volkes, ihr berühmten Weisen,—wie könntet ihr mit mir gehn! —
Also sprach Zarathustra.
Das Nachtlied
Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen. Und auch meine Seele ist ein springender Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir; das will laut werden. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: ach, dass ich Nacht wäre! Aber diess ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ach, dass ich dunkel wäre und nächtig! Wie wollte ich an den Brüsten des Lichts saugen!
Und euch selber wollte ich noch segnen, ihr kleinen Funkelsterne und Leuchtwürmer droben!—und selig sein ob eurer Licht-Geschenke.
Aber ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen.
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht; und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse, als Nehmen.
Das ist meine Armuth, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Oh Unseligkeit aller Schenkenden! Oh Verfinsterung meiner Sonne! Oh Begierde nach Begehren! Oh Heisshunger in der Sättigung!
Sie nehmen von mir: aber rühre ich noch an ihre Seele? Eine Kluft ist zwischen Geben und Nehmen; und die kleinste Kluft ist am letzten zu überbrücken.
Ein Hunger wächst aus meiner Schönheit: wehethun möchte ich Denen, welchen ich leuchte, berauben möchte ich meine Beschenkten:—also hungere ich nach Bosheit.
Die Hand zurückziehend, wenn sich schon ihr die Hand entgegenstreckt; dem Wasserfälle gleich zögernd, der noch im Sturze zögert:—also hungere ich nach Bosheit.
Solche Rache sinnt meine Fülle aus; solche Tücke quillt aus meiner Einsamkeit.
Mein Glück im Schenken erstarb im Schenken, meine Tugend wurde ihrer selber müde an ihrem Überflusse!
Wer immer schenkt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austheilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austheilen.
Mein Auge quillt nicht mehr über vor der Scham der Bittenden; meine Hand wurde zu hart für das Zittern gefüllter Hände.
Wohin kam die Thräne meinem Auge und der Flaum meinem Herzen? Oh Einsamkeit aller Schenkenden! Oh Schweigsamkeit aller Leuchtenden!
Viel Sonnen kreisen im öden Räume: zu Allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte,—mir schweigen sie.
Oh diess ist die Feindschaft des Lichts gegen Leuchtendes, erbarmungslos wandelt es seine Bahnen.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen: kalt gegen Sonnen,—also wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich fliegen die Sonnen ihre Bahnen, das ist ihr Wandeln. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
Oh, ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! Oh, ihr erst trinkt euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Ach, Eis ist um mich, meine Hand verbrennt sich an Eisigem! Ach, Durst ist in mir, der schmachtet nach eurem Durste!
Nacht ist es: ach dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nächtigem! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen,—nach Rede verlangt mich.
Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen. Und auch meine Seele ist ein springender Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden. —
Also sang Zarathustra.
Das Tanzlied
Eines Abends gieng Zarathustra mit seinen Jüngern durch den Wald; und als er nach einem Brunnen suchte, siehe, da kam er auf eine grüne Wiese, die von Bäumen und Gebüsch still umstanden war: auf der tanzten Mädchen mit einander. Sobald die Mädchen Zarathustra erkannten, liessen sie vom Tanze ab; Zarathustra aber trat mit freundlicher Gebärde zu ihnen und sprach diese Worte:
"Lasst vom Tanze nicht ab, ihr lieblichen Mädchen! Kein Spielverderber kam zu euch mit bösem Blick, kein Mädchen-Feind.
Gottes Fürsprecher bin ich vor dem Teufel: der aber ist der Geist der Schwere. Wie sollte ich, ihr Leichten, göttlichen Tänzen feind sein? Oder Mädchen-Füssen mit schönen Knöcheln?
Wohl bin ich ein Wald und eine Nacht dunkler Bäume: doch wer sich vor meinem Dunkel nicht scheut, der findet auch Rosenhänge unter meinen Cypressen.
Und auch den kleinen Gott findet er wohl, der den Mädchen der liebste ist: neben dem Brunnen liegt er, still, mit geschlossenen Augen.
Wahrlich, am hellen Tage schlief er mir ein, der Tagedieb! Haschte er wohl zu viel nach Schmetterlingen?
Zürnt mir nicht, ihr schönen Tanzenden, wenn ich den kleinen Gott ein Wenig züchtige! Schreien wird er wohl und weinen,—aber zum Lachen ist er noch im Weinen!
Und mit Thränen im Auge soll er euch um einen Tanz bitten; und ich selber will ein Lied zu seinem Tanze singen:
Ein Tanz- und Spottlied auf den Geist der Schwere, meinen allerhöchsten grossmächtigsten Teufel, von dem sie sagen, dass er 'der Herr der Welt' sei." —
Und diess ist das Lied, welches Zarathustra sang, als Cupido und die Mädchen zusammen tanzten.
In dein Auge schaute ich jüngst, oh Leben! Und in's Unergründliche schien ich mir da zu sinken.
Aber du zogst mich mit goldner Angel heraus; spöttisch lachtest du, als ich dich unergründlich nannte.
"So geht die Rede aller Fische," sprachst du; "was sie nicht ergründen, ist unergründlich.
Aber veränderlich bin ich nur und wild und in Allem ein Weib, und kein tugendhaftes:
Ob ich schon euch Männern 'die Tiefe' heisse oder 'die Treue,' 'die Ewige,' 'die Geheimnissvolle.' —
Doch ihr Männer beschenkt uns stets mit den eignen Tugenden—ach, ihr Tugendhaften!"
Also lachte sie, die Unglaubliche; aber ich glaube ihr niemals und ihrem Lachen, wenn sie bös von sich selber spricht.
Und als ich unter vier Augen mit meiner wilden Weisheit redete, sagte sie mir zornig: "Du willst, du begehrst, du liebst, darum allein lobst du das Leben!"
Fast hätte ich da bös geantwortet und der Zornigen die Wahrheit gesagt; und man kann nicht böser antworten, als wenn man seiner Weisheit "die Wahrheit sagt."
So nämlich steht es zwischen uns Dreien. Von Grund aus liebe ich nur das Leben—und, wahrlich, am meisten dann, wenn ich es hasse!
Dass ich aber der Weisheit gut bin und oft zu gut: das macht, sie erinnert mich gar sehr an das Leben!
Sie hat ihr Auge, ihr Lachen und sogar ihr goldnes Angelrüthchen: was kann ich dafür, dass die Beiden sich so ähnlich sehen?
Und als mich einmal das Leben fragte: "Wer ist denn das, die Weisheit?"—da sagte ich eifrig: "Ach ja! die Weisheit!
Man dürstet um sie und wird nicht satt, man blickt durch Schleier, man hascht durch Netze.
Ist sie schön? Was weiss ich! Aber die ältesten Karpfen werden noch mit ihr geködert.
Veränderlich ist sie und trotzig; oft sah ich sie sich die Lippe beissen und den Kamm wider ihres Haares Strich führen.
Vielleicht ist sie böse und falsch, und in Allem ein Frauenzimmer; aber wenn sie von sich selber schlecht spricht, da gerade verführt sie am meisten."
Als ich diess zu dem Leben sagte, da lachte es boshaft und machte die Augen zu. "Von wem redest du doch? sagte sie, wohl von mir?
Und wenn du Recht hättest,—sagt man das mir so in's Gesicht! Aber nun sprich doch auch von deiner Weisheit!"
Ach, und nun machtest du wieder dein Auge auf, oh geliebtes Leben! Und in's Unergründliche schien ich mir wieder zu sinken. —
Also sang Zarathustra. Als aber der Tanz zu Ende und die Mädchen fortgegangen waren, wurde er traurig.
"Die Sonne ist lange schon hinunter," sagte er endlich; "die Wiese ist feucht, von den Wäldern her kommt Kühle.
Ein Unbekanntes ist um mich und blickt nachdenklich. Was! Du lebst noch, Zarathustra?
Warum? Wofür? Wodurch? Wohin? Wo? Wie? Ist es nicht Thorheit, noch zu leben? —
Ach, meine Freunde, der Abend ist es, der so aus mir fragt. Vergebt mir meine Traurigkeit!
Abend ward es: vergebt mir, dass es Abend ward!"
Also sprach Zarathustra.
Das Grablied
"Dort ist die Gräberinsel, die schweigsame; dort sind auch die Gräber meiner Jugend. Dahin will ich einen immergrünen Kranz des Lebens tragen."
Also im Herzen beschliessend fuhr ich über das Meer. —
Oh ihr, meiner Jugend Gesichte und Erscheinungen! Oh, ihr Blicke der Liebe alle, ihr göttlichen Augenblicke! Wie starbt ihr mir so schnell! Ich gedenke eurer heute wie meiner Todten.
Von euch her, meinen liebsten Todten, kommt mir ein süsser Geruch, ein herz- und thränenlösender. Wahrlich, er erschüttert und löst das Herz dem einsam Schiffenden.
Immer noch bin ich der Reichste und Bestzubeneidende—ich der Einsamste! Denn ich hatte euch doch, und ihr habt mich noch: sagt, wem fielen, wie mir, solche Rosenäpfel vom Baume?
Immer noch bin ich eurer Liebe Erbe und Erdreich, blühend zu eurem Gedächtnisse von bunten wildwachsenen Tugenden, oh ihr Geliebtesten!
Ach, wir waren gemacht, einander nahe zu bleiben, ihr holden fremden Wunder; und nicht schüchternen Vögeln gleich kamt ihr zu mir und meiner Begierde—nein, als Trauende zu dem Trauenden!
Ja, zur Treue gemacht, gleich mir, und zu zärtlichen Ewigkeiten: muss ich nun euch nach eurer Untreue heissen, ihr göttlichen Blicke und Augenblicke: keinen andern Namen lernte ich noch.
Wahrlich, zu schnell starbt ihr mir, ihr Flüchtlinge. Doch floht ihr mich nicht, noch floh ich euch: unschuldig sind wir einander in unsrer Untreue.
Mich zu tödten, erwürgte man euch, ihr Singvögel meiner Hoffnungen! Ja, nach euch, ihr Liebsten, schoss immer die Bosheit Pfeile—mein Herz zu treffen!
Und sie traf! Wart ihr doch stets mein Herzlichstes, mein Besitz und mein Besessen-sein: darum musstet ihr jung sterben und allzu frühe!
Nach dem Verwundbarsten, das ich besass, schoss man den Pfeil: das waret ihr, denen die Haut einem Flaume gleich ist und mehr noch dem Lächeln, das an einem Blick erstirbt!
Aber diess Wort will ich zu meinen Feinden reden: was ist alles Menschen-Morden gegen Das, was ihr mir thatet!
Böseres thatet ihr mir, als aller Menschen-Mord ist; Unwiederbringliches nahmt ihr mir:—also rede ich zu euch, meine Feinde!
Mordetet ihr doch meiner Jugend Gesichte und liebste Wunder! Meine Gespielen nahmt ihr mir, die seligen Geister! Ihrem Gedächtnisse lege ich diesen Kranz und diesen Fluch nieder.
Diesen Fluch gegen euch, meine Feinde! Machtet ihr doch mein Ewiges kurz, wie ein Ton zerbricht in kalter Nacht! Kaum als Aufblinken göttlicher Augen kam es mir nur,—als Augenblick!
Also sprach zur guten Stunde einst meine Reinheit: "göttlich sollen mir alle Wesen sein."
Da überfielt ihr mich mit schmutzigen Gespenstern; ach, wohin floh nun jene gute Stunde!
"Alle Tage sollen mir heilig sein"—so redete einst die Weisheit meiner Jugend: wahrlich, einer fröhlichen Weisheit Rede!
Aber da stahlt ihr Feinde mir meine Nächte und verkauftet sie zu schlafloser Qual: ach, wohin floh nun jene fröhliche Weisheit?
Einst begehrte ich nach glücklichen Vogelzeichen: da führtet ihr mir ein Eulen-Unthier über den Weg, ein widriges. Ach, wohin floh da meine zärtliche Begierde?
Allem Ekel gelobte ich einst zu entsagen: da verwandeltet ihr meine Nahen und Nächsten in Eiterbeulen. Ach, wohin floh da mein edelstes Gelöbniss?
Als Blinder gieng ich einst selige Wege: da warft ihr Unflath auf den Weg des Blinden: und nun ekelte ihn des alten Blinden-Fusssteigs.
Und als ich mein Schwerstes that und meiner Überwindungen Sieg feierte: da machtet ihr Die, welche mich liebten, schrein, ich thue ihnen am wehesten.
Wahrlich, das war immer euer Thun: ihr vergälltet mir meinen besten Honig und den Fleiss meiner besten Bienen.
Meiner Mildthätigkeit sandtet ihr immer die frechsten Bettler zu; um mein Mitleiden drängtet ihr immer die unheilbar Schamlosen. So verwundetet ihr meine Tugend in ihrem Glauben.
Und legte ich noch mein Heiligstes zum Opfer hin: flugs stellte eure "Frömmigkeit" ihre fetteren Gaben dazu: also dass im Dampfe eures Fettes noch mein Heiligstes erstickte.
Und einst wollte ich tanzen, wie nie ich noch tanzte: über alle Himmel weg wollte ich tanzen. Da überredetet ihr meinen liebsten Sänger.
Und nun stimmte er eine schaurige dumpfe Weise an; ach, er tutete mir, wie ein düsteres Horn, zu Ohren!
Mörderischer Sänger, Werkzeug der Bosheit, Unschuldigster! Schon stand ich bereit zum besten Tanze: da mordetest du mit deinen Tönen meine Verzückung!
Nur im Tanze weiss ich der höchsten Dinge Gleichniss zu reden:—und nun blieb mir mein höchstes Gleichniss ungeredet in einen Gliedern!
Ungeredet und unerlöst blieb mir die höchste Hoffnung! Und es starben mir alle Gesichte und Tröstungen meiner Jugend!
Wie ertrug ich's nur? Wie verwand und überwand ich solche Wunden? Wie erstand meine Seele wieder aus diesen Gräbern?
Ja, ein Unverwundbares, Unbegrabbares ist an mir, ein Felsensprengendes: das heisst mein Wille. Schweigsam schreitet es und unverändert durch die Jahre.
Seinen Gang will er gehn auf meinen Füssen, mein alter Wille; herzenshart ist ihm der Sinn und unverwundbar.
Unverwundbar bin ich allein an meiner Ferse. Immer noch lebst du da und bist dir gleich, Geduldigster! Immer noch brachst du dich durch alle Gräber!
In dir lebt auch noch das Unerlöste meiner Jugend; und als Leben und Jugend sitzest du hoffend hier auf gelben Grab-Trümmern.
Ja, noch bist du mir aller Gräber Zertrümmerer: Heil dir, mein Wille! Und nur wo Gräber sind, giebt es Auferstehungen. —
Also sang Zarathustra. —
Von der Selbst-Überwindung
"Wille zur Wahrheit" heisst ihr's, ihr Weisesten, was euch treibt und brünstig macht?
Wille zur Denkbarkeit alles Seienden: also heisse ich euren Willen!
Alles Seiende wollt ihr erst denkbar machen: denn ihr zweifelt mit gutem Misstrauen, ob es schon denkbar ist.
Aber es soll sich euch fügen und biegen! So will's euer Wille. Glatt soll es werden und dem Geiste unterthan, als sein Spiegel und Widerbild.
Das ist euer ganzer Wille, ihr Weisesten, als ein Wille zur Macht; und auch wenn ihr vom Guten und Bösen redet und von den Werthschätzungen.
Schaffen wollt ihr noch die Welt, vor der ihr knien könnt: so ist es eure letzte Hoffnung und Trunkenheit.
Die Unweisen freilich, das Volk,—die sind gleich dem Flusse, auf dem ein Nachen weiter schwimmt: und im Nachen sitzen feierlich und vermummt die Werthschätzungen.
Euren Willen und eure Werthe setztet ihr auf den Fluss des Werdens; einen alten Willen zur Macht verräth mir, was vom Volke als gut und böse geglaubt wird.
Ihr wart es, ihr Weisesten, die solche Gäste in diesen Nachen setzten und ihnen Prunk und stolze Namen gaben,—ihr und euer herrschender Wille!
Weiter trägt nun der Fluss euren Nachen: er muss ihn tragen. Wenig thut's, ob die gebrochene Welle schäumt und zornig dem Kiele widerspricht!
Nicht der Fluss ist eure Gefahr und das Ende eures Guten und Bösen, ihr Weisesten: sondern jener Wille selber, der Wille zur Macht,—der unerschöpfte zeugende Lebens-Wille.
Aber damit ihr mein Wort versteht vom Guten und Bösen: dazu will ich euch noch mein Wort vom Leben sagen und von der Art alles Lebendigen.
Dem Lebendigen gieng ich nach, ich gieng die grössten und die kleinsten Wege, dass ich seine Art erkenne.
Mit hundertfachem Spiegel fieng ich noch seinen Blick auf, wenn ihm der Mund geschlossen war: dass sein Auge mir rede. Und sein Auge redete mir.
Aber, wo ich nur Lebendiges fand, da hörte ich auch die Rede vom Gehorsame. Alles Lebendige ist ein Gehorchendes.
Und diess ist das Zweite: Dem wird befohlen, der sich nicht selber gehorchen kann. So ist es des Lebendigen Art.
Diess aber ist das Dritte, was ich hörte: dass Befehlen schwerer ist, als Gehorchen. Und nicht nur, dass der Befehlende die Last aller Gehorchenden trägt, und dass leicht ihn diese Last zerdrückt:—
Ein Versuch und Wagniss erschien mir in allem Befehlen; und stets, wenn es befiehlt, wagt das Lebendige sich selber dran.
Ja noch, wenn es sich selber befiehlt: auch da noch muss es sein Befehlen büssen. Seinem eignen Gesetze muss es Richter und Rächer und Opfer werden.
Wie geschieht diess doch! so fragte ich mich. Was überredet das Lebendige, dass es gehorcht und befiehlt und befehlend noch Gehorsam übt?
Hört mir nun mein Wort, ihr Weisesten! Prüft es ernstlich, ob ich dem Leben selber in's Herz kroch und bis in die Wurzeln seines Herzens!
Wo ich Lebendiges fand, da fand ich Willen zur Macht; und noch im Willen des Dienenden fand ich den Willen, Herr zu sein.
Dass dem Stärkeren diene das Schwächere, dazu überredet es sein Wille, der über noch Schwächeres Herr sein will: dieser Lust allein mag es nicht entrathen.
Und wie das Kleinere sich dem Grösseren hingiebt, dass es Lust und Macht am Kleinsten habe: also giebt sich auch das Grösste noch hin und setzt um der Macht willen—das Leben dran.
Das ist die Hingebung des Grössten, dass es Wagniss ist und Gefahr und um den Tod ein Würfelspielen.
Und wo Opferung und Dienste und Liebesblicke sind: auch da ist Wille, Herr zu sein. Auf Schleichwegen schleicht sich da der Schwächere in die Burg und bis in's Herz dem Mächtigeren—und stiehlt da Macht.
Und diess Geheimniss redete das Leben selber zu mir. "Siehe," sprach es, "ich bin das, was sich immer selber überwinden muss.
Freilich, ihr heisst es Wille zur Zeugung oder Trieb zum Zwecke, zum Höheren, Ferneren, Vielfacheren: aber all diess ist Eins und Ein Geheimniss.
Lieber noch gehe ich unter, als dass ich diesem Einen absagte; und wahrlich, wo es Untergang giebt und Blätterfallen, siehe, da opfert sich Leben—um Macht!
Dass ich Kampf sein muss und Werden und Zweck und der Zwecke Widerspruch: ach, wer meinen Willen erräth, erräth wohl auch, auf welchen krummen Wegen er gehen muss!
Was ich auch schaffe und wie ich's auch liebe,—bald muss ich Gegner ihm sein und meiner Liebe: so will es mein Wille.
Und auch du, Erkennender, bist nur ein Pfad und Fusstapfen meines Willens: wahrlich, mein Wille zur Macht wandelt auch auf den Füssen deines Willens zur Wahrheit!
Der traf freilich die Wahrheit nicht, der das Wort nach ihr schoss vom 'Willen zum Dasein': diesen Willen—giebt es nicht!
Denn: was nicht ist, das kann nicht wollen; was aber im Dasein ist, wie könnte das noch zum Dasein wollen!
Nur, wo Leben ist, da ist auch Wille: aber nicht Wille zum Leben, sondern—so lehre ich's dich—Wille zur Macht!
Vieles ist dem Lebenden höher geschätzt, als Leben selber; doch aus dem Schätzen selber heraus redet—der Wille zur Macht!" —
Also lehrte mich einst das Leben: und daraus löse ich euch, ihr Weisesten, noch das Räthsel eures Herzens.
Wahrlich, ich sage euch: Gutes und Böses, das unvergänglich wäre—das giebt es nicht! Aus sich selber muss es sich immer wieder überwinden.
Mit euren Werthen und Worten von Gut und Böse übt ihr Gewalt, ihr Werthschätzenden: und diess ist eure verborgene Liebe und eurer Seele Glänzen, Zittern und Überwallen.
Aber eine stärkere Gewalt wächst aus euren Werthen und eine neue Überwindung: an der zerbricht Ei und Eierschale.
Und wer ein Schöpfer sein muss im Guten und Bösen: wahrlich, der muss ein Vernichter erst sein und Werthe zerbrechen.
Also gehört das höchste Böse zur höchsten Güte: diese aber ist die schöpferische. —
Reden wir nur davon, ihr Weisesten, ob es gleich schlimm ist. Schweigen ist schlimmer; alle verschwiegenere Wahrheiten werden giftig.
Und mag doch Alles zerbrechen, was an unseren Wahrheiten zerbrechen—kann! Manches Haus giebt es noch zu bauen!
Also sprach Zarathustra.
Von den Erhabenen
Still ist der Grund meines Meeres: wer erriethe wohl, dass er scherzhafte Ungeheuer birgt!
Unerschütterlich ist meine Tiefe: aber sie glänzt von schwimmenden Räthseln und Gelächtern.
Einen Erhabenen sah ich heute, einen Feierlichen, einen Büsser des Geistes: oh wie lachte meine Seele ob seiner Hässlichkeit!
Mit erhobener Brust und Denen gleich, welche den Athem an sich ziehn: also stand er da, der Erhabene, und schweigsam:
Behängt mit hässlichen Wahrheiten, seiner Jagdbeute, und reich an zerrissenen Kleidern; auch viele Dornen hiengen an ihm—aber noch sah ich keine Rose.
Noch lernte er das Lachen nicht und die Schönheit. Finster kam dieser Jäger zurück aus dem Walde der Erkenntniss.
Vom Kampfe kehrte er heim mit wilden Thieren: aber aus seinem Ernste blickt auch noch ein wildes Thier—ein unüberwundenes!
Wie ein Tiger steht er immer noch da, der springen will; aber ich mag diese gespannten Seelen nicht, unhold ist mein Geschmack allen diesen Zurückgezognen.
Und ihr sagt mir, Freunde, dass nicht zu streiten sei über Geschmack und Schmecken? Aber alles Leben ist Streit um Geschmack und Schmecken!
Geschmack: das ist Gewicht zugleich und Wagschale und Wägender; und wehe allem Lebendigen, das ohne Streit um Gewicht und Wagschale und Wägende leben wollte!
Wenn er seiner Erhabenheit müde würde, dieser Erhabene: dann erst würde seine Schönheit anheben,—und dann erst will ich ihn schmecken und schmackhaft finden.
Und erst, wenn er sich von sich selber abwendet, wird er über seinen eignen Schatten springen—und, wahrlich! hinein in seine Sonne.
Allzulange sass er im Schatten, die Wangen bleichten dem Büsser des Geistes; fast verhungerte er an seinen Erwartungen.
Verachtung ist noch in seinem Auge; und Ekel birgt sich an seinem Munde. Zwar ruht er jetzt, aber seine Ruhe hat sich noch nicht in die Sonne gelegt.
Dem Stiere gleich sollte er thun; und sein Glück sollte nach Erde riechen und nicht nach Verachtung der Erde.
Als weissen Stier möchte ich ihn sehn, wie er schnaubend und brüllend der Pflugschar vorangeht: und sein Gebrüll sollte noch alles Irdische preisen!
Dunkel noch ist sein Antlitz; der Hand Schatten spielt auf ihm. Verschattet ist noch der Sinn seines Auges.
Seine That selber ist noch der Schatten auf ihm: die Hand verdunkelt den Handelnden. Noch hat er seine That nicht überwunden.
Wohl liebe ich an ihm den Nacken des Stiers: aber nun will ich auch noch das Auge des Engels sehn.
Auch seinen Helden-Willen muss er noch verlernen: ein Gehobener soll er mir sein und nicht nur ein Erhabener:—der Aether selber sollte ihn heben, den Willenlosen!
Er bezwang Unthiere, er löste Räthsel: aber erlösen sollte er auch noch seine Unthiere und Räthsel, zu himmlischen Kindern sollte er sie noch verwandeln.
Noch hat seine Erkenntniss nicht lächeln gelernt und ohne Eifersucht sein; noch ist seine strömende Leidenschaft nicht stille geworden in der Schönheit.
Wahrlich, nicht in der Sattheit soll sein Verlangen schweigen und untertauchen, sondern in der Schönheit! Die Anmuth gehört zur Grossmuth des Grossgesinnten.
Den Arm über das Haupt gelegt: so sollte der Held ausruhn, so sollte er auch noch sein Ausruhen überwinden.
Aber gerade dem Helden ist das Schöne aller Dinge Schwerstes. Unerringbar ist das Schöne allem heftigen Willen.
Ein Wenig mehr, ein Wenig weniger: das gerade ist hier Viel, das ist hier das Meiste.
Mit lässigen Muskeln stehn und mit abgeschirrtem Willen: das ist das Schwerste euch Allen, ihr Erhabenen!
Wenn die Macht gnädig wird und herabkommt in's Sichtbare: Schönheit heisse ich solches Herabkommen.
Und von Niemandem will ich so als von dir gerade Schönheit, du Gewaltiger: deine Güte sei deine letzte Selbst-Überwältigung.
Alles Böse traue ich dir zu: darum will ich von dir das Gute.
Wahrlich, ich lachte oft der Schwächlinge, welche sich gut glauben, weil sie lahme Tatzen haben!
Der Säule Tugend sollst du nachstreben: schöner wird sie immer und zarter, aber inwendig härter und tragsamer, je mehr sie aufsteigt.
Ja, du Erhabener, einst sollst du noch schön sein und deiner eignen Schönheit den Spiegel vorhalten.
Dann wird deine Seele vor göttlichen Begierden schaudern; und Anbetung wird noch in deiner Eitelkeit sein!
Diess nämlich ist das Geheimniss der Seele: erst, wenn sie der Held verlassen hat, naht ihr, im Traume,—der Über-Held.
Also sprach Zarathustra.
Vom Lande der Bildung
Zu weit hinein flog ich in die Zukunft: ein Grauen überfiel mich.
Und als ich um mich sah, siehe! da war die Zeit mein einziger Zeitgenosse.
Da floh ich rückwärts, heimwärts—und immer eilender: so kam ich zu euch, ihr Gegenwärtigen, und in's Land der Bildung.
Zum ersten Male brachte ich ein Auge mit für euch, und gute Begierde: wahrlich, mit Sehnsucht im Herzen kam ich.
Aber wie geschah mir? So angst mir auch war,—ich musste lachen! Nie sah mein Auge etwas so Buntgesprenkeltes!
Ich lachte und lachte, während der Fuss mir noch zitterte und das Herz dazu: "hier ist ja die Heimat aller Farbentöpfe!"—sagte ich.
Mit fünfzig Klexen bemalt an Gesicht und Gliedern: so sasset ihr da zu meinem Staunen, ihr Gegenwärtigen!
Und mit fünfzig Spiegeln um euch, die eurem Farbenspiele schmeichelten und nachredeten!
Wahrlich, ihr könntet gar keine bessere Maske tragen, ihr Gegenwärtigen, als euer eignes Gesicht ist! Wer könnte euch—erkennen!
Vollgeschrieben mit den Zeichen der Vergangenheit, und auch diese Zeichen überpinselt mit neuen Zeichen: also habt ihr euch gut versteckt vor allen Zeichendeutern!
Und wenn man auch Nierenprüfer ist: wer glaubt wohl noch, dass ihr Nieren habt! Aus Farben scheint ihr gebacken und aus geleimten Zetteln.
Alle Zeiten und Völker blicken bunt aus euren Schleiern; alle Sitten und Glauben reden bunt aus euren Gebärden.
Wer von euch Schleier und Überwürfe und Farben und Gebärden abzöge: gerade genug würde er übrig behalten, um die Vögel damit zu erschrecken.
Wahrlich, ich selber bin der erschreckte Vogel, der euch einmal nackt sah und ohne Farbe; und ich flog davon, als das Gerippe mir Liebe zuwinkte.
Lieber wollte ich doch noch Tagelöhner sein in der Unterwelt und bei den Schatten des Ehemals!—feister und voller als ihr sind ja noch die Unterweltlichen!
Diess, ja diess ist Bitterniss meinen Gedärmen, dass ich euch weder nackt, noch bekleidet aushalte, ihr Gegenwärtigen!
Alles Unheimliche der Zukunft, und was je verflogenen Vögeln Schauder machte, ist wahrlich heimlicher noch und traulicher als eure "Wirklichkeit."
Denn so sprecht ihr: "Wirkliche sind wir ganz, und ohne Glauben und Aberglauben": also brüstet ihr euch—ach, auch noch ohne Brüste!
Ja, wie solltet ihr glauben können, ihr Buntgesprenkelten!—die ihr Gemälde seid von Allem, was je geglaubt wurde!
Wandelnde Widerlegungen seid ihr des Glaubens selber, und aller Gedanken Gliederbrechen. Unglaubwürdige: also heisse ich euch, ihr Wirklichen!
Alle Zeiten schwätzen wider einander in euren Geistern; und aller Zeiten Träume und Geschwätz waren wirklicher noch als euer Wachsein ist!
Unfruchtbare seid ihr: darum fehlt es euch an Glauben. Aber wer schaffen musste, der hatte auch immer seine Wahr-Träume und Stern-Zeichen—und glaubte an Glauben! —
Halboffne Thore seid ihr, an denen Todtengräber warten. Und das ist eure Wirklichkeit: "Alles ist werth, dass es zu Grunde geht."
Ach, wie ihr mir dasteht, ihr Unfruchtbaren, wie mager in den Rippen! Und Mancher von euch hatte wohl dessen selber ein Einsehen.
Und er sprach: "es hat wohl da ein Gott, als ich schlief, mir heimlich Etwas entwendet? Wahrlich, genug, sich ein Weibchen daraus zu bilden!
Wundersam ist die Armuth meiner Rippen!" also sprach schon mancher Gegenwärtige.
Ja, zum Lachen seid ihr mir, ihr Gegenwärtigen! Und sonderlich, wenn ihr euch über euch selber wundert!
Und wehe mir, wenn ich nicht lachen könnte über eure Verwunderung, und alles Widrige aus euren Näpfen hinunter trinken müsste!
So aber will ich's mit euch leichter nehmen, da ich Schweres zu tragen habe; und was thut's mir, wenn sich Käfer und Flügelwürmer noch auf mein Bündel setzen!
Wahrlich, es soll mir darob nicht schwerer werden! Und nicht aus euch, ihr Gegenwärtigen, soll mir die grosse Müdigkeit kommen.— Ach, wohin soll ich nun noch steigen mit meiner Sehnsucht! Von allen Bergen schaue ich aus nach Vater- und Mutterländern.
Aber Heimat fand ich nirgends: unstät bin ich in allen Städten und ein Aufbruch an allen Thoren.
Fremd sind mir und ein Spott die Gegenwärtigen, zu denen mich jüngst das Herz trieb; und vertrieben bin ich aus Vater- und Mutterländern.
So liebe ich allein noch meiner Kinder Land, das unentdeckte, im fernsten Meere: nach ihm heisse ich meine Segel suchen und suchen.
An meinen Kindern will ich es gut machen, dass ich meiner Väter Kind bin: und an aller Zukunft—diese Gegenwart!
Also sprach Zarathustra.
Von der unbefleckten Erkenntniss
Als gestern der Mond aufgieng, wähnte ich, dass er eine Sonne gebären wolle: so breit und trächtig lag er am Horizonte.
Aber ein Lügner war er mir mit seiner Schwangerschaft; und eher noch will ich an den Mann im Monde glauben als an das Weib.
Freilich, wenig Mann ist er auch, dieser schüchterne Nachtschwärmer. Wahrlich, mit schlechtem Gewissen wandelt er über die Dächer.
Denn er ist lüstern und eifersüchtig, der Mönch im Monde, lüstern nach der Erde und nach allen Freuden der Liebenden.
Nein, ich mag ihn nicht, diesen Kater auf den Dächern! Widerlich sind mir Alle, die um halbverschlossne Fenster schleichen!
Fromm und schweigsam wandelt er hin auf Sternen-Teppichen:—aber ich mag alle leisetretenden Mannsfüsse nicht, an denen auch nicht ein Sporen klirrt.
Jedes Redlichen Schritt redet; die Katze aber stiehlt sich über den Boden weg. Siehe, katzenhaft kommt der Mond daher und unredlich. —
Dieses Gleichniss gebe ich euch empfindsamen Heuchlern, euch, den "Rein-Erkennenden!" Euch heisse ich—Lüsterne!
Auch ihr liebt die Erde und das Irdische: ich errieth euch wohl!—aber Scham ist in eurer Liebe und schlechtes Gewissen,—dem Monde gleicht ihr!
Zur Verachtung des Irdischen hat man euren Geist überredet, aber nicht eure Eingeweide: die aber sind das Stärkste an euch!
Und nun schämt sich euer Geist, dass er euren Eingeweiden zu willen ist und geht vor seiner eignen Scham Schleich- und Lügenwege.
"Das wäre mir das Höchste"—also redet euer verlogner Geist zu sich—"auf das Leben ohne Begierde zu schaun und nicht gleich dem Hunde mit hängender Zunge:
Glücklich zu sein im Schauen, mit erstorbenem Willen, ohne Griff und Gier der Selbstsucht—kalt und aschgrau am ganzen Leibe, aber mit trunkenen Mondesaugen!
Das wäre mir das Liebste,"—also verführt sich selber der Verführte—"die Erde zu lieben, wie der Mond sie liebt, und nur mit dem Auge allein ihre Schönheit zu betasten.
Und das heisse mir aller Dinge unbefleckte Erkenntniss, dass ich von den Dingen Nichts will: ausser dass ich vor ihnen da liegen darf wie ein Spiegel mit hundert Augen." —
Oh, ihr empfindsamen Heuchler, ihr Lüsternen! Euch fehlt die Unschuld in der Begierde: und nun verleumdet ihr drum das Begehren!
Wahrlich, nicht als Schaffende, Zeugende, Werdelustige liebt ihr die Erde!
Wo ist Unschuld? Wo der Wille zur Zeugung ist. Und wer über sich hinaus schaffen will, der hat mir den reinsten Willen.
Wo ist Schönheit? Wo ich mit allem Willen wollen muss; wo ich lieben und untergehn will, dass ein Bild nicht nur Bild bleibe.
Lieben und Untergehn: das reimt sich seit Ewigkeiten. Wille zur Liebe: das ist, willig auch sein zum Tode. Also rede ich zu euch Feiglingen!
Aber nun will euer entmanntes Schielen "Beschaulichkeit" heissen! Und was mit feigen Augen sich tasten lässt, soll "schön" getauft werden! oh, ihr Beschmutzer edler Namen!
Aber das soll euer Fluch sein, ihr Unbefleckten, ihr Rein-Erkennenden, dass ihr nie gebären werdet: und wenn ihr auch breit und trächtig am Horizonte liegt!
Wahrlich, ihr nehmt den Mund voll mit edlen Worten: und wir sollen glauben, dass euch das Herz übergehe, ihr Lügenbolde?
Aber meine Worte sind geringe, verachtete, krumme Worte: gerne nehme ich auf, was bei eurer Mahlzeit unter den Tisch fällt.
Immer noch kann ich mit ihnen—Heuchlern die Wahrheit sagen! ja, meine Gräten, Muscheln und Stachelblätter sollen—Heuchlern die Nasen kitzeln!
Schlechte Luft ist immer um euch und eure Mahlzeiten: eure lüsternen Gedanken, eure Lügen und Heimlichkeiten sind ja in der Luft!
Wagt es doch erst, euch selber zu glauben—euch und euren Eingeweiden! Wer sich selber nicht glaubt, lügt immer.
Eines Gottes Larve hängtet ihr um vor euch selber, ihr "Reinen": in eines Gottes Larve verkroch sich euer greulicher Ringelwurm.
Wahrlich, ihr täuscht, ihr "Beschaulichen"! Auch Zarathustra war einst der Narr eurer göttlichen Häute; nicht errieth er das Schlangengeringel, mit denen sie gestopft waren.
Eines Gottes Seele wähnte ich einst spielen zu sehn in euren Spielen, ihr Rein-Erkennenden! Keine bessere Kunst wähnte ich einst als eure Künste!
Schlangen-Unflath und schlimmen Geruch verhehlte mir die Ferne: und dass einer Eidechse List lüstern hier herumschlich.
Aber ich kam euch nah: da kam mir der Tag—und nun kommt er euch,—zu Ende gieng des Mondes Liebschaft!
Seht doch hin! Ertappt und bleich steht er da—vor der Morgenröthe!
Denn schon kommt sie, die Glühende,—ihre Liebe zur Erde kommt! Unschuld und Schöpfer-Begier ist alle Sonnen-Liebe!
Seht doch hin, wie sie ungeduldig über das Meer kommt! Fühlt ihr den Durst und den heissen Athem ihrer Liebe nicht?
Am Meere will sie saugen und seine Tiefe zu sich in die Höhe trinken: da hebt sich die Begierde des Meeres mit tausend Brüsten.
Geküsst und gesaugt will es sein vom Durste der Sonne; Luft will es werden und Höhe und Fusspfad des Lichts und selber Licht!
Wahrlich, der Sonne gleich liebe ich das Leben und alle tiefen Meere.
Und diess heisst mir Erkenntniss: alles Tiefe soll hinauf—zu meiner Höhe!
Also sprach Zarathustra.
Von den Gelehrten
Als ich im Schlafe lag, da frass ein Schaf am Epheukranze meines Hauptes,—frass und sprach dazu: "Zarathustra ist kein Gelehrter mehr."
Sprach's und gieng stotzig davon und stolz. Ein Kind erzählte mir's.
Gerne liege ich hier, wo die Kinder spielen, an der zerbrochnen Mauer, unter Disteln und rothen Mohnblumen.
Ein Gelehrter bin ich den Kindern noch und auch den Disteln und rothen Mohnblumen. Unschuldig sind sie, selbst noch in ihrer Bosheit.
Aber den Schafen bin ich's nicht mehr: so will es mein Loos—gesegnet sei es!
Denn diess ist die Wahrheit: ausgezogen bin ich aus dem Hause der Gelehrten: und die Thür habe ich noch hinter mir zugeworfen.
Zu lange sass meine Seele hungrig an ihrem Tische; nicht, gleich ihnen, bin ich auf das Erkennen abgerichtet wie auf das Nüsseknacken.
Freiheit liebe ich und die Luft über frischer Erde; lieber noch will ich auf Ochsenhäuten schlafen, als auf ihren Würden und Achtbarkeiten.
Ich bin zu heiss und verbrannt von eigenen Gedanken: oft will es mir den Athem nehmen. Da muss ich in's Freie und weg aus allen verstaubten Stuben.
Aber sie sitzen kühl in kühlem Schatten: sie wollen in Allem nur Zuschauer sein und hüten sich dort zu sitzen, wo die Sonne auf die Stufen brennt.
Gleich Solchen, die auf der Strasse stehn und die Leute angaffen, welche vorübergehn: also warten sie auch und gaffen Gedanken an, die Andre gedacht haben.
Greift man sie mit Händen, so stäuben sie um sich gleich Mehlsäcken, und unfreiwillig: aber wer erriethe wohl, dass ihr Staub vom Korne stammt und von der gelben Wonne der Sommerfelder?
Geben sie sich weise, so fröstelt mich ihrer kleinen Sprüche und Wahrheiten: ein Geruch ist oft an ihrer Weisheit, als ob sie aus dem Sumpfe stamme: und wahrlich, ich hörte auch schon den Frosch aus ihr quaken!
Geschickt sind sie, sie haben kluge Finger: was will meine Einfalt bei ihrer Vielfalt! Alles Fädeln und Knüpfen und Weben verstehn ihre Finger: also wirken sie die Strümpfe des Geistes!
Gute Uhrwerke sind sie: nur sorge man, sie richtig aufzuziehn! Dann zeigen sie ohne Falsch die Stunde an und machen einen bescheidnen Lärm dabei.
Gleich Mühlwerken arbeiten sie und Stampfen: man werfe ihnen nur seine Fruchtkörner zu!—sie wissen schon, Korn klein zu mahlen und weissen Staub daraus zu machen.
Sie sehen einander gut auf die Finger und trauen sich nicht zum Besten. Erfinderisch in kleinen Schlauheiten warten sie auf Solche, deren Wissen auf lahmen Füssen geht,—gleich Spinnen warten sie.
Ich sah sie immer mit Vorsicht Gift bereiten; und immer zogen sie gläserne Handschuhe dabei an ihre Finger.
Auch mit falschen Würfeln wissen sie zu spielen; und so eifrig fand ich sie spielen, dass sie dabei schwitzten.
Wir sind einander fremd, und ihre Tugenden gehn mir noch mehr wider den Geschmack, als ihre Falschheiten und falschen Würfel.
Und als ich bei ihnen wohnte, da wohnte ich über ihnen. Darüber wurden sie mir gram.
Sie wollen Nichts davon hören, dass Einer über ihren Köpfen wandelt; und so legten sie Holz und Erde und Unrath zwischen mich und ihre Köpfe.
Also dämpften sie den Schall meiner Schritte: und am schlechtesten wurde ich bisher von den Gelehrtesten gehört.
Aller Menschen Fehl und Schwäche legten sie zwischen sich und mich:—"Fehlboden" heissen sie das in ihren Häusern.
Aber trotzdem wandele ich mit meinen Gedanken über ihren Köpfen; und selbst, wenn ich auf meinen eignen Fehlern wandeln wollte, würde ich noch über ihnen sein und ihren Köpfen.
Denn die Menschen sind nicht gleich: so spricht die Gerechtigkeit. Und was ich will, dürften sie nicht wollen!
Also sprach Zarathustra.
Von den Dichtern
"Seit ich den Leib besser kenne,"—sagte Zarathustra zu einem seiner Jünger—"ist mir der Geist nur noch gleichsam Geist; und alles das 'Unvergängliche'—das ist auch nur ein Gleichniss."
"So hörte ich dich schon einmal sagen, antwortete der Jünger; "und damals fügtest du hinzu: 'aber die Dichter lügen zuviel.' Warum sagtest du doch, dass die Dichter zuviel lügen?"
"Warum?" sagte Zarathustra. "Du fragst warum? Ich gehöre nicht zu Denen, welche man nach ihrem Warum fragen darf.
Ist denn mein Erleben von Gestern? Das ist lange her, dass ich die Gründe meiner Meinungen erlebte.
Müsste ich nicht ein Fass sein von Gedächtniss, wenn ich auch meine Gründe bei mir haben wollte?
Schon zuviel ist mir's, meine Meinungen selber zu behalten; und mancher Vogel fliegt davon.
Und mitunter finde ich auch ein zugezogenes Thier in meinem Taubenschlage, das mir fremd ist, und das zittert, wenn ich meine Hand darauf lege.
Doch was sagte dir einst Zarathustra? Dass die Dichter zuviel lügen?— Aber auch Zarathustra ist ein Dichter.
Glaubst du nun, dass er hier die Wahrheit redete? Warum glaubst du das?"
Der Jünger antwortete: "ich glaube an Zarathustra." Aber Zarathustra schüttelte den Kopf und lächelte.
Der Glaube macht mich nicht selig, sagte er, zumal nicht der Glaube an mich.
Aber gesetzt, dass jemand allen Ernstes sagte, die Dichter lügen zuviel: so hat er Recht,—wir lügen zuviel.
Wir wissen auch zu wenig und sind schlechte Lerner: so müssen wir schon lügen.
Und wer von uns Dichtern hätte nicht seinen Wein verfälscht? Manch giftiger Mischmasch geschah in unsern Kellern, manches Unbeschreibliche ward da gethan.
Und weil wir wenig wissen, so gefallen uns von Herzen die geistig Armen, sonderlich wenn es junge Weibchen sind!
Und selbst nach den Dingen sind wir noch begehrlich, die sich die alten Weibchen Abends erzählen. Das heissen wir selber an uns das Ewig-Weibliche.
Und als ob es einen besondren geheimen Zugang zum Wissen gäbe, der sich Denen verschütte, welche Etwas lernen: so glauben wir an das Volk und seine "Weisheit."
Das aber glauben alle Dichter: dass wer im Grase oder an einsamen Gehängen liegend die Ohren spitze, Etwas von den Dingen erfahre, die zwischen Himmel und Erde sind.
Und kommen ihnen zärtliche Regungen, so meinen die Dichter immer, die Natur selber sei in sie verliebt:
Und sie schleiche zu ihrem Ohre, Heimliches hinein zu sagen und verliebte Schmeichelreden: dessen brüsten und blähen sie sich vor allen Sterblichen!
Ach, es giebt so viel Dinge zwischen Himmel und Erden, von denen sich nur die Dichter Etwas haben träumen lassen!
Und zumal über dem Himmel: denn alle Götter sind Dichter-Gleichniss, Dichter-Erschleichniss!
Wahrlich, immer zieht es uns hinan—nämlich zum Reich der Wolken: auf diese setzen wir unsre bunten Bälge und heissen sie dann Götter und Übermenschen:—
Sind sie doch gerade leicht genug für diese Stühle!—alle diese Götter und Übermenschen.
Ach, wie bin ich all des Unzulänglichen müde, das durchaus Ereigniss sein soll! Ach, wie bin ich der Dichter müde!
Als Zarathustra so sprach, zürnte ihm sein Jünger, aber er schwieg. Und auch Zarathustra schwieg; und sein Auge hatte sich nach innen gekehrt, gleich als ob es in weite Fernen sähe. Endlich seufzte er und holte Athem.
Ich bin von Heute und Ehedem, sagte er dann; aber Etwas ist in mir, das ist von Morgen und übermorgen und Einstmals.
Ich wurde der Dichter müde, der alten und der neuen: Oberflächliche sind sie mir Alle und seichte Meere.
Sie dachten nicht genug in die Tiefe: darum sank ihr Gefühl nicht bis zu den Gründen.
Etwas Wollust und etwas Langeweile: das ist noch ihr bestes Nachdenken gewesen.
Gespenster-Hauch und -Huschen gilt mir all ihr Harfen-Klingklang; was wussten sie bisher von der Inbrunst der Töne! —
Sie sind mir auch nicht reinlich genug: sie trüben Alle ihr Gewässer, dass es tief scheine.
Und gerne geben sie sich damit als Versöhner: aber Mittler und Mischer bleiben sie mir und Halb-und-Halbe und Unreinliche! —
Ach, ich warf wohl mein Netz in ihre Meere und wollte gute Fische fangen; aber immer zog ich eines alten Gottes Kopf herauf.
So gab dem Hungrigen das Meer einen Stein. Und sie selber mögen wohl aus dem Meere stammen.
Gewiss, man findet Perlen in ihnen: um so ähnlicher sind sie selber harten Schalthieren. Und statt der Seele fand ich oft bei ihnen gesalzenen Schleim.
Sie lernten vom Meere auch noch seine Eitelkeit: ist nicht das Meer der Pfau der Pfauen?
Noch vor dem hässlichsten aller Büffel rollt es seinen Schweif hin, nimmer wird es seines Spitzenfächers von Silber und Seide müde.
Trutzig blickt der Büffel dazu, dem Sande nahe in seiner Seele, näher noch dem Dickicht, am nächsten aber dem Sumpfe.
Was ist ihm Schönheit und Meer und Pfauen-Zierath! Dieses Gleichniss sage ich den Dichtern.
Wahrlich, ihr Geist selber ist der Pfau der Pfauen und ein Meer von Eitelkeit!
Zuschauer will der Geist des Dichters: sollten's auch Büffel sein! —
Aber dieses Geistes wurde ich müde: und ich sehe kommen, dass er seiner selber müde wird.
Verwandelt sah ich schon die Dichter und gegen sich selber den Blick gerichtet.
Büsser des Geistes sah ich kommen: die wuchsen aus ihnen.
Also sprach Zarathustra.
Von grossen Ereignissen
Es giebt eine Insel im Meere—unweit den glückseligen Inseln Zarathustra's—auf welcher beständig ein Feuerberg raucht; von der sagt das Volk, und sonderlich sagen es die alten Weibchen aus dem Volke, dass sie wie ein Felsblock vor das Thor der Unterwelt gestellt sei: durch den Feuerberg selber aber führe der schmale Weg abwärts, der zu diesem Thore der Unterwelt geleite.
Um jene Zeit nun, als Zarathustra auf den glückseligen Inseln weilte, geschah es, dass ein Schiff an der Insel Anker warf, auf welcher der rauchende Berg steht; und seine Mannschaft gieng an's Land, um Kaninchen zu schiessen. Gegen die Stunde des Mittags aber, da der Capitän und seine Leute wieder beisammen waren, sahen sie plötzlich durch die Luft einen Mann auf sich zukommen, und eine Stimme sagte deutlich: "es ist Zeit! Es ist die höchste Zeit!" Wie die Gestalt ihnen aber am nächsten war—sie flog aber schnell gleich einem Schatten vorbei, in der Richtung, wo der Feuerberg lag—da erkannten sie mit grösster Bestürzung, dass es Zarathustra sei; denn sie hatten ihn Alle schon gesehn, ausgenommen der Capitän selber, und sie liebten ihn, wie das Volk liebt: also dass zu gleichen Theilen Liebe und Scheu beisammen sind.
"Seht mir an!" sagte der alte Steuermann, "da fährt Zarathustra zur Hölle!" —
Um die gleiche Zeit, als diese Schiffer an der Feuerinsel landeten, lief das Gerücht umher, dass Zarathustra verschwunden sei; und als man seine Freunde fragte, erzählten sie, er sei bei Nacht zu Schiff gegangen, ohne zu sagen, wohin er reisen wolle.
Also entstand eine Unruhe; nach drei Tagen aber kam zu dieser Unruhe die Geschichte der Schiffsleute hinzu—und nun sagte alles Volk, dass der Teufel Zarathustra geholt habe. Seine Jünger lachten zwar ob dieses Geredes; und einer von ihnen sagte sogar: "eher glaube ich noch, dass Zarathustra sich den Teufel geholt hat." Aber im Grunde der Seele waren sie Alle voll Besorgniss und Sehnsucht: so war ihre Freude gross, als am fünften Tage Zarathustra unter ihnen erschien.
Und diess ist die Erzählung von Zarathustra's Gespräch mit dem Feuerhunde.
Die Erde, sagte er, hat eine Haut; und diese Haut hat Krankheiten. Eine dieser Krankheiten heisst zum Beispiel: "Mensch."
Und eine andere dieser Krankheiten heisst "Feuerhund": über den haben sich die Menschen Viel vorgelogen und vorlügen lassen.
Diess Geheimniss zu ergründen gieng ich über das Meer: und ich habe die Wahrheit nackt gesehn, wahrlich! barfuss bis zum Halse.
Was es mit dem Feuerhund auf sich hat, weiss ich nun; und insgleichen mit all den Auswurf- und Umsturz-Teufeln, vor denen sich nicht nur alte Weibchen fürchten.
"Heraus mit dir, Feuerhund, aus deiner Tiefe!" rief ich, "und bekenne, wie tief diese Tiefe ist! Woher ist das, was du da heraufschnaubst?
Du trinkst reichlich am Meere: das verräth deine versalzte Beredsamkeit! Fürwahr, für einen Hund der Tiefe nimmst du deine Nahrung zu sehr von der Oberfläche!
Höchstens für den Bauchredner der Erde halt' ich dich: und immer, wenn ich Umsturz- und Auswurf-Teufel reden hörte, fand ich sie gleich dir: gesalzen, lügnerisch und flach.
Ihr versteht zu brüllen und mit Asche zu verdunkeln! Ihr seid die besten Grossmäuler und lerntet sattsam die Kunst, Schlamm heiss zu sieden.
Wo ihr seid, da muss stets Schlamm in der Nähe sein, und viel Schwammichtes, Höhlichtes, Eingezwängtes: das will in die Freiheit.
'Freiheit' brüllt ihr Alle am liebsten: aber ich verlernte den Glauben an 'grosse Ereignisse,' sobald viel Gebrüll und Rauch um sie herum ist.
Und glaube mir nur, Freund Höllenlärm! Die grössten Ereignisse—das sind nicht unsre lautesten, sondern unsre stillsten Stunden.
Nicht um die Erfinder von neuem Lärme: um die Erfinder von neuen Werthen dreht sich die Welt; unhörbar dreht sie sich.
Und gesteh es nur! Wenig war immer nur geschehn, wenn dein Lärm und Rauch sich verzog. Was liegt daran, dass eine Stadt zur Mumie wurde, und eine Bildsäule im Schlamme liegt!
Und diess Wort sage ich noch den Umstürzern von Bildsäulen. Das ist wohl die grösste Thorheit, Salz in's Meer und Bildsäulen in den Schlamm zu werfen.
Im Schlamme eurer Verachtung lag die Bildsäule: aber das ist gerade ihr Gesetz, dass ihr aus der Verachtung wieder Leben und lebende Schönheit wächst!
Mit göttlicheren Zügen steht sie nun auf und leidendverführerisch; und wahrlich! sie wird euch noch Dank sagen, dass ihr sie umstürztet, ihr Umstürzer!
Diesen Rath aber rathe ich Königen und Kirchen und Allem, was alters- und tugendschwach ist—lasst euch nur umstürzen! Dass ihr wieder zum Leben kommt, und zu euch—die Tugend!" —
Also redete ich vor dem Feuerhunde: da unterbrach er mich mürrisch und fragte: "Kirche? Was ist denn das?"
"Kirche?" antwortete ich, "das ist eine Art von Staat, und zwar die verlogenste. Doch schweig still, du Heuchelhund! Du kennst deine Art wohl am besten schon!
Gleich dir selber ist der Staat ein Heuchelhund; gleich dir redet er gern mit Rauch und Gebrülle,—dass er glauben mache, gleich dir, er rede aus dem Bauch der Dinge.
Denn er will durchaus das wichtigste Thier auf Erden sein, der Staat; und man glaubt's ihm auch." —
Als ich das gesagt hatte, gebärdete sich der Feuerhund wie unsinnig vor Neid. "Wie?" schrie er, "das wichtigste Thier auf Erden? Und man glaubt's ihm auch?" Und so viel Dampf und grässliche Stimmen kamen ihm aus dem Schlunde, dass ich meinte, er werde vor Arger und Neid ersticken.
Endlich wurde er stiller, und sein Keuchen liess nach; sobald er aber stille war, sagte ich lachend:
"Du ärgerst dich, Feuerhund: also habe ich über dich Recht!
Und dass ich auch noch Recht behalte, so höre von einem andern Feuerhunde: der spricht wirklich aus dem Herzen der Erde.
Gold haucht sein Athem und goldigen Regen: so will's das Herz ihm. Was ist ihm Asche und Rauch und heisser Schleim noch!
Lachen flattert aus ihm wie ein buntes Gewölke; abgünstig ist er deinem Gurgeln und Speien und Grimmen der Eingeweide!
Das Gold aber und das Lachen—das nimmt er aus dem Herzen der Erde: denn dass du's nur weisst,—das Herz der Erde ist von Gold."
Als diess der Feuerhund vernahm, hielt er's nicht mehr aus, mir zuzuhören. Beschämt zog er seinen Schwanz ein, sagte auf eine kleinlaute Weise Wau! Wau! und kroch hinab in seine Höhle. —
Also erzählte Zarathustra. Seine Jünger aber hörten ihm kaum zu: so gross war ihre Begierde, ihm von den Schiffsleuten, den Kaninchen und dem fliegenden Manne zu erzählen.
"Was soll ich davon denken!" sagte Zarathustra. "Bin ich denn ein Gespenst?
Aber es wird mein Schatten gewesen sein. Ihr hörtet wohl schon Einiges vom Wanderer und seinem Schatten?
Sicher aber ist das: ich muss ihn kürzer halten,—er verdirbt mir sonst noch den Ruf."
Und nochmals schüttelte Zarathustra den Kopf und wunderte sich. "Was soll ich davon denken!" sagte er nochmals.
"Warum schrie denn das Gespenst: 'es ist Zeit! Es ist die höchste Zeit!'
Wozu ist es denn—höchste Zeit?" —
Also sprach Zarathustra.
Der Wahrsager
"— und ich sahe eine grosse Traurigkeit über die Menschen kommen. Die Besten wurden ihrer Werke müde.
Eine Lehre ergieng, ein Glauben lief neben ihr: 'Alles ist leer, Alles ist gleich, Alles war!'
Und von allen Hügeln klang es wieder: 'Alles ist leer, Alles ist gleich, Alles war!'
Wohl haben wir geerntet: aber warum wurden alle Früchte uns faul und braun? Was fiel vom bösen Monde bei der letzten Nacht hernieder?
Umsonst war alle Arbeit, Gift ist unser Wein geworden, böser Blick sengte unsre Felder und Herzen gelb.
Trocken wurden wir Alle; und fällt Feuer auf uns, so stäuben wir der Asche gleich:—ja das Feuer selber machten wir müde.
Alle Brunnen versiegten uns, auch das Meer wich zurück. Aller Grund will reissen, aber die Tiefe will nicht schlingen!
'Ach, wo ist noch ein Meer, in dem man ertrinken könnte': so klingt unsre Klage—hinweg über flache Sümpfe.
Wahrlich, zum Sterben wurden wir schon zu müde; nun wachen wir noch und leben fort—in Grabkammern!" —
Also hörte Zarathustra einen Wahrsager reden; und seine Weissagung gieng ihm zu Herzen und verwandelte ihn. Traurig gieng er umher und müde; und er wurde Denen gleich, von welchen der Wahrsager geredet hatte.
"Wahrlich," so sagte er zu seinen Jüngern, "es ist um ein Kleines, so kommt diese lange Dämmerung. Ach, wie soll ich mein Licht hinüber retten!
Dass es mir nicht ersticke in dieser Traurigkeit! Ferneren Welten soll es ja Licht sein und noch fernsten Nächten!"
Dergestalt im Herzen bekümmert gieng Zarathustra umher; und drei Tage lang nahm er nicht Trank und Speise zu sich, hatte keine Ruhe und verlor die Rede. Endlich geschah es, dass er in einen tiefen Schlaf verfiel. Seine Jünger aber sassen um ihn in langen Nachtwachen und warteten mit Sorge, ob er wach werde und wieder rede und genesen sei von seiner Trübsal.
Diess aber ist die Rede, welche Zarathustra sprach, als er aufwachte; seine Stimme aber kam zu seinen Jüngern wie aus weiter Ferne.
Hört mir doch den Traum, den ich träumte, ihr Freunde, und helft mir seinen Sinn rathen!
Ein Räthsel ist er mir noch, dieser Traum; sein Sinn ist verborgen in ihm und eingefangen und fliegt noch nicht über ihn hin mit freien Flügeln.
Allem Leben hatte ich abgesagt, so träumte mir. Zum Nacht- und Grabwächter war ich worden, dort auf der einsamen Berg-Burg des Todes.
Droben hütete ich seine Särge: voll standen die dumpfen Gewölbe von solchen Siegeszeichen. Aus gläsernen Särgen blickte mich überwundenes Leben an.
Den Geruch verstaubter Ewigkeiten athmete ich: schwül und verstaubt lag meine Seele. Und wer hätte dort auch seine Seele lüften können!
Helle der Mitternacht war immer um mich, Einsamkeit kauerte neben ihr; und, zudritt, röchelnde Todesstille, die schlimmste meiner Freundinnen.
Schlüssel führte ich, die rostigsten aller Schlüssel; und ich verstand es, damit das knarrendste aller Thore zu öffnen.
Einem bitterbösen Gekrächze gleich lief der Ton durch die langen Gänge, wenn sich des Thores Flügel hoben: unhold schrie dieser Vogel, ungern wollte er geweckt sein.
Aber furchtbarer noch und herzzuschnürender war es, wenn es wieder schwieg und rings stille ward, und ich allein sass in diesem tückischen Schweigen.
So gieng mir und schlich die Zeit, wenn Zeit es noch gab: was weiss ich davon! Aber endlich geschah das, was mich weckte.
Dreimal schlugen Schläge an's Thor, gleich Donnern, es hallten und heulten die Gewölbe dreimal wieder: da gieng ich zum Thore.
Alpa! rief ich, wer trägt seine Asche zu Berge? Alpa! Alpa! Wer trägt seine Asche zu Berge?
Und ich drückte den Schlüssel und hob am Thore und mühte mich. Aber noch keinen Fingerbreit stand es offen:
Da riss ein brausender Wind seine Flügel auseinander: pfeifend, schrillend und schneidend warf er mir einen schwarzen Sarg zu:
Und im Brausen und Pfeifen und Schrillen zerbarst der Sarg und spie tausendfältiges Gelächter aus.
Und aus tausend Fratzen von Kindern, Engeln, Eulen, Narren und kindergrossen Schmetterlingen lachte und höhnte und brauste es wider mich.
Grässlich erschrak ich darob: es warf mich nieder. Und ich schrie vor Grausen, wie nie ich schrie.
Aber der eigne Schrei weckte mich auf:—und ich kam zu mir. —
Also erzählte Zarathustra seinen Traum und schwieg dann: denn er wusste noch nicht die Deutung seines Traumes. Aber der Jünger, den er am meisten lieb hatte, erhob sich schnell, fasste die Hand Zarathustra's und sprach:
"Dein Leben selber deutet uns diesen Traum, oh Zarathustra!
Bist du nicht selber der Wind mit schrillem Pfeifen, der den Burgen des Todes die Thore aufreisst?
Bist du nicht selber der Sarg voll bunter Bosheiten und Engelsfratzen des Lebens?
Wahrlich, gleich tausendfältigem Kindsgelächter kommt Zarathustra in alle Todtenkammern, lachend über diese Nacht- und Grabwächter, und wer sonst mit düstern Schlüsseln rasselt.
Schrecken und umwerfen wirst du sie mit deinem Gelächter; Ohnmacht und Wachwerden wird deine Macht über sie beweisen.
Und auch, wenn die lange Dämmerung kommt und die Todesmüdigkeit, wirst du an unserm Himmel, nicht untergehn, du Fürsprecher des Lebens!
Neue Sterne liessest du uns sehen und neue Nachtherrlichkeiten; wahrlich, das Lachen selber spanntest du wie ein buntes Gezelt über uns.
Nun wird immer Kindes-Lachen aus Särgen quellen; nun wird immer siegreich ein starker Wind kommen aller Todesmüdigkeit: dessen bist du uns selber Bürge und Wahrsager!
Wahrlich, sie selber träumtest du, deine Feinde: das war dein schwerster Traum!
Aber wie du von ihnen aufwachtest und zu dir kamst, also sollen sie selber von sich aufwachen—und zu dir kommen!" —
So sprach der Jünger; und alle Anderen drängten sich nun um Zarathustra und ergriffen ihn bei den Händen und wollten ihn bereden, dass er vom Bette und von der Traurigkeit lasse und zu ihnen zurückkehre. Zarathustra aber sass aufgerichtet auf seinem Lager, und mit fremdem Blicke. Gleichwie Einer, der aus langer Fremde heimkehrt, sah er auf seine Jünger und prüfte ihre Gesichter; und noch erkannte er sie nicht. Als sie aber ihn hoben und auf die Füsse stellten, siehe, da verwandelte sich mit Einem Male sein Auge; er begriff Alles, was geschehen war, strich sich den Bart und sagte mit starker Stimme:
"Wohlan! Diess nun hat seine Zeit; sorgt mir aber dafür, meine jünger, dass wir eine gute Mahlzeit machen, und in Kürze! Also gedenke ich Busse zu thun für schlimme Träume!
Der Wahrsager aber soll an meiner Seite essen und trinken: und wahrlich, ich will ihm noch ein Meer zeigen, in dem er ertrinken kann!"
Also sprach Zarathustra. Darauf aber blickte er dem Jünger, welcher den Traumdeuter abgegeben hatte, lange in's Gesicht und schüttelte dabei den Kopf. —
Von der Erlösung
Als Zarathustra eines Tags über die grosse Brücke gieng, umringten ihn die Krüppel und Bettler, und ein Bucklichter redete also zu ihm:
"Siehe, Zarathustra! Auch das Volk lernt von dir und gewinnt Glauben an deine Lehre: aber dass es ganz dir glauben soll, dazu bedarf es noch Eines—du musst erst noch uns Krüppel überreden! Hier hast du nun eine schöne Auswahl und wahrlich, eine Gelegenheit mit mehr als Einem Schopfe! Blinde kannst du heilen und Lahme laufen machen; und Dem, der zuviel hinter sich hat, könntest du wohl auch ein Wenig abnehmen:—das, meine ich, wäre die rechte Art, die Krüppel an Zarathustra glauben zu machen!"
Zarathustra aber erwiderte Dem, der da redete, also: "Wenn man dem Bucklichten seinen Buckel nimmt, so nimmt man ihm seinen Geist—also lehrt das Volk. Und wenn man dem Blinden seine Augen giebt, so sieht er zuviel schlimme Dinge auf Erden: also dass er Den verflucht, der ihn heilte. Der aber, welcher den Lahmen laufen macht, der thut ihm den grössten Schaden an: denn kaum kann er laufen, so gehn seine Laster mit ihm durch—also lehrt das Volk über Krüppel. Und warum sollte Zarathustra nicht auch vom Volke lernen, wenn das Volk von Zarathustra lernt?
Das ist mir aber das Geringste, seit ich unter Menschen bin, dass ich sehe: 'Diesem fehlt ein Auge und jenem ein Ohr und einem Dritten das Bein, und Andre giebt es, die verloren die Zunge oder die Nase oder den Kopf.'
Ich sehe und sah Schlimmeres und mancherlei so Abscheuliches, dass ich nicht von Jeglichem reden und von Einigem nicht einmal schweigen möchte: nämlich Menschen, denen es an Allem fehlt, ausser dass sie Eins zuviel haben—Menschen, welche Nichts weiter sind als ein grosses Auge, oder ein grosses Maul oder ein grosser Bauch oder irgend etwas Grosses,—umgekehrte Krüppel heisse ich Solche.
Und als ich aus meiner Einsamkeit kam und zum ersten Male über diese Brücke gieng: da traute ich meinen Augen nicht und sah hin, und wieder hin, und sagte endlich: 'das ist ein Ohr! Ein Ohr, so gross wie ein Mensch!' Ich sah noch besser hin: und wirklich, unter dem Ohre bewegte sich noch Etwas, das zum Erbarmen klein und ärmlich und schmächtig war. Und wahrhaftig, das ungeheure Ohr sass auf einem kleinen dünnen Stiele,—der Stiel aber war ein Mensch! Wer ein Glas vor das Auge nahm, konnte sogar noch ein kleines neidisches Gesichtchen erkennen; auch, dass ein gedunsenes Seelchen am Stiele baumelte. Das Volk sagte mir aber, das grosse Ohr sei nicht nur ein Mensch, sondern ein grosser Mensch, ein Genie. Aber ich glaubte dem Volke niemals, wenn es von grossen Menschen redete—und behielt meinen Glauben bei, dass es ein umgekehrter Krüppel sei, der an Allem zu wenig und an Einem zu viel habe."
Als Zarathustra so zu dem Bucklichten geredet hatte und zu Denen, welchen er Mundstück und Fürsprecher war, wandte er sich mit tiefem Unmuthe zu seinen Jüngern und sagte:
"Wahrlich, meine Freunde, ich wandle unter den Menschen wie unter den Bruchstücken und Gliedmaassen von Menschen!
Diess ist meinem Auge das Fürchterliche, dass ich den Menschen zertrümmert finde und zerstreuet wie über ein Schlacht- und Schlächterfeld hin.
Und flüchtet mein Auge vom Jetzt zum Ehemals: es findet immer das Gleiche: Bruchstücke und Gliedmaassen und grause Zufälle—aber keine Menschen!
Das Jetzt und das Ehemals auf Erden—ach! meine Freunde—das, ist mein Unerträglichstes; und ich wüsste nicht zu leben, wenn ich nicht noch ein Seher wäre, dessen, was kommen muss.
Ein Seher, ein Wollender, ein Schaffender, eine Zukunft selber und eine Brücke zur Zukunft—und ach, auch noch gleichsam ein Krüppel an dieser Brücke: das Alles ist Zarathustra.
Und auch ihr fragtet euch oft: 'wer ist uns Zarathustra? Wie soll er uns heissen?' Und gleich mir selber gabt ihr euch Fragen zur Antwort.
Ist er ein Versprechender? Oder ein Erfüller? Ein Erobernder? Oder ein Erbender? Ein Herbst? Oder eine Pflugschar? Ein Arzt? Oder ein Genesener?
Ist er ein Dichter? Oder ein Wahrhaftiger? Ein Befreier? Oder ein Bändiger? Ein Guter? Oder ein Böser?
Ich wandle unter Menschen als den Bruchstücken der Zukunft: jener Zukunft, die ich schaue.
Und das ist all mein Dichten und Trachten, dass ich in Eins dichte und zusammentragen was Bruchstück ist und Räthsel und grauser Zufall.
Und wie ertrüge ich es, Mensch zu sein, wenn der Mensch nicht auch Dichter und Räthselrather und der Erlöser des Zufalls wäre!
Die Vergangnen zu erlösen und alles 'Es war' umzuschauen in ein 'So wollte ich es!'—das hiesse mir erst Erlösung!
Wille—so heisst der Befreier und Freudebringer: also lehrte ich euch, meine Freunde! Und nun lernt diess hinzu: der Wille selber ist noch ein Gefangener.
Wollen befreit: aber wie heisst Das, was auch den Befreier noch in Ketten schlägt?
'Es war': also heisst des Willens Zähneknirschen und einsamste Trübsal. Ohnmächtig gegen Das, was gethan ist—ist er allem Vergangenen ein böser Zuschauer.
Nicht zurück kann der Wille wollen; dass er die Zeit nicht brechen kann und der Zeit Begierde,—das ist des Willens einsamste Trübsal.
Wollen befreit: was ersinnt sich das Wollen selber, dass es los seiner Trübsal werde und seines Kerkers spotte?
Ach, ein Narr wird jeder Gefangene! Närrisch erlöst sich auch der gefangene Wille.
Dass die Zeit nicht zurückläuft, das ist sein Ingrimm; 'Das, was war'—so heisst der Stein, den er nicht wälzen kann.
Und so wälzt er Steine aus Ingrimm und Unmuth und übt Rache an dem, was nicht gleich ihm Grimm und Unmuth fühlt.
Also wurde der Wille, der Befreier, ein Wehethäter: und an Allem, was leiden kann, nimmt er Rache dafür, dass er nicht zurück kann.
Diess, ja diess allein ist Rache selber: des Willens Widerwille gegen die Zeit und ihr 'Es war.'
Wahrlich, eine grosse Narrheit wohnt in unserm Willen; und zum Fluche wurde es allem Menschlichen, dass diese Narrheit Geist lernte!
Der Geist der Rache: meine Freunde, das war bisher der Menschen bestes Nachdenken; und wo Leid war, da sollte immer Strafe sein.
'Strafe' nämlich, so heisst sich die Rache selber: mit einem Lügenwort heuchelt sie sich ein gutes Gewissen.
Und weil im Wollenden selber Leid ist, darob dass es nicht zurück wollen kann,—also sollte Wollen selber und alles Leben—Strafe sein!
Und nun wälzte sich Wolke auf Wolke über den Geist: bis endlich der Wahnsinn predigte: 'Alles vergeht, darum ist Alles werth zu vergehn!'
'Und diess ist selber Gerechtigkeit, jenes Gesetz der Zeit, dass sie ihre Kinder fressen muss': also predigte der Wahnsinn.
'Sittlich sind die Dinge geordnet nach Recht und Strafe. Oh wo ist die Erlösung vom Fluss der Dinge und der Strafe "Dasein"?' Also predigte der Wahnsinn.
'Kann es Erlösung geben, wenn es ein ewiges Recht giebt? Ach, unwälzbar ist der Stein "Es war": ewig müssen auch alle Strafen sein!' Also predigte der Wahnsinn.
'Keine That kann vernichtet werden: wie könnte sie durch die Strafe ungethan werden! Diess, diess ist das Ewige an der Strafe "Dasein," dass das Dasein auch ewig wieder That und Schuld sein muss!
Es sei denn, dass der Wille endlich sich selber erlöste und Wollen zu Nicht-Wollen würde—': doch ihr kennt, meine Brüder, diess Fabellied des Wahnsinns!
Weg führte ich euch von diesen Fabelliedern, als ich euch lehrte: 'der Wille ist ein Schaffender.'
Alles 'Es war' ist ein Bruchstück, ein Räthsel, ein grauser Zufall—bis der schaffende Wille dazu sagt: 'aber so wollte ich es!'
Bis der schaffende Wille dazu sagt: 'Aber so will ich es! So werde ich's wollen!'
Aber sprach er schon so? Und wann geschieht diess? Ist der Wille schon abgeschirrt von seiner eignen Thorheit?
Wurde der Wille sich selber schon Erlöser und Freudebringer? Verlernte er den Geist der Rache und alles Zähneknirschen?
Und wer lehrte ihn Versöhnung mit der Zeit, und Höheres als alle Versöhnung ist?
Höheres als alle Versöhnung muss der Wille wollen, welcher der Wille zur Macht ist—: doch wie geschieht ihm das? Wer lehrte ihn auch noch das Zurückwollen?"
— Aber an dieser Stelle seiner Rede geschah es, dass Zarathustra plötzlich innehielt und ganz einem Solchen gleich sah, der auf das Äusserste erschrickt. Mit erschrecktem Auge blickte er auf seine Jünger; sein Auge durchbohrte wie mit Pfeilen ihre Gedanken und Hintergedanken. Aber nach einer kleinen Weile lachte er schon wieder und sagte begütigt:
"Es ist schwer, mit Menschen zu leben, weil Schweigen so schwer ist. Sonderlich für einen Geschwätzigen." —
Also sprach Zarathustra. Der Bucklichte aber hatte dem Gespräche zugehört und sein Gesicht dabei bedeckt; als er aber Zarathustra lachen hörte, blickte er neugierig auf und sagte langsam:
"Aber warum redet Zarathustra anders zu uns als zu seinen Jüngern?"
Zarathustra antwortete: "Was ist da zum Verwundern! Mit Bucklichten darf man schon bucklicht reden!"
"Gut," sagte der Bucklichte; "und mit Schülern darf man schon aus der Schule schwätzen.
Aber warum redet Zarathustra anders zu seinen Schülern—als zu sich selber?" —
Von der Menschen-Klugheit
Nicht die Höhe: der Abhang ist das Furchtbare!
Der Abhang, wo der Blick hinunter stürzt und die Hand hinauf greift. Da schwindelt dem Herzen vor seinem doppelten Willen.
Ach, Freunde, errathet ihr wohl auch meines Herzens doppelten Willen?
Das, das ist mein Abhang und meine Gefahr, dass mein Blick in die Höhe stürzt, und dass meine Hand sich halten und stützen möchte—an der Tiefe!
An den Menschen klammert sich mein Wille, mit Ketten binde ich mich an den Menschen, weil es mich hinauf reisst zum Obermenschen: denn dahin will mein andrer Wille.
Und dazu lebe ich blind unter den Menschen; gleich als ob ich sie nicht kennte: dass meine Hand ihren Glauben an Festes nicht ganz verliere.
Ich kenne euch Menschen nicht: diese Finsterniss und Tröstung ist oft um mich gebreitet.
Ich sitze am Thorwege für jeden Schelm und frage: "wer will mich betrügen?"
Das ist meine erste Menschen-Klugheit, dass ich mich betrügen lasse, um nicht auf der Hut zu sein vor Betrügern.
Ach, wenn ich auf der Hut wäre vor dem Menschen: wie könnte meinem Balle der Mensch ein Anker sein! Zu leicht risse es mich hinauf und hinweg!
Diese Vorsehung ist über meinem Schicksal, dass ich ohne Vorsicht sein muss.
Und wer unter Menschen nicht verschmachten will, muss lernen, aus allen Gläsern zu trinken; und wer unter Menschen rein bleiben will, muss verstehn, sich auch mit schmutzigem Wasser zu waschen.
Und also sprach ich oft mir zum Troste: "Wohlan! Wohlauf! Altes Herz! Ein Unglück missrieth dir: geniesse diess als dein—Glück!"
Diess aber ist meine andre Menschen-Klugheit: ich schone die Eitlen mehr als die Stolzen.
Ist nicht verletzte Eitelkeit die Mutter aller Trauerspiele? Wo aber Stolz verletzt wird, da wächst wohl etwas Besseres noch, als Stolz ist.
Damit das Leben gut anzuschaun sei, muss sein Spiel gut gespielt werden: dazu aber bedarf es guter Schauspieler.
Gute Schauspieler fand ich alle Eitlen: sie spielen und wollen, dass ihnen gern zugeschaut werde,—all ihr Geist ist bei diesem Willen.
Sie führen sich auf, sie erfinden sich; in ihrer Nähe liebe ich's, dem Leben zuzuschaun,—es heilt von der Schwermuth.
Darum schone ich die Eitlen, weil sie mir Arzte sind meiner Schwermuth und mich am Menschen fest halten als an einem Schauspiele.
Und dann: wer ermisst am Eitlen die ganze Tiefe seiner Bescheidenheit! Ich bin ihm gut und mitleidig ob seiner Bescheidenheit.
Von euch will er seinen Glauben an sich lernen; er nährt sich an euren Blicken, er frisst das Lob aus euren Händen.
Euren Lügen glaubt er noch, wenn ihr gut über ihn lügt: denn im Tiefsten seufzt sein Herz: "was bin ich!"
Und wenn das die rechte Tugend ist, die nicht um sich selber weiss: nun, der Eitle weiss nicht um seine Bescheidenheit! —
Das ist aber meine dritte Menschen-Klugheit, dass ich mir den Anblick der Bösen nicht verleiden lasse durch eure Furchtsamkeit.
Ich bin selig, die Wunder zu sehn, welche heisse Sonne ausbrütet: Tiger und Palmen und Klapperschlangen.
Auch unter Menschen giebt es schöne Brut heisser Sonne und viel Wunderwürdiges an den Bösen.
Zwar, wie eure Weisesten mir nicht gar so weise erschienen: so fand ich auch der Menschen Bosheit unter ihrem Rufe.
Und oft fragte ich mit Kopfschütteln: "Warum noch klappern, ihr Klapperschlangen?"
Wahrlich, es giebt auch für das Böse noch eine Zukunft! Und der heisseste Süden ist noch nicht entdeckt für den Menschen.
Wie Manches heisst jetzt schon ärgste Bosheit, was doch nur zwölf Schuhe breit und drei Monate lang ist! Einst aber werden grössere Drachen zur Welt kommen.
Denn dass dem Übermenschen sein Drache nicht fehle, der Über-Drache, der seiner würdig ist: dazu muss viel heisse Sonne noch auf feuchten Urwald glühen!
Aus euren Wildkatzen müssen erst Tiger geworden sein und aus euren Giftkröten Krokodile: denn der gute Jäger soll eine gute Jagd haben!
Und wahrlich, ihr Guten und Gerechten! An euch ist Viel zum Lachen und zumal eure Furcht vor dem, was bisher "Teufel" hiess!
So fremd seid ihr dem Grossen mit eurer Seele, dass euch der Übermensch furchtbar sein würde in seiner Güte!
Und ihr Weisen und Wissenden, ihr würdet vor dem Sonnenbrande der Weisheit flüchten, in dem der Übermensch mit Lust seine Nacktheit badet!
Ihr höchsten Menschen, denen mein Auge begegnete! das ist mein Zweifel an euch und mein heimliches Lachen: ich rathe, ihr würdet meinen Übermenschen—Teufel heissen!
Ach, ich ward dieser Höchsten und Besten müde: aus ihrer "Höhe" verlangte mich hinauf, hinaus, hinweg zu dem Übermenschen!
Ein Grausen überfiel mich, als ich diese Besten nackend sah: da wuchsen mir die Flügel, fortzuschweben in ferne Zukünfte.
In fernere Zukünfte, in südlichere Süden, als je ein Bildner träumte: dorthin, wo Götter sich aller Kleider schämen!
Aber verkleidet will ich euch sehn, ihr Nächsten und Mitmenschen, und gut geputzt, und eitel, und würdig, als "die Guten und Gerechten," —
Und verkleidet will ich selber unter euch sitzen,—dass ich euch und mich verkenne: das ist nämlich meine letzte Menschen-Klugheit.
Also sprach Zarathustra.
Die stillste Stunde
Was geschah mir, meine Freunde? Ihr seht mich verstört, fortgetrieben, unwillig-folgsam, bereit zu gehen—ach, von euch fortzugehen!
Ja, noch Ein Mal muss Zarathustra in seine Einsamkeit: aber unlustig geht diessmal der Bär zurück in seine Höhle!
Was geschah mir? Wer gebeut diess?— Ach, meine zornige Herrin will es so, sie sprach zu mir: nannte ich je euch schon ihren Namen?
Gestern gen Abend sprach zu mir meine stillste Stunde: das ist der Name meiner furchtbaren Herrin.
Und so geschah's,—denn Alles muss ich euch sagen, dass euer Herz sich nicht verhärte gegen den plötzlich Scheidenden!
Kennt ihr den Schrecken des Einschlafenden? —
Bis in die Zehen hinein erschrickt er, darob, dass ihm der Boden weicht und der Traum beginnt.
Dieses sage ich euch zum Gleichniss. Gestern, zur stillsten Stunde, wich mir der Boden: der Traum begann.
Der Zeiger rückte, die Uhr meines Lebens holte Athem—nie hörte ich solche Stille um mich: also dass mein Herz erschrak.
Dann sprach es ohne Stimme zu mir: "Du weisst es, Zarathustra?" —
Und ich schrie vor Schrecken bei diesem Flüstern, und das Blut wich aus meinem Gesichte: aber ich schwieg.
Da sprach es abermals ohne Stimme zu mir: "Du weisst es, Zarathustra, aber du redest es nicht!" —
Und ich antwortete endlich gleich einem Trotzigen: "Ja, ich weiss es, aber ich will es nicht reden!"
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir: "Du willst nicht, Zarathustra? Ist diess auch wahr? Verstecke dich nicht in deinen Trotz!" —
Und ich weinte und zitterte wie ein Kind und sprach: "Ach, ich wollte schon, aber wie kann ich es! Erlass mir diess nur! Es ist über meine Kraft!"
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir: "Was liegt an dir, Zarathustra! Sprich dein Wort und zerbrich!" —
Und ich antwortete: "Ach, ist es mein Wort? Wer bin ich? Ich warte des Würdigeren; ich bin nicht werth, an ihm auch nur zu zerbrechen."
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir: "Was liegt an dir? Du bist mir noch nicht demüthig genug. Die Demuth hat das härteste Fell." —
Und ich antwortete: "Was trug nicht schon das Fell meiner Demuth! Am Fusse wohne ich meiner Höhe: wie hoch meine Gipfel sind? Niemand sagte es mir noch. Aber gut kenne ich meine Thäler."
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir: "Oh Zarathustra, wer Berge zu versetzen hat, der versetzt auch Thäler und Niederungen." —
Und ich antwortete: "Noch versetzte mein Wort keine Berge, und was ich redete, erreichte die Menschen nicht. Ich gieng wohl zu den Menschen, aber noch langte ich nicht bei ihnen an."
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir: "Was weisst du davon! Der Thau fällt auf das Gras, wenn die Nacht am verschwiegensten ist." —
Und ich antwortete: "sie verspotteten mich, als ich meinen eigenen Weg fand und gieng; und in Wahrheit zitterten damals meine Füsse.
Und so sprachen sie zu mir: 'du verlerntest den Weg, nun verlernst du auch das Gehen!'"
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir: "Was liegt an ihrem Spotte! Du bist Einer, der das Gehorchen verlernt hat: nun sollst du befehlen!
Weisst du nicht, wer Allen am nöthigsten thut? Der Grosses befiehlt.
Grosses vollführen ist schwer: aber das Schwerere ist, Grosses befehlen.
Das ist dein Unverzeihlichstes: du hast die Macht, und du willst nicht herrschen." —
Und ich antwortete: "Mir fehlt des Löwen Stimme zu allem Befehlen."
Da sprach es wieder wie ein Flüstern zu mir: "Die stillsten Worte sind es, welche den Sturm bringen. Gedanken, die mit Taubenfüssen kommen, lenken die Welt.
Oh Zarathustra, du sollst gehen als ein Schatten dessen, was kommen muss: so wirst du befehlen und befehlend vorangehen." —
Und ich antwortete: "Ich schäme mich."
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir: "Du musst noch Kind werden und ohne Scham.
Der Stolz der Jugend ist noch auf dir, spät bist du jung geworden: aber wer zum Kinde werden will, muss auch noch seine Jugend überwinden." —
Und ich besann mich lange und zitterte. Endlich aber sagte ich, was ich zuerst sagte: "Ich will nicht."
Da geschah ein Lachen um mich. Wehe, wie diess Lachen mir die Eingeweide zerriss und das Herz aufschlitzte!
Und es sprach zum letzten Male zu mir: "Oh Zarathustra, deine Früchte sind reif, aber du bist nicht reif für deine Früchte!
So musst du wieder in die Einsamkeit: denn du sollst noch mürbe werden." —
Und wieder lachte es und floh: dann wurde es stille um mich wie mit einer zwiefachen Stille. Ich aber lag am Boden, und der Schweiss floss mir von den Gliedern.
— Nun hörtet ihr Alles, und warum ich in meine Einsamkeit zurück muss. Nichts verschwieg ich euch, meine Freunde.
Aber auch diess hörtet ihr von mir, wer immer noch aller Menschen Verschwiegenster ist—und es sein will!
Ach meine Freunde! Ich hätte euch noch Etwas zu sagen, ich hätte euch noch Etwas zu geben! Warum gebe ich es nicht? Bin ich denn geizig?" —
Als Zarathustra aber diese Worte gesprochen hatte, überfiel ihn die Gewalt des Schmerzes und die Nähe des Abschieds von seinen Freunden, also dass er laut weinte; und Niemand wusste ihn zu trösten. Des Nachts aber gieng er allein fort und verliess seine Freunde.
Dritter Teil
Ihr seht nach Oben, wenn ihr nach Erhebung verlangt. Und ich sehe hinab, weil ich erhoben bin.
Wer von euch kann zugleich lachen und erhoben sein?
Wer auf den höchsten Bergen steigt, der lacht über alle Trauer-Spiele und Trauer-Ernste."
Zarathustra, vom Lesen und Schreiben.
Der Wanderer
Um Mitternacht war es, da nahm Zarathustra seinen Weg über den Rücken der Insel, dass er mit dem frühen Morgen an das andre Gestade käme: denn dort wollte er zu Schiff steigen. Es gab nämlich allda eine gute Rhede, an der auch fremde Schiffe gern vor Anker giengen; die nahmen Manchen mit sich, der von den glückseligen Inseln über das Meer wollte. Als nun Zarathustra so den Berg hinanstieg, gedachte er unterwegs des vielen einsamen Wanderns von Jugend an, und wie viele Berge und Rücken und Gipfel er schon gestiegen sei.
"Ich bin ein Wanderer und ein Bergsteiger," sagte er zu seinem Herzen, "ich liebe die Ebenen nicht und es scheint, ich kann nicht lange still sitzen.
Und was mir nun auch noch als Schicksal und Erlebniss komme,—ein Wandern wird darin sein und ein Bergsteigen: man erlebt endlich nur noch sich selber.
Die Zeit ist abgeflossen, wo mir noch Zufälle begegnen durften; und was könnte jetzt noch zu mir fallen, was nicht schon mein Eigen wäre!
Es kehrt nur zurück, es kommt mir endlich heim—mein eigen Selbst, und was von ihm lange in der Fremde war und zerstreut unter alle Dinge und Zufälle.
Und noch Eins weiss ich: ich stehe jetzt vor meinem letzten Gipfel und vor dem, was mir am längsten aufgespart war. Ach, meinen härtesten Weg muss ich hinan! Ach, ich begann meine einsamste Wanderung!
Wer aber meiner Art ist, der entgeht einer solchen Stunde nicht: der Stunde, die zu ihm redet: 'Jetzo erst gehst du deinen Weg der Grösse! Gipfel und Abgrund—das ist jetzt in Eins beschlossen!
Du gehst deinen Weg der Grösse: nun ist deine letzte Zuflucht worden, was bisher deine letzte Gefahr hiess!
Du gehst deinen Weg der Grösse: das muss nun dein bester Muth sein, dass es hinter dir keinen Weg mehr giebt!
Du gehst deinen Weg der Grösse; hier soll dir Keiner nachschleichen! Dein Fuss selber löschte hinter dir den Weg aus, und über ihm steht geschrieben: Unmöglichkeit.
Und wenn dir nunmehr alle Leitern fehlen, so musst du verstehen, noch auf deinen eigenen Kopf zu steigen: wie wolltest du anders aufwärts steigen?
Auf deinen eigenen Kopf und hinweg über dein eigenes Herz! Jetzt muss das Mildeste an dir noch zum Härtesten werden.
Wer sich stets viel geschont hat, der kränkelt zuletzt an seiner vielen Schonung. Gelobt sei, was hart macht! Ich lobe das Land nicht, wo Butter und Honig—fliesst!
Von sich absehn lernen ist nöthig, um Viel zu sehn:—diese Härte thut jedem Berge-Steigenden Noth.
Wer aber mit den Augen zudringlich ist als Erkennender, wie sollte der von allen Dingen mehr als ihre vorderen Gründe sehn!
Du aber, oh Zarathustra, wolltest aller Dinge Grund schaun und Hintergrund: so musst du schon über dich selber steigen,—hinan, hinauf, bis du auch deine Sterne noch unter dir hast!'
Ja! Hinab auf mich selber sehn und noch auf meine Sterne: das erst hiesse mir mein Gipfel, das blieb mir noch zurück als mein letzter Gipfel!" —
Also sprach Zarathustra im Steigen zu sich, mit harten Sprüchlein sein Herz tröstend: denn er war wund am Herzen wie noch niemals zuvor. Und als er auf die Höhe des Bergrückens kam, siehe, da lag das andere Meer vor ihm ausgebreitet: und er stand still und schwieg lange. Die Nacht aber war kalt in dieser Höhe und klar und hellgestirnt.
"Ich erkenne mein Loos," sagte er endlich mit Trauer. "Wohlan! Ich bin bereit. Eben begann meine letzte Einsamkeit.
Ach, diese schwarze traurige See unter mir! Ach, diese schwangere nächtliche Verdrossenheit! Ach, Schicksal und See! Zu euch muss ich nun hinab steigen!
Vor meinem höchsten Berge stehe ich und vor meiner längsten Wanderung: darum muss ich erst tiefer hinab als ich jemals stieg:
— tiefer hinab in den Schmerz als ich jemals stieg, bis hinein in seine schwärzeste Fluth! So will es mein Schicksal: Wohlan! Ich bin bereit.
'Woher kommen die höchsten Berge?' so fragte ich einst. Da lernte ich, dass sie aus dem Meere kommen.
Diess Zeugniss ist in ihr Gestein geschrieben und in die Wände ihrer Gipfel. Aus dem Tiefsten muss das Höchste zu seiner Höhe kommen. —"
Also sprach Zarathustra auf der Spitze des Berges, wo es kalt war; als er aber in die Nähe des Meeres kam und zuletzt allein unter den Klippen stand, da war er unterwegs müde geworden und sehnsüchtiger als noch zuvor.
"Es schläft jetzt Alles noch," sprach er; "auch das Meer schläft. Schlaftrunken und fremd blickt sein Auge nach mir.
Aber es athmet warm, das fühle ich. Und ich fühle auch, dass es träumt. Es windet sich träumend auf harten Kissen.
Horch! Horch! Wie es stöhnt von bösen Erinnerungen! Oder bösen Erwartungen?
Ach, ich bin traurig mit dir, du dunkles Ungeheuer, und mir selber noch gram um deinetwillen.
Ach, dass meine Hand nicht Stärke genug hat! Gerne, wahrlich, möchte ich dich von bösen Träumen erlösen! —"
Und indem Zarathustra so sprach, lachte er mit Schwermuth und Bitterkeit über sich selber. "Wie! Zarathustra!" sagte er, "willst du noch dem Meere Trost singen?
Ach, du liebreicher Narr Zarathustra, du Vertrauens-Überseliger! Aber so warst du immer: immer kamst du vertraulich zu allem Furchtbaren.
Jedes Ungethüm wolltest du noch streicheln. Ein Hauch warmen Athems, ein Wenig weiches Gezottel an der Tatze—: und gleich warst du bereit, es zu lieben und zu locken.
Die Liebe ist die Gefahr des Einsamsten, die Liebe zu Allem, wenn es nur lebt! Zum Lachen ist wahrlich meine Narrheit und meine Bescheidenheit in der Liebe! —"
Also sprach Zarathustra und lachte dabei zum andern Male: da aber gedachte er seiner verlassenen Freunde—, und wie als ob er sich mit seinen Gedanken an ihnen vergangen habe, zürnte er sich ob seiner Gedanken. Und alsbald geschah es, dass der Lachende weinte:—vor Zorn und Sehnsucht weinte Zarathustra bitterlich.
Vom Gesicht und Räthsel
1
Als es unter den Schiffsleuten ruchbar wurde, dass Zarathustra auf dem Schiffe sei,—denn es war ein Mann zugleich mit ihm an Bord gegangen, der von den glückseligen Inseln kam—da entstand eine grosse Neugierde und Erwartung. Aber Zarathustra schwieg zwei Tage und war kalt und taub vor Traurigkeit, also, dass er weder auf Blicke noch auf Fragen antwortete. Am Abende aber des zweiten Tages that er seine Ohren wieder auf, ob er gleich noch schwieg: denn es gab viel Seltsames und Gefährliches auf diesem Schiffe anzuhören, welches weither kam und noch weiterhin wollte. Zarathustra aber war ein Freund aller Solchen, die weite Reisen thun und nicht ohne Gefahr leben mögen. Und siehe! zuletzt wurde ihm im Zuhören die eigne Zunge gelöst, und das Eis seines Herzens brach:—da begann er also zu reden:
Euch, den kühnen Suchern, Versuchern, und wer je sich mit listigen Segeln auf furchtbare Meere einschiffte, —
euch, den Räthsel-Trunkenen, den Zwielicht-Frohen, deren Seele mit Flöten zu jedem Irr-Schlunde gelockt wird:
— denn nicht wollt ihr mit feiger Hand einem Faden nachtasten; und, wo ihr errathen könnt, da hasst ihr es, zu erschliessen —
euch allein erzähle ich das Räthsel, das ich sah,—das Gesicht des Einsamsten. —
Düster gierig ich jüngst durch leichenfarbne Dämmerung,—düster und hart, mit gepressten Lippen. Nicht nur Eine Sonne war mir untergegangen.
Ein Pfad, der trotzig durch Geröll stieg, ein boshafter, einsamer, dem nicht Kraut, nicht Strauch mehr zusprach: ein Bergpfad knirschte unter dem Trotz meines Fusses.
Stumm über höhnischem Geklirr von Kieseln schreitend, den Stein zertretend, der ihn gleiten liess: also zwang mein Fuss sich aufwärts.
Aufwärts:—dem Geiste zum Trotz, der ihn abwärts zog, abgrundwärts zog, dem Geiste der Schwere, meinem Teufel und Erzfeinde.
Aufwärts:—obwohl er auf mir sass, halb Zwerg, halb Maulwurf; lahm; lähmend; Blei durch mein Ohr, Bleitropfen-Gedanken in mein Hirn träufelnd.
"Oh Zarathustra," raunte er höhnisch Silb' um Silbe, "du Stein der Weisheit! Du warfst dich hoch, aber jeder geworfene Stein muss—fallen!
Oh Zarathustra, du Stein der Weisheit, du Schleuderstein, du Stern-Zertrümmerer! Dich selber warfst du so hoch,—aber jeder geworfene Stein—muss fallen!
Verurtheilt zu dir selber und zur eignen Steinigung: oh Zarathustra, weit warfst du ja den Stein,—aber auf dich wird er zurückfallen!"
Drauf schwieg der Zwerg; und das währte lange. Sein Schweigen aber drückte mich; und solchermaassen zu Zwein ist man wahrlich einsamer als zu Einem!
Ich stieg, ich stieg, ich träumte, ich dachte,—aber Alles drückte mich. Einem Kranken glich ich, den seine schlimme Marter müde macht, und den wieder ein schlimmerer Traum aus dem Einschlafen weckt. —
Aber es giebt Etwas in mir, das ich Muth heisse: das schlug bisher mir jeden Unmuth todt. Dieser Muth hiess mich endlich stille stehn und sprechen: "Zwerg! Du! Oder ich!" —
Muth nämlich ist der beste Todtschläger,—Muth, welcher angreift: denn in jedem Angriffe ist klingendes Spiel.
Der Mensch aber ist das muthigste Thier: damit überwand er jedes Thier. Mit klingendem Spiele überwand er noch jeden Schmerz; Menschen-Schmerz aber ist der tiefste Schmerz.
Der Muth schlägt auch den Schwindel todt an Abgründen: und wo stünde der Mensch nicht an Abgründen! Ist Sehen nicht selber—Abgründe sehen?
Muth ist der beste Todtschläger: der Muth schlägt auch das Mitleiden todt. Mitleiden aber ist der tiefste Abgrund: so tief der Mensch in das Leben sieht, so tief sieht er auch in das Leiden.
Muth aber ist der beste Todtschläger, Muth, der angreift: der schlägt noch den Tod todt, denn er spricht: "War das das Leben? Wohlan! Noch Ein Mal!"
In solchem Spruche aber ist viel klingendes Spiel. Wer Ohren hat, der höre. —
2
"Halt! Zwerg!" sprach ich."Ich! Oder du! Ich aber bin der Stärkere von uns Beiden—: du kennst meinen abgründlichen Gedanken nicht! Den—könntest du nicht tragen!" —
Da geschah, was mich leichter machte: denn der Zwerg sprang mir von der Schulter, der Neugierige! Und er hockte sich auf einen Stein vor mich hin. Es war aber gerade da ein Thorweg, wo wir hielten.
"Siehe diesen Thorweg! Zwerg!" sprach ich weiter: "der hat zwei Gesichter. Zwei Wege kommen hier zusammen: die gieng noch Niemand zu Ende.
Diese lange Gasse zurück: die währt eine Ewigkeit. Und jene lange Gasse hinaus—das ist eine andre Ewigkeit.
Sie widersprechen sich, diese Wege; sie stossen sich gerade vor den Kopf:—und hier, an diesem Thorwege, ist es, wo sie zusammen kommen. Der Name des Thorwegs steht oben geschrieben: 'Augenblick.'
Aber wer Einen von ihnen weiter gienge—und immer weiter und immer ferner: glaubst du, Zwerg, dass diese Wege sich ewig widersprechen?" —
"Alles Gerade lügt," murmelte verächtlich der Zwerg. "Alle Wahrheit ist krumm, die Zeit selber ist ein Kreis."
"Du Geist der Schwere!" sprach ich zürnend, "mache dir es nicht zu leicht! Oder ich lasse dich hocken, wo du hockst, Lahmfuss,—und ich trug dich hoch!
Siehe," sprach ich weiter, "diesen Augenblick! Von diesem Thorwege Augenblick läuft eine lange ewige Gasse rückwärts: hinter uns liegt eine Ewigkeit.
Muss nicht, was laufen kann von allen Dingen, schon einmal diese Gasse gelaufen sein? Muss nicht, was geschehn kann von allen Dingen, schon einmal geschehn, gethan, vorübergelaufen sein?
Und wenn Alles schon dagewesen ist: was hältst du Zwerg von diesem Augenblick? Muss auch dieser Thorweg nicht schon—dagewesen sein?
Und sind nicht solchermaassen fest alle Dinge verknotet, dass dieser Augenblick alle kommenden Dinge nach sich zieht? Also— —sich selber noch?
Denn, was laufen kann von allen Dingen: auch in dieser langen Gasse hinaus—muss es einmal noch laufen! —
Und diese langsame Spinne, die im Mondscheine kriecht, und dieser Mondschein selber, und ich und du im Thorwege, zusammen flüsternd, von ewigen Dingen flüsternd—müssen wir nicht Alle schon dagewesen sein?
— und wiederkommen und in jener anderen Gasse laufen, hinaus, vor uns, in dieser langen schaurigen Gasse—müssen wir nicht ewig wiederkommen? —"
Also redete ich, und immer leiser: denn ich fürchtete mich vor meinen eignen Gedanken und Hintergedanken. Da, plötzlich, hörte ich einen Hund nahe heulen.
Hörte ich jemals einen Hund so heulen? Mein Gedanke lief zurück. Ja! Als ich Kind war, in fernster Kindheit:
— da hörte ich einen Hund so heulen. Und sah ihn auch, gesträubt, den Kopf nach Oben, zitternd, in stillster Mitternacht, wo auch Hunde an Gespenster glauben:
— also dass es mich erbarmte. Eben nämlich gieng der volle Mond, todtschweigsam, über das Haus, eben stand er still, eine runde Gluth,—still auf flachem Dache, gleich als auf fremdem Eigenthume:—
darob entsetzte sich damals der Hund: denn Hunde glauben an Diebe und Gespenster. Und als ich wieder so heulen hörte, da erbarmte es mich abermals.
Wohin war jetzt Zwerg? und Thorweg? Und Spinne? Und alles Flüstern? Träumte ich denn? Wachte ich auf? Zwischen wilden Klippen stand ich mit Einem Male, allein, öde, im ödesten Mondscheine.
Aber da lag ein Mensch! Und da! Der Hund, springend, gesträubt, winselnd,—jetzt sah er mich kommen—da heulte er wieder, da schrie er:—hörte ich je einen Hund so Hülfe schrein?
Und, wahrlich, was ich sah, desgleichen sah ich nie. Einen jungen Hirten sah ich, sich windend, würgend, zuckend, verzerrten Antlitzes, dem eine schwarze schwere Schlange aus dem Munde hieng.
Sah ich je so viel Ekel und bleiches Grauen auf Einem Antlitze? Er hatte wohl geschlafen? Da kroch ihm die Schlange in den Schlund—da biss sie sich fest.
Meine Hand riss die Schlange und riss:—umsonst! sie riss die Schlange nicht aus dem Schlunde. Da schrie es aus mir: "Beiss zu! Beiss zu!
Den Kopf ab! Beiss zu!"—so schrie es aus mir, mein Grauen, mein Hass, mein Ekel, mein Erbarmen, all mein Gutes und Schlimmes schrie mit Einem Schrei aus mir. —
Ihr Kühnen um mich! Ihr Sucher, Versucher, und wer von euch mit listigen Segeln sich in unerforschte Meere einschiffte! Ihr Räthsel-Frohen!
So rathet mir doch das Räthsel, das ich damals schaute, so deutet mir doch das Gesicht des Einsamsten!
Denn ein Gesicht war's und ein Vorhersehn:—was sah ich damals im Gleichnisse? Und wer ist, der einst noch kommen muss?
Wer ist der Hirt, dem also die Schlange in den Schlund kroch? Wer ist der Mensch, dem also alles Schwerste, Schwärzeste in den Schlund kriechen wird?
— Der Hirt aber biss, wie mein Schrei ihm rieth; er biss mit gutem Bisse! Weit weg spie er den Kopf der Schlange—: und sprang empor. —
Nicht mehr Hirt, nicht mehr Mensch,—ein Verwandelter, ein Umleuchteter, welcher lachte! Niemals noch auf Erden lachte je ein Mensch, wie er lachte!
Oh meine Brüder, ich hörte ein Lachen, das keines Menschen Lachen war,— —und nun frisst ein Durst an mir, eine Sehnsucht, die nimmer stille wird.
Meine Sehnsucht nach diesem Lachen frisst an mir: oh wie ertrage ich noch zu leben! Und wie ertrüge ich's, jetzt zu sterben! —
Also sprach Zarathustra.
Von der Seligkeit wider Willen
Mit solchen Räthseln und Bitternissen im Herzen fuhr Zarathustra über das Meer. Als er aber vier Tagereisen fern war von den glückseligen Inseln und von seinen Freunden, da hatte er allen seinen Schmerz überwunden—: siegreich und mit festen Füssen stand er wieder auf seinem Schicksal. Und damals redete Zarathustra also zu seinem frohlockenden Gewissen:
Allein bin ich wieder und will es sein, allein mit reinem Himmel und freiem Meere; und wieder ist Nachmittag um mich.
Des Nachmittags fand ich zum ersten Male einst meine Freunde, des Nachmittags auch zum anderen Male:—zur Stunde, da alles Licht stiller wird.
Denn was von Glück noch unterwegs ist zwischen Himmel und Erde, das sucht sich nun zur Herberge noch eine lichte Seele: vor Glück ist alles Licht jetzt stiller worden.
Oh Nachmittag meines Lebens! Einst stieg auch mein Glück zu Thale, dass es sich eine Herberge suche: da fand es diese offnen gastfreundlichen Seelen.
Oh Nachmittag meines Lebens! Was gab ich nicht hin, dass ich Eins hätte: diese lebendige Pflanzung meiner Gedanken und diess Morgenlicht meiner höchsten Hoffnung!
Gefährten suchte einst der Schaffende und Kinder seiner Hoffnung: und siehe, es fand sich, dass er sie nicht finden könne, es sei denn, er schaffe sie selber erst.
Also bin ich mitten in meinem Werke, zu meinen Kindern gehend und von ihnen kehrend: um seiner Kinder willen muss Zarathustra sich selbst vollenden.
Denn von Grund aus liebt man nur sein Kind und Werk; und wo grosse Liebe zu sich selber ist, da ist sie der Schwangerschaft Wahrzeichen: so fand ich's.
Noch grünen mir meine Kinder in ihrem ersten Frühlinge, nahe bei einander stehend und gemeinsam von Winden geschüttelt, die Bäume meines Gartens und besten Erdreichs.
Und wahrlich! Wo solche Bäume bei einander stehn, da sind glückselige Inseln!
Aber einstmals will ich sie ausheben und einen jeden für sich allein stellen: dass er Einsamkeit lerne und Trotz und Vorsicht.
Knorrig und gekrümmt und mit biegsamer Härte soll er mir dann am Meere dastehn, ein lebendiger Leuchtthurm unbesiegbaren Lebens.
Dort, wo die Stürme hinab in's Meer stürzen, und des Gebirgs Rüssel Wasser trinkt, da soll ein jeder einmal seine Tag- und Nachtwachen haben, zu seiner Prüfung und Erkenntniss.
Erkannt und geprüft soll er werden, darauf, ob er meiner Art und Abkunft ist,—ob er eines langen Willens Herr sei, schweigsam, auch wenn er redet, und nachgebend also, dass er im Geben nimmt:—
— dass er einst mein Gefährte werde und ein Mitschaffender und Mitfeiernder Zarathustra's—: ein Solcher, der mir meinen Willen auf meine Tafeln schreibt: zu aller Dinge vollerer Vollendung.
Und um seinetwillen und seines Gleichen muss ich selber mich vollenden: darum weiche ich jetzt meinem Glücke aus und biete mich allem Unglücke an—zu meiner letzten Prüfung und Erkenntniss.
Und wahrlich, Zeit war's, dass ich gieng; und des Wanderers Schatten und die längste Weile und die stillste Stunde—alle redeten mir zu: "es ist höchste Zeit!"
Der Wind blies mir durch's Schlüsselloch und sagte "Komm!" Die Thür sprang mir listig auf und sagte "Geh!"
Aber ich lag angekettet an die Liebe zu meinen Kindern: das Begehren legte mir diese Schlinge, das Begehren nach Liebe, dass ich meiner Kinder Beute würde und mich an sie verlöre.
Begehren—das heisst mir schon: mich verloren haben. Ich habe euch, meine Kinder! In diesem Haben soll Alles Sicherheit und Nichts Begehren sein.
Aber brütend lag die Sonne meiner Liebe auf mir, im eignen Safte kochte Zarathustra,—da flogen Schatten und Zweifel über mich weg.
Nach Frost und Winter gelüstete mich schon: "oh dass Frost und Winter mich wieder knacken und knirschen machten!" seufzte ich:—da stiegen eisige Nebel aus mir auf.
Meine Vergangenheit brach ihm Gräber, manch lebendig begrabner Schmerz wachte auf—: ausgeschlafen hatte er sich nur, versteckt in Leichen-Gewänder.
Also rief mir Alles in Zeichen zu: "es ist Zeit!"— Aber ich—hörte nicht: bis endlich mein Abgrund sich rührte und mein Gedanke mich biss.
Ach, abgründlicher Gedanke, der du mein Gedanke bist! Wann finde ich die Stärke, dich graben zu hören und nicht mehr zu zittern?
Bis zur Kehle hinauf klopft mir das Herz, wenn ich dich graben höre! Dein Schweigen noch will mich würgen, du abgründlich Schweigender!
Noch wagte ich niemals, dich herauf zu rufen: genug schon, dass ich dich mit mir—trug! Noch war ich nicht stark genug zum letzten Löwen-Übermuthe und -Muthwillen.
Genug des Furchtbaren war mir immer schon deine Schwere: aber einst soll ich noch die Stärke finden und die Löwen-Stimme, die dich herauf ruft!
Wenn ich mich dessen erst überwunden habe, dann will ich mich auch des Grösseren noch überwinden; und ein Sieg soll meiner Vollendung Siegel sein! —
Inzwischen treibe ich noch auf ungewissen Meeren; der Zufall schmeichelt mir, der glattzüngige; vorwärts und rückwärts schaue ich—, noch schaue ich kein Ende.
Noch kam mir die Stunde meines letzten Kampfes nicht,—oder kommt sie wohl mir eben? Wahrlich, mit tückischer Schönheit schaut mich rings Meer und Leben an!
Oh Nachmittag meines Lebens! Oh Glück vor Abend! Oh Hafen auf hoher See! Oh Friede im Ungewissen! Wie misstraue ich euch Allen!
Wahrlich, misstrauisch bin ich gegen eure tückische Schönheit! Dem Liebenden gleiche ich, der allzusammtenem Lächeln misstraut.
Wie er die Geliebteste vor sich her stösst, zärtlich noch in seiner Härte, der Eifersüchtige—, also stosse ich diese selige Stunde vor mir her.
Hinweg mit dir, du selige Stunde! Mit dir kam mir eine Seligkeit wider Willen! Willig zu meinem tiefsten Schmerze stehe ich hier:—zur Unzeit kamst du!
Hinweg mit dir, du selige Stunde! Lieber nimm Herberge dort—bei meinen Kindern! Eile! und segne sie vor Abend noch mit meinem Glücke!
Da naht schon der Abend: die Sonne sinkt. Dahin—mein Glück! —
Also sprach Zarathustra. Und er wartete auf sein Unglück die ganze Nacht: aber er wartete umsonst. Die Nacht blieb hell und still, und das Glück selber kam ihm immer näher und näher. Gegen Morgen aber lachte Zarathustra zu seinem Herzen und sagte spöttisch: "das Glück läuft mir nach. Das kommt davon, dass ich nicht den Weibern nachlaufe. Das Glück aber ist ein Weib."
Vor Sonnen-Aufgang
Oh Himmel über mir, du Reiner! Tiefer! Du Licht-Abgrund! Dich schauend schaudere ich vor göttlichen Begierden.
In deine Höhe mich zu werfen—das ist meine Tiefe! In deine Reinheit mich zu bergen—das ist meine Unschuld!
Den Gott verhüllt seine Schönheit: so verbirgst du deine Sterne. Du redest nicht: so kündest du mir deine Weisheit.
Stumm über brausendem Meere bist du heut mir aufgegangen, deine Liebe und deine Scham redet Offenbarung zu meiner brausenden Seele.
Dass du schön zu mir kamst, verhüllt in deine Schönheit, dass du stumm zu mir sprichst, offenbar in deiner Weisheit:
Oh wie erriethe ich nicht alles Schamhafte deiner Seele! Vor der Sonne kamst du zu mir, dem Einsamsten.
Wir sind Freunde von Anbeginn: uns ist Gram und Grauen und Grund gemeinsam; noch die Sonne ist uns gemeinsam.
Wir reden nicht zu einander, weil wir zu Vieles wissen—: wir schweigen uns an, wir lächeln uns unser Wissen zu.
Bist du nicht das Licht zu meinem Feuer? Hast du nicht die Schwester-Seele zu meiner Einsicht?
Zusammen lernten wir Alles; zusammen lernten wir über uns zu uns selber aufsteigen und wolkenlos lächeln:—
— wolkenlos hinab lächeln aus lichten Augen und aus meilenweiter Ferne, wenn unter uns Zwang und Zweck und Schuld wie Regen dampfen.
Und wanderte ich allein: wes hungerte meine Seele in Nächten und Irr-Pfaden? Und stieg ich Berge, wen suchte ich je, wenn nicht dich, auf Bergen?
Und all mein Wandern und Bergsteigen: eine Noth war's nur und ein Behelf des Unbeholfenen:—fliegen allein will mein ganzer Wille, in dich hinein fliegen!
Und wen hasste ich mehr, als ziehende Wolken und Alles, was dich befleckt? Und meinen eignen Hass hasste ich noch, weil er dich befleckte!
Den ziehenden Wolken bin ich gram, diesen schleichenden Raub-Katzen: sie nehmen dir und mir, was uns gemein ist,—das ungeheure unbegrenzte Ja- und Amen-sagen.
Diesen Mittlern und Mischern sind wir gram, den ziehenden Wolken: diesen Halb- und Halben, welche weder segnen lernten, noch von Grund aus fluchen.
Lieber will ich noch unter verschlossnem Himmel in der Tonne sitzen, lieber ohne Himmel im Abgrund sitzen, als dich, Licht-Himmel, mit Zieh-Wolken befleckt sehn!
Und oft gelüstete mich, sie mit zackichten Blitz-Golddrähten festzuheften, dass ich, gleich dem Donner, auf ihrem Kessel-Bauche die Pauke schlüge:—
— ein zorniger Paukenschläger, weil sie mir dein Ja! und Amen! rauben, du Himmel über mir, du Reiner! Lichter! Du Licht-Abgrund!—weil sie dir mein Ja! und Amen! rauben.
Denn lieber noch will ich Lärm und Donner und Wetter-Flüche, als diese bedächtige zweifelnde Katzen-Ruhe; und auch unter Menschen hasse ich am besten alle Leisetreter und Halb- und Halben und zweifelnde, zögernde Zieh-Wolken.
Und "wer nicht segnen kann, der soll fluchen lernen!"—diese helle Lehre fiel mir aus hellem Himmel, dieser Stern steht auch noch in schwarzen Nächten an meinem Himmel.
Ich aber bin ein Segnender und ein Ja-sager, wenn du nur um mich bist, du Reiner! Lichter! Du Licht-Abgrund!—in alle Abgründe trage ich da noch mein segnendes Ja-sagen.
Zum Segnenden bin ich worden und zum Ja-sagenden: und dazu rang ich lange und war ein Ringer, dass ich einst die Hände frei bekäme zum Segnen.
Das aber ist mein Segnen: über jedwedem Ding als sein eigener Himmel stehn, als sein rundes Dach, seine azurne Glocke und ewige Sicherheit: und selig ist, wer also segnet!
Denn alle Dinge sind getauft am Borne der Ewigkeit und jenseits von Gut und Böse; Gut und Böse selber aber sind nur Zwischenschatten und feuchte Trübsale und Zieh-Wolken.
Wahrlich, ein Segnen ist es und kein Lästern, wenn ich lehre: "über allen Dingen steht der Himmel Zufall, der Himmel Unschuld, der Himmel Ohngefähr, der Himmel Übermuth."
"Von Ohngefähr"—das ist der älteste Adel der Welt, den gab ich allen Dingen zurück, ich erlöste sie von der Knechtschaft unter dem Zwecke.
Diese Freiheit und Himmels-Heiterkeit stellte ich gleich azurner Glocke über alle Dinge, als ich lehrte, dass über ihnen und durch sie kein "ewiger Wille"—will.
Diesen Übermuth und diese Narrheit stellte ich an die Stelle jenes Willens, als ich lehrte: "bei Allem ist Eins unmöglich—Vernünftigkeit!"
Ein Wenig Vernunft zwar, ein Same der Weisheit zerstreut von Stern zu Stern,—dieser Sauerteig ist allen Dingen eingemischt: um der Narrheit willen ist Weisheit allen Dingen eingemischt!
Ein Wenig Weisheit ist schon möglich; aber diese selige Sicherheit fand ich an allen Dingen: dass sie lieber noch auf den Füssen des Zufalls—tanzen.
Oh Himmel über mir, du Reiner! Hoher! Das ist mir nun deine Reinheit, dass es keine ewige Vernunft-Spinne und -Spinnennetze giebt:—
— dass du mir ein Tanzboden bist für göttliche Zufälle, dass du mir ein Göttertisch bist für göttliche Würfel und Würfelspieler! —
Doch du erröthest? Sprach ich Unaussprechbares? Lästerte ich, indem ich dich segnen wollte?
Oder ist es die Scham zu Zweien, welche dich erröthen machte?— Heissest du mich gehn und schweigen, weil nun—der Tag kommt?
Die Welt ist tief—: und tiefer als je der Tag gedacht hat. Nicht Alles darf vor dem Tage Worte haben. Aber der Tag kommt: so scheiden wir nun!
Oh Himmel über mir, du Schamhafter! Glühender! Oh du mein Glück vor Sonnen-Aufgang! Der Tag kommt: so scheiden wir nun! —
Also sprach Zarathustra.
Von der verkleinernden Tugend
1
Als Zarathustra wieder auf dem festen Lande war, gieng er nicht stracks auf sein Gebirge und seine Höhle los, sondern that viele Wege und Fragen und erkundete diess und das, also, dass er von sich selber im Scherze sagte: "siehe einen Fluss, der in vielen Windungen zurück zur Quelle fliesst!" Denn er wollte in Erfahrung bringen, was sich inzwischen mit dem Menschen zugetragen habe: ob er grösser oder kleiner geworden sei. Und ein Mal sah er eine Reihe neuer Häuser; da wunderte er sich und sagte:
"Was bedeuten diese Häuser? Wahrlich, keine grosse Seele stellte sie hin, sich zum Gleichnisse!
Nahm wohl ein blödes Kind sie aus seiner Spielschachtel? Dass doch ein anderes Kind sie wieder in seine Schachtel thäte!
Und diese Stuben und Kammern: können Männer da aus- und eingehen? Gemacht dünken sie mich für Seiden-Puppen; oder für Naschkatzen, die auch wohl an sich naschen lassen."
Und Zarathustra blieb stehn und dachte nach. Endlich sagte er betrübt: "Es ist Alles kleiner geworden!
Überall sehe ich niedrigere Thore: wer meiner Art ist, geht da wohl noch hindurch, aber—er muss sich bücken!
Oh wann komme ich wieder in meine Heimat, wo ich mich nicht mehr bücken muss—nicht mehr bücken muss vor den Kleinen!"— Und Zarathustra seufzte und blickte in die Ferne. —
Desselbigen Tages aber redete er seine Rede über die verkleinernde Tugend.
2
Ich gehe durch diess Volk und halte meine Augen offen: sie vergeben mir es nicht, dass ich auf ihre Tugenden nicht neidisch bin.
Sie beissen nach mir, weil ich zu ihnen sage: für kleine Leute sind kleine Tugenden nöthig—und weil es mir hart eingeht, dass kleine Leute nöthig sind!
Noch gleiche ich dem Hahn hier auf fremdem Gehöfte, nach dem auch die Hennen beissen; doch darob bin ich diesen Hennen nicht ungut.
Ich bin höflich gegen sie wie gegen alles kleine Aergerniss; gegen das Kleine stachlicht zu sein dünkt mich eine Weisheit für Igel.
Sie reden Alle von mir, wenn sie Abends um's Feuer sitzen,—sie reden von mir, aber Niemand denkt—an mich!
Diess ist die neue Stille, die ich lernte: ihr Lärm um mich breitet einen Mantel über meine Gedanken.
Sie lärmen unter einander: "was will uns diese düstere Wolke? sehen wir zu, dass sie uns nicht eine Seuche bringe!"
Und jüngst riss ein Weib sein Kind an sich, das zu mir wollte: "nehmt die Kinder weg! schrie es; solche Augen versengen Kinder-Seelen."
Sie husten, wenn ich rede: sie meinen, Husten sei ein Einwand gegen starke Winde,—sie errathen Nichts vom Brausen meines Glückes!
"Wir haben noch keine Zeit für Zarathustra"—so wenden sie ein; aber was liegt an einer Zeit, die für Zarathustra "keine Zeit hat"?
Und wenn sie gar mich rühmen: wie könnte ich wohl auf ihrem Ruhme einschlafen? Ein Stachel-Gürtel ist mir ihr Lob: es kratzt mich noch, wenn ich es von mir thue.
Und auch das lernte ich unter ihnen: der Lobende stellt sich, als gäbe er zurück, in Wahrheit aber will er mehr beschenkt sein!
Fragt meinen Fuss, ob ihm ihre Lob- und Lock-Weise gefällt! Wahrlich, nach solchem Takt und Tiktak mag er weder tanzen, noch stille stehn.
Zur kleinen Tugend möchten sie mich locken und loben; zum Tiktak des kleinen Glücks möchten sie meinen Fuss überreden.
Ich gehe durch diess Volk und halte die Augen offen: sie sind kleiner geworden und werden immer kleiner:—das aber macht ihre Lehre von Glück und Tugend.
Sie sind nämlich auch in der Tugend bescheiden—denn sie wollen Behagen. Mit Behagen aber verträgt sich nur die bescheidene Tugend.
Wohl lernen auch sie auf ihre Art Schreiten und Vorwärts-Schreiten: das heisse ich ihr Humpeln—. Damit werden sie jedem zum Anstosse, der Eile hat.
Und Mancher von ihnen geht vorwärts und blickt dabei zurück, mit versteiftem Nacken: dem renne ich gern wider den Leib.
Fuss und Augen sollen nicht lügen, noch sich einander Lügen strafen. Aber es ist viel Lügnerei bei den kleinen Leuten.
Einige von ihnen wollen, aber die Meisten werden nur gewollt. Einige von ihnen sind ächt, aber die Meisten sind schlechte Schauspieler.
Es giebt Schauspieler wider Wissen unter ihnen und Schauspieler wider Willen—, die Ächten sind immer selten, sonderlich die ächten Schauspieler.
Des Mannes ist hier wenig: darum vermännlichen sich ihre Weiber. Denn nur wer Mannes genug ist, wird im Weibe das Weib—erlösen.
Und diese Heuchelei fand ich unter ihnen am schlimmsten: dass auch Die, welche befehlen, die Tugenden Derer heucheln, welche dienen.
"Ich diene, du dienst, wir dienen"—so betet hier auch die Heuchelei der Herrschenden,—und wehe, wenn der erste Herr nur der erste Diener ist!
Ach, auch in ihre Heucheleien verflog sich wohl meines Auges Neugier; und gut errieth ich all ihr Fliegen-Glück und ihr Summen um besonnte Fensterscheiben.
Soviel Güte, soviel Schwäche sehe ich. Soviel Gerechtigkeit und Mitleiden, soviel Schwäche.
Rund, rechtlich und gütig sind sie mit einander, wie Sandkörnchen rund, rechtlich und gütig mit Sandkörnchen sind.
Bescheiden ein kleines Glück umarmen—das heissen sie "Ergebung"! und dabei schielen sie bescheiden schon nach einem neuen kleinen Glücke aus.
Sie wollen im Grunde einfältiglich Eins am meisten: dass ihnen Niemand wehe thue. So kommen sie jedermann zuvor und thun ihm wohl.
Diess aber ist Feigheit: ob es schon "Tugend" heisst. —
Und wenn sie einmal rauh reden, diese kleinen Leute: ich höre darin nur ihre Heiserkeit,—jeder Windzug nämlich macht sie heiser.
Klug sind sie, ihre Tugenden haben kluge Finger. Aber ihnen fehlen die Fäuste, ihre Finger wissen nicht, sich hinter Fäuste zu verkriechen.
Tugend ist ihnen das, was bescheiden und zahm macht: damit machten sie den Wolf zum Hunde und den Menschen selber zu des Menschen bestem Hausthiere.
"Wir setzten unsern Stuhl in die Mitte"—das sagt mir ihr Schmunzeln—"und ebenso weit weg von sterbenden Fechtern wie von vergnügten Säuen."
Diess aber ist—Mittelmässigkeit: ob es schon Mässigkeit heisst. —
3
Ich gehe durch diess Volk und lasse manches Wort fallen: aber sie wissen weder zu nehmen noch zu behalten.
Sie wundern sich, dass ich nicht kam, auf Lüste und Laster zu lästern; und wahrlich, ich kam auch nicht, dass ich vor Taschendieben warnte!
Sie wundern sich, dass ich nicht bereit bin, ihre Klugheit noch zu witzigen und zu spitzigen: als ob sie noch nicht genug der Klüglinge hätten, deren Stimme mir gleich Schieferstiften kritzelt!
Und wenn ich rufe: "Flucht allen feigen Teufeln in euch, die gerne winseln und Hände falten und anbeten möchten": so rufen sie: "Zarathustra ist gottlos."
Und sonderlich rufen es ihre Lehrer der Ergebung—; aber gerade ihnen liebe ich's, in das Ohr zu schrein: Ja! Ich bin Zarathustra, der Gottlose!
Diese Lehrer der Ergebung! Überall hin, wo es klein und krank und grindig ist, kriechen sie, gleich Läusen; und nur mein Ekel hindert mich, sie zu knacken.
Wohlan! Diess ist meine Predigt für ihre Ohren: ich bin Zarathustra, der Gottlose, der da spricht "wer ist gottloser denn ich, dass ich mich seiner Unterweisung freue?"
Ich bin Zarathustra, der Gottlose: wo finde ich Meines-Gleichen? Und alle Die sind Meines-Gleichen, die sich selber ihren Willen geben und alle Ergebung von sich abthun.
Ich bin Zarathustra, der Gottlose: ich koche mir noch jeden Zufall in meinem Topfe. Und erst, wenn er da gar gekocht ist, heisse ich ihn willkommen, als meine Speise.
Und wahrlich, mancher Zufall kam herrisch zu mir: aber herrischer noch sprach zu ihm mein Wille,—da lag er schon bittend auf den Knieen —
— bittend, dass er Herberge finde und Herz bei mir, und schmeichlerisch zuredend: "sieh doch; oh Zarathustra, wie nur Freund zu Freunde kommt!" —
Doch was rede ich, wo Niemand meine Ohren hat! Und so will ich es hinaus in alle Winde rufen:
Ihr werdet immer kleiner, ihr kleinen Leute! Ihr bröckelt ab, ihr Behaglichen! Ihr geht mir noch zu Grunde —
— an euren vielen kleinen Tugenden, an eurem vielen kleinen Unterlassen, an eurer vielen kleinen Ergebung!
Zu viel schonend, zu viel nachgebend: so ist euer Erdreich! Aber dass ein Baum gross werde, dazu will er um harte Felsen harte Wurzeln schlagen!
Auch was ihr unterlasse, webt am Gewebe aller Menschen-Zukunft; auch euer Nichts ist ein Spinnennetz und eine Spinne, die von der Zukunft Blute lebt.
Und wenn ihr nehmt, so ist es wie stehlen, ihr kleinen Tugendhaften; aber noch unter Schelmen spricht die Ehre: "man soll nur stehlen, wo man nicht rauben kann."
"Es giebt sich"—das ist auch eine Lehre der Ergebung. Aber ich sage euch, ihr Behaglichen: es nimmt sich und wird immer mehr noch von euch nehmen!
Ach, dass ihr alles halbe Wollen von euch abthätet und entschlossen würdet zur Trägheit wie zur That!
Ach, dass ihr mein Wort verstündet: "thut immerhin, was ihr wollt,—aber seid erst Solche, die wollen können!"
"Liebt immerhin euren Nächsten gleich euch,—aber seid mir erst solche, die sich selber lieben —
— mit der grossen Liebe lieben, mit der grossen Verachtung lieben!" Also spricht Zarathustra, der Gottlose. —
Doch was rede ich, wo Niemand meine Ohren hat! Es ist hier noch eine Stunde zu früh für mich.
Mein eigner Vorläufer bin ich unter diesem Volke, mein eigner Hahnen-Ruf durch dunkle Gassen.
Aber ihre Stunde kommt! Und es kommt auch die meine! Stündlich werden sie kleiner, ärmer, unfruchtbarer,—armes Kraut! armes Erdreich!
Und bald sollen sie mir dastehn wie dürres Gras und Steppe, und wahrlich! ihrer selber müde—und mehr, als nach Wasser, nach Feuer lechzend!
Oh gesegnete Stunde des Blitzes! Oh Geheimniss vor Mittag!— Laufende Feuer will ich einst noch aus ihnen machen und Verkünder mit Flammen-Zungen:—
— verkünden sollen sie einst noch mit Flammen-Zungen: Er kommt, er ist nahe, der grosse Mittag!
Also sprach Zarathustra.
Auf dem Oelberge
Der Winter, ein schlimmer Gast, sitzt bei mir zu Hause; blau sind meine Hände von seiner Freundschaft Händedruck.
Ich ehre ihn, diesen schlimmen Gast, aber lasse gerne ihn allein sitzen. Gerne laufe ich ihm davon; und, läuft man gut, so entläuft man ihm!
Mit warmen Füssen und warmen Gedanken laufe ich dorthin, wo der Wind stille steht,—zum Sonnen-Winkel meines Oelbergs.
Da lache ich meines gestrengen Gastes und bin ihm noch gut, dass er zu Hause mir die Fliegen wegfängt und vielen kleinen Lärm stille macht.
Er leidet es nämlich nicht, wenn eine Mücke singen will, oder gar zwei; noch die Gasse macht er einsam, dass der Mondschein drin Nachts sich fürchtet.
Ein harter Gast ist er,—aber ich ehre ihn, und nicht bete ich, gleich den Zärtlingen, zum dickbäuchichten Feuer-Götzen.
Lieber noch ein Wenig zähneklappern als Götzen anbeten!—so will's meine Art. Und sonderlich bin ich allen brünstigen dampfenden dumpfigen Feuer-Götzen gram.
Wen ich liebe, den liebe ich Winters besser als Sommers; besser spotte ich jetzt meiner Feinde und herzhafter, seit der Winter mir im Hause sitzt.
Herzhaft wahrlich, selbst dann noch, wenn ich zu Bett krieche—: da lacht und muthwillt noch mein verkrochenes Glück; es lacht noch mein Lügen-Traum.
Ich—ein Kriecher? Niemals kroch ich im Leben vor Mächtigen; und log ich je, so log ich aus Liebe. Desshalb bin ich froh auch im Winter-Bette.
Ein geringes Bett wärmt mich mehr als ein reiches, denn ich bin eifersüchtig auf meine Armuth. Und im Winter ist sie mir am treuesten.
Mit einer Bosheit beginne ich jeden Tag, ich spotte des Winters mit einem kalten Bade: darob brummt mein gestrenger Hausfreund.
Auch kitzle ich ihn gerne mit einem Wachskerzlein: dass er mir endlich den Himmel herauslasse aus aschgrauer Dämmerung.
Sonderlich boshaft bin ich nämlich des Morgens: zur frühen Stunde, da der Eimer am Brunnen klirrt und die Rosse warm durch graue Gassen wiehern:—
Ungeduldig warte ich da, dass mir endlich der lichte Himmel aufgehe, der schneebärtige Winter-Himmel, der Greis und Weisskopf, —
— der Winter-Himmel, der schweigsame, der oft noch seine Sonne verschweigt!
Lernte ich wohl von ihm das lange lichte Schweigen? Oder lernte er's von mir? Oder hat ein jeder von uns es selbst erfunden?
Aller guten Dinge Ursprung ist tausendfältig,—alle guten muthwilligen Dinge springen vor Lust in's Dasein: wie sollten sie das immer nur—Ein Mal thun!
Ein gutes muthwilliges Ding ist auch das lange Schweigen und gleich dem Winter-Himmel blicken aus lichtem rundäugichten Antlitze:—
— gleich ihm seine Sonne verschweigen und seinen unbeugsamen Sonnen-Willen: wahrlich, diese Kunst und diesen Winter-Muthwillen lernte ich gut!
Meine liebste Bosheit und Kunst ist es, dass mein Schweigen lernte, sich nicht durch Schweigen zu verrathen.
Mit Worten und Würfeln klappernd überliste ich mir die feierlichen Warter: allen diesen gestrengen Aufpassern soll mein Wille und Zweck entschlüpfen.
Dass mir Niemand in meinen Grund und letzten Willen hinab sehe,—dazu erfand ich mir das lange lichte Schweigen.
So manchen Klugen fand ich: der verschleierte sein Antlitz und trübte sein Wasser, dass Niemand ihm hindurch und hinunter sehe.
Aber zu ihm gerade kamen die klügeren Misstrauer und Nussknacker: ihm gerade fischte man seinen verborgensten Fisch heraus!
Sondern die Hellen, die Wackern, die Durchsichtigen—das sind mir die klügsten Schweiger: denen so tief ihr Grund ist, dass auch das hellste Wasser ihn nicht—verräth. —
Du schneebärtiger schweigender Winter-Himmel, du rundäugichter Weisskopf über mir! Oh du himmlisches Gleichniss meiner Seele und ihres Muthwillens!
Und muss ich mich nicht verbergen, gleich Einem, der Gold verschluckt hat,—dass man mir nicht die Seele aufschlitze?
Muss ich nicht Stelzen tragen, dass sie meine langen Beine übersehen,—alle diese Neidbolde und Leidholde, die um mich sind?
Diese räucherigen, stubenwarmen, verbrauchten, vergrünten, vergrämelten Seelen—wie könnte ihr Neid mein Glück ertragen!
So zeige ich ihnen nur das Eis und den Winter auf meinen Gipfeln—und nicht, dass mein Berg noch alle Sonnengürtel um sich schlingt!
Sie hören nur meine Winter-Stürme pfeifen: und nicht, dass ich auch über warme Meere fahre, gleich sehnsüchtigen, schweren, heissen Südwinden.
Sie erbarmen sich noch meiner Unfälle und Zufälle:—aber mein Wort heisst: "lasst den Zufall zu mir kommen: unschuldig ist er, wie ein Kindlein!"
Wie könnten sie mein Glück ertragen, wenn ich nicht Unfälle und Winter-Nöthe und Eisbären-Mützen und Schneehimmel-Hüllen um mein Glück legte!
— wenn ich mich nicht selbst ihres Mitleids erbarmte—des Mitleids dieser Neidbolde und Leidholde!
— wenn ich nicht selber vor ihnen seufzte und frostklapperte und mich geduldsam in ihr Mitleid wickeln liesse!
Diess ist der weise Muthwille und Wohlwille meiner Seele, dass sie ihren Winter und ihre Froststürme nicht verbirgt; sie verbirgt auch ihre Frostbeulen nicht.
Des Einen Einsamkeit ist die Flucht des Kranken; des Andern Einsamkeit die Flucht vor den Kranken.
Mögen sie mich klappern und seufzen hören vor Winterkälte, alle diese armen scheelen Schelme um mich! Mit solchem Geseufz und Geklapper flüchte ich noch vor ihren geheizten Stuben.
Mögen sie mich bemitleiden und bemitseufzen ob meiner Frostbeulen: "am Eis der Erkenntniss erfriert er uns noch!"—so klagen sie.
Inzwischen laufe ich mit warmen Füssen kreuz und quer auf meinem Oelberge: im Sonnen-Winkel meines Oelberges singe und spotte ich alles Mitleids. —
Also sang Zarathustra.
Vom Vorübergehen
Also, durch viel Volk und vielerlei Städte langsam hindurchschreitend, gierig Zarathustra auf Umwegen zurück zu seinem Gebirge und seiner Höhle. Und siehe, dabei kam er unversehens auch an das Stadtthor der grossen Stadt: hier aber sprang ein schäumender Narr mit ausgebreiteten Händen auf ihn zu und trat ihm in den Weg. Diess aber war der selbige Narr, welchen das Volk "den Affen Zarathustra's" hiess: denn er hatte ihm Etwas vom Satz und Fall der Rede abgemerkt und borgte wohl auch gerne vom Schatze seiner Weisheit. Der Narr aber redete also zu Zarathustra:
"Oh Zarathustra, hier ist die grosse Stadt: hier hast du Nichts zu suchen und Alles zu verlieren.
Warum wolltest du durch diesen Schlamm waten? Habe doch Mitleiden mit deinem Fusse! Speie lieber auf das Stadtthor und—kehre um!
Hier ist die Hölle für Einsiedler-Gedanken: hier werden grosse Gedanken lebendig gesotten und klein gekocht.
Hier verwesen alle grossen Gefühle: hier dürfen nur klapperdürre Gefühlchen klappern!
Riechst du nicht schon die Schlachthäuser und Garküchen des Geistes? Dampft nicht diese Stadt vom Dunst geschlachteten Geistes?
Siehst du nicht die Seelen hängen wie schlaffe schmutzige Lumpen?— Und sie machen noch Zeitungen aus diesen Lumpen!
Hörst du nicht, wie der Geist hier zum Wortspiel wurde? Widriges Wort-Spülicht bricht er heraus!— Und sie machen noch Zeitungen aus diesem Wort-Spülicht.
Sie hetzen einander und wissen nicht, wohin? Sie erhitzen einander und wissen nicht, warum? Sie klimpern mit ihrem Bleche, sie klingeln mit ihrem Golde.
Sie sind kalt und suchen sich Wärme bei gebrannten Wassern; sie sind erhitzt und suchen Kühle bei gefrorenen Geistern; sie sind Alle siech und süchtig an öffentlichen Meinungen.
Alle Lüste und Laster sind hier zu Hause; aber es giebt hier auch Tugendhafte, es giebt viel anstellige angestellte Tugend:—
Viel anstellige Tugend mit Schreibfingern und hartem Sitz- und Warte-Fleische, gesegnet mit kleinen Bruststernen und ausgestopften steisslosen Töchtern.
Es giebt hier auch viel Frömmigkeit und viel gläubige Speichel-Leckerei, Schmeichel-Bäckerei vor dem Gott der Heerschaaren.
'Von Oben' her träufelt ja der Stern und der gnädige Speichel; nach Oben hin sehnt sich jeder sternenlose Busen.
Der Mond hat seinen Hof, und der Hof hat seine Mondkälber: zu Allem aber, was vom Hofe kommt, betet das Bettel-Volk und alle anstellige Bettel-Tugend.
'Ich diene, du dienst, wir dienen'—so betet alle anstellige Tugend hinauf zum Fürsten: dass der verdiente Stern sich endlich an den schmalen Busen hefte!
Aber der Mond dreht sich noch um alles Irdische: so dreht sich auch der Fürst noch um das Aller-Irdischste—: das aber ist das Gold der Krämer.
Der Gott der Heerschaaren ist kein Gott der Goldbarren; der Fürst denkt, aber der Krämer—lenkt!
Bei Allem, was licht und stark und gut in dir ist, oh Zarathustra! Speie auf diese Stadt der Krämer und kehre um!
Hier fliesst alles Blut faulicht und lauicht und schaumicht durch alle Adern: speie auf die grosse Stadt, welche der grosse Abraum ist, wo aller Abschaum zusammenschäumt!
Speie auf die Stadt der eingedrückten Seelen und schmalen Brüste, der spitzen Augen, der klebrigen Finger —
— auf die Stadt der Aufdringlinge, der Unverschämten, der Schreib- und Schreihälse, der überheizten Ehrgeizigen:—
— wo alles Anbrüchige, Anrüchige, Lüsterne, Düsterne, Übermürbe, Geschwürige, Verschwörerische zusammenschwärt:—
— speie auf die grosse Stadt und kehre um!" — —
Hier aber unterbrach Zarathustra den schäumenden Narren und hielt ihm den Mund zu.
"Höre endlich auf!" rief Zarathustra, "mich ekelt lange schon deiner Rede und deiner Art!
Warum wohntest du so lange am Sumpfe, dass du selber zum Frosch und zur Kröte werden musstest?
Fliesst dir nicht selber nun ein faulichtes schaumichtes Sumpf-Blut durch die Adern, dass du also quaken und lästern lerntest?
Warum giengst du nicht in den Wald? Oder pflügtest die Erde? Ist das Meer nicht voll von grünen Eilanden?
Ich verachte dein Verachten; und wenn du mich warntest,—warum warntest du dich nicht selber?
Aus der Liebe allein soll mir mein Verachten und mein warnender Vogel auffliegen: aber nicht aus dem Sumpfe! —
Man heisst dich meinen Affen, du schäumender Narr: aber ich heisse dich mein Grunze-Schwein,—durch Grunzen verdirbst du mir noch mein Lob der Narrheit.
Was war es denn, was dich zuerst grunzen machte? Dass Niemand dir genug geschmeichelt hat:—darum setztest du dich hin zu diesem Unrathe, dass du Grund hättest viel zu grunzen, —
— dass du Grund hättest zu vieler Rache! Rache nämlich, du eitler Narr, ist all dein Schäumen, ich errieth dich wohl!
Aber dein Narren-Wort thut mir Schaden, selbst, wo du Recht hast! Und wenn Zarathustra's Wort sogar hundert Mal Recht hätte: du würdest mit meinem Wort immer—Unrecht thun!"
Also sprach Zarathustra; und er blickte die grosse Stadt an, seufzte und schwieg lange. Endlich redete er also:
Mich ekelt auch dieser grossen Stadt und nicht nur dieses Narren. Hier und dort ist Nichts zu bessern, Nichts zu bösern.
Wehe dieser grossen Stadt!— Und ich wollte, ich sähe schon die Feuersäule, in der sie verbrannt wird!
Denn solche Feuersäulen müssen dem grossen Mittage vorangehn. Doch diess hat seine Zeit und sein eigenes Schicksal. —
Diese Lehre aber gebe ich dir, du Narr, zum Abschiede: wo man nicht mehr lieben kann, da soll man—vorübergehn! —
Also sprach Zarathustra und gieng an dem Narren und der grossen Stadt vorüber.
Von den Abtrünnigen
1
Ach, liegt Alles schon welk und grau, was noch jüngst auf dieser Wiese grün und bunt stand? Und wie vielen Honig der Hoffnung trug ich von hier in meine Bienenkörbe!
Diese jungen Herzen sind alle schon alt geworden,—und nicht alt einmal! nur müde, gemein, bequem:—sie heissen es "Wir sind wieder fromm geworden."
Noch jüngst sah ich sie in der Frühe auf tapferen Füssen hinauslaufen: aber ihre Füsse der Erkenntniss wurden müde, und nun verleumden sie auch noch ihre Morgen-Tapferkeit!
Wahrlich, Mancher von ihnen hob einst die Beine wie ein Tänzer, ihm winkte das Lachen in meiner Weisheit:—da besann er sich. Eben sah ich ihn krumm—zum Kreuze kriechen.
Um Licht und Freiheit flatterten sie einst gleich Mücken und jungen Dichtern. Ein Wenig älter, ein Wenig kälter: und schon sind sie Dunkler und Munkler und Ofenhocker.
Verzagte ihnen wohl das Herz darob, dass mich die Einsamkeit verschlang gleich einem Wallfische? Lauschte ihr Ohr wohl sehnsüchtig-lange umsonst nach mir und meinen Trompeten- und Herolds-Rufen?
— Ach! Immer sind ihrer nur Wenige, deren Herz einen langen Muth und Übermuth hat; und solchen bleibt auch der Geist geduldsam. Der Rest aber ist feige.
Der Rest: das sind immer die Allermeisten, der Alltag, der Überfluss, die Viel-zu-Vielen—diese alle sind feige! —
Wer meiner Art ist, dem werden auch die Erlebnisse meiner Art über den Weg laufen: also, dass seine ersten Gesellen Leichname und Possenreisser sein müssen.
Seine zweiten Gesellen aber—die werden sich seine Gläubigen heissen: ein lebendiger Schwarm, viel Liebe, viel Thorheit, viel unbärtige Verehrung.
An diese Gläubigen soll Der nicht sein Herz binden, wer meiner Art unter Menschen ist; an diese Lenze und bunte Wiesen soll Der nicht glauben, wer die flüchtig-feige Menschenart kennt!
Könnten sie anders, so würden sie auch anders wollen. Halb- und Halbe verderben alles Ganze. Dass Blätter welk werden,—was ist da zu klagen!
Lass sie fahren und fallen, oh Zarathustra, und klage nicht! Lieber noch blase mit raschelnden Winden unter sie, —
— blase unter diese Blätter, oh Zarathustra: dass alles Welke schneller noch von dir davonlaufen! —
2
"Wir sind wieder fromm geworden"—so bekennen diese Abtrünnigen; und Manche von ihnen sind noch zu feige, also zu bekennen.
Denen sehe ich in's Auge,—denen sage ich es in's Gesicht und in die Röthe ihrer Wangen: ihr seid Solche, welche wieder beten!
Es ist aber eine Schmach, zu beten! Nicht für Alle, aber für dich und mich und wer auch im Kopfe sein Gewissen hat. Für dich ist es eine Schmach, zu beten!
Du weisst es wohl: dein feiger Teufel in dir, der gerne Hände-falten und Hände-in-den-Schooss-legen und es bequemer haben möchte:—dieser feige Teufel redet dir zu "es giebt einen Gott!"
Damit aber gehörst du zur lichtscheuen Art, denen Licht nimmer Ruhe lässt; nun musst du täglich deinen Kopf tiefer in Nacht und Dunst stecken!
Und wahrlich, du wähltest die Stunde gut: denn eben wieder fliegen die Nachtvögel aus. Die Stunde kam allem lichtscheuen Volke, die Abend- und Feierstunde, wo es nicht—"feiert."
Ich höre und rieche es: es kam ihre Stunde für Jagd und Umzug, nicht zwar für eine wilde Jagd, sondern für eine zahme lahme schnüffelnde Leisetreter- und Leisebeter-Jagd, —
— für eine Jagd auf seelenvolle Duckmäuser: alle Herzens-Mausefallen sind jetzt wieder aufgestellt! Und wo ich einen Vorhang aufhebe, da kommt ein Nachtfalterchen herausgestürzt.
Hockte es da wohl zusammen mit einem andern Nachtfalterchen? Denn überall rieche ich kleine verkrochne Gemeinden; und wo es Kämmerlein giebt, da giebt es neue Bet-Brüder drin und den Dunst von Bet-Brüdern.
Sie sitzen lange Abende bei einander und sprechen: "lasset uns wieder werden wie die Kindlein und 'lieber Gott' sagen!"—an Mund und Magen verdorben durch die frommen Zuckerbäcker.
Oder sie sehen lange Abende einer listigen lauernden Kreuzspinne zu, welche den Spinnen selber Klugheit predigt und also lehrt: "unter Kreuzen ist gut spinnen!"
Oder sie sitzen Tags über mit Angelruthen an Sümpfen und glauben sich tief damit; aber wer dort fischt, wo es keine Fische giebt, den heisse ich noch nicht einmal oberflächlich!
Oder sie lernen fromm-froh die Harfe schlagen bei einem Lieder-Dichter, der sich gern jungen Weibchen in's Herz harfnen möchte:—denn er wurde der alten Weibchen müde und ihres Lobpreisens.
Oder sie lernen gruseln bei einem gelehrten Halb-Tollen, der in dunklen Zimmern wartet, dass ihm die Geister kommen—und der Geist ganz davonläuft!
Oder sie horchen einem alten umgetriebnen Schnurr- und Knurrpfeifer zu, der trüben Winden die Trübsal der Töne ablernte; nun pfeift er nach dem Winde und predigt in trüben Tönen Trübsal.
Und Einige von ihnen sind sogar Nachtwächter geworden: die verstehen jetzt in Hörner zu blasen und Nachts umherzugehn und alte Sachen aufzuwecken, die lange schon eingeschlafen sind.
Fünf Worte von alten Sachen hörte ich gestern Nachts an der Garten-Mauer: die kamen von solchen alten betrübten trocknen Nachtwächtern.
"Für einen Vater sorgt er nicht genug um seine Kinder: Menschen-Väter thun diess besser!" —
"Er ist zu alt! Er sorgt schon gar nicht mehr um seine Kinder"—also antwortete der andere Nachtwächter.
"Hat er denn Kinder? Niemand kann's beweisen, wenn er's selber nicht beweist! Ich wollte längst, er bewiese es einmal gründlich."
"Beweisen? Als ob Der je Etwas bewiesen hätte! Beweisen fällt ihm schwer; er hält grosse Stücke darauf, dass man ihm glaubt."
"Ja! Ja! Der Glaube macht ihn selig, der Glaube an ihn. Das ist so die Art alter Leute! So geht's uns auch!" —
— Also sprachen zu einander die zwei alten Nachtwächter und Lichtscheuchen, und tuteten darauf betrübt in ihre Hörner: so geschah's gestern Nachts an der Garten-Mauer.
Mir aber wand sich das Herz vor Lachen und wollte brechen und wusste nicht, wohin? und sank in's Zwerchfell.
Wahrlich, das wird noch mein Tod sein, dass ich vor Lachen ersticke, wenn ich Esel betrunken sehe und Nachtwächter also an Gott zweifeln höre.
Ist es denn nicht lange vorbei auch für alle solche Zweifel? Wer darf noch solche alte eingeschlafne lichtscheue Sachen aufwecken!
Mit den alten Göttern gieng es ja lange schon zu Ende:—und wahrlich, ein gutes fröhliches Götter-Ende hatten sie!
Sie "dämmerten" sich nicht zu Tode,—das lügt man wohl! Vielmehr: sie haben sich selber einmal zu Tode—gelacht!
Das geschah, als das gottloseste Wort von einem Gotte selber ausgieng,—das Wort: "Es ist Ein Gott! Du sollst keinen andern Gott haben neben mir!" —
— ein alter Grimm-Bart von Gott, ein eifersüchtiger vergass sich also:
Und alle Götter lachten damals und wackelten auf ihren Stühlen und riefen: "Ist das nicht eben Göttlichkeit, dass es Götter, aber keinen Gott giebt?"
Wer Ohren hat, der höre. —
Also redete Zarathustra in der Stadt, die er liebte und welche zubenannt ist "die bunte Kuh." Von hier nämlich hatte er nur noch zwei Tage zu gehen, dass er wieder in seine Höhle käme und zu seinen Thieren; seine Seele aber frohlockte beständig ob der Nähe seiner Heimkehr. —
Die Heimkehr
Oh Einsamkeit! Du meine Heimat Einsamkeit! Zu lange lebte ich wild in wilder Fremde, als dass ich nicht mit Thränen zu dir heimkehrte!
Nun drohe mir nur mit dem Finger, wie Mütter drohn, nein lächle mir zu, wie Mütter lächeln, nun sprich nur: "Und wer war das, der wie ein Sturmwind einst von mir davonstürmte? —
— der scheidend rief: zu lange sass ich bei der Einsamkeit, da verlernte ich das Schweigen! Das—lerntest du nun wohl?
Oh Zarathustra, Alles weiss ich: und dass du unter den Vielen verlassener warst, du Einer, als je bei mir!
Ein Anderes ist Verlassenheit, ein Anderes Einsamkeit: Das—lerntest du nun! Und dass du unter Menschen immer wild und fremd sein wirst:
— Wild und fremd auch noch, wenn sie dich lieben: denn zuerst von Allem wollen sie geschont sein!
Hier aber bist du bei dir zu Heim und Hause; hier kannst du Alles hinausreden und alle Gründe ausschütten, Nichts schämt sich hier versteckter, verstockter Gefühle.
Hier kommen alle Dinge liebkosend zu deiner Rede und schmeicheln dir: denn sie wollen auf deinem Rücken reiten. Auf jedem Gleichniss reitest du hier zu jeder Wahrheit.
Aufrecht und aufrichtig darfst du hier zu allen Dingen reden: und wahrlich, wie Lob klingt es ihren Ohren, dass Einer mit allen Dingen—gerade redet!
Ein Anderes aber ist Verlassensein. Denn, weisst du noch, oh Zarathustra? Als damals dein Vogel über dir schrie, als du im Walde standest, unschlüssig, wohin? unkundig, einem Leichnam nahe:—
— als du sprachst: mögen mich meine Thiere führen! Gefährlicher fand ich's unter Menschen, als unter Thieren:—Das war Verlassenheit!
Und weisst du noch, oh Zarathustra? Als du auf deiner Insel sassest, unter leeren Eimern ein Brunnen Weins, gebend und ausgebend, unter Durstigen schenkend und ausschenkend:
— bis du endlich durstig allein unter Trunkenen sassest und nächtlich klagtest 'ist Nehmen nicht seliger als Geben? Und Stehlen noch seliger als Nehmen?'— Das war Verlassenheit!
Und weisst du noch, oh Zarathustra? Als deine stillste Stunde kam und dich von dir selber forttrieb, als sie mit bösem Flüstern sprach: 'Sprich und zerbrich!' —
— als sie dir all dein Warten und Schweigen leid machte und deinen demüthigen Muth entmuthigte: Das war Verlassenheit!" —
Oh Einsamkeit! Du meine Heimat Einsamkeit! Wie selig und zärtlich redet deine Stimme zu mir!
Wir fragen einander nicht, wir klagen einander nicht, wir gehen offen mit einander durch offne Thüren.
Denn offen ist es bei dir und hell; und auch die Stunden laufen hier auf leichteren Füssen. Im Dunklen nämlich trägt man schwerer an der Zeit, als im Lichte.
Hier springen mir alles Seins Worte und Wort-Schreine auf: alles Sein will hier Wort werden, alles Werden will hier von mir reden lernen.
Da unten aber—da ist alles Reden umsonst! Da ist Vergessen und Vorübergehn die beste Weisheit: Das—lernte ich nun!
Wer Alles bei den Menschen begreifen wollte, der müsste Alles angreifen. Aber dazu habe ich zu reinliche Hände.
Ich mag schon ihren Athem nicht einathmen; ach, dass ich so lange unter ihrem Lärm und üblem Athem lebte!
Oh selige Stille um mich! Oh reine Gerüche um mich! Oh wie aus tiefer Brust diese Stille reinen Athem holt! Oh wie sie horcht, diese selige Stille!
Aber da unten—da redet Alles, da wird Alles überhört. Man mag seine Weisheit mit Glocken einläuten: die Krämer auf dem Markte werden sie mit Pfennigen überklingeln!
Alles bei ihnen redet, Niemand weiss mehr zu verstehn. Alles fällt in's Wasser, Nichts fällt mehr in tiefe Brunnen.
Alles bei ihnen redet, Nichts geräth mehr und kommt zu Ende. Alles gackert, aber wer will noch still auf dem Neste sitzen und Eier brüten?
Alles bei ihnen redet, Alles wird zerredet. Und was gestern noch zu hart war für die Zeit selber und ihren Zahn: heute hängt es zerschabt und zernagt aus den Mäulern der Heutigen.
Alles bei ihnen redet, Alles wird verrathen. Und was einst Geheimniss hiess und Heimlichkeit tiefer Seelen, heute gehört es den Gassen-Trompetern und andern Schmetterlingen.
Oh Menschenwesen, du wunderliches! Du Lärm auf dunklen Gassen! Nun liegst du wieder hinter mir:—meine grösste Gefahr liegt hinter mir!
Im Schonen und Mitleiden lag immer meine grösste Gefahr; und alles Menschenwesen will geschont und gelitten sein.
Mit verhaltenen Wahrheiten, mit Narrenhand und vernarrtem Herzen und reich an kleinen Lügen des Mitleidens:—also lebte ich immer unter Menschen.
Verkleidet sass ich unter ihnen, bereit, mich zu verkennen, dass ich sie ertrüge, und gern mir zuredend "du Narr, du kennst die Menschen nicht!"
Man verlernt die Menschen, wenn man unter Menschen lebt: zu viel Vordergrund ist an allen Menschen,—was sollen da weitsichtige, weit-süchtige Augen!
Und wenn sie mich verkannten: ich Narr schonte sie darob mehr, als mich: gewohnt zur Härte gegen mich und oft noch an mir selber mich rächend für diese Schonung.
Zerstochen von giftigen Fliegen und ausgehöhlt, dem Steine gleich, von vielen Tropfen Bosheit, so sass ich unter ihnen und redete mir noch zu: "unschuldig ist alles Kleine an seiner Kleinheit!"
Sonderlich Die, welche sich "die Guten" heissen, fand ich als die giftigsten Fliegen: sie stechen in aller Unschuld, sie lügen in aller Unschuld; wie vermöchten sie, gegen mich—gerecht zu sein!
Wer unter den Guten lebt, den lehrt Mitleid lügen. Mitleid macht dumpfe Luft allen freien Seelen. Die Dummheit der Guten nämlich ist unergründlich.
Mich selber verbergen und meinen Reichthum—das lernte ich da unten: denn jeden fand ich noch arm am Geiste. Das war der Lug meines Mitleidens, dass ich bei jedem wusste,
— dass ich jedem es ansah und anroch, was ihm Geistes genug und was ihm schon Geistes zuviel war!
Ihre steifen Weisen: ich hiess sie weise, nicht steif,—so lernte ich Worte verschlucken. Ihre Todtengräber: ich hiess sie Forscher und Prüfer,—so lernte ich Worte vertauschen.
Die Todtengräber graben sich Krankheiten an. Unter altem Schutte ruhn schlimme Dünste. Man soll den Morast nicht aufrühren. Man soll auf Bergen leben.
Mit seligen Nüstern athme ich wieder Berges-Freiheit! Erlöst ist endlich meine Nase vom Geruch alles Menschenwesens!
Von scharfen Lüften gekitzelt, wie von schäumenden Weinen, niest meine Seele,—niest und jubelt sich zu: Gesundheit!
Also sprach Zarathustra.
Von den drei Bösen
1
Im Traum, im letzten Morgentraume stand ich heut auf einem Vorgebirge,—jenseits der Welt, hielt eine Wage und wog die Welt.
Oh dass zu früh mir die Morgenröthe kam: die glühte mich wach, die Eifersüchtige! Eifersüchtig ist sie immer auf meine Morgentraum-Gluthen.
Messbar für Den, der Zeit hat, wägbar für einen guten Wäger, erfliegbar für starke Fittige, errathbar für göttliche Nüsseknacker: also fand mein Traum die Welt:—
Mein Traum, ein kühner Segler, halb Schiff, halb Windsbraut, gleich Schmetterlingen schweigsam, ungeduldig gleich Edelfalken: wie hatte er doch zum Welt-Wägen heute Geduld und Weile!
Sprach ihm heimlich wohl meine Weisheit zu, meine lachende wache Tags-Weisheit, welche über alle "unendliche Welten" spottet? Denn sie spricht: "wo Kraft ist, wird auch die Zahl Meisterin: die hat mehr Kraft."
Wie sicher schaute mein Traum auf diese endliche Welt, nicht neugierig, nicht altgierig, nicht fürchtend, nicht bittend:—
— als ob ein voller Apfel sich meiner Hand böte, ein reifer Goldapfel, mit kühl-sanfter sammtener Haut:—so bot sich mir die Welt:—
— als ob ein Baum mir winke, ein breitästiger, starkwilliger, gekrümmt zur Lehne und noch zum Fussbrett für den Wegmüden: so stand die Welt auf meinem Vorgebirge:—
— als ob zierliche Hände mir einen Schrein entgegentrügen,—einen Schrein offen für das Entzücken schamhafter verehrender Augen: also bot sich mir heute die Welt entgegen:—
— nicht Räthsel genug, um Menschen-Liebe davon zu scheuchen, nicht Lösung genug, um Menschen-Weisheit einzuschläfern:—ein menschlich gutes Ding war mir heut die Welt, der man so Böses nachredet!
Wie danke ich es meinem Morgentraum, dass ich also in der Frühe heut die Welt wog! Als ein menschlich gutes Ding kam er zu mir, dieser Traum und Herzenströster!
Und dass ich's ihm gleich thue am Tage und sein Bestes ihm nach- und ablerne: will ich jetzt die drei bösesten Dinge auf die Wage thun und menschlich gut abwägen. —
Wer da segnen lehrte, der lehrte auch fluchen: welches sind in der Welt die drei bestverfluchten Dinge? Diese will ich auf die Wage thun.
Wollust, Herrschsucht, Selbstsucht: diese Drei wurden bisher am besten verflucht und am schlimmsten beleu- und belügenmundet,—diese Drei will ich menschlich gut abwägen.
Wohlauf! Hier ist mein Vorgebirg und da das Meer: das wälzt sich zu mir heran, zottelig, schmeichlerisch, das getreue alte hundertköpfige Hunds-Ungethüm, das ich liebe.
Wohlauf! Hier will ich die Wage halten über gewälztem Meere: und auch einen Zeugen wähle ich, dass er zusehe,—dich, du Einsiedler-Baum, dich starkduftigen, breitgewölbten, den ich liebe! —
Auf welcher Brücke geht zum Dereinst das Jetzt? Nach welchem Zwange zwingt das Hohe sich zum Niederen? Und was heisst auch das Höchste noch—hinaufwachsen? —
Nun steht die Wage gleich und still: drei schwere Fragen warf ich hinein, drei schwere Antworten trägt die andre Wagschale.
2
Wollust: allen busshemdigen Leib-Verächtern ihr Stachel und Pfahl, und als "Welt" verflucht bei allen Hinterweltlern: denn sie höhnt und narrt alle Wirr- und Irr-Lehrer.
Wollust: dem Gesindel das langsame Feuer, auf dem es verbrannt wird; allem wurmichten Holze, allen stinkenden Lumpen der bereite Brunst- und Brodel-Ofen.
Wollust: für die freien Herzen unschuldig und frei, das Garten-Glück der Erde, aller Zukunft Dankes-Überschwang an das Jetzt.
Wollust: nur dem Welken ein süsslich Gift, für die Löwen-Willigen aber die grosse Herzstärkung, und der ehrfürchtig geschonte Wein der Weine.
Wollust: das grosse Gleichniss-Glück für höheres Glück und höchste Hoffnung. Vielem nämlich ist Ehe verheissen und mehr als Ehe, —
— Vielem, das fremder sich ist, als Mann und Weib:—und wer begriff es ganz, wie fremd sich Mann und Weib sind!
Wollust:—doch ich will Zäune um meine Gedanken haben und auch noch um meine Worte: dass mir nicht in meine Gärten die Schweine und Schwärmer brechen! —
Herrschsucht: die Glüh-Geissel der härtesten Herzensharten; die grause Marter, die sich dem Grausamsten selber aufspart; die düstre Flamme lebendiger Scheiterhaufen.
Herrschsucht: die boshafte Bremse, die den eitelsten Völkern aufgesetzt wird; die Verhöhnerin aller ungewissen Tugend; die auf jedem Rosse und jedem Stolze reitet.
Herrschsucht: das Erdbeben, das alles Morsche und Höhlichte bricht und aufbricht; die rollende grollende strafende Zerbrecherin übertünchter Gräber; das blitzende Fragezeichen neben vorzeitigen Antworten.
Herrschsucht: vor deren Blick der Mensch kriecht und duckt und fröhnt und niedriger wird als Schlange und Schwein:—bis endlich die grosse Verachtung aus ihm aufschreie—,
Herrschsucht: die furchtbare Lehrerin der grossen Verachtung, welche Städten und Reichen in's Antlitz predigt "hinweg mit dir!"—bis es aus ihnen selber aufschreie "hinweg mit mir!"
Herrschsucht: die aber lockend auch zu Reinen und Einsamen und hinauf zu selbstgenugsamen Höhen steigt, glühend gleich einer Liebe, welche purpurne Seligkeiten lockend an Erdenhimmel malt.
Herrschsucht: doch wer hiesse es Sucht, wenn das Hohe hinab nach Macht gelüstet! Wahrlich, nichts Sieches und Süchtiges ist an solchem Gelüsten und Niedersteigen!
Dass die einsame Höhe sich nicht ewig vereinsame und selbst begnüge; dass der Berg zu Thale komme und die Winde der Höhe zu den Niederungen:—
Oh wer fände den rechten Tauf- und Tugendnamen für solche Sehnsucht! "Schenkende Tugend"—so nannte das Unnennbare einst Zarathustra.
Und damals geschah es auch,—und wahrlich, es geschah zum ersten Male!—dass sein Wort die Selbstsucht selig pries, die heile, gesunde Selbstsucht, die aus mächtiger Seele quillt:—
— aus mächtiger Seele, zu welcher der hohe Leib gehört, der schöne, sieghafte, erquickliche, um den herum jedwedes Ding Spiegel wird:
— der geschmeidige überredende Leib, der Tänzer, dessen Gleichniss und Auszug die selbst-lustige Seele ist. Solcher Leiber und Seelen Selbst-Lust heisst sich selber: "Tugend."
Mit ihren Worten von Gut und Schlecht schirmt sich solche Selbst-Lust wie mit heiligen Hainen; mit den Namen ihres Glücks bannt sie von sich alles Verächtliche.
Von sich weg bannt sie alles Feige; sie spricht: "Schlecht—das ist feige!" Verächtlich dünkt ihr der immer Sorgende, Seufzende, Klägliche und wer auch die kleinsten Vortheile aufliest.
Sie verachtet auch alle wehselige Weisheit: denn, wahrlich, es giebt auch Weisheit, die im Dunklen blüht, eine Nachtschatten-Weisheit: als welche immer seufzt: "Alles ist eitel!"
Das scheue Misstrauen gilt ihr gering, und Jeder, wer Schwüre statt Blicke und Hände will: auch alle allzu misstrauische Weisheit,—denn solche ist feiger Seelen Art.
Geringer noch gilt ihr der Schnell-Gefällige, der Hündische, der gleich auf dem Rücken liegt, der Demüthige; und auch Weisheit giebt es, die demüthig und hündisch und fromm und schnellgefällig ist.
Verhasst ist ihr gar und ein Ekel, wer nie sich wehren will, wer giftigen Speichel und böse Blicke hinunterschluckt, der All-zu-Geduldige, Alles-Dulder, Allgenügsame: das nämlich ist die knechtische Art.
Ob Einer vor Göttern und göttlichen Fusstritten knechtisch ist, ob vor Menschen und blöden Menschen-Meinungen: alle Knechts-Art speit sie an, diese selige Selbstsucht!
Schlecht: so beisst sie Alles, was geknickt und knickerisch-knechtisch ist, unfreie Zwinker-Augen, gedruckte Herzen, und jene falsche nachgebende Art, welche mit breiten feigen Lippen küsst.
Und After-Weisheit: so heisst sie Alles, was Knechte und Greise und Müde witzeln; und sonderlich die ganze schlimme aberwitzige, überwitzige Priester-Narrheit!
Die After-Weisen aber, alle die Priester, Weltmüden und wessen Seele von Weibs- und Knechtsart ist,—oh wie hat ihr Spiel von jeher der Selbstsucht übel mitgespielt!
Und das gerade sollte Tugend sein und Tugend heissen, dass man der Selbstsucht übel mitspiele! Und "selbstlos"—so wünschten sich selber mit gutem Grunde alle diese weltmüden Feiglinge und Kreuzspinnen!
Aber denen Allen kommt nun der Tag, die Wandlung, das Richtschwert, der grosse Mittag: da soll Vieles offenbar werden!
Und wer das Ich heil und heilig spricht und die Selbstsucht selig, wahrlich, der spricht auch, was er weiss, ein Weissager: "Siehe, er kommt, er ist nahe, der grosse Mittag!"
Also sprach Zarathustra.
Vom Geist der Schwere
1
Mein Mundwerk—ist des Volks: zu grob und herzlich rede ich für die Seidenhasen. Und noch fremder klingt mein Wort allen Tinten-Fischen und Feder-Füchsen.
Meine Hand—ist eine Narrenhand: wehe allen Tischen und Wänden, und was noch Platz hat für Narren-Zierath, Narren-Schmierath!
Mein Fuss—ist ein Pferdefuss; damit trapple und trabe ich über Stock und Stein, kreuz- und querfeld-ein und bin des Teufels vor Lust bei allem schnellen Laufen.
Mein Magen—ist wohl eines Adlers Magen? Denn er liebt am liebsten Lammfleisch. Gewisslich aber ist er eines Vogels Magen.
Von unschuldigen Dingen genährt und von Wenigem, bereit und ungeduldig zu fliegen, davonzufliegen—das ist nun meine Art: wie sollte nicht Etwas daran von Vogel-Art sein!
Und zumal, dass ich dem Geist der Schwere feind bin, das ist Vogel-Art: und wahrlich, todfeind, erzfeind, urfeind! Oh wohin flog und verflog sich nicht schon meine Feindschaft!
Davon könnte ich schon ein Lied singen— —und will es singen: ob ich gleich allein in leerem Hause bin und es meinen eignen Ohren singen muss.
Andre Sänger giebt es freilich, denen macht das volle Haus erst ihre Kehle weide, ihre Hand gesprächig, ihr Auge ausdrücklich, ihr Herz wach:—Denen gleiche ich nicht. —
2
Wer die Menschen einst fliegen lehrt, der hat alle Grenzsteine verrückt; alle Grenzsteine selber werden ihm in die Luft fliegen, die Erde wird er neu taufen—als "die Leichte."
Der Vogel Strauss läuft schneller als das schnellste Pferd, aber auch er steckt noch den Kopf schwer in schwere Erde: also der Mensch, der noch nicht fliegen kann.
Schwer heisst ihm Erde und Leben; und so will es der Geist der Schwere! Wer aber leicht werden will und ein Vogel, der muss sich selber lieben:—also lehre ich.
Nicht freilich mit der Liebe der Siechen und Süchtigen: denn bei denen stinkt auch die Eigenliebe!
Man muss sich selber lieben lernen—also lehre ich—mit einer heilen und gesunden Liebe: dass man es bei sich selber aushalte und nicht umherschweife.
Solches Umherschweifen tauft sich "Nächstenliebe": mit diesem Worte ist bisher am besten gelogen und geheuchelt worden, und sonderlich von Solchen, die aller Welt schwer fielen.
Und wahrlich, das ist kein Gebot für Heute und Morgen, sich lieben lernen. Vielmehr ist von allen Künsten diese die feinste, listigste, letzte und geduldsamste.
Für seinen Eigener ist nämlich alles Eigene gut versteckt; und von allen Schatzgruben wird die eigne am spätesten ausgegraben,—also schafft es der Geist der Schwere.
Fast in der Wiege giebt man uns schon schwere Worte und Werthe mit: "gut" und "böse"—so heisst sich diese Mitgift. Um derentwillen vergiebt man uns, dass wir leben.
Und dazu lässt man die Kindlein zu sich kommen, dass man ihnen bei Zeiten wehre, sich selber zu lieben: also schafft es der Geist der Schwere.
Und wir—wir schleppen treulich, was man uns mitgiebt, auf harten Schultern und über rauhe Berge! Und schwitzen wir, so sagt man uns: "Ja, das Leben ist schwer zu tragen!"
Aber der Mensch nur ist sich schwer zu tragen! Das macht, er schleppt zu vieles Fremde auf seinen Schultern. Dem Kameele gleich kniet er nieder und lässt sich gut aufladen.
Sonderlich der starke, tragsame Mensch, dem Ehrfurcht innewohnt: zu viele fremde schwere Worte und Werthe lädt er auf sich,—nun dünkt das Leben ihm eine Wüste!
Und wahrlich! Auch manches Eigene ist schwer zu tragen! Und viel Inwendiges am Menschen ist der Auster gleich, nämlich ekel und schlüpfrig und schwer erfasslich—,
— also dass eine edle Schale mit edler Zierath fürbitten muss. Aber auch diese Kunst muss man lernen: Schale haben und schönen Schein und kluge Blindheit!
Abermals trügt über Manches am Menschen, dass manche Schale gering und traurig und zu sehr Schale ist. Viel verborgene Güte und Kraft wird nie errathen; die köstlichsten Leckerbissen finden keine Schmecker!
Die Frauen wissen das, die köstlichsten: ein Wenig fetter, ein Wenig magerer—oh wie viel Schicksal liegt in so Wenigem!
Der Mensch ist schwer zu entdecken und sich selber noch am schwersten; oft lügt der Geist über die Seele. Also schafft es der Geist der Schwere.
Der aber hat sich selber entdeckt, welcher spricht: Das ist mein Gutes und Böses: damit hat er den Maulwurf und Zwerg stumm gemacht, welcher spricht "Allen gut, Allen bös."
Wahrlich, ich mag auch Solche nicht, denen jegliches Ding gut und diese Welt gar die beste heisst. Solche nenne ich die Allgenügsamen.
Allgenügsamkeit, die Alles zu schmecken weiss: das ist nicht der beste Geschmack! Ich ehre die widerspänstigen wählerischen Zungen und Mägen, welche "Ich" und "Ja" und "Nein" sagen lernten.
Alles aber kauen und verdauen—das ist eine rechte Schweine-Art! Immer I-a sagen—das lernte allein der Esel, und wer seines Geistes ist! —
Das tiefe Gelb und das heisse Roth: so will es mein Geschmack,—der mischt Blut zu allen Farben. Wer aber sein Haus weiss tüncht, der verräth mir eine weissgetünchte Seele.
In Mumien verliebt die Einen, die Andern in Gespenster; und Beide gleich feind allem Fleisch und Blute—oh wie gehen Beide mir wider den Geschmack! Denn ich liebe Blut.
Und dort will ich nicht wohnen und weilen, wo Jedermann spuckt und speit: das ist nun mein Geschmack,—lieber noch lebte ich unter Dieben und Meineidigen. Niemand trägt Gold im Munde.
Widriger aber sind mir noch alle Speichellecker; und das widrigste Thier von Mensch, das ich fand, das taufte ich Schmarotzer: das wollte nicht lieben und doch von Liebe leben.
Unselig heisse ich Alle, die nur Eine Wahl haben: böse Thiere zu werden oder böse Thierbändiger: bei Solchen würde ich mir keine Hütten bauen.
Unselig heisse ich auch Die, welche immer warten müssen,—die gehen mir wider den Geschmack: alle die Zöllner und Krämer und Könige und andren Länder- und Ladenhüter.
Wahrlich, ich lernte das Warten auch und von Grund aus,— aber nur das Warten auf mich. Und über Allem lernte ich stehn und gehn und laufen und springen und klettern und tanzen.
Das ist aber meine Lehre: wer einst fliegen lernen will, der muss erst stehn und gehn und laufen und klettern und tanzen lernen:—man erfliegt das Fliegen nicht!
Mit Strickleitern lernte ich manches Fenster erklettern, mit hurtigen Beinen klomm ich auf hohe Masten: auf hohen Masten der Erkenntniss sitzen dünkte mich keine geringe Seligkeit, —
— gleich kleinen Flammen flackern auf hohen Masten: ein kleines Licht zwar, aber doch ein grosser Trost für verschlagene Schiffer und Schiffbrüchige! —
Auf vielerlei Weg und Weise kam ich zu meiner Wahrheit; nicht auf Einer Leiter stieg ich zur Höhe, wo mein Auge in meine Ferne schweift.
Und ungern nur fragte ich stets nach Wegen,—das gieng mir immer wider den Geschmack! Lieber fragte und versuchte ich die Wege selber.
Ein Versuchen und Fragen war all mein Gehen:—und wahrlich, auch antworten muss man lernen auf solches Fragen! Das aber—ist mein Geschmack:
— kein guter, kein schlechter, aber mein Geschmack, dessen ich weder Scham noch Hehl mehr habe.
"Das—ist nun mein Weg,—wo ist der eure?" so antwortete ich Denen, welche mich "nach dem Wege" fragten. Den Weg nämlich—den giebt es nicht!
Also sprach Zarathustra.
Von alten und neuen Tafeln
1
Hier sitze ich und warte, alte zerbrochene Tafeln um mich und auch neue halb beschriebene Tafeln. Wann kommt meine Stunde?
— die Stunde meines Niederganges, Unterganges: denn noch Ein Mal will ich zu den Menschen gehn.
Dess warte ich nun: denn erst müssen mir die Zeichen kommen, dass es meine Stunde sei,—nämlich der lachende Löwe mit dem Taubenschwarme.
Inzwischen rede ich als Einer, der Zeit hat, zu mir selber. Niemand erzählt mir Neues: so erzähle ich mir mich selber. —
2
Als ich zu den Menschen kam, da fand ich sie sitzen auf einem alten Dünkel: Alle dünkten sich lange schon zu wissen, was dem Menschen gut und böse sei.
Eine alte müde Sache dünkte ihnen alles Reden von Tugend; und wer gut schlafen wollte, der sprach vor Schlafengehen noch von "Gut" und "Böse."
Diese Schläferei störte ich auf, als ich lehrte: was gut und böse ist, das weiss noch Niemand:—es sei denn der Schaffende!
— Das aber ist Der, welcher des Menschen Ziel schafft und der Erde ihren Sinn giebt und ihre Zukunft: Dieser erst schafft es, dass Etwas gut und böse ist.
Und ich hiess sie ihre alten Lehr-Stühle umwerfen, und wo nur jener alte Dünkel gesessen hatte; ich hiess sie lachen über ihre grossen Tugend-Meister und Heiligen und Dichter und Welt-Erlöser.
Über ihre düsteren Weisen hiess ich sie lachen, und wer je als schwarze Vogelscheuche warnend auf dem Baume des Lebens gesessen hatte.
An ihre grosse Gräberstrasse setzte ich mich und selber zu Aas und Geiern—und ich lachte über all ihr Einst und seine mürbe verfallende Herrlichkeit.
Wahrlich, gleich Busspredigern und Narrn schrie ich Zorn und Zeter über all ihr Grosses und Kleines—, dass ihr Bestes so gar klein ist! Dass ihr Bösestes so gar klein ist!—also lachte ich.
Meine weise Sehnsucht schrie und lachte also aus mir, die auf Bergen geboren ist, eine wilde Weisheit wahrlich!—meine grosse flügelbrausende Sehnsucht.
Und oft riss sie mich fort und hinauf und hinweg und mitten im Lachen: da flog ich wohl schaudernd, ein Pfeil, durch sonnentrunkenes Entzücken:
— hinaus in ferne Zukünfte, die kein Traum noch sah, in heissere Süden, als je sich Bildner träumten: dorthin, wo Götter tanzend sich aller Kleider schämen:—
— dass ich nämlich in Gleichnissen rede und gleich Dichtern hinke und stammle: und wahrlich, ich schäme mich, dass ich noch Dichter sein muss! —
Wo alles Werden mich Götter-Tanz und Götter-Muthwillen dünkte, und die Welt los- und ausgelassen und zu sich selber zurückfliehend:—
— als ein ewiges Sich-fliehn und -Wiedersuchen vieler Götter, als das selige Sich-Widersprechen, Sich-Wieder-hören, Sich-Wieder-Zugehören vieler Götter:—
Wo alle Zeit mich ein seliger Hohn auf Augenblicke dünkte, wo die Nothwendigkeit die Freiheit selber war, die selig mit dem Stachel der Freiheit spielte:—
Wo ich auch meinen alten Teufel und Erzfeind wiederfand, den Geist der Schwere und Alles, was er schuf: Zwang, Satzung, Noth und Folge und Zweck und Wille und Gut und Böse:—
Denn muss nicht dasein, über das getanzt, hinweggetanzt werde? Müssen nicht um der Leichten, Leichtesten willen—Maulwürfe und schwere Zwerge dasein? —
3
Dort war's auch, wo ich das Wort "Übermensch" vom Wege auflas, und dass der Mensch Etwas sei, das überwunden werden müsse,
— dass der Mensch eine Brücke sei und kein Zweck: sich selig preisend ob seines Mittags und Abends, als Weg zu neuen Morgenröthen:
— das Zarathustra-Wort vom grossen Mittage, und was sonst ich über den Menschen aufhängte, gleich purpurnen zweiten Abendröthen.
Wahrlich, auch neue Sterne liess ich sie sehn sammt neuen Nächten; und über Wolken und Tag und Nacht spannte ich noch das Lachen aus wie ein buntes Gezelt.
Ich lehrte sie all mein Dichten und Trachten: in Eins zu dichten und zusammen zu tragen, was Bruchstück ist am Menschen und Räthsel und grauser Zufall, —
— als Dichter, Räthselrather und Erlöser des Zufalls lehrte ich sie an der Zukunft schaffen, und Alles, das war—, schaffend zu erlösen.
Das Vergangne am Menschen zu erlösen und alles "Es war" umzuschauen, bis der Wille spricht: "Aber so wollte ich es! So werde ich's wollen—"
— Diess hiess ich ihnen Erlösung, Diess allein lehrte ich sie Erlösung heissen. — —
Nun warte ich meiner Erlösung—, dass ich zum letzten Male zu ihnen gehe.
Denn noch Ein Mal will ich zu den Menschen: unter ihnen will ich untergehen, sterbend will ich ihnen meine reichste Gabe geben!
Der Sonne lernte ich Das ab, wenn sie hinabgeht, die Überreiche: Gold schüttet sie da in's Meer aus unerschöpflichem Reichthume, —
— also, dass der ärmste Fischer noch mit goldenem Ruder rudert! Diess nämlich sah ich einst und wurde der Thränen nicht satt im Zuschauen. — —
Der Sonne gleich will auch Zarathustra untergehn: nun sitzt er hier und wartet, alte zerbrochne Tafeln um sich und auch neue Tafeln,—halbbeschriebene.
4
Siehe, hier ist eine neue Tafel: aber wo sind meine Brüder, die sie mit mir zu Thale und in fleischerne Herzen tragen? —
Also heischt es meine grosse Liebe zu den Fernsten: schone deinen Nächsten nicht! Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden muss.
Es giebt vielerlei Weg und Weise der Überwindung.—da siehe du zu! Aber nur ein Possenreisser denkt: "der Mensch kann auch übersprungen werden."
Überwinde dich selber noch in deinem Nächsten: und ein Recht, das du dir rauben kannst, sollst du dir nicht geben lassen!
Was du thust, das kann dir Keiner wieder thun. Siehe, es giebt keine Vergeltung.
Wer sich nicht befehlen kann, der soll gehorchen. Und Mancher kann sich befehlen, aber da fehlt noch Viel, dass er sich auch gehorche!
5
Also will es die Art edler Seelen: sie wollen Nichts umsonst haben, am wenigsten das Leben.
Wer vom Pöbel ist, der will umsonst leben; wir Anderen aber, denen das Leben sich gab,—wir sinnen immer darüber, was wir am besten dagegen geben!
Und wahrlich, diess ist eine vornehme Rede, welche spricht: "was uns das Leben verspricht, das wollen wir—dem Leben halten!"
Man soll nicht geniessen wollen, wo man nicht zu geniessen giebt. Und—man soll nicht geniessen wollen!
Genuss und Unschuld nämlich sind die schamhaftesten Dinge: Beide wollen nicht gesucht sein. Man soll sie haben—, aber man soll eher noch nach Schuld und Schmerzen suchen! —
6
Oh meine Brüder, wer ein Erstling ist, der wird immer geopfert. Nun aber sind wir Erstlinge.
Wir bluten Alle an geheimen Opfertischen, wir brennen und braten Alle zu Ehren alter Götzenbilder.
Unser Bestes ist noch jung: das reizt alte Gaumen. Unser Fleisch ist zart, unser Fell ist nur ein Lamm-Fell:—wie sollten wir nicht alte Götzenpriester reizen!
In uns selber wohnt er noch, der alte Götzenpriester, der unser Bestes sich zum Schmause brät. Ach, meine Brüder, wie sollten Erstlinge nicht Opfer sein!
Aber so will es unsre Art; und ich liebe Die, welche sich nicht bewahren wollen. Die Untergehenden liebe ich mit meiner ganzen Liebe: denn sie gehn hinüber. —
7
Wahr sein—das können Wenige! Und wer es kann, der will es noch nicht! Am wenigsten aber können es die Guten.
Oh diese Guten!— Gute Menschen reden nie die Wahrheit; für den Geist ist solchermaassen gut sein eine Krankheit.
Sie geben nach, diese Guten, sie ergeben sich, ihr Herz spricht nach, ihr Grund gehorcht; wer aber gehorcht, der hört sich selber nicht!
Alles, was den Guten böse heisst, muss zusammen kommen, dass Eine Wahrheit geboren werde: oh meine Brüder, seid ihr auch böse genug zu dieser Wahrheit?
Das verwegene Wagen, das lange Misstrauen, das grausame Nein, der Überdruss, das Schneiden in's Lebendige—wie selten kommt das zusammen! Aus solchem Samen aber wird Wahrheit gezeugt!
Neben dem bösen Gewissen wuchs bisher alles Wissen! Zerbrecht, zerbrecht mir, ihr Erkennenden, die alten Tafeln!
8
Wenn das Wasser Balken hat, wenn Stege und Geländer über den Fluss springen: wahrlich, da findet Keiner Glauben, der da spricht: "Alles ist im Fluss."
Sondern selber die Tölpel widersprechen ihm. "Wie?" sagen die Tölpel, "Alles wäre im Flusse? Balken und Geländer sind doch über dem Flusse!"
"Über dem Flusse ist Alles fest, alle die Werthe der Dinge, die Brücken, Begriffe, alles 'Gut' und 'Böse': das ist Alles fest!" —
Kommt gar der harte Winter, der Fluss-Thierbändiger: dann lernen auch die Witzigsten Misstrauen; und, wahrlich, nicht nur die Tölpel sprechen dann: "Sollte nicht Alles—stille stehn?"
"Im Grunde steht Alles stille"—, das ist eine rechte Winter-Lehre, ein gut Ding für unfruchtbare Zeit, ein guter Trost für Winterschläfer und Ofenhocker.
"Im Grund steht Alles still"—: dagegen aber predigt der Thauwind!
Der Thauwind, ein Stier, der kein pflügender Stier ist,—ein wüthender Stier, ein Zerstörer, der mit zornigen Hörnern Eis bricht! Eis aber— —bricht Stege!
Oh meine Brüder, ist jetzt nicht Alles im Flusse? Sind nicht alle Geländer und Stege in's Wasser gefallen? Wer hielte sich noch an "Gut" und "Böse"?
"Wehe uns! Heil uns! Der Thauwind weht!"— Also predigt mir, oh meine Brüder, durch alle Gassen!
9
Es giebt einen alten Wahn, der heisst Gut und Böse. Um Wahrsager und Sterndeuter drehte sich bisher das Rad dieses Wahns.
Einst glaubte man an Wahrsager und Sterndeuter: und darum glaubte man "Alles ist Schicksal: du sollst, denn du musst!"
Dann wieder misstraute man allen Wahrsagern und Sterndeutern: und darum glaubte man "Alles ist Freiheit: du kannst, denn du willst!"
Oh meine Brüder, über Sterne und Zukunft ist bisher nur gewähnt, nicht gewusst worden: und darum ist über Gut und Böse bisher nur gewähnt, nicht gewusst worden!
10
"Du sollst nicht rauben! Du sollst nicht todtschlagen!"—solche Worte hiess man einst heilig; vor ihnen beugte man Knie und Köpfe und zog die Schuhe aus.
Aber ich frage euch: wo gab es je bessere Räuber und Todtschläger in der Welt, als es solche heilige Worte waren?
Ist in allem Leben selber nicht—Rauben und Todtschlagen? Und dass solche Worte heilig hiessen, wurde damit die Wahrheit selber nicht—todtgeschlagen?
Oder war es eine Predigt des Todes, dass heilig hiess, was allem Leben widersprach und widerrieth?— Oh meine Brüder, zerbrecht, zerbrecht mir die alten Tafeln!
11
Diess ist mein Mitleid mit allem Vergangenen, dass ich sehe: es ist preisgegeben, —
— der Gnade, dem Geiste, dem Wahnsinne jedes Geschlechtes preisgegeben, das kommt und Alles, was war, zu seiner Brücke umdeutet!
Ein grosser Gewalt-Herr könnte kommen, ein gewitzter Unhold, der mit seiner Gnade und Ungnade alles Vergangene zwänge und zwängte: bis es ihm Brücke würde und Vorzeichen und Herold und Hahnenschrei.
Diess aber ist die andre Gefahr und mein andres Mitleiden:—wer vom Pöbel ist, dessen Gedenken geht zurück bis zum Grossvater,—mit dem Grossvater aber hört die Zeit auf.
Also ist alles Vergangene preisgegeben: denn es könnte einmal kommen, dass der Pöbel Herr würde und in seichten Gewässern alle Zeit ertränke.
Darum, oh meine Brüder, bedarf es eines neuen Adels, der allem Pöbel und allem Gewalt-Herrischen Widersacher ist und auf neue Tafeln neu das Wort schreibt "edel."
Vieler Edlen nämlich bedarf es und vielerlei Edlen, dass es Adel gebe! Oder, wie ich einst im Gleichniss sprach: "Das eben ist Göttlichkeit, dass es Götter, aber keinen Gott giebt!"
12
Oh meine Brüder, ich weihe und weise euch zu einem neuen Adel: ihr sollt mir Zeuger und Züchter werden und Säemänner der Zukunft, —
— wahrlich, nicht zu einem Adel, den ihr kaufen könntet gleich den Krämern und mit Krämer-Golde: denn wenig Werth hat Alles, was seinen Preis hat.
Nicht, woher ihr kommt, mache euch fürderhin eure Ehre, sondern wohin ihr geht! Euer Wille und euer Fuss, der über euch selber hinaus will,—das mache eure neue Ehre!
Wahrlich nicht, dass ihr einem Fürsten gedient habt—was liegt noch an Fürsten!—oder dem, was steht, zum Bollwerk wurdet, dass es fester stünde!
Nicht, dass euer Geschlecht an Höfen höfisch wurde, und ihr lerntet, bunt, einem Flamingo ähnlich, lange Stunden in flachen Teichen stehn.
— Denn Stehen-können ist ein Verdienst bei Höflingen; und alle Höflinge glauben, zur Seligkeit nach dem Tode gehöre—Sitzen-dürfen! —
Nicht auch, dass ein Geist, den sie heilig nennen, eure Vorfahren in gelobte Länder führte, die ich nicht lobe: denn wo der schlimmste aller Bäume wuchs, das Kreuz,—an dem Lande ist Nichts zu loben! —
— und wahrlich, wohin dieser "heilige Geist" auch seine Ritter führte, immer liefen bei solchen Zügen—Ziegen und Gänse und Kreuz- und Querköpfe voran! —
Oh meine Brüder, nicht zurück soll euer Adel schauen, sondern hinaus! Vertriebene sollt ihr sein aus allen Vater- und Urväterländern!
Eurer Kinder Land sollt ihr lieben: diese Liebe sei euer neuer Adel,—das unentdeckte, im feinsten Meere! Nach ihm heisse ich eure Segel suchen und suchen!
An euren Kindern sollt ihr gutmachen, dass ihr eurer Väter Kinder seid: alles Vergangene sollt ihr so erlösen! Diese neue Tafel stelle ich über euch!
13
"Wozu leben? Alles ist eitel! Leben—das ist Stroh dreschen; Leben—das ist sich verbrennen und doch nicht warm werden." —
Solch alterthümliches Geschwätz gilt immer noch als "Weisheit"; dass es aber alt ist und dumpfig riecht, darum wird es besser geehrt. Auch der Moder adelt. —
Kinder durften so reden: die scheuen das Feuer, weil es sie brannte! Es ist viel Kinderei in den alten Büchern der Weisheit.
Und wer immer "Stroh drischt," wie sollte der auf das Dreschen lästern dürfen! Solchem Narren müsste man doch das Maul verbinden!
Solche setzen sich zu Tisch und bringen Nichts mit, selbst den guten Hunger nicht:—und nun lästern sie "Alles ist eitel!"
Aber gut essen und trinken, oh meine Brüder, ist wahrlich keine eitle Kunst! Zerbrecht, zerbrecht mir die Tafeln der Nimmer-Frohen!
14
"Dem Reinen ist Alles rein"—so spricht das Volk. Ich aber sage euch: den Schweinen wird Alles Schwein!
Darum predigen die Schwärmer und Kopfhänger, denen auch das Herz niederhängt: "die Welt selber ist ein kothiges Ungeheuer."
Denn diese Alle sind unsäuberlichen Geistes; sonderlich aber Jene, welche nicht Ruhe, noch Rast haben, es sei denn, sie sehen die Welt von hinten,—die Hinterweltler!
Denen sage ich in's Gesicht, ob es gleich nicht lieblich klingt: die Welt gleicht darin dem Menschen, dass sie einen Hintern hat,—so Viel ist wahr!
Es giebt in der Welt viel Koth: so Viel ist wahr! Aber darum ist die Welt selber noch kein kothiges Ungeheuer!
Es ist Weisheit darin, dass Vieles in der Welt übel riecht: der Ekel selber schafft Flügel und quellenahnende Kräfte!
An dem Besten ist noch Etwas zum Ekeln; und der Beste ist noch Etwas, das überwunden werden muss! —
Oh meine Brüder, es ist viel Weisheit darin, dass viel Koth in der Welt ist! —
15
Solche Sprüche hörte ich fromme Hinterweltler zu ihrem Gewissen reden; und wahrlich, ohne Arg und Falsch,—ob es schon nichts Falscheres in der Welt giebt, noch Ärgeres.
"Lass doch die Welt der Welt sein! Hebe dawider auch nicht Einen Finger auf!"
"Lass, wer da wolle, die Leute würgen und stechen und schneiden und schaben: hebe dawider auch nicht Einen Finger auf! Darob lernen sie noch der Welt absagen."
"Und deine eigne Vernunft—die sollst du selber görgeln und würgen; denn es ist eine Vernunft von dieser Welt,—darob lernst du selber der Welt absagen." —
— Zerbrecht, zerbrecht mir, oh meine Brüder, diese alten Tafeln der Frommen! Zersprecht mir die Sprüche der Welt-Verleumder!
16
"Wer viel lernt, der verlernt alles heftige Begehren"—das flüstert man heute sich zu auf allen dunklen Gassen.
"Weisheit macht müde, es lohnt sich—Nichts; du sollst nicht begehren!"—diese neue Tafel fand ich hängen selbst auf offnen Märkten.
Zerbrecht mir, oh meine Brüder, zerbrecht mir auch diese neue Tafel! Die Welt-Müden hängten sie hin und die Prediger des Todes, und auch die Stockmeister: denn seht, es ist auch eine Predigt zur Knechtschaft! —
Dass sie schlecht lernten und das Beste nicht, und Alles zu früh und Alles zu geschwind: dass sie schlecht assen, daher kam ihnen jener verdorbene Magen, —
— ein verdorbener Magen ist nämlich ihr Geist: der räth zum Tode! Denn wahrlich, meine Brüder, der Geist ist ein Magen!
Das Leben ist ein Born der Lust: aber aus wem der verdorbene Magen redet, der Vater der Trübsal, dem sind alle Quellen vergiftet.
Erkennen: das ist Lust dem Löwen-willigen! Aber wer müde wurde, der wird selber nur "gewollt," mit dem spielen alle Wellen.
Und so ist es immer schwacher Menschen Art: sie verlieren sich auf ihren Wegen. Und zuletzt fragt noch ihre Müdigkeit: "wozu giengen wir jemals Wege! Es ist Alles gleich!"
Denen klingt es lieblich zu Ohren, dass gepredigt wird: "Es verlohnt sich Nichts! Ihr sollt nicht wollen!" Diess aber ist eine Predigt zur Knechtschaft.
Oh meine Brüder, ein frischer Brause-Wind kommt Zarathustra allen Weg-Müden; viele Nasen wird er noch niesen machen!
Auch durch Mauern bläst mein freier Athem, und hinein in Gefängnisse und eingefangne Geister!
Wollen befreit: denn Wollen ist Schaffen: so lehre ich. Und nur zum Schaffen sollt ihr lernen!
Und auch das Lernen sollt ihr erst von mir lernen, das Gut-Lernen!— Wer Ohren hat, der höre!
17
Da steht der Nachen,—dort hinüber geht es vielleicht in's grosse Nichts.— Aber wer will in diess "Vielleicht" einsteigen?
Niemand von euch will in den Todes-Nachen einsteigen! Wieso wollt ihr dann Welt-Müde sein!
Weltmüde! Und noch nicht einmal Erd-Entrückte wurdet ihr! Lüstern fand ich euch immer noch nach Erde, verliebt noch in die eigne Erd-Müdigkeit!
Nicht umsonst hängt euch die Lippe herab:—ein kleiner Erden-Wunsch sitzt noch darauf! Und im Auge—schwimmt da nicht ein Wölkchen unvergessner Erden-Lust?
Es giebt auf Erden viel gute Erfindungen, die einen nützlich, die andern angenehm: derentwegen ist die Erde zu lieben.
Und mancherlei so gut Erfundenes giebt es da, dass es ist wie des Weibes Busen: nützlich zugleich und angenehm.
Ihr Welt-Müden aber! Ihr Erden-Faulen! Euch soll man mit Ruthen streichen! Mit Ruthenstreichen soll man euch wieder muntre Beine machen.
Denn: seid ihr nicht Kranke und verlebte Wichte, deren die Erde müde ist, so seid ihr schlaue Faulthiere oder naschhafte verkrochene Lust-Katzen. Und wollt ihr nicht wieder lustig laufen, so sollt ihr—dahinfahren!
An Unheilbaren soll man nicht Arzt sein wollen: also lehrt es Zarathustra:—so sollt ihr dahinfahren!
Aber es gehört mehr Muth dazu, ein Ende zu machen, als einen neuen Vers: das wissen alle Ärzte und Dichter. —
18
Oh meine Brüder, es giebt Tafeln, welche die Ermüdung, und Tafeln, welche die Faulheit schuf, die faulige: ob sie schon gleich reden, so wollen sie doch ungleich gehört sein. —
Seht hier diesen Verschmachtenden! Nur eine Spanne weit ist er noch von seinem Ziele, aber vor Müdigkeit hat er sich trotzig hier in den Staub gelegt: dieser Tapfere!
Vor Müdigkeit gähnt er Weg und Erde und Ziel und sich selber an: keinen Schritt will er noch weiter thun,—dieser Tapfere!
Nun glüht die Sonne auf ihn, und die Hunde lecken nach seinem Schweisse: aber er liegt da in seinem Trotze und will lieber verschmachten:—
— eine Spanne weit von seinem Ziele verschmachten! Wahrlich, ihr werdet ihn noch an den Haaren in seinen Himmel ziehen müssen,—diesen Helden!
Besser noch, ihr lasst ihn liegen, wohin er sich gelegt hat, dass der Schlaf ihm komme, der Tröster, mit kühlendem Rausche-Regen:
Lasst ihn liegen, bis er von selber wach wird, bis er von selber alle Müdigkeit widerruft und was Müdigkeit aus ihm lehrte!
Nur, meine Brüder, dass ihr die Hunde von ihm scheucht, die faulen Schleicher, und all das schwärmende Geschmeiss:—
— all das schwärmende Geschmeiss der "Gebildeten," das sich am Schweisse jedes Helden—gütlich thut! —
19
Ich schliesse Kreise um mich und heilige Grenzen; immer Wenigere steigen mit mir auf immer höhere Berge,—ich baue ein Gebirge aus immer heiligeren Bergen. —
Wohin ihr aber auch mit mir steigen mögt, oh meine Brüder: seht zu, dass nicht ein Schmarotzer mit euch steige!
Schmarotzer: das ist ein Gewürm, ein kriechendes, geschmiegtes, das fett werden will an euren kranken wunden Winkeln.
Und das ist seine Kunst, dass er steigende Seelen erräth, wo sie müde sind: in euren Gram und Unmuth, in eure zarte Scham baut er sein ekles Nest.
Wo der Starke schwach, der Edle allzumild ist,—dahinein baut er sein ekles Nest: der Schmarotzer wohnt, wo der Grosse kleine wunde Winkel hat.
Was ist die höchste Art alles Seienden und was die geringste? Der Schmarotzer ist die geringste Art; wer aber höchster Art ist, der ernährt die meisten Schmarotzer.
Die Seele nämlich, welche die längste Leiter hat und am tiefsten hinunter kann: wie sollten nicht an der die meisten Schmarotzer sitzen? —
— die umfänglichste Seele, welche am weitesten in sich laufen und irren und schweifen kann; die nothwendigste, welche sich aus Lust in den Zufall stürzt:—
— die seiende Seele, welche in's Werden taucht; die habende, welche in's Wollen und Verlangen will:—
— die sich selber fliehende, die sich selber im weitesten Kreise einholt; die weiseste Seele, welcher die Narrheit am süssesten zuredet:—
— die sich selber liebendste, in der alle Dinge ihr Strömen und Wiederströmen und Ebbe und Fluth haben:—oh wie sollte die höchste Seele nicht die schlimmsten Schmarotzer haben?
20
Oh meine Brüder, bin ich denn grausam? Aber ich sage: was fällt, das soll man auch noch stossen!
Das Alles von Heute—das fällt, das verfällt: wer wollte es halten! Aber ich—ich will es noch stossen!
Kennt ihr die Wollust, die Steine in steile Tiefen rollt?— Diese Menschen von heute: seht sie doch, wie sie in meine Tiefen rollen!
Ein Vorspiel bin ich besserer Spieler, oh meine Brüder! Ein Beispiel! Thut nach meinem Beispiele!
Und wen ihr nicht fliegen lehrt, den lehrt mir—schneller fallen! —
21
Ich liebe die Tapferen: aber es ist nicht genug, Hau-Degen sein,—man muss auch wissen Hau-schau-Wen!
Und oft ist mehr Tapferkeit darin, dass Einer an sich hält und vorübergeht: damit er sich dem würdigeren Feinde aufspare!
Ich sollt nur Feinde haben, die zu hassen sind, aber nicht Feinde zum Verachten: ihr müsst stolz auf euren Feind sein: also lehrte ich schon Ein Mal.
Dem würdigeren Feinde, oh meine Freunde, sollt ihr euch aufsparen: darum müsst ihr an Vielem vorübergehn, —
— sonderlich an vielem Gesindel, das euch in die Ohren lärmt von Volk und Völkern.
Haltet euer Auge rein von ihrem Für und Wider! Da giebt es viel Recht, viel Unrecht: wer da zusieht, wird zornig.
Dreinschaun, dreinhaun—das ist da Eins: darum geht weg in die Wälder und legt euer Schwert schlafen!
Geht eure Wege! Und lasst Volk und Völker die ihren gehn!—dunkle Wege wahrlich, auf denen auch nicht Eine Hoffnung mehr wetterleuchtet!
Mag da der Krämer herrschen, wo Alles, was noch glänzt—Krämer-Gold ist! Es ist die Zeit der Könige nicht mehr: was sich heute Volk heisst, verdient keine Könige.
Seht doch, wie diese Völker jetzt selber den Krämern gleich thun: sie lesen sich die kleinsten Vortheile noch aus jedem Kehricht!
Sie lauern einander auf, sie lauern einander Etwas ab,—das heissen sie "gute Nachbarschaft." Oh selige ferne Zeit, wo ein Volk sich sagte: "ich will über Völker—Herr sein!"
Denn, meine Brüder: das Beste soll herrschen, das Beste will auch herrschen! Und wo die Lehre anders lautet, da—fehlt es am Besten.
22
Wenn Die—Brod umsonst hätten, wehe! Wonach würden Die schrein! Ihr Unterhalt—das ist ihre rechte Unterhaltung; und sie sollen es schwer haben!
Raubthiere sind es.—in ihrem "Arbeiten"—da ist auch noch Rauben, in ihrem "Verdienen"—da ist auch noch Überlisten! Darum sollen sie es schwer haben!
Bessere Raubthiere sollen sie also werden, feinere, klügere, menschen-ähnlichere: der Mensch nämlich ist das beste Raubthier.
Allen Thieren hat der Mensch schon ihre Tugenden abgeraubt: das macht, von allen Thieren hat es der Mensch am schwersten gehabt.
Nur noch die Vögel sind über ihm. Und wenn der Mensch noch fliegen lernte, wehe! wohinauf—würde seine Raublust fliegen!
23
So will ich Mann und Weib: kriegstüchtig den Einen, gebärtüchtig das Andre, beide aber tanztüchtig mit Kopf und Beinen.
Und verloren sei uns der Tag, wo nicht Ein Mal getanzt wurde! Und falsch heisse uns jede Wahrheit, bei der es nicht Ein Gelächter gab!
24
Euer Eheschliessen: seht zu, dass es nicht ein schlechtes Schliessen sei! Ihr schlosset zu schnell: so folgt daraus—Ehebrechen!
Und besser noch Ehebrechen als Ehe-biegen, Ehelügen!— So sprach mir ein Weib: "wohl brach ich die Ehe, aber zuerst brach die Ehe—mich!"
Schlimm-Gepaarte fand ich immer als die schlimmsten Rachsüchtigen: sie lassen es aller Welt entgelten, dass sie nicht mehr einzeln laufen.
Desswillen will ich, dass Redliche zu einander reden: "wir lieben uns: lasst uns zusehn, dass wir uns lieb behalten! Oder soll unser Versprechen ein Versehen sein?"
— "Gebt uns eine Frist und kleine Ehe, dass wir zusehn, ob wir zur grossen Ehe taugen! Es ist ein grosses Ding, immer zu Zwein sein!"
Also rathe ich allen Redlichen; und was wäre denn meine Liebe zum Übermenschen und zu Allem, was kommen soll, wenn ich anders riethe und redete!
Nicht nur fort euch zu pflanzen, sondern hinauf—dazu, oh meine Brüder, helfe euch der Garten der Ehe!
25
Wer über alte Ursprünge weise wurde, siehe, der wird zuletzt nach Quellen der Zukunft suchen und nach neuen Ursprüngen. —
Oh meine Brüder, es ist nicht über lange, da werden neue Völker entspringen und neue Quellen hinab in neue Tiefen rauschen.
Das Erdbeben nämlich—das verschüttet viel Brunnen, das schafft viel Verschmachten: das hebt auch innre Kräfte und Heimlichkeiten an's Licht.
Das Erdbeben macht neue Quellen offenbar. Im Erdbeben alter Völker brechen neue Quellen aus.
Und wer da ruft: "Siehe hier ein Brunnen für viele Durstige, Ein Herz für viele Sehnsüchtige, Ein Wille für viele Werkzeuge":—um den sammelt sich ein Volk, das ist: viel Versuchende.
Wer befehlen kann, wer gehorchen muss—Das wird da versucht! Ach, mit welch langem Suchen und Rathen und Missrathen und Lernen und Neu-Versuchen!
Die Menschen-Gesellschaft: die ist ein Versuch, so lehre ich's,—ein langes Suchen: sie sucht aber den Befehlenden! —
— ein Versuch, oh meine Brüder! Und kein "Vertrag"! Zerbrecht, zerbrecht mir solch Wort der Weich-Herzen und Halb- und Halben!
26
Oh meine Brüder! Bei Welchen liegt doch die grösste Gefahr aller Menschen-Zukunft? Ist es nicht bei den Guten und Gerechten? —
— als bei Denen, die sprechen und im Herzen fühlen: "wir wissen schon, was gut ist und gerecht, wir haben es auch; wehe Denen, die hier noch suchen!" —
Und was für Schaden auch die Bösen thun mögen: der Schaden der Guten ist der schädlichste Schaden!
Und was für Schaden auch die Welt-Verleumder thun mögen: der Schaden der Guten ist der schädlichste Schaden.
Oh meine Brüder, den Guten und Gerechten sah Einer einmal in's Herz, der da sprach: "es sind die Pharisäer." Aber man verstand ihn nicht.
Die Guten und Gerechten selber durften ihn nicht verstehen: ihr Geist ist eingefangen in ihr gutes Gewissen. Die Dummheit der Guten ist unergründlich klug.
Das aber ist die Wahrheit: die Guten müssen Pharisäer sein,—sie haben keine Wahl!
Die Guten müssen Den kreuzigen, der sich seine eigne Tugend erfindet! Das ist die Wahrheit!
Der Zweite aber, der ihr Land entdeckte, Land, Herz und Erdreich der Guten und Gerechten: das war, der da fragte: "wen hassen sie am meisten?"
Den Schaffenden hassen sie am meisten: den, der Tafeln bricht und alte Werthe, den Brecher—den heissen sie Verbrecher.
Die Guten nämlich—die können nicht schaffen: die sind immer der Anfang vom Ende:—
— sie kreuzigen Den, der neue Werthe auf neue Tafeln schreibt, sie opfern sich die Zukunft,—sie kreuzigen alle Menschen-Zukunft!
Die Guten—die waren immer der Anfang vom Ende. —
27
Oh meine Brüder, verstandet ihr auch diess Wort? Und was ich einst sagte vom "letzten Menschen"? — —
Bei Welchen liegt die grösste Gefahr aller Menschen-Zukunft? Ist es nicht bei den Guten und Gerechten?
Zerbrecht, zerbrecht mir die Guten und Gerechten!— Oh meine Brüder, verstandet ihr auch diess Wort?
28
Ihr flieht von mir? Ihr seid erschreckt? Ihr zittert vor diesem Worte?
Oh meine Brüder, als ich euch die Guten zerbrechen hiess und die Tafeln der Guten: da erst schiffte ich den Menschen ein auf seine hohe See.
Und nun erst kommt ihm der grosse Schrecken, das grosse Um-sich-sehn, die grosse Krankheit, der grosse Ekel, die grosse See-Krankheit.
Falsche Küsten und falsche Sicherheiten lehrten euch die Guten; in Lügen der Guten wart ihr geboren und geborgen. Alles ist in den Grund hinein verlogen und verbogen durch die Guten.
Aber wer das Land "Mensch" entdeckte, entdeckte auch das Land "Menschen-Zukunft." Nun sollt ihr mir Seefahrer sein, wackere, geduldsame!
Aufrecht geht mir bei Zeiten, oh meine Brüder, lernt aufrecht gehn! Das Meer stürmt: Viele wollen an euch sich wieder aufrichten.
Das Meer stürmt: Alles ist im Meere. Wohlan! Wohlauf! Ihr alten Seemanns-Herzen!
Was Vaterland! Dorthin will unser Steuer, wo unser Kinder-Land ist! Dorthinaus, stürmischer als das Meer, stürmt unsre grosse Sehnsucht! —
29
"Warum so hart!"—sprach zum Diamanten einst die Küchen-Kohle; "sind wir denn nicht Nah-Verwandte?" —
Warum so weich? Oh meine Brüder, also frage ich euch: seid ihr denn nicht—meine Brüder?
Warum so weich, so weichend und nachgebend? Warum ist so viel Leugnung, Verleugnung in eurem Herzen? So wenig Schicksal in eurem Blicke?
Und wollt ihr nicht Schicksale sein und Unerbittliche: wie könntet ihr mit mir—siegen?
Und wenn eure Härte nicht blitzen und scheiden und zerschneiden will: wie könntet ihr einst mit mir—schaffen?
Die Schaffenden nämlich sind hart. Und Seligkeit muss es euch dünken, eure Hand auf Jahrtausende zu drücken wie auf Wachs, —
— Seligkeit, auf dem Willen von Jahrtausenden zu schreiben wie auf Erz,—härter als Erz, edler als Erz. Ganz hart ist allein das Edelste.
Diese neue Tafel, oh meine Brüder, stelle ich über euch: werdet hart! —
30
Oh du mein Wille! Du Wende aller Noth, du meine Nothwendigkeit! Bewahre mich vor allen kleinen Siegen!
Du Schickung meiner Seele, die ich Schicksal heisse! Du-In-mir! Über-mir! Bewahre und spare mich auf zu Einem grossen Schicksale!
Und deine letzte Grösse, mein Wille, spare dir für dein Letztes auf,—dass du unerbittlich bist in deinem Siege! Ach, wer unterlag nicht seinem Siege!
Ach, wessen Auge dunkelte nicht in dieser trunkenen Dämmerung! Ach, wessen Fuss taumelte nicht und verlernte im Siege—stehen! —
— Dass ich einst bereit und reif sei im grossen Mittage: bereit und reif gleich glühendem Erze, blitzschwangrer Wolke und schwellendem Milch-Euter:—
— bereit zu mir selber und zu meinem verborgensten Willen: ein Bogen brünstig nach seinem Pfeile, ein Pfeil brünstig nach seinem Sterne:—
— ein Stern bereit und reif in seinem Mittage, glühend, durchbohrt, selig vor vernichtenden Sonnen-Pfeilen:—
— eine Sonne selber und ein unerbittlicher Sonnen-Wille, zum Vernichten bereit im Siegen!
Oh Wille, Wende aller Noth, du meine Nothwendigkeit! Spare mich auf zu Einem grossen Siege! — —
Also sprach Zarathustra.
Der Genesende
1
Eines Morgens, nicht lange nach seiner Rückkehr zur Höhle, sprang Zarathustra von seinem Lager auf wie ein Toller, schrie mit furchtbarer Stimme und gebärdete sich, als ob noch Einer auf dem Lager läge, der nicht davon aufstehn wolle; und also tönte Zarathustra's Stimme, dass seine Thiere erschreckt hinzukamen, und dass aus allen Höhlen und Schlupfwinkeln, die Zarathustra's Höhle benachbart waren, alles Gethier davon huschte,—fliegend, flatternd, kriechend, springend, wie ihm nur die Art von Fuss und Flügel gegeben war. Zarathustra aber redete diese Worte:
Herauf, abgründlicher Gedanke, aus meiner Tiefe! Ich bin dein Hahn und Morgen-Grauen, verschlafener Wurm: auf! auf! Meine Stimme soll dich schon wach krähen!
Knüpfe die Fessel deiner Ohren los: horche! Denn ich will dich hören! Auf! Auf! Hier ist Donners genug, dass auch Gräber horchen lernen!
Und wische den Schlaf und alles Blöde, Blinde aus deinen Augen! Höre mich auch mit deinen Augen: meine Stimme ist ein Heilmittel noch für Blindgeborne.
Und bist du erst wach, sollst du mir ewig wach bleiben. Nicht ist das meine Art, Urgrossmütter aus dem Schlafe wecken, dass ich sie heisse—weiterschlafen!
Du regst dich, dehnst dich, röchelst? Auf! Auf! Nicht röcheln—reden sollst du mir! Zarathustra ruft dich, der Gottlose!
Ich, Zarathustra, der Fürsprecher des Lebens, der Fürsprecher des Leidens, der Fürsprecher des Kreises—dich rufe ich, meinen abgründlichsten Gedanken!
Heil mir! Du kommst—ich höre dich! Mein Abgrund redet, meine letzte Tiefe habe ich an's Licht gestülpt!
Heil mir! Heran! Gieb die Hand— —ha! lass! Haha!— — Ekel, Ekel, Ekel— — —wehe mir!
2
Kaum aber hatte Zarathustra diese Worte gesprochen, da stürzte er nieder gleich einem Todten und blieb lange wie ein Todter. Als er aber wieder zu sich kam, da war er bleich und zitterte und blieb liegen und wollte lange nicht essen noch trinken. Solches Wesen dauerte an ihm sieben Tage; seine Thiere verliessen ihn aber nicht bei Tag und Nacht, es sei denn, dass der Adler ausflog, Speise zu holen. Und was er holte und zusammenraubte, das legte er auf Zarathustra's Lager: also dass Zarathustra endlich unter gelben und rothen Beeren, Trauben, Rosenäpfeln, wohlriechendem Krautwerke und Pinien-Zapfen lag. Zu seinen Füssen aber waren zwei Lämmer gebreitet, welche der Adler mit Mühe ihren Hirten abgeraubt hatte.
Endlich, nach sieben Tagen, richtete sich Zarathustra auf seinem Lager auf, nahm einen Rosenapfel in die Hand, roch daran und fand seinen Geruch lieblich. Da glaubten seine Thiere, die Zeit sei gekommen, mit ihm zu reden.
"Oh Zarathustra," sagten sie, "nun liegst du schon sieben Tage so, mit schweren Augen: willst du dich nicht endlich wieder auf deine Füsse stellen?
Tritt hinaus aus deiner Höhle: die Welt wartet dein wie ein Garten. Der Wind spielt mit schweren Wohlgerüchen, die zu dir wollen; und alle Bäche möchten dir nachlaufen.
Alle Dinge sehnen sich nach dir, dieweil du sieben Tage allein bliebst,—tritt hinaus aus deiner Höhle! Alle Dinge wollen deine Ärzte sein!
Kam wohl eine neue Erkenntniss zu dir, eine saure, schwere? Gleich angesäuertem Teige lagst du, deine Seele gieng auf und schwoll über alle ihre Ränder. —"
— "Oh meine Thiere," antwortete Zarathustra, "schwätzt also weiter und lasst mich zuhören! Es erquickt mich so, dass ihr schwätzt: wo geschwätzt wird, da liegt mir schon die Welt wie ein Garten.
Wie lieblich ist es, dass Worte und Töne da sind: sind nicht Worte und Töne Regenbogen und Schein-Brücken zwischen Ewig-Geschiedenem?
Zu jeder Seele gehört eine andre Welt; für jede Seele ist jede andre Seele eine Hinterwelt.
Zwischen dem Ähnlichsten gerade lügt der Schein am schönsten; denn die kleinste Kluft ist am schwersten zu überbrücken.
Für mich—wie gäbe es ein Ausser-mir? Es giebt kein Aussen! Aber das vergessen wir bei allen Tönen; wie lieblich ist es, dass wir vergessen!
Sind nicht den Dingen Namen und Töne geschenkt, dass der Mensch sich an den Dingen erquicke? Es ist eine schöne Narrethei, das Sprechen: damit tanzt der Mensch über alle Dinge.
Wie lieblich ist alles Reden und alle Lüge der Töne! Mit Tönen tanzt unsre Liebe auf bunten Regenbögen." —
— "Oh Zarathustra," sagten darauf die Thiere, "Solchen, die denken wie wir, tanzen alle Dinge selber: das kommt und reicht sich die Hand und lacht und flieht—und kommt zurück.
Alles geht, Alles kommt zurück; ewig rollt das Rad des Seins. Alles stirbt, Alles blüht wieder auf, ewig läuft das Jahr des Seins.
Alles bricht, Alles wird neu gefügt; ewig baut sich das gleiche Haus des Seins. Alles scheidet, Alles grüsst sich wieder; ewig bleibt sich treu der Ring des Seins.
In jedem Nu beginnt das Sein; um jedes Hier rollt sich die Kugel Dort. Die Mitte ist überall. Krumm ist der Pfad der Ewigkeit." —
— "Oh ihr Schalks-Narren und Drehorgeln!" antwortete Zarathustra und lächelte wieder, "wie gut wisst ihr, was sich in sieben Tagen erfüllen musste:—
— und wie jenes Unthier mir in den Schlund kroch und mich würgte! Aber ich biss ihm den Kopf ab und spie ihn weg von mir.
Und ihr,—ihr machtet schon ein Leier-Lied daraus? Nun aber liege ich da, müde noch von diesem Beissen und Wegspein, krank noch von der eigenen Erlösung.
Und ihr schautet dem Allen zu? Oh meine Thiere, seid auch ihr grausam? Habt ihr meinem grossen Schmerze zuschaun wollen, wie Menschen thun? Der Mensch nämlich ist das grausamste Thier.
Bei Trauerspielen, Stierkämpfen und Kreuzigungen ist es ihm bisher am wohlsten geworden auf Erden; und als er sich die Hölle erfand, siehe, da war das sein Himmel auf Erden.
Wenn der grosse Mensch schreit—: flugs läuft der kleine hinzu; und die Zunge hängt ihm aus dem Halse vor Lüsternheit. Er aber heisst es sein 'Mitleiden.'
Der kleine Mensch, sonderlich der Dichter—wie eifrig klagt er das Leben in Worten an! Hört hin, aber überhört mir die Lust nicht, die in allem Anklagen ist!
Solche Ankläger des Lebens: die überwindet das Leben mit einem Augenblinzeln. 'Du liebst mich?' sagt die Freche; 'warte noch ein Wenig, noch habe ich für dich nicht Zeit.'
Der Mensch ist gegen sich selber das grausamste Thier; und bei Allem, was sich 'Sünder' und 'Kreuzträger' und 'Büsser' heisst, überhört mir die Wollust nicht, die in diesem Klagen und Anklagen ist!
Und ich selber—will ich damit des Menschen Ankläger sein? Ach, meine Thiere, Das allein lernte ich bisher, dass dem Menschen sein Bösestes nöthig ist zu seinem Besten, —
— dass alles Böseste seine beste Kraft ist und der härteste Stein dem höchsten Schaffenden; und dass der Mensch besser und böser werden muss:—
Nicht an diess Marterholz war ich geheftet, dass ich weiss: der Mensch ist böse,—sondern ich schrie, wie noch Niemand geschrien hat:
'Ach dass sein Bösestes so gar klein ist! Ach dass sein Bestes so gar klein ist!'
Der grosse Überdruss am Menschen—der würgte mich und war mir in den Schlund gekrochen: und was der Wahrsager wahrsagte: 'Alles ist gleich, es lohnt sich Nichts, Wissen würgt.'
Eine lange Dämmerung hinkte vor mir her, eine todesmüde, todestrunkene Traurigkeit, welche mit gähnendem Munde redete.
'Ewig kehrt er wieder, der Mensch, dess du müde bist, der kleine Mensch'—so gähnte meine Traurigkeit und schleppte den Fuss und konnte nicht einschlafen.
Zur Höhle wandelte sich mir die Menschen-Erde, ihre Brust sank hinein, alles Lebendige ward mir Menschen-Moder und Knochen und morsche Vergangenheit.
Mein Seufzen sass auf allen Menschen-Gräbern und konnte nicht mehr aufstehn; mein Seufzen und Fragen unkte und würgte und nagte und klagte bei Tag und Nacht:
— 'ach, der Mensch kehrt ewig wieder! Der kleine Mensch kehrt ewig wieder!' —
Nackt hatte ich einst Beide gesehn, den grössten Menschen und den kleinsten Menschen: allzuähnlich einander,—allzumenschlich auch den Grössten noch!
Allzuklein der Grösste!— Das war mein Überdruss am Menschen! Und ewige Wiederkunft auch des Kleinsten!— Das war mein Überdruss an allem Dasein!
Ach, Ekel! Ekel! Ekel!— —" Also sprach Zarathustra und seufzte und schauderte; denn er erinnerte sich seiner Krankheit. Da liessen ihn aber seine Thiere nicht weiter reden.
"Sprich nicht weiter, du Genesender!"—so antworteten ihm seine Thiere, "sondern geh hinaus, wo die Welt auf dich wartet gleich einem Garten.
Geh hinaus zu den Rosen und Bienen und Taubenschwärmen! Sonderlich aber zu den Singe-Vögeln: dass du ihnen das Singen ablernst!
Singen nämlich ist für Genesende; der Gesunde mag reden. Und wenn auch der Gesunde Lieder will, will er andre Lieder doch als der Genesende."
— "Oh ihr Schalks-Narren und Drehorgeln, so schweigt doch!"—antwortete Zarathustra und lächelte über seine Thiere. "Wie gut ihr wisst, welchen Trost ich mir selber in sieben Tagen erfand!
Dass ich wieder singen müsse,—den Trost erfand ich mir und diese Genesung: wollt ihr auch daraus gleich wieder ein Leier-Lied machen?"
— "Sprich nicht weiter," antworteten ihm abermals seine Thiere; "lieber noch, du Genesender, mache dir erst eine Leier zurecht, eine neue Leier!
Denn siehe doch, oh Zarathustra! Zu deinen neuen Liedern bedarf es neuer Leiern.
Singe und brause über, oh Zarathustra, heile mit neuen Liedern deine Seele: dass du dein grosses Schicksal tragest, das noch keines Menschen Schicksal war!
Denn deine Thiere wissen es wohl, oh Zarathustra, wer du bist und werden musst: siehe, du bist der Lehrer der ewigen Wiederkunft—, das ist nun dein Schicksal!
Dass du als der Erste diese Lehre lehren musst,—wie sollte diess grosse Schicksal nicht auch deine grösste Gefahr und Krankheit sein!
Siehe, wir wissen, was du lehrst: dass alle Dinge ewig wiederkehren und wir selber mit, und dass wir schon ewige Male dagewesen sind, und alle Dinge mit uns.
Du lehrst, dass es ein grosses Jahr des Werdens giebt, ein Ungeheuer von grossem Jahre: das muss sich, einer Sanduhr gleich, immer wieder von Neuem umdrehn, damit es von Neuem ablaufe und auslaufe:—
— so dass alle diese Jahre sich selber gleich sind, im Grössten und auch im Kleinsten,—so dass wir selber in jedem grossen Jahre uns selber gleich sind, im Grössten und auch im Kleinsten.
Und wenn du jetzt sterben wolltest, oh Zarathustra: siehe, wir wissen auch, wie du da zu dir sprechen würdest:—aber deine Thiere bitten dich, dass du noch nicht sterbest!
Du würdest sprechen und ohne Zittern, vielmehr aufathmend vor Seligkeit: denn eine grosse Schwere und Schwüle wäre von dir genommen, du Geduldigster! —
'Nun sterbe und schwinde ich,' würdest du sprechen, 'und im Nu bin ich ein Nichts. Die Seelen sind so sterblich wie die Leiber.
Aber der Knoten von Ursachen kehrt wieder, in den ich verschlungen bin,—der wird mich wieder schaffen! Ich selber gehöre zu den Ursachen der ewigen Wiederkunft.
Ich komme wieder, mit dieser Sonne, mit dieser Erde, mit diesem Adler, mit dieser Schlange—nicht zu einem neuen Leben oder besseren Leben oder ähnlichen Leben:
— ich komme ewig wieder zu diesem gleichen und selbigen Leben, im Grössten und auch im Kleinsten, dass ich wieder aller Dinge ewige Wiederkunft lehre, —
— dass ich wieder das Wort spreche vom grossen Erden- und Menschen-Mittage, dass ich wieder den Menschen den Übermenschen künde.
Ich sprach mein Wort, ich zerbreche an meinem Wort: so will es mein ewiges Loos—, als Verkündiger gehe ich zu Grunde!
Die Stunde kam nun, dass der Untergehende sich selber segnet. Also—endet Zarathustra's Untergang.'" — —
Als die Thiere diese Worte gesprochen hatten, schwiegen sie und warteten, dass Zarathustra Etwas zu ihnen sagen werde: aber Zarathustra hörte nicht, dass sie schwiegen. Vielmehr lag er still, mit geschlossenen Augen, einem Schlafenden ähnlich, ob er schon nicht schlief: denn er unterredete sich eben mit seiner Seele. Die Schlange aber und der Adler, als sie ihn solchermaassen schweigsam fanden, ehrten die grosse Stille um ihn und machten sich behutsam davon.
Von der grossen Sehnsucht
Oh meine Seele, ich lehrte dich "Heute" sagen wie "Einst" und "Ehemals" und über alles Hier und Da und Dort deinen Reigen hinweg tanzen.
Oh meine Seele, ich erlöste dich von allen Winkeln, ich kehrte Staub, Spinnen und Zwielicht von dir ab.
Oh meine Seele, ich wusch die kleine Scham und die Winkel-Tugend von dir ab und überredete dich, nackt vor den Augen der Sonne zu stehn.
Mit dem Sturme, welcher "Geist" heisst, blies ich über deine wogende See; alle Wolken blies ich davon, ich erwürgte selbst die Würgerin, die "Sünde" heisst.
Oh meine Seele, ich gab dir das Recht, Nein zu sagen wie der Sturm und Ja zu sagen wie offner Himmel Ja sagt: still wie Licht stehst du und gehst du nun durch verneinende Stürme.
Oh meine Seele, ich gab dir die Freiheit zurück über Erschaffnes und Unerschaffnes: und wer kennt, wie du sie kennst, die Wollust des Zukünftigen?
Oh meine Seele, ich lehrte dich das Verachten, das nicht wie ein Wurmfrass kommt, das grosse, das liebende Verachten, welches am meisten liebt, wo es am meisten verachtet.
Oh meine Seele, ich lehrte dich so überreden, dass du zu dir die Gründe selber überredest: der Sonne gleich, die das Meer noch zu seiner Höhe überredet.
Oh meine Seele, ich nahm von dir alles Gehorchen Kniebeugen und Herr-Sagen; ich gab dir selber den Namen "Wende der Noth" und "Schicksal."
Oh meine Seele, ich gab dir neue Namen und bunte Spielwerke, ich hiess dich "Schicksal" und "Umfang der Umfänge" und "Nabelschnur der Zeit" und "azurne Glocke."
Oh meine Seele, deinem Erdreich gab ich alle Weisheit zu trinken, alle neuen Weine und auch alle unvordenklich alten starken Weine der Weisheit.
Oh meine Seele, jede Sonne goss ich auf dich und jede Nacht und jedes Schweigen und jede Sehnsucht:—da wuchsest du mir auf wie ein Weinstock.
Oh meine Seele, überreich und schwer stehst du nun da, ein Weinstock mit schwellenden Eutern und gedrängten braunen Gold-Weintrauben:—
— gedrängt und gedrückt von deinem Glücke, wartend vor Überflusse und schamhaft noch ob deines Wartens.
Oh meine Seele, es giebt nun nirgends eine Seele, die liebender wäre und umfangender und umfänglicher! Wo wäre Zukunft und Vergangnes näher beisammen als bei dir?
Oh meine Seele, ich gab dir Alles, und alle meine Hände sind an dich leer geworden:—und nun! Nun sagst du mir lächelnd und voll Schwermuth: "Wer von uns hat zu danken? —
— hat der Geber nicht zu danken, dass der Nehmende nahm? Ist Schenken nicht eine Nothdurft? Ist Nehmen nicht—Erbarmen?" —
Oh meine Seele, ich verstehe das Lächeln deiner Schwermuth: dein Über-Reichthum selber streckt nun sehnende Hände aus!
Deine Fülle blickt über brausende Meere hin und sucht und wartet; die Sehnsucht der Über-Fülle blickt aus deinem lächelnden Augen-Himmel!
Und wahrlich, oh meine Seele! Wer sähe dein Lächeln und schmelze nicht vor Thränen? Die Engel selber schmelzen vor Thränen ob der Über-Güte deines Lächelns.
Deine Güte und Über-Güte ist es, die nicht klagen und weinen will: und doch sehnt sich, oh meine Seele, dein Lächeln nach Thränen und dein zitternder Mund nach Schluchzen.
"Ist alles Weinen nicht ein Klagen? Und alles Klagen nicht ein Anklagen?" Also redest du zu dir selber, und darum willst du, oh meine Seele, lieber lächeln, als dein Leid ausschütten.
— in stürzende Thränen ausschütten all dein Leid über deine Fülle und über all die Drängniss des Weinstocks nach Winzer und Winzermesser!
Aber willst du nicht weinen, nicht ausweinen deine purpurne Schwermuth, so wirst du singen müssen, oh meine Seele!— Siehe, ich lächle selber, der ich dir solches vorhersage:
— singen, mit brausendem Gesange, bis alle Meere still werden, dass sie deiner Sehnsucht zuhorchen, —
— bis über stille sehnsüchtige Meere der Nachen schwebt, das güldene Wunder, um dessen Gold alle guten schlimmen wunderlichen Dinge hüpfen:—
— auch vieles grosse und kleine Gethier und Alles, was leichte wunderliche Füsse hat, dass es auf veilchenblauen Pfaden laufen kann, —
— hin zu dem güldenen Wunder, dem freiwilligen Nachen und zu seinem Herrn: das aber ist der Winzer, der mit diamantenem Winzermesser wartet, —
— dein grosser Löser, oh meine Seele, der Namenlose— —dem zukünftige Gesänge erst Namen finden! Und wahrlich, schon duftet dein Athem nach zukünftigen Gesängen, —
— schon glühst du und träumst, schon trinkst du durstig an allen tiefen klingenden Trost-Brunnen, schon ruht deine Schwermuth in der Seligkeit zukünftiger Gesänge! — —
Oh meine Seele, nun gab ich dir Alles und auch mein Letztes, und alle meine Hände sind an dich leer geworden:—dass ich dich singen hiess, siehe, das war mein Letztes!
Dass ich dich singen hiess, sprich nun, sprich: wer von uns hat jetzt—zu danken?— Besser aber noch: singe mir, singe, oh meine Seele! Und mich lass danken! —
Also sprach Zarathustra.
Das andere Tanzlied
1
"In dein Auge schaute ich jüngst, oh Leben: Gold sah ich in deinem Nacht-Auge blinken,—mein Herz stand still vor dieser Wollust:
— einen goldenen Kahn sah ich blinken auf mächtigen Gewässern, einen sinkenden, trinkenden, wieder winkenden goldenen Schaukel-Kahn!
Nach meinem Fusse, dem tanzwüthigen, warfst du einen Blick, einen lachenden fragenden schmelzenden Schaukel-Blick:
Zwei Mal nur regtest du deine Klapper mit kleinen Händen—da schaukelte schon mein Fuss vor Tanz-Wuth. —
Meine Fersen bäumten sich, meine Zehen horchten, dich zu verstehen: trägt doch der Tänzer sein Ohr—in seinen Zehen!
Zu dir hin sprang ich: da flohst du zurück vor meinem Sprunge; und gegen mich züngelte deines fliehenden fliegenden Haars Zunge!
Von dir weg sprang ich und von deinen Schlangen: da standst du schon, halbgewandt, das Auge voll Verlangen.
Mit krummen Blicken—lehrst du mich krumme Bahnen; auf krummen Bahnen lernt mein Fuss—Tücken!
Ich fürchte dich Nahe, ich liebe dich Ferne; deine Flucht lockt mich, dein Suchen stockt mich:—ich leide, aber was litt ich um dich nicht gerne!
Deren Kälte zündet, deren Hass verführt, deren Flucht bindet, deren Spott—rührt:
— wer hasste dich nicht, dich grosse Binderin, Umwinderin, Versucherin, Sucherin, Finderin! Wer liebte dich nicht, dich unschuldige, ungeduldige, windseilige, kindsäugige Sünderin!
Wohin ziehst du mich jetzt, du Ausbund und Unband? Und jetzt fliehst du mich wieder, du süsser Wildfang und Undank!
Ich tanze dir nach, ich folge dir auch auf geringer Spur. Wo bist du? Gieb mir die Hand! Oder einen Finger nur!
Hier sind Höhlen und Dickichte: wir werden uns verirren!— Halt! Steh still! Siehst du nicht Eulen und Fledermäuse schwirren?
Du Eule! Du Fledermaus! Du willst mich äffen? Wo sind wir? Von den Hunden lerntest du diess Heulen und Kläffen.
Du fletschest mich lieblich an mit weissen Zähnlein, deine bösen Augen springen gegen mich aus lockichtem Mähnlein!
Das ist ein Tanz über Stock und Stein: ich bin der Jäger,—willst du mein Hund oder meine Gemse sein?
Jetzt neben mir! Und geschwind, du boshafte Springerin! Jetzt hinauf! Und hinüber!— Wehe! Da fiel ich selber im Springen hin!
Oh sieh mich liegen, du Übermuth, und um Gnade flehn! Gerne möchte ich mit dir—lieblichere Pfade gehn!
— der Liebe Pfade durch stille bunte Büsche! Oder dort den See entlang: da schwimmen und tanzen Goldfische!
Du bist jetzt müde? Da drüben sind Schafe und Abendröthen: ist es nicht schön, zu schlafen, wenn Schäfer flöten?
Du bist so arg müde? Ich trage dich hin, lass nur die Arme sinken! Und hast du Durst,—ich hätte wohl Etwas, aber dein Mund will es nicht trinken! —
— Oh diese verfluchte flinke gelenke Schlange und Schlupf-Hexe! Wo bist du hin? Aber im Gesicht fühle ich von deiner Hand zwei Tupfen und rothe Klexe!
Ich bin es wahrlich müde, immer dein schafichter Schäfer zu sein! Du Hexe, habe ich dir bisher gesungen, nun sollst du mir—schrein!
Nach dem Takt meiner Peitsche sollst du mir tanzen und schrein! Ich vergass doch die Peitsche nicht?— Nein!" —
2
Da antwortete mir das Leben also und hielt sich dabei die zierlichen Ohren zu:
"Oh Zarathustra! Klatsche doch nicht so fürchterlich mit deiner Peitsche! Du weisst es ja: Lärm mordet Gedanken,—und eben kommen mir so zärtliche Gedanken.
Wir sind Beide zwei rechte Thunichtgute und Thunichtböse. Jenseits von Gut und Böse fanden wir unser Eiland und unsre grüne Wiese—wir Zwei allein! Darum müssen wir schon einander gut sein!
Und lieben wir uns auch nicht von Grund aus—, muss man sich denn gram sein, wenn man sich nicht von Grund aus liebt?
Und dass ich dir gut bin und oft zu gut, Das weisst du: und der Grund ist, dass ich auf deine Weisheit eifersüchtig bin. Ah, diese tolle alte Närrin von Weisheit!
Wenn dir deine Weisheit einmal davonliefe, ach! da liefe dir schnell auch meine Liebe noch davon." —
Darauf blickte das Leben nachdenklich hinter sich und um sich und sagte leise: "Oh Zarathustra, du bist mir nicht treu genug!
Du liebst mich lange nicht so sehr wie du redest; ich weiss, du denkst daran, dass du mich bald verlassen willst.
Es giebt eine alte schwere schwere Brumm-Glocke: die brummt Nachts bis zu deiner Höhle hinauf:—
— hörst du diese Glocke Mitternachts die Stunde schlagen, so denkst du zwischen Eins und Zwölf daran—
— du denkst daran, oh Zarathustra, ich weiss es, dass du mich bald verlassen willst!" —
"Ja," antwortete ich zögernd, "aber du weisst es auch—" Und ich sagte ihr Etwas in's Ohr, mitten hinein zwischen ihre verwirrten gelben thörichten Haar-Zotteln.
"Du weisst Das, oh Zarathustra? Das weiss Niemand. —"
Und wir sahen uns an und blickten auf die grüne Wiese, über welche eben der kühle Abend lief, und weinten mit einander.— Damals aber war mir das Leben lieber, als je alle meine Weisheit. —
Also sprach Zarathustra.
3
Eins!
Oh Mensch! Gieb Acht!
Zwei!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
Drei!
"Ich schlief, ich schlief—,
Vier!
"Auf tiefen Traum bin ich erwacht:—
Fünf!
"Die Welt ist tief,
Sechs!
"Und tiefer als der Tag gedacht.
Sieben!
"Tief ist ihr Weh—,
Acht!
"Lust—tiefer noch als Herzeleid:
Neun!
"Weh spricht: Vergeh!
Zehn!
"Doch alle Lust will Ewigkeit—,
Elf!
"— will tiefe, tiefe Ewigkeit!"
Zwölf!
Die sieben Siegel (Oder: das Ja- und Amen-Lied)
1
Wenn ich ein Wahrsager bin und voll jenes wahrsagerischen Geistes, der auf hohem Joche zwischen zwei Meeren wandelt, —
zwischen Vergangenem und Zukünftigem als schwere Wolke wandelt,—schwülen Niederungen feind und Allem, was müde ist und nicht sterben, noch leben kann. —
zum Blitze bereit im dunklen Busen und zum erlösenden Lichtstrahle, schwanger von Blitzen, die Ja! sagen, Ja! lachen, zu wahrsagerischen Blitzstrahlen:—
— selig aber ist der also Schwangere! Und wahrlich, lange muss als schweres Wetter am Berge hängen, wer einst das Licht der Zukunft zünden soll! —
Oh wie sollte ich nicht nach der Ewigkeit brünstig sein und nach dem hochzeitlichen Ring der Ringe,—dem Ring der Wiederkunft!
Nie noch fand ich das Weib, von dem ich Kinder mochte, sei denn dieses Weib, das ich lieb: denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
Denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
2
Wenn mein Zorn je Gräber brach, Grenzsteine rückte und alte Tafeln zerbrochen in steile Tiefen rollte:
Wenn mein Hohn je vermoderte Worte zerblies, und ich wie ein Besen kam den Kreuzspinnen und als Fegewind alten verdumpften Grabkammern:
Wenn ich je frohlockend sass, wo alte Götter begraben liegen, weltsegnend, weltliebend neben den Denkmalen alter Welt-Verleumder:—
— denn selbst Kirchen und Gottes-Gräber liebe ich, wenn der Himmel erst reinen Auges durch ihre zerbrochenen Decken blickt; gern sitze ich gleich Gras und rothem Mohne auf zerbrochnen Kirchen—
Oh wie sollte ich nicht nach der Ewigkeit brünstig sein und nach dem hochzeitlichen Ring der Ringe,—dem Ring der Wiederkunft!
Nie noch fand ich das Weib, von dem ich Kinder mochte, sei denn dieses Weib, das ich lieb: denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
Denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
3
Wenn je ein Hauch zu mir kam vom schöpferischen Hauche und von jener himmlischen Noth, die noch Zufälle zwingt, Sternen-Reigen zu tanzen:
Wenn ich je mit dem Lachen des schöpferischen Blitzes lachte, dem der lange Donner der That grollend, aber gehorsam nachfolgt:
Wenn ich je am Göttertisch der Erde mit Göttern Würfel spielte, dass die Erde bebte und brach und Feuerflüsse heraufschnob:—
— denn ein Göttertisch ist die Erde, und zitternd von schöpferischen neuen Worten und Götter-Würfen:—
Oh wie sollte ich nicht nach der Ewigkeit brünstig sein und nach dem hochzeitlichen Ring der Ringe,—dem Ring der Wiederkunft!
Nie noch fand ich das Weib, von dem ich Kinder mochte, sei denn dieses Weib, das ich lieb: denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
Denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
4
Wenn ich je vollen Zuges trank aus jenem schäumenden Würz- und Mischkruge, in dem alle Dinge gut gemischt sind:
Wenn meine Hand je Fernstes zum Nächsten goss und Feuer zu Geist und Lust zu Leid und Schlimmstes zum Gütigsten:
Wenn ich selber ein Korn bin von jenem erlösenden Salze, welches macht, dass alle Dinge im Mischkruge gut sich mischen:—
— denn es giebt ein Salz, das Gutes mit Bösem bindet; und auch das Böseste ist zum Würzen würdig und zum letzten Überschäumen:—
Oh wie sollte ich nicht nach der Ewigkeit brünstig sein und nach dem hochzeitlichen Ring der Ringe,—dem Ring der Wiederkunft!
Nie noch fand ich das Weib, von dem ich Kinder mochte, sei denn dieses Weib, das ich lieb: denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
Denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
5
Wenn ich dem Meere hold bin und Allem, was Meeres-Art ist, und am holdesten noch, wenn es mir zornig widerspricht:
Wenn jene suchende Lust in mir ist, die nach Unentdecktem die Segel treibt, wenn eine Seefahrer-Lust in meiner Lust ist:
Wenn je mein Frohlocken rief: "die Küste schwand,—nun fiel mir die letzte Kette ab—
— das Grenzenlose braust um mich, weit hinaus glänzt mir Raum und Zeit, wohlan! wohlauf! altes Herz!" —
Oh wie sollte ich nicht nach der Ewigkeit brünstig sein und nach dem hochzeitlichen Ring der Ringe,—dem Ring der Wiederkunft!
Nie noch fand ich das Weib, von dem ich Kinder mochte, sei denn dieses Weib, das ich lieb: denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
Denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
6
Wenn meine Tugend eines Tänzers Tugend ist, und ich oft mit beiden Füssen in gold-smaragdenes Entzücken sprang:
Wenn meine Bosheit eine lachende Bosheit ist, heimisch unter Rosenhängen und Lilien-Hecken:
— im Lachen nämlich ist alles Böse bei einander, aber heilig- und losgesprochen durch seine eigne Seligkeit:—
Und wenn Das mein A und O ist, dass alles Schwere leicht, aller Leib Tänzer, aller Geist Vogel werde: und wahrlich, Das ist mein A und O! —
Oh wie sollte ich nicht nach der Ewigkeit brünstig sein und nach dem hochzeitlichen Ring der Ringe,—dem Ring der Wiederkunft!
Nie noch fand ich das Weib, von dem ich Kinder mochte, sei denn dieses Weib, das ich lieb: denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
Denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
7
Wenn ich je stille Himmel über mir ausspannte und mit eignen Flügeln in eigne Himmel flog:
Wenn ich spielend in tiefen Licht-Fernen schwamm, und meiner Freiheit Vogel-Weisheit kam:—
— so aber spricht Vogel-Weisheit: "Siehe, es giebt kein Oben, kein Unten! Wirf dich umher, hinaus, zurück, du Leichter! Singe! sprich nicht mehr!
— sind alle Worte nicht für die Schweren gemacht? Lügen dem Leichten nicht alle Worte! Singe! sprich nicht mehr!" —
Oh wie sollte ich nicht nach der Ewigkeit brünstig sein und nach dem hochzeitlichen Ring der Ringe,—dem Ring der Wiederkunft!
Nie noch fand ich das Weib, von dem ich Kinder mochte, sei denn dieses Weib, das ich lieb: denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
Denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!
Vierter und letzter Teil
Ach, wo in der Welt geschahen grössere Thorheiten, als bei den Mitleidigen? Und was in der Weit stiftete mehr Leid, als die Thorheiten der Mitleidigen?
Wehe allen Liebenden, die nicht noch eine Höhe haben, welche über ihrem Mitleiden ist!
Also sprach der Teufel einst zu mir: "auch Gott hat seine Hölle: das ist seine Liebe zu den Menschen."
Und jüngst hörte ich ihn diess Wort sagen: "Gott ist todt; an seinem Mitleiden mit den Menschen ist Gott gestorben."
Zarathustra, von den Mitleidigen.
Das Honig-Opfer
— Und wieder liefen Monde und Jahre über Zarathustra's Seele, und er achtete dessen nicht; sein Haar aber wurde weiss. Eines Tages, als er auf einem Steine vor seiner Höhle sass und still hinausschaute,—man schaut aber dort auf das Meer hinaus, und hinweg über gewundene Abgründe—da giengen seine Thiere nachdenklich um ihn herum und stellten sich endlich vor ihn hin.
"Oh Zarathustra," sagten sie, "schaust du wohl aus nach deinem Glücke?"— "Was liegt am Glücke!" antwortete er, "ich trachte lange nicht mehr nach Glücke, ich trachte nach meinem Werke."— "Oh Zarathustra," redeten die Thiere abermals, "Das sagst du als Einer, der des Guten übergenug hat. Liegst du nicht in einem himmelblauen See von Glück?"— "Ihr Schalks-Narren," antwortete Zarathustra und lächelte, "wie gut wähltet ihr das Gleichniss! Aber ihr wisst auch, dass mein Glück schwer ist und nicht wie eine flüssige Wasserwelle: es drängt mich und will nicht von mir und thut gleich geschmolzenem Peche." —
Da giengen die Thiere wieder nachdenklich um ihn herum und stellten sich dann abermals vor ihn hin. "Oh Zarathustra," sagten sie, "daher also kommt es, dass du selber immer gelber und dunkler wirst, obschon dein Haar weiss und flächsern aussehen will? Siehe doch, du sitzest in deinem Peche!"— "Was sagt ihr da, meine Thiere," sagte Zarathustra und lachte dazu, "wahrlich, ich lästerte als ich von Peche sprach. Wie mir geschieht, so geht es allen Früchten, die reif werden. Es ist der Honig in meinen Adern, der mein Blut dicker und auch meine Seele stiller macht."— "So wird es sein, oh Zarathustra," antworteten die Thiere und drängten sich an ihn; "willst du aber nicht heute auf einen hohen Berg steigen? Die Luft ist rein, und man sieht heute mehr von der Welt als jemals."— "Ja, meine Thiere," antwortete er, "ihr rathet trefflich und mir nach dem Herzen: ich will heute auf einen hohen Berg steigen! Aber sorgt, dass dort Honig mir zur Hand sei, gelber, weisser, guter, eisfrischer Waben-Goldhonig. Denn wisset, ich will droben das Honig-Opfer bringen." —
Als Zarathustra aber oben auf der Höhe war, sandte er die Thiere heim, die ihn geleitet hatten, und fand, dass er nunmehr allein sei:—da lachte er aus ganzem Herzen, sah sich um und sprach also:
Dass ich von Opfern sprach und Honig-Opfern, eine List war's nur meiner Rede und, wahrlich, eine nützliche Thorheit! Hier oben darf ich schon freier reden, als vor Einsiedler-Höhlen und Einsiedler-Hausthieren.
Was opfern! Ich verschwende, was mir geschenkt wird, ich Verschwender mit tausend Händen: wie dürfte ich Das noch—Opfern heissen!
Und als ich nach Honig begehrte, begehrte ich nur nach Köder und süssem Seime und Schleime, nach dem auch Brummbären und wunderliche mürrische böse Vögel die Zunge lecken:
— nach dem besten Köder, wie er Jägern und Fischfängern noththut. Denn wenn die Welt wie ein dunkler Thierwald ist und aller wilden Jäger Lustgarten, so dünkt sie mich noch mehr und lieber ein abgründliches reiches Meer,
— ein Meer voll bunter Fische und Krebse, nach dem es auch Götter gelüsten möchte, dass sie an ihm zu Fischern würden und zu Netz-Auswerfern: so reich ist die Welt an Wunderlichem, grossem und kleinem!
Sonderlich die Menschen-Welt, das Menschen-Meer:—nach dem werfe ich nun meine goldene Angelruthe aus und spreche: "thue dich auf, du Menschen-Abgrund!
Thue dich auf und wirf mir deine Fische und Glitzer-Krebse zu! Mit meinem besten Köder ködere ich mir heute die wunderlichsten Menschen-Fische!
— mein Glück selber werfe ich hinaus in alle Weiten und Fernen, zwischen Aufgang, Mittag und Niedergang, ob nicht an meinem Glücke viele Menschen-Fische zerrn und zappeln lernen.
Bis sie, anbeissend an meine spitzen verborgenen Haken, hinauf müssen in meine Höhe, die buntesten Abgrund-Gründlinge zu dem boshaftigsten aller Menschen-Fischfänger.
Der nämlich bin ich von Grund und Anbeginn, ziehend, heranziehend, hinaufziehend, aufziehend, ein Zieher, Züchter und Zuchtmeister, der sich nicht umsonst einstmals zusprach: 'Werde, der du bist!'
Also mögen nunmehr die Menschen zu mir hinauf kommen: denn noch warte ich der Zeichen, dass es Zeit sei zu meinem Niedergange, noch gehe ich selber nicht unter, wie ich muss, unter Menschen.
Dazu warte ich hier, listig und spöttisch auf hohen Bergen, kein Ungeduldiger, kein Geduldiger, vielmehr Einer, der auch die Geduld verlernt hat,—weil er nicht mehr 'duldet.'
Mein Schicksal nämlich lässt mir Zeit: es vergass mich wohl? Oder sitzt es hinter einem grossen Steine im Schatten und fängt Fliegen?
Und wahrlich, ich bin ihm gut darob, meinem ewigen Schicksale, dass es mich nicht hetzt und drängt und mir Zeit zu Possen lässt und Bosheiten: also dass ich heute zu einem Fischfange auf diesen hohen Berg stieg.
Fieng wohl je ein Mensch auf hohen Bergen Fische? Und wenn es auch eine Thorheit ist, was ich hier oben will und treibe: besser noch Diess, als dass ich da unten feierlich würde vor Warten und grün und gelb—
— ein gespreitzter Zornschnauber vor Warten, ein heiliger Heule-Sturm aus Bergen, ein Ungeduldiger, der in die Thäler hinabruft: 'Hört, oder ich peitsche euch mit der Geissel Gottes!'
Nicht dass ich solchen Zürnern darob gram würde: zum Lachen sind sie mir gut genung! Ungeduldig müssen sie schon sein, diese grossen Lärmtrommeln, welche heute oder niemals zu Worte kommen!
Ich aber und mein Schicksal—wir reden nicht zum Heute, wir reden auch nicht zum Niemals: wir haben zum Reden schon Geduld und Zeit und Überzeit. Denn einst muss er doch kommen und darf nicht vorübergehn.
Wer muss einst kommen und darf nicht vorübergehn? Unser grosser Hazar, das ist unser grosses fernes Menschen-Reich, das Zarathustra-Reich von tausend Jahren — —"
Wie ferne mag solches "Ferne" sein? was geht's mich an! Aber darum steht es mir doch nicht minder fest—, mit beiden Füssen stehe ich sicher auf diesem Grunde,
— auf einem ewigen Grunde, auf hartem Urgesteine, auf diesem höchsten härtesten Urgebirge, zu dem alle Winde kommen als zur Wetterscheide, fragend nach Wo? und Woher? und Wohinaus?
Hier lache, lache meine helle heile Bosheit! Von hohen Bergen wirf hinab dein glitzerndes Spott-Gelächter! Ködere mit deinem Glitzern mir die schönsten Menschen-Fische!
Und was in allen Meeren mir zugehört, mein An-und-für-mich in allen Dingen—Das fische mir heraus, Das führe zu mir herauf: dess warte ich, der boshaftigste aller Fischfänger.
Hinaus, hinaus, meine Angel! Hinein, hinab, Köder meines Glücks! Träufle deinen süssesten Thau, mein Herzens-Honig! Beisse, meine Angel, in den Bauch aller schwarzen Trübsal!
Hinaus, hinaus, mein Auge! Oh welche vielen Meere rings um mich, welch dämmernde Menschen-Zukünfte! Und über mir—welch rosenrothe Stille! Welch entwölktes Schweigen!
Der Nothschrei
Des nächsten Tages sass Zarathustra wieder auf seinem Steine vor der Höhle, während die Thiere draussen in der Welt herumschweiften, dass sie neue Nahrung heimbrächten,—auch neuen Honig: denn Zarathustra hatte den alten Honig bis auf das letzte Korn verthan und verschwendet. Als er aber dermaassen dasass, mit einem Stecken in der Hand, und den Schatten seiner Gestalt auf der Erde abzeichnete, nachdenkend und, wahrlich! nicht über sich und seinen Schatten—da erschrak er mit Einem Male und fuhr zusammen: denn er sahe neben seinem Schatten noch einen andern Schatten. Und wie er schnell um sich blickte und aufstand, siehe, da stand der Wahrsager neben ihm, der selbe, den er einstmals an seinem Tische gespeist und getränkt hatte, der Verkündiger der grossen Müdigkeit, welcher lehrte: "Alles ist gleich, es lohnt sich Nichts, Welt ist ohne Sinn, Wissen würgt." Aber sein Antlitz hatte sich inzwischen verwandelt; und als ihm Zarathustra in die Augen blickte, wurde sein Herz abermals erschreckt: so viel schlimme Verkündigungen und aschgraue Blitze liefen über diess Gesicht.
Der Wahrsager, der es wahrgenommen, was sich in Zarathustra's Seele zutrug, wischte mit der Hand über sein Antlitz hin, wie als ob er dasselbe wegwischen wollte; desgleichen that auch Zarathustra. Und als Beide dergestalt sich schweigend gefasst und gekräftigt hatten, gaben sie sich die Hände, zum Zeichen, dass sie sich wiedererkennen wollten.
"Sei mir willkommen," sagte Zarathustra, "du Wahrsager der grossen Müdigkeit, du sollst nicht umsonst einstmals mein Tisch- und Gastfreund gewesen sein. Iss und trink auch heute bei mir und vergieb es, dass ein vergnügter alter Mann mit dir zu Tische sitzt!"— "Ein vergnügter alter Mann?" antwortete der Wahrsager, den Kopf schüttelnd: "wer du aber auch bist oder sein willst, oh Zarathustra, du bist es zum Längsten hier Oben gewesen,—dein Nachen soll über Kurzem nicht mehr im Trocknen sitzen!"— "Sitze ich denn im Trocknen?" fragte Zarathustra lachend.— "Die Wellen um deinen Berg," antwortete der Wahrsager, "steigen und steigen, die Wellen grosser Noth und Trübsal: die werden bald auch deinen Nachen heben und dich davontragen."— Zarathustra schwieg hierauf und wunderte sich.— "Hörst du noch Nichts?" fuhr der Wahrsager fort: "rauscht und braust es nicht herauf aus der Tiefe?"— Zarathustra schwieg abermals und horchte: da hörte er einen langen, langen Schrei, welchen die Abgründe sich zuwarfen und weitergaben, denn keiner wollte ihn behalten: so böse klang er.
"Du schlimmer Verkündiger," sprach endlich Zarathustra, "das ist ein Nothschrei und der Schrei eines Menschen, der mag wohl aus einem schwarzen Meere kommen. Aber was geht mich Menschen-Noth an! Meine letzte Sünde, die mir aufgespart blieb,—weisst du wohl, wie sie heisst?"
— "Mitleiden!" antwortete der Wahrsager aus einem überströmenden Herzen und hob beide Hände empor—"oh Zarathustra, ich komme, dass ich dich zu deiner letzten Sünde verführe!" —
Und kaum waren diese Worte gesprochen, da erscholl der Schrei abermals, und länger und ängstlicher als vorher, auch schon viel näher. "Hörst du? Hörst du, oh Zarathustra?" rief der Wahrsager, "dir gilt der Schrei, dich ruft er: komm, komm, komm, es ist Zeit, es ist höchste Zeit!" —
Zarathustra schwieg hierauf, verwirrt und erschüttert; endlich fragte er, wie Einer, der bei sich selber zögert: "Und wer ist das, der dort mich ruft?"
"Aber du weisst es ja," antwortete der Wahrsager heftig, "was verbirgst du dich? Der höhere Mensch ist es, der nach dir schreit!"
"Der höhere Mensch?" schrie Zarathustra von Grausen erfasst: "was will der? Was will der? Der höhere Mensch! Was will der hier?"—und seine Haut bedeckte sich mit Schweiss.
Der Wahrsager aber antwortete nicht auf die Angst Zarathustra's, sondern horchte und horchte nach der Tiefe zu. Als es jedoch lange Zeit dort stille blieb, wandte er seinen Blick zurück und sahe Zarathustra stehn und zittern.
"Oh Zarathustra," hob er mit trauriger Stimme an, "du stehst nicht da wie Einer, den sein Glück drehend macht: du wirst tanzen müssen, dass du mir nicht umfällst!
Aber wenn du auch vor mir tanzen wolltest und alle deine Seitensprünge springen: Niemand soll mir doch sagen dürfen: 'Siehe, hier tanzt der letzte frohe Mensch!'
Umsonst käme Einer auf diese Höhe, der den hier suchte: Höhlen fände er wohl und Hinter-Höhlen, Verstecke für Versteckte, aber nicht Glücks-Schachte und Schatzkammern und neue Glücks-Goldadern.
Glück—wie fände man wohl das Glück bei solchen Vergrabenen und Einsiedlern! Muss ich das letzte Glück noch auf glückseligen Inseln suchen und ferne zwischen vergessenen Meeren?
Aber Alles ist gleich, es lohnt sich Nichts, es hilft kein Suchen, es giebt auch keine glückseligen Inseln mehr!" —
Also seufzte der Wahrsager; bei seinem letzten Seufzer aber wurde Zarathustra wieder hell und sicher, gleich Einem, der aus einem tiefen Schlunde an's Licht kommt. "Nein! Nein! Drei Mal Nein!" rief er mit starker Stimme und strich sich den Bart—"Das weiss ich besser! Es giebt noch glückselige Inseln! Stille davon, du seufzender Trauersack!
Höre davon auf zu plätschern, du Regenwolke am Vormittag! Stehe ich denn nicht schon da, nass von deiner Trübsal und begossen wie ein Hund?
Nun schüttle ich mich und laufe dir davon, dass ich wieder trocken werde: dess darfst du nicht Wunder haben! Dünke ich dir unhöflich? Aber hier ist mein Hof.
Was aber deinen höheren Menschen angeht: wohlan! ich suche ihn flugs in jenen Wäldern: daher kam sein Schrei. Vielleicht bedrängt ihn da ein böses Thier.
Er ist in meinem Bereiche: darin soll er mir nicht zu Schaden kommen! Und wahrlich, es giebt viele böse Thiere bei mir." —
Mit diesen Worten wandte sich Zarathustra zum Gehen. Da sprach der Wahrsager: "Oh Zarathustra, du bist ein Schelm!
Ich weiss es schon: du willst mich los sein! Lieber noch läufst du in die Wälder und stellst bösen Thieren nach!
Aber was hilft es dir? Des Abends wirst du doch mich wiederhaben, in deiner eignen Höhle werde ich dasitzen, geduldig und schwer wie ein Klotz—und auf dich warten!"
"So sei's!" rief Zarathustra zurück im Fortgehn: "und was mein ist in meiner Höhle, gehört auch dir, meinem Gastfreunde!
Solltest du aber drin noch Honig finden, wohlan! so lecke ihn nur auf, du Brummbär, und versüsse deine Seele! Am Abende nämlich wollen wir Beide guter Dinge sein,
— guter Dinge und froh darob, dass dieser Tag zu Ende gieng! Und du selber sollst zu meinen Liedern als mein Tanzbär tanzen.
Du glaubst nicht daran? Du schüttelst den Kopf? Wohlan! Wohlauf! Alter Bär! Aber auch ich—bin ein Wahrsager."
Also sprach Zarathustra.
Gespräch mit den Königen
1
Zarathustra war noch keine Stunde in seinen Bergen und Wäldern unterwegs, da sahe er mit Einem Male einen seltsamen Aufzug. Gerade auf dem Wege, den er hinabwollte, kamen zwei Könige gegangen, mit Kronen und Purpurgürteln geschmückt und bunt wie Flamingo-Vögel: die trieben einen beladenen Esel vor sich her. "Was wollen diese Könige in meinem Reiche?" sprach Zarathustra erstaunt zu seinem Herzen und versteckte Sich geschwind hinter einem Busche. Als aber die Könige bis zu ihm herankamen, sagte er, halblaut, wie Einer, der zu sich allein redet: "Seltsam! Seltsam! Wie reimt sich Das zusammen? Zwei Könige sehe ich—und nur Einen Esel!"
Da machten die beiden Könige Halt, lächelten, sahen nach der Stelle hin, woher die Stimme kam, und sahen sich nachher selber in's Gesicht. "Solcherlei denkt man wohl auch unter uns," sagte der König zur Rechten, "aber man spricht es nicht aus."
Der König zur Linken aber zuckte mit den Achseln und antwortete: "Das mag wohl ein Ziegenhirt sein. Oder ein Einsiedler, der zu lange unter Felsen und Bäumen lebte. Gar keine Gesellschaft nämlich verdirbt auch die guten Sitten."
"Die guten Sitten? entgegnete unwillig und bitter der andre König: "wem laufen wir denn aus dem Wege? Ist es nicht den 'guten Sitten'? Unsrer 'guten Gesellschaft'?
Lieber, wahrlich, unter Einsiedlern und Ziegenhirten als mit unserm vergoldeten falschen überschminkten Pöbel leben,—ob er sich schon 'gute Gesellschaft' heisst,
— ob er sich schon 'Adel' heisst. Aber da ist Alles falsch und faul, voran das Blut, Dank alten schlechten Krankheiten und schlechteren Heil-Künstlern.
Der Beste und Liebste ist mir heute noch ein gesunder Bauer, grob, listig, hartnäckig, langhaltig: das ist heute die vornehmste Art.
Der Bauer ist heute der Beste; und Bauern-Art sollte Herr sein! Aber es ist das Reich des Pöbels,—ich lasse mir Nichts mehr vormachen. Pöbel aber, das heisst: Mischmasch.
Pöbel-Mischmasch: darin ist Alles in Allem durcheinander, Heiliger und Hallunke und Junker und Jude und jeglich Vieh aus der Arche Noäh.
Gute Sitten! Alles ist bei uns falsch und faul. Niemand weiss mehr zu verehren: dem gerade laufen wir davon. Es sind süssliche zudringliche Hunde, sie vergolden Palmenblätter.
Dieser Ekel würgt mich, dass wir Könige selber falsch wurden, überhängt und verkleidet durch alten vergilbten Grossväter-Prunk, Schaumünzen für die Dümmsten und die Schlauesten, und wer heute Alles mit der Macht Schacher treibt!
Wir sind nicht die Ersten—und müssen es doch bedeuten: dieser Betrügerei sind wir endlich satt und ekel geworden.
Dem Gesindel giengen wir aus dem Wege, allen diesen Schreihälsen und Schreib-Schmeissfliegen, dem Krämer-Gestank, dem Ehrgeiz-Gezappel, dem üblen Athem—: pfui, unter dem Gesindel leben,
— pfui, unter dem Gesindel die Ersten zu bedeuten! Ach, Ekel! Ekel! Ekel! Was liegt noch an uns Königen!" —
"Deine alte Krankheit fällt dich an," sagte hier der König zur Linken, "der Ekel fällt dich an, mein armer Bruder. Aber du weisst es doch, es hört uns Einer zu."
Sofort erhob sich Zarathustra, der zu diesen Reden Ohren und Augen aufgesperrt hatte, aus seinem Schlupfwinkel, trat auf die Könige zu und begann:
"Der Euch zuhört, der Euch gerne zuhört, ihr Könige, der heisst Zarathustra.
Ich bin Zarathustra, der einst sprach: 'Was liegt noch an Königen!' Vergebt mir, ich freute mich, als Ihr zu einander sagtet: 'Was liegt an uns Königen!'
Hier aber ist mein Reich und meine Herrschaft: was mögt Ihr wohl in meinem Reiche suchen? Vielleicht aber fandet Ihr unterwegs, was ich suche: nämlich den höheren Menschen."
Als Diess die Könige hörten, schlugen sie sich an die Brust und sprachen mit Einem Munde: "Wir sind erkannt!
Mit dem Schwerte dieses Wortes zerhaust du unsres Herzens dickste Finsterniss. Du entdecktest unsre Noth, denn siehe! Wir sind unterwegs, dass wir den höheren Menschen fänden—
— den Menschen, der höher ist als wir: ob wir gleich Könige sind. Ihm führen wir diesen Esel zu. Der höchste Mensch nämlich soll auf Erden auch der höchste Herr sein.
Es giebt kein härteres Unglück in allem Menschen-Schicksale, als wenn die Mächtigen der Erde nicht auch die ersten Menschen sind. Da wird Alles falsch und schief und ungeheuer.
Und wenn sie gar die letzten sind und mehr Vieh als Mensch: da steigt und steigt der Pöbel im Preise, und endlich spricht gar die Pöbel-Tugend: 'siehe, ich allein bin Tugend!'" —
"Was hörte ich eben?" antwortete Zarathustra; "welche Weisheit bei Königen! Ich bin entzückt, und, wahrlich, schon gelüstet's mich, einen Reim darauf zu machen:—
— mag es auch ein Reim werden, der nicht für Jedermanns Ohren taugt. Ich verlernte seit langem schon die Rücksicht auf lange Ohren. Wohlan! Wohlauf!"
(Hier aber geschah es, dass auch der Esel zu Worte kam: er sagte aber deutlich und mit bösem Willen I-A.)
Einstmals—ich glaub', im Jahr des Heiles Eins —
Sprach die Sibylle, trunken sonder Weins:
"Weh, nun geht's schief!
Verfall! Verfall! Nie sank die Welt so tief!
Rom sank zur Hure und zur Huren-Bude,
Rom's Caesar sank zum Vieh, Gott selbst—ward Jude!"
2
An diesen Reimen Zarathustra's weideten sich die Könige; der König zur Rechten aber sprach: "oh Zarathustra, wie gut thaten wir, dass wir auszogen, dich zu sehn!
Deine Feinde nämlich zeigten uns dein Bild in ihrem Spiegel: da blicktest du mit der Fratze eines Teufels und hohnlachend: also dass wir uns vor dir fürchteten.
Aber was half's! Immer wieder stachst du uns in Ohr und Herz mit deinen Sprüchen. Da sprachen wir endlich: was liegt daran, wie er aussieht!
Wir müssen ihn hören, ihn, der lehrt 'ihr sollt den Frieden lieben als Mittel zu neuen Kriegen, und den kurzen Frieden mehr als den langen!'
Niemand sprach je so kriegerische Worte: 'Was ist gut? Tapfer sein ist gut. Der gute Krieg ist's, der jede Sache heiligt.'
Oh Zarathustra, unsrer Väter Blut rührte sich bei solchen Worten in unserm Leibe: das war wie die Rede des Frühlings zu alten Weinfässern.
Wenn die Schwerter durcheinander liefen gleich rothgefleckten Schlangen, da wurden unsre Väter dem Leben gut; alles Friedens Sonne dünkte sie flau und lau, der lange Frieden aber machte Scham.
Wie sie seufzten, unsre Väter, wenn sie an der Wand blitzblanke ausgedorrte Schwerter sahen! Denen gleich dürsteten sie nach Krieg. Ein Schwert nämlich will Blut trinken und funkelt vor Begierde." — —
— Als die Könige dergestalt mit Eifer von dem Glück ihrer Väter redeten und schwätzten, überkam Zarathustra keine kleine Lust, ihres Eifers zu spotten: denn ersichtlich waren es sehr friedfertige Könige, welche er vor sich sah, solche mit alten und feinen Gesichtern. Aber er bezwang sich. "Wohlan! sprach er," "dorthin führt der Weg, da liegt die Höhle Zarathustra's; und dieser Tag soll einen langen Abend haben! Jetzt aber ruft mich eilig ein Nothschrei fort von Euch.
Es ehrt meine Höhle, wenn Könige in ihr sitzen und warten wollen: aber, freilich, Ihr werdet lange warten müssen!
Je nun! Was thut's! Wo lernt man heute besser warten als an Höfen? Und der Könige ganze Tugend, die ihnen übrig blieb,—heisst sie heute nicht: Warten-können?"
Also sprach Zarathustra.
Der Blutegel
Und Zarathustra gieng nachdenklich weiter und tiefer, durch Wälder und vorbei an moorigen Gründen; wie es aber Jedem ergeht, der über schwere Dinge nachdenkt, so trat er unversehens dabei auf einen Menschen. Und siehe, da sprützten ihm mit Einem Male ein Weheschrei und zwei Flüche und zwanzig schlimme Schimpfworte in's Gesicht: also dass er in seinem Schrecken den Stock erhob und auch auf den Getretenen noch zuschlug. Gleich darauf aber kam ihm die Besinnung; und sein Herz lachte über die Thorheit, die er eben gethan hatte.
"Vergieb," sagte er zu dem Getretenen, der sich grimmig erhoben und gesetzt hatte, "vergieb und vernimm vor Allem erst ein Gleichniss.
Wie ein Wanderer, der von fernen Dingen träumt, unversehens auf einsamer Strasse einen schlafenden Hund anstösst, einen Hund, der in der Sonne liegt:
— wie da Beide auffahren, sich anfahren, Todfeinden gleich, diese zwei zu Tod Erschrockenen: also ergieng es uns.
Und doch! Und doch—wie wenig hat gefehlt, dass sie einander liebkosten, dieser Hund und dieser Einsame! Sind sie doch Beide—Einsame!"
— "Wer du auch sein magst," sagte immer noch grimmig der Getretene, "du trittst mir auch mit deinem Gleichniss zu nahe, und nicht nur mit deinem Fusse!
Siehe doch, bin ich denn ein Hund?"—und dabei erhob sich der Sitzende und zog seinen nackten Arm aus dem Sumpfe. Zuerst nämlich hatte er ausgestreckt am Boden gelegen, verborgen und unkenntlich gleich Solchen, die einem Sumpf-Wilde auflauern.
"Aber was treibst du doch!" rief Zarathustra erschreckt, denn er sahe, dass über den nackten Arm weg viel Blut floss,—"was ist dir zugestossen? Biss dich, du Unseliger, ein schlimmes Thier?"
Der Blutende lachte, immer noch erzürnt. "Was geht's dich an!" sagte er und wollte weitergehn. "Hier bin ich heim und in meinem Bereiche. Mag mich fragen, wer da will: einem Tölpel aber werde ich schwerlich antworten."
"Du irrst," sagte Zarathustra mitleidig und hielt ihn fest, "du irrst: hier bist du nicht bei dir, sondern in meinem Reiche, und darin soll mir Keiner zu Schaden kommen.
Nenne mich aber immerhin, wie du willst,—ich bin, der ich sein muss. Ich selber heisse mich Zarathustra.
Wohlan! Dort hinauf geht der Weg zu Zarathustra's Höhle: die ist nicht fern,—willst du nicht bei mir deiner Wunden warten?
Es gieng dir schlimm, du Unseliger, in diesem Leben: erst biss dich das Thier, und dann—trat dich der Mensch!" —
Als aber der Getretene den Namen Zarathustra's hörte, verwandelte er sich. "Was geschieht mir doch!" rief er aus, "wer kümmert mich denn noch in diesem Leben, als dieser Eine Mensch, nämlich Zarathustra, und jenes Eine Thier, das vom Blute lebt, der Blutegel?
Des Blutegels halber lag ich hier an diesem Sumpfe wie ein Fischer, und schon war mein ausgehängter Arm zehn Mal angebissen, da beisst noch ein schönerer Igel nach meinem Blute, Zarathustra selber!
Oh Glück! Oh Wunder! Gelobt sei dieser Tag, der mich in diesen Sumpf lockte! Gelobt sei der beste lebendigste Schröpfkopf, der heut lebt, gelobt sei der grosse Gewissens-Blutegel Zarathustra!" —
Also sprach der Getretene; und Zarathustra freute sich über seine Worte und ihre feine ehrfürchtige Art. "Wer bist du?" fragte er und reichte ihm die Hand, "zwischen uns bleibt Viel aufzuklären und aufzuheitern: aber schon, dünkt mich, wird es reiner heller Tag."
"Ich bin der Gewissenhafte des Geistes," antwortete der Gefragte, "und in Dingen des Geistes nimmt es nicht leicht Einer strenger, enger und härter als ich, ausgenommen der, von dem ich's lernte, Zarathustra selber.
Lieber Nichts wissen, als Vieles halb wissen! Lieber ein Narr sein auf eigne Faust, als ein Weiser nach fremdem Gutdünken! Ich—gehe auf den Grund:
— was liegt daran, ob er gross oder klein ist? Ob er Sumpf oder Himmel heisst? Eine Hand breit Grund ist mir genung: wenn er nur wirklich Grund und Boden ist!
— eine Hand breit Grund: darauf kann man stehn. In der rechten Wissen-Gewissenschaft giebt es nichts Grosses und nichts Kleines."
"So bist du vielleicht der Erkenner des Blutegels?" fragte Zarathustra; "und du gehst dem Blutegel nach bis auf die letzten Gründe, du Gewissenhafter?"
"Oh Zarathustra," antwortete der Getretene, "das wäre ein Ungeheures, wie dürfte ich mich dessen unterfangen!
Wess ich aber Meister und Kenner bin, das ist des Blutegels Hirn:—das ist meine Welt!
Und es ist auch eine Welt! Vergieb aber, dass hier mein Stolz zu Worte kommt, denn ich habe hier nicht meines Gleichen. Darum sprach ich 'hier bin ich heim.'
Wie lange gehe ich schon diesem Einen nach, dem Hirn des Blutegels, dass die schlüpfrige Wahrheit mir hier nicht mehr entschlüpfe! Hier ist mein Reich!
— darob warf ich alles Andere fort, darob wurde mir alles. Andre gleich; und dicht neben meinem Wissen lagert mein schwarzes Unwissen.
Mein Gewissen des Geistes will es so von mir, dass ich Eins weiss und sonst Alles nicht weiss: es ekelt mich aller Halben des Geistes, aller Dunstigen, Schwebenden, Schwärmerischen.
Wo meine Redlichkeit aufhört, bin ich blind und will auch blind sein. Wo ich aber wissen will, will ich auch redlich sein, nämlich hart, streng, eng, grausam, unerbittlich.
Dass du einst sprachst, oh Zarathustra: 'Geist ist das Leben, das selber in's Leben schneidet,' das führte und verführte mich zu deiner Lehre. Und, wahrlich, mit eignem Blute mehrte ich mir das eigne Wissen!"
— "Wie der Augenschein lehrt," fiel Zarathustra ein; denn immer noch floss das Blut an dem nackten Arme des Gewissenhaften herab. Es hatten nämlich zehn Blutegel sich in denselben eingebissen.
"Oh du wunderlicher Gesell, wie Viel lehrt mich dieser Augenschein da, nämlich du selber! Und nicht Alles dürfte ich vielleicht in deine strengen Ohren giessen!
Wohlan! So scheiden wir hier! Doch möchte ich gerne dich wiederfinden. Dort hinauf führt der Weg zu meiner Höhle: heute Nacht sollst du dort mein lieber Gast sein!
Gerne möchte ich's auch an deinem Leibe wieder gut machen, dass Zarathustra dich mit Füssen trat: darüber denke ich nach. Jetzt aber ruft mich ein Nothschrei eilig fort von dir."
Also sprach Zarathustra.
Der Zauberer
1
Als aber Zarathustra um einen Felsen herumbog, da sahe er, nicht weit unter sich, auf dem gleichen Wege, einen Menschen, der die Glieder warf wie ein Tobsüchtiger und endlich bäuchlings zur Erde niederstürzte. "Halt!" sprach da Zarathustra zu seinem Herzen, "Der dort muss wohl der höhere Mensch sein, von ihm kam jener schlimme Nothschrei,—ich will sehn, ob da zu helfen ist." Als er aber hinzulief, an die Stelle, wo der Mensch auf dem Boden lag, fand er einen zitternden alten Mann mit stieren Augen; und wie sehr sich Zarathustra mühte, dass er ihn aufrichte und wieder auf seine Beine stelle, es war umsonst. Auch schien der Unglückliche nicht zu merken, dass jemand um ihn sei; vielmehr sah er sich immer mit rührenden Gebärden um, wie ein von aller Welt Verlassener und Vereinsamter. Zuletzt aber, nach vielem Zittern, Zucken und Sich-zusammen-Krümmen, begann er also zu jammern:
Wer wärmt mich, wer liebt mich noch?
Gebt heisse Hände!
Gebt Herzens-Kohlenbecken!
Hingestreckt, schaudernd,
Halbtodtem gleich, dem man die Füsse wärmt —
Geschüttelt, ach! von unbekannten Fiebern,
Zitternd vor spitzen eisigen Frost-Pfeilen,
Von dir gejagt, Gedanke!
Unnennbarer! Verhüllter! Entsetzlicher!
Du Jäger hinter Wolken!
Darniedergeblitzt von dir,
Du höhnisch Auge, das mich aus Dunklem anblickt:
—so liege ich,
Biege mich, winde mich, gequält
Von allen ewigen Martern,
Getroffen
Von Dir, grausamster Jäger,
Du unbekannter—Gott!
Triff tiefer,
Triff Ein Mal noch!
Zerstich, zerbrich diess Herz!
Was soll diess Martern
Mit zähnestumpfen Pfeilen?
Was blickst du wieder,
Der Menschen-Qual nicht müde,
Mit schadenfrohen Götter-Blitz-Augen?
Nicht tödten willst du,
Nur martern, martern?
Wozu—mich martern,
Du schadenfroher unbekannter Gott? —
Haha! Du schleichst heran?
Bei solcher Mitternacht
Was willst du? Sprich!
Du drängst mich, drückst mich —
Ha! schon viel zu nahe!
Weg! Weg!
Du hörst mich athmen,
Du behorchst mein Herz,
Du Eifersüchtiger —
Worauf doch eifersüchtig?
Weg! Weg! Wozu die Leiter?
Willst du hinein,
In's Herz,
Einsteigen, in meine heimlichsten
Gedanken einsteigen?
Schamloser! Unbekannter—Dieb!
Was willst du dir erstehlen,
Was willst du dir erhorchen,
Was willst du dir erfoltern,
Du Folterer!
Du—Henker-Gott!
Oder soll ich, dem Hunde gleich,
Vor dir mich wälzen?
Hingebend, begeistert-ausser-mir,
Dir—Liebe zuwedeln?
Umsonst! Stich weiter,
Grausamster Stachel! Nein,
Kein Hund—dein Wild nur bin ich,
Grausamster Jäger!
Dein stolzester Gefangner,
Du Räuber hinter Wolken!
Sprich endlich,
Was willst du, Wegelagerer, von mir?
Du Blitz-Verhüllter! Unbekannter! Sprich,
Was willst du, unbekannter Gott? — —
Wie? Lösegeld?
Was willst du Lösegelds?
Verlange Viel—das räth mein Stolz!
Und rede kurz—das räth mein andrer Stolz!
Haha!
Mich—willst du? Mich?
Mich—ganz? ...
Haha!
Und marterst mich, Narr, der du bist,
Zermarterst meinen Stolz?
Gieb Liebe mir—wer wärmt mich noch?
Wer liebt mich noch?—gieb heisse Hände,
Gieb Herzens-Kohlenbecken,
Gieb mir, dem Einsamsten,
Den Eis, ach! siebenfaches Eis
Nach Feinden selber,
Nach Feinden schmachten lehrt,
Gieb, ja ergieb,
Grausamster Feind,
Mir—dich! — —
Davon!
Da floh er selber,
Mein letzter einziger Genoss,
Mein grosser Feind,
Mein Unbekannter,
Mein Henker-Gott! —
— Nein! Komm zurück,
Mit allen deinen Martern!
Zum Letzten aller Einsamen
Oh komm zurück!
All meine Thränen-Bäche laufen
Zu dir den Lauf!
Und meine letzte Herzens-Flamme —
Dir glüht sie auf!
Oh komm zurück,
Mein unbekannter Gott! Mein Schmerz!
Mein letztes—Glück!
2
— Hier aber konnte sich Zarathustra nicht länger halten, nahm seinen Stock und schlug mit allen Kräften auf den jammernden los. "Halt ein!" schrie er ihm zu, mit ingrimmigem Lachen, "halt ein, du Schauspieler! Du Falschmünzer! Du Lügner aus dem Grunde! Ich erkenne dich wohl!
Ich will dir schon warme Beine machen, du schlimmer Zauberer, ich verstehe mich gut darauf, Solchen wie du bist—einzuheizen!"
— "Lass ab," sagte der alte Mann und sprang vom Boden auf, "schlage nicht mehr, oh Zarathustra! Ich trieb's also nur zum Spiele!
Solcherlei gehört zu meiner Kunst; dich selber wollte ich auf die Probe stellen, als ich dir diese Probe gab! Und, wahrlich, du hast mich gut durchschaut!
Aber auch du—gabst mir von dir keine kleine Probe: du bist hart, du weiser Zarathustra! Hart schlägst du zu mit deinen 'Wahrheiten,' dein Knüttel erzwingt von mir—diese Wahrheit!"
— "Schmeichle nicht," antwortete Zarathustra, immer noch erregt und finsterblickend, "du Schauspieler aus dem Grunde! Du bist falsch: was redest du—von Wahrheit!
Du Pfau der Pfauen, du Meer der Eitelkeit, was spieltest du vor mir, du schlimmer Zauberer, an wen sollte ich glauben, als du in solcher Gestalt jammertest?"
"Den Büsser des Geistes," sagte der alte Mann, "den—spielte ich: du selber erfandest einst diess Wort —
— den Dichter und Zauberer, der gegen sich selber endlich seinen Geist wendet, den Verwandelten, der an seinem bösen Wissen und Gewissen erfriert.
Und gesteh es nur ein: es währte lange, oh Zarathustra, bis du hinter meine Kunst und Lüge kamst! Du glaubtest an meine Noth, als du mir den Kopf mit beiden Händen hieltest, —
— ich hörte dich jammern 'man hat ihn zu wenig geliebt, zu wenig geliebt!' Dass ich dich soweit betrog, darüber frohlockte inwendig meine Bosheit."
"Du magst Feinere betrogen haben als mich," sagte Zarathustra hart. "Ich bin nicht auf der Hut vor Betrügern, ich muss ohne Vorsicht sein: so will es mein Loos.
Du aber—musst betrügen: so weit kenne ich dich! Du musst immer zwei- drei- vier- und fünfdeutig sein! Auch was du jetzt bekanntest, war mir lange nicht wahr und nicht falsch genung!
Du schlimmer Falschmünzer, wie könntest du anders! Deine Krankheit würdest du noch schminken, wenn du dich deinem Arzte nackt zeigtest.
So schminktest du eben vor mir deine Lüge, als du sprachst: 'ich trieb's also nur zum Spiele!' Es war auch Ernst darin, du bist Etwas von einem Büsser des Geistes!
Ich errathe dich wohl: du wurdest der Bezauberer Aller, aber gegen dich hast du keine Lüge und List mehr übrig,—du selber bist dir entzaubert!
Du erntetest den Ekel ein, als deine Eine Wahrheit. Kein Wort ist mehr an dir ächt, aber dein Mund: nämlich der Ekel, der an deinem Munde klebt." — —
— "Wer bist du doch!" schrie hier der alte Zauberer mit einer trotzigen Stimme, "wer darf also zu mir reden, dem Grössten, der heute lebt?"—und ein grüner Blitz schoss aus seinem Auge nach Zarathustra. Aber gleich darauf verwandelte er sich und sagte traurig:
"Oh Zarathustra, ich bin's müde, es ekelt mich meiner Künste, ich bin nicht gross, was verstelle ich mich! Aber, du weisst es wohl—ich suchte nach Grösse!
Einen grossen Menschen wollte ich vorstellen und überredete Viele: aber diese Lüge gieng über meine Kraft. An ihr zerbreche ich.
Oh Zarathustra, Alles ist Lüge an mir; aber dass ich zerbreche—diess mein Zerbrechen ist ächt!" —
"Es ehrt dich," sprach Zarathustra düster und zur Seite niederblickend, "es ehrt dich, dass du nach Grösse suchtest, aber es verräth dich auch. Du bist nicht gross.
Du schlimmer alter Zauberer, das ist dein Bestes und Redlichstes, was ich an dir ehre, dass du deiner müde wurdest und es aussprachst: 'ich bin nicht gross.'
Darin ehre ich dich als einen Büsser des Geistes: und wenn auch nur für einen Hauch und Husch, diesen Einen Augenblick warst du—ächt.
Aber sprich, was suchst du hier in meinen Wäldern und Felsen? Und wenn du mir dich in den Weg legtest, welche Probe wolltest du von mir? —
— wess versuchtest du mich?" —
Also sprach Zarathustra, und seine Augen funkelten. Der alte Zauberer schwieg eine Weile, dann sagte er: "Versuchte ich dich? Ich—suche nur.
Oh Zarathustra, ich suche einen Ächten, Rechten, Einfachen, Eindeutigen, einen Menschen aller Redlichkeit, ein Gefäss der Weisheit, einen Heiligen der Erkenntniss, einen grossen Menschen!
Weisst du es denn nicht, oh Zarathustra? Ich suche Zarathustra."
— Und hier entstand ein langes Stillschweigen zwischen Beiden; Zarathustra aber versank tief hinein in sich selber, also dass er die Augen schloss. Dann aber, zu seinem Unterredner zurückkehrend, ergriff er die Hand des Zauberers und sprach, voller Artigkeit und Arglist:
"Wohlan! Dort hinauf führt der Weg, da liegt die Höhle Zarathustra's. In ihr darfst du suchen, wen du finden möchtest.
Und frage meine Thiere um Rath, meinen Adler und meine Schlange: die sollen dir suchen helfen. Meine Höhle aber ist gross.
Ich selber freilich—ich sah noch keinen grossen Menschen. Was gross ist, dafür ist das Auge der Feinsten heute grob. Es ist das Reich des Pöbels.
So Manchen fand ich schon, der streckte und blähte sich, und das Volk schrie: 'Seht da, einen grossen Menschen!' Aber was helfen alle Blasebälge! Zuletzt fährt der Wind heraus.
Zuletzt platzt ein Frosch, der sich zu lange aufblies: da fährt der Wind heraus. Einem Geschwollnen in den Bauch stechen, das heisse ich eine brave Kurzweil. Hört das, ihr Knaben!
Diess Heute ist des Pöbels: wer weiss da noch, was gross, was klein ist! Wer suchte da mit Glück nach Grösse! Ein Narr allein: den Narren glückt's.
Du suchst nach grossen Menschen, du wunderlicher Narr? Wer lehrte's dich? Ist heute dazu die Zeit? Oh du schlimmer Sucher, was—versuchst du mich?" — —
Also sprach Zarathustra, getrösteten Herzens, und gierig lachend seines Wegs fürbass.
Ausser Dienst
Nicht lange aber, nachdem Zarathustra sich von dem Zauberer losgemacht hatte, sahe er wiederum Jemanden am Wege sitzen, den er gierig, nämlich einen schwarzen langen Mann mit einem hageren Bleichgesicht: der verdross ihn gewaltig. "Wehe," sprach er zu seinem Herzen, "da, sitzt vermummte Trübsal, das dünkt mich von der Art der Priester: was wollen die in meinem Reiche?
Wie! Kaum bin ich jenem Zauberer entronnen: muss mir da wieder ein anderer Schwarzkünstler über den Weg laufen, —
— irgend ein Hexenmeister mit Handauflegen, ein dunkler Wunderthäter von Gottes Gnaden, ein gesalbter Welt-Verleumder, den der Teufel holen möge!
Aber der Teufel ist nie am Platze, wo er am Platze wäre: immer kommt er zu spät, dieser vermaledeite Zwerg und Klumpfuss!" —
Also fluchte Zarathustra ungeduldig in seinem Herzen und gedachte, wie er abgewandten Blicks an dem schwarzen Manne vorüberschlüpfe: aber siehe, es kam anders. Im gleichen Augenblicke nämlich hatte ihn schon der Sitzende erblickt; und nicht unähnlich einem Solchen, dem ein unvermuthetes Glück zustösst, sprang er auf und gieng auf Zarathustra los.
"Wer du auch bist, du Wandersmann," sprach er, "hilf einem Verirrten, einem Suchenden, einem alten Manne, der hier leicht zu Schaden kommt!
Diese Welt hier ist mir fremd und fern, auch hörte ich wilde Thiere heulen; und Der, welcher mir hätte Schutz bieten können, der ist selber nicht mehr.
Ich suchte den letzten frommen Menschen, einen Heiligen und Einsiedler, der allein in seinem Walde noch Nichts davon gehört hatte, was alle Welt heute weiss."
"Was weiss heute alle Welt?" fragte Zarathustra. "Etwa diess, dass der alte Gott nicht mehr lebt, an den alle Welt einst geglaubt hat?"
"Du sagst es," antwortete der alte Mann betrübt. "Und ich diente diesem alten Gotte bis zu seiner letzten Stunde.
Nun aber bin ich ausser Dienst, ohne Herrn, und doch nicht frei, auch keine Stunde mehr lustig, es sei denn in Erinnerungen.
Dazu stieg ich in diese Berge, dass ich endlich wieder ein Fest mir machte, wie es einem alten Papste und Kirchen-Vater zukommt: denn wisse, ich bin der letzte Papst!—ein Fest frommer Erinnerungen und Gottesdienste.
Nun aber ist er selber todt, der frömmste Mensch, jener Heilige im Walde, der seinen Gott beständig mit Singen und Brummen lobte.
Ihn selber fand ich nicht mehr, als ich seine Hütte fand,—wohl aber zwei Wölfe darin, welche um seinen Tod heulten—denn alle Thiere liebten ihn. Da lief ich davon.
Kam ich also umsonst in diese Wälder und Berge? Da entschloss sich mein Herz, dass ich einen Anderen suchte, den Frömmsten aller Derer, die nicht an Gott glauben—, dass ich Zarathustra suchte!"
Also sprach der Greis und blickte scharfen Auges Den an, welcher vor ihm stand; Zarathustra aber ergriff die Hand des alten Papstes und betrachtete sie lange mit Bewunderung.
"Siehe da, du Ehrwürdiger," sagte er dann, "welche schöne und lange Hand! Das ist die Hand eines Solchen, der immer Segen ausgetheilt hat. Nun aber hält sie Den fest, welchen du suchst, mich, Zarathustra.
Ich bin's, der gottlose Zarathustra, der da spricht: wer ist gottloser als ich, dass ich mich seiner Unterweisung freue?" —
Also sprach Zarathustra und durchbohrte mit seinen Blicken die Gedanken und Hintergedanken des alten Papstes. Endlich begann dieser:
"Wer ihn am meisten liebte und besass, der hat ihn nun am meisten auch verloren—:
— siehe, ich selber bin wohl von uns Beiden jetzt der Gottlosere? Aber wer könnte daran sich freuen!" —
"Du dientest ihm bis zuletzt," fragte Zarathustra nachdenklich, nach einem tiefen Schweigen, "du weisst, wie er starb? Ist es wahr, was man spricht, dass ihn das Mitleiden erwürgte,
— dass er es sah, wie der Mensch am Kreuze hieng, und es nicht ertrug, dass die Liebe zum Menschen seine Hölle und zuletzt sein Tod wurde?" —
Der alte Papst aber antwortete nicht, sondern blickte scheu und mit einem schmerzlichen und düsteren Ausdrucke zur Seite.
"Lass ihn fahren," sagte Zarathustra nach einem langen Nachdenken, indem er immer noch dem alten Manne gerade in's Auge blickte.
"Lass ihn fahren, er ist dahin. Und ob es dich auch ehrt, dass du diesem Todten nur Gutes nachredest, so weisst du so gut als ich, wer er war; und dass er wunderliche Wege gieng."
"Unter drei Augen gesprochen," sagte erheitert der alte Papst (denn er war auf Einem Auge blind), "in Dingen Gottes bin ich aufgeklärter als Zarathustra selber—und darf es sein.
Meine Liebe diente ihm lange Jahre, mein Wille gierig allem seinen Willen nach. Ein guter Diener aber weiss Alles, und Mancherlei auch, was sein Herr sich selbst verbirgt.
Es war ein verborgener Gott, voller Heimlichkeit. Wahrlich zu einem Sohne sogar kam er nicht anders als auf Schleichwegen. An der Thür seines Glaubens steht der Ehebruch.
Wer ihn als einen Gott der Liebe preist, denkt nicht hoch genug von der Liebe selber. Wollte dieser Gott nicht auch Richter sein? Aber der Liebende liebt jenseits von Lohn und Vergeltung.
Als er jung war, dieser Gott aus dem Morgenlande, da war er hart und rachsüchtig und erbaute sich eine Hölle zum Ergötzen seiner Lieblinge.
Endlich aber wurde er alt und weich und mürbe und mitleidig, einem Grossvater ähnlicher als einem Vater, am ähnlichsten aber einer wackeligen alten Grossmutter.
Da sass er, welk, in seinem Ofenwinkel, härmte sich ob seiner schwachen Beine, weltmüde, willensmüde, und erstickte eines Tags an seinem allzugrossen Mitleiden." —
"Du alter Papst," sagte hier Zarathustra dazwischen, "hast du Das mit Augen angesehn? Es könnte wohl so abgegangen sein: so, und auch anders. Wenn Götter sterben, sterben sie immer viele Arten Todes.
Aber wohlan! So oder so, so und so—er ist dahin! Er gieng meinen Ohren und Augen wider den Geschmack, Schlimmeres möchte ich ihm nicht nachsagen.
Ich liebe Alles, was hell blickt und redlich redet. Aber er—du weisst es ja, du alter Priester, es war Etwas von deiner Art an ihm, von Priester-Art—er war vieldeutig.
Er war auch undeutlich. Was hat er uns darob gezürnt, dieser Zornschnauber, dass wir ihn schlecht verstanden Aber warum sprach er nicht reinlicher?
Und lag es an unsern Ohren, warum gab er uns Ohren, die ihn schlecht hörten? War Schlamm in unsern Ohren, wohlan! wer legte ihn hinein?
Zu Vieles missrieth ihm, diesem Töpfer, der nicht ausgelernt hatte! Dass er aber Rache an seinen Töpfen und Geschöpfen nahm, dafür dass sie ihm schlecht geriethen,—das war eine Sünde wider den guten Geschmack.
Es giebt auch in der Frömmigkeit guten Geschmack: der sprach endlich 'Fort mit einem solchen Gotte! Lieber keinen Gott, lieber auf eigne Faust Schicksal machen, lieber Narr sein, lieber selber Gott sein!'"
— "Was höre ich!" sprach hier der alte Papst mit gespitzten Ohren; "oh Zarathustra, du bist frömmer als du glaubst, mit einem solchen Unglauben! Irgend ein Gott in dir bekehrte dich zu deiner Gottlosigkeit.
Ist es nicht deine Frömmigkeit selber, die dich nicht mehr an einen Gott glauben lässt? Und deine übergrosse Redlichkeit wird dich auch noch jenseits von Gut und Böse wegfuhren!
Siehe, doch, was blieb dir aufgespart? Du hast Augen und Hand und Mund, die sind zum Segnen vorher bestimmt seit Ewigkeit. Man segnet nicht mit der Hand allein.
In deiner Nähe, ob du schon der Gottloseste sein willst, wittere ich einen heimlichen Weih- und Wohlgeruch von langen Segnungen: mir wird wohl und wehe dabei.
Lass mich deinen Gast sein, oh Zarathustra, für eine einzige Nacht! Nirgends auf Erden wird es mir jetzt wohler als bei dir!" —
"Amen! So soll es sein!" sprach Zarathustra mit grosser Verwunderung, "dort hinauf führt der Weg, da liegt die Höhle Zarathustra's.
Gerne, fürwahr, würde ich dich selber dahin geleiten, du Ehrwürdiger, denn ich liebe alle frommen Menschen. Aber jetzt ruft mich eilig ein Nothschrei weg von dir.
In meinem Bereiche soll mir Niemand zu Schaden kommen; meine Höhle ist ein guter Hafen. Und am liebsten möchte ich jedweden Traurigen wieder auf festes Land und feste Beine stellen.
Wer aber nähme dir deine Schwermuth von der Schulter? Dazu bin ich zu schwach. Lange, wahrlich, möchten wir warten, bis dir Einer deinen Gott wieder aufweckt.
Dieser alte Gott nämlich lebt nicht mehr: der ist gründlich todt." —
Also sprach Zarathustra.
Der hässlichste Mensch
— Und wieder liefen Zarathustra's Füsse durch Berge und Wälder, und seine Augen suchten und suchten, aber nirgends war Der zu sehen, welchen sie sehn wollten, der grosse Nothleidende und Nothschreiende. Auf dem ganzen Wege aber frohlockte er in seinem Herzen und war dankbar. "Welche guten Dinge," sprach er, "schenkte mir doch dieser Tag, zum Entgelt, dass er schlimm begann! Welche seltsamen Unterredner fand ich!
An deren Worten will ich lange nun kauen gleich als an guten Körnern; klein soll mein Zahn sie mahlen und malmen, bis sie mir wie Milch in die Seele fliessen!" — —
Als aber der Weg wieder um einen Felsen bog, veränderte sich mit Einem Male die Landschaft, und Zarathustra trat in ein Reich des Todes. Hier starrten schwarze und rothe Klippen empor: kein Gras, kein Baum, keine Vogelstimme. Es war nämlich ein Thal, welches alle Thiere mieden, auch die Raubthiere—, nur dass eine Art hässlicher, dicker, grüner Schlangen, wenn sie alt wurden, hierher kamen, um zu sterben. Darum nannten diess Thal die Hirten: Schlangen-Tod.
Zarathustra aber versank in eine schwarze Erinnerung, denn ihm war, als habe er schon ein Mal in diesem Thal gestanden. Und vieles Schwere legte sich ihm über den Sinn: also, dass er langsam gieng und immer langsamer und endlich still stand. Da aber sahe er, als er die Augen aufthat, Etwas, das am Wege sass, gestaltet wie ein Mensch und kaum wie ein Mensch, etwas Unaussprechliches. Und mit Einem Schlage überfiel Zarathustra die grosse Scham darob, dass er so Etwas mit den Augen angesehn habe: erröthend bis hinauf an sein weisses Haar, wandte er den Blick ab und hob den Fuss, dass er diese schlimme Stelle verlasse. Da aber wurde die todte Öde laut: vom Boden auf nämlich quoll es gurgelnd und röchelnd, wie Wasser Nachts durch verstopfte Wasser-Röhren gurgelt und röchelt; und zuletzt wurde daraus eine Menschen-Stimme und Menschen-Rede:—die lautete also.
"Zarathustra! Zarathustra! Rathe mein Räthsel! Sprich, sprich! Was ist die Rache am Zeugen?
Ich locke dich zurück, hier ist glattes Eis! Sieh zu, sieh zu, ob dein Stolz sich hier nicht die Beine bricht!
Du dünkst dich weise, du stolzer Zarathustra! So rathe doch das Räthsel, du harter Nüsseknacker,—das Räthsel, das ich bin! So sprich doch—wer bin ich!"
— Als aber Zarathustra diese Worte gehört hatte,—was glaubt ihr wohl, dass sich da mit seiner Seele zutrug? Das Mitleiden fiel ihn an; und er sank mit Einem Male nieder, wie ein Eichbaum, der lange vielen Holzschlägern widerstanden hat,—schwer, plötzlich, zum Schrecken selber für Die, welche ihn fällen wollten. Aber schon stand er wieder vom Boden auf, und sein Antlitz wurde hart.
"Ich erkenne dich wohl," sprach er mit einer erzenen Stimme: du bist der Mörder Gottes! Lass mich gehn.
Du ertrugst Den nicht, der dich sah,—der dich immer und durch und durch sah, du hässlichster Mensch! Du nahmst Rache an diesem Zeugen!"
Also sprach Zarathustra und wollte davon; aber der Unaussprechliche fasste nach einem Zipfel seines Gewandes und begann von Neuem zu gurgeln und nach Worten zu suchen. "Bleib!" sagte er endlich—
— "bleib! Geh nicht vorüber! Ich errieth, welche Axt dich zu Boden schlug: Heil dir, oh Zarathustra, dass du wieder stehst!
Du erriethest, ich weiss es gut, wie Dem zu Muthe ist, der ihn tödtete,—dem Mörder Gottes. Bleib! Setze dich her zu mir, es ist nicht umsonst.
Zu wem wollte ich, wenn nicht zu dir? Bleib, setze dich! Blicke mich aber nicht an! Ehre also—meine Hässlichkeit!
Sie verfolgen mich: nun bist du meine letzte Zuflucht. Nicht mit ihrem Hasse, nicht mit ihren Häschern:—oh solcher Verfolgung würde ich spotten und stolz und froh sein!
War nicht aller Erfolg bisher bei den Gut-Verfolgten? Und wer gut verfolgt, lernt leicht folgen:—ist er doch einmal—hinterher! Aber ihr Mitleid ist's—
— ihr Mitleid ist's, vor dem ich flüchte und dir zuflüchte. Oh Zarathustra, schütze mich, du meine letzte Zuflucht, du Einziger, der mich errieth:
— du erriethest, wie Dem zu Muthe ist, welcher ihn tödtete. Bleib! Und willst du gehn, du Ungeduldiger: geh nicht den Weg, den ich kam. Der Weg ist schlecht.
Zürnst du mir, dass ich zu lange schon rede-rade-breche? Dass ich schon dir rathe? Aber wisse, ich bin's, der hässlichste Mensch,
— der auch die grössten schwersten Füsse hat. Wo ich gieng, ist der Weg schlecht. Ich trete alle Wege todt und zu Schanden.
Dass du aber an mir vorübergiengst, schweigend; dass du erröthetest, ich sah es wohl: daran erkannte ich dich als Zarathustra.
Jedweder Andere hätte mir sein Almosen zugeworfen, sein Mitleiden, mit Blick und Rede. Aber dazu—bin ich nicht Bettler genug, das erriethest du—
— dazu bin ich zu reich, reich an Grossem, an Furchtbarem, am Hässlichsten, am Unaussprechlichsten! Deine Scham, oh Zarathustra, ehrte mich!
Mit Noth kam ich heraus aus dem Gedräng der Mitleidigen,—dass ich den Einzigen fände, der heute lehrt 'Mitleiden ist zudringlich'—dich, oh Zarathustra!
— sei es eines Gottes, sei es der Menschen Mitleiden: Mitleiden geht gegen die Scham. Und nicht-helfen-wollen kann vornehmer sein als jene Tugend, die zuspringt.
Das aber heisst heute Tugend selber bei allen kleinen Leuten, das Mitleiden:—die haben keine Ehrfurcht vor grossem Unglück, vor grosser Hässlichkeit, vor grossem Missrathen.
Über diese Alle blicke ich hinweg, wie ein Hund über die Rücken wimmelnder Schafheerden wegblickt. Es sind kleine wohlwollige wohlwillige graue Leute.
Wie ein Reiher verachtend über flache Teiche wegblickt, mit zurückgelegtem Kopfe: so blicke ich über das Gewimmel grauer kleiner Wellen und Willen und Seelen weg.
Zu lange hat man ihnen Recht gegeben, diesen kleinen Leuten: so gab man ihnen endlich auch die Macht—nun lehren sie: 'gut ist nur, was kleine Leute gut heissen.'
Und 'Wahrheit' heisst heute, was der Prediger sprach, der selber aus ihnen herkam, jener wunderliche Heilige und Fürsprecher der kleinen Leute, welcher von sich zeugte 'ich—bin die Wahrheit.'
Dieser Unbescheidne macht nun lange schon den kleinen Leuten den Kamm hoch schwellen—er, der keinen kleinen Irrthum lehrte, als er lehrte 'ich—bin die Wahrheit.'
Ward einem Unbescheidnen jemals höflicher geantwortet?— Du aber, oh Zarathustra, giengst an ihm vorüber und sprachst: 'Nein! Nein! Drei Mal Nein!'
Du warntest vor seinem Irrthum, du warntest als der Erste vor dem Mitleiden—nicht Alle, nicht Keinen, sondern dich und deine Art.
Du schämst dich an der Scham des grossen Leidenden; und wahrlich, wenn du sprichst 'von dem Mitleiden her kommt eine grosse Wolke, habt Acht, ihr Menschen!'
— wenn du lehrst 'alle Schaffenden sind hart, alle grosse Liebe ist über ihrem Mitleiden': oh Zarathustra, wie gut dünkst du mich eingelernt auf Wetter-Zeichen!
Du selber aber—warne dich selber auch vor deinem Mitleiden! Denn Viele sind zu dir unterwegs, viele Leidende, Zweifelnde, Verzweifelnde, Ertrinkende, Frierende—
Ich warne dich auch vor mir. Du erriethest mein bestes, schlimmstes Räthsel, mich selber und was ich that. Ich kenne die Axt, die dich fällt.
Aber er—musste sterben: er sah mit Augen, welche Alles sahn,—er sah des Menschen Tiefen und Gründe, alle seine verhehlte Schmach und Hässlichkeit.
Sein Mitleiden kannte keine Scham: er kroch in meine schmutzigsten Winkel. Dieser Neugierigste, Über-Zudringliche, Über-Mitleidige musste sterben.
Er sah immer mich: an einem solchen Zeugen wollte ich Rache haben—oder selber nicht leben.
Der Gott, der Alles sah, auch den Menschen dieser Gott musste sterben! Der Mensch erträgt es nicht, dass solch ein Zeuge lebt."
Also, sprach der hässlichste Mensch. Zarathustra aber erhob sich und schickte sich an fortzugehn: denn ihn fröstelte bis in seine Eingeweide.
"Du Unaussprechlicher," sagte er, "du warntest mich vor deinem Wege. Zum Danke dafür lobe ich dir den meinen. Siehe, dort hinauf liegt die Höhle Zarathustra's.
Meine Höhle ist gross und tief und hat viele Winkel; da findet der Versteckteste sein Versteck. Und dicht bei ihr sind hundert Schlüpfe und Schliche für kriechendes, flatterndes und springendes Gethier.
Du Ausgestossener, der du dich selber ausstiessest, du willst nicht unter Menschen und Menschen-Mitleid wohnen? Wohlan, so thu's mir gleich! So lernst du auch von mir; nur der Thäter lernt.
Und rede zuerst und -nächst mit meinen Thieren! Das stolzeste Thier und das klügste Thier—die möchten uns Beiden wohl die rechten Rathgeber sein!" —
Also sprach Zarathustra und gieng seiner Wege, nachdenklicher und langsamer noch als zuvor: denn er fragte sich Vieles und wusste sich nicht leicht zu antworten.
"Wie arm ist doch der Mensch!" dachte er in seinem Herzen, "wie hässlich, wie röchelnd, wie voll verborgener Scham!
Man sagt mir, dass der Mensch sich selber liebe: ach, wie gross muss diese Selber-Liebe sein! Wie viel Verachtung hat sie wider sich!
Auch dieser da liebte sich, wie er sich verachtete,—ein grosser Liebender ist er mir und ein grosser Verächter.
Keinen fand ich noch, der sich tiefer verachtet hätte: auch Das ist Höhe. Wehe, war Der vielleicht der höhere Mensch, dessen Schrei ich hörte?
Ich liebe die grossen Verachtenden. Der Mensch aber ist Etwas, das überwunden werden muss." — —
Der freiwillige Bettler
Als Zarathustra den hässlichsten Menschen verlassen hatte, fror ihn, und er fühlte sich einsam: es gieng ihm nämlich vieles Kalte und Einsame durch die Sinne, also, dass darob auch seine Glieder kälter wurden. Indem er aber weiter und weiter stieg, hinauf, hinab, bald an grünen Weiden vorbei, aber auch über wilde steinichte Lager, wo ehedem wohl ein ungeduldiger Bach sich zu Bett gelegt hatte.—da wurde ihm mit Einem Male wieder wärmer und herzlicher zu Sinne.
"Was geschah mir doch?" fragte er sich, "etwas Warmes und Lebendiges erquickt mich, das muss in meiner Nähe sein.
Schon bin ich weniger allein; unbewusste Gefährten und Brüder schweifen um mich, ihr warmer Athem rührt an meine Seele."
Als er aber um sich spähete und nach den Tröstern seiner Einsamkeit suchte: siehe, da waren es Kühe, welche auf einer Anhöhe bei einander standen; deren Nähe und Geruch hatten sein Herz erwärmt. Diese Kühe aber schienen mit Eifer einem Redenden zuzuhören und gaben nicht auf Den Acht, der herankam. Wie aber Zarathustra ganz in ihrer Nähe war, hörte er deutlich, dass eine Menschen-Stimme aus der Mitte der Kühe heraus redete; und ersichtlich hatten sie allesammt ihre Köpfe dem Redenden zugedreht.
Da sprang Zarathustra mit Eifer hinauf und drängte die Thiere auseinander, denn er fürchtete, dass hier jemandem ein Leids geschehn sei, welchem schwerlich das Mitleid von Kühen abhelfen mochte. Aber darin hatte er sich getäuscht; denn siehe, da sass ein Mensch auf der Erde und schien den Thieren zuzureden, dass sie keine Scheu vor ihm haben sollten, ein friedfertiger Mensch und Berg-Prediger, aus dessen Augen die Güte selber predigte. "Was suchst du hier?" rief Zarathustra mit Befremden.
"Was ich hier suche?" antwortete er: "das Selbe, was du suchst, du Störenfried! nämlich das Glück auf Erden.
Dazu aber möchte ich von diesen Kühen lernen. Denn, weisst du wohl, einen halben Morgen schon rede ich ihnen zu, und eben wollten sie mir Bescheid geben. Warum doch störst du sie?
So wir nicht umkehren und werden wie die Kühe, so kommen wir nicht in das Himmelreich. Wir sollten ihnen nämlich Eins ablernen: das Wiederkäuen.
Und wahrlich, wenn der Mensch auch die ganze Welt gewönne und lernte das Eine nicht, das Wiederkäuen: was hülfe es! Er würde nicht seine Trübsal los
— seine grosse Trübsal: die aber heisst heute Ekel. Wer hat heute von Ekel nicht Herz, Mund und Augen voll? Auch du! Auch du! Aber siehe doch diese Kühe an!" —
Also sprach der Berg-Prediger und wandte dann seinen eignen Blick Zarathustra zu,—denn bisher hieng er mit Liebe an den Kühen—: da aber verwandelte er sich. "Wer ist das, mit dem ich rede?" rief er erschreckt und sprang vom Boden empor.
"Diess ist der Mensch ohne Ekel, diess ist Zarathustra selber, der Überwinder des grossen Ekels, diess ist das Auge, diess ist der Mund, diess ist das Herz Zarathustra's selber."
Und indem er also sprach, küsste er Dem, zu welchem er redete, die Hände, mit überströmenden Augen, und gebärdete sich ganz als Einer, dem ein kostbares Geschenk und Kleinod unversehens vom Himmel fällt. Die Kühe aber schauten dem Allen zu und wunderten sich.
"Sprich nicht von mir, du Wunderlicher! Lieblicher!" sagte Zarathustra und wehrte seiner Zärtlichkeit, "sprich mir erst von dir! Bist du nicht der freiwillige Bettler, der einst einen grossen Reichthum von sich warf, —
— der sich seines Reichthums schämte und der Reichen, und zu den Ärmsten floh, dass er ihnen seine Fülle und sein Herz schenke? Aber sie nahmen ihn nicht an."
"Aber sie nahmen mich nicht an," sagte der freiwillige Bettler, "du weisst es ja. So gieng ich endlich zu den Thieren und zu diesen Kühen."
"Da lerntest du," unterbrach Zarathustra den Redenden, "wie es schwerer ist, recht geben als recht nehmen, und dass gut schenken eine Kunst ist und die letzte listigste Meister-Kunst der Güte."
"Sonderlich heutzutage," antwortete der freiwillige Bettler: "heute nämlich, wo alles Niedrige aufständisch ward und scheu und auf seine Art hoffährtig: nämlich auf Pöbel-Art.
Denn es kam die Stunde, du weisst es ja, für den grossen schlimmen langen langsamen Pöbel- und Sklaven-Aufstand: der wächst und wächst!
Nun empört die Niedrigen alles Wohlthun und kleine Weggeben; und die Überreichen mögen auf der Hut sein!
Wer heute gleich bauchichten Flaschen tröpfelt aus allzuschmalen Hälsen:—solchen Flaschen bricht man heute gern den Hals.
Lüsterne Gier, gallichter Neid, vergrämte Rachsucht, Pöbel-Stolz: das sprang mir Alles in's Gesicht. Es ist nicht mehr wahr, dass die Armen selig sind. Das Himmelreich aber ist bei den Kühen."
"Und warum ist es nicht bei den Reichen?" fragte Zarathustra versuchend, während er den Kühen wehrte, die den Friedfertigen zutraulich anschnauften.
"Was versuchst du mich?" antwortete dieser. "Du weisst es selber besser noch als ich. Was trieb mich doch zu den Ärmsten, oh Zarathustra? War es nicht der Ekel vor unsern Reichsten?
— vor den Sträflingen des Reichthums, welche sich ihren Vortheil aus jedem Kehricht auflesen, mit kalten Augen, geilen Gedanken, vor diesem Gesindel, das gen Himmel stinkt,
— vor diesem vergüldeten verfälschten Pöbel, dessen Väter Langfinger oder Aasvögel oder Lumpensammler waren, mit Weibern willfährig, lüstern, vergesslich:—sie haben's nämlich alle nicht weit zur Hure—
Pöbel oben, Pöbel unten! Was ist heute noch 'Arm' und 'Reich'! Diesen Unterschied verlernte ich,—da floh ich davon, weiter, immer weiter, bis ich zu diesen Kühen kam."
Also sprach der Friedfertige und schnaufte selber und schwitzte bei seinen Worten: also dass die Kühe sich von Neuem wunderten. Zarathustra aber sah ihm immer mit Lächeln in's Gesicht, als er so hart redete, und schüttelte dazu schweigend den Kopf.
"Du thust dir Gewalt an, du Berg-Prediger, wenn du solche harte Worte brauchst. Für solche Härte wuchs dir nicht der Mund, nicht das Auge.
Auch, wie mich dünkt, dein Magen selber nicht: dem widersteht all solches Zürnen und Hassen und Überschäumen. Dein Magen will sanftere Dinge: du bist kein Fleischer.
Vielmehr dünkst du mich ein Pflanzler und Wurzelmann. Vielleicht malmst du Körner. Sicherlich aber bist du fleischlichen Freuden abhold und liebst den Honig."
"Du erriethst mich gut," antwortete der freiwillige Bettler, mit erleichtertem Herzen. "Ich liebe den Honig, ich malme auch Körner, denn ich suchte, was lieblich mundet und reinen Athem macht:
— auch was lange Zeit braucht, ein Tag- und Maul-Werk für sanfte Müssiggänger und Tagediebe.
Am weitesten freilich brachten es diese Kühe: die erfanden sich das Wiederkäuen und In-der-Sonne-Liegen. Auch enthalten sie sich aller schweren Gedanken, welche das Herz blähn."
— "Wohlan!" sagte Zarathustra: "du solltest auch meine Thiere sehn, meinen Adler und meine Schlange,—ihres Gleichen giebt es heute nicht auf Erden.
Siehe, dorthin führt der Weg zu meiner Höhle: sei diese Nacht ihr Gast. Und rede mit meinen Thieren vom Glück der Thiere, —
— bis ich selber heimkomme. Denn jetzt ruft ein Nothschrei Mich eilig weg von dir. Auch findest du neuen Honig bei mir, eisfrischen Waben-Goldhonig: den iss!
Jetzt aber nimm flugs Abschied von deinen Kühen, du Wunderlicher! Lieblicher! ob es dir schon schwer werden mag. Denn es sind deine wärmsten Freunde und Lehrmeister!" —
"— Einen ausgenommen, den ich noch lieber habe," antwortete der freiwillige Bettler. "Du selber bist gut und besser noch als eine Kuh, oh Zarathustra!"
"Fort, fort mit dir! du arger Schmeichler!" schrie Zarathustra mit Bosheit, "was verdirbst du mich mit solchem Lob und Schmeichel-Honig?"
"Fort, fort von mir!" schrie er noch Ein Mal und schwang seinen Stock nach dem zärtlichen Bettler: der aber lief hurtig davon.
Der Schatten
Kaum aber war der freiwillige Bettler davongelaufen und Zarathustra wieder mit sich allein, da hörte er hinter sich eine neue Stimme: die rief "Halt! Zarathustra! So warte doch! Ich bin's ja, oh Zarathustra, ich, dein Schatten!" Aber Zarathustra wartete nicht, denn ein plötzlicher Verdruss überkam ihn ob des vielen Zudrangs und Gedrängs in seinen Bergen. "Wo ist meine Einsamkeit hin?" sprach er.
"Es wird mir wahrlich zu viel; diess Gebirge wimmelt, mein Reich ist nicht mehr von dieser Welt, ich brauche neue Berge.
Mein Schatten ruft mich? Was liegt an meinem Schatten! Mag er mir nachlaufen! ich—laufe ihm davon." —
Also sprach Zarathustra zu seinem Herzen und lief davon. Aber Der, welcher hinter ihm war, folgte ihm nach: so dass alsbald drei Laufende hinter einander her waren, nämlich voran der freiwillige Bettler, dann Zarathustra und zudritt und -hinterst sein Schatten. Nicht lange liefen sie so, da kam Zarathustra zur Besinnung über seine Thorheit und schüttelte mit Einem Rucke allen Verdruss und Überdruss von sich.
"Wie!" sprach er, "geschahen nicht von je die lächerlichsten Dinge bei uns alten Einsiedlern und Heiligen?
Wahrlich, meine Thorheit wuchs hoch in den Bergen! Nun höre ich sechs alte Narren-Beine hinter einander her klappern!
Darf aber Zarathustra sich wohl vor einem Schatten fürchten? Auch dünkt mich zu guterletzt, dass er längere Beine hat als ich."
Also sprach Zarathustra, lachend mit Augen und Eingeweiden, blieb stehen und drehte sich schnell herum—und siehe, fast warf er dabei seinen Nachfolger und Schatten zu Boden: so dicht schon folgte ihm derselbe auf den Fersen, und so schwach war er auch. Als er ihn nämlich mit Augen prüfte, erschrak er wie vor einem plötzlichen Gespenste: so dünn, schwärzlich, hohl und überlebt sah dieser Nachfolger aus.
"Wer bist du?" fragte Zarathustra heftig, "was treibst du hier? Und wesshalb heissest du dich meinen Schatten? Du gefällst mir nicht."
"Vergieb mir," antwortete der Schatten, "dass ich's bin; und wenn ich dir nicht gefalle, wohlan, oh Zarathustra! darin lobe ich dich und deinen guten Geschmack.
Ein Wanderer bin ich, der viel schon hinter deinen Fersen her gieng: immer unterwegs, aber ohne Ziel, auch ohne Heim: also dass mir wahrlich wenig zum ewigen Juden fehlt, es sei denn, dass ich nicht ewig, und auch nicht Jude bin.
Wie? Muss ich immerdar unterwegs sein? Von jedem Winde gewirbelt, unstät, fortgetrieben? Oh Erde, du wardst mir zu rund!
Auf jeder Oberfläche sass ich schon, gleich müdem Staube schlief ich ein auf Spiegeln und Fensterscheiben: Alles nimmt von mir, Nichts giebt, ich werde dünn,—fast gleiche ich einem Schatten.
Dir aber, oh Zarathustra, flog und zog ich am längsten nach, und, verbarg ich mich schon vor dir, so war ich doch dein bester Schatten: wo du nur gesessen hast, sass ich auch.
Mit dir bin ich in fernsten, kältesten Welten umgegangen, einem Gespenste gleich, das freiwillig über Winterdächer und Schnee läuft.
Mit dir strebte ich in jedes Verbotene, Schlimmste, Fernste: und wenn irgend Etwas an mir Tugend ist, so ist es, dass ich vor keinem Verbote Furcht hatte.
Mit dir zerbrach ich, was je mein Herz verehrte, alle Grenzsteine und Bilder warf ich um, den gefährlichsten Wünschen lief ich nach,—wahrlich, über jedwedes Verbrechen lief ich einmal hinweg.
Mit dir verlernte ich den Glauben an Worte und Werthe und grosse Namen. Wenn der Teufel sich häutet, fällt da nicht auch sein Name ab? der ist nämlich auch Haut. Der Teufel selber ist vielleicht—Haut.
'Nichts ist wahr, Alles ist erlaubt': so sprach ich mir zu. In die kältesten Wasser stürzte ich mich, mit Kopf und Herzen. Ach, wie oft stand ich darob nackt als rother Krebs da!
Ach, wohin kam mir alles Gute und alle Scham und aller Glaube an die Guten! Ach, wohin ist jene verlogne Unschuld, die ich einst besass, die Unschuld der Guten und ihrer edlen Lügen!
Zu oft, wahrlich, folgte ich der Wahrheit dicht auf dem Fusse: da trat sie mir vor den Kopf. Manchmal meinte ich zu lügen, und siehe! da erst traf ich—die Wahrheit.
Zu Viel klärte sich mir auf: nun geht es mich Nichts mehr an. Nichts lebt mehr, das ich liebe,—wie sollte ich noch mich selber lieben?
'Leben, wie ich Lust habe, oder gar nicht leben': so will ich's, so will's auch der Heiligste. Aber, wehe! wie habe ich noch—Lust?
Habe ich—noch ein Ziel? Einen Hafen, nach dem mein Segel läuft?
Einen guten Wind? Ach, nur wer weiss, wohin er fährt, weiss auch, welcher Wind gut und sein Fahrwind ist.
Was blieb mir noch zurück? Ein Herz müde und frech; ein unstäter Wille; Flatter-Flügel; ein zerbrochnes Rückgrat.
Diess Suchen nach meinem Heim: oh Zarathustra, weisst du wohl, diess Suchen war meine Heimsuchung, es frisst mich auf.
'Wo ist—mein Heim?' Darnach frage und suche und suchte ich, das fand ich nicht. Oh ewiges Überall, oh ewiges Nirgendwo, oh ewiges—Umsonst!"
Also sprach der Schatten, und Zarathustra's Gesicht verlängerte sich bei seinen Worten. "Du bist mein Schatten!" sagte er endlich, mit Traurigkeit.
"Deine Gefahr ist keine kleine, du freier Geist und Wanderer! Du hast einen schlimmen Tag gehabt: sieh zu, dass dir nicht noch ein schlimmerer Abend kommt!
Solchen Unstäten, wie du, dünkt zuletzt auch ein Gefängniss selig. Sahst du je, wie eingefangne Verbrecher schlafen? Sie schlafen ruhig, sie gemessen ihre neue Sicherheit.
Hüte dich, dass dich nicht am Ende noch ein enger Glaube einfängt, ein harter, strenger Wahn! Dich nämlich verführt und versucht nunmehr Jegliches, das eng und fest ist.
Du hast das Ziel verloren: wehe, wie wirst du diesen Verlust verscherzen und verschmerzen? Damit—hast du auch den Weg verloren!
Du armer Schweifender, Schwärmender, du müder Schmetterling! willst du diesen Abend eine Rast und Heimstätte haben? So gehe hinauf zu meiner Höhle!
Dorthin führt der Weg zu meiner Höhle. Und jetzo will ich Schnell wieder von dir davonlaufen. Schon liegt es wie ein Schatten auf mir.
Ich will allein laufen, dass es wieder hell um mich werde. Dazu muss ich noch lange lustig auf den Beinen sein. Des Abends aber wird bei mir—getanzt!" — —
Also sprach Zarathustra.
Mittags
— Und Zarathustra lief und lief und fand Niemanden mehr und war allein und fand immer wieder sich und genoss und schlürfte seine Einsamkeit und dachte an gute Dinge,—stundenlang. Um die Stunde des Mittags aber, als die Sonne gerade über Zarathustra's Haupte stand, kam er an einem alten krummen und knorrichten Baume vorbei, der von der reichen Liebe eines Weinstocks rings umarmt und vor sich selber verborgen war: von dem hiengen gelbe Trauben in Fülle dem Wandernden entgegen. Da gelüstete ihn, einen kleinen Durst zu löschen und sich eine Traube abzubrechen; als er aber schon den Arm dazu ausstreckte, da gelüstete ihn etwas Anderes noch mehr: nämlich sich neben den Baum niederzulegen, um die Stunde des vollkommnen Mittags, und zu schlafen.
Diess that Zarathustra; und sobald er auf dem Boden lag, in der Stille und Heimlichkeit des bunten Grases, hatte er auch schon seinen kleinen Durst vergessen und schlief ein. Denn, wie das Sprichwort Zarathustra's sagt: Eins ist nothwendiger als das Andre. Nur dass seine Augen offen blieben:—sie wurden nämlich nicht satt, den Baum und die Liebe des Weinstocks zu sehn und zu preisen. Im Einschlafen aber sprach Zarathustra also zu seinem Herzen:
"Still! Still! Ward die Welt nicht eben vollkommen? Was geschieht mir doch?
Wie ein zierlicher Wind, ungesehn, auf getäfeltem Meere tanzt, leicht, federleicht: so—tanzt der Schlaf auf mir,
Kein Auge drückt er mir zu, die Seele lässt er mir wach. Leicht ist er, wahrlich! federleicht.
Er überredet mich, ich weiss nicht wie?, er betupft mich innewendig mit schmeichelnder Hand, er zwingt mich. Ja, er zwingt mich, dass meine Seele sich ausstreckt:—
— wie sie mir lang und müde wird, meine wunderliche Seele! Kam ihr eines siebenten Tages Abend gerade am Mittage? Wandelte sie zu lange schon selig zwischen guten und reifen Dingen?
Sie streckt sich lang aus, lang,—länger! sie liegt stille, meine wunderliche Seele. Zu viel Gutes hat sie schon geschmeckt, diese. goldene Traurigkeit drückt sie, sie verzieht den Mund.
— Wie ein Schiff, das in seine stillste Bucht einlief:—nun lehnt es sich an die Erde, der langen Reisen müde und der ungewissen Meere. Ist die Erde nicht treuer?
Wie solch ein Schiff sich dem Lande anlegt, anschmiegt:—da genügt's, dass eine Spinne vom Lande her zu ihm ihren Faden spinnt. Keiner stärkeren Taue bedarf es da.
Wie solch ein müdes Schiff in der stillsten Bucht: so ruhe auch ich nun der Erde nahe, treu, zutrauend, wartend, mit den leisesten Fäden ihr angebunden.
Oh Glück! Oh Glück! Willst du wohl singen, oh meine Seele? Du liegst im Grase. Aber das ist die heimliche feierliche Stunde, wo kein Hirt seine Flöte bläst.
Scheue dich! Heisser Mittag schläft auf den Fluren. Singe. nicht! Still! Die Welt ist vollkommen.
Singe nicht, du Gras-Geflügel, oh meine Seele! Flüstere nicht einmal! Sieh doch—still! der alte Mittag schläft, er bewegt den Mund: trinkt er nicht eben einen Tropfen Glücks—
— einen alten braunen Tropfen goldenen Glücks, goldenen Weins? Es huscht über ihn hin, sein Glück lacht. So—lacht ein Gott. Still! —
— 'Zum Glück, wie wenig genügt schon zum Glücke!' So sprach ich einst, und dünkte mich klug. Aber es war eine Lästerung: das lernte ich nun. Kluge Narrn reden besser.
Das Wenigste gerade, das Leiseste, Leichteste, einer Eidechse Rascheln, ein Hauch, ein Husch, ein Augen-Blidk—Wenig macht die Art des besten Glücks. Still!
— Was geschah mir: Horch! Flog die Zeit wohl davon? Falle ich nicht? Fiel ich nicht—horch! in den Brunnen der Ewigkeit?
— Was geschieht mir? Still! Es sticht mich—wehe—in's Herz? In's Herz! Oh zerbrich, zerbrich, Herz, nach solchem Glücke, nach solchem Stiche!
— Wie? Ward die Welt nicht eben vollkommen? Rund und reif? Oh des goldenen runden Reifs—wohin fliegt er wohl? Laufe ich ihm nach! Husch!
Still— —" (und hier dehnte sich Zarathustra und fühlte, dass er schlafe.) —
"Auf!" sprach er zu sich selber, "du Schläfer! Du Mittagsschläfer! Wohlan, wohlauf, ihr alten Beine! Zeit ist's und Überzeit, manch gut Stück Wegs blieb euch noch zurück—
Nun schlieft ihr euch aus, wie lange doch? Eine halbe Ewigkeit! Wohlan, wohlauf nun, mein altes Herz! Wie lange erst darfst du nach solchem Schlaf—dich auswachen?"
(Aber da schlief er schon von Neuem ein, und seine Seele sprach gegen ihn und wehrte sich und legte sich wieder hin)— "Lass mich doch! Still! Ward nicht die Welt eben vollkommen? Oh des goldnen runden Balls!" —
"Steh auf," sprach Zarathustra, "du kleine Diebin, du Tagediebin! Wie? Immer noch sich strecken, gähnen, seufzen, hinunterfallen in tiefe Brunnen?
Wer bist du doch! Oh meine Seele!" (und hier erschrak er, denn ein Sonnenstrahl fiel vom Himmel herunter auf sein Gesicht)
"Oh Himmel über mir," sprach er seufzend und setzte sich aufrecht, "du schaust mir zu? Du horchst meiner wunderlichen Seele zu?
Wann trinkst du diesen Tropfen Thau's, der auf alle Erden-Dinge niederfiel,—wann trinkst du diese wunderliche Seele —
— wann, Brunnen der Ewigkeit! du heiterer schauerlicher Mittags-Abgrund! wann trinkst du meine Seele in dich zurück?"
Also sprach Zarathustra und erhob sich von seinem Lager am Baume wie aus einer fremden Trunkenheit: und siehe, da stand die Sonne immer noch gerade über seinem Haupte. Es möchte aber Einer daraus mit Recht abnehmen, dass Zarathustra damals nicht lange geschlafen habe.
Die Begrüssung
Am späten Nachmittage war es erst, dass Zarathustra, nach langem umsonstigen Suchen und Umherstreifen, wieder zu seiner Höhle heimkam. Als er aber derselben gegenüberstand, nicht zwanzig Schritt mehr von ihr ferne, da geschah das, was er jetzt am wenigsten erwartete: von Neuem hörte er den grossen Nothschrei. Und, erstaunlich! diess Mal kam derselbige aus seiner eignen Höhle. Es war aber ein langer vielfältiger seltsamer Schrei, und Zarathustra unterschied deutlich, dass er sich aus vielen Stimmen zusammensetze: mochte er schon, aus der Ferne gehört, gleich dem Schrei aus einem einzigen Munde klingen.
Da sprang Zarathustra auf seine Höhle zu, und siehe! welches Schauspiel erwartete ihn erst nach diesem Hörspiele! Denn da sassen sie allesammt bei einander, an denen er des Tags vorübergegangen war: der König zur Rechten und der König zur Linken, der alte Zauberer, der Papst, der freiwillige Bettler, der Schatten, der Gewissenhafte des Geistes, der traurige Wahrsager und der Esel; der hässlichste Mensch aber hatte sich eine Krone aufgesetzt und zwei Purpurgürtel umgeschlungen,—denn er liebte es, gleich allen Hässlichen, sich zu verkleiden und schön zu thun. Inmitten aber dieser betrübten Gesellschaft stand der Adler Zarathustra's, gesträubt und unruhig, denn er sollte auf zu Vieles antworten, wofür sein Stolz keine Antwort hatte; die kluge Schlange aber hieng um seinen Hals.
Diess Alles schaute Zarathustra mit grosser Verwunderung; dann prüfte er jeden Einzelnen seiner Gäste mit leutseliger Neugierde, las ihre Seelen ab und wunderte sich von Neuem. Inzwischen hatten sich die Versammelten von ihren Sitzen erhoben und warteten mit Ehrfurcht, dass Zarathustra reden werde. Zarathustra aber sprach also:
"Ihr Verzweifelnden! Ihr Wunderlichen! Ich hörte also euren Nothschrei? Und nun weiss ich auch, wo Der zu suchen ist, den ich umsonst heute suchte: der höhere Mensch—:
— in meiner eignen Höhle sitzt er, der höhere Mensch! Aber was wundere ich mich! Habe ich ihn nicht selber zu mir gelockt durch Honig-Opfer und listige Lockrufe meines Glücks?
Doch dünkt mir, ihr taugt euch schlecht zur Gesellschaft, ihr macht einander das Herz unwirsch, ihr Nothschreienden, wenn ihr hier beisammen sitzt? Es muss erst Einer kommen,
— Einer, der euch wieder lachen macht, ein guter fröhlicher Hanswurst, ein Tänzer und Wind und Wildfang, irgend ein alter Narr:—was dünket euch?
Vergebt mir doch, ihr Verzweifelnden, dass ich vor euch mit solch kleinen Worten rede, unwürdig, wahrlich!, solcher Gäste! Aber ihr errathet nicht, was mein Herz muthwillig macht:—
— ihr selber thut es und euer Anblick, vergebt es mir! Jeder nämlich wird muthig, der einem Verzweifelnden zuschaut. Einem Verzweifelnden zuzusprechen—dazu dünkt sich jeder stark genug.
Mir selber gabt ihr diese Kraft,—eine gute Gabe, meine hohen Gäste! Ein rechtschaffnes Gastgeschenk! Wohlan, so zürnt nun nicht, dass ich euch auch vom Meinigen anbiete.
Diess hier ist mein Reich und meine Herrschaft: was aber mein ist, für diesen Abend und diese Nacht soll es euer sein. Meine Thiere sollen euch dienen: meine Höhle sei eure Ruhestatt!
Bei mir zu Heim-und-Hause soll Keiner verzweifeln, in meinem Reviere schütze ich jeden vor seinen wilden Thieren. Und das ist das Erste, was ich euch anbiete: Sicherheit!
Das Zweite aber ist: mein kleiner Finger. Und habt ihr den erst, so nehmt nur noch die ganze Hand, wohlan! und das Herz dazu! Willkommen hier, willkommen, meine Gastfreunde!"
Also sprach Zarathustra und lachte vor Liebe und Bosheit. Nach dieser Begrüssung verneigten sich seine Gäste abermals und schwiegen ehrfürchtig; der König zur Rechten aber antwortete ihm in ihrem Namen.
"Daran, oh Zarathustra, wie du uns Hand und Gruss botest, erkennen wir dich als Zarathustra. Du erniedrigtest dich vor uns; fast thatest du unserer Ehrfurcht wehe—:
— wer aber vermochte gleich dir sich mit solchem Stolze zu erniedrigen? Das richtet uns selber auf, ein Labsal ist es unsern Augen und Herzen.
Diess allein nur zu schaun, stiegen gern wir auf höhere Berge, als dieser Berg ist. Als Schaulustige nämlich kamen wir, wir wollten sehn, was trübe Augen hell macht.
Und siehe, schon ist es vorbei mit allem unsern Nothschrein. Schon steht Sinn und Herz uns offen und ist entzückt. Wenig fehlt: und unser Muth wird muthwillig.
Nichts, oh Zarathustra, wächst Erfreulicheres auf Erden, als ein hoher starker Wille: der ist ihr schönstes Gewächs. Eine ganze Landschaft erquickt sich an Einem solchen Baume.
Der Pinie vergleiche ich, wer gleich dir, oh Zarathustra, aufwächst: lang, schweigend, hart, allein, besten biegsamsten Holzes, herrlich, —
— zuletzt aber hinausgreifend mit starken grünen Ästen nach seiner Herrschaft, starke Fragen fragend vor Winden und Wettern und was immer auf Höhen heimisch ist,
— stärker antwortend, ein Befehlender, ein Siegreicher: oh wer sollte nicht, solche Gewächse zu schaun, auf hohe Berge steigen?
Deines Baumes hier, oh Zarathustra, erlabt sich auch der Düstere, der Missrathene, an deinem Anblicke wird auch der Unstäte sicher und heilt sein Herz.
Und wahrlich, zu deinem Berge und Baume richten sich heute viele Augen; eine grosse Sehnsucht hat sich aufgemacht, und Manche lernten fragen: wer ist Zarathustra?
Und wem du jemals dein Lied und deinen Honig in's Ohr geträufelt: alle die Versteckten, die Einsiedler, die Zweisiedler sprachen mit Einem Male zu ihrem Herzen:
'Lebt Zarathustra noch? Es lohnt sich nicht mehr zu leben, Alles ist gleich, Alles ist umsonst: oder—wir müssen mit Zarathustra leben!'
'Warum kommt er nicht, der sich so lange ankündigte?' also fragen Viele; 'verschlang ihn die Einsamkeit? Oder sollen wir wohl zu ihm kommen?'
Nun geschieht's, dass die Einsamkeit selber mürbe wird und zerbricht, einem Grabe gleich, das zerbricht und seine Todten nicht mehr halten kann. Überall sieht man Auferstandene.
Nun steigen und steigen die Wellen um deinen Berg, oh Zarathustra. Und wie hoch auch deine Höhe ist, Viele müssen zu dir hinauf; dein Nachen soll nicht lange mehr im Trocknen sitzen.
Und dass wir Verzweifelnde jetzt in deine Höhle kamen und schon nicht mehr verzweifeln: ein Wahr- und Vorzeichen ist es nur, davon, dass Bessere zu dir unterwegs sind, —
— denn er selber ist zu dir unterwegs, der letzte Rest Gottes unter Menschen, das ist: alle die Menschen der grossen Sehnsucht, des grossen Ekels, des grossen Überdrusses,
— Alle, die nicht leben wollen, oder sie lernen wieder hoffen—oder sie lernen von dir, oh Zarathustra, die grosse Hoffnung!"
Also sprach der König zur Rechten und ergriff die Hand Zarathustra's, um sie zu küssen; aber Zarathustra wehrte seiner Verehrung und trat erschreckt zurück, schweigend und plötzlich wie in weite Fernen entfliehend. Nach einer kleinen Weile aber war er schon wieder bei seinen Gästen, blickte sie mit hellen, prüfenden Augen an und sprach:
"Meine Gäste, ihr höheren Menschen, ich will deutsch und deutlich mit euch reden. Nicht auf euch wartete ich hier in diesen Bergen."
("Deutsch und deutlich? Dass Gott erbarm!" sagte hier der König zur Linken, bei Seite; "man merkt, er kennt die lieben Deutschen nicht, dieser Weise aus dem Morgenlande!"
"Aber er meint 'deutsch und derb'—wohlan! Das ist heutzutage noch nicht der schlimmste Geschmack!")
"Ihr mögt wahrlich insgesammt höhere Menschen sein," fuhr Zarathustra fort: "aber für mich—seid ihr nicht hoch und stark genug.
Für mich, das heisst: für das Unerbittliche, das in mir schweigt, aber nicht immer schweigen wird. Und gehört ihr zu mir, so doch nicht als mein rechter Arm.
Wer nämlich selber auf kranken und zarten Beinen steht, gleich euch, der will vor Allem, ob er's weiss oder sich verbirgt: dass er geschont werde.
Meine Arme und meine Beine aber schone ich nicht, ich schone meine Krieger nicht: wieso könntet ihr zu meinem Kriege taugen?
Mit euch verdürbe ich mir jeden Sieg noch. Und Mancher von euch fiele schon um, wenn er nur den lauten Schall meiner Trommeln hörte.
Auch seid ihr mir nicht schön genug und wohlgeboren. Ich brauche reine glatte Spiegel für meine Lehren; auf eurer Oberfläche verzerrt sich noch mein eignes Bildniss.
Eure Schultern drückt manche Last, manche Erinnerung; manch schlimmer Zwerg hockt in euren Winkeln. Es giebt verborgenen Pöbel auch in euch.
Und seid ihr auch hoch und höherer Art: Vieles an euch ist krumm und missgestalt. Da ist kein Schmied in der Welt, der euch mir zurecht und gerade schlüge.
Ihr seid nur Brücken: mögen Höhere auf euch hinüber schreiten! Ihr bedeutet Stufen: so zürnt Dem nicht, der über euch hinweg in seine Höhe steigt!
Aus eurem Samen mag auch mir einst ein ächter Sohn und vollkommener Erbe wachsen: aber das ist ferne. Ihr selber seid Die nicht, welchen mein Erbgut und Name zugehört.
Nicht auf euch warte ich hier in diesen Bergen, nicht mit euch darf ich zum letzten Male niedersteigen. Als Vorzeichen kamt ihr mir nur, dass schon Höhere zu mir unterwegs sind, —
— nicht die Menschen der grossen Sehnsucht, des grossen Ekels, des grossen Überdrusses und Das, was ihr den Überrest Gottes nanntet.
— Nein! Nein! Drei Mal Nein! Auf Andere warte ich hier in diesen Bergen und will meinen Fuss nicht ohne sie von dannen heben,
— auf Höhere, Stärkere, Sieghaftere, Wohlgemuthere, Solche, die rechtwinklig gebaut sind an Leib und Seele: lachende Löwen müssen kommen!
Oh, meine Gastfreunde, ihr Wunderlichen,—hörtet ihr noch Nichts von meinen Kindern? Und dass sie zu mir unterwegs sind?
Sprecht mir doch von meinen Gärten, von meinen glückseligen Inseln, von meiner neuen schönen Art,—warum sprecht ihr mir nicht davon?
Diess Gastgeschenk erbitte ich mir von eurer Liebe, dass ihr mir von meinen Kindern sprecht. Hierzu bin ich reich, hierzu ward ich arm: was gab ich nicht hin,
— was gäbe ich nicht hin, dass ich Eins hätte: diese Kinder, diese lebendige Pflanzung, diese Lebensbäume meines Willens und meiner höchsten Hoffnung!"
Also sprach Zarathustra und hielt plötzlich inne in seiner Rede: denn ihn überfiel seine Sehnsucht, und er schloss Augen und Mund vor der Bewegung seines Herzens. Und auch alle seine Gäste schwiegen und standen still und bestürzt: nur dass der alte Wahrsager mit Händen und Gebärden Zeichen gab.
Das Abendmahl
An dieser Stelle nämlich unterbrach der Wahrsager die Begrüssung Zarathustra's und seiner Gäste: er drängte sich vor, wie Einer, der keine Zeit zu verlieren hat, fasste die Hand Zarathustra's und rief: "Aber Zarathustra!
Eins ist nothwendiger als das Andre, so redest du selber: wohlan, Eins ist mir jetzt nothwendiger als alles Andere.
Ein Wort zur rechten Zeit: hast du mich nicht zum Mahle eingeladen? Und hier sind viele, die lange Wege machten. Du willst uns doch nicht mit Reden abspeisen?
Auch gedachtet ihr Alle mir schon zu viel des Erfrierens, Ertrinkens, Erstickens und andrer Leibes-Nothstände: Keiner aber gedachte meines Nothstandes, nämlich des Verhungerns—"
(Also sprach der Wahrsager; wie die Thiere Zarathustra's aber diese Worte hörten, liefen sie vor Schrecken davon. Denn sie sahen, dass was sie auch am Tage heimgebracht hatten, nicht genug sein werde, den Einen Wahrsager zu stopfen.)
"Eingerechnet das Verdursten," fuhr der Wahrsager fort. "Und ob ich schon Wasser hier plätschern höre, gleich Reden der Weisheit, nämlich reichlich und unermüdlich: ich—will Wein!
Nicht jeder ist gleich Zarathustra ein geborner Wassertrinker. Wasser taugt auch nicht für Müde und Verwelkte: uns gebührt Wein,—der erst giebt plötzliches Genesen und stegreife Gesundheit!"
Bei dieser Gelegenheit, da der Wahrsager nach Wein begehrte, geschah es, dass auch der König zur Linken, der Schweigsame, einmal zu Worte kam. "Für Wein," sprach er, "trugen wir Sorge, ich sammt meinem Bruder, dem Könige zur Rechten: wir haben Weins genug,—einen ganzen Esel voll. So fehlt Nichts als Brod."
"Brod?" entgegnete Zarathustra und lachte dazu. "Nur gerade Brod haben Einsiedler nicht. Aber der Mensch lebt nicht vom Brod allein, sondern auch vom Fleische guter Lämmer, deren ich zwei habe:
— Die soll man geschwinde schlachten und würzig, mit Salbei, zubereiten: so liebe ich's. Und auch an Wurzeln und Früchten fehlt es nicht, gut genug selbst für Lecker- und Schmeckerlinge; noch an Nüssen und andern Räthseln zum Knacken.
Also wollen wir in Kürze eine gute Mahlzeit machen. Wer aber mit essen will, muss auch mit Hand anlegen, auch die Könige. Bei Zarathustra nämlich darf auch ein König Koch sein."
Mit diesem Vorschlage war Allen nach dem Herzen geredet: nur dass der freiwillige Bettler sich gegen Fleisch und Wein und Würzen sträubte.
"Nun hört mir doch diesen Schlemmer Zarathustra!" sagte er scherzhaft: "geht man dazu in Höhlen und Hoch-Gebirge, dass man solche Mahlzeiten macht?
Nun freilich verstehe ich, was er einst uns lehrte: 'Gelobt sei die kleine Armuth!' Und warum er die Bettler abschaffen will."
"Sei guter Dinge," antwortete ihm Zarathustra, "wie ich es bin. Bleibe bei deiner Sitte, du Trefflicher, malme deine Körner, trink dein Wasser, lobe deine Küche: wenn sie dich nur fröhlich macht!
Ich bin ein Gesetz nur für die Meinen, ich bin kein Gesetz für Alle. Wer aber zu mir gehört, der muss von starken Knochen sein, auch von leichten Füssen, —
— lustig zu Kriegen und Festen, kein Düsterling, kein Traum-Hans, bereit zum Schwersten wie zu seinem Feste, gesund und heil.
Das Beste gehört den Meinen und mir; und giebt man's uns nicht, so nehmen wir's:—die beste Nahrung, den reinsten Himmel, die stärksten Gedanken, die schönsten Fraun!" —
Also sprach Zarathustra; der König zur Rechten aber entgegnete: "Seltsam! Vernahm man je solche kluge Dinge aus dem Munde eines Weisen?
Und wahrlich, das ist das Seltsamste an einem Weisen, wenn er zu alledem auch noch klug und kein Esel ist."
Also sprach der König zur Rechten und wunderte sich; der Esel aber sagte zu seiner Rede mit bösem Willen I-A. Diess aber war der Anfang von jener langen Mahlzeit, welche "das Abendmahl" in den Historien-Büchern genannt wird. Bei derselben aber wurde von nichts Anderem geredet als vom höheren Menschen.
Vom höheren Menschen
1
Als ich zum ersten Male zu den Menschen kam, da that ich die Einsiedler-Thorheit, die grosse Thorheit: ich stellte mich auf den Markt.
Und als ich zu Allen redete, redete ich zu Keinem. Des Abends aber waren Seiltänzer meine Genossen, und Leichname; und ich selber fast ein Leichnam.
Mit dem neuen Morgen aber kam mir eine neue Wahrheit: da lernte ich sprechen "Was geht mich Markt und Pöbel und Pöbel-Lärm und lange Pöbel-Ohren an!"
Ihr höheren Menschen, Diess lernt von mir: auf dem Markt glaubt Niemand an höhere Menschen. Und wollt ihr dort reden, wohlan! Der Pöbel aber blinzelt "wir sind Alle gleich."
"Ihr höheren Menschen,"—so blinzelt der Pöbel—"es giebt keine höheren Menschen, wir sind Alle gleich, Mensch ist Mensch, vor Gott—sind wir Alle gleich!"
Vor Gott!— Nun aber starb dieser Gott. Vor dem Pöbel aber wollen wir nicht gleich sein. Ihr höheren Menschen, geht weg vom Markt!
2
Vor Gott!— Nun aber starb dieser Gott! Ihr höheren Menschen, dieser Gott war eure grösste Gefahr.
Seit er im Grabe liegt, seid ihr erst wieder auferstanden. Nun erst kommt der grosse Mittag, nun erst wird der höhere Mensch—Herr!
Verstandet ihr diess Wort, oh meine Brüder? Ihr seid erschreckt: wird euren Herzen schwindlig? Klafft euch hier der Abgrund? Kläfft euch hier der Höllenhund?
Wohlan! Wohlauf! Ihr höheren Menschen! Nun erst kreisst der Berg der Menschen-Zukunft. Gott starb: nun wollen wir,—dass der Übermensch lebe.
3
Die Sorglichsten fragen heute: "wie bleibt der Mensch erhalten?" Zarathustra aber fragt als der Einzige und Erste: "wie wird der Mensch überwunden?"
Der Übermensch liegt mir am Herzen, der ist mein Erstes und Einziges,—und nicht der Mensch: nicht der Nächste, nicht der Ärmste, nicht der Leidendste, nicht der Beste—
Oh meine Brüder, was ich lieben kann am Menschen, das ist, dass er ein Übergang ist und ein Untergang. Und auch an euch ist vieles, das mich lieben und hoffen macht.
Dass ihr verachtetet, ihr höheren Menschen, das macht mich hoffen. Die grossen Verachtenden nämlich sind die grossen Verehrenden.
Dass ihr verzweifeltet, daran ist Viel zu ehren. Denn ihr lerntet nicht, wie ihr euch ergäbet, ihr lerntet die kleinen Klugheiten nicht.
Heute nämlich wurden die kleinen Leute Herr: die predigen Alle Ergebung und Bescheidung und Klugheit und Fleiss und Rücksicht und das lange Und-so-weiter der kleinen Tugenden.
Was von Weibsart ist, was von Knechtsart stammt und sonderlich der Pöbel-Mischmasch: Das will nun Herr werden alles Menschen-Schicksals—oh Ekel! Ekel! Ekel!
Das frägt und frägt und wird nicht müde: "Wie erhält sich der Mensch, am besten, am längsten, am angenehmsten?" Damit—sind sie die Herrn von Heute.
Diese Herrn von Heute überwindet mir, oh meine Brüder,—diese kleinen Leute: die sind des Übermenschen grösste Gefahr!
Überwindet mir, ihr höheren Menschen, die kleinen Tugenden, die kleinen Klugheiten, die Sandkorn-Rücksichten, den Ameisen-Kribbelkram, das erbärmliche Behagen, das "Glück der Meisten"—!
Und lieber verzweifelt, als dass ihr euch ergebt. Und, wahrlich, ich liebe euch dafür, dass ihr heute nicht zu leben wisst, ihr höheren Menschen! So nämlich lebt ihr—am Besten!
4
Habt ihr Muth, oh meine Brüder? Seid ihr herzhaft? Nicht Muth vor Zeugen, sondern Einsiedler- und Adler-Muth, dem auch kein Gott mehr zusieht?
Kalte Seelen, Maulthiere, Blinde, Trunkene heissen mir nicht herzhaft. Herz hat, wer Furcht kennt, aber Furcht zwingt, er den Abgrund sieht, aber mit Stolz.
Wer den Abgrund sieht, aber mit Adlers-Augen, wer mit Adlers-Krallen den Abgrund fasst: Der hat Muth. — —
5
"Der Mensch ist böse"—so sprachen mir zum Troste alle Weisesten. Ach, wenn es heute nur noch wahr ist! Denn das Böse ist des Menschen beste Kraft.
"Der Mensch muss besser und böser werden"—so lehre ich. Das Böseste ist nöthig zu des Übermenschen Bestem.
Das mochte gut sein für jenen Prediger der kleinen Leute, dass er litt und trug an des Menschen Sünde. Ich aber erfreue mich der grossen Sünde als meines grossen Trostes. —
Solches ist aber nicht für lange Ohren gesagt. Jedwedes Wort gehört auch nicht in jedes Maul. Das sind feine ferne Dinge: nach denen sollen nicht Schafs-Klauen greifen!
6
Ihr höheren Menschen, meint ihr, ich sei da, gut zu machen, was ihr schlecht machtet?
Oder ich wollte fürderhin euch Leidende bequemer betten? Oder euch Unstäten, Verirrten, Verkletterten neue leichtere Fusssteige zeigen?
Nein! Nein! Drei Mal Nein! Immer Mehr, immer Bessere eurer Art sollen zu Grunde gehn,—denn ihr sollt es immer schlimmer und härter haben. So allein—
— so allein wächst der Mensch in die Höhe, wo der Blitz ihn trifft und zerbricht: hoch genug für den Blitz!
Auf Weniges, auf Langes, auf Fernes geht mein Sinn und meine Sehnsucht: was gienge mich euer kleines, vieles, kurzes Elend an!
Ihr leidet mir noch nicht genug! Denn ihr leidet an euch, ihr littet noch nicht am Menschen. Ihr würdet lügen, wenn ihr's anders sagtet! Ihr leidet Alle nicht, woran ich litt. — —
7
Es ist mir nicht genug, dass der Blitz nicht mehr schadet. Nicht ableiten will ich ihn: er soll lernen für mich—arbeiten. —
Meine Weisheit sammlet sich lange schon gleich einer Wolke, sie wird stiller und dunkler. So thut jede Weisheit, welche einst Blitze gebären soll. —
Diesen Menschen von Heute will ich nicht Licht sein, nicht Licht heissen. Die—will ich blenden: Blitz meiner Weisheit! Stich ihnen die Augen aus!
8
Wollt Nichts über euer Vermögen: es giebt eine schlimme Falschheit bei Solchen, die über ihr Vermögen wollen.
Sonderlich, wenn sie grosse Dinge wollen! Denn sie wecken Misstrauen gegen grosse Dinge, diese feinen Falschmünzer und Schauspieler:—
— bis sie endlich falsch vor sich selber sind, schieläugig, übertünchter Wurmfrass, bemäntelt durch starke Worte, durch Aushänge-Tugenden, durch glänzende falsche Werke.
Habt da eine gute Vorsicht, ihr höheren Menschen! Nichts nämlich gilt mir heute kostbarer und seltner als Redlichkeit.
Ist diess Heute nicht des Pöbels? Pöbel aber weiss nicht, was gross, was klein, was gerade und redlich ist: der ist unschuldig krumm, der lügt immer.
9
Habt heute ein gutes Misstrauen, ihr höheren Menschen, ihr Beherzten! Ihr Offenherzigen! Und haltet eure Gründe geheim! Diess Heute nämlich ist des Pöbels.
Was der Pöbel ohne Gründe einst glauben lernte, wer könnte ihm durch Gründe Das—umwerfen?
Und auf dem Markte überzeugt man mit Gebärden. Aber Gründe machen den Pöbel misstrauisch.
Und wenn da einmal Wahrheit zum Siege kam, so fragt euch Mit gutem Misstrauen: "welch starker Irrthum hat für sie gekämpft?"
Hütet euch auch vor den Gelehrten! Die hassen euch: denn sie sind unfruchtbar! Sie haben kalte vertrocknete Augen, vor ihnen liegt jeder Vogel entfedert.
Solche brüsten sich damit, dass sie nicht lügen: aber Ohnmacht zur Lüge ist lange noch nicht Liebe zur Wahrheit. Hütet euch!
Freiheit von Fieber ist lange noch nicht Erkenntniss! Ausgekälteten Geistern glaube ich nicht. Wer nicht lügen kann, weiss nicht, was Wahrheit ist.
10
Wollt ihr hoch hinaus, so braucht die eignen Beine! Lasst euch nicht empor tragen, setzt euch nicht auf fremde Rükken und Köpfe!
Du aber stiegst zu Pferde? Du reitest nun hurtig hinauf zu deinem Ziele? Wohlan, mein Freund! Aber dein lahmer Fuss sitzt auch mit zu Pferde!
Wenn du an deinem Ziele bist, wenn du von deinem Pferde springst: auf deiner Höhe gerade, du höherer Mensch—wirst du stolpern!
11
Ihr Schaffenden, ihr höheren Menschen! Man ist nur für das eigne Kind schwanger.
Lasst euch Nichts vorreden, einreden! Wer ist denn euer Nächster? Und handelt ihr auch "für den Nächsten,"—ihr schafft doch nicht für ihn!
Verlernt mir doch diess "Für," ihr Schaffenden: eure Tugend gerade will es, dass ihr kein Ding mit "für" und "um" und "weil" thut. Gegen diese falschen kleinen Worte sollt ihr euer Ohr zukleben.
Das "für den Nächsten" ist die Tugend nur der kleinen Leute: da heisst es "gleich und gleich" und "Hand wäscht Hand":—sie haben nicht Recht noch Kraft zu eurem Eigennutz!
In eurem Eigennutz, ihr Schaffenden, ist der Schwangeren Vorsicht und Vorsehung! Was Niemand noch mit Augen sah, die Frucht: die schirmt und schont und nährt eure ganze Liebe.
Wo eure ganze Liebe ist, bei eurem Kinde, da ist auch eure ganze Tugend! Euer Werk, euer Wille ist euer "Nächster": lasst euch keine falschen Werthe einreden!
12
Ihr Schaffenden, ihr höheren Menschen! Wer gebären muss, der ist krank; wer aber geboren hat, ist unrein.
Fragt die Weiber: man gebiert nicht, weil es Vergnügen macht. Der Schmerz macht Hühner und Dichter gackern.
Ihr Schaffenden, an euch ist viel Unreines. Das macht, ihr musstet Mütter sein.
Ein neues Kind: oh wie viel neuer Schmutz kam auch zur Welt! Geht bei Seite! Und wer geboren hat, soll seine Seele rein waschen!
13
Seid nicht tugendhaft über eure Kräfte! Und wollt Nichts von euch wider die Wahrscheinlichkeit!
Geht in den Fusstapfen, wo schon eurer Väter Tugend gierig! Wie wolltet ihr hoch steigen, wenn nicht eurer Väter Wille mit euch steigt?
Wer aber Erstling sein will, sehe zu, dass er nicht auch Letztling werde! Und wo die Laster eurer Väter sind, darin sollt ihr nicht Heilige bedeuten wollen!
Wessen Väter es mit Weibern hielten und mit starken Weinen und Wildschweinen: was wäre es, wenn Der von sich Keuschheit wollte?
Eine Narrheit wäre es! Viel, wahrlich, dünkt es mich für einen Solchen, wenn er Eines oder zweier oder dreier Weiber Mann ist.
Und stiftete er Klöster und schriebe über die Thür: "der Weg zum Heiligen,"—ich spräche doch: wozu! es ist eine neue Narrheit!
Er stiftete sich selber ein Zucht- und Fluchthaus: wohl bekomm's! Aber ich glaube nicht daran.
In der Einsamkeit wächst, was Einer in sie bringt, auch das innere Vieh. Solchergestalt widerräth sich Vielen die Einsamkeit.
Gab es Schmutzigeres bisher auf Erden als Wüsten-Heilige? Um die herum war nicht nur der Teufel los,—sondern auch das Schwein.
14
Scheu, beschämt, ungeschickt, einem Tiger gleich, dem der Sprung missrieth: also, ihr höheren Menschen, sah ich oft euch bei Seite schleichen. Ein Wurf missrieth euch.
Aber, ihr Würfelspieler, was liegt daran! Ihr lerntet nicht spielen und spotten, wie man spielen und spotten muss! Sitzen wir nicht immer an einem grossen Spott- und Spieltische?
Und wenn euch Grosses missrieth, seid ihr selber darum—missrathen? Und missriethet ihr selber, missrieth darum—der Mensch? Missrieth aber der Mensch: wohlan! wohlauf!
15
Je höher von Art, je seltener geräth ein Ding. Ihr höheren Menschen hier, seid ihr nicht alle—missgerathen?
Seid guten Muths, was liegt daran! Wie Vieles ist noch möglich! Lernt über euch selber lachen, wie man lachen muss!
Was Wunders auch, dass ihr missriethet und halb geriethet, ihr Halb-Zerbrochenen! Drängt und stösst sich nicht in euch—des Menschen Zukunft?
Des Menschen Fernstes, Tiefstes, Sternen-Höchstes, seine ungeheure Kraft: schäumt Das nicht alles gegen einander in eurem Topfe?
Was Wunders, dass mancher Topf zerbricht! Lernt über euch lachen, wie man lachen muss! Ihr höheren Menschen, oh wie Vieles ist noch möglich!
Und wahrlich, wie Viel gerieth schon! Wie reich ist diese Erde an kleinen guten vollkommenen Dingen, an Wohlgerathenem!
Stellt kleine gute vollkommne Dinge um euch, ihr höheren Menschen! Deren goldene Reife heilt das Herz. Vollkommnes lehrt hoffen.
16
Welches war hier auf Erden bisher die grösste Sünde? War es nicht das Wort Dessen, der sprach: "Wehe Denen, die hier lachen!"
Fand er zum Lachen auf der Erde selber keine Gründe? So suchte er nur schlecht. Ein Kind findet hier noch Gründe.
Der—liebte nicht genug: sonst hätte er auch uns geliebt, die Lachenden! Aber er hasste und höhnte uns, Heulen und Zähneklappern verhiess er uns.
Muss man denn gleich fluchen, wo man nicht liebt? Das—dünkt mich ein schlechter Geschmack. Aber so that er, dieser Unbedingte. Er kam vom Pöbel.
Und er selber liebte nur nicht genug: sonst hätte er weniger gezürnt, dass man ihn nicht liebe. Alle grosse Liebe will nicht Liebe:—die will mehr.
Geht aus dem Wege allen solchen Unbedingten! Das ist eine arme kranke Art, eine Pöbel-Art: sie sehn schlimm diesem Leben zu, sie haben den bösen Blick für diese Erde.
Geht aus dem Wege allen solchen Unbedingten! Sie haben Schwere Füsse und schwüle Herzen:—sie wissen nicht zu tanzen. Wie möchte Solchen wohl die Erde leicht sein!
17
Krumm kommen alle guten Dinge ihrem Ziele nahe. Gleich Katzen machen sie Buckel, sie schnurren innewendig vor ihrem nahen Glücke,—alle guten Dinge lachen.
Der Schritt verräth, ob Einer schon auf seiner Bahn schreitet: so seht mich gehn! Wer aber seinem Ziel nahe kommt, der tanzt.
Und, wahrlich, zum Standbild ward ich nicht, noch stehe ich nicht da, starr, stumpf, steinern, eine Säule; ich liebe geschwindes Laufen.
Und wenn es auf Erden auch Moor und dicke Trübsal giebt: wer leichte Füsse hat, läuft über Schlamm noch hinweg und tanzt wie auf gefegtem Eise.
Erhebt eure Herzen, meine Brüder, hoch! höher! Und vergesst mir auch die Beine nicht! Erhebt auch eure Beine, ihr guten Tänzer, und besser noch: ihr steht auch auf dem Kopf!
18
Diese Krone des Lachenden, diese Rosenkranz-Krone: ich selber setzte mir diese Krone auf, ich selber sprach heilig mein Gelächter. Keinen Anderen fand ich heute stark genug dazu.
Zarathustra der Tänzer, Zarathustra der Leichte, der mit den Flügeln winkt, ein Flugbereiter, allen Vögeln zuwinkend, bereit und fertig, ein Selig-Leichtfertiger:—
Zarathustra der Wahrsager, Zarathustra der Wahrlacher, kein Ungeduldiger, kein Unbedingter, Einer, der Sprünge und Seitensprünge liebt; ich selber setzte mir diese Krone auf!
19
Erhebt eure Herzen, meine Brüder, hoch! höher! Und vergesst mir auch die Beine nicht! Erhebt auch eure Beine, ihr guten Tänzer, und besser noch: ihr steht auch auf dem Kopf!
Es giebt auch im Glück schweres Gethier, es giebt Plumpfüssler von Anbeginn. Wunderlich müht sie sich ab, einem Elephanten gleich, der sich müht auf dem Kopf zu stehn.
Besser aber noch närrisch sein vor Glücke als närrisch vor Unglücke, besser plump tanzen als lahm gehn. So lernt mir doch meine Weisheit ab: auch das schlimmste Ding hat zwei gute Kehrseiten, —
— auch das schlimmste Ding hat gute Tanzbeine: so lernt mir doch euch selbst, ihr höheren Menschen, auf eure rechten Beine stellen!
So verlernt mir doch Trübsal-Blasen und alle Pöbel-Traurigkeit! Oh wie traurig dünken mich heute des Pöbels Hanswürste noch! Diess Heute aber ist des Pöbels.
20
Dem Winde thut mir gleich, wenn er aus seinen Berghöhlen stürzt: nach seiner eignen Pfeife will er tanzen, die Meere zittern und hüpfen unter seinen Fusstapfen.
Der den Eseln Flügel giebt, der Löwinnen melkt, gelobt sei dieser gute unbändige Geist, der allem Heute und allem Pöbel wie ein Sturmwind kommt, —
— der Distel- und Tiftelköpfen feind ist und allen welken Blättern und Unkräutern: gelobt sei dieser wilde gute freie Sturmgeist, welcher auf Mooren und Trübsalen wie auf Wiesen tanzt!
Der die Pöbel-Schwindhunde hasst und alles missrathene düstere Gezücht: gelobt sei dieser Geist aller freien Geister, der lachende Sturm, welcher allen Schwarzsichtigen, Schwärsüchtigen Staub in die Augen bläst!
Ihr höheren Menschen, euer Schlimmstes ist: ihr lerntet alle nicht tanzen, wie man tanzen muss—über euch hinweg tanzen! Was liegt daran, dass ihr missriethet!
Wie Vieles ist noch möglich! So lernt doch über euch hinweg lachen! Erhebt eure Herzen, ihr guten Tänzer, hoch! höher! Und vergesst mir auch das gute Lachen nicht!
Diese Krone des Lachenden, diese Rosenkranz-Krone: euch, meinen Brüdern, werfe ich diese Krone zu! Das Lachen sprach ich heilig; ihr höheren Menschen, lernt mir—lachen!
Das Lied der Schwermuth
1
Als Zarathustra diese Reden sprach, stand er nahe dem Eingange seiner Höhle; mit den letzten Worten aber entschlüpfte er seinen Gästen und floh für eine kurze Weile in's Freie.
"Oh reine Gerüche um mich," rief er aus, "oh selige Stille um mich! Aber wo sind meine Thiere? Heran, heran, mein Adler und meine Schlange!
Sagt mir doch, meine Thiere: diese höheren Menschen insgesammt—riechen sie vielleicht nicht gut? Oh reine Gerüche um mich! Jetzo weiss und fühle ich erst, wie ich euch, meine Thiere, liebe."
— Und Zarathustra sprach nochmals: "ich liebe euch, meine Thiere!" Der Adler aber und die Schlange drängten sich an ihn, als er diese Worte sprach, und sahen zu ihm hinauf. Solchergestalt waren sie zu drei still beisammen und schnüffelten und schlürften mit einander die gute Luft. Denn die Luft war hier draussen besser als bei den höheren Menschen.
2
Kaum aber hatte Zarathustra seine Höhle verlassen, da erhob sich der alte Zauberer, sah listig umher und sprach: "Er ist hinaus!
Und schon, ihr höheren Menschen—dass ich euch mit diesem Lob- und Schmeichel-Namen kitzle, gleich ihm selber—schon fällt mich mein schlimmer Trug- und Zaubergeist an, mein schwermüthiger Teufel,
— welcher diesem Zarathustra ein Widersacher ist aus dem Grunde: vergebt es ihm! Nun will er vor euch zaubern, er hat gerade seine Stunde; umsonst ringe ich mit diesem bösen Geiste.
Euch Allen, welche Ehren ihr euch mit Worten geben mögt, ob ihr euch 'die freien Geister' nennt oder 'die Wahrhaftigen' oder 'die Büsser des Geistes' oder 'die Entfesselten' oder 'die grossen Sehnsüchtigen'—
— euch Allen, die ihr am grossen Ekel leidet gleich mir, denen der alte Gott starb und noch kein neuer Gott in Wiegen und Windeln liegt,—euch Allen ist mein böser Geist und Zauber-Teufel hold.
Ich kenne euch, ihr höheren Menschen, ich kenne ihn,—ich kenne auch diesen Unhold, den ich wider Willen liebe, diesen Zarathustra: er selber dünkt mich öfter gleich einer schönen Heiligen-Larve,
— gleich einem neuen wunderlichen Mummenschanze, in dem sich mein böser Geist, der schwermüthige Teufel, gefällt:—ich liebe Zarathustra, so dünkt mich oft, um meines bösen Geistes Willen. —
Aber schon fällt der mich an und zwingt mich, dieser Geist der Schwermuth, dieser Abend-Dämmerungs-Teufel: und, wahrlich, ihr höheren Menschen, es gelüstet ihn —
— macht nur die Augen auf!—es gelüstet ihn, nackt zu kommen, ob männlich, ob weiblich, noch weiss ich's nicht: aber er kommt, er zwingt mich, wehe! macht eure Sinne auf!
Der Tag klingt ab, allen Dingen kommt nun der Abend, auch den besten Dingen; hört nun und seht, ihr höheren Menschen, welcher Teufel, ob Mann, ob Weib, dieser Geist der Abend-Schwermuth ist!"
Also sprach der alte Zauberer, sah listig umher und griff dann zu seiner Harfe.
3
Bei abgehellter Luft,
Wenn schon des Thau's Tröstung
Zur Erde niederquillt, Unsichtbar, auch ungehört: —
Denn zartes Schuhwerk trägt
Der Tröster Thau gleich allen Trost-Milden —:
Gedenkst du da, gedenkst du, heisses Herz,
Wie einst du durstetest,
Nach himmlischen Thränen und Thau-Geträufel
Versengt und müde durstetest,
Dieweil auf gelben Gras-Pfaden
Boshaft abendliche Sonnenblicke
Durch schwarze Bäume um dich liefen,
Blendende Sonnen-Gluthblicke, schadenfrohe?
"Der Wahrheit Freier? Du?"—so höhnten sie —
"Nein! Nur ein Dichter!
Ein Thier, ein listiges, raubendes, schleichendes,
Das lügen muss,
Das wissentlich, willentlich lügen muss:
Nach Beute lüstern,
Bunt verlarvt,
Sich selber Larve,
Sich selbst zur Beute —
Das—der Wahrheit Freier?
Nein! Nur Narr! Nur Dichter!
Nur Buntes redend,
Aus Narren-Larven bunt herausschreiend,
Herumsteigend auf lügnerischen Wort-Brücken,
Auf bunten Regenbogen,
Zwischen falschen Himmeln
Und falschen Erden,
Herumschweifend, herumschwebend, —
Nur Narr! Nur Dichter!
Das—der Wahrheit Freier?
Nicht still, starr, glatt, kalt,
Zum Bilde worden,
Zur Gottes-Säule,
Nicht aufgestellt vor Tempeln,
Eines Gottes Thürwart:
Nein! Feindselig solchen Wahrheits-Standbildern,
In jeder Wildniss heimischer als vor Tempeln,
Voll Katzen-Muthwillens,
Durch jedes Fenster springend
Husch! in jeden Zufall,
Jedem Urwalde zuschnüffelnd,
Süchtig-sehnsüchtig zuschnüffelnd,
Dass du in Urwäldern
Unter buntgefleckten Raubthieren
Sündlich-gesund und bunt und schön liefest,
Mit lüsternen Lefzen,
Selig-höhnisch, selig-höllisch, selig-blutgierig,
Raubend, schleichend, lügend liefest: —
Oder, dem Adler gleich, der lange,
Lange starr in Abgründe blickt,
In seine Abgründe: — —
Oh wie sie sich hier hinab,
Hinunter, hinein,
In immer tiefere Tiefen ringeln! —
Dann,
Plötzlich, geraden Zugs,
Gezückten Flugs,
Auf Lämmer stossen,
Jach hinab, heisshungrig,
Nach Lämmern lüstern,
Gram allen Lamms-Seelen,
Grimmig-gram Allem, was blickt
Schafmässig, lammäugig, krauswollig,
Grau, mit Lamms-Schafs-Wohlwollen!
Also
Adlerhaft, pantherhaft
Sind des Dichters Sehnsüchte,
Sind deine Sehnsüchte unter tausend Larven,
Du Narr! Du Dichter!
Der du den Menschen schautest
So Gott als Schaf —:
Den Gott zerreissen im Menschen
Wie das Schaf im Menschen,
Und zerreisend lachen —
Das, das ist deine Seligkeit!
Eines Panthers und Adlers Seligkeit!
Eines Dichters und Narren Seligkeit!" — —
Bei abgehellter Luft,
Wenn schon des Monds Sichel
Grün zwischen Purpurröthen
Und neidisch hinschleicht:
— dem Tage feind,
Mit jedem Schritte heimlich
An Rosen-Hängematten
Hinsichelnd, bis sie sinken,
Nacht-abwärts blass hinabsinken:
So sank ich selber einstmals
Aus meinem Wahrheits-Wahnsinne,
Aus meinen Tages-Sehnsüchten,
Des Tages müde, krank vom Lichte,
— sank abwärts, abendwärts, schattenwärts:
Von Einer Wahrheit
Verbrannt und durstig:
— gedenkst du noch, gedenkst du, heisses Herz,
Wie da du durstetest? —
Dass ich verbannt sei
Von aller Wahrheit,
Nur Narr!
Nur Dichter!
Von der Wissenschaft
Also sang der Zauberer; und Alle, die beisammen waren, giengen gleich Vögeln unvermerkt in das Netz seiner listigen und schwermüthigen Wollust. Nur der Gewissenhafte des Geistes war nicht eingefangen: er nahm flugs dem Zauberer die Harfe weg und rief "Luft! Lasst gute Luft herein! Lass Zarathustra herein! Du machst diese Höhle schwül und giftig, du schlimmer alter Zauberer!
Du verfährst, du Falscher, Feiner, zu unbekannten Begierden und Wildnissen. Und wehe, wenn Solche, wie du, von der Wahrheit Redens und Wesens machen!
Wehe allen freien Geistern, welche nicht vor solchen Zauberern auf der Hut sind! Dahin ist es mit ihrer Freiheit: du lehrst und lockst zurück in Gefängnisse, —
— du alter schwermüthiger Teufel, aus deiner Klage klingt eine Lockpfeife, du gleichst Solchen, welche mit ihrem Lobe der Keuschheit heimlich zu Wollüsten laden!"
Also sprach der Gewissenhafte; der alte Zauberer aber blickte um sich, genoss seines Sieges und verschluckte darüber den Verdruss, welchen ihm der Gewissenhafte machte. "Sei still!" sagte er mit bescheidener Stimme, "gute Lieder wollen gut wiederhallen; nach guten Liedern soll man lange schweigen.
So thun es diese Alle, die höheren Menschen. Du aber hast wohl Wenig von meinem Lied verstanden? In dir ist Wenig von einem Zaubergeiste."
"Du lobst mich," entgegnete der Gewissenhafte, "indem du mich von dir abtrennst, wohlan! Aber ihr Anderen, was sehe ich? Ihr sitzt alle noch mit lüsternen Augen da—:
Ihr freien Seelen, wohin ist eure Freiheit! Fast, dünkt mich's, gleicht ihr Solchen, die lange schlimmen tanzenden nackten Mädchen zusahn: eure Seelen tanzen selber!
In euch, ihr höheren Menschen, muss Mehr von Dem sein, was der Zauberer seinen bösen Zauber- und Truggeist nennt:—wir müssen wohl verschieden sein.
Und wahrlich, wir sprachen und dachten genug mitsammen, ehe Zarathustra heimkam zu seiner Höhle, als dass ich nicht wüsste: wir sind verschieden.
Wir suchen Verschiednes auch hier oben, ihr und ich. Ich nämlich suche mehr Sicherheit, desshalb kam ich zu Zarathustra. Der nämlich ist noch der festeste Thurm und Wille—
— heute, wo Alles wackelt, wo alle Erde bebt. Ihr aber, wenn ich eure Augen sehe, die ihr macht, fast dünkt mich's, ihr sucht mehr Unsicherheit,
— mehr Schauder, mehr Gefahr, mehr Erdbeben. Euch gelüstet, fast dünkt mich's so, vergebt meinem Dünkel, ihr höheren Menschen—
— euch gelüstet nach dem schlimmsten gefährlichsten Leben, das mir am meisten Furcht macht, nach dem Leben wilder Thiere, nach Wäldern, Höhlen, steilen Bergen und Irr-Schlünden.
Und nicht die Führer aus der Gefahr gefallen euch am besten, sondern die euch von allen Wegen abführen, die Verführer. Aber, wenn solch Gelüsten an euch wirklich ist, so dünkt es mich trotzdem unmöglich.
Furcht nämlich—das ist des Menschen Erb- und Grundgefühl; aus der Furcht erklärt sich jegliches, Erbsünde und Erbtugend. Aus der Furcht wuchs auch meine Tugend, die heisst: Wissenschaft.
Die Furcht nämlich vor wildem Gethier—die wurde dem Menschen am längsten angezüchtet, einschliesslich das Thier, das er in sich selber birgt und fürchtet:—Zarathustra heisst es 'das innere Vieh.'
Solche lange alte Furcht, endlich fein geworden, geistlich, geistig—heute, dünkt mich, heisst sie: Wissenschaft." —
Also sprach der Gewissenhafte; aber Zarathustra, der eben in seine Höhle zurückkam und die letzte Rede gehört und errathen hatte, warf dem Gewissenhaften eine Hand voll Rosen zu und lachte ob seiner "Wahrheiten." "Wie!" rief er, "was hörte ich da eben? Wahrlich, mich dünkt, du bist ein Narr oder ich selber bin's: und deine 'Wahrheit' stelle ich rucks und flugs auf den Kopf.
Furcht nämlich—ist unsre Ausnahme. Muth aber und Abenteuer und Lust am Ungewissen, am Ungewagten,—Muth dünkt mich des Menschen ganze Vorgeschichte.
Den wildesten muthigsten Thieren hat er alle ihre Tugenden abgeneidet und abgeraubt: so erst wurde er—zum Menschen.
Dieser Muth, endlich fein geworden, geistlich, geistig, dieser Menschen-Muth mit Adler-Flügeln und Schlangen-Klugheit: der, dünkt mich, heisst heute—"
"Zarathustra"! schrien Alle, die beisammen sassen, wie aus Einem Munde und machten dazu ein grosses Gelächter; es hob sich aber von ihnen wie eine schwere Wolke. Auch der Zauberer lachte und sprach mit Klugheit: "Wohlan! Er ist davon, mein böser Geist!
Und habe ich euch nicht selber vor ihm gewarnt, als ich sagte, dass er ein Betrüger sei, ein Lug- und Truggeist?
Sonderlich nämlich, wenn er sich nackend zeigt. Aber was kann ich für seine Tücken! Habe ich ihn und die Welt geschaffen?
Wohlan! Seien wir wieder gut und guter Dinge! Und ob schon Zarathustra böse blickt—seht ihn doch! er ist mir gram—:
— bevor die Nacht kommt, lernt er wieder, mich lieben und loben, er kann nicht lange leben, ohne solche Thorheiten zu thun.
Der—liebt seine Feinde: diese Kunst versteht er am besten von Allen, die ich sah. Aber er nimmt Rache dafür—an seinen Freunden!"
Also sprach der alte Zauberer, und die höheren Menschen zollten ihm Beifall: so dass Zarathustra herumgieng und mit Bosheit und Liebe seinen Freunden die Hände schüttelte,—gleichsam als Einer, der an Allen Etwas gutzumachen und abzubitten hat. Als er aber dabei an die Thür seiner Höhle kam, siehe, da gelüstete ihn schon wieder nach der guten Luft da draussen und nach seinen Thieren,—und er wollte hinaus schlüpfen.
Unter Töchtern der Wüste
1
"Gehe nicht davon!" sagte da der Wanderer, welcher sich den Schatten Zarathustra's nannte, "bleibe bei uns, es möchte uns sonst die alte dumpfe Trübsal wieder anfallen.
Schon gab uns jener alte Zauberer von seinem Schlimmsten zum Besten, und siehe doch, der gute fromme Papst da hat Thränen in den Augen und hat sich ganz wieder auf's Meer der Schwermuth eingeschifft.
Diese Könige mögen wohl vor uns noch gute Miene machen: das lernten Die nämlich von uns Allen heute am Besten! Hätten sie aber keine Zeugen, ich wette, auch bei ihnen fienge das böse Spiel wieder an—
— das böse Spiel der ziehenden Wolken, der feuchten Schwermuth, der verhängten Himmel, der gestohlenen Sonnen, der heulenden Herbst-Winde,
— das böse Spiel unsres Heulens und Nothschreiens: bleibe bei uns, oh Zarathustra! Hier ist viel verborgenes Elend, das reden will, viel Abend, viel Wolke, viel dumpfe Luft!
Du nährtest uns mit starker Manns-Kost und kräftigen Sprüchen: lass es nicht zu, dass uns zum Nachtisch die weichlichen weiblichen Geister wieder anfallen!
Du allein machst die Luft um dich herum stark und klar! Fand ich je auf Erden so gute Luft als bei dir in deiner Höhle?
Viele Länder sah ich doch, meine Nase lernte vielerlei Luft prüfen und abschätzen: aber bei dir schmecken meine Nüstern ihre grösste Lust!
Es sei denn,—es sei denn—, oh vergieb eine alte Erinnerung! Vergieb mir ein altes Nachtisch-Lied, das ich einst unter Töchtern der Wüste dichtete:—
— bei denen nämlich gab es gleich gute helle morgenländische Luft; dort war ich am fernsten vom wolkigen feuchten schwermüthigen Alt-Europa!
Damals liebte ich solcherlei Morgenland-Mädchen und andres blaues Himmelreich, über dem keine Wolken und keine Gedanken hängen.
Ihr glaubt es nicht, wie artig sie dasassen, wenn sie nicht tanzten, tief, aber ohne Gedanken, wie kleine Geheimnisse, wie bebänderte Räthsel, wie Nachtisch-Nüsse—
bunt und fremd fürwahr! aber ohne Wolken: Räthsel, die sich rathen lassen: solchen Mädchen zu Liebe erdachte ich damals einen Nachtisch-Psalm."
Also sprach der Wanderer und Schatten; und ehe Jemand ihm antwortete, hatte er schon die Harfe des alten Zauberers ergriffen, die Beine gekreuzt und blickte gelassen und weise um sich:—mit den Nüstern aber zog er langsam und fragend die Luft ein, wie Einer, der in neuen Ländern neue fremde Luft kostet. Darauf hob er mit einer Art Gebrüll zu singen an.
2
Die Wüste wächst: weh Dem, der Wüsten birgt!
— Ha! Feierlich!
In der That feierlich!
Ein würdiger Anfang!
Afrikanisch feierlich!
Eines Löwen würdig,
Oder eines moralischen Brüllaffen —
— aber Nichts für euch,
Ihr allerliebsten Freundinnen,
Zu deren Füssen mir
Zum ersten Male,
Einem Europäer, unter Palmen
Zu sitzen vergönnt ist. Sela.
Wunderbar wahrlich!
Da sitze ich nun,
Der Wüste nahe und bereits
So fern wieder der Wüste,
Auch in Nichts noch verwüstet:
Nämlich hinabgeschluckt
Von dieser kleinsten Oasis—:
— sie sperrte gerade gähnend
Ihr liebliches Maul auf.
Das wohlriechendste aller Mäulchen:
Da fiel ich hinein,
Hinab, hindurch—unter euch,
Ihr allerliebsten Freundinnen! Sela.
Heil, Heil jenem Wallfische,
Wenn er also es seinem Gaste
Wohl sein liess!—ihr versteht
Meine gelehrte Anspielung?
Heil seinem Bauche,
Wenn er also
Ein so lieblicher Oasis-Bauch war
Gleich diesem: was ich aber in Zweifel ziehe,
— dafür komme ich aus Europa,
Das zweifelsüchtiger ist als alle
Ältlichen Eheweibchen.
Möge Gott es bessern!
Amen!
Da sitze ich nun,
In dieser kleinsten Oasis,
Einer Dattel gleich,
Braun, durchsüsst, goldschwürig, lüstern
Nach einem runden Mädchenmunde,
Mehr noch aber nach mädchenhaften
Eiskalten schneeweissen schneidigen
Beisszähnen: nach denen nämlich
Lechzt das Herz allen heissen Datteln. Sela.
Den genannten Südfrüchten
Ähnlich, allzuähnlich
Liege ich hier, von kleinen
Flügelkäfern
Umtänzelt und umspielt,
Insgleichen von noch kleineren
Thörichteren boshafteren
Wünschen und Einfällen,
Umlagert von euch,
Ihr stummen, ihr ahnungsvollen
Mädchen-Katzen,
Dudu und Suleika,
— umsphinxt, dass ich in Ein Wort
Viel Gefühle stopfe:
(Vergebe mir Gott
Diese Sprach-Sünde!)
— sitze hier, die beste Luft schnüffelnd,
Paradieses-Luft wahrlich,
Lichte leichte Luft, goldgestreifte,
So gute Luft nur je
Vom Monde herabfiel —
Sei es aus Zufall,
Oder geschah es aus Übermuthe?
Wie die alten Dichter erzählen.
Ich Zweifler aber ziehe es
In Zweifel, dafür aber komme ich
Aus Europa,
Das zweifelsüchtiger ist als alle
Ältlichen Eheweibchen.
Möge Gott es bessern!
Amen!
Diese schönste Luft trinkend,
Mit Nüstern geschwellt gleich Bechern,
Ohne Zukunft, ohne Erinnerungen,
So sitze ich hier, ihr
Allerliebsten Freundinnen,
Und sehe der Palme zu,
Wie sie, einer Tänzerin gleich,
Sich biegt und schmiegt und in der Hüfte wiegt,
— man thut es mit, sieht man lange zu!
Einer Tänzerin gleich, die, wie mir scheinen will,
Zu lange schon, gefährlich lange
Immer, immer nur auf Einem Beine stand?
— da vergass sie darob, wie mir scheinen will,
Das andre Bein?
Vergebens wenigstens
Suchte ich das vermisste
Zwillings-Kleinod
— nämlich das andre Bein —
In der heiligen Nähe
Ihres allerliebsten, allerzierlichsten
Fächer- und Flatter- und Flitterröckchens.
ja, wenn ihr mir, ihr schönen Freundinnen,
Ganz glauben wollt:
Sie hat es verloren!
Es ist dahin!
Auf ewig dahin!
Das andre Bein!
Oh schade um dieses liebliche andre Bein!
Wo—mag es wohl weilen und verlassen trauern?
Das einsame Bein?
In Furcht vielleicht vor einem
Grimmen gelben blondgelockten
Löwen-Unthiere? Oder gar schon
Abgenagt, abgeknabbert —
Erbärmlich, wehe! wehe! abgeknabbert! Sela.
Oh weint mir nicht,
Weiche Herzen!
Weint mir nicht, ihr
Dattel-Herzen! Milch-Busen!
Ihr Süssholz-Herz-
Beutelchen!
Weine nicht mehr,
Bleiche Dudu!
Sei ein Mann, Suleika! Muth! Muth!
— Oder sollte vielleicht
Etwas Stärkendes, Herz-Stärkendes,
Hier am Platze sein?
Ein gesalbter Spruch?
Ein feierlicher Zuspruch? —
Ha! Herauf, Würde!
Tugend-Würde! Europäer-Würde!
Blase, blase wieder,
Blasebalg der Tugend!
Ha!
Noch Ein Mal brüllen,
Moralisch brüllen!
Als moralischer Löwe
Vor den Töchtern der Wüste brüllen!
— Denn Tugend-Geheul,
Ihr allerliebsten Mädchen,
Ist mehr als Alles
Europäer-Inbrunst, Europäer-Heisshunger!
Und da stehe ich schon,
Als Europäer,
Ich kann nicht anders, Gott helfe mir!
Amen!
Die Wüste wächst: weh Dem, der Wüsten birgt!
Die Erweckung
1
Nach dem Liede des Wanderers und Schattens wurde die Höhle mit Einem Male voll Lärmens und Lachens; und da die versammelten Gäste alle zugleich redeten, und auch der Esel, bei einer solchen Ermuthigung, nicht mehr still blieb, überkam Zarathustra ein kleiner Widerwille und Spott gegen seinen Besuch: ob er sich gleich ihrer Fröhlichkeit erfreute. Denn sie dünkte ihm ein Zeichen der Genesung. So schlüpfte er hinaus in's Freie und sprach zu seinen Thieren.
"Wo ist nun ihre Noth hin?" sprach er, und schon athmete er selber von seinem kleinen Überdrusse auf,—"bei mir verlernten sie, wie mich dünkt, das Nothschrein!
— wenn auch, leider, noch nicht das Schrein." Und Zarathustra hielt sich die Ohren zu, denn eben mischte sich das I-A des Esels wunderlich mit dem Jubel-Lärm dieser höheren Menschen.
"Sie sind lustig," begann er wieder, "und wer weiss? vielleicht auf ihres Wirthes Unkosten; und lernten sie von mir lachen, so ist es doch nicht mein Lachen, das sie lernten.
Aber was liegt daran! Es sind alte Leute: sie genesen auf ihre Art, sie lachen auf ihre Art; meine Ohren haben schon Schlimmeres erduldet und wurden nicht unwirsch.
Dieser Tag ist ein Sieg: er weicht schon, er flieht, der Geist der Schwere, mein alter Erzfeind! Wie gut will dieser Tag enden, der so schlimm und schwer begann!
Und enden will er. Schon kommt der Abend: über das Meer her reitet er, der gute Reiter! Wie er sich wiegt, der Selige, Heimkehrende, in seinen purpurnen Sätteln!
Der Himmel blickt klar dazu, die Welt liegt tief: oh all ihr Wunderlichen, die ihr zu mir kamt, es lohnt sich schon, bei mir zu leben!"
Also sprach Zarathustra. Und wieder kam da das Geschrei und Gelächter der höheren Menschen aus der Höhle: da begann er von Neuem.
"Sie beissen an, mein Köder wirkt, es weicht auch ihnen ihr Feind, der Geist der Schwere. Schon lernen sie über sich selber lachen: höre ich recht?
Meine Manns-Kost wirkt, mein Saft- und Kraft-Spruch: und wahrlich, ich nährte sie nicht mit Bläh-Gemüsen! Sondern mit Krieger-Kost, mit Eroberer-Kost: neue Begierden weckte ich.
Neue Hoffnungen sind in ihren Armen und Beinen, ihr Herz streckt sich aus. Sie finden neue Worte, bald wird ihr Geist Muthwillen athmen.
Solche Kost mag freilich nicht für Kinder sein, noch auch für sehnsüchtige alte und junge Weibchen. Denen überredet man anders die Eingeweide; deren Arzt und Lehrer bin ich nicht.
Der Ekel weicht diesen höheren Menschen: wohlan! das ist mein Sieg. In meinem Reiche werden sie sicher, alle dumme Scham läuft davon, sie schütten sich aus.
Sie schütten ihr Herz aus, gute Stunden kehren ihnen zurück, sie feiern und käuen wieder,—sie werden dankbar.
Das nehme ich als das beste Zeichen: sie werden dankbar. Nicht lange noch, und sie denken sich Feste aus und stellen Denksteine ihren alten Freuden auf.
Es sind Genesende!" Also sprach Zarathustra fröhlich zu seinem Herzen und schaute hinaus; seine Thiere aber drängten sich an ihn und ehrten sein Glück und sein Stillschweigen.
2
Plötzlich aber erschrak das Ohr Zarathustra's: die Höhle nämlich, welche bisher voller Lärmens und Gelächters war, wurde mit Einem Male todtenstill;—seine Nase aber roch einen wohlriechenden Qualm und Weihrauch, wie von brennenden Pinien-Zapfen.
"Was geschieht? Was treiben sie?" fragte er sich und schlich zum Eingange heran, dass er seinen Gästen, unvermerkt, zusehn könne. Aber, Wunder über Wunder! was musste er da mit seinen eignen Augen sehn!
"Sie sind Alle wieder fromm geworden, sie beten, sie sind toll!"—sprach er und verwundene sich über die Maassen. Und, fürwahr!, alle diese höheren Menschen, die zwei Könige, der Papst ausser Dienst, der schlimme Zauberer, der freiwillige Bettler, der Wanderer und Schatten, der alte Wahrsager, der Gewissenhafte des Geistes und der hässlichste Mensch: sie lagen Alle gleich Kindern und gläubigen alten Weibchen auf den Knien und beteten den Esel an. Und eben begann der hässlichste Mensch zu gurgeln und zu schnauben, wie als ob etwas Unaussprechliches aus ihm heraus wolle; als er es aber wirklich bis zu Worten gebracht hatte, siehe, da war es eine fromme seltsame Litanei zur Lobpreisung des angebeteten und angeräucherten Esels. Diese Litanei aber klang also:
Amen! Und Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Stärke sei unserm Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit!
— Der Esel aber schrie dazu I-A.
Er trägt unsre Last, er nahm Knechtsgestalt an, er ist geduldsam von Herzen und redet niemals Nein; und wer seinen Gott liebt, der züchtigt ihn.
— Der Esel aber schrie dazu I-A.
Er redet nicht: es sei denn, dass er zur Welt, die er Schuf, immer Ja sagt: also preist er seine Welt. Seine Schlauheit ist es, die nicht redet: so bekommt er selten Unrecht.
— Der Esel aber schrie dazu I-A.
Unscheinbar geht er durch die Welt. Grau ist die Leib-Farbe, in welche er seine Tugend hüllt. Hat er Geist, so verbirgt er ihn; Jedermann aber glaubt an seine langen Ohren.
— Der Esel aber schrie dazu I-A.
Welche verborgene Weisheit ist das, dass er lange Ohren trägt und allein ja und nimmer Nein sagt! Hat er nicht die Welt erschaffen nach seinem Bilde, nämlich so dumm als möglich?
— Der Esel aber schrie dazu I-A.
Du gehst gerade und krumme Wege; es kümmert dich wenig, was uns Menschen gerade oder krumm dünkt. Jenseits von Gut und Böse ist dein Reich. Es ist deine Unschuld, nicht zu wissen, was Unschuld ist.
— Der Esel aber schrie dazu I-A.
Siehe doch, wie du Niemanden von dir stössest, die Bettler nicht, noch die Könige. Die Kindlein lässest du zu dir kommen, und wenn dich die bösen Buben locken, so sprichst du einfältiglich I-A.
— Der Esel aber schrie dazu I-A.
Du liebst Eselinnen und frische Feigen, du bist kein Kostverächter. Eine Distel kitzelt dir das Herz, wenn du gerade Hunger hast. Darin liegt eines Gottes Weisheit.
— Der Esel aber schrie dazu I-A.
Das Eselsfest
1
An dieser Stelle der Litanei aber konnte Zarathustra sich nicht länger bemeistern, schrie selber I-A, lauter noch als der Esel, und sprang mitten unter seine tollgewordenen Gäste.
"Aber was treibt ihr da, ihr Menschenkinder?" rief er, indem er die Betenden vom Boden empor riss. "Wehe, wenn euch Jemand Anderes zusähe als Zarathustra:
Jeder würde urtheilen, ihr wäret mit eurem neuen Glauben die ärgsten Gotteslästerer oder die thörichtsten aller alten Weiblein!
Und du selber, du alter Papst, wie stimmt Das mit dir selber zusammen, dass du solchergestalt einen Esel hier als Gott anbetest?" —
"Oh Zarathustra," antwortete der Papst, "vergieb mir, aber in Dingen Gottes bin ich aufgeklärter noch als du. Und so ist's billig.
Lieber Gott also anbeten, in dieser Gestalt, als in gar keiner Gestalt! Denke über diesen Spruch nach, mein hoher Freund: du erräthst geschwind, in solchem Spruch steckt Weisheit.
Der, welcher sprach 'Gott ist ein Geist'—der machte bisher auf Erden den grössten Schritt und Sprung zum Unglauben: solch Wort ist auf Erden nicht leicht wieder gut zu machen!
Mein altes Herz springt und hüpft darob, dass es auf Erden noch Etwas anzubeten giebt. Vergieb das, oh Zarathustra, einem alten frommen Papst-Herzen!—"
— "Und du," sagte Zarathustra zu dem Wanderer und Schatten, "du nennst und wähnst dich einen freien Geist? Und treibst hier solchen Götzen- und Pfaffendienst?
Schlimmer, wahrlich, treibst du's hier noch als bei deinen schlimmen braunen Mädchen, du schlimmer neuer Gläubiger!"
"Schlimm genug," antwortete der Wanderer und Schatten, "du hast Recht: aber was kann ich dafür! Der alte Gott lebt wieder, Oh Zarathustra, du magst reden, was du willst.
Der hässlichste Mensch ist an Allem schuld: der hat ihn wieder auferweckt. Und wenn er sagt, dass er ihn einst getödtet habe: Tod ist bei Göttern immer nur ein Vorurtheil."
— "Und du," sprach Zarathustra, "du schlimmer alter Zauberer, was thatest du! Wer soll, in dieser freien Zeit, fürderhin an dich glauben, wenn du an solche Götter-Eseleien glaubst?
Es war eine Dummheit, was du thatest; wie konntest du, du Kluger, eine solche Dummheit thun!
"Oh Zarathustra," antwortete der kluge Zauberer, "du hast Recht, es war eine Dummheit,—es ist mir auch schwer genug geworden."
— "Und du gar," sagte Zarathustra, zu dem Gewissenhaften des Geistes, "erwäge doch und lege den Finger an deine Nase! Geht hier denn Nichts wider dein Gewissen? Ist dein Geist nicht zu reinlich für diess Beten und den Dunst dieser Betbrüder?"
"Es ist Etwas daran," antwortete der Gewissenhafte und legte den Finger an die Nase, "es ist Etwas an diesem Schauspiele, das meinem Gewissen sogar wohlthut.
Vielleicht, dass ich an Gott nicht glauben darf: gewiss aber ist, dass Gott mir in dieser Gestalt noch am glaubwürdigsten dünkt.
Gott soll ewig sein, nach dem Zeugnisse der Frömmsten: wer so viel Zeit hat, lässt sich Zeit. So langsam und so dumm als möglich: damit kann ein Solcher es doch sehr weit bringen.
Und wer des Geistes zu viel hat, der möchte sich wohl in die Dumm- und Narrheit selber vernarren. Denke über dich selber nach, oh Zarathustra!
Du selber—wahrlich! auch du könntest wohl aus Überfluss und Weisheit zu einem Esel werden.
Geht nicht ein vollkommner Weiser gern auf den krümmsten Wegen? Der Augenschein lehrt es, oh Zarathustra,—dein Augenschein!"
— "Und du selber zuletzt" sprach Zarathustra und wandte sich gegen den hässlichsten Menschen, der immer noch auf dem Boden lag, den Arm zu dem Esel emporhebend (er gab ihm nämlich Wein zu trinken). "Sprich, du Unaussprechlicher, was hast du da gemacht!
Du dünkst mich verwandelt, dein Auge glüht, der Mantel des Erhabenen liegt um deine Hässlichkeit: was thatest du?
Ist es denn wahr, was jene sagen, dass du ihn wieder auferwecktest? Und wozu? War er nicht mit Grund abgetödtet und abgethan?
Du selber dünkst mich aufgeweckt: was thatest du? was kehrtest du um? Was bekehrtest du dich? Sprich, du Unaussprechlicher?"
"Oh Zarathustra," antwortete der hässlichste Mensch, "du bist ein Schelm!
Ob Der noch lebt oder wieder lebt oder gründlich todt ist,—wer von uns Beiden weiss Das am Besten? Ich frage dich.
Eins aber weiss ich,—von dir selber lernte ich's einst, oh Zarathustra: wer am gründlichsten tödten will, der lacht.
'Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tödtet man'—so sprachst du einst. Oh Zarathustra, du Verborgener, du Vernichter ohne Zorn, du gefährlicher Heiliger,—du bist ein Schelm!"
2
Da aber geschah es, dass Zarathustra, verwundert über lauter solche Schelmen-Antworten, zur Thür seiner Höhle zurück sprang und, gegen alle seine Gäste gewendet, mit starker Stimme schrie:
"Oh ihr Schalks-Narren allesammt, ihr Possenreisser! Was verstellt und versteckt ihr euch vor mir!
Wie doch einem jeden von euch das Herz zappelte vor Lust und Bosheit, darob, dass ihr endlich einmal wieder wurdet wie die Kindlein, nämlich fromm, —
— dass ihr endlich wieder thatet wie Kinder thun, nämlich betetet, hände-faltetet und 'lieber Gott' sagtet!
Aber nun lasst mir diese Kinderstube, meine eigne Höhle, wo heute alle Kinderei zu Hause ist. Kühlt hier draussen euren heissen Kinder-Übermuth und Herzenslärm ab!
Freilich: so ihr nicht werdet wie die Kindlein, so kommt ihr nicht in das Himmelreich." (Und Zarathustra zeigte mit den Händen nach Oben.)
"Aber wir wollen auch gar nicht in's Himmelreich: Männer sind wir worden,—so wollen wir das Erdenreich."
3
Und noch einmal hob Zarathustra an zu reden. "Oh meine neuen Freunde," sprach er,—"ihr Wunderlichen, ihr höheren Menschen, wie gut gefallt ihr mir nun, —
— seit ihr wieder fröhlich wurdet! Ihr seid wahrlich Alle aufgeblüht: mich dünkt, solchen Blumen, wie ihr seid, thun neue Feste noth,
— ein kleiner tapferer Unsinn, irgend ein Gottesdienst und Eselsfest, irgend ein alter fröhlicher Zarathustra-Narr, ein Brausewind, der euch die Seelen hell bläst.
Vergesst die Nacht und diess Eselsfest nicht, ihr höheren Menschen! Das erfandet ihr bei mir, Das nehme ich als gutes Wahrzeichen,—Solcherlei erfinden nur Genesende!
Und feiert ihr es abermals, dieses Eselsfest, thut's euch zu Liebe, thut's auch mir zu Liebe! Und zu meinem Gedächtniss!"
Also sprach Zarathustra.
Das Nachtwandler-Lied
1
Inzwischen aber war Einer nach dem Andern hinaus getreten, in's Freie und in die kühle nachdenkliche Nacht; Zarathustra selber aber führte den hässlichsten Menschen an der Hand, dass er ihm seine Nacht-Welt und den grossen runden Mond und die silbernen Wasserstürze bei seiner Höhle zeige. Da standen sie endlich still bei einander, lauter alte Leute, aber mit einem getrösteten tapferen Herzen und verwundert bei sich, dass es ihnen auf Erden so wohl war; die Heimlichkeit der Nacht aber kam ihnen näher und näher an's Herz. Und von Neuem dachte Zarathustra bei sich: "oh wie gut sie mir nun gefallen, diese höheren Menschen!"—aber er sprach es nicht aus, denn er ehrte ihr Glück und ihr Stillschweigen. —
Da aber geschah Das, was an jenem erstaunlichen langen Tage das Erstaunlichste war: der hässlichste Mensch begann noch ein Mal und zum letzten Mal zu gurgeln und zu schnauben, und als er es bis zu Worten gebracht hatte, siehe, da sprang eine Frage rund und reinlich aus seinem Munde, eine gute tiefe klare Frage, welche Allen, die ihm zuhörten, das Herz im Leibe bewegte.
"Meine Freunde insgesammt," sprach der hässlichste Mensch, "was dünket euch? Um dieses Tags Willen—ich bin's zum ersten Male zufrieden, dass ich das ganze Leben lebte.
Und dass ich so viel bezeuge, ist mir noch nicht genug. Es lohnt sich auf der Erde zu leben: Ein Tag, Ein Fest mit Zarathustra lehrte mich die Erde lieben.
'War das—das Leben?' will ich zum Tode sprechen. 'Wohlan! Noch Ein Mal!'
Meine Freunde, was dünket euch? Wollt ihr nicht gleich mir zum Tode sprechen: 'War das—das Leben? Um Zarathustra's Willen, wohlan! Noch Ein Mal!'" — —
Also sprach der hässlichste Mensch; es war aber nicht lange vor Mitternacht. Und was glaubt ihr wohl, dass damals sich zutrug? Sobald die höheren Menschen seine Frage hörten, wurden sie sich mit Einem Male ihrer Verwandlung und Genesung bewusst, und wer ihnen dieselbe gegeben habe: da sprangen sie auf Zarathustra zu, dankend, verehrend, liebkosend, ihm die Hände küssend, so wie es der Art eines Jeden eigen war: also dass Einige lachten, Einige weinten. Der alte Wahrsager aber tanzte vor Vergnügen; und wenn er auch, wie manche Erzähler meinen, damals voll süssen Weines war, so war er gewisslich noch voller des süssen Lebens und hatte aller Müdigkeit abgesagt. Es giebt sogar Solche, die erzählen, dass damals der Esel getanzt habe: nicht umsonst nämlich habe ihm der hässlichste Mensch vorher Wein zu trinken gegeben. Diess mag sich nun so verhalten oder auch anders; und wenn in Wahrheit an jenem Abende der Esel nicht getanzt hat, so geschahen doch damals grössere und seltsamere Wunderdinge als es das Tanzen eines Esels wäre. Kurz, wie das Sprichwort Zarathustra's lautet: "was liegt daran!"
2
Zarathustra aber, als sich diess mit dem hässlichsten Menschen zutrug, stand da, wie ein Trunkener: sein Blick erlosch, seine Zunge lallte, seine Füsse schwankten. Und wer möchte auch errathen, welche Gedanken dabei über Zarathustra's Seele liefen? Ersichtlich aber wich sein Geist zurück und floh voraus und war in weiten Fernen und gleichsam "auf hohem Joche," wie geschrieben steht, "zwischen zwei Meeren,
— zwischen Vergangenem und Zukünftigem als schwere Wolke wandelnd." Allgemach aber, während ihn die höheren Menschen in den Armen hielten, kam er ein Wenig zu sich selber zurück und wehrte mit den Händen dem Gedränge der Verehrenden und Besorgten; doch sprach er nicht. Mit Einem Male aber wandte er schnell den Kopf, denn er schien Etwas zu hören: da legte er den Finger an den Mund und sprach: "Kommt!"
Und alsbald wurde es rings still und heimlich; aus der Tiefe aber kam langsam der Klang einer Glocke herauf. Zarathustra horchte darnach, gleich den höheren Menschen; dann aber legte er zum andern Male den Finger an den Mund und sprach wiederum: "Kommt! Kommt! Es geht gen Mitternacht!"—und seine Stimme hatte sich verwandelt. Aber immer noch rührte er sich nicht von der Stelle: da wurde es noch stiller und heimlicher, und Alles horchte, auch der Esel, und Zarathustra's Ehrenthiere, der Adler und die Schlange, insgleichen die Höhle Zarathustra's und der grosse kühle Mond und die Nacht selber. Zarathustra aber legte zum dritten Male die Hand an den Mund und sprach:
"Kommt! Kommt! Kommt! Lasst uns jetzo wandeln! Es ist die Stunde: lasst uns in die Nacht wandeln!"
3
Ihr höheren Menschen, es geht gen Mitternacht: da will ich euch Etwas in die Ohren sagen, wie jene alte Glocke es mir in's Ohr sagt, —
— so heimlich, so schrecklich, so herzlich, wie jene Mitternachts-Glocke zu mir es redet, die mehr erlebt hat als Ein Mensch:
— welche schon eurer Väter Herzens-Schmerzens-Schläge abzählte—ach! ach! wie sie seufzt! wie sie im Traume lacht! die alte tiefe tiefe Mitternacht!
Still! Still! Da hört sich Manches, das am Tage nicht laut werden darf; nun aber, bei kühler Luft, da auch aller Lärm eurer Herzen stille ward, —
— nun redet es, nun hört es sich, nun schleicht es sich in nächtliche überwache Seelen: ach! ach! wie sie seufzt! wie sie im Traume lacht!
— hörst du's nicht, wie sie heimlich, schrecklich, herzlich zu dir redet, die alte tiefe tiefe Mitternacht? Oh Mensch, gieb Acht!
4
Wehe mir! Wo ist die Zeit hin? Sank ich nicht in tiefe Brunnen? Die Welt schläft—
Ach! Ach! Der Hund heult, der Mond scheint. Lieber will ich sterben, sterben, als euch sagen, was mein Mitternachts-Herz eben denkt.
Nun starb ich schon. Es ist dahin. Spinne, was spinnst du um mich? Willst du Blut? Ach! Ach! der Thau fällt, die Stunde kommt—
— die Stunde, wo mich fröstelt und friert, die fragt und fragt und fragt: "wer hat Herz genug dazu?
— wer soll der Erde Herr sein? Wer will sagen: 'so sollt ihr laufen, ihr grossen und kleinen Ströme!'"
— die Stunde naht: oh Mensch, du höherer Mensch, gieb Acht! diese Rede ist für feine Ohren, für deine Ohren was spricht die tiefe Mitternacht?
5
Es trägt mich dahin, meine Seele tanzt. Tagewerk! Tagewerk! Wer soll der Erde Herr sein?
Der Mond ist kühl, der Wind schweigt. Ach! Ach! Flogt ihr schon hoch genug? Ihr tanztet: aber ein Bein ist doch kein Flügel.
Ihr guten Tänzer, nun ist alle Lust vorbei, Wein ward Hefe, jeder Becher ward mürbe, die Gräber stammeln.
Ihr flogt nicht hoch genug: nun stammeln die Gräber "erlöst doch die Todten! Warum ist so lange Nacht? Macht uns nicht der Mond trunken?"
Ihr höheren Menschen, erlöst doch die Gräber, weckt die Leichname auf! Ach, was gräbt noch der Wurm? Es naht, es naht die Stunde, —
— es brummt die Glocke, es schnarrt noch das Herz, es gräbt noch der Holzwurm, der Herzenswurm. Ach! Ach! Die Welt ist tief!
6
Süsse Leier! Süsse Leier! Ich liebe deinen Ton, deinen trunkenen Unken-Ton!—wie lang her, wie fern her kommt mir dein Ton, weit her, von den Teichen der Liebe!
Du alte Glocke, du süsse Leier! Jeder Schmerz riss dir in's Herz, Vaterschmerz, Väterschmerz, Urväterschmerz, deine Rede wurde reif, —
— reif gleich goldenem Herbste und Nachmittage, gleich meinem Einsiedlerherzen—nun redest du: die Welt selber ward reif, die Traube bräunt,
— nun will sie sterben, vor Glück sterben. Ihr höheren Menschen, riecht ihr's nicht? Es quillt heimlich ein Geruch herauf,
— ein Duft und Geruch der Ewigkeit, ein rosenseliger, brauner Gold-Wein-Geruch von altem Glücke,
von trunkenem Mitternachts-Sterbeglücke, welches singt: die Welt ist tief und tiefer als der Tag gedacht!
7
Lass mich! Lass mich! Ich bin zu rein für dich. Rühre mich nicht an! Ward meine Welt nicht eben vollkommen?
Meine Haut ist zu rein für deine Hände. Lass mich, du dummer tölpischer dumpfer Tag! Ist die Mitternacht nicht heller?
Die Reinsten sollen der Erde Herrn sein, die Unerkanntesten, Stärksten, die Mitternachts-Seelen, die heller und tiefer sind als jeder Tag.
Oh Tag, du tappst nach mir? Du tastest nach meinem Glücke? Ich bin dir reich, einsam, eine Schatzgrube, eine Goldkammer?
Oh Welt, du willst mich? Bin ich dir weltlich? Bin ich dir geistlich? Bin ich dir göttlich? Aber Tag und Welt, ihr seid zu plump, —
— habt klügere Hände, greift nach tieferem Glücke, nach tieferem Unglücke, greift nach irgend einem Gotte, greift nicht nach mir:
— mein Unglück, mein Glück ist tief, du wunderlicher Tag, aber doch bin ich kein Gott, keine Gottes-Hölle: tief ist ihr Weh.
8
Gottes Weh ist tiefer, du wunderliche Welt! Greife nach Gottes Weh, nicht nach mir! Was bin ich! Eine trunkene süsse Leier, —
eine Mitternachts-Leier, eine Glocken-Unke, die Niemand versteht, aber welche reden muss, vor Tauben, ihr höheren Menschen! Denn ihr versteht mich nicht!
Dahin! Dahin! Oh Jugend! Oh Mittag! Oh Nachmittag! Nun kam Abend und Nacht und Mitternacht,—der Hund heult, der Wind:
— ist der Wind nicht ein Hund? Er winselt, er kläfft, er heult. Ach! Ach! wie sie seufzt! wie sie lacht, wie sie röchelt und keucht, die Mitternacht!
Wie sie eben nüchtern spricht, diese trunkene Dichterin! sie übertrat wohl ihre Trunkenheit? sie wurde überwach? sie käut zurück?
— ihr Weh käut sie zurück, im Traume, die alte tiefe Mitternacht, und mehr noch ihre Lust. Lust nämlich, wenn schon Weh tief ist: Lust ist tiefer noch als Herzeleid.
9
Du Weinstock! Was preisest du mich? Ich schnitt dich doch! Ich bin grausam, du blutest—: was will dein Lob meiner trunkenen Grausamkeit?
"Was vollkommen ward, alles Reife—will sterben!" so redest du. Gesegnet, gesegnet sei das Winzermesser! Aber alles Unreife will leben: wehe!
Weh spricht: "Vergeh! Weg, du Wehe!" Aber Alles, was leidet, will leben, dass es reif werde und lustig und sehnsüchtig,
— sehnsüchtig nach Fernerem, Höherem, Hellerem. "Ich will Erben," so spricht Alles, was leidet, "ich will Kinder, ich will nicht mich," —
Lust aber will nicht Erben, nicht Kinder,—Lust will sich selber, will Ewigkeit, will Wiederkunft, will Alles-sich-ewig-gleich.
Weh spricht: "Brich, blute, Herz! Wandle, Bein! Flügel, flieg! Hinan! Hinauf! Schmerz!" Wohlan! Wohlauf! Oh mein altes Herz: Weh spricht: "vergeh!"
10
Ihr höheren Menschen, was dünket euch? Bin ich ein Wahrsager? Ein Träumender? Trunkener? Ein Traumdeuter? Eine Mitternachts-Glocke?
Ein Tropfen Thau's? Ein Dunst und Duft der Ewigkeit? Hört ihr's nicht? Riecht ihr's nicht? Eben ward meine Welt vollkommen, Mitternacht ist auch Mittag, —
Schmerz ist auch eine Lust, Fluch ist auch ein Segen, Nacht ist auch eine Sonne,—geht davon oder ihr lernt: ein Weiser ist auch ein Narr.
Sagtet ihr jemals ja zu Einer Lust? Oh, meine Freunde, so sagtet ihr Ja auch zu allem Wehe. Alle Dinge sind verkettet, verfädelt, verliebt, —
— wolltet ihr jemals Ein Mal Zwei Mal, spracht ihr jemals "du gefällst mir, Glück! Husch! Augenblick!" so wolltet ihr Alles zurück!
— Alles von neuem, Alles ewig, Alles verkettet, verfädelt, verliebt, oh so liebtet ihr die Welt, —
— ihr Ewigen, liebt sie ewig und allezeit: und auch zum Weh sprecht ihr: vergeh, aber komm zurück! Denn alle Lust will—Ewigkeit!
11
Alle Lust will aller Dinge Ewigkeit, will Honig, will Hefe, will trunkene Mitternacht, will Gräber, will Gräber-Thränen-Trost, will vergüldetes Abendroth —
— was will nicht Lust! sie ist durstiger, herzlicher, hungriger, schrecklicher, heimlicher als alles Weh, sie will sich, sie beisst in sich, des Ringes Wille ringt in ihr, —
— sie will Liebe, sie will Hass, sie ist überreich, schenkt, wirft weg, bettelt, dass Einer sie nimmt, dankt dem Nehmenden, sie möchte gern gehasst sein, —
— so reich ist Lust, dass sie nach Wehe durstet, nach Hölle, nach Hass, nach Schmach, nach dem Krüppel, nach Welt,—denn diese Welt, oh ihr kennt sie ja!
Ihr höheren Menschen, nach euch sehnt sie sich, die Lust, die unbändige, selige,—nach eurem Weh, ihr Missrathenen! Nach Missrathenem sehnt sich alle ewige Lust.
Denn alle Lust will sich selber, drum will sie auch Herzeleid! Oh Glück, oh Schmerz! Oh brich, Herz! Ihr höheren Menschen, lernt es doch, Lust will Ewigkeit,
— Lust will aller Dinge Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit!
12
Lerntet ihr nun mein Lied? Erriethet ihr, was es will? Wohlan! Wohlauf! Ihr höheren Menschen, so singt mir nun meinen Rundgesang!
Singt mir nun selber das Lied, dess Name ist "Noch ein Mal," dess Sinn ist "in alle Ewigkeit!", singt, ihr höheren Menschen, Zarathustra's Rundgesang!
Oh Mensch! Gieb Acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
"Ich schlief, ich schlief —,
"Aus tiefem Traum bin ich erwacht: —
"Die Welt ist tief,
"Und tiefer als der Tag gedacht.
"Tief ist ihr Weh —,
"Lust—tiefer noch als Herzeleid:
"Weh spricht: Vergeh!
"Doch alle Lust will Ewigkeit —,
"— will tiefe, tiefe Ewigkeit!"
Das Zeichen
Des Morgens aber nach dieser Nacht sprang Zarathustra von seinem Lager auf, gürtete sich die Lenden und kam heraus aus seiner Höhle, glühend und stark, wie eine Morgensonne, die aus dunklen Bergen kommt.
"Du grosses Gestirn," sprach er, wie er einstmal gesprochen hatte, "du tiefes Glücks-Auge, was wäre all dein Glück, wenn du nicht die hättest, welchen du leuchtest!
Und wenn sie in ihren Kammern blieben, während du schon wach bist und kommst und schenkst und austheilst: wie würde darob deine stolze Scham zürnen!
Wohlan! sie schlafen noch, diese höheren Menschen, während ich wach bin: das sind nicht meine rechten Gefährten! Nicht auf sie warte ich hier in meinen Bergen.
Zu meinem Werke will ich, zu meinem Tage: aber sie verstehen nicht, was die Zeichen meines Morgens sind, mein Schritt—ist für sie kein Weckruf.
Sie schlafen noch in meiner Höhle, ihr Traum käut noch an meinen Mitternächten. Das Ohr, das nach mir horcht,—das gehorchende Ohr fehlt in ihren Gliedern."
— Diess hatte Zarathustra zu seinem Herzen gesprochen, als die Sonne aufgieng: da blickte er fragend in die Höhe, denn er hörte über sich den scharfen Ruf seines Adlers. "Wohlan!" rief er hinauf, "so gefällt und gebührt es mir. Meine Thiere sind wach, denn ich bin wach.
Mein Adler ist wach und ehrt gleich mir die Sonne. Mit Adlers-Klauen greift er nach dem neuen Lichte. Ihr seid meine rechten Thiere; ich liebe euch.
Aber noch fehlen mir meine rechten Menschen!" —
Also sprach Zarathustra; da aber geschah es, dass er sich plötzlich wie von unzähligen Vögeln umschwärmt und umflattert hörte,—das Geschwirr so vieler Flügel aber und das Gedräng um sein Haupt war so gross, dass er die Augen schloss. Und wahrlich, einer Wolke gleich fiel es über ihn her, einer Wolke von Pfeilen gleich, welche sich über einen neuen Feind ausschüttet. Aber siehe, hier war es eine Wolke der Liebe, und über einen neuen Freund.
"Was geschieht mir?" dachte Zarathustra in seinem erstaunten Herzen und liess sich langsam auf dem grossen Steine nieder, der neben dem Ausgange seiner Höhle lag. Aber, indem er mit den Händen um sich und über sich und unter sich griff, und den zärtlichen Vögeln wehrte, siehe, da geschah ihm etwas noch Seltsameres: er griff nämlich dabei unvermerkt in ein dichtes warmes Haar-Gezottel hinein; zugleich aber erscholl vor ihm ein Gebrüll,—ein sanftes langes Löwen-Brüllen.
"Das Zeichen kommt," sprach Zarathustra und sein Herz verwandelte sich. Und in Wahrheit, als es helle vor ihm wurde, da lag ihm ein gelbes mächtiges Gethier zu Füssen und schmiegte das Haupt an seine Knie und wollte nicht von ihm lassen vor Liebe und that einem Hunde gleich, welcher seinen alten Herrn wiederfindet. Die Tauben aber waren mit ihrer Liebe nicht minder eifrig als der Löwe; und jedes Mal, wenn eine Taube über die Nase des Löwen huschte, schüttelte der Löwe das Haupt und wunderte sich und lachte dazu.
Zu dem Allen sprach Zarathustra nur Ein Wort: "meine Kinder sind nahe, meine Kinder"—, dann wurde er ganz stumm. Sein Herz aber war gelöst, und aus seinen Augen tropften Thränen herab und fielen auf seine Hände. Und er achtete keines Dings mehr und sass da, unbeweglich und ohne dass er sich noch gegen die Thiere wehrte. Da flogen die Tauben ab und zu und setzten sich ihm auf die Schulter und liebkosten sein weisses Haar und wurden nicht müde mit Zärtlichkeit und Frohlocken. Der starke Löwe aber leckte immer die Thränen, welche auf die Hände Zarathustra's herabfielen und brüllte und brummte schüchtern dazu. Also trieben es diese Thiere. —
Diess Alles dauerte eine lange Zeit, oder eine kurze Zeit: denn, recht gesprochen, giebt es für dergleichen Dinge auf Erden keine Zeit—. Inzwischen aber waren die höheren Menschen in der Höhle Zarathustra's wach geworden und ordneten sich mit einander zu einem Zuge an, dass sie Zarathustra entgegen giengen und ihm den Morgengruss böten: denn sie hatten gefunden, als sie erwachten, dass er schon nicht mehr unter ihnen weilte. Als sie aber zur Thür der Höhle gelangten, und das Geräusch ihrer Schritte ihnen voranlief, da stutzte der Löwe gewaltig, kehrte sich mit Einem Male von Zarathustra ab und sprang, wild brüllend, auf die Höhle los; die höheren Menschen aber, als sie ihn brüllen hörten, schrien alle auf, wie mit Einem Munde, und flohen zurück und waren im Nu verschwunden.
Zarathustra selber aber, betäubt und fremd, erhob sich von seinem Sitze, sah um sich, stand staunend da, fragte sein Herz, besann sich und war allein. "Was hörte ich doch?" sprach er endlich langsam, "was geschah mir eben?"
Und schon kam ihm die Erinnerung, und er begriff mit Einem Blicke Alles, was zwischen Gestern und Heute sich begeben hatte. "Hier ist ja der Stein," sprach er und strich sich den Bart, "auf dem sass ich gestern am Morgen; und hier trat der Wahrsager zu mir, und hier hörte ich zuerst den Schrei, den ich eben hörte, den grossen Nothschrei.
Oh ihr höheren Menschen, von eurer Noth war's ja, dass gestern am Morgen jener alte Wahrsager mir wahrsagte, —
— zu eurer Noth wollte er mich verfuhren und versuchen: 'oh Zarathustra,' sprach er zu mir, 'ich komme, dass ich dich zu deiner letzten Sünde verführe.'
"Zu meiner letzten Sünde?" rief Zarathustra und lachte zornig über sein eigenes Wort: "was blieb mir doch aufgespart als meine letzte Sünde?"
— Und noch ein Mal versank Zarathustra in sich und setzte sich wieder auf den grossen Stein nieder und sann nach. Plötzlich sprang er empor, —
"Mitleiden! Das Mitleiden mit dem höheren Menschen!" schrie er auf, und sein Antlitz verwandelte sich in Erz. "Wohlan! Das—hatte seine Zeit!
Mein Leid und mein Mitleiden—was liegt daran! Trachte ich denn nach Glücke? Ich trachte nach meinem Werke!
Wohlan! Der Löwe kam, meine Kinder sind nahe, Zarathustra ward reif, meine Stunde kam:—
Dies ist mein Morgen, mein Tag hebt an: herauf nun, herauf, du grosser Mittag!" — —
Also sprach Zarathustra und verliess seine Höhle, glühend und stark, wie eine Morgensonne, die aus dunklen Bergen kommt.
Так говорил Заратустра
Книга для всех и ни для кого
Часть первая
Предисловие Заратустры
1
Когда Заратустре было тридцать лет от роду, покинул он родину и озеро родины и ушел в горы. Здесь вкушал он от духа своего и одиночества и подвизался десять лет неотступно. Но, наконец, обратилось его сердце, — и однажды поутру поднялся он с зарей наравне, стал к солнцу лицом и говорил ему так:
«Ты, великое светило! Чем было бы счастье твое, не будь тех у тебя, кому ты светишь?
Десять лет восходило ты здесь над моей берлогой: ты пресытилось бы этим светом и этой дорогой, не будь здесь меня, моего орла и моей змеи.
Но мы ожидали тебя что утро, от твоего преизбытка облегчали тебя и благословляли тебя за это.
Смотри! Я пресытился своей мудростью, как пчела, собравшая слишком много меду, мне нужны руки, которые протягиваются ко мне.
О, я одарял бы и оделял бы, пока мудрые среди людей не обрадовались бы вновь своей дурости и нищие — своему богатству.
Ради этого должен я вниз спуститься: как это делаешь ты что вечер, когда заходишь за море и даже преисподней несешь свет, ты, сверхбогатое светило!
Я должен подобно тебе закатиться, как то говорится у людей, к которым хочу я сойти вниз.
Так благослови же меня, ты, спокойное око, без зависти властное созерцать даже чрезмерное счастье.
Благослови кубок, перелиться готовый, чтобы золотой искрометью проливалась из него вода и разносила окрест отблеск твоей отрады.
Смотри! Этот кубок готов стать вновь пустым, и Заратустра готов стать вновь человеком».
— Так начался закат Заратустры.
2
Заратустра одиноко спускался с гор, и никто не повстречался ему. Но когда он вступил в леса, внезапно вырос перед ним старик, который покинул свою святую лачугу — кореньев в лесу поискать. И так говорил старик Заратустре:
«Не чужд мне этот странник: тому года, как проходил он здесь. Заратустрой назывался он; но он преображен. Тогда нес ты свой пепел на гору: что ж хочешь ты ныне нести свой огонь в долины? Что же не страшишься ты кары поджигателю?
Да, узнаю Заратустру. Чисто его око, и у рта его не затаилось отвращение. Не потому ли ступает он точно танцор?
Преображен Заратустра, ребенком стал Заратустра, пробудился Заратустра: что же ищешь ты у спящих?
Словно в море, жил ты в уединении, и море носило тебя. Горе! Ты хочешь выйти на берег? Горе! Ты хочешь снова сам влачить свое тело?»
Заратустра отвечал: «Я люблю людей».
«А я-то почему, — молвил святой, — ушел в леса и пустыни? Не потому ли, что слишком сильно любил людей?
Теперь люблю я бога: людей не люблю. Человек для меня нечто уж слишком несовершенное. Любовь к человеку убила бы меня».
Заратустра отвечал: «Что говорил я о любви! Я несу людям дар».
«Ничего не давай им, — молвил святой, — лучше отними у них что-нибудь и неси вместе с ними — это им будет во благо!
А если хочешь им дать, то давай не больше, чем милостыню, и еще заставь ее у тебя вымаливать!»
«Нет, — отвечал Заратустра, — я не раздаю милостыни. Для этого я недостаточно беден».
Святой посмеялся над Заратустрой и говорил так: «Смотри же, чтоб они приняли твои сокровища! Они подозрительны к отшельникам и не верят, что мы приходим одарять.
Наши шаги звучат для них по улицам так жутко-одиноко. И чуть они ночью в своих постелях услышат, как проходит человек, задолго до восхода солнца, они, верно, спрашивают себя: куда крадется этот вор?
Не ходи к людям, оставайся в лесу! А не то иди к зверям! Почему не хочешь ты быть как я — медведем среди медведей, птицей среди птиц?»
«А что делает святой в лесу?» — спросил Заратустра.
Святой отвечал: «Я делаю песни и их пою, и когда я песни делаю, я смеюсь, и плачу, и бурчу: так славлю я бога.
Так пением, плачем, бурчанием и смехом славлю я бога, он же есть мой бог. Но что несешь ты нам в дар?»
Когда Заратустра услышал эти слова, поклонился он святому и проговорил: «Что мог бы я дать вам! Но отпусти меня поскорей, чтобы я чего-нибудь не взял у вас». — И так расстались они, старец и муж, смеясь, как смеются двое ребят.
Но когда Заратустра остался один, говорил он так своему сердцу: «Неужели это возможно! Этот старик-святой в своем лесу еще вовсе не слыхал о том, что бог умер!» —
3
Когда Заратустра пришел в ближайший город, который расположен у каймы лесов, нашел он в этом городе множество народа, столпившегося на базаре; было обещано народу представление в лице канатоходца, И Заратустра говорил так к народу:
Я учу вас о сверхчеловеке. Человек есть нечто, что дблжно преодолеть. Что же сделали вы, чтобы преодолеть его?
Все существа до сих пор создавали нечто превыше себя: а вы хотите быть отливом этого великого прилива и готовы скорей к зверю возвратиться, чем преодолеть человека?
Что такое обезьяна для человека? Посмешище или жгучий стыд. И тем же пусть будет человек для сверхчеловека: посмешищем и жгучим стыдом.
Вы прошли путь от червя к человеку, и многое в вас все еще червь. Некогда были вы обезьянами, и еще теперь человек больше обезьяна, чем любая из обезьян.
Даже если кто среди вас мудрейший из мудрых, и он только раздвой и двойца: не то растение — не то привидение. Но разве призываю я вас стать привидениями или растениями?
Да, я учу вас о сверхчеловеке!
Сверхчеловек — смысл земли. Пусть же ваша воля скажет: да будет сверхчеловек смыслом земли!
Заклинаю вас, братья мои, будьте верны земле и не верьте тем, кто рассказывает вам о надземных надеждах! Отравители они — равно, знают ли они об этом или нет.
Презрители жизни они, умирающие и сами отравленные, от которых устала земля: туда им и дорога!
Некогда богохульство было святотатственнейшей хулой, но бог умер и заодно с ним умерли и хулители. Хулить землю теперь тягчайшее святотатство, равно как и чтить утробу неисповедимого выше, чем смысл земли!
Некогда презрительно смотрела душа на тело: и тогда это презрение было чем-то высшим: — душа хотела видеть тело тощим, уродливым, изможденным. Так думала она ускользнуть от него и от земли;
О, эта душа была еще сама тощей, уродливой и изможденной, и жестокость была наслаждением этой души.
Но еще и вы, братья мои, скажите же вы мне: что возвещает ваше тело о вашей душе? Разве ваша душа не нищета и грязь и жалкое самодовольство?
Впрямь, грязный поток человек. Надо быть морем, чтобы суметь принять в себя грязный поток и не оказаться нечистым.
Я учу вас о сверхчеловеке: он — это море, в нем может утонуть и ваше великое презрение.
Назовите мне наивысшее, что вы можете пережить. Это — час великого презрения. Час, когда даже ваше счастье вызывает у вас отвращение. В равной мере и ваш разум, и ваша добродетель.
Час, когда вы говорите: «Что мне счастье мое! Оно нищета, и грязь, и жалкое самодовольство. А счастье мое должно было оправдать само существование!»
Час, когда вы говорите: «Что мне разум мой? Алчет ли он знамения, как лев пищи? Он нищета, и грязь, и жалкое самодовольство!»
Час, когда вы говорите: «Что мне добродетель моя! Еще она не обуяла меня безумием. Как устал я от моего добра и моего зла! Все это нищета, и грязь, и жалкое самодовольство!»
Час, когда вы говорите: «Что мне справедливость моя! Не вижу я, чтобы я стал жаром и углем. А справедливый — это жар и уголь!»
Час, когда вы говорите: «Что мне сострадание мое! разве сострадание не крест, на котором распинают того, кто любит людей? Но мое сострадание не крестное распятие».
Говорили ли вы уже так? Вопили ли вы уже так? Ах, если бы мне довелось услышать этот ваш вопль!
Не ваш грех — ваше довольство малым вопиет к небу, ваша скаредность даже в ваших грехах вопиет к небу!
Где же та молния, которая лизнула бы вас языком? Где то безумие, которое следовало бы вам привить?
Да, я учу вас о сверхчеловеке: он эта молния, он это безумие! —
Когда Заратустра все это сказал, кто-то из толпы выкрикнул: «Довольно! Мы наслушались о канатоходце; пора бы нам его показать!» И весь народ смеялся над Заратустрой. А канатоходец, полагая, что эти слова относятся к нему, принялся за дело.
Заратустра же смотрел на народ и удивлялся. Затем говорил он так:
Человек — это канат, закрепленный между зверем и сверхчеловеком, — канат над пропастью.
Опасно переходить, опасно быть в пути, опасно оглянуться, опасно содрогнуться и на месте замереть.
Если что велико в человеке, так это то, что он мост, а не цель: если что можно любить в человеке, так это то, что он переход и гибельный ход на нет.
Я люблю тех, кто не умеет жить, разве только как люди, что сходят на нет, ибо они переходят.
Я люблю великих презрителей, ибо они великие почитатели и стрелы тоски по другому берегу.
Я люблю тех, кто не привык искать основания в надзвездном мире, чтобы сойти на нет и стать жертвой: кто обрекает себя в жертву земле, чтобы некогда земля стала землей сверхчеловека.
Я люблю того, кто живет, чтобы познавать, и кто хочет познать для того, чтобы некогда жил сверхчеловек. Ибо так хочет он своей гибели-заката.
Я люблю того, кто работает и изобретает, чтобы построить дом сверхчеловеку и приготовить к его господству землю, зверей и растения: ибо так хочет он своей гибели-заката.
Я люблю того, кто любит свою добродетель: ибо добродетель есть воля к гибели-закату и стрела тоски по другому берегу.
Я люблю того, кто не оставляет для себя и капли духа, но хочет всецело быть духом своей добродетели: так проходит он, словно дух, по мосту.
Я люблю того, кто добродетель свою превращает для себя в страсть и рок: так ради своей добродетели рад он и жить еще и не жить.
Я люблю того, кто не хочет слишком много добродетелей. Одна добродетель куда больше добродетель, чем две, ибо она куда больше узел, на котором повисает рок.
Я люблю того, чья душа расточает себя, кто не ищет благодарности и не воздает ею: ибо он постоянно дарит и не хочет сберегать себя.
Я люблю того, кто стыдится, чуть кости в игре принесут ему счастье, и кто спрашивает тогда: неужели я плутоватый игрок? — ибо он хочет погибнуть.
Я люблю того, кто предваряет свои дела золотыми словами и всегда выполняет куда больше, чем обещает: ибо он хочет своей гибели-заката.
Я люблю того, кто оправдывает героев грядущего и вызволяет героев прошлого: ибо он хочет погибнуть от ныне бытствующих.
Я люблю того, кто своего бога карает, ибо своего бога любит: погибнуть должен он от гнева своего бога.
Я люблю того, чья душа даже при ранении глубока и кто может погибнуть и от ничтожного потрясения: потому охотно идет он по мосту.
Я люблю того, чья душа до краев полна, так что он самого себя забывает и все заключено внутри его: потому все влечет его к гибели-закату.
Я люблю того, кто волен духом и волен сердцем: потому голова его только внутренность его сердца, сердце же его влечет его к гибели-закату.
Я люблю всех тех, кто подобен тяжелым каплям, брызгами падающим из темной тучи, которая нависла над человечеством: они возвещают, что грядет молния, и как провозвестники гибнут.
Да, я провозвестник молнии, я тяжелая капля из тучи: но молния эта — сверхчеловек. —
Когда Заратустра проговорил эти слова, посмотрел он вновь на народ и умолк. «Вот стоят они, — говорил он своему сердцу, — вот смеются они: они не понимают меня, мой голос не для этих ушей.
Или нужно сперва оглушить им уши ударом, чтобы они научились слушать глазами? Или нужно грохотать подобно литаврам и проповедникам покаяния? Или они верят только заике?
Есть нечто у них, чем они гордятся. Как же называют они то, что делает их гордыми? Образованием, и оно отличает их от пастухов-козодоев.
Потому так не любо слышать им о себе слово «презрение». Так вот же буду я говорить к их гордости.
Так вот же буду я говорить им о наипрезреннейшем, а это — последний челове к».
И так говорил Заратустра к народу:
Время приспело, чтобы человек поставил себе свою цель. Время приспело, чтобы человек посадил семя своей высшей надежды.
Для этого почва его еще достаточно богата. Но эта почва будет некогда бедной и скудной, и ни одно высокое дерево не вырастет на ней впредь.
Увы! Близится время, когда человек уже не пустит вдаль стрелы своей тоски, превыше человека, и тетива его лука разучится жужжать!
Говорю вам: надо еще хаос скрывать в себе, чтобы родить танцующую звезду. Говорю вам: внутри вас еще скрыт хаос.
Увы! Близится время, когда человек уже не сможет родить звезды. Увы! Близится время наипрезреннейшего человека, который уже не может презирать самого себя.
Смотрите! Я показываю вам последнего человека.
«Что такое любовь? Что такое творение? Что такое желание-чаянье? Что такое звезда?» — так спрашивает последний человек и моргает.
И вот земля стала маленькой и по ней скачет вприпрыжку последний человек, который все делает маленьким. Его порода неистребима, как земляная блоха; последний человек живет дольше всех.
«Мы обрели счастье», — говорят последние люди и моргают.
Они покинули те страны, где для них климат суров: ибо им нужно тепло. Они еще любят соседа и жмутся к нему: ибо им нужно тепло.
Стать больным или быть недоверчивым принято у них за грех: все ступают осмотрительно. Глупец, кто еще спотыкается о камень или о человека!
Чуть-чуть яду время от времени: это вызывает приятные сновидения. И много яду в конце, чтобы умереть приятной смертью.
Еще трудятся, ибо труд развлечение. Но заботятся, чтобы развлечение не утомляло.
Уже нельзя стать ни бедным, ни богатым: то и другое обременительно. Да и кому охота управлять? Да и кому охота повиноваться? То и другое обременительно.
Ни одного пастуха, и одно лишь стадо! Все хотят равного, все равны: кто чувствует иначе, тот идет добровольно в сумасшедший дом.
«Некогда весь мир был сумасшедшим», — говорят изысканные из них и моргают.
Все умны и все знают все, что случилось: потому нет насмешкам конца. Они еще ссорятся, но скоро мирятся — иначе это испортит желудок.
Есть свое наслаждение денное, и есть свое наслаждение ночное: но здоровье превыше всего.
«Мы обрели счастье», — говорят последние люди и моргают. —
И на этом оборвалось первое слово Заратустры, называемое также «Предисловием»: ибо на этом месте прервали его крик и веселье толпы. «Подай нам этого последнего человека, о Заратустра, — так восклицали они, — сделай каждого из нас таким последним человеком! И не нужен нам твой сверхчеловек!» И весь народ ликовал и прищелкивал языком. Заратустра же стал печален и сказал своему сердцу:
Они не понимают меня: я не голос для этих ушей.
Слишком долго, пожалуй, жил я в горах, слишком много прислушивался к родникам и деревьям: и вот говорю я к ним, как к пастухам-козодоям.
Непоколебима моя душа и ясна, как горы в час дополуденный. Но они думают, будто я холоден и будто насмешник я, который шутит страшными шутками.
И вот глядят они на меня и смеются: и при смехе они ненавидят меня. Лед в их смехе.
Но тут случилось нечто, от чего уста у всех онемели и глаза от ужаса застыли. Как раз к тому времени канатоходец принялся за дело: он вышел из маленькой двери и зашагал по канату, натянутому между двумя башнями, так что канат этот висел над рыночной площадью и народом. И вот, когда канатоходец был на середине своего пути, маленькая дверь отворилась вторично и пестро одетый парень, смахивающий на скомороха, выскочил оттуда и быстро зашагал вдогонку за первым. «Вперед, черт колченогий, — завопил он неистовым голосом, — вперед, ленивая бестия, ты, продавец пяток всмятку, ты, бледнорожая немочь. Смотри, как бы не пощекотал я тебя своей пяткой. Что это ты тут околачиваешься между двумя башнями? Тебе бы в башне сидеть, тебя бы запереть надо, лучшему, чем ты, загораживаешь ты дорогу!» — И при каждом слове подступал он к нему все ближе и ближе, и когда он был уже не больше, чем на шаг, позади него, тут случилось нечто ужасное, от чего уста у всех онемели и глаза застыли: — он испустил какой-то дьявольский вопль и разом перепрыгнул через того, кто стоял ему поперек дороги, а этот, чуть он увидел, что его побеждает соперник, как тотчас потерял и голову, и канат: он выпустил свой шест и стремглав, быстрее, чем шест, полетел словно в водовороте рук и ног с высоты вниз. Рыночная площадь и народ уподобились морю под налетом урагана: все кинулись врассыпную, кто куда, друг на друга, друг через друга, и особенно там, где должно было грохнуться тело.
Один Заратустра остался на месте, и как раз рядом с ним упало тело, донельзя изуродованное и изломанное, но еще не мертвое. Мгновение спустя к несчастному вернулось сознание, и он увидел возле себя на коленях Заратустру. «Что ты тут делаешь? — выговорил он наконец, — я давно знал, что черт подставит мне ногу. Теперь он тащит меня в ад: уж не хочешь ли ты ему воспрепятствовать?»
«Клянусь честью, друг, — отвечал Заратустра, — ничего такого и в помине нет, о чем ты говоришь: нет ни черта, ни ада. Твоя душа умрет прежде твоего тела: потому не страшись ничего!»
Умирающий посмотрел на него недоверчиво. «Если ты говоришь правду, — сказал он, — тогда, теряя жизнь, я ничего не теряю. Я немногим больше животного, которое научили танцевать кнутом да голодным куском».
«Ты не прав, — сказал Заратустра, — ты из опасности сделал себе призвание, тут нечего презирать. И ныне ты жертва своего призвания. За это я похороню тебя своими руками».
Но на последние слова Заратустры умирающий не дал ответа; он только шевельнул рукой, как бы желая в благодарность коснуться руки Заратустры. —
Между тем наступил вечер, и рынок погрузился в темноту: тогда разошелся и народ, ибо даже любопытство и страхи — и те устают. Заратустра же остался сидеть рядом с мертвецом на земле, погруженный в раздумье: так позабыл он о времени. Наконец настала ночь, и холодный ветер подул на одинокого. Тогда поднялся Заратустра и сказал своему сердцу:
Впрямь, добрый улов выпал сегодня на долю Заратустры! Человека он не поймал, но зато поймал труп.
Тревожно человеческое бытование, и все еще нет в нем смысла: скоморох может стать ему роком.
Я хочу преподать людям смысл их бытия: этот смысл сверхчеловек, молния из темной тучи человека.
Но еще далек я от них, и моя мысль не говорит их мыслям. Середина я еще для людей между шутом и трупом.
Темна ночь. Темны пути Заратустры. Идем же, ты, холодный, окоченелый попутчик! Я понесу тебя туда, где похороню тебя своими руками.
Когда Заратустра все это высказал своему сердцу, взвалил он труп себе на спину и пустился в путь. Но не прошел он и ста шагов, как подкрался к нему человек и стал шептать ему на ухо — и смотри! Говоривший был не кто иной, как скоморох из башни. «Уходи подальше от этого города, о Заратустра, — говорил он, — ненавидят тебя здесь слишком многие. Ненавидят тебя добрые и праведные и называют тебя своим врагом и уничижи-телем; ненавидят тебя ревнители правоверия и называют тебя опасностью для массы. Счастье твое, что над тобой смеялись: и впрямь, ты говорил, как скоморох. Счастье твое, что ты взял себе в товарищи мертвого пса; тем, что ты так унизил себя, ты себя на сегодня спас. Уходи же прочь из этого города — или завтра я перепрыгну через тебя, живой через мертвого». Сказав это, человек скрылся. А Заратустра продолжал путь по темным улицам.
У ворот города повстречались ему гробокопы: они посветили ему факелом в лицо, узнали Заратустру и немало поглумились над ним. «Заратустра уносит мертвого пса: вот так здорово, Заратустра стал гробокопом! Ибо наши руки слишком чисты для такого гостинца. Не хочет ли Заратустра у черта его кус украсть? Что ж, не робей! И попируй на славу, если только черт — вор не попроворнее Заратустры! — он украдет их обоих, он слопает их обоих!» И они пересмеивались и перешептывались меж собой, скучившись.
Заратустра ни словом не отозвался на это и шел своей дорогой. Когда он пробродил часа два, все лесом да топями, наслушался он голодного воя волков до того, что и сам проголодался. И вот остановился он перед уединенным домом, где горел свет.
Голод нападает на меня, — сказал Заратустра, — как разбойник. Средь лесов и топей нападает на меня мой голод, и среди глубокой ночи.
Чудны прихоти у моего голода. Часто появляется он у меня только после еды, и сегодня он не появлялся весь день: где же мешкал он?
И, говоря так, постучался Заратустра в дверь дома. Показался старик; он нес свет и спросил: «Кто там стучится ко мне и к моему дурному сну?»
«Живой и мертвый, — сказал Заратустра. — Дайте мне поесть и попить, днем забыл я об этом. Тот, кто накормит голодного, усладит свою собственную душу: так говорит мудрость».
Старик ушел, но тотчас вернулся и предложил Заратустре хлеб и вино. «Здесь недобрые места для голодающих, — сказал он, — потому и живу я здесь. Зверь и человек приходят ко мне, отшельнику. Пригласи же и попутчика своего подкрепиться едой и питьем, он устал больше тебя». Заратустра отвечал: «Мертв мой попутчик, я вряд ли смогу убедить его это сделать». «Да мне до этого дела нет, — сказал ворчливо старик, — кто стучится гостем в мой дом, должен брать, что я ему предлагаю. Ешьте и будьте здоровы!» —
Затем шел Заратустра снова часа два, доверяясь дороге и свету звезд: ибо был он привычным ночным ходоком и любил всему спящему заглядывать в лицо. Но чуть забрезжило утро, оказался Заратустра в дремучем бору, и не виделось больше дороги кругом. Тогда положил он мертвого в дупло дерева у себя в головах — ибо хотел его охранить от волков — и сам лег на землю и на мох. И тотчас заснул, усталый телом, но с непреклонной душою.
Долго спал Заратустра, и не только заря утренняя прошла по его лицу, но и солнце полудня. Наконец открыл он глаза: удивленно смотрел Заратустра на лес и тишину, удивленно заглянул он в самого себя. Затем разом вскочил, словно мореход, внезапно завидевший землю, и возликовал: ибо увидел он новую истину. И так говорил он тогда своему сердцу:
Свет взошел для меня. Нужны попутчики мне, притом живые, — не мертвые попутчики и не трупы, которые я ношу с собою, куда хочу.
Нужны живые попутчики мне, которые следуют за мной, ибо сами за собой хотят они следовать — и туда, куда я хочу.
Свет взошел для меня: не к народу будет говорить Заратустра, а к попутчикам! Нет, не станет Заратустра пастухом и верным псом стада.
Отманить многих от стада — ради этого пришел я. Пусть ярится на меня народ и стадо: разбойником хочет прослыть у пастухов Заратустра.
Пастухи, говорю я, но они называют себя добрыми и праведными. Пастухи, говорю я, но они называют себя ревнителями правоверия.
Посмотрите-ка на добрых и праведных! Кого ненавидят они всего сильнее? Того, кто крушит их скрижали ценностей — крушителя, нарушителя: — а это и есть созидатель.
Посмотрите-ка на ревнителей всякого правоверия! Кого ненавидят они всего сильнее? Того, кто крушит их скрижали ценностей — крушителя, нарушителя: — а это и есть созидатель.
Попутчиков ищет созидатель, а не трупы, но и не стада, и не правоверных. Сподвижников ищет созидатель — тех, кто новые ценности врежет в новые скрижали.
Попутчиков ищет созидатель и жнецов-сподвижников, ибо все созрело у него для жатвы. Но недостает ему той сотни серпов: потому вырывает он колосья злаков и злится.
Попутчиков ищет созидатель и тех, кто точить умеет свои серпы. Ниспровергателями назовут их и презрителями всего доброго и злого. Но они те, кто пожинает и празднует.
Сподвижников-созидателей ищет Заратустра, сподвижников по жатве, сподвижников по празднеству ищет Заратустра: что общего у него со стадами, пастухами и трупами!
И ты, мой первый попутчик, прощай! Надежно схоронил я тебя в твоем дуплистом дереве, надежно сохранил я тебя от волков.
Но я покидаю тебя, все сроки вышли. Между утренней зарей и утренней зарей пришла ко мне новая истина.
Не пастухом мне быть, не гробокопом. Не буду я говорить впредь с народом; в последний раз говорил я к мертвому.
К созидателям, пожинателям, празднователям хочу примкнуть я товарищем: радугу им хочу показать я и все ступени к сверхчеловеку.
Отшельникам воспою мою песнь; и кто имеет еще уши для вещей неслыханных, тому отягощу я сердце своим счастьем.
Я хочу к своей цели, я иду своим путем; через нерешительных и медлительных перепрыгну я далеко вперед. Итак, да будет мой путь их путем к гибели-закату!
Так говорил Заратустра своему сердцу, когда солнце стояло на полдне: затем поглядел он вопросительно ввысь — ибо услышал над собой крик пронзительный птицы. И впрямь! Орел плыл широкими кругами по воздуху, и висела на нем змея, но не как добыча его, а скорей как подруга: ибо держалась, вокруг шеи его обвившись кольцами.
«Это мои звери! — сказал Заратустра и обрадовался от всего сердца. —
Прегордый зверь под этим солнцем и премудрый зверь под этим солнцем — они вылетели на разведку.
Разведать хотят они, жив ли еще Заратустра. И впрямь, жив ли я еще?
Опаснее, по мне, жить среди людей, чем среди зверей, опасными путями ходит Заратустра. Пусть же ведут меня мои звери!»
Когда Заратустра высказал это, вспомнил он слова святого в лесу, вздохнул и говорил так своему сердцу:
«О если бы мне быть мудрее! О если бы мне всем нутром быть мудрым, как моя змея.
Но невозможного прошу я: так вот попрошу же я свою гордость всегда идти с моей мудростью в ногу!
И если когда-нибудь покинет меня моя мудрость: — любит она улетать невесть куда! — пусть же гордость моя улетает тогда с моей дуростью!»
— Так начался закат Заратустры.
РЕЧИ ЗАРАТУСТРЫ
О трех превращениях
Три превращения духа вам назову я: как оборачивается дух в верблюда, и верблюд во льва, и в ребенка лев напоследок.
Много тяжелого предстоит духу, сильному, выносливому духу, исполненному преклонения: тяжелого, непомерно тяжелого требует сила его.
Что тяжело? Так спросит выносливый дух, так станет он на колени, подобно верблюду, и потребует доброго вьюка себе.
Что всего тяжелее, скажите, герои? Так спросит выносливый дух, чтобы это взять на себя и радоваться силе своей.
Не в том ли оно: унизить себя, чтобы боль причинить своему высокомерию? Свою дурость заставить блистать, чтоб осмеять свою мудрость?
Или в том оно: сказать своему делу прости, когда оно празднует свою победу? Всходить на высокие горы, чтобы искушать искусителя?
Или в том оно: желудями и травой познания питаться и истины ради голодать душой?
Или в том оно: быть больным и прочь отсылать утешителей, и дружбу заключать с глухими, которые не слышат, чего ты хочешь?
Или в том оно: входить в грязную воду, если она вода истины, и не отгонять прочь от себя ни лягушек холодных, ни жарких жаб?
Или в том оно: любить тех, кто нас презирает, и привидению протянуть руку, когда оно хочет нагнать на нас страх?
Всю эту тяжесть берет на себя выносливый дух: как верблюд, который, чуть он навьючен, спешит в пустыню, так спешит и дух в свою пустыню.
Но в глубоком уединении пустыни свершается второе превращение: здесь во льва оборачивается дух, свободу хочет добыть он себе и господином быть в своей собственной пустыне.
Последнего господина себе ищет он здесь: врагом хочет он стать ему и своему последнему богу, победы ради хочет он бороться с великим драконом.
Кто же этот великий дракон, которого дух не хочет впредь называть: господин и бог? «Ты-должен» — вот имя великому дракону. Но дух льва говорит: «Я хочу».
«Ты-должен» лежит на дороге, золотом искрящийся чешуйчатый зверь, и на каждой чешуе золотом сверкает: «Ты должен!»
Тысячелетние ценности сверкают на этих чешуях, и так говорит могущественный дракон: «Ценности всех вещей — они сверкают на мне».
«Все ценности уже созданы, и всякая созданная ценность — это я. Поистине не должно быть впредь «Я хочу»!» Так говорит дракон.
О, друзья мои, зачем еще нужен лев в духе живом? Отчего не довольно вьючного животного, жертвенного и почтительного?
Создавать новые ценности — это еще не по силам и льву: но себе свободу создать для нового созидания — это по силам льву.
Себе свободу создать и священное нет, даже пред долгом: для этого, братья мои, и надо быть львом.
Себе право захватить на новые ценности — это чудовищный захват для выносливого и почтительного духа. Поистине хищный захват для него, дело хищного зверя.
Как святыню любил он когда-то «Ты-должен»: невольный обман и своеволие вынужден он находить и в святыне, чтобы добыть себе свободу от своей любви: львом надо быть для такой добычи.
Но скажите, братья мои, что в силах свершить ребенок, но что свершить не по силам и льву? Почему хищник-лев должен стать еще и ребенком?
Невинность — дитя и забвенье, новое начинание, игра, самокатящееся колесо, перводвижение, священное слово «да будет!»
Да, для игры созидания, братья мои, нужно священное слово «да будет!»: своей воли хочет ныне дух, свой мир выигрывает погибший для мира.
Три превращения духа вам назвал я: как в верблюда обернулся дух, и верблюд во льва, и в ребенка лев напоследок. —
Так говорил Заратустра. В ту пору пребывал он в городе, названье которому: Пестрая Корова.
О кафедрах добродетели
Восхваляли Заратустре некоего мудреца, который умеет-де складно говорить о сне и добродетели: за это превозносят и вознаграждают его, и все юноши сидят перед его кафедрой. К нему пошел Заратустра и вместе со всеми юношами сидел перед его кафедрой. И так говорил мудрец:
Почтение и стыд перед сном! Это прежде всего! И избегать встречи со всеми, кто плохо спит и ночью бдит!
Вор, и тот стыдлив перед сном: тихо крадется он в ночи. Бесстыден, однако, сторож ночной, без стыда носит он свой рог.
Не малое искусство — уметь спать: ради этого надо день напролет бодрствовать.
Десять раз на день ты должен преодолевать самого себя: это дает здоровую усталость и это мак для души.
Десять раз ты должен снова примиряться с самим собою; ибо преодоление — это горечь, и плохо спит не примирившийся.
Десять истин ты должен обрести на день: не то ты будешь искать истину и ночью, и твоя душа останется голодной.
Десять раз на день ты должен смеяться и быть веселым: не то потревожит тебя ночью желудок, этот отец скорби.
Немногие знают это: надо всеми добродетелями обладать, чтобы крепко спалось. Буду ли я лжесвидетельствовать? Буду ли я прелюбодействовать?
Буду ли я зариться на служанку ближнего своего? Все это плохо мирилось бы с здоровым сном.
И даже тогда, когда ты всеми добродетелями обладаешь, нужно еще смекнуть: сами добродетели послать вовремя спать.
Чтобы они не занялись передрягами, эти прелестные бабенки! И из-за тебя, злосчастный!
Живи в мире с богом и соседом: так хочет здоровый сон. И живи в мире и с соседским чертом! Не то будет он у тебя бродить по ночам.
Почитай начальство и повинуйся ему, хотя бы даже и кривому начальству! Так хочет здоровый сон. При чем же тут я, если власть любит ходить на кривых ногах?
Тот, по мне, наилучший пастух, кто пасет своих овец на заливном лугу: это не мешает доброму сну.
Не ищу я ни высоких почестей, ни великих сокровищ: от этого воспаляется селезенка. Но плохо спится без доброго имени и малого сокровища.
Небольшое общество для меня приятнее, чем общество злое: только пусть оно приходит и уходит вовремя. Это не мешает доброму сну.
По душе мне также все нищие духом: они содействуют сну. Блаженны они, особенно если им всегда воздавать по заслугам.
Так протекает день у добродетельного. Но чуть наступит ночь, остерегаюсь я призывать сон! Не хочет сон, чтобы его призывали, этот сон, господин добродетелей!
Но я продумываю, что я делал и думал день-деньской. Пережевывая, спрашиваю себя, терпеливо, подобно корове: каковы же твои десять преодолений?
И каковы твои десять примирений, и десять истин, и десять поводов к смеху, которыми ублажало себя твое сердце?
Среди таких обдумываний и убаюкиваний сорока мыслями нападает на меня внезапно сон, незваный, господин добродетелей.
Сон стучится ко мне в глаза: мои глаза тяжелеют. Сон касается моего рта: рот остается открытым.
Впрямь, на мягких подошвах приходит ко мне приятнейший из воров и крадет у меня мои мысли: дураком стою я тогда, как эта кафедра.
Но не долго стою я одурелым: уже я лежу. —
Когда Заратустра слушал эти речи мудреца, засмеялся он в своем сердце: ибо свет при этом взошел ему. И так говорил он своему сердцу:
Глуп, по-моему, этот мудрец с его сорока мыслями: но мне думается, что спать он здоров!
Счастлив тот, кто поселился вблизи этого мудреца! Заразителен такой сон, даже сквозь толстенную стену заразителен он.
Верно, чары живут в его кафедре. И не напрасно сидели юноши перед проповедником добродетели.
Его мудрость гласит: бдить, чтобы хорошо спать. И впрямь, если бы у жизни не было смысла и пришлось мне выбирать бессмыслие, это было бы для меня достойным избрания бессмыслием.
Теперь-то мне вполне ясно, чего искали некогда прежде всего, когда искали учителей добродетели. Хорошего сна искали себе и к тому еще добродетели, маком цветущей!
Для всех этих хваленых мудрецов при кафедре вся мудрость была сном без сновидений: не знали они лучшего смысла жизни.
И сегодня порой встречаются люди вроде этого проповедника добродетели, не всегда, впрочем, столь же честные: но их время миновало. И не долго им еще стоять: уже они лежат.
Блаженны сонливые: ибо скоро заснут они. —
Так говорил Заратустра.
Об иномирниках
Когда-то и Заратустра метнул свою мечту по ту сторону человека, подобно всем иномирникам. Творением бога — страдальца и мученика — казался тогда мне мир.
Сном казался тогда мне мир и поэмой бога-поэта; радужным дымом перед взором божественно-недовольного.
Добро и зло, и радость и страдание, и я и ты — радужным дымом чудилось мне все перед творческим взором. Свой взор отвратить от себя хотел творец, — и вот сотворил он мир.
Упоение для страдальца отвратить свой взор от своих страданий и самому забыться. Упоением и самозабвением чудился мне некогда мир.
Этот мир, вечно несовершенный, вечного несовершенства зеркало и несовершенное зеркало — упоение для его несовершенного творца: — таким чудился мне некогда мир.
Так метнул и я некогда свою мечту по ту сторону человека, подобно всем иномирникам. По ту сторону человека по истине?
Ах, братья, этот бог, сотворенный мной, был делом дум человеческих и безумием человеческим, подобно всем богам!
Человеком был он, только жалкой человеческой тварью и моим «я»: из моего собственного пепла и жара явился он мне, этот призрак, — и впрямь! Не явился он мне из потустороннего мира!
Что случилось, братья мои? Я преодолел себя самого, страдальца, я отнес свой собственный пепел на гору, пламя более светлое обрел я в себе. И вот! Отступил от меня тот призрак!
Страданием было бы теперь для меня и мукой для исцеленного — верить в подобные призраки: страданием было бы это теперь для меня и унижением. Так говорю я иномирникам.
Страдание и бессилие — они создали все иномирия; и то короткое безумие счастья, которое переживает только глубоко страдающий.
Усталость, которая одним прыжком хочет достигнуть последнего предела, одним прыжком смерти, бедная слепая усталость, которая не в силах больше хотеть: ею сотворены все боги и иномирия.
Верьте мне, братья мои! Это тело отчаялось в теле — это оно ощупало пальцами одураченного духа последние стены.
Верьте мне, братья мои! Это тело отчаялось в земле — это оно слышало, как вещает ему чрево бытия.
И тогда захотело оно головой напролом сквозь последние стены, и не только головой, — туда в «иной мир».
Но «иной мир» до конца скрыт от человека, тот нечеловеческий, обесчеловеченный мир, чья суть небесное ничто; и чрево бытия вовсе не вещает человеку, разве только в облике человеческом.
Впрямь, трудно даются доказательства бытия и трудно принудить его заговорить. Скажите мне, братья, разве самое диковинное на свете не доказано всего доказательнее?
Да, это «я», противоречия и путаница этого «я» тверже и честнее всего твердят о своем бытии, это созидающее, волящее, оценивающее «я», которое есть мера и ценность всех вещей.
И это честнейшее бытие, это «я» — оно говорит о теле и хочет тела даже тогда, когда творит, и мечтает, и помахивает сломанными крыльями.
Все честнее научается оно говорить, это наше «я»: и чем больше научается оно, тем больше находит оно слов и почестей для тела и земли.
Новой гордости научило меня мое «я», этой гордости учу я людей: не прятать голову в песок небесный, но гордо держать ее, земную голову, созидающую смысл земле!
Ныне новой воле учу я людей: хотеть той дороги, по которой слепо шел человек, и принять ее и уже с нее не сбиваться в сторону, подобно больным и умирающим!
Больными и умирающими были те, кто презирал тело и землю и изобрел небесное и искупительные капли крови: но и эти сладкие и мрачные яды брали они у тела и земли!
Убежать хотели они от своего злополучия, а звезды были слишком далеко. И вот вздыхали они: «О если б были небесные дороги — проскользнуть в иное бытие и счастье!» — и вот изобрели они себе свои лазейки и кровавые напитки.
От своего тела и этой земли, мнилось им, горб вознеслись они, неблагодарные. Но кому обязаны были они судорогами и восторгом своего вознесения? Своему телу и этой земле.
Ласков Заратустра с больными. Впрямь, не гневается он на них за их способы утешения и неблагодарности. Пусть выздоравливают они себе и преодолевают себя и пусть создают себе высшее тело!
Не гневается Заратустра и на выздоравливающего, когда тот с нежностью поглядывает на свое заблуждение и тайком бродит в полночь близ гробницы своего бога: но болезнью и больным телом остаются для меня еще и слезы его.
Много болезненного народа находилось всегда среди тех, кто стихотворствует и богоискательствует, бешено ненавидят они и познающего, и самую младшую из добродетелей, чье имя — честность.
Всегда смотрят они назад, в мрачные времена: впрочем, тогда заблуждение и вера были чем-то иным; все неистовство разума было богоподобием, а сомнение грехом.
Хорошо знаю я этих богоподобных: они хотят, чтобы в них уверовали и чтобы сомнение было грехом. Хорошо знаю я и то, во что сами они всего крепче веруют.
Впрямь, не в иномирия и искупительные капли крови, а в тело верят они всего крепче, и их собственное тело для них — их вещь в себе.
Но вещь болезненная для них тело: и охотно вырвались бы они из кожи вон. Потому прислушиваются они к проповедникам смерти и сами проповедуют об иноми-риях.
Прислушайтесь-ка, братья мои, к голосу здорового тела: куда более честен и чист этот голос.
Куда более честно и чисто говорит здоровое тело, совершенное и соразмерное: и говорит оно о смысле земли.
Так говорил Заратустра.
О презрителях тела
К презрителям тела хочу я сказать мое слово. Пусть не переучиваются и пусть не переучивают они, а только своему собственному слову пусть скажут: прощай! — и затем онемеют.
«Я — тело и душа», — так говорит дитя. И почему бы не говорить, как дети?
Но пробудившийся, знающий, говорит: я всецело тело и ничто кроме тела; а душа — только слово для какого-то «нечто» в теле.
Тело — большой разум, множественность при едином чувстве, и мир и война, и стадо и пастух.
Орудием твоего тела будет также, о брат мой, и твой малый разум, называемый тобою «духом», малое орудие и игрушка твоего большого разума.
«Я» говоришь ты и гордишься этим словом. Но нечто большее, во что ты не хочешь верить, — тело твое и его большой разум: он не говорит «я», он творит это «я».
Что чувство чувствует, что дух познает, — все это никогда не завершается в себе. Но чувство и дух рады убедить тебя, будто они завершение всех вещей: так тщеславны они.
Орудия и игрушки ум и дух: позади них еще самость. Самость ищет глазами чувств, прислушивается ушами духа.
Всегда прислушивается самость, всегда ищет она: она сравнивает, принуждает, завоевывает, сокрушает. Она господствует, господствует и над «я».
Позади твоих мыслей и чувств, о брат мой, стоит могучий повелитель, незнаемый мудрец, — он называется самость. В твоем теле живет он, твое тело — это он.
Больше разума в твоем теле, чем во всей твоей мудрости. И кто может знать, для чего нужна телу твоему вся твоя мудрость?
Смеется твоя самость над твоим же «я» и над его гордыми подскоками. «Что мне подскоки и взлеты мысли? — говорит она себе. — Окольный путь к моей цели. Я только помочи для «я» и вдохновитель его понятий».
Самость говорит «я»: «Здесь чувствуй боль!» И вот страдает оно и все думает про себя, как бы не страдать, — для этого и должно оно думать.
Самость говорит «я»: «Здесь чувствуй радость!» И вот оно радуется и все думает про себя, как бы это почаще радоваться — для этого и должно оно думать.
К презрителям тела хочу я сказать слово. От их презрения их преклонение. Как назвать то, что создало преклонение, и презрение, и ценность, и волю?
Созидающая самость создала себе преклонение и презрение, создала себе радость и горе. Созидающее тело создало себе дух — руку своей воли.
Даже всем своим безумием и презрением вы, презрители тела, служите своей самости. Говорю вам: сама ваша самость хочет умереть и отворачивается от жизни.
Она не в силах делать, что ей всего милее: — созидать превыше самого себя. Вот что ей всего милее, вот чему отдана вся ее страсть.
Но слишком поздно ей за это браться: — потому хочет погибнуть ваша самость, вы, презрители тела.
Погибнуть хочет ваша самость, и потому стали вы презрителями тела! Ибо уже не в силах вы созидать превыше самого себя.
Потому и негодуете вы на жизнь и на землю — невольная зависть проглядывает в косом взгляде вашего презрения.
Я не иду вашим путем, вы, презрители тела! Вы для меня не мосты к сверхчеловеку! —
Так говорил Заратустра.
О радостях и страстных страданиях
Брат мой, если ты богат добродетелью и это твоя добродетель, то ты ею богат не сообща с другими.
Впрочем, ты хочешь ее по имени назвать и ласкать; ты хочешь ее теребить за ушко и с ней забавляться.
И слушай! Уже ее имя разделяешь ты сообща с народом, и ты сам стал с твоей добродетелью народом и стадом!
Лучше было бы тебе сказать: «Тому имени нет, того не выразить, в чем мука и сладость души моей, а также и голод нутра моего».
Пусть твоя добродетель будет слишком высока, чтобы довериться именам: и если вынужден ты говорить о ней, так не стыдись и с запинкой говорить о ней.
Так говори и запинайся: «Это мое добро, это любо мне, таким оно всецело по вкусу мне, только таким хочу я добро.
Не хочу я его как заповедь бога, не хочу я его как закон-человека и нужду-человека: не будет оно для меня указателем пути к иным сверхземлям и райским садам.
Добродетель земная — ее люблю я: мало мудрости в ней и всего меньше разума всечеловеческого.
Но эта птица свила себе гнездо у меня: потому я люблю ее и льну сердцем к ней, — и вот сидит она у меня на своих золотых яйцах».
Так запинайся и так восхваляй свою добродетель.
Некогда был ты богат страстями, и ты называл их злыми. А теперь ты богат только добродетелями: они выросли из твоих страстей.
Ты свою высшую цель вложил в сердце этим страстям: и вот стали они твоими добродетелями и страстными радостями.
И будь ты из породы запальчивых, или сластолюбивых, или изуверов неистовых, или мстительных душ:
Все твои страсти обернулись напоследок в добродетели и все твои черти — в ангелов.
Некогда дикие псы выли в твоем подземелье: напоследок обернулись они в птиц, перелетных певуний.
Из своих ядов сварил ты себе бальзам; свою корову — печаль доил ты — и вот пьешь ты сладкое млеко от ее вымени.
И впредь не вырастет никакое зло из тебя, разве только то зло, которое вырастет из борьбы твоих добродетелей.
Брат мой, коль выпало тебе на долю счастье, тебе на долю выпала одна добродетель, не больше: тем легче пройдешь ты по мосту.
Великолепно иметь много добродетелей, но участь тяжкая; и немало людей уходило в пустыню и убивало себя, ибо уставали они быть битвой и полем битвы добродетелей.
Брат мой, зло ли война и битва? Но необходимо это зло, необходимы зависть, и недоверие, и клевета среди твоих добродетелей.
Вглядись, как любая из твоих добродетелей алчет высшего: ей нужен весь твой дух, чтоб он был е е герольдом, ей нужна вся твоя сила в гневе, ненависти, любви.
Ревнует любая добродетель к другой, и до чего же ужасна ревность. Даже добродетели могут погибать от ревности.
Кого пламя ревности опояшет, тот в конце концов, скорпиону подобен, против самого себя обратит ядовитое жало.
Ах, брат мой, неужели ты еще никогда не видел, как добродетель клевещет сама на себя и пронзает себя?
Человек есть нечто, что должно преодолеть: и потому должен ты любить свои добродетели, — ибо от них погибнешь ты. —
Так говорил Заратустра.
О бледном преступнике
Вы не хотите убивать, о судьи и заклатели жертв, пока животное не склонит головы? Так вот же, бледный преступник склонил голову: его глаза говорят о великом презрении.
«Мое «я» — нечто, что должно преодолеть: мое «я» для меня — великое презрение человеков» — так говорят эти глаза.
Что он сам осудил себя, то было его высшим мгновением: не дайте же возвышенному упасть обратно в свою низину!
Нет спасения тому, кто так от себя самого страдает, разве только мгновенная смерть спасет.
Ваша казнь, о судьи, да будет состраданием, а не местью. И, казня, следите за тем, чтобы самим оправдывать жизнь!
Не достаточно примиряться с тем, кого вы казните. Да будет ваша печаль любовью к сверхчеловеку: так оправдаете вы своей жизни продление!
«Враг» говорите, а не «злодей»; «больной» говорите, а не «подлец»; «глупец» говорите, а не «грешник».
А ты, красный судья, если бы ты решился громко высказать все, что ты уже совершил мысленно, тогда закричал бы каждый: «Прочь гони эту мразь и ядовитую гаду!»
Но говорю: одно — мысль, другое — дело, третье — картина дела. Колесо причинности между ними не катится.
Одна картина сделала этого бледного человека бледным. Ему по плечу было дело его, когда он это дело совершал: однако картины его не вынес он, когда оно было совершено.
Всегда смотрел он на себя как на свершителя единого дела. Безумием называю я это: исключение обернулось для него в обыкновение.
Черта одурманивает курицу; удар, им нанесенный, одурманил его бедный разум — безумием после дела называю я это.
Слушайте, судьи! Есть еще другое безумие: и это безумие перед делом! Ах, вы недостаточно глубоко проникли в эту душу!
Так говорит красный судья: «Почему вдруг убил этот преступник? Он хотел ограбить». Но я говорю вам: его душа хотела крови, а не грабежа: он жаждал счастья ножа!
Однако его бедный разум этого безумия не понял и обольстил его. «Что кровь! — говорил он. — Не хочешь ли ты по меньшей мере совершить при этом грабеж? Отмстить?»
И он прислушался к своему бедному разуму: как свинец давила его та речь, — и он ограбил, как только убил. Он не хотел стыдиться своего безумия.
И вот снова свинец его вины на нем и снова его бедный разум так туг, так туп, так тяжел.
Если бы он сумел тряхнуть головой, с него скатилась бы эта тяжесть: но кто встряхнет эту голову?
Что такое этот человек? Только куча болезней; силой духа они врываются в мир: здесь хотят они найти свою добычу.
Что такое этот человек? Клубок свирепых змей, которые, пребывая вместе, остаются редко в покое, — и вот расползаются они кто куда и ищут себе добычи в мире.
Взгляните на это бедное тело! Чем страдало оно, чем томилось, все истолковывала себе эта бедная душа — как радость убийства и как жажду счастья ножа.
Кто сегодня болен, того одолевает зло, принятое сегодня за зло: боль хочет он причинять тем самым, что ему причиняет боль. Но были иные времена и иные зло и добро.
Некогда злом было сомнение и воля быть самим собою. Больного принимали за еретика и ведуна: как еретик и ведун страдал он и хотел заставлять страдать других.
Но это не проникает в ваши уши: это вредит добрым, говорите вы мне. Но что мне до ваших добрых!
Многое в ваших добрых внушает мне отвращение, но только не их зло. Как хотел бы я, чтобы их обуяло безумие, от которого бы они погибли, как этот бледный преступник!
Впрямь, мне хотелось бы, чтобы их безумие называлось истиной, или верностью, или справедливостью: но у них своя добродетель, чтобы жить долго, и притом в жалком самодовольстве.
Я над потоком перила: ухватись за меня, кто в силах меня ухватить! Но я для вас не костыль. —
Так говорил Заратустра.
О чтении и письме
Из всего написанного я люблю только то, что писано кровью. Кровью пиши: и ты познаешь, что кровь есть дух.
Не так легко понять чужую кровь: я ненавижу читающих празднолюбцев.
Кто читателя знает, тот уже ничего не делает для читателя. Еще на сто лет читателей — и сам дух просмердит.
Что каждому позволено учиться читать, надолго портит не только искусство письма, но и искусство мысли.
Некогда дух был богом, затем он стал человеком, а ныне становится он еще и чернью.
Кто кровью и притчами пишет, тот хочет, чтобы его не читали, а наизусть заучивали.
В горах кратчайший путь — с вершины на вершину: но для этого нужны длинные ноги. Пусть же притчи будут вершинами: а те, к кому говорят они, — большими и рослыми.
Воздух редкий и чистый, опасность близкая, и дух полный веселой злобы: так оно хорошо мирится одно с другим.
Я хочу, чтобы кобольды окружали меня, ибо я мужествен. Мужество, разгоняющее призраки, само создает себе кобольдов — это мужество хочет смеяться.
Я уже не чувствую так, как вы: это облако, которое я вижу под собой, эту тьму и тяжесть, над которыми смеюсь я, — для вас это грозовое облако!
Вы смотрите вверх, когда стремитесь к возвышению. А я смотрю вниз, ибо я возвышен.
Кто из вас может одновременно смеяться и быть возвышенным?
Кто поднимается на высочайшие горы, тот смеется над всеми трагедиями сцены и над всеми трагедиями жизни.
Мужественными, беззаботными, насмешниками, насильниками — такими хочет нас мудрость: она женщина и любит только воинов.
Вы говорите мне: «Жизнь нести тяжело». Но к чему же вам тогда ваша гордость до полдня и ваша покорность вечером?
Жизнь нести тяжело: не притворяйтесь же такими неженками! Все мы изрядные вьючные ослы и ослицы.
Что общего у нас с бутоном розы, который дрожит, чуть капля росы соберется на его лепестках?
Верно: мы любим жизнь, но не потому, что привыкли к жизни, а потому, что к любви привыкли.
Есть в любви всегда немного безумия. Но есть всегда и немного разума в безумии.
Даже мне, — а я благожелателен к жизни, — кажется, что мотылькам и мыльным пузырям и всем, кто подобен им среди людей, скорее всего дается счастье.
Видеть, как порхают эти легкие, пустячные, красивые, подвижные созданьица, — вот что доводит Заратустру до слез и до песен.
Я бы уверовал только в того бога, который умел бы танцевать.
И когда я увидел своего черта, я нашел его серьезным, положительным, глубоким, торжественным: то был дух тяжести — из-за него падают все вещи.
Убивают не гневом — убивают смехом. Так воспряньте, и давайте убьем дух тяжести!
Я научился ходить: с тех пор я позволяю себе бегать. Я научился летать: с тех пор не хочу я ждать толчка, чтобы срываться с места.
Теперь я легкий, теперь я летаю, теперь я вижу себя над собой, теперь бог танцует в танце моем.
Так говорил Заратустра.
О дереве на горе
Око Заратустры увидело, что некий юноша избегает его. И вот как-то вечером, когда он бродил один по горам, которые обступают город, называемый «Пестрая Корова», внезапно набрел он, гуляя, на этого юношу, который сидел, прислонившись к дереву, и усталым взглядом смотрел в долину. Заратустра взялся рукой за дерево, под которым сидел тот юноша, и заговорил так:
Если бы я захотел вдруг потрясти это дерево руками, мне это было бы не под силу.
Зато ветер, для нас невидимый, терзает и гнет его, куда хочет. Всего жесточе нас гнут и терзают невидимые руки.
Тогда юноша встал в смущенье и сказал: «Я слышу Заратустру. Я только что думал о нем». Заратустра же отвечал:
«Чего же ты пугаешься? — Знай, с человеком бывает то же, что и с деревом.
Чем больше стремится он ввысь к небу и к свету, тем упорней корни его стремятся в землю, вниз, во мрак, в глубину — к злу».
«О да, к злу, — воскликнул юноша. — Как случилось, что ты открыл мою душу?»
Заратустра улыбнулся и сказал: «Иную душу никогда не откроют, разве что сперва ее выдумают».
«О да, к злу! — еще раз воскликнул юноша. —
Ты изрек истину, Заратустра! Я не верю даже самому себе с тех пор, как устремился ввысь, и уже никто не верит мне, — как это так случилось?
Я меняюсь слишком стремительно: мое сегодня опровергает мое вчера. Я часто перескакиваю ступени, когда взбираюсь, — этого не прощает мне ни одна ступень.
Чуть я наверху, я оказываюсь всегда одиноким. Никто не говорит со мной, холод одиночества заставляет меня дрожать. Чего же хочу я на высоте?
Мое презрение и мое чаяние растут неразрывно; чем я выше взбираюсь, тем сильней презираю того, кто взбирается. Чего хочет он на высоте?
О как стыжусь я своего восхождения и спотыкания! О как издеваюсь над своим тяжелым сопением! О как ненавижу взлетающих! О как устаю я на высоте!»
Здесь юноша умолк. Заратустра же рассматривал дерево, под которым они стояли, и говорил так;
Это дерево стоит одиноко на утесе. Оно далеко переросло человека и зверя.
И если бы оно захотело говорить, то не нашло бы никого, кто бы его понимал: так высоко выросло оно.
И вот оно ждет и ждет — чего же ждет оно? Оно к облакам подошло слишком близко; оно, верно, ждет первой молнии?
Когда Заратустра это сказал, юноша воскликнул порывисто: «Да, Заратустра, ты говоришь истину. Своей гибели искал я, когда порывался ввысь, и ты та молния, которую ждал я! Взгляни, чтб я теперь с тех пор, как ты явился нам? Зависть к тебе — она сокрушила меня!» — Так говорил юноша и горько плакал. Заратустра же обнял рукой его стан и увел его с собою.
И вот, когда они прошли немного вместе, стал Заратустра говорить так:
Разрывается сердце мое. Больше, чем все слова твои, говорит мне взор твой о грозящей тебе беде.
Еще не свободен ты — еще ты ищешь свободы. Переутомил тебя твой поиск бессонницей и бодрствованием.
В свободную высь порываешься ты, по звездам тоскует твоя душа. Но и твои дурные влечения тоскуют по свободе.
Твои дикие псы хотят на свободу; они радостно лают в своем подвале, когда твой дух стремится отворить все темницы.
Ты пока еще узник, о свободе мечтатель; ах, мудрой становится узников этих душа, но вместе дурной и коварной.
Должен очиститься и освобожденный духовно. От тюрьмы и от гнили еще много в нем: чистым должен стать его взор.
Да, я знаю твою опасность. Но всей любовью моей и надеждой заклинаю тебя; не гони от себя своей любви и надежды!
Благородным себя еще чувствуешь ты, и благородным тебя еще чувствуют все, кто зол на тебя, кто бросает злобные взгляды. Знай же, что всем поперек дороги стоит благородный.
И добрым стоит поперек дороги благородный: и даже когда они называют его добрым, они этим хотят устранить его.
Новое хочет создать благородный, новую добродетель. Старого хочет добрый и чтобы старое сохранялось.
Но не в том опасность для благородного, что он станет добрым, а в том, что он станет наглецом, насмешником, разрушителем.
Ах, я знал благородных, — они утратили свою высшую надежду. И вот клеветали они на все высокие надежды.
Теперь жили они, обнаглев, служа мимолетным усладам, и дальше, чем на день, не заглядывали вперед.
«И дух — похоть», — так говорили они. Тогда разбились крылья их духа: теперь ползает он и грязнит, когда гложет.
Когда-то мечтали героями стать и они: сластолюбцы — вот кто они теперь. Содрогание и скорбь — для них герой.
Но моей любовью и надеждой заклинаю тебя: не изгоняй героя из своей души! Свято храни свою высшую надежду! —
Так говорил Заратустра.
О проповедниках смерти
Есть проповедники смерти: и земля полна теми, перед кем следует проповедовать уход из жизни.
Полна земля лишними из лишних, испорчена жизнь счетно-несчетными. Пусть же их манят «вечной жизнью» из этой жизни!
«Желтые»: так называют проповедников смерти, или «черными». Я же покажу их вам еще и в иных цветах.
Вот они, свирепо-страшные, что носят внутри себя хищника и не знают иного выбора, кроме похотей или самоистязания. Но и похоти их самоистязания.
Еще не успели они стать людьми, эти страшные: пусть же проповедуют они об уходе из жизни и сами прахом идут!
Вот они, чахоточные душою: едва родились они, как уже умирать начинают и тоскуют по учениям усталости и отречения.
Они предпочитают быть мертвыми, и нам лучше не перечить их воле! Поостережемся же, как бы не пробудить этих мертвых и не повредить эти живые гробы!
Чуть встретится им больной, или старик, или труп: и тотчас говорят они: «Жизнь опровергнута».
Но только они опровергнуты, и их глаз, который видит только одно лицо у-бывания.
Окутанные мрачным унынием и падкие на маленькие случайности, которые смерть приносят: так ждут они и стискивают зубы.
Или иначе: они набрасываются на сласти и тут же посмеиваются над своим ребячеством: они цепляются за свою соломинку — жизнь и посмеиваются над тем, что все еще цепляются за соломинку.
Их мудрость гласит: «Глупец, кто остается жить, но какие же мы глупцы! И это и есть самое глупое в жизни!»
«Жизнь — сплошное страдание», говорят другие и не лгут: позаботьтесь же, чтобы в ы прекратились! Так позаботьтесь же, чтобы жизнь прекратилась, раз она сплошное страдание!
И да гласит так учение вашей добродетели: «Ты должен сам себя убить! Ты должен сам себя украсть у бытия!» —
«Сладострастие — грех, — так говорят одни из тех, кто проповедует смерть, — позвольте же нам отстраниться и не рожать детей!»
«Рожать — трудно, — говорят другие, — к чему же рожать? Рожают только несчастных!» И они тоже проповедники смерти.
«Сострадание необходимо, — так говорят третьи. — Возьмите все, что есть у меня! Возьмите все, что сам я есмь! Тем слабее буду я привязан к жизни!»
Будь они всем нутром сострадательными, они от жизни отвратили бы своих ближних. Быть злыми — вот что было бы их подлинной добротой.
Но избавления от жизни хотят они: что им до того, если всех других еще крепче привяжут они к жизни своими цепями и дарами! —
Даже вы, для кого жизнь иступляющий труд и тревога: разве вы не до конца устали от жизни? Разве вы не до конца созрели для проповеди смерти?
Вы все, кому люб иступляющий труд и все, что стремительно, ново, неведомо, — вы плохо переносите себя, ваше усердие — бегство и воля к самозабвению.
Если бы вы больше верили в жизнь, вы бы меньше отдавались мгновению. Но внутри вас мало содержания, чтобы ждать, — мало даже для того, чтоб лениться!
Всюду разносится голос тех, кто проповедует смерть: и земля полна теми, пред кем следует проповедовать смерть.
Или «о вечной жизни»: что для меня одно и то же, — только бы они поскорей прахом пошли!
Так говорил Заратустра.
О войне и воинской братии
От наших злейших врагов не хотим мы пощады, как не хотим и от тех, кого мы всем нутром любим. Так позвольте мне сказать вам правду!
Собратья по войне! Я люблю вас всем своим нутром, я был и остаюсь вам подобным. К тому же я ваш злейший враг. Так позвольте мне сказать вам правду!
Я знаю зависть и ненависть вашего сердца. Вы недостаточно велики, чтобы не знать ни зависти, ни ненависти. Так будьте же достаточно велики, чтобы не стыдиться их!
И если подвижниками познания не по силам вам быть, то сумейте быть его воинами. Они попутчики и предвестники такого подвижничества.
Я вижу тьму солдат: как хотел бы я видеть тьму воинов! На единый образец скроена их одежда: да не будет на единый образец то, что скрыто под одеждой!
Я хотел бы вас видеть такими, чей глаз всегда ищет врага — вашего врага. У иных из вас ненависть проглядывает с первого взгляда.
Своего врага ищите впредь, свою войну ведите впредь, и за мысли свои! И когда ваша мысль падет, пусть ваша честность даже над этим ликует победно!
Любите мир, как средство к новым войнам. И короткий мир любите больше, чем длительный.
Вас призываю не к работе, а к борьбе. Вас призываю не к миру, а к победе. Ваша работа да будет борьбой, ваш мир да будет победой!
Можно молчать и тихо сидеть, если при вас стрелы и лук: иначе болтовня и брань. Ваш мир да будет побеДой!
Вы говорите, правое дело — вот что освящает даже войну? Я говорю вам: правая война — вот что освящает любое дело.
Война и доблесть свершили больше великих дел, чем любовь к ближнему. Не ваша жалость, а ваша храбрость спасала до сих пор обездоленных.
«Что хорошо?» — спросите вы. Быть храбрым хорошо. Предоставьте маленьким девочкам говорить: «Быть хорошим значит быть и красивым и трогательным».
Вас называют людьми без сердца: но ваше сердце правдиво, и люблю я стыдливость вашей сердечности. Вы стыдитесь своего прилива, а другие стыдятся своего отлива.
Вы безобразны? Добро же, собратья мои! Так окутайте себя возвышенным, этим плащом безобразного!
И когда ваша душа станет великой, тогда станет она заносчивой, и в вашей возвышенности скрыта злоба. Я знаю вас.
Во злобе сходится заносчивый со слабосильным. Но им не понять друг друга. Я знаю вас.
Вы вправе иметь только врагов, достойных ненависти, но не врагов, достойных презрения. Вы должны гордиться вашим врагом: тогда успехи вашего врага — ваши успехи.
Бунт — благородство раба. Вашей гордостью да будет повиновение! Само ваше повеление да будет повиновением!
Для доброго воина «ты должен» звучит приятнее, чем «я хочу». И все, что любо вам, должны вы сперва повелеть себе.
Ваша любовь к жизни да будет любовью к вашей высшей надежде: а вашей высшей надеждой да будет высший помысел о жизни!
Но высший помысел ваш должны вы принять как мое повеление — а оно гласит: человек есть нечто, что должно преодолеть.
Живите же своей жизнью повиновения и войны! Что толку век-вековать! Какой воин ищет пощады!
Я вас не щажу, я вас люблю всем своим нутром, собратья по войне! —
Так говорил Заратустра.
О новом идоле
Где-то еще есть стада и народы, но не у нас, братья мои: у нас государства.
Государство? Это что такое? Добро! Откройте же уши! Теперь я скажу вам мое слово о смерти народов.
Государство — это самое холодное среди самых холодных чудовищ. Холодно лжет оно; и вот какая ложь выползает из его пасти: «Я, государство, есмь народ».
Ложь! Созидателями были те, кто создал народы и повесил веру и любовь над ними: так служили они жизни.
Душители, вот кто ставит ловушки для многих и называет их государством: они повесили меч и несчет похотей над ними.
Где еще существует народ, там не понимает он государства и ненавидит его как дурной глаз и грех против обычаев и прав.
Такое знаменье даю я вам: каждый народ говорит на своем языке добра и зла: языка его не понимает сосед. Свой язык изобрел он себе в своих обычаях и праве.
Но государство лжет на всех языках добра и зла; и что ни скажет оно — солжет, и что ни имеет оно, все оно украло.
Все в нем подлог; крадеными зубами кусает оно, зубастое. Даже внутренности его — подлог.
Смешение языков добра и зла: это знаменье даю я вам как знаменье государства. Впрямь волю к смерти означает это знаменье! Впрямь оно подмигивает проповедникам смерти!
Счетно-несчетные рождаются на свет: для лишних из лишних изобретено государство!
Взгляните, как оно приманивает к себе, этих счетнонесчетных! Как оно проглатывает их, и жует, и пережевывает!
«Нет на земле большего, чем «я»: я есмь упорядочивающий перст божий», — так рычит чудовище. И не только длинноухие и близорукие падают на колени!
Ах, и внутри вас, великие души, нашептывает оно свои темные лжи! Ах, оно угадывает богатые сердца, что охотно расточают себя!
Да, и вас разгадало оно, вас, победители старого бога! Вы устали от борьбы, и вот служит ваша усталость новому идолу!
Героями и людьми чести хотел бы он себя обставить, этот новый идол! Охотно греется он в солнечном сиянии безгрешных совестью, этот холодный изверг!
Все готов он вам дать, если в ы ему поклонитесь, новому идолу: так покупает он себе блеск вашей доблести и взор ваших гордых глаз.
Уловить на приманку хочет он вами этих счетно-несчетных! Да, адская штука тут изобретена, конь смерти, бренчащий убором божеских почестей!
Да, смерть для несчетно-многих тут изобретена, смерть, что сама себя прославляет как жизнь: впрямь на радость всем проповедникам смерти!
Государством именую я, где все потребители яда, и хорошие, и дурные: государством, где все сами себя теряют, и хорошие, и дурные: государством, где медленное самоубийство всех называется — «жизнь».
Взгляните-ка на этих лишних из лишних! Они воруют изобретения и сокровища мудрых: образованием называют они свое воровство, — и все обращается для них в болезнь и злую напасть!
Взгляните-ка на этих лишних из лишних! Они всегда больны, они изрыгают свою желчь и называют это газетой. Они проглатывают друг друга, но не в силах даже переварить один другого.
Взгляните-ка на этих лишних из лишних! Богатства стяжают они и оттого нищают. Власти хотят они и прежде всего рычага власти, денег, — таковы они, эти не-мощные-неимущие!
Взгляните, как карабкаются они, эти проворные обезьяны! Они карабкаются друг через друга и в передряге срываются в грязь и низину.
К трону стремятся все они: в том их безумие, — как будто счастье восседает на троне! Часто грязь восседает на троне — часто сам трон стоит на грязи.
Безумцы они для меня, и карабкающиеся обезьяны, и оголтелые головы. На мой нюх дурно пахнет их идол, это холодное чудовище: на мой нюх дурно пахнут они, все вместе взятые, эти идолопоклонники.
Братья мои, разве вы задохнуться хотите от смрада их похотей? Лучше разбейте окна и прыгайте на волю!
Посторонитесь же от скверного запаха1 Прочь от идолопоклонства лишних из лишних!
Посторонитесь же от скверного запаха! Прочь отступите от чада этих человеческих жертв.
Свободна еще и теперь для великих душ земля. Пустует еще множество мест для отшельников — мест, овеваемых запахом тихих морей.
Свободна еще кругом для великих душ свободная жизнь. Впрямь, кто малым доволен, тот и не приневолен: хвала неприметной бедности!
Лишь там, где кончается государство, начинается человек, не лишний из лишних: там начинается песнь Необходимого — неповторимый, незаменимый напев.
Там, где кончается государство, — так взгляните же туда, братья мои! Разве не видите вы эту радугу и эти мосты сверхчеловека? —
Так говорил Заратустра.
О базарных мухах
Беги, мой друг, в свое уединение! Я вижу тебя оглушенным шумихой великих людей и изжаленным жалами малых.
Мудро умеют леса да утесы наедине с собою молчать. Вновь уподобись дереву, которое ты любишь, дереву раскидистому: тихо, вслушиваясь, нависает оно над морем.
Где кончается уединение, там начинается базар; и где начинается базар, там начинается шумиха великих лицедеев, жужжание ядовитых мух.
В мире даже наилучшие вещи ничего не стоят, если нет героя, который их представляет: великими людьми называет народ этих комедиантов.
Мало что смыслит народ в великом, то есть в созидающем. Зато чувствами он богат для всех комедиантов и лицедеев великих событий.
Вокруг избирателей новых ценностей вертится мир: — незримо вертится он. А вокруг актеров вертятся народ и слава: таково течение мира сего.
Есть у актера дух, но мало совести духа. Всегда верит он в то, чем он сильнее всего вынуждает верить — верить в себя!
Завтра у него новая вера, послезавтра еще того новее. Чувства его быстротечны — как у народа, и нрав переменчив.
Опрокинуть — значит у него: доказать. Сбить кого с толку — значит у него: убедить. А кровь для него всем доводам довод.
Истину, которая проскальзывает только в тонкие уши, называет он ложью и «ничто». Впрямь, он верует только в богов, поднимающих в мире большую шумиху!
Полон важными скоморохами базар — и народ похваляется своими великими людьми! — они для него господа дня.
Но день торопит их: потому и они торопят тебя. И одно требуют они от тебя: да или нет. Горе, неужели ты хочешь усесться на стуле между за и против?
Из-за этих безусловных и торопливых не пылай ревностью, любовник истины! Никогда еще не вешалась истина на руку безусловного.
Из-за этих внезапных возвращайся обратно в свое убежище: да или нет? — с ними накидываются только на базаре.
Длительно переживают все глубокие колодцы: долго надо им ждать, пока им удастся познать, чтб упало в их глубину.
В сторону от базара и славы удаляется все великое: в стороне от базара и славы жили спокон веков изобретатели новых ценностей.
Беги, мой друг, в свое уединение: я вижу тебя изжаленным ядовитыми мухами. Беги туда, где веет суровый, ядреный воздух!
Беги в свое уединение! К маленьким и жалким жил ты слишком близко. Беги от их незримой мести! В сравнении с тобою они насквозь Месть.
Не поднимай и руки против них! Несчетны они, и не твой жребий быть хлопушкой для мух.
Несчетны они, эти маленькие и жалкенькие; иному гордому зданию дождевые капли и сорняки уже служили к гибели.
Ты не камень, но ты уже стал полным от несчетных капель. Ты еще лопнешь и рассыплешься от множества капель.
Усталым я вижу тебя от ядовитых мух, до крови исцарапанным вижу тебя в тысяче мест; твоя гордость не хочет даже возненавидеть.
Крови хотелось бы им от тебя при всей их невинности, крови жаждут их бескровные души — и вот жалят они при всей невинности.
Но ты, глубокий, ты страдаешь слишком глубоко даже от маленьких ран; и еще не успел ты исцелиться, а уж тот же ядовитый червяк ползет по твоей руке.
Но слишком ты горд, чтобы убивать этих лакомок. Берегись, однако, чтобы не стало для тебя роком сносить всю их ядовитую неправоту!
Они обжужжали тебя даже своим славословием: навязчивость их славословие. Они ищут близости твоей кожи и твоей крови.
Они льстят тебе словно богу или дьяволу; они визжат перед тобою словно перед богом или дьяволом. Что с того! Льстецы они и визгуны, и только.
Часто они даже прикидываются перед тобой любезными. Таково всегда лукавство трусов. Да, трусы лукавы!
Они умничают на твой счет в своей тесной душонке — сомнителен ты в их глазах всегда! Все, о чем много умствуют, становится сомнительным.
Они карают тебя за все твои добродетели. Они прощают тебе от души только — твои промахи.
Так как ты кроток и правосуден, ты говоришь: «невиновны они в своем маленьком бытии». Но их тесная душонка думает: «Виновно всякое великое бытие».
Если даже ты милостив к ним, они все еще чувствуют твое презрение; и они возвращают тебе твое благодеяние тайными злодеяниями.
Твоя безмолвная гордость всегда претит их вкусу; они ликуют, тогда ты случайно бываешь настолько скромным, чтобы быть тщеславным.
Что мы раскрываем в человеке, то мы и разжигаем в нем. Итак, остерегайся малых сих!
Перед тобой они чувствуют себя маленькими, и их низость тлеет и пылает против тебя незримой местью.
Не замечал ли ты, как часто немели они, когда ты к ним подходил, и как их сила уходила от них, словно дым от угасающего огня?
Да, друг мой, укор совести — вот кто ты для своих ближних: ибо они не стоят тебя. Потому ненавидят они тебя и охотно высосали бы из тебя всю кровь.
Твои ближние будут всегда ядовитыми мухами; чем ты велик, — то и делает их все более ядовитыми и все более мухообразными.
Беги, мой друг, в свое уединение и туда, где веет суровый, ядреный воздух! Не твой жребий — быть хло-пушкой-для-мух. —
Так говорил Заратустра.
О целомудрии
Я люблю лес. В городах плохо жить: там слишком много страстных.
Разве не лучше попасться в руки убийце, чем в мечту страстной женщины?
И посмотрите-ка на этих мужчин: их глаза говорят, — ничего лучше не знают они на земле, как лежать, прильнув к женщине.
Слизь на дне их души: и горе, если в их слизи есть еще вдобавок и дух!
Будьте хотя бы как звери совершенны! Но от зверя неотделима невинность.
Разве я призываю вас к умерщвлению чувства? Я призываю вас к невинности чувств.
Разве я призываю вас к целомудрию? Целомудрие у некоторых добродетель, но у большинства почти что порок.
Эти-то воздерживаются, пожалуй: но сука-чувственность с завистью выглядывает отовсюду, за что бы они ни взялись.
Даже на высоты их добродетели и в самую глубь их холодного духа следует за ними эта зверюга и все ее беспокойство.
И как учтиво умеет эта сука-чувственность вымаливать кусок духа, когда ей отказывают в куске мяса!
Вы любите быть зрителями трагедий и всего, что терзает сердце? Но мне подозрительна ваша сука.
У вас слишком свирепые глаза, и вы смотрите сладострастно на страдающих. Не переоделось ли ваше сладострастие и не называется ли оно теперь состраданием?
И еще вот какую притчу приведу я вам: немало из желавших изгнать своего беса вселилось в свиней.
Кому целомудрие в тягость, тому надо его отсоветовать: дабы не стало оно дорогой в ад — то есть к слизи и похоти души.
Я говорю о грязном? Так это, на мой взгляд, не самое худое.
Не тогда, когда истина грязна, а тогда, когда истина мелка, познающий неохотно вступает в ее воды.
Впрямь, есть всем нутром целомудренные: они более кротки сердцем, они смеются охотнее и чаще, чем вы.
Они смеются и над целомудрием и спрашивают: «Что такое целомудрие?
Не есть ли целомудрие глупость? Но эта глупость пришла к нам, а не мы к ней.
Мы предложили этой гостье приют и приязнь: и вот живет она у нас — пусть же остается, сколько ей заблагорассудится!»
Так говорил Заратустра.
О друге
«Один всегда около меня лишний, — так думает отшельник. — Всегда один на один — со временем дает два!»
«Я» и «меня» всегда слишком рьяны в беседе: как вытерпеть это, не будь на свете друга?
Для отшельника друг всегда третий: третий — это пробка, чтобы не позволить беседе двух погрузиться в темную глубь.
Ах, слишком много глубин для отшельников. Потому так тоскуют они по другу и по его высоте.
Наша вера в других выдает, во что хотелось бы нам верить в себе самих. Наша тоска по другу наш предатель.
Нередко с помощью любви хотят лишь перепрыгнуть через зависть. Нередко уязвляют и создают себе врага, чтобы скрыть свою уязвимость.
«Будь хоть врагом моим!» — так говорит истинное благоговение, которое не рискует просить о дружбе.
Когда хотят иметь друга, надо хотеть вести войну за него: чтобы вести войну, надо уметь быть врагом.
В своем друге надо еще и чтить врага. Можешь ли ты подступить к своему другу вплотную, но так, чтобы не переступить на его сторону?
В своем друге надо иметь своего лучшего врага. Ты должен к нему всем сердцем прилепиться, если ты противоборствуешь ему.
Ты не хочешь носить перед своим другом одежды? Для твоего друга должно быть честью, что ты предстал перед ним таким, каков ты есть? Но он за это шлет тебя к черту!
Кто себя не скрывает, тот против себя возмущает: настолько основательна у вас причина бояться наготы! Да, если бы вы были богами, вы могли бы стыдиться своих одежд!
Не нарядиться тебе достаточно красиво для своего друга: ибо ты должен быть для него стрелой и чаяньем по сверхчеловеку.
Видел ли ты своего друга спящим, — чтобы узнать, как он выглядит? Да и что такое вообще лицо твоего друга? Это твое собственное лицо в грубом и несовершенном зеркале.
Видел ли ты когда своего друга спящим? Не испугался ли ты, что твой друг так выглядит? О, мой друг, человек есть нечто, что должно преодолеть.
И в искусстве угадывания и молчания должен быть умельцем друг: не все следует тебе хотеть видеть. Сновидение может выдать тебе, что творит твой друг, бодрствуя.
Да будет угадыванием твое сострадание: чтобы ты прежде узнал, хочет ли твой друг сострадания. Быть может, он любит в тебе неослабное око и взор вечности.
Пусть сострадание к другу живет скрыто под твердой скорлупой; на нем ты должен себе зуб стереть. Так обретет оно свою ценность и сладость.
Чистый ли ты воздух, и одиночество, и хлеб, и лекарство для своего друга? Иной от собственных цепей не в силах избавиться и все же для друга он избавитель.
Если ты раб? Тебе не надо быть другом. Если ты тиран? Тебе не надо иметь друзей.
Слишком долго жил в женщине скрытый раб и тиран. Потому женщина и не доросла до дружбы: она знает только любовь.
В любви женщины есть несправедливость и слепота ко всему, чего не любит она. Но и в зрячей любви женщины все еще есть нечаянность, и молния, и ночь рядом со светом.
Еще не доросла женщина до дружбы: все еще женщины кошки и птицы, Или в лучшем случае коровы.
Еще не доросла женщина до дружбы. Но скажите мне, вы, мужчины, кто из вас дорос до дружбы?
О, эта ваша бедность, мужчины, и эта ваша скупость души! Сколько вы уделяете другу, столько уделю я лучше врагу своему, да и не стану от этого беднее.
Бывает товарищество: да будет дружба!
Так говорил Заратустра.
О тысяче и одной цели
Много стран видел Заратустра и много народов: так открыл он многих народов добро и зло. Не нашел Заратустра на земле большей власти, чем добро и зло.
Жить не мог бы народ, не умей он оценивать; хочет он сохранить себя, так не должен он оценивать, как оценивает сосед.
Многое, что одобрял один народ, в глазах другого было посмешищем и позором: вот что обрел я. Много нашел я такого, что здесь называлось злом, а там обряжалось в пурпур почестей.
Никогда ни один сосед не понимал другого: неизменно изумлялась его душа безумию и злобе соседа.
Скрижаль высших благ висит над каждым народом. Вглядись, то скрижаль его преодолений; вглядись, то голос его воли к власти.
То похвально, что ему трудно дается; что непреложно и трудно, то называет он добром; а что из крайней нужды вызволяет: самое редкое, самое трудное — нарекает он священным.
Все, что ведет к его господству, победе и блеску на зависть и страх соседу, — принимает он за высокое, первое, за мерило, за смысл всех вещей.
Впрямь, о брат мой, стоит узнать тебе нужды народа, и страну, и небо, и соседа его: тогда дано угадать тебе и закон его преодолений, и то, почему по этой лестнице взбирается он к своей надежде.
«Ты должен быть всегда первым и превышать других: не должна никого любить твоя ревнивая душа, разве что друга» — вот что заставляло трепетать душу грека: и он шел своей дорогой величия.
«Резать правду и луком и стрелами искусно владеть», — вот что казалось и желанным, и трудным тому народу, от которого идет имя мое — имя, которое мне и желанно, и трудно нести.
«Чтить отца своего и матерь свою и до самого корня души покорствовать воле их» — эту скрижаль преодоления повесил над собою другой народ и стал потому могучим и вечным.
«Верность блюсти и верности ради отдать честь и кровь даже за недоброе и опасное дело»: так, поучая себя, превозмогал себя другой народ, и так, превозмогая себя, стал он тяжел и чреват великими надеждами.
Впрямь, люди сами себе дали все их добро и зло. Впрямь, они не приняли его, не нашли его, не оказалось оно перед ними, как раздается голос с неба.
Человек впервые вложил ценности в вещи, чтобы сохранить себя,— он создал смысл вещей, человеческий смысл! Потому и называет он себя «человек» — это значит «оценивающий».
Ценить значит созидать: услышьте же это вы, созидающие! Ценить — в том драгоценность и сокровище всех ценимых вещей.
Из оценки впервые возникает ценность: без оценки пуст был бы орех бытия. Услышьте же это, вы, созидающие!
Смена ценностей — смена созидателей. Вечно уничтожает тот, кому дано быть творцом.
Созидателями были сперва народы и лишь много позднее единичные личности. Впрямь, сама единичная личность — еще самое юное из творений.
Народы некогда повесили над собой скрижаль добра. Любовь, рожденная господствовать, и любовь, рожденная повиноваться, — они вместе создали себе такие скрижали.
Древнее порыв к стаду, чем порыв к «я»: и пока добрая совесть называется стадом, только дурная совесть говорит: «я»,
Впрямь, лукавое «я», безлюбое «я», которое в пользе многих ищет пользу свою: то не за-рождение стада, а его за-хождение — гибель, закат.
Любящими были те и созидающими, кто создал добро и зло. Пламя любви пылает в именах всех добродетелей и пламя гнева.
Много стран видел Заратустра и много народов: не нашел Заратустра на земле большей власти, чем дела любящих: «добро» и «зло» — имя им.
Впрямь, чудовище — власть этой хвалы и хулы. Скажите, кто укротит его, о братья? Скажите, кто наложит этому зверю цепи на его тысячи вый?
Тысячи целей были до сих пор, ибо были тысячи народов. Только цепей недостает пока на эти тысячи вый, недостает единой цели. Еще нет у человечества цели.
Но скажите же мне, братья мои: если человечеству недостает еще цели, так не недостает ли, пожалуй, и... самого человечества? —
Так говорил Заратустра.
О любви к ближнему
Вы теснитесь вокруг ближнего и вы богаты для этого красивыми словами. Но я говорю вам: ваша любовь к ближнему — это ваша дурная любовь к самим себе.
Вы спасаетесь у ближнего от самих себя и рады видеть в том добродетель: но я насквозь вижу всю вашу «самоотверженность».
«Ты» старше, чем «я»; «ты» к святым причтено, а не «я»: потому жмется человек к ближнему своему.
Так я призываю вас любить ближнего? Скорее, я призываю вас бежать от ближнего и любить дальнего!
Выше, чем любовь к ближнему, стоит любовь к дальнему и грядущему; еще выше, чем любовь к человеку, ценю я любовь к вещам и призракам.
Этот призрак, перед тобой пробегающий, о брат мой, прекраснее тебя; почему не отдашь ты ему свою плоть и кость? Но тебе страшно и ты бежишь к своему ближнему.
Вы стали сами для себя нестерпимы и недостаточно любите себя; и вот хотите ближнего и позолотить себя его заблуждением.
Я хотел бы, чтобы нестерпимы вам стали всяческие ближние и их соседи; тогда бы из самих себя пришлось вам создать себе друга и его изливающееся через край сердце.
Вы на дом к себе зовете свидетеля, когда хотите о себе лестно говорить; и когда вы соблазните его лестно думать о вас, сами вы думаете лестно о себе.
Лжет не только тот, кто говорит наперекор своему знанию, но по-настоящему лжет тот, кто говорит наперекор своему незнанию. Вот вы говорите о себе и ложью о себе при общении обманываете соседа.
Так говорит глупец; «Общение с людьми портит характер, особенно если у тебя его нет».
Один идет к ближнему, когда ищет себя, а другой — желая потерять себя. Ваша дурная любовь к самим себе творит из вашего одиночества камеру-одиночку.
Дальние — вот кто расплачивается за вашу любовь к ближнему, и даже если вас собралось всего лишь пятеро, должно умереть шестому.
Не люблю я и ваши праздники; слишком много актеров находил я там; к тому же и зрители кривлялись часто не хуже актеров.
Не о ближнем учу я вас, а о друге. Да будет друг для вас праздником земли и чаяньем сверхчеловека.
Я учу вас о друге и о его переполненном сердце. Но надо уметь губкою быть, чтобы полюбили вас переполненные сердца.
Я учу вас о друге, в котором мир предстоит завершенным, чаша добра, — о созидающем друге, что всегда готов подарить вам завершенный мир.
И как для него развернулся мир, так вновь для него он и свивается в кольца, как становится добро из зла, как становится цель из случайности.
Да будет грядущее и дальнее причиной твоего сегодня: ты должен в своем друге возлюбить сверхчеловека как свою причину.
Братья мои, любить ближнего не призываю я вас: я призываю вас любить дальнего.
Так говорил Заратустра.
О пути созидателя
Ты хочешь, брат мой, уйти в уединение? Хочешь найти к самому себе путь? О, помедли еще немного и выслушай меня.
«Кто ищет, тот легко теряется сам. Всякое уединение — вина»: так говорит стадо. А ты долго принадлежал к стаду.
Этот голос стада еще зазвучит и в тебе. И чуть скажешь ты: «У меня и у вас не одна и та же совесть», — это прозвучит жалобой и скорбью.
Подумай, самую эту скорбь родила еще единая совесть: и этой совести последний отблеск рдеет еще на твоей печали.
Но ты хочешь идти по пути своей печали, он же есть путь к самому себе? Так яви мне свое право и свою силу на то!
Новая ли ты сила и новое ли право? Перводвиже-ние? Самокатящееся колесо? Можешь ли ты принудить звезды, чтоб они кружились вокруг тебя?
Ах, сколько же на свете алчности к возвышению! Сколько судорог честолюбия! Яви мне, что ты не из числа алчных и честолюбивых!
Ах, есть на свете столько великих мыслей, от которых пользы не больше, чем от мехов: они раздувают и делают более пустыми.
Свободным называешь себя? Господствующую в тебе мысль хочу я услышать, а не то, что ты ускользнул от ярма.
Тот ли ты, впрямь, кто был вправе ускользнуть от ярма? Есть не мало таких, кто, отбросив свое холопство, отбросил свою последнюю ценность.
Свободный от чего? Что до этого Заратустре? Ясностью пусть возвещает мне твое око: свободный для чего?
В силах ли ты дать самому себе свое зло и свое добро и повесить волю свою над собой как закон? В силах ли ты быть самому себе и судьею и мстителем своего же закона?
Страшно быть наедине с глазу на глаз с судьею и мстителем собственного закона. Так звезда бывает выброшена в пустынность пространства и в ледяное дыхание одиночества.
Еще сегодня страдаешь ты от множества, ты, одинокий: еще сегодня при тебе все твое могущество и твои упования.
Но день придет, и утомит тебя одинокость, день придет, и скрючится твоя гордость, и твое мужество хрустнет. Вопить будешь ты в тот день: «Я одинок!»
День придет, и не увидишь ты больше высокого в себе, а свое низкое слишком близко увидишь; само возвышенное в тебе будет пугать тебя как привидение. Вопить будешь ты в тот день; «Все — обман!»
Есть чувства, которые готовы убить одинокого; не удалось им убить, — тогда они сами должны умереть! Но по плечу ли тебе быть убийцей?
Знакомо ли уже тебе, брат мой, слово «презрение»? И знакома ли пытка твоей справедливости — быть справедливым к тем, кто тебя презирает?
Ты принуждаешь многих смотреть на себя иными глазами; за это они предъявляют тебе жесткий счет. Ты подошел к ним близко и все же прошел мимо них: этого они тебе не простят никогда.
Ты далеко превзошел их: но чем выше поднимаешься ты, тем меньшим кажешься ты глазу зависти. Но больше всего ненавистен окрыленный.
«Как же намеревались вы быть ко мне справедливыми! — должен ты сказать. — Я выбираю для себя вашу несправедливость как мне определенную долю».
Несправедливостью и грязью забрасывают они одинокого: но, брат мой, если ты хочешь быть звездой, то это не значит, что ты должен светить им слабее!
И остерегайся добрых и праведных! Они охотно распинают тех, кто создает для себя свою собственную добродетель, — они ненавидят одинокого.
Но остерегайся и святой простоты! Для нее все то не свято, что не простовато; она охотно играет и с огнем — с огнем костров.
Остерегайся и своей любви! Слишком поспешно одинокий протягивает руку тому, кто ему повстречается.
Иному молодцу следует протянуть не руку, а только лапу: и я хочу, чтобы у лапы твоей были еще и когти.
Но злейшим врагом, с которым можешь встретиться ты, будешь всегда ты сам себе; ты сам подкарауливаешь себя в лесах и берлогах.
Одинокий, ты идешь по пути, ведущему к тебе самому! И мимо тебя проходит твой путь и мимо твоих семи бесов!
Еретиком будешь ты сам для себя, и ведуном, и прорицателем, и дураком, и недовером, и нечестивцем, и злодеем.
Сжечь себя волен хотеть ты в собственном пламени: как же хотел ты обновиться, не став сперва пеплом!
Одинокий, ты идешь путем созидающего: ты хочешь бога создать себе из своих семи бесов!
Одинокий, ты идешь путем любящего: самого себя ты любишь и потому презираешь себя так, как презирают только любящие.
Созидать хочет любящий, ибо он презирает! Что знает тот о любви, кто не должен был презирать именно то, что любил.
Со своею любовью иди в свое уединение, и со своим созиданием, брат мой; и только позднее за тобою вслед заковыляет справедливость.
С моими слезами иди в свое уединение, брат мой. Я люблю того, кто хочет создать нечто превыше и сверх себя и так прахом идет. —
Так говорил Заратустра.
О старых и молодых женках
«Что так робко крадешься ты в сумерках, Заратустра? И что скрываешь ты бережно у себя под плащом?
V Иль это клад тебе подарен? Или дитя тебе рождено?
Иль ты сам ходишь воровскими путями, ты, друг злобных?» —
Впрямь, о брат мой! — сказал Заратустра, — это клад, мне подаренный: маленькая истина — ее несу я.
Но она капризна как малое дитя; и если я не затяну ей рта, то она завопит благим матом.
Когда сегодня я шел своим путем, один, в пору, когда садится солнце, повстречалась мне старая женка и так молвила к моей душе:
«Разное говорил Заратустра также и нам, женщинам, но никогда не говорил он нам о женщине».
И я сказал ей в ответ: «О женщине следует говорить только в глаза мужчинам».
«Скажи и мне о женщине, — проговорила она; — я достаточно стара, чтобы тотчас обо всем позабыть».
И я уступил просьбе старой женки и говорил ей так:
Все в женщине загадка, и все в женщине имеет свою разгадку: имя же ей беременность.
Мужчина для женщины только средство: а цель — всегда ребенок. Но что такое женщина для мужчины?
Двоякого хочет настоящий мужчина: опасности и игры. Потому и хочет он женщину, как опаснейшую игрушку.
Для войны должен быть воспитан мужчина, а женщина для отдохновения воина: все прочее — вздор.
Переслащенные плоды воину не по вкусу. Потому по вкусу ему женщина; ибо горька даже сладчайшая женщина.
Лучше мужчины смыслит женщина в детях, но мужчина больше дитя, чем женщина.
В настоящем мужчине скрыто дитя: оно хочет играть. Пробудитесь, женщины, откройте же мне дитя в мужчине!
Да будет игрушкой женщина, красивой и чистой, как драгоценный камень, излучающий добродетели мира, который еще не создан.
Луч звезды пусть сияет в вашей любви! Пусть гласит ваша надежда: «О если бы мне родить сверхчеловека!»
В вашей любви да будет отвага! С вашей любовью на того наступайте, кто внушает вам страх! В вашей любви да будет вам честь! Мало смыслят женщины в чести. Но да будет вашей честью: сильнее любить, чем вы сами любимы, и вторыми не быть никогда.
Пусть мужчина боится женщины, когда она любит: тогда готова она на любую жертву, а все прочее ей ни к чему.
Пусть мужчина боится женщины, когда она ненавидит: потому что мужчина в глубине души только зол, женщина же дурна.
Кого ненавидит женщина неистребимо? — Так говорило железо магниту: «Я тебя ненавижу неистребимо, ибо ты притягателен, но ты не настолько силен, чтобы к себе притянуть».
Счастье мужчины гласит: я хочу. Счастье женщины гласит: он хочет.
«Смотри, вот только сейчас мир стал совершенен!» — так думает каждая женщина, когда повинуется от полноты любви.
И повиноваться — долг женщины, и глубину находить для своей поверхности. Поверхность — чувство женщины, подвижная, бурливая пенка на мелководье.
Зато чувство мужчины глубоко, его поток шумит в подземных пещерах: женщина чует его силу, но не в силах ее понять. —
Тогда молвила мне в ответ старая женка: «Много любезных вещей насказал Заратустра, и особенно для тех, кто для этого достаточно молод.
Странно, Заратустра мало знает женщин, и все же он не ошибся в них! Потому ли это, что от женщины можно всего ожидать?
Так прими же в благодарность маленькую истину! Я ведь достаточно стара для нее!
Запеленай ее и заткни ей рот: не то она завопит благим матом, эта маленькая истина».
«Дай мне, женщина, твою маленькую истину!» — сказал я. И так говорила старая женка:
«Ты идешь к женщинам? Так плетку не забудь!» —
Так говорил Заратустра.
Об укусе ехидны
Однажды задремал Заратустра под инжировым деревом — было жарко, и прикрыл он руками свое лицо. И вот подползла ехидна и укусила его в шею, так что Заратустра вскрикнул от боли. Когда же он отнял от лица руку, взглянул он пристально на змею: и узнала змея глаза Заратустры, повернулась неловко и хотела дать тягу. «Погоди-ка, — сказал Заратустра; — еще ты не приняла от меня благодарности. Ты вовремя разбудила меня, мой путь еще долог». «Твой путь уже короток, — сказала грустно ехидна; — мой яд смертелен». Заратустра улыбнулся. «Где это видано, чтобы дракон умирал от яда змеи? — сказал он. — Но возьми обратно свой яд! Ты не настолько богата, чтобы его мне дарить». Тогда ехидна вторично обвилась вокруг его шеи и вылизала ему его рану.
Когда Заратустра однажды рассказал об этом ученикам своим, они спросили: «А какова, о Заратустра, мораль этой истории?» Заратустра отвечал на это так:
Крушителем морали называют меня добрые и праведные: история моя аморальна.
Потому, если есть у вас враг, не воздавайте ему за зло добром: это устыдило бы его. А объявите, что он сделал вам нечто доброе.
И уж лучше браните, но не стыдите! И когда проклинают вас, то не по нраву мне всякий раз, что вы готовы благословлять. Лучше слегка попроклинать сообща!
И коль претерпели вы большую неправду, поскорей совершайте пять маленьких впридачу! Нестерпимо смотреть на того, кто придавлен неправдой к земле.
Знали ли вы уже это? Разделенная неправда — наполовину право. И пусть тот возьмет на себя неправду, кто ее в силах нести!
Маленькая месть человечнее, чем никакая. И если кара не есть право и честь также и для преступившего, то знать не хочу я вашей кары.
Благороднее признать себя неправым, чем оправдать себя, особенно если кто прав. Только надо быть достаточно для этого богатым.
Знать не хочу я вашей холодной справедливости; а из глаз ваших судей глядят на меня всегда палач и его холодное железо.
Скажите мне, где найти справедливость — любовь со зрячими глазами?
Так создайте же мне любовь, ту, которая не только всю кару — но несет на себе и всю вину!
Так создайте же мне справедливость, которая оправдает любого, но не того, кто судья!
Или вы хотите еще и это слово услышать? У того, кто в корне хочет быть справедливым, ложь и та обратится в человеколюбие.
Но как мог бы я быть справедливым в корне! Как могу я каждому воздать свое! С меня того хватит: каждому воздаю я мое.
Наконец, братья мои, бойтесь обидеть неправдой отшельников! Как мог бы отшельник забыть! Как мог бы он отплатить!
Как глубокий колодезь — таков отшельник. Легко бросить камень в глубину; но если камень достал до дна, скажите, кто же вытащит его на свет?
Бойтесь же обидеть отшельника! Но раз вы сделали это, что ж, так и убейте его!
Так говорил Заратустра.
О ребенке и браке
Я задаю вопрос тебе одному, брат мой: словно свинцовый лот бросаю я мой вопрос в твою душу, чтобы знать, как глубока твоя душа.
Ты желаешь ребенка и брака. Но задаю вопрос: тот ли ты, кто вправе желать ребенка?
Ты победитель иль самоукротитель, повелитель страстей, господин своих добродетелей? Такой я задаю вопрос.
Или говорит в твоем желании зверь и потребность? Иль одиночество? Или разлад с самим собою?
Я хочу, чтобы твоя победа и твоя свобода тосковали по ребенку. Живые памятники должен ты воздвигать своей победе и освобождению.
Превыше и сверх себя должен ты воздвигать. Но сперва должен ты сам воздвигнуться, стройный телом и душой.
Не только должен ты впредь насаждать себя, но и воздвигать ввысь. Да поможет тебе в этом сад брака!
Высшее тело должен ты создать, перводвижение, самокатящееся колесо — созидателя должен ты создать.
Брак: так называю я волю к бытию вдвоем, чтобы создать одного, большего тех, кто его создал. Благоговение друг перед другом называю я браком, перед воле-изъявителями такой воли.
Это да будет смыслом и правдой твоего брака. Но что счетно-несчетные называют браком, эти лишние из лишних — ах, как мне это назвать?
Ах, эта бедность души вдвоем! Ах, эта грязь души вдвоем! Ах, этот жалкий уют жить вдвоем!
Браком называют они все это; и они утверждают, будто брак их заключен на небе.
Так вот знать не хочу я его, этого неба лишних из лишних! Нет, знать не хочу я их, этих опутанных сетью небесной зверей!
Пусть подальше от меня остается и бог, который тащится, ковыляя, благословлять то, что он не соединял!
Не смейтесь же над такими браками. У какого ребенка нет основания сетовать на своих родителей?
Достойным казался мне этот муж и зрелым для смысла Земли; но когда я увидел его жену, земля показалась мне домом безумцев.
Да, я хотел бы, чтобы Земля содрогалась всякий раз, как святой сочетается с гусыней.
Иной вышел, как герой, на поиски истины и наконец добыл себе маленькую нарядную ложь. Своим браком называет он это.
Другой недоступен был в общении и разборчив при выборе. И вдруг разом испортил свое общество: браком называет он это.
Третий искал служанку с добродетелями ангела. И вдруг сразу сам стал служанкой женщины, и дело лишь за тем, чтоб он вдобавок стал еще ангелом.
Осмотрительными находил я теперь всех покупателей, и у всех у них глаза пройдох. Но жену себе и из пройдох пройдоха покупает все же в мешке.
Много коротких безумств — вот что называется у вас любовью. И ваш брак кладет конец многим коротким безумствам — одна долгая глупость.
Ваша любовь к жене и любовь жены к мужу: ах, если б она была состраданием к страдающим и сокрытым богам! Но обычно две бестии угадывают друг друга.
Но и ваша всесильная любовь есть только восторженный символ и болезненный жар. Яркий факел она, чтобы бросать вам свет на высшие пути.
Превыше и сверх себя задано впредь любить вам! Так научитесь же любить! Потому и должны вы были испить горькую чашу вашей любви.
Есть горечь в чаше даже всесильной любви: так вызывает тоску она по сверхчеловеку, так вызывает жажду она — в тебе, созидающем!
Жажду в созидающем, стрелу-тоску по сверхчеловеку: говори, брат мой, это ли твоя воля к браку?
Священны мне воля такая и такой брак. —
Так говорил Заратустра.
О свободной смерти
Многие умирают слишком поздно, а иные умирают слишком рано. Еще чуждо звучит учение: «Вовремя умри!»
Вовремя умри: так учит Заратустра.
Впрямь, кто вовремя не живет, как умереть ему вовремя? Лучше бы ему никогда не рождаться! — Так советую я лишним из лишних.
Но лишние из лишних придают еще важность своей смерти, и даже сплошь пустой орех хочет, чтобы его разгрызли.
Нечто важное видят все люди в смерти: но смерть все еще не праздник. Не научились еще люди, как освящать прекрасные праздники.
Совершенную смерть покажу я вам: для живых эта смерть и жало и обетованье.
Своей смертью умирает свершитель, победоносно, в кругу верных надежде и верных обету.
Нам бы так умирать научиться; и не было бы праздника, где бы такой умирающий не освящал клятвы живущих!
Умирать так — наилучший удел; а на втором месте: умирать в борьбе, расточив великую душу.
Но ненавистна борцу, а равно и победителю ваша оскалившая зубы смерть, которая подкрадывается как вор — и все же приходцт как господин.
М ою смерть восхваляю я вам, свободную смерть, которая приходит ко мне, ибо я хочу.
Но когда же захочу я? — У кого есть цель и есть наследник, тот хочет смерти вовремя — ради цели и наследника.
И из благоговения к цели и наследнику не повесит он сухих венков в святилище жизни.
Впрямь, не хочу я быть сходным с сучильщиками: они вытягивают свою нить в длину и сами при этом все пятятся.
Иной становится слишком стар даже для своих истин и побед; беззубый рот уже не имеет прав на любую истину.
И любой из тех, кто хочет быть в славе, должен проститься вовремя с почестью и овладеть трудным искусством вовремя уходить.
Надо тогда перестать позволять себя есть, когда ты особенно вкусен: это знает всякий, кто хочет быть любимым долго.
Впрочем, есть кислые яблоки, чья судьба — выжидать до последнего дня осени: к той поре станут они и спелыми, и желтыми, и сморщенными.
У одних дряхлеет сперва сердце, у других дух. Иной уже старик и в юности: но кто поздно юн, тот юн надолго.
Иному не удается жизнь: ядовитый червь въелся в сердце ему. Так пусть позаботится он, чтобы тем лучше удалась ему смерть.
Иной никогда не сладок — он гниет уже летом. Трусость — вот что удерживает его на ветке.
Слишком многие живут, и слишком долго висят они на своих ветвях. О если бы пришла буря и стряхнула с дерева всю эту гниль и червоточину!
О если б пришли проповедники скорой смерти! То были бы настоящие бури и сотрясатели древ жизни! Мне же все слышится только проповедь медленной смерти и терпения ко всему «земному».
Ах, вы проповедуете терпение к земному? У земного — вот у кого слишком много терпения к вам, клеветники!
Впрямь, рано умер тот еврей, которого чтут проповедники медленной смерти: и для многих с тех пор стало роковым, что он так рано умер.
Он знал одни лишь слезы и еврейскую тоску, да ненависть добрых и праведных, этот еврей Иисус: и тут напало на него томление по смерти.
Что бы остаться ему в пустыне, вдали от добрых и праведных! Может быть, он жить научился бы и научился бы землю любить — и смех впридачу!
Верьте мне, други-братья! Он умер слишком рано; он сам отрекся б от своего учения, если б дожил до моих лет! Был он достаточно благороден, чтобы отречься.
Но еще незрелым был он. Незрело любит юноша, и незрело ненавидит он человека и землю. Связаны и еще тяжелы ему душа и крылья духа.
Но в муже скрыты больший ребенок, чем в юноше, и меньшая скорбь: проще берет он и жизнь и смерть.
Свободный для смерти и свободный в смерти, святой отрицатель, говорящий свое нет, когда уже нет времени для да: так берет он жизнь и смерть.
Только бы ваша смерть не была клеветой на человека и землю, други мои: это испрашиваю я от меда вашей души.
Пусть в вашей смерти еще горит ваш дух и ваша добродетель, горит зарей вечерней над землею: иначе смерть вам плохо удалась.
Так хочу и я умереть, чтоб вы, други, ради меня любили землю сильней; и землею вновь хочу я стать, чтобы в той найти покой, которая меня родила.
Впрямь, цель имел Заратустра, он бросил свой мяч: ныне вы, други, моей цели наследники, вам бросаю я золотой мяч.
Милее всего видеть мне вас, о други, как бросаете вы золотой мяч! Потому позабавлюсь я еще немного на земле: простите мне это!
Так говорил Заратустра.
О дарящей добродетели
Когда Заратустра простился с городом, которому был предан сердцем и имя которому «Пестрая Корова», — последовали за ним многие, называвшие себя его учениками, и сомкнулись свитой за ним. Так дошли они до перекрестка: тогда сказал им Заратустра, что хочет идти отныне один; ибо был он другом хождения в одиночку. Но ученики подали ему на прощание посох, где по золоту рукояти змея обвивалась вокруг солнца. Заратустра обрадовался посоху и оперся на него; после так говорил он своим ученикам:
Скажите мне: как достигло золото высшей ценности? Так: необычайно оно, и бесполезно, и сияет, и ласкает блеском; неизменно дарит оно себя.
Только как отблеск высшей добродетели достигло золото высшей ценности. Золото-блик сияет во взоре дарящего. Золота-блеск заключает мир между солнцем и месяцем.
Необычайна высшая добродетель, и бесполезна, и сияет она, и ласкает блеском: дарящая добродетель — та высшая добродетель.
Впрямь, я разгадываю вас, други-ученики: вы жаждете, как я, той дарящей добродетели. Что может быть общего у вас с кошками и волками?
В том жажда ваша — себя в жертву отдать и в дар другим: а потому и жажда у вас — все богатство сгрудить в своей душе.
Ненасытно жаждет ваша душа сокровищ и драгоценностей, ибо ваша добродетель сама ненасытна в воле к дарению.
Все вещи к себе привлекаете вы и в себя вовлекаете, чтобы из вашего родника обратно хлынули они дарами вашей любви.
Впрямь, грабителем всех драгоценностей должна стать такая любовь дарящая: но благим и блаженным называю я такое самолюбие.
И другое самолюбие есть, обнищалое, голодающее, что всегда хочет украсть, самолюбие больных, больное самолюбие.
Оком вора поглядывает оно на все блестящее; алчбой голода мерит оно того, у кого обильные яства, всегда шныряет оно вокруг стола дарителей.
Болезнь говорит в такой алчности и скрытое вырождение; о хилом теле говорит воровская алчба этого самолюбия.
Скажите мне, братья мои: что считаем мы худым и наихудшим — не вырождение ли? — Вырождение угадываем мы всюду, где нет дарящей души.
Вверх идет наш путь: от вида к сверхвиду. Но содроганье для нас вырождающийся ум, который говорит: «Все для меня».
Вверх взлетает наш ум: потому он и символ нашего тела, возвышения символ. Таких возвышений символы суть имена добродетелей.
Так проходит тело по истории — тело-становление и тело-борение. А дух — что ему дух? Его битв и побед глашатай, товарищ и отзвук.
Символы все имена добра и зла: они не высказывают, они намекают, и только. Глупец, кто ждет от них знания!
Будьте чутки, братья мои, к каждому часу, в который дух ваш хочет говорить символами: вот где начало вашей добродетели.
Воздвиглось тогда ваше тело и воскресло; оно восторгом своим восхищает дух, и становится дух созидателем, и ценителем, и любящим, и всех вещей благодетелем.
Когда сердце у вас волнуется вольно и полно, подобно потоку, и несет отраду и опасность для близживу-щих: вот где начало вашей добродетели.
Когда вы превыше хвалы и хулы, и ваша воля хочет все вещи приневолить, как любящего воля: вот где начало вашей добродетели.
Когда вы презираете приятное и мягкую постель, и в силах постлаться поодаль от мягкотелых: вот где начало вашей добродетели.
Когда вы единой воли волеизъявители и всех нужд одоление неодолимо в вас: вот где начало вашей добродетели!
Впрямь, новое добро и новое зло она! Впрямь, она новый глубокий рокот и нового родника подземный голос!
Мощь и власть она, эта новая добродетель; державная мысль она, и вокруг нее умная душа; золотое солнце и вокруг него змея познания.
2
Здесь умолк Заратустра на мгновенье и посмотрел любовно на своих учеников. Затем так продолжал он говорить: — и голос его преобразился.
Пребывайте верны земле, братья мои, всей мощью вашей добродетели! Ваша дарящая любовь и ваше познание да служат смыслу земли! Вот о чем прошу и заклинаю я вас.
Не позволяйте ей прочь улетать от земного и биться крылами о вечные стены! Ах, столько было всегда невесть куда залетевшей добродетели!
Возвращайте, как я, залетевшую добродетель обратно на землю, — да, обратно к телу и жизни возвращайте ее: чтобы она дала земле свой смысл, человеческий смысл!
Несчет раз невесть куда залетали и маху давали до сих пор как дух, так и добродетель. Ах, в нашем теле живет и поныне это заумие и промах: в тело и волю там обернулись они.
Несчет раз пытались и заблуждались до сих пор как дух, так и добродетель. Да, попыткой был человек. Ах, много невежества и заблуждения обернулось у нас в тело!
Не только разум тысячелетий — но и безумие их разряжается нами. Опасно наследовать.
Все еще боремся мы шаг за шагом с колоссом-случаем, и до сих пор всем человечеством вершит бессмыслица, не смысл.
Ваш дух и ваша добродетель да послужат смыслу земли, братья мои: и ценность всех вещей да будет заново вами установлена! Потому быть борцами вам! Потому быть творцами вам!
Познавая, очищает себя тело; познанием, испытывая, возвышает оно себя; оправданы все побуды познающего; веселится душа возвышенного.
Врач, помоги себе сам: так поможешь ты и больному. Да будет ему лучшая помощь узревать своими глазами того, кто сам себя исцеляет.
Есть еще тысячи троп, по которым никогда не ступали; тысячи здоровий и потаенных островов жизни. Все еще не исчерпаны и не открыты человек и земля человеков.
Бдите и вслушивайтесь, вы, одинокие! От грядущего несутся к нам ветры неприметным взмахом крыл; и до тонких ушей доносится добрая весть.
Вы, одинокие от сего дня, вы, отрешенные, некогда будете вы народом: от вас, самих себя избравших, произойдет избранный народ: — и от него сверхчеловек.
Впрямь, местом выздоровления должна еще стать земля! И уже опоясана она новым запахом, целительным запахом — и новой надеждой!
Когда Заратустра сказал эти слова, умолк он как тот, кто еще не выговорил свое последнее слово; долго взвешивал он в нерешимости посох в руке. Наконец, так заговорил он: — и голос его преобразился.
Один пойду я теперь, други-ученики! Идите же и вы теперь дальше одни! Так хочу я.
Впрямь, даю вам совет: ступайте прочь от меня и защищайтесь от Заратустры! А еще лучше: устыдитесь его! Быть может, он вас обманул.
Человек познания должен не только уметь своих врагов любить, но и своих друзей ненавидеть.
Плохо воздает учителю тот, кто навек остается только учеником. И почему не хотите вы слегка ощипать мой венок?
Вы поклоняетесь мне; но что, если день придет и ваше поклонение рухнет? Берегитесь, как бы не убил вас рухнувший кумир!
Вы говорите, что веруете в Заратустру? Да что толку в Заратустре! Вы мои правоверные: да что толку во всех правоверных!
Еще себя не искали вы: и вот нашли меня. Так поступают все правоверные; потому и стоит так мало всякая вера.
Теперь заклинаю я вас меня потерять, а себя найти; и только когда вы все отречетесь от меня, я возвращусь к вам.
Впрямь, иными глазами, братья мои, буду я тогда отыскивать мною утраченных; иною любовью буду и тогда вас любить.
И некогда еще должны вы моими друзьями стать и детьми таимой надежды: тогда в третий раз пребуду я среди вас, чтобы с вами отпраздновать великий полдень. ,
И вот он, великий полдень, когда человек стоит на полпути между зверем и сверхчеловеком и празднует свой вечерний путь к закату как свою высшую надежду: ибо то путь к новому утру.
И вот тогда уходящий благословит сам себя, радуясь, что он переходящий; и тогда солнце его познания будет стоять для него на полдне.
«М ертвы все боги, потому водим мы, чтобы жил сверхчеловек» — это в великий полдень да будет нашей последней волей! —
Так говорил Заратустра.
ЧАСТЬ ВТОРАЯ
«...И только когда вы все отречетесь от меня, я возвращусь к вам.
Впрямь, иными глазами, братья мои, буду я тогда искать мною утраченных; иною любовью буду я тогда вас любить.
Заратустра. О дарящей добродетели (часть I, с. 105)
Дитя с зеркалом
Затем вновь Заратустра вернулся в горы в уединение своей берлоги и отдалился от людей: ожидая подобно сеятелю, который посеял уже свое семя. Но душа его была полна нетерпения и страстной тоски по тем, кого любил он: ибо много еще им мог бы он дать. И вот что труднее всего: из любви оскудить дающую руку и, одаряя, сохранить стыдливость.
Так протекали для уединенного месяцы и годы; но мудрость его»все росла и вызывала страдание своей полнотою.
Но однажды поутру пробудился он задолго до утренней зари, припоминал что-то долго, лежа на своем ложе, и проговорил наконец к своему сердцу:
«Что же это так напугало меня во сне, что я пробудился? Не подошло ли ко мне дитя с зеркалом в руке?
О, Заратустра, — мне сказало дитя, — взгляни-ка на себя в зеркало!»
Но едва взглянул я в зеркало, вскрикнул я, и мое сердце ужаснулось: ибо не себя увидел я там, а дьявольскую харю и глумливый смех.
Впрямь, слишком хорошо понимаю я этого сна знаменье и предостережение: мое учение в опасности, сорняки хотят пшеницей называться!
Мои враги стали могучи и исказили образ моего учения вконец, так что мои любимые должны тех даров стыдиться, которые я им дал.
Утрачены для меня мои друзья; настал час для меня искать утраченных мною!»
С этими словами вскочил Заратустра на ноги, но не как перепуганный, которому не хватает воздуха, а, скорее, как пророк и певец, на которого находит дух. Удивленно посмотрели на него орел и змея: ибо подобно утренней заре озарило грядущее счастье его лицо.
Что со мною, звери мои? — сказал Заратустра. — Не преображен ли я? Не налетело ли на меня блаженство, словно ураган?
Нелепо счастье мое и нелепости будет говорить оно: еще слишком юно оно — имейте же к нему снисхождение!
О, я ранен счастием своим: все страдающие пусть будут мне врачами!
К своим друзьям я вправе спуститься вновь, и к своим врагам! Заратустра вправе вновь говорить, и дарить, и делать любимым то, что им любо!
Моя нетерпеливая любовь перетекает потоками через край — от подъема к падению. С высоты безмолвных гор и гроз скорби низвергается шумно моя душа в долины.
Слишком долго томился я и вглядывался в дали. Слишком долго отдавался я одиночеству: потому разучился я молчанию.
Рот я всецело, и клокот ручья с высоты скал: низвергнуть хочу я мою речь в долины.
И пусть мой поток любви низвергается в бездорожье! Как мог бы поток наконец не найти дороги к морю!
Верно, озеро есть во мне, отшельническое озеро, само в себе замкнутое; но мой поток любви мчит его с собою вниз — к морю!
Новыми путями я иду, новая речь приходит ко мне; вот устал и я, как все созидающие, от старых языков. Не хочет дольше дух мой бродить на истоптанных подошвах.
Слишком медленно течет для меня всякая речь; — в твою повозку вскакиваю я, ураган! И еще тебя хочу я хлестать моей злобой!
Ликованием и воплем хочу я нестись по простору морей, пока не достигну блаженных островов, где мои друзья пребывают: —
И мои враги среди них! О как люблю я любого, кому только могу слово сказать! И даже мои враги принадлежат к моему блаженству.
И когда я хочу на своего бешеного скакуна вскочить, то лучше всего всегда помогает мне мое копье: оно лучший слуга моих ног: —
Копье, которое я в своих врагов мечу! Как благодарен я своим врагам, что я могу, наконец, его метнуть!
Перенапряжена была моя туча: среди хохота молний хочу я градобоем поразить долины.
Могуче будет тогда вздыматься моя грудь, могуче бурей своей дохнет она над горами: так слетит к ней облегчение.
Впрямь, буре подобно, налетают мое счастье и моя свобода! Но мои враги должны думать, что злой дух бушует над их головами.
Да, и вы перепугаетесь, друзья мои, от моей дикой мудрости; и, быть может, пуститесь бежать от нее вместе с моими врагами.
Ах, кабы уметь мне привлечь вас обратно пастушьими дудельками! Ах, кабы моя львица-мудрость научилась нежно рычать! Уже многому мы вместе научились!
Моя дикая мудрость стала тяжелой на уединенных горах; на жестких камнях родила она своего младенца.
Теперь она мечется, дуреха, по каменистой пустыне и все ищет да ищет нежного дерну, — моя старая дикая мудрость!
На нежном дерне ваших сердец, други мои! — на вашей любви хотелось бы ей свое любимое дитя положить!
Так говорил Заратустра.
На островах блаженных
Смоквы падают с деревьев, они сочны и сладки; и пока они падают, лопается их красная кожура. Я северный ветер спелым смоквам.
Так, подобно смоквам, падают к вам эти речения, други мои: так пейте ж их мед и их сладкую плоть! Осень окрест и чистое небо и час пополудни.
Оглянитесь, что за изобилие окрест нас! И из преизбытка выникая, чудно кинуть взор на далекие моря.
Некогда говорили: бог, — на далекие моря кидая взор; ныне же я научил вас говорить: сверхчеловек.
Бог — только догадка; я же хочу, чтобы ваша догадливость не шла дальше, чем ваша творящая воля.
Могли бы вы бога создать? — Так молчите, ни слова мне впредь о богах! Но зато сверхчеловека могли бы вы создать.
Не вы сами, быть может, братья мои! Но в отцов и предков сверхчеловека себя пересоздать могли бы вы: и да будет это вашим лучшим созданием! —
Бог — только догадка: я же хочу, чтобы ваша догадливость пребывала в пределах мыслимости.
Могли бы вы бога помыслить? — Но да осмыс-лится так для вас воля к истине, чтобы все превратилось в нечто по-человечески мыслимое, по-человечески видимое, по-человечески чувствуемое! Свои собственные чувства должны вы домыслить до конца!
И все, что вы миром назвали, пусть будет вами создано сперва: ваш разум, ваш образ, ваша воля, ваша любовь, пусть станут они тем миром! И впрямь, на блаженство вам, вы, познающие!
И как смогли бы вы выдержать жизнь без этой надежды, вы, познающие? Не могло вам быть врождено ни непостижимое, ни неразумное.
Но чтобы всецело вам открыть свое сердце, о други: если бы боги были, как выдержал бы я — богом не быть! Значит, нет никаких богов.
Вывод я сделал: но теперь он ведет меня. —
Бог — это только догадка: но кто смог бы испить всю муку этой догадки и не умереть? Или у созидающего отнять всю его веру и у орла его парение на орлиных высотах?
Бог — это только мысль, которая делает все прямое кривым и все неподвижное вертящимся. Как? Время бы кануло и все миголетное было бы ложью?
От такой мысли голова ходит кругом и земля ходуном и желудок извергает блевотину: впрямь, вертячей болезнью называю я склонность к таким догадкам.
Злом называю я и врагом человеческим это учение о едином и полном, и неподвижном, и сытом, и непреходящем!
Все непреходящее — только подобие! И поэты залгались вконец. —
Но о времени и становлении пусть говорят нам подобия лучшие: славословием пусть будут они и оправданием всего преходящего!
Создавать — это великое избавление от страданий и облегчение жизни. Но чтобы создающий был создан — и для этого нужны страдание и череда превращений.
Да, много горького умирания должно быть в вашем бывании, вы, созидающие! Только так становитесь вы заступниками и оправдателями всего преходящего.
Чтобы сам созидающий ребенком был, новорожденным был, и для этого должен он еще захотеть быть родильницей и мукой родильницы.
Впрямь, через вереницы душ вел меня мой путь и через вереницы колыбелей и родильных мучений. И не раз уже прощался я — о, знаю я эти последние душу-раздирающие мгновения.
Но такова воля моей созидающей воли, моей судьбы. Илигчтоб вам уж начистоту высказать: именно такой судьбы — волит воля моя.
Все чувствующее страдает во мне и томится по тюрьмам: но моя воля неизменно приходит ко мне освободителем и радователем.
Воля освобождает: таково истинное учение о свободе и воле — ему учит вас Заратустра.
Не хотеть больше, и не ценить больше, и не созидать больше! — ах, да будет эта великая усталость навеки далека от меня!
Даже в познании чувствую я только радость рождения и становления воли моей; и если есть невинность в познании моем, то потому она здесь, что есть в ней воля к рождению.
Прочь от бога и богов увлекла меня эта воля; к чему создавать, если бы боги... были!
Но к человеку все сызнова нудит меня моя страстная воля к созиданию; так тянет молот ударить в камень.
Ах, люди, люди! В камне дремлет для меня образ, моих образов образ! Ах, почему обречен он дремать в таком безобразном, безжалостном камне!
Вот свирепствует грозно мой молот против своей тюрьмы. От камня — пылью осколки: что мне до того?
Завершить хочу я: ибо тень подошла ко мне, — самая тихая, легкая тень на свете подошла когда-то ко мне!
Красота сверхчеловека подошла ко мне как тень. Ах, други-братья! Что мне теперь — до богов! —
Так говорил Заратустра.
О сострадательных
Други мои, глумливое слово дошло до слуха вашего друга: «Посмотрите-ка на Заратустру! Не бродит ли он среди нас, как среди зверей?»
Но вернее было б так сказать: «Познающий бродит среди людей как среди зверей».
Но сам человек называется у познающего так: зверь, у которого румяные щеки.
Да откуда у него румянец? Не оттого ли, что ему слишком часто приходилось стыдиться?
О други мои! Так говорит познающий: стыд, стыд, стыд — вот история человека!
Потому заповедал себе благородный никого не стыдить: себе стыд заповедал он перед всяким страдающим.
Впрямь, я не терплю сердобольных людей, блаженных в своем сострадании: уж слишком скупы они на стыд.
Но коль должен я сострадательным быть, все ж называться я им не хочу; а уж если бываю таким, так с охотой, но издали.
Охотно прикрываю и голову я и со всех ног убегаю еще до того, как буду опознан: так поступать и вас призываю я, друзья мои!
Пусть мне всегда посылает навстречу судьба людей, чуждых страдания, как вы, и таких, с кем вправе иметь я общие — надежду, и стол, и мед!
Впрямь, я делал то одно, то другое на пользу страдальцам, но, казалось мне, большее делал я, когда я учился больше радоваться.
С той поры, как явились люди на свете, человек слишком мало радовался: это наш единственный, други мои, первородный грех!
И когда мы научимся больше радоваться, мы скорее разучимся причинять муку другим и изобретать мучительства.
Потому и мою я руку себе, раз она помогла страдальцу, потому вытираю я и душу себе.
Ибо то, что я видел страдальца страдающим, этого устыдился я из-за его стыда; и когда я ему помогал, жестоко обошелся я с его гордостью.
Великие одолжения рождают не благодарность, а мстительность; и если даже маленькое благодеяние не забудется, в гложущего червя обернется оно.
«С недоступностью принимайте дары! Отметьте этим, что вы принимаете!» — так советую тем, кому нечего от себя дать.
Я же из числа одаряющих: я с охотой дарю, как дарит друг друзьям. Но зато чужие и нищие — те пусть сами срывают плоды с моего дерева: так оно менее стыдно.
Нищих же следовало бы вовсе убрать! Впрямь, досадно давать, досадно и не давать им.
А заодно с ними и грешников и людей с нечистой совестью! Поверьте мне, братья мои: угрызения совести учат вгрызаться.
Но хуже всего мелкие мыслишки. Впрямь, лучше злое свершить, чем в мыслях мелко решить!
Хотя вы и говорите: «Удовольствие от мелкой злости удерживает нас порой от большого злодейства». Но здесь сдерживать не следовало бы себя.
Злодеяние все равно что нарыв: оно зудит, и сверлит, и нарывает — оно говорит честно.
«Видишь, я болезнь», — так говорит злодеяние; такова его честность.
Но подобна грибку мелкая мыслишка: она ползет, припадая, — пока тело сплошь не станет дряблым и блеклым от мелких грибков.
Тому же, кто одержим бесом, такое словечко скажу я на ухо: «Лучше уж вскорми своего беса! И для тебя есть еще дорога величия!» —
Ах, братья мои! О каждом знаешь чуть-чуть больше, чем надо! А иной становится для нас насквозь прозрачным, но все же нам еще далеко до того, чтобы пройти сквозь него.
С людьми очень трудно жить, потому что молчать очень уж трудно.
И не к тому, кто противен нам, всего несправедливее мы, а к тому, до кого нам нет дела.
Есть у тебя страдающий друг, так будь отдохновением его страданию, но будь и жесткой постелью, походной постелью: так будешь ты ему наиболее полезен.
И сделает тебе друг дурное, так скажи: «Я прощаю тебе то, что ты мне сделал; но то, что ты это себе сделал, — как мог бы я простить!»
Так говорит великая любовь: она превозмогает даже прощение и сострадание.
Надо сдерживать свое сердце; стоит только дать ему волю, как тотчас теряешь голову!
Ах, где на свете совершались большие безумства, как не у сострадательных? И что на свете порождало больше страданий, как не безумства сострадательных?
Горе всем любящим, у которых нет в запасе другой высоты — той, что выше их сострадания!
Так когда-то говорил мне черт: «И у бога есть свой ад: то любовь его к людям».
И недавно довелось мне слышать, как он сказал людям: «Бог мертв; от своего сострадания к людям умер бог».
Так вот, предостерегаю вас от сострадания: оттуда найдет на людей тяжелая туча! Впрочем, умею я разбираться в знамениях бурь!
И запомните также и это слово: великая любовь куда выше своего сострадания: ибо свое любимое она еще хочет — создать!
«Самого себя приношу я в жертву своей любви и ближнего своего вместе со мной», — такова речь всех созидающих.
Ведь все созидающие жестоки. —
Так говорил Заратустра.
О жрецах
А однажды подал Заратустра своим ученикам знак и обратился к ним с такими словами:
«Здесь жрецы: и пусть они и враги мне, проходите спокойно мимо них, с опущенным мечом!
И среди них встречаются герои; многие из них слишком много страдали — потому хотят они заставить страдать других.
Они злые враги: нет ничего мстительнее их кротости. И легко замараться тому, кто на них нападет.
Но моя кровь сродни их крови; и я хочу, чтоб моя кровь почиталась еще и в их крови». —
И когда они прошли мимо них, одолела Заратустру скорбь; и не долго боролся он со своей скорбью, как начал говорить так:
Жаль мне этих жрецов. Они претят и моему вкусу; но это для меня пустое, с тех пор как я среди людей.
Но я страдаю и страдал с ними: пленники они для меня и обреченные. Тот, кого называют они Спасителем, заковал их в оковы: —
В оковы обманчивых ценностей и обманных слов! Ах, если б кто-нибудь спас их еще и от их спасителя!
Им мнилось, что к острову их корабли прибило, когда их по морю метало; но гляди, то было спящее чудовище!
Обманчивые ценности и обманные слова: они для смертных наихудшее чудовище, — долго спит и выжидает в них рок.
Но вот приходит оно, и бдит, и жрет, и глотает всех, кто построил на нем свои хижины.
О, взгляните-ка на хижины, которые построили для себя жрецы! Церквами называют они свои приторно пахнущие берлоги.
Проклятие этому поддельному свету, этому спертому воздуху! Здесь, где душа в высь свою — не смеет взлететь!
Но так повелевает их вера: «на коленях вверх по ступеням, грешники!»
Впрямь, уж лучше бы узреть мне бесстыдника, чем перекошенные глаза их стыда и благоговения!
Кто создал себе такие берлоги и ступени-покаяния? Не из тех ли были они, кто хотел укрыться и стыдился чистого неба?
И только тогда, когда чистое небо вновь проглянет сквозь обрушенные своды и прольется на травы и красные маки у обрушенных стен, — только тогда вновь обращу я свое сердце к святилищам этого бога.
Они назвали богом все, что им перечило и причиняло боль: и впрямь, немало героического было в их поклонении!
И не иначе умели они своего бога любить, как пригвоздив к кресту человека!
Как трупы, намеревались они жить, черным обили они свой труп; даже в речах их чую я еще тошную пряность покойницких.
И кто вблизи от них живет, тот близ черных живет прудов, откуда со дна с глубокомыслием сладостным квакша песнь свою поет.
Лучшие песни им бы следовало мне петь, чтобы я уверовал в их Спасителя; куда более спасенными следовало бы выглядеть в моих глазах его ученикам!
Голыми хотел бы я видеть их: ибо одной красоте дано проповедовать покаяние. А кого убедит эта прикрытая тоска!
Впрямь, и сами Спасители их не явились со свободы и с седьмого неба свободы! Впрямь, они сами никогда не ступали по коврам познания!
Из пустот был соткан дух этих Спасителей; зато в каждую из пустот поместили они свой бред, свою затычку, которую назвали богом.
В их сострадании утонул их дух, и когда их вздувало и раздувало от сострадания, наверх всплывала великая нелепость.
Ревностно гнали они и с воплем стадо свое по своей стезе; словно в грядущее ведет только одна стезя! Впрямь, сами пастыри эти еще принадлежали к овцам!
С крошечным духом и обширной душой были пастыри эти: но, братья мои, что за крошечные страны были до сих пор даже самые обширные души!
Кровавыми вехами отмечали они путь, по которому шли, и их безумие учило, что истину доказывают кровью.
Но кровь наихудшее доказательство истины; кровь отравляет даже наичистейшее учение — до бреда и ненависти в сердцах.
И если кто на костер всходит во имя своего учения, — что этим доказывается? Впрямь, куда ценнее, когда из собственного пожара возникает собственное учение!
Жар в сердце, холод в голове: где это сочетается, там возникает буйный вихрь, «Спаситель».
Впрямь, были и большие, и выше рождением, чем те, кого народ называет Спасителями, эти яростные, буйные вихри!
И еще от больших, чем все Спасители, должны вы, братья мои, найти спасение, если хотите обрести путь к свободе!
Никогда еще не было сверхчеловека. Голыми я видел обоих — и самого большого, и самого маленького человека: —
Еще слишком похожи они друг на друга. Впрямь, и самого большого человека нашел я — слишком человеческим!
Так говорил Заратустра.
О добродетельных
Громами и небесными фейерверками надо говорить к остылым и сонным чувствам.
Но голос красоты говорит тихо: он проникает только в самые утонченно-чуткие души.
Тихо дрожал и смеялся сегодня мой щит: то священный смех и дрожь красоты.
Да, над вами, о добродетельные, смеялась сегодня моя красота. И так донесся ее голос ко мне: «Они вдобавок и — платы хотят!»
Вы вдобавок еще и платы хотите, о добродетельные! Хотите награды за добродетель, и неба за землю, и вечности за ваше сегодня?
И вот негодуете вы на меня, когда я учу: нет казначея для плат и наград. И, впрямь, я даже не учу, что сама по себе добродетель награда.
Ах, вот от чего моя скорбь: в основу бытия волгали награду и кару — к тому же еще и в основу вашей души, о добродетельные!
Но пусть словно клыком кабана слово мое вспашет основу вашей души; плугом хочу я прослыть у вас.
Все таящееся в вашей основе да выйдет на свет; и когда взрытыми и разбитыми будете вы лежать на солнце, ваша ложь будет отделена от вашей истины.
Ибо вот она, ваша истина: вы слишком чист ы для грязи слов: мщение, кара, награда, возмездие.
Вы любите свою добродетель, как любит мать дитя; но где это слыхано, чтобы мать хотела платы за свою любовь?
Ваша возлюбленная самость — вот ваша добродетель. В вас скрыта жажда кольца: достигнуть вновь самого себя, потому и круглится и крутится всякое кольцо.
И подобно гаснущей звезде всякое дело вашей добродетели: ее мерцающий свет все еще в пути, все еще странствует — да и когда перестанет странствовать?
Так и мерцающий свет вашей добродетели все еще в пути даже тогда, когда дело сделано. Пусть забыто и мертво оно: луч его света еще живет и странствует.
Чтобы ваша добродетель была вашей самостью, а не чем-то сторонним; не кожей, не покровом: вот она истина, из глубинной основы вашей души, о добродетельные! —
Но несомненно есть такие, для кого добродетелью называются корчи под кнутом: и вы уже слишком долго прислушивались к их воплям!
И есть иные, для кого добродетелью называется леность их пороков; и когда их ненависть и их ревность вытягивают ноги ко сну, тогда их «справедливость» бодро вскакивает и протирает заспанные глаза.
И есть иные, кого тянет вниз: то их бесы тянут вниз. Но чем ниже они падают, тем все пламеннее пылает их взор и алчная страсть к своему богу.
Ах, еще и этот вопль достиг ваших ушей, о добродетельные: «Все, что н е я, это, это для меня бог и добродетель!»
И есть иные, что движутся с трудом и со скрипом, подобно фурам, везущим под гору камни: они много болтают о достоинстве и добродетели, — свой тормоз называют они добродетелью!
И есть иные, похожие на часы, заводимые на день; они тикают и желают, чтобы их тиканье — называли добродетелью.
Впрямь, эти созданы мне на забаву: где я только найду такие часы, я заведу их своей насмешкой; и при этом они еще и замурлыкают у меня!
А иные гордятся пригоршней справедливости и ради ее насилуют весь мир: так что мир утопает в их неправедности.
Ах, какой скверной слово «добродетель» выскакивает у них изо рта! И когда они говорят: «прощен», то это всегда звучит точно «я отомщен!».
Своей добродетелью хотят они выцарапать глаза врагам; и они возвышаются только для того, чтобы унизить других.
И опять-таки есть и те, что сидят в своем болоте и изрекают из камышей: «Добродетель — это значит сидеть смирно в болоте.
Мы никого не кусаем и сторонимся тех, кто хочет кусаться; и во всем мы придерживаемся мнения, какое нам внушат».
И опять-таки есть и те, что любят жесты и думают: добродетель — это особый жест.
Их колени вечно преклоняются, и руки их — славословия добродетели, но сердце их не ведает о том.
И опять-таки есть и те, что вменяют себе в добродетель сказать: «Добродетель необходима»; но в сущности они верят только в одно — в необходимость полиции.
А иной, кому высокое в людях увидеть не дано, называет добродетелью то, что он слишком близко видит их низкое: так именует он свой дурной глаз добродетелью.
А иные хотят, чтобы их наставили и воздвигли, и называют это добродетелью; а другие хотят, чтобы их сокрушили, — и это тоже называют добродетелью.
И подобным образом почти все они верят, будто причастны к добродетели; и по меньшей мере каждый хочет быть знатоком в делах «добра» и «зла».
Но не для того пришел Заратустра, чтобы сказать всем этим лжецам и глупцам: «Что знаёте вы о добродетели! Что могли бы вы о добродетели знать!» —
Но, чтобы вам, други мои, наскучили ветхие слова, которым вы научились от глупцов и лжецов.
Чтобы наскучили вам слова: награда, возмездие, кара, справедливая месть. —
Чтобы наскучило вам говорить: «Поступок благ вследствие его бескорыстия».
Ах, други мои! Да пребудет ваша самость в поступке, как мать в дитяти: пусть то будет для меня вашим словом о добродетели!
Впрямь, я отнял у вас сотню-другую слов, любимых игрушек вашей добродетели; и вот вы сердитесь на меня, как сердятся дети.
Они играли у моря — вдруг набежала волна и унесла их игрушку за собой в глубину: и вот плачут они.
Но пусть та же волна принесет им новые игрушки И новые пестрые ракушки рассыплет перед ними!
Так будут они утешены; и подобно им и вы, други мои, обретете свое утешение — и новые пестрые ракушки! —
Так говорил Заратустра.
О сволочи
Жизнь как радости родник; но где с вами всякая сволочь пьет, там все колодцы отравлены.
Все чистоплотное мило мне, но не терплю я осклабленные рыла и жажду нечистых.
Они кинули взор свой вглубь колодца: и мне сверкает их гадкая улыбка из глубины колодца.
Святую воду отравили они своим сладострастием; и когда они свои грязные сны назвали усладой-радостью, отравили они и слова.
Тускнеет пламя, когда они кладут на огонь свои влажные сердца; сам дух чадит и клокочет, чуть сволочь подходит к огню.
Слащавым и раскисшим становится в их руке плод: ветровалким и суховерхим делает их взгляд плодовое дерево.
И многие из тех, кто отвернулся от жизни, отворачивались только от сволочи: не хотели они со всякой сволочью разделять колодезь, и пламя, и плод.
И многие из тех, кто ушел в пустыню и томился жаждой, с хищными зверями, не хотели только сидеть у водопоя рядом с грязным погонщиком верблюдов.
И многие из тех, кто приходил как истребитель и как градобой для плодоносных нив, хотел только кулак свой вдвинуть в пасть этой сволочи и так заткнуть ей глотку.
И не тот кусок, которым я больше всего давился, знание того, что самой жизни нужны вражда, и смерть, и распятых мучеников крест: —
Но я однажды спросил, едва не задохнувшись от своего же вопроса: Как? Жизни еще и эта сволочь нужна?
И нужны отравленные колодцы, и смердящие огни, и грязные грезы, и черви в хлебе жизни?
Не моя ненависть — мое отвращение жадно пожирало мою жизнь! Ах, меня утомлял и сам дух, когда я обнаруживал, что и сволочь бывает одухотворенной!
И к господствующим повернулся я спиной, когда увидел, что понимают они под господством: Шахермахерство и торгашество из-за власти — со сволочью!
Среди народов жил я чужеязычным для них, заткнув себе уши: дабы чуждым оставался мне их торгашеский язык и их торговля за власть.
И, себе нос зажимая, проходил я негодуя через все вчера и сегодня: впрямь, все вчера и сегодня дурно пахнут пишущей сволочью!
Словно калека, который вдруг стал глух, и слеп, и нем: так жил я долго, чтобы не жить с властной, и с пишущей, и с веселящейся сволочью.
С трудом поднимался мой дух по ступеням, и осторожно; подаяние радости было ему отрадой; жизнь слепца брела, опираясь на посох.
Что же это было со мной? Как избавился я от отвращения? Кто оживил мои глаза? Как взлетел я на высоты, где сволочь не сидит у колодца?
Или само отвращение сотворило мне крылья и предчувствие чудотворных ключей? Впрямь, на высоты высот пришлось мне взлететь, чтобы вновь обрести радости родник!
О, я обрел его, братья мои! На высотах высот для меня бьет радости родник! И есть все-таки жизнь, от которой сволочь не пьет вместе с вами!
Даже слишком бурностремителен ты, радости родник! И часто опоражниваешь кубок, чтобы вновь наполнить его!
И еще надо мне научиться приближаться к тебе поскромнее: слишком бурно стремится навстречу тебе мое сердце: —
Сердце, где пылает лето мое, такое короткое, знойное, грустное, сверхблаженное лето: как жаждет мое сердце — лето твоей прохлады!
Миновал медлительный туман моей весны! Миновала злоба моих снежных хлопьев в июне! Летом стал я всецело и летним полднем!
Лето на высотах высот, где холодные ключи и блаженная тишина: о придите, други мои, чтобы еще блаженнее стала тишина!
Ибо это наша высота и наша родина: высоко и неприступно живем мы здесь для нечистых и для их жажды.
Бросьте только ваш чистый взор в родник моей радости, о други. Почему бы роднику замутиться? Засмеется он вам в ответ своей чистотой.
На древе-«грядущем» свили мы свое гнездо; пусть орлы приносят нам, отшельникам, пищу в своих клювах!
Впрямь, не ту пищу, которую могли бы с нами есть и нечистые! Им почудилось бы, что они огонь пожирают, обжигая себе рты!
Впрямь, не уготовили мы здесь жилищ для нечистоплотных! Ледяной пещерой было бы наше счастье для их тела и для их духа!
Словно могучие ветры будем мы жить над ними, соседи орлам, соседи снегам, соседи солнцу: так живут могучие ветры.
И подобно ветру еще подую я на них и духом моим перехвачу дыхание у их духа: того хочет мое грядущее.
Впрямь, могучий ветер Заратустра для всех низов и низин; и такой совет дает он по совести своим врагам и всему плюющему и блюющему: «Берегитесь плевать против ветра!»
Так говорил Заратустра.
О тарантулах
Взгляни, вот нора тарантула! Хочешь увидеть его самого? Здесь висит его сеть: тронь ее, чтоб она закачалась.
Вот выползает он добровольно: добро пожаловать, тарантул! Весь черный, на спине твоей твой треугольник, твоя отметина; я знаю и то, что в душе твоей.
Месть в твоей душе: где ты укусишь, там нарастает черный струп; местью твой яд обращает душу в вертунью!
Так говорю я вам для сравнения, вам, обращающим души в вертуний, вы, проповедники равенства! Тарантулы вы для меня и затаенные мстители!
Но погодите, уж вытяну я ваши тайники на свет: потому и смеюсь я вам в лицо смехом со своей высоты.
Потому разрываю я вашу сеть, чтобы ваша ярость выманила вас из вашей норы, из вашей лжи, и чтобы ваша месть выскочила из-за прикрытия слова «Справедливость».
Ибо избавление человека от мести: вот мой мост к высочайшей из высших надежд, вот она, радуга после долгих непогод.
Но иного хотят, конечно, тарантулы. «Для нас справедливо, если мир исполнится гроз нашей мести», — так говорят они между собой.
«Мщению предадим мы и поруганию всех, кто не равен нам, — такой клятвенный обет дают себе сердца тарантулов. —
И «воля к равенству» — вот как будет прозываться впредь добродетель; и против всех, у кого власть в руках, давайте поднимем наш крик!»
Проповедники равенства, то безумие тиранов вопит в вас о «равенстве» от бессилия: затаеннейшая страсть к тиранству драпируется в слова добродетели!
Истосковавшаяся гордыня, заторможенная зависть, быть может, гордыня и зависть ваших отцов: они пламенем из вас вырываются наружу и безумием мести.
То, о чем молчал отец, рокочет в сыне; и часто видел я в сыне обнаженную тайну отца.
На вдохновенных похожи они: но вдохновляет их не сердце — месть. И когда они становятся утонченными и холодными, то не дух, а зависть делает их утонченными и холодными.
Ревность приводит их даже на тропу мыслителей; и примета есть у их ревности — всегда слишком далеко заходят они: так что их усталости приходится под конец ложиться спать на снегу.
В каждой жалобе их звучит месть, в каждой похвале их скрыто желание причинить боль; быть судьей кажется им блаженством.
Но советую вам, други мои: не доверяйте никому, в ком сильно тяготение карать!
То все люди дурного сорта и крови; в их лицах проглядывают палач и ищейка.
Не доверяйте тем, кто много говорит о своей справедливости! Впрямь, не хватает их душе не только меду.
И когда они сами про себя говорят «мы добрые, праведные», — не забывайте, что для того, чтобы быть фарисеями, не достает им только одного — власти!
Други мои, я не хочу, чтобы меня смешивали и путали с другими.
Есть люди, которые проповедуют мое учение о жизни: и они же проповедники равенства и тарантулы.
Да, на словах они ратуют за жизнь, хотя сами сидят, уткнувшись в свою нору, эти ядовитые пауки, и отвернувшись от жизни: причина та, что этим они хотят боль причинить.
Тем хотят они боль причинить, у кого власть в руках: ибо у них проповедь о смерти еще пользуется наибольшим успехом.
Будь все иначе, и тарантулы учили бы иначе: но именно они были некогда лучшими клеветниками на мир и сожигателями еретиков.
С этими проповедниками равенства я не хочу, чтобы смешивали и путали меня. Ибо так говорит м не справедливость: «Люди не равны».
Они и не будут равны! Чем была бы моя любовь к сверхчеловеку, если б я говорил иначе?
По несчетным мостам и мосткам пусть протискиваются они к грядущему, и пусть война и неравенство все сильнее врезаются между ними: так понуждает меня говорить моя великая любовь!
Изобретателями икон и призраков пусть станут они при взаимной вражде, и этими иконами и призраками пусть еще побивают они друг друга в последней битве!
Добро и зло, и богатство и бедность, и высота и ничтожность, и все имена ценностей: пусть оружием будут они и бряцающими признаками того, что жизнь должна все вновь и вновь преодолевать сама себя!
Ввысь хочет воздвигаться столбами да ступенями жизнь: в дали бескрайние хочет глядеть она, и туда в беспредельность на блаженные красоты, — потому и нужна ей высь!
И потому что ей высь нужна, нужны ей и ступени и противоречие ступеней и по ступеням восходящих! Восхождения хочет жизнь, восходя хочет преодолевать себя!
И взгляните-ка только, други мои! Здесь, где нора тарантула, возвышаются развалины древнего храма — взгляните-ка озаренными глазами на них!
Впрямь, кто некогда здесь воздвигал ввысь свои помыслы громадой камней, тот о тайне всякой жизни знал не меньше, чем мудрейший из мудрых!
Есть борьба и неравенство даже в самой красоте и война за власть и сверхмогущество: вот чему учит он нас явственным образом.
Как божественно преломляются здесь свод и арка во взаимной борьбе: как светом и тенью устремляются они друг против друга, божественно-стремительные, —
Так прекрасно и уверенно будем врагами и мы, други мои! Будем божественно устремляться друг против друга! —
Увы! Меня самого укусил тарантул, мой давний враг! Божественно, легко и прекрасно укусил он меня в палец!
«Кара нужна и нужна справедливость: — так думает он, — не безнаказанно же распевать ему песни во славу вражды!»
Да, он мне отомстил! Увы мне! теперь в отмщенье обратит он и мою душу в вертунью!
Но чтобы я не завертелся, други мои, привяжите меня к этому столбу покрепче! Лучше мне святым столпником быть, чем ветроворотом мстительности!
Впрямь, не вертоворот и не ветроворот Заратустра; и если он и танцор, то уж никак не танцор тарантеллы! —
Так говорил Заратустра.
О прославленных мудрецах
Народу служили вы и народному суеверию, о прославленные мудрецы! — а не истине! И потому только воздавали вам почести.
И потому только терпели ваше неверие, что острословием было оно и окольным путем к народу. Так господин дает волю своим рабам и еще забавляется их своеволием.
Но если кто ненавистен народу, как волк собакам, — так это вольнодумец, враг оков, непоклоняющийся, вольный житель лесов.
Его из его логовища выгнать — вот что всегда называлось у народа «чувством справедливости»: на него все еще науськивает народ самых зубастых собак.
«Ибо истина там: раз народ там! Горе! Горе всем ищущим!» — так звучало оно спокон веков.
Вашему народу хотели вы воздать справедливость за его поклонение: это назвали вы «волей к истине», вы, прославленные мудрецы!
И ваше сердце всегда говорило про себя: «Из народа я вышел: оттуда снизошел на меня голос бога».
Умны и упрямы, как ослы, были вы всегда, ходатаи за народ.
И немало властителей, склонных ладить с народом, впрягали впереди своих коней еще и... осленка, то есть прославленного мудреца.
И хотел бы я, о прославленные мудрецы, чтобы вы наконец сбросили с плеч долой эту шкуру льва навсегда!
Эту шкуру хищника, пятнистую шкуру, и эти космы исследователя, искателя, завоевателя!
Ах, чтобы я научился в вашу «правдивость» верить, для этого должны вы сперва сокрушить свою волю к поклонению.
Правдивый — так называю я того, кто уходит в покинутые богами пустыни, кто сокрушил свое сердце поклонника.
Среди желтых песков, под палящим солнцем, жадно поглядывает он на обильные ключами островки, где все живое отдыхает под сенью темных дерев.
Но его жажда не в силах принудить его уподобиться уютно устроившимся: ибо где оазисы, там и идолы.
Алчущей, свирепой, одинокой, безбожной: такой хочет себя воля — льва.
Свободная от счастья рабов, избавленная от богов и поклонения, бесстрашная и устрашающая, великая и одинокая: такова воля правдивого.
В пустыне исстари жили правдивые — свободные духом, господа пустыни; зато в городах живут упитанные, прославленные мудрецы — упряжные животные.
Ибо вечно тащат они, как ослы, — телегу народа.
Не скажу, чтобы на них я за это сердился: но услужливыми остаются они для меня и упряжными, хотя бы и золотом сверкала их упряжь.
И часто бывали они добрыми слугами, которым цены нет. Ибо так говорит добродетель: «Суждено тебе быть слугой, так ищи того, кому полезнее всего служба твоя!
Пусть дух и добродетель твоего господина растут от того, что ты его слуга: так будешь расти и ты сам вместе с духом его и добродетелью его!
И впрямь, о прославленные мудрецы и слуги народа! Вы сами росли вместе с духом и добродетелью народа — и народ через вас! К вашей чести говорю я это!
Но все тот же народ вы для меня и по своим добродетелям, народ с бельмом на глазу, — народ, который не знает, что такое дух!
Дух — это жизнь, что режет сама по живому: ценой своего же страдания крепнет он в своем знании, — что же, знали вы это?
И все счастье духа в том, чтобы помазанным быть и посвященным слезами на закланье, — что же, это вы знали?
И слепота слепого и его поиск и прощупь пусть свидетельствуют о могуществе солнца, в которое глядел он, — что же, это вы знали?
И пусть, воздвигая горы на горы, научится строить познающий! Мало того, что дух движет горами, — что же, это вы знали?
Вы знаете только искры духа: но не явны вам ни наковальня, которой является дух, ни неумолимость его молота!
Впрямь, не знаете вы гордости духа! Но еще того менее вынесли бы вы скромность духа, чуть она заговорила б!
И еще никогда не дерзали вы бросить свой дух в снежный сугроб: для этого вам не хватает горячности! Потому не знаете вы и восторгов холода его.
Но в общем вы слишком запросто обходитесь с духом; и из мудрости часто устраивали вы богадельню и больницу для плохих поэтов.
Вы не орлы: потому и не изведали вы счастья от ужаса духа. И кто не птица, пусть не гнездится над безднами.
Вы, по мне, теплы: но вечно холоден поток глубокого познания. Холодны, как лед, глубинные родники духа: отрада для рук горячих и руководов действия.
Почтенными стоите вы, и напыщенными, и с негну-щейся спиной, о прославленные мудрецы! — не захватывает вас ни сильный ветер, ни воля.
Видели ли вы когда-нибудь, как несется по морю парус, округлый и раздутый, трепещущий под яростью ветра?
Подобно парусу, трепеща под яростью духа, несется моя мудрость по морю — моя дикая мудрость!
Но вы, слуги народа, о прославленные мудрецы, — как могли бы вы унестись со мною! —
Так говорил Заратустра.
Ночная песнь
Ночь: звонче говорят фонтаны. И моя душа тоже фонтан.
Ночь: пробуждаются все песни влюбленных. И моя душа песнь влюбленного.
Неутоленное, неутолимое во мне; оно хочет высказаться. Жажда-жадность любви во мне, она сама говорит языком любви.
Свет я: ах, быть бы мне ночью! Но в том одиночество мое, что я опоясан светом.
Ах, вот бы мне темным быть и ночным! О как хотел бы я присосаться к грудям света!
И еще вас благословить хотел бы я, вы, маленькие искорки-звезды и светлячки небес! — и блаженствовать от богатства даров света.
Но я живу в своем собственном свете, я впиваю в себя то пламя, что вырывается из меня.
Я не знаю счастья берущего; и часто грезилось мне, будто красть еще большее блаженство, чем брать.
В том моя бедность, что никогда не отдыхает моя одаряющая рука; в том моя зависть, что я вижу глаза ожидающие и ночи тоски просветленные.
О, злосчастье всех одаряющих! О, затмение солнца моего! О, жажда-жадность к желаниям! О, ненасыть при насыщении!
Они берут у меня: но душу их трогаю ли я? Пропасть разверзается между брать и давать; и через наименьшую пропасть перекидывают мост всего позднее.
Голод вырастает из моей красоты: боль причинить хотел бы я тем, кому свечу, ограбить хотел бы я одаренных мною: — так голодаю я по злобе.
Руку отдергивая, когда к ней уже протягивается рука; медля, водопаду подобно, который, даже срываясь вниз, медлит: — так голодаю я по злобе.
Такое мщение измышляет моя переполненность; такие козни льются из моего одиночества.
Мое счастье одарять омертвело в одарении, моя добродетель утолилась своим преизбытком!
Кто всегда одаряет, тому грозит опасность потерять стыд; кто всегда раздает, у того на руке и на сердце мозоли от неустанных раздач.
Мой глаз уже не перетекает влагой при виде стыда просящих; моя рука слишком затвердела для дрожания наполненных рук.
Куда девалась слеза в моем глазу и пух в моем сердце? О одиночество всех одаряющих! О молчаливость всех свет излучающих!
Много солнц кружится в пустынном пространстве: ко всему темному говорят они своим светом, — для меня молчат они.
О, вот она, вражда света ко всему свет излучающему: безжалостно протекает он своими путями.
Несправедливое ко всему свет излучающему до глубины сердца: холодное к солнцам, — так протекает каждое солнце.
Урагану подобно, пролетают солнца своими путями, — таково их течение. Своей неумолимой воле покорствуют они, — такова их холодность.
О вы, темные, вы, ночные, это вы претворяете в тепло все свет излучающее! Это вы наливаетесь досыта молоком и сладостью от выменей света!
Ах, лед вокруг меня, моя рука обжигается о ледяное! Ах, жажда во мне — она томится по вашей жажде!
Ночь: ах, эта обреченность быть светом! И жажда полуночного! И одиночество!
Ночь: бьет из меня ключом желание, — заговорить нудит оно меня.
Ночь: звонче говорят фонтаны. И моя душа — фонтан.
Ночь: пробуждаются все песни влюбленных. И моя душа песнь влюбленного. —
Так пел Заратустра.
Песня-пляска
Как-то вечером проходил Заратустра с учениками по лесу; и пока он разыскивал ключ, гляди, вышел он на зеленую лужайку, окаймленную молчанием дерев и кустарников: на лужайке плясали девушки друг с дружкой. Чуть узнали девушки Заратустру, оставили они пляску; Заратустра же приблизился к ним с приветливым видом и говорил такие слова:
«Не оставляйте пляски, о милые девушки! Не игр нарушитель злобноокий пришел к вам, не девичий враг.
Богозаступник я пред чертом: черт же дух тяжести. Как мог бы я быть, вы, легконогие, врагом божественных плясок? Или девичьих ног о красивых лодыжках?
Пожалуй, я бор и ночь темных дерев: но кто не пугается моей тоски, тот найдет и навесы из роз под моими кипарисами.
И маленького божка найдет он, пожалуй, — того, что девушкам всех милее: близ ключа лежит он, тихо, сомкнув вежды.
Впрямь, среди бела дня уснул он там, бездельник! Верно, набегался он до устали за мотыльками?
Не гневайтесь на меня, вы, красотки-танцорки, если я отстегаю слегка маленького божка! Будет он, верно, вопить и реветь, — но он и сквозь слезы смешлив!
И пусть со слезами на глазах пригласит он вас на пляску; и сам я спою песню под его пляс:
Песню-пляс, песню-балагурку духу тяжести, моему наиглавнейшему всемогущему дьяволу, о котором говорят, что он «владыка мира». —
И вот она, песнь, которую пел Заратустра, пока Купидон и девушки плясали:
В твои глаза заглянул я недавно, о жизнь! И чудилось мне, будто в неисповедимость саму погружаюсь я.
Но золотой удочкой вытащила ты меня на свет; насмешливо засмеялась ты, когда я назвал тебя неисповедимой.
«Такова речь всех рыб, — говорила ты, — что исподволь не выведать им, то неисповедимо.
Но я всего только изменчива, и дика, и во всем женщина, и вовсе не добродетельная:
Как бы ни называлась я у вас, мужчин: «глубокая» или «верная», «вечная», «таинственная».
Но вы, мужчины, наделяете нас неизменно собственными добродетелями — эх вы, добродетельные!»
Так смеялась она, невероятная; но я никогда не верю ни ей, ни смеху ее, когда она говорит о себе зло.
И когда я с глазу на глаз беседовал с моей дикой мудростью, она мне гневно сказала: «Ты хочешь, ты жаждешь, ты любишь, вот почему славословишь ты жизнь!»
И тут я чуть было не ответил ей зло и не сказал ей, гневливой, всю правду; и нельзя ответить злее, чем когда своей мудрости «говоришь всю правду».
Так-то обстоит оно между нами тремя. Всем нутром своим люблю я только жизнь — и, впрямь, всего больше тогда, когда ненавижу ее!
Но чтобы я был к мудрости добр и часто через край: это оттого, что уж очень напоминает она мне жизнь!
Те же глаза у нее, тот же смех и даже тот же золотой прутик-удочка: при чем же тут я, если обе они так сходны обликом?
И когда однажды меня спросила жизнь: «Кто же она, эта мудрость?» — тут сказал я с горячностью: «Ах да, мудрость!
Жаждешь ее и нет жажде конца, глядишь сквозь флер, хватаешь сквозь сети.
Хороша ли она? Почем я знаю! Но и старейшие из старейших карпов еще попадаются на ее приманку.
Переменчива она и упряма; часто приходилось мне видеть, как кусает она себе губы и против шерсти расчесывает себе гребнем волосы.
Быть может, она зла, и лукава, и во всем женщина; но когда она дурно о самой себе говорит, тогда-то и обольщает она необоримо».
И когда я высказал это жизни, тут коварно засмеялась она и закрыла глаза. «О ком это говоришь ты? — сказала она, — пожалуй, обо мне?
И будь ты прав, — можно ли это говорить мне в лицо? А ну-ка поговори теперь и о своей мудрости!»
Ах, и вот снова приоткрыла ты глаза, о возлюбленная жизнь! И казалось мне, будто в неисповедимость саму снова погружаюсь я. —
Так пел Заратустра. Когда же пляска кончилась и девушки ушли, стал он печален.
«Солнце уж давно закатилось, — сказал он наконец, — на лугу росно, от лесов веет прохладой.
Неведомое обстало меня и глядит задумчиво. Ты еще жив, Заратустра?
Зачем? К чему? От чего? На что? Куда? Как? Не нелепо ли еще жить? —
Ах, други мои, это все вечер спрашивает во мне; Простите мне мою печаль!
Вечер настал: простите мне за то, что вечер настал!»
Так говорил Заратустра.
Песнь надгробная
«Там остров гробниц, молчаливый; там и гробницы юности моей. Туда хочу я принести вечнозеленую гирлянду жизни».
Так порешив в сердце, поплыл я по морю. —
О вы, юности моей видения и призраки! О вы, ми-ловзоры любви, божественные мимолетности! Как быстро вы умерли для меня! Я вспоминаю о вас сегодня, как о своих мертвецах.
От вас, о мои любимые мертвецы, проникает ко мне сладостный запах, разрешающий сердце и слезы. Впрямь, он потрясает и разрешает сердце у одиноко плывущего.
Все еще и богаче богатых и внушаю наизавистливейшую зависть — я, из одиноких одинокий! Ведь имел же я вас, как вы имеете и ныне — меня; скажите, кому же еще, как мне, падали розмарины с дерева?
Все еще я вашей любви дитя и надел, в память о вас расцветающий пестрой дикой порослью добродетелей, о вы, из любимых любимые!
Ах, мы были созданы для обоюдной близости, о милые чуженевидали; и не как робкие птицы подошли вы ко мне и к моему алчному ожиданию — нет, как доверчивые к доверчивому!
Да, для верности созданные, подобно мне, и для нежных вечностей: должен ли я именовать вас теперь по неверности вашей, о божественные миловзоры и мимолетности: иному имени еще не научился я.
Впрямь, слишком быстро умерли вы для меня, о беглецы. Но ни вы не бежали от меня, ни я от вас: не виновны мы друг перед другом в нашей неверности.
Чтобы меня умертвить, удушали вас, вы, певчие птицы моих упований! Да, в вас, из любимых любимые, пускала всегда злоба стрелы — мне в сердце попасть!
И попадала! Ведь были же вы неизменно моим, неотъемлемо дорогим, моим держалом и моей одержимостью: потому должны вы были умереть юными и так рано!
В самое уязвимое во мне из того, чем я владел, метко пустили стрелу: то были вы, чья кожа пуху подобна, а еще больше улыбке, мертвеющей от мгновенного взгляда!
Но такое слово скажу я своим врагам: что все душегубство по сравнению с тем, что вы мне сделали!
Злейшее мне сделали вы, чем все душегубство; невозвратное отняли вы у меня — так говорю я вам, враги мои!
Убили же вы юности моей видения и возлюбленные невидали! Сотоварищей детства отняли вы у меня, блаженных духов! В память их возлагаю я эту гирлянду и это проклятие.
Это проклятие вам, враги мои! Подсекли же вы мне коротко мое вечное, как звук сечется в холодную ночь! Словно взблеском очей божественных промигнуло оно мне — во мгновение ока!
Так некогда в добрый час изрекла моя чистота: «Да будут божественными для меня все существа».
Но тут вы напали на меня с вашей нечистью; куда же улетел тот добрый час!
«Да будут все дни для меня священными», — так изрекла некогда мудрость юности моей: впрямь, веселой мудрости речь!
Но тут вы, враги, выкрали у меня мои ночи и перепродали их ради мук бессонницы: ах, куда же улетела та веселая мудрость?
Некогда желал я счастливых знамений от птиц: но тут пересекли вы мне дорогу совоподобным страшилищем, образа мерзкого. Ах, куда улетело тогда мое нежное желание?
Некогда дал я обет отречения от какого ни на есть отвращения: но тут вы превратили мне моих близких и ближних в вередов. Ах, куда же улетел тогда мой высокий обет?
Как слепец, шел я некогда блаженными путями: но тут накидали вы всякой скверны на пути слепца, и вот отвратительна ему былая стезя — слепоты.
И когда я свершил мое труднейшее из трудного и праздновал моих преодолений победу: тут принудили вы тех, кто любил меня, криком кричать, — это я причиняю им наибольшую боль.
Впрямь, вот что было всегда делом ваших рук: вы отравляли мне мой наилучший мед и трудолюбие моих наилучших пчел.
К моей благотворительности всегда подсылали вы самых дерзкоязычных нищих; на мое сострадание всегда напирали вы толпами неисцелимо бесстыжих. Так уязвляли вы добродетель мою в ее вере.
И стоило возложить мне на жертвенный алтарь мое наисвященнейшее: ваше «благочестие» мигом наваливало рядом свои более жирные дары, так что в дыму от вашего тука удушалось мое наисвященнейшее.
И однажды хотел я плясать, как никогда еще не плясал: поверх всех небес хотел плясать я. Тут подговорили вы моего излюбленного певца.
И вот завел он ужасающий глухозвучный напев; ах, он трубил мне в уши, будто угрюмый рог!
Убийственный певец, рупор злобы, из всех невиннейший! Уже приступал я к пляске из плясок: тут убил ты своими звуками мой восторг!
Только в пляске умею я высказываться о наивысших вещах символами — и вот остался мой наивысший символ невысказанным в моих коленях!
Невысказанной, неразрешенной осталась высшая моя надежда! И умерли для меня все видения и утешения юности моей!
Как перенес я это? Как претерпел и преодолел я эти язвящие раны? Как вновь восстала моя душа из этих гробниц?
Да, есть нечто неуязвимое, непогребаемое во мне, нечто граниты взрывающее: м оя воля имя ему. Молчаливо шагает оно и неизменчиво чредою годов.
Своим ходом хочет она идти на моих ногах, моя старая подруга воля; неумолим смысл ее и неуязвим.
Неуязвим я только в мою пяту. Все еще живешь ты, как жила, все еще верна себе, как была, из терпеливых терпеливая! Все еще идешь напролом сквозь все гробницы!
Еще живо в тебе все неразрешимое юности моей; и как жизнь и юность сидишь ты, уповая, здесь, на желтых разрушенных гробницах.
Да, все еще ты для меня всех гробниц разрушительница: исполать тебе, воля моя! Ведь только там, где гроба, бывают и восстания из мертвых. —
Так пел Заратустра.
О самопреодолении
«Волей к истине» называете вы, из мудрых мудрые, то, что двигает вас и рождает в вас пыл?
Волей к мыслимости всего сущего: так называю вашу волю!
Вы хотите все сущее сперва сделать мыслимым: ибо вы сомневаетесь, с благим намерением, мыслимо ли это уже.
Но покорным и гибким должно у вас оно стать! Так ваша воля волит. Гладким должно оно стать и духу подвластным, как его зеркало и отражение.
Такова ваша воля всецело, вы, из мудрых мудрые, как воля к власти; и даже тогда, когда вы о добре и зле говорите и об оценках ценностей.
Еще создать хотите вы мир, перед которым могли бы преклонить колени: таково ваше последнее упование и опьянение.
Впрочем, немудрые, народ, — они подобны реке, по которой плывет да плывет челнок: и в челноке таинственно под масками сидят оценки ценностей.
Вашу волю и ваши ценности пустили вы по реке становления; застарелую волю к власти открываю я в том, что народ принимает за добро и зло.
Это вы, из мудрых мудрые, таких гостей посадили в этот челнок и дали им пышность-блеск и гордые имена — вы и ваша господская воля!
Все дальше несет река ваш челнок: она должна его нести. Что за беда, пенится ли разбитая волна и перечит ли сердито килю!
Но река — опасность для вас и конец вашему добру и злу, вы, из мудрых мудрые: но сама воля, воля к власти, — неисчерпаемая творящая воля к жизци.
Но дабы поняли вы слово мое о добре и зле: я добавлю для вас еще слово о жизни и свойстве всего живого.
Живое прослеживал я, по самым великим и малым путям следовал я, чтоб познать свойство его.
Тысячегранным зеркалом ловил я взор его, когда замкнут был его рот: только бы око его говорило мне. И говорило мне его око.
Но где бы ни находил я живое, там слышалась мне и речь о повиновении. Все живое есть нечто повинующееся.
И вот второе: повелевают теми, кто самому себе повиноваться не в силах. Таково свойство всего живого.
И вот третье, что я услышал: повелевать труднее, чем повиноваться. И не только потому, что тот, кто повелевает, несет на себе бремя тех, кто повинуется, и что легко быть раздавленным этим бременем: —
Попыткой и риском представлялось мне всякое повеление; и неизменно все живое рискует собой.
Даже когда самому себе повелевает оно: даже тогда должно оно искупить свое повеление. Своему же собственному закону должно оно быть и судьею, и мстителем, и жертвой.
Почему это так? — себя спрашивал я. Что же внушает всему живому повиноваться и повелевать, и, повелевая, все-таки оставаться в повиновении?
Услышьте же слово мое, о вы, из мудрых мудрые! Хорошенько проверьте, проник ли я в самое сердце жизни и в самые уголки ее сердца!
Всюду, где я находил живое, там находил я и волю к власти; и даже в воле слуги находил я волю быть господином.
Чтобы более сильному служилю более слабое, вот что внушает оно своей воле, которая волит быть господином над еще более слабым: без этой радости не может оно обойтись.
И как меньшее отдает себя большему, чтобы была у того радость от власти и над меньшим из меньших: точно так отдает себя в жертву и из больших наибольшее и власти ради — ставит жизнь на карту.
Вот самопожертвование из больших наибольшего — то, что тут риск, и опасность, и игра в кости, где проигрыш — смерть.
А где есть жертва и служение и взоры любви: там есть и воля быть господином. Путями окольными тут проскальзывает слабейший в кремль и в самое сердце могучему — и крадет у него и мощь и власть.
И такую тайну поведала мне сама жизнь: «Смотри, — говорила она, — я есмь то, что неизменно должно преодолевать самое себя.
Впрочем, вы называете это волей к творчеству или устремленностью к цели, к более высокому, и далекому, и многогранному: но все это одно и единая тайна.
Скорее погибну я, чем отрекусь от этого единственного; и впрямь, где есть листопад и гибель-закат, смотри, там жертвует жизнь собой — власти и мощи ради!
Если дано мне быть борьбой, становлением, и целью, и противоборством целей: ах, кто угадает волю мою, тот угадает и то, какими кривыми путями дано ей идти!
Что бы ни создала я и как бы я ни любила — вскоре суждено мне противницей быть и созданному мной и любви моей: так волит воля моя.
Да и ты, познающий, только стезя и оттиск ступни моей воли: впрямь, моя воля к власти ходит также стопами твоей воли к истине!
Не попал, впрочем, в истину тот, кто выстрелил в нее словом о «воле к быванию»: такой воли — нет!
Ибо: то, чего нет, — не может волить; а то, что есть в самом бывании, как могло бы оно захотеть войти в бы-вание!
Только там, где жизнь, там и воля: но не воля к истине, а — так учу я тебя — воля к власти!
Многое для живущего ценнее, чем даже сама жизнь; но и в самой оценке говорит — воля к власти!» —
Так поучала меня некогда жизнь: и отсюда даю я разгадку, вы, из мудрых мудрые, и загадки вашего сердца.
Впрямь, говорю вам: добро и зло непреходящие — их нет! Оно должно само себя вечно сызнова преодолевать.
Своими ценностями и словами о добре и зле совершаете вы насилие, вы, ценители ценностей: и вот она, ваша затаенная любовь и вашей души сияние, трепет и волна через край.
Но более богатая сила вырастает из ваших ценностей и новое преодоление: об них разбивается и яйцо, и скорлупа от яйца.
И кому дано быть творцом в добре и во зле: впрямь, тому дано быть сперва крушителем и разбивать ценности.
Так сопряжено высшее зло с высшей добротой: она же доброта творческая. —
Будем же речь вести только об этом, вы, из мудрых мудрые, как бы ни было оно плохо. Молчать того хуже; все замолченные истины становятся ядовитыми.
И да разобьется все, что о наши истины может разбиться! Еще столько домов предстоит построить!
Так говорил Заратустра.
О возвышенных
Спокойно дно моего моря: кто угадал бы, что оно скрывает игривых чудовищ!
Невозмутима моя глубина: но она переливается сверканием проплывающих загадок и усмешек.
Возвышенного видел я сегодня, празднично-торжественного, кающегося духом: о как смеялась моя душа над его уродством!
С приподнятой грудью напоминая тех, кто в себя дыхание вбирает — так стоял он там, возвышенный, в молчании:
Увешанный уродливыми истинами, своей охотничьей добычей, и богатый изодранным платьем; немало шипов висело на нем — но розы я не видел ни одной.
Еще не научился он смеху и красоте. Мрачным вернулся этот охотник из леса познания.
После битвы с дикими зверями вернулся домой он: но сквозь его строгость проглядывает все тот же дикий зверь — зверь непреодоленный!
Словно тигр еще стоит он, готовый к прыжку; но я не терплю эти напряженные души, моему вкусу претят все эти в себя ушедшие.
И вы говорите мне, други, что о вкусах и вкушаниях не спорят? Но вся жизнь — это спор о вкусах и вкушаниях!
Вкус: это одновременно вес, и чаша весов, и весовщик; и горе всякому живому, кто хотел бы жить без спора о весе, о чаше весов и о весовщиках!
О если бы он устал от своей возвышенности, этот возвышенный: вот тогда началась бы его красота, — тогда и попробую я его на вкус и найду его вкусным.
И только когда он от самого себя отвратится, перепрыгнет он через свою же тень — и впрыгнет впрямь в самое солнце свое!
Слишком долго сидел он в тени, побледнели щеки у кающегося духом; он едва с голоду не пропал из-за своих ожиданий.
Еще презрение в его глазах; и отвращение таится близ его губ. Хотя он и отдыхает сейчас, но отдых его еще не вытянулся на солнце.
Подобно быку поступать бы ему; и землею бы пахнуть его счастью, а не презрением к земле.
Белым быком хотел бы я видеть его, как с мычаньем и храпом шагает он впереди лемеха плуга: мычанью б его восхвалять все земное!
Еще темно его лицо; тень руки пробегает по нем. Затенен еще свет его окна.
Сам подвиг его — еще тень на нем: рука затемняет подвижника. Не преодолел он еще своего подвига.
Да, я люблю в нем выю быка: но я хотел бы видеть и око ангела.
Но и свою волю героя должен он также научиться забывать: пусть вознесенным будет он для меня, а не только возвышенным: — самый эфир пусть возносит его, свободного от воли!
Он поборол чудовищ, он разгадал загадки: но еще надо было ему их освободить догадаться, этих чудовищ и эти загадки; в детей неба еще надо было ему обратить их.
Еще не научилось его познание улыбаться и ревности не знать; еще его неукротимая страсть не стихла в красоте.
Впрямь, пусть не в сытости умолкает и тонет его желание, а в красоте! Обаяние душевное неотделимо от великодушия при величии духа.
Закинув руку за голову: так бы отдыхать герою, так бы преодолевать ему свой же отдых.
Но именно для героя прекр асное труднее трудного. Недостижимо прекрасное для напористояростной воли.
Чуть-чуть больше, чуть-чуть меньше: именно это здесь значит много, именно это здесь значит все.
С расслабленными мускулами стоять и распряженной волей: вот что для вас труднее трудного, о возвышенные!
Когда могущество столь милостиво, что снисходит до видимости: красотой называю я тогда такое нисхождение.
И ни от кого другого не хочу я так красоты, как именно от тебя, о могучий: твоя доброта да будет твоим последним самопреодолением.
Любое зло я готов от тебя ожидать: потому и хочу я от тебя доброты.
Впрямь, смеялся я, бывало, над слабосильными, которые мнят себя добрыми, потому что кулаки их слабы!
Стремись подражать добродетели колонны: все прекраснее она и нежнее, зато внутри себя тем тверже и выносливее, чем выше она возносится.
Да, о возвышенный, еще быть тебе некогда прекрасным и перед собственной красотой держать зеркало!
Тогда будет содрогаться твоя душа пред божественными алканиями даже; и поклонение будет еще в твоем тщеславии!
Вот она, тайна души: только когда ее покинет герой, приблизится к ней, в сновидении, — сверхгерой.
Так говорил Заратустра.
О стране образованности
Как далеко залетел я в грядущее; ужас напал на меня.
И когда я осмотрелся, гляди! время было моим единственным современником.
Тогда полетел я в обратный-возвратный путь — все быстрей и быстрей: так пришел я к вам, вы, нынешние, и в страну образованности.
Впервые захватил я с собою зоркий глаз на вас и благое желание: впрямь, с тоскою в сердце пришел я.
Но что нашло на меня? Как ни страшно мне было — я не мог не расхохотаться! Никогда не видывал мой глаз ничего столь крапчато-пестрого!
Я хохотал и хохотал, тогда как ноги мои продолжали дрожать, а с ними и сердце: «Да тут верно родина всех горшков с красками!» — сказал я.
С пятьюдесятью пятнами на лице и всем теле: так и сидели вы, к моему удивлению, вы, нынешние!
И пятьюдесятью зеркалами обставленные, которые льстили пятнами краски и перенимали игру их цвета!
Впрямь, нет вам лучшей личины, о нынешние, чем ваше же собственное лицо! Кто смог бы вас тогда — узнать!
С головы до ног исписанные знаками прошлого и еще поверх этих знаков размалеванные новыми знаками: так ловко укрылись вы от всех толкователей знаков!
И будь вы хоть толкователи болезней: кто поверит, что в вашем чреве есть почки! Вы кажетесь выпеченными из красок, из ярлыков на клею.
Все века и народы проступают многоцветно сквозь ваши покрывала; все обычаи и верования говорят многоцветно в ваших жестах.
Кто из вас совлек бы с себя покрывала, и плащи, и краски, и жесты: у того осталось бы ровно столько, сколько надо, чтобы пугать птиц.
Впрямь, я та испуганная птица, которая раз увидела вас голыми и без окраски; и я прочь улетел, когда скелет стал подзывать меня любовными знаками.
Лучше было б мне поденщиком быть в преисподней, у теней былого-минувшего! — куда тучнее и полнее вас даже жители преисподней!
Вот где, вот где язва утробы моей, — что вы и голыми и одетыми мне равно нестерпимы, вы, нынешние!
Вся бесприютная жуть грядущего и все, что некогда внушало ужас невесть куда залетевшим птицам, впрямь, куда приятнее и приветливее, чем ваша «действительность».
Ибо так говорите вы: «Действительны мы с головы до ног и чужды веры и суеверия»: так бьете вы себя в грудь — пусть вам и некуда бить!
Да и как могли бы вы верить, вы, крапчато-пестрые! — когда вы верные картины всего, во что только когда-либо веровали люди!
Вы ходячее опровержение самой веры, и всяческих мыслей осколки и крошево. Недостоверные: так называю вас, вы, действительные!
Все времена пустословят наперекор друг другу в ваших умах; и всех времен пустословие и сны все же действительнее, чем ваша явь!
Бесплодны вы: потому и нет в вас веры. Но кто должен был созидать, у того неизменно были свои сны-откровения и знамения звездные — и он верил в веру! —
Полураспахнутые врата вы, у которых ждут гробо-копы. И вот смысл вашей действительности: «Все достойно того, чтобы прахом пойти».
Ах, каковы же вы, о бесплодные, до чего худы ваши ребра! Кто-нибудь из вас и сам хорошо это понимал.
И говорил: «Верно, неведомый бог, пока я спал, тайно что-то выкрал у меня? Впрямь, достаточно, чтобы слепить бабеночку!»
«Удивительна худоба моих ребер!» — так уже говаривал кто-нибудь из нынешних.
Да, смешны вы мне, о нынешние! И особенно, когда вы сами себе удивляетесь!
И горе мне, когда б я не умел смеяться над вашим удивлением и был вынужден хлебать бурду из ваших мисок!
И потому хочу я вас брать как можно легче, ибо ноша моя тяжела; и что за беда, если жуки и крылатые черви усядутся на моем узелке!
Впрямь, не станет мне от этого тяжелее! И не от вас, о нынешние, придет ко мне великая усталость. — Ах, куда же еще подняться мне с моим томлением! С высоты гор смотрю я вдаль в поисках отчих и родимых стран.
Но родины я не нашел нигде: не к месту я в ваших местностях, уход прорывом через все ворота.
Чуждые мне и посмех для меня эти нынешние, к которым недавно влекло меня сердце; и изгнан я из отчих стран.
Потому и люблю я только страну моих детей, неоткрытую, в чужедальном море: искать и искать ее призываю я свои паруса:
В детях хочу искупить я, что я отцово дитя: и всем грядущим временем — это нынешнее!
Так говорил Заратустра.
О непорочном познании
Когда вчера взошел месяц, почудилось мне, будто хочет он солнце родить: таким широким, как на сносях, лежал он у самого горизонта.
Но обманщик он, по-моему, со своей беременностью; и я скорее поверю в месяц-мужчину, чем в месяц-женщину.
Впрочем, какой он мужчина, этот робкий мечтатель-полуночник. Впрямь, с нечистой совестью бродит он по-над крышами.
Ибо он похотлив и ревнив, этот монах в месяце, похотлив к земле и ко всем радостям любовников.
Нет, не по мне он, этот кот на крышах! Противны мне все те, что скользят украдкой вдоль полузакрытых окон!
Благочестиво и безмолвно бродит он по звездным коврам: — но не по мне все эти неслышно-ступающие ноги мужчин, на которых не позвякивает шпора.
Каждого честного шаг речист; кошка же крадется по земле тишком. Посмотри: по-кошачьи скользит месяц и нечестно. —
Этот образ-подобие избрал я для вас, чувствительных притворщиков, для вас, чистоплюев познания. Вас называю — похотливцы!
И вы любите землю и все земное: о, я разгадал вас! — Но есть стыд в вашей любви и нечистая совесть, — месяцу подобны!
Презрение к земному внушили вашему духу, но не вашему нутру: оно ж е сильнейшее в вас!
И вот стыдится ваш дух, что подвластен утробе и от собственного стыда ускользает окольными и обманными путями.
«Вот что было бы для меня высшей радостью, — так говорит себе ваш изолгавшийся дух, — созерцать жизнь без вожделения, а не как собака с выплеснутым языком.
Испытывать счастье в созерцании, при оцепенелой воле, быть чуждым хищной хватке себялюбия — холодным и пепельно-серым всем телом, но с опьяненными глазами месяца!»
«Вот что было бы мне дорого-любо, — так обольщает себя обольщенный, — любить землю, как ее любит месяц, и только одними глазами осязать ее красоту.
И да прозовется для меня непорочным познанием мира то, что ничего не требую я от мира: кроме права лежать перед ним подобно зеркалу о тысячу глаз». —
О чувствительные притворщики, о похотливцы! Невинности недостает вам в сладострастии желаний: и потому клевещете вы на желание!
Впрямь, не так, как созидатели, оплодотворители, ликующие производители, любите вы землю!
Где невинность? Там, где воля к зарождению. И кто — хочет создать нечто сверх и превыше себя, у того, по-моему, самая чистая воля.
Где красота? Там, где я всей волей должен, обязан хотеть; где я хочу любить и погибать, чтобы образ не оставался только образом.
Любить и гибнуть; это созвучно от вечности. Воля к любви: это значит хотеть и смерти. Так говорю я вам, трусливцы!
Но ваш обезмуженный скошенный взгляд называется теперь «созерцательностью»! И все, что можно осязать трусливым глазом, должно быть окрещено словом «прекрасное»! О вы, осквернители благородных имен!
Но то да будет вашим проклятием, о непорочные, о чистоплюи познания, что никогда не будете вы рожать; хотя бы широкими и словно на сносях лежали вы у самого горизонта!
Впрямь, у вас полон рот благородных слов: и мы должны верить, что у вас переполнено сердце, вы, завзятые брехунцы?
Но мои слова — ничтожные, презренные, корявые: все подбираю я, что падает у вас под стол.
Все же я могу этими словами сказать правду — притворщикам! Пусть рыбьи кости, и раковины, и колючие листья мои — пусть щекочут они носы притворщиков!
Скверный воздух всегда окружает вас и ваши столования: ваши похотливые мысли, ваши лжи и утайки висят в воздухе!
Так дерзайте же сперва самим себе поверить — себе и нутру своему! Кто самому себе не верит, тот всегда лжет.
Личиной бога закрылись вы от самих себя, вы «чистые»: в личину бога запрятался ваш богомерзкий кольчатый червь.
Впрямь, морочите вы, «созерцатели»! И Заратустра дураком стоял некогда перед вашими божественными чучелами; не догадался он, каким кольцесплетением змей были они набиты.
Словно душа бога, грезилось некогда, славно играет в ваших играх, о чистоплюи познания! Нет лучше искусства, грезил я некогда, чем ваши искусные козни!
Змеиную мерзость и мерзкий запах скрывала от меня даль: и то, что изощренность ящерицы похотливо шныряла там.
Но я встал к вам поближе: и пришел мой день — придет и для вас — конец любовным шашням месяца!
Да взгляните же! Уличенный и бледный, стоит он там — пред утренней зарей!
Ибо близится она, пылающая, — ее любовь к земле близится! Невинность и жажда творца — такова любовь солнца!
Да взгляните же, как нетерпеливо восходит она над морем! Иль не чувствуете вы горячего дыхания солнечной любви?
Море хочет она впивать в себя, вбирая его глубину до самой своей высоты: и вот вздымается тысячегрудое желание моря.
Быть зацелованным, испитым жаждой солнца х о-ч е т оно; воздухом хочет оно стать, и высотою, и стезею света, и самим светом!
Впрямь, подобно солнцу, люблю я жизнь и все глубокие моря.
И вот что назовется для меня познанием: все глубокое устремится ввысь — на мою высоту!
Так говорил Заратустра.
Об ученых
Когда я был погружен в сон, овца пожирала венок из плюща на моей голове — пожирала и приговаривала: «Заратустра больше не ученый».
Проговорила и пошла себе стропотно и гордо. Дитя мне рассказало об этом.
Любо мне лежать, где дети играют, у обрушенных стен, среди чертополоха и красных маков.
Еще ученый я для детей, и для чертополоха, и для красных маков. Невинны они даже в злобе своей.
Но для овец уже не ученый я: так хочет мой жребий, — да будет он благословен!
Ибо вот она, истина: выселился я из пристанища ученых и захлопнул дверь за собой.
Куда как долго сидела моя душа голодной за их столом; не выдрессирована она подобно им для познания, будто для щелканья орехов.
Свободу люблю и воздух над свежей землей: лучше мне на кожах воловых спать, чем на их достоинствах и маститостях.
Не в меру горяч я и раскален от собственных дум: порой до перехвата дыхания. Тогда на волю рвусь, прочь из запыленных комнат.
Они же холодно сидят в холодке: им бы только зрителями быть, да не сидеть там, где солнце накаляет ступени.
Подобно тем, кто по улицам торчит и глаза на прохожих таращит: так ждут они и таращат глаза на мысли, которые продумали другие.
А чуть до них руками дотронешься, так от них пыль столбом, как от мучных мешков, и притом поневоле: и кто бы догадался, что их пыль от зерна и от желтого счастья яровых полей?
А чуть прикинутся они мудрыми, так ознобом про-драгиваю я от их изречений и истин: чем-то пахнет порой от их мудрости, будто она из болота вылезла, — и впрямь, случалось мне слышать, как лягушка из нутра ее квакала!
Ловкачи они, с умелыми пальцами: что мое простодушие рядом с их многодушием! Их пальцы горазды и прясть, и вязать, и ткать: так фабрикуют они чулки духа!
Они заправские часы: только бы их вовремя заводить! Тогда они безошибочно указывают время и при этом шумят не сильно.
Подобно мельницам работают они и толчеям: только знай подбрасывай им зерно! Они уж сумеют смолоть его мелко и превратить в белую пыль.
Они зорко следят друг за другом и не очень-то доверяют один другому. Измысливые на маленькие хитрости, караулят они тех, чье знание припадает на ногу, — паукам подобно, караулят они.
Я видел, с какой осторожностью приготовляют они яд; и при этом всегда они натягивали себе на пальцы стеклянные перчатки.
Умеют они и фальшивыми костями играть; так ревностно играли они при мне, что даже потели.
Мы чужды друг другу, и их добродетели претят моему вкусу даже сильнее, чем их фальшь и фальшивые кости.
И когда я жил у них, я жил над ними. За это невзлюбили они меня.
Они знать не хотят, что некто бродит там, над их головами; потому и навалили они всякого дубья, и земли, и дерьма между своими головами и мною.
Так приглушили они звук моих шагов: и посейчас хуже всего был я услышан из ученых учеными.
Пороки и слабости людей навалили они между собой и мной: — «порочным порогом» называют они это в своих домах.
И все-таки, наперекор им, брожу я моими мыслями над их головами; и захоти я даже бродить по собственным заблуждениям, все-таки был бы я над ними и над их головами.
Ибо не равны люди; так говорит справедливость. И того, чего хочу я, не посмели бы хотеть они!
Так говорил Заратустра.
О поэтах
«С тех пор, как лучше узнал я тело, — сказал Заратустра одному из учеников своих, — дух для меня только уподобительно дух; и все «непреходящее» — только подобие».
«Я уже это слышал однажды от тебя, — отвечал ученик, — и тогда ты еще прибавил; «Но поэты лгут через край!» Почему же сказал ты, что поэты лгут через край?»
«Почему? — сказал Заратустра. — Ты спрашиваешь, почему? Я не из тех, кого позволено спрашивать об их почему.
Разве переживаю я по-вчерашнему? Давным-давно миновало время, когда переживал я основания своих мнений.
Разве не был бы я бочкой памяти, если б захотел иметь при себе и свои основания?
Для меня уже и то слишком много — самые мнения мои удержать при себе; немало птиц улетает и не возвращается.
А порой нахожу я и залетную пичугу на моей голубятне: она мне чужая и дрожит, чуть я кладу на нее руку.
Но что же сказал тебе некогда Заратустра? Что поэты лгут через край? — Да, но и Заратустра — поэт.
Так ты веришь, что он сказал тебе правду? Почему же ты этому веришь?»
Ученик отвечал: «Я верю в Заратустру». Но Заратустра покачал головой и улыбнулся.
«Вера меня не спасает, — сказал он, — тем более вера в меня.
Но допустим, кто-либо сказал не шутя, что поэты лгут через край: так он прав — мы лжем через край.
Да мы и знаем крайне мало и плохо учимся: потому-то и должны мы лгать.
И кто бы из нас, поэтов, не подливал свое вино? Немало ядовитой бурды изготовлялось у нас в погребах, немало неописуемого творилось там.
И так как мы мало что знаем, нам по сердцу нищие духом, особенно если это молодые женки-бабенки!
И мы даже падки к тем россказням, которые пересказывают друг другу вечерами старые бабоньки-женки. Это мы сами в себе называем вечной женственностью.
Есть будто бы и еще некий особый потаенный доступ к знанию, и он для тех заваливается, кто кое-чему учится: потому верим мы в народ и в его «мудрость».
Но вот во что верят все поэты: если кто, лежа в траве или на уединенном склоне, навострит уши, тот узнает кое-что о вещах, между небом и землею сущих.
И если найдет на них волнение нежное, то поэты мнят неизменно, что в них сама природа влюблена:
И приникает украдкой к их уху, чтобы нашептывать на ухо нечто таинственное и влюбленные, льстивые речи: этим чванятся, кичатся они перед всеми смертными!
Ах, есть так много диковинного между небом и землей, о чем помечтать позволяют себе только поэты!
А особенно над небом: ибо все боги только подоб-ливость, только нарядливость поэтов!
Впрямь, нас влечет неизменно горе — в страну облаков: на них сажаем мы радужные баловни-чучела и называем их тогда богами и сверхчеловеками: —
Благо, куда как легки они для этаких седалищ! — все эти боги и сверхчеловеки.
Ах, как устал я от всей этой недостижимости, которой непременно надо быть событием! Ах, как устал я от поэтов!»
Когда так сказал Заратустра, вознегодовал на него ученик его, но смолчал. Молчал и Заратустра; и взор его обратился внутрь, как бы в созерцание беспредельно далекого. Наконец, он вздохнул и собрался с духом.
Я — от сегодня и от былого дня, сказал он тогда; но есть нечто во мне — и оно от завтра и от послезавтра и от будущего дня.
Я устал от поэтов, от старых, и от новых: поверхностны они для меня, мелководные моря.
Мало вдумывались они в глубину: потому чувство их не погрузилось до глубины оснований.
Чуть-чуть сладострастия и чуть-чуть скуки: вот каково их лучшее думанье.
Дуновением, мельканием призраков кажется мне перезвон их арф; что знали они о страстном пылании звуков! —
И недостаточно чистоплотны они для меня; они мутят свои воды, чтобы те казались глубокими.
И любят они выдавать себя за примирителей: но посредниками и посредственностями остаются они для Меня, и серединкой на половинку, и нечистоплотными! —
Ах, бывало и я забрасывал сети в их моря, думая выловить добрых рыб; но неизменно вытаскивал я из воды голову старого бога.
Так голодному море давало камень. Верно, и сами они тоже родом из моря.
Несомненно, и жемчужины находят в них: тем сильнее их сходство-сродство с твердыми ракушечными. И вместо души находил я, бывало, в них соленую слизь.
Вдобавок научились они от моря его тщеславию: разве море не павлин из павлинов?
Даже перед наиуродливейшим из буйволов распускает оно волною хвост, не наскучит ему вовек кружевной его веер из серебра и шелка.
Тупо уставился буйвол на море, душой он близок песку, еще ближе непролазной чаще, а всего ближе болоту.
Что ему красота, и море, и пышность павлинов! Этим подобием я одаряю поэтов.
Впрямь, сам дух их — павлин из павлинов, море тщеславия!
Зрителей требует дух поэта: пусть то будут хотя бы и буйволы! —
Но наскучил мне этот дух: и я предвижу — близится время, когда он сам себе наскучит.
Преображенными уже я видел поэтов, со взором, обращенным против самих же себя.
Кающихся духом видел я приближение: из поэтов они выросли.
Так говорил Заратустра.
О великих событиях
Есть на море остров гористый, — вблизи островов блаженных Заратустры, — и на нем постоянно дымится огнедышащая гора; говорит про тот остров народ, а о со-бенно старые женки-бабенки из народа, будто он как глыба-утес выдвинут перед вратами преисподней: через самую огнегору ведет узкая тропа в пропасть, и доводит она до врат преисподней.
Как раз в ту пору, когда Заратустра пребывал на островах блаженных, случилось так, что корабль отдал якорь близ острова, на котором высится дымящаяся гора; и сошла команда корабля на берег кроликов пострелять. Но около полудня, когда капитан и люди его были уже снова в сборе, внезапно увидели они, что прямо на них по воздуху идет человек, и неведомый голос явственно выговорил: «Время приспело! Время не ждет!» Когда же видение оказалось на ближайшем от них расстоянии, — а оно неслось мимо них словно тень туда, где лежала огнегора, — то узнали они в величайшем смущении, что это сам Заратустра; ибо всем им уже прежде довелось видеть его — всем, за исключением капитана, и они любили его, как любит народ: в равной доле совмещая любовь и страх.
«Смотрите-ка! — сказал старик рулевой, — Заратустра пошел в ад!» —
Как раз в ту пору, когда эти корабельщики причалили к огненному острову, разнеслась молва, что Заратустра исчез; и когда спрашивали его друзей, те рассказывали, будто он в ночь сел на корабль, не сказав, куда держит путь.
Так возникла тревога; а три дня спустя к этой тревоге прибавилась еще история корабельной команды — и вот народ говорил, будто черт унес Заратустру. Правда, ученики его смеялись, слыша такие толки, а один из них даже сказал: «Скорее поверю, что Заратустра унес самого черта». Но в глубине души все они были преисполнены тревоги и томительного ожидания: потому велика была их радость, когда на пятый день среди них появился Заратустра.
И вот рассказ о беседе Заратустры с огненным псом:
«Земля, — сказал он, — имеет кожу; и эта кожа больна множеством болезней. Одна из этих болезней называется, например, «человек».
А другая из этих болезней называется «огненный пес»: о нем люди много себе налгали, да и наслушались немало лганья.
Чтобы проникнуть в эту тайну, я море перешел: и я увидел истину нагой, впрямь голой с головы до пят.
Что за диковина этот огненный пес, теперь мне известно; а равно ясно и то, что это за дьяволы извержения и ниспровержения, которых пугаются не одни только старые женки-бабоньки.
Выходи, огненный пес, вылезай из своей глубины! — завопил я, — и признавайся, насколько глубока бездны глубина! Откуда берется все то, что ты наверх, сопя, вырыгаешь?
Ты обильно пьешь из моря: об этом кричит твое пересоленное красноречие! Впрямь, для пса глубины ты уж слишком щедро пользуешься пищей с поверхности!
Самое большее за чревовещателя земли тебя принимаю я: и всегда, когда б ни услышал я речи дьяволов ниспровержения и извержения, я их находил, как и тебя, — солеными, лживыми, плоскими.
Вы горазды рычать и пеплом свет затемнять! Вы из бахвалов бахвалы, и вы в совершенстве научились искусству доводить грязь до кипения.
Где вы, там непременно и грязь вблизи, и много всего ноздреватого, скважистого, защемленного: оно просится на свободу.
«Свобода! — вопите вы все: но я разучился верить в «великие события», коль скоро вокруг них много воплей и дыма.
И поверь мне, приятель Адский шум! Величайшие события — не наши кричащие, а ваши тишайшие часы.
Не вокруг изобретателей нового шума: а вокруг изобретателей новых ценностей вертится мир; неслышно вертится он.
И сознайся! Мало что оставалось в итоге, чуть твой шум и дым улетучивались. Что с того, если город обратился в мумию, и статуя лежит поверженной в грязь!
И вот какое слово скажу я ниспровергателям статуй. Нет большей глупости, чем бросать в море соль и статуи в грязь!
В грязи презрения вашего лежала статуя: но именно таков ее закон, что для нее из презрения вновь вырастает жизнь и живая красота!
Божественнее обликом восстает она ныне, страдательно обольстительная; и впрямь, она еще поблагодарит вас, что вы ниспровергли ее, о ниспровергатели!
Но такой совет даю я королям, и церквам, и всему старчески-слабому и добродетельно-вялому, — дайте только ниспровергать себя! Чтобы вам снова вернуться к жизни, в добродетель — к вам!» —
Так говорил я пред огненным псом: тут он меня недовольно перебил и спросил: «Церковь? Это что такое?»
«Церковь? — отвечал я, — это своего рода государство, и притом насквозь пролгавшееся. Но замолчи ты, притворщик-пес! Ты-то свою породу знаешь как никто!
Подобно тебе государство — притворщик-пес; подобно тебе любит оно изрекать дымом и рыком — чтобы, подобно тебе, внушать веру, будто рокочет оно из чрева бытия.
Ибо оно непременно хочет быть наизнатнейшим зверем на земле — государством! И что это так — ему верят». —
Когда я это сказал, закорчился огненный пес, словно взбесившись от зависти. «Как? — завопил он, — наизнатнейшим зверем на земле? И что это так — ему верят?» И столько смраду и омерзительных звуков вырвалось из его пасти, что я думал, он задохнется от злости и зависти.
Наконец он приутих, и пыхтение его прекратилось; но как только он стих, я сказал, смеясь:
«Ты сердишься, огненный пес: это значит, я прав!
И чтобы я впредь оставался правым, выслушай о другом огненном псе: он впрямь говорит из самого сердца земли.
Он золотом дышит и дождем золотистым: так хочет его сердце. Что ему пепел, и дым, и горячая слизь!
Трепет смеха его словно радужное облако; противны ему клокотание твое, и плеванье, и камни в чреве!
А золото и смех — их берет он из сердца земли: пора ж тебе знать — из золота сердце земли».
Чуть этому внял огненный пес, невмоготу стало ему меня слушать. Пристыженный, поджал он хвост, издал робкое вау! вау! и уполз вниз в свою нору». —
Так рассказывал Заратустра. Ученики же его едва его слушали: так велико было их желание рассказать ему о корабельщиках, кроликах и летающем человеке.
«Не знаю, что и подумать об этом! — сказал Заратустра. — Призрак я, что ли?
Пожалуй, то была моя тень. Вы, верно, уже кое-что слышали о страннике и его тени?
Несомненно, однако, одно: мне надо ее подтянуть, — не то тень еще набросит тень на меня».
И еще раз Заратустра покачал головой и дивился. «Не знаю, что и подумать об этом!» — повторил он.
Почему кричал призрак: «Время приспело! Время не ждет!»
Чего же это — время не ждет?» —
Так говорил Заратустра.
Прорицатель
Остановился здесь «...и я видел, напала великая унылость на людей. Лучшие устали от дел своих.
Учение возникло, вера с ним рядом бежала: пусто все, безразлично все, было все!»
И звучало отзвуком со всех пригорков: «Пусто все, безразлично все, было все!»
Правда, урожай мы собрали: но почему сгнили и почернели все наши плоды? Что это упало наземь в последнюю ночь с недоброго месяца?
Напрасен был труд, в яд претворилось наше вино, дурной глаз спалил дожелта наши поля и сердца.
Мы все иссохли; и падет на нас огонь, развеемся мы пеплу подобно: — даже огонь, и тот утомили мы.
Все ключи иссякли для нас, даже море отступило вспять. Всюду твердь хочет разверзться, но не хочет поглотить глубина!
«Ах, есть ли еще где море, чтобы в нем утонуть»: так жалко звучит наша жалоба — далеко над плоскими болотами.
Впрямь, для смерти мы уже слишком устали; и вот еще бодрствуем мы и жизнь нашу длим — в могильных склепах!» —
Такие речи слышал Заратустра из уст прорицателя; и то прорицание проникло ему в сердце и обратило его. Печальный и усталый бродил он окрест; и стал подобен тем, о ком говорил прорицатель.
Впрямь, так сказал он своим ученикам, уже недолго ждать, и наступят эти долгие сумерки. Ах, как спасти-пронести мне через них мой свет!
Чтобы не угас он среди этой унылости! Отдаленным мирам будет он светом и еще более отдаленным ночам!
В таком сокрушении сердечном бродил Заратустра окрест; и три дня не принимал ни питья, ни пищи, не находил покоя и утратил речь. Наконец, случилось так, что впал он в глубокий сон. Ученики же сидели вокруг него, бодрствуя долгие ночи напролет в напряженном ожидании, не пробудится ли он, не заговорит ли вновь и не исцелится ли от своей унылости.
И вот речь, которую произнес Заратустра, когда пробудился; но его голос доходил до его учеников словно откуда-то издалека:
Выслушайте же сон, который приснился мне, вы, други, и помогите мне разгадать его смысл!
Все еще загадка он для меня, этот приснившийся сон; его смысл сокрыт в нем, и еще пленен, и еще не витает над ним на вольных крыльях.
От всего живого отрешился я, так снилось мне. Ночным и кладбищенским караульщиком стал я, там на уединенной горе-граде смерти.
Там на горе караулил я смерти гроба: заставлены были угрюмые своды такими трофеями. Из стеклянных гробов глядела на меня побежденная жизнь.
Запах запыленных вечностей вдыхал я там: душной и запыленной лежала моя душа. И кто мог бы там проветрить свою душу!
Ясность полуночи обстала меня, одиночество скорчилось рядом с ней и третья — хрипящая тишина смерти, худшая из моих подруг.
При мне были ключи, наизаржавелые из всех ключей; и я ими умел отмыкать наискрипучие из всех ворот.
Будто зловещее карканье, пробегал звук по длинным переходам, когда поднимались створы ворот: неприютно кричала та птица, неохотно давала она будить себя.
Но куда страшней и до жути тягостней было, чуть умолкало все, — кругом тишина, и я сидел один в этом коварном молчании.
Так оно длилось, и время ползло, если время вообще еще было: почем я знаю! Наконец, случилось то, что меня пробудило.
Трижды грянул удар во врата громоподобно, загремели, завыли трижды своды отзывно: тогда пошел я к воротам.
Альпа! — воскликнул я. Кто несет свой пепел в гору? Альпа! Альпа! Скажи, кто несет свой пепел в гору?
И я ключ нажимал, и налегал на ворота, и тужился. Но ворота не подались и на палец:
Внезапно воющий вихрь распахнул настежь их створы: свистя, завывая, пронзая, выбросил он мне черный гроб:
И под рев, завыванье и свист раскололся гроб и извергнул тысячекратно-отзывной смех.
И тьмы образин детей, ангелов, сов и шутов, и бабочек ростом в ребенка хохотали, и гоготали, и гудели, скопом несясь на меня.
Страх ужасный напал на меня: он поверг меня наземь. И я кричал, содрогаясь, как еще никогда не кричал.
Но мой собственный крик меня пробудил: — и я пришел в себя. —
Так рассказывал Заратустра свой сон и затем умолк: не знал он еще истолкования своему сну. Но ученик, которого он любил всех больше, встал, взял руку Заратустры и проговорил:
«Сама твоя жизнь толкует нам этот сон, о Заратустра!
Разве не сам ты тот вихрь пронзительно свистящий, что распахивает в граде-смерти врата?
Разве не сам ты тот гроб, полный радужных злоб и образин ангельских жизни?
Впрямь, как детский смех, тысячекратный, входит Заратустра в могильные склепы, смеясь над кладбищенскими и ночными караульщиками и над всеми, кто гремит угрюмо ключами.
В страх и наземь повергнешь ты их своим смехом; беспомощность и пробуждение твою мощь над ними докажут.
И даже когда придут долгие сумерки и усталость до смерти, ты не закатишься на нашем небе, о ходатай за жизнь!
Новые звезды явил ты нам и новые красоты ночи; впрямь самый смех раскинул ты над нами пестроцветным шатром.
Будет отныне детский смех бить ключом из гробов; будет отныне сильный ветер гнать победно всю усталость до смерти; в том сам ты нам порука и прорицатель!
Впрямь, их самих ты пригрезил во сне — своих врагов: это был твой из тягостных тягостный сон!
Но подобно тому как ты пробудился от них и пришел в себя, так пусть и они от самих себя пробудятся — и придут к тебе!» —
Так говорил ученик; и все остальные столпились вокруг Заратустры. И за руки ухватили его, и пытались уговорить его, чтобы он покинул постель и унылость и к ним вернулся. Заратустра же сидел, выпрямившись на постели, с отчужденным взором. Подобно тому, кто после долголетия на чужбине возвратился домой, так смотрел он на учеников своих, все вглядываясь в их лица; и все еще не узнавал их. Но когда они его подняли и поставили на ноги, гляди, преобразилось мгновенно его око; он понял все, что случилось, погладил себе бороду и сказал твердым голосом:
«Добро! Всему свое время; позаботьтесь же, ученики мои, чтобы у нас был хороший обед, да попроворней! Так намерен я искупить дурные сны!
Прорицатель же будет бок о бок со мною есть и пить: и впрямь, я еще покажу ему море, в котором он сможет утонуть!»
Так говорил Заратустра. Затем устремил он долгий взгляд в лицо ученику, который обнаружил себя снотолкователем, и при этом качал головой. —
О спасении
Однажды, когда Заратустра переходил огромный мост, окружили его калеки и нищие и один горбун так говорил ему:
«Гляди, Заратустра! Уже и народ поучается у тебя и крепнет верой в твое учение: но чтобы он до конца уверовал в тебя, для этого нужно еще одно — ты должен еще убедить нас, калек! Здесь у тебя, кстати, богатый выбор и, впрямь, счастливый случай взять немало голов в работу! Слепых можешь ты исцелять и хромым прыть возвращать; и у кого слишком много позади, ты мог бы его, пожалуй, тоже слегка облегчить: — это, думаю, было бы верным средством внушить калекам веру в Заратустру!»
Заратустра же возражал говорившему — так: «Когда отнимают у горбуна его горб, то отнимают у него его дух, — так поучает народ. И когда возвращают слепому глаза, он видит на земле слишком много дурного: и он проклинает того, кто его исцелил. Тот же, кто возвращает хромому прыть, причиняет ему величайший вред: ибо едва возвратилась прыть к нему, как все грехи его пускаются за ним взапуски, — так поучает народ о калеках. И почему бы Заратустре не поучаться у народа, раз народ поучается у Заратустры?
Но с тех пор, как я живу среди людей, это еще ничто для меня, когда я вижу: одному недостает глаза, другому уха, третьему ног, а попадаются и такие, которые потеряли язык, а не то нос, а не то голову.
Я вижу и видел кое-что и похуже и иной раз до того отвратительное, что не обо всем говорить охота, а об ином даже молчать и то неохота: а именно я видел людей, у которых во всем недостаток, но зато в одном избыток, — людей, которые не что иное, как сплошь глазище, или сплошь ртище, или сплошь животище, или вообще некое сплошь, — калеками наизнанку называю я таких.
И когда я вышел из своего уединения и впервые переходил этот мост: тут я собственным глазам не поверил, и все всматривался да всматривался и наконец сказал: «Вот так ухо! Ухо в рост человека!» Я еще пристальнее всмотрелся: и в самом деле, ниже уха двигалось еще нечто, до жалости мелкое, убогое и тщедушное. И впрямь, это чудовищное ухо сидело на маленькой тоненькой ножке — и эта ножка была человеком! Кто приставил бы к глазу лупу, мог бы еще разглядеть малюсенькое завистливое личико и даже одутловатую душонку, на ножке болтающуюся. Народ же сказал мне, что это большое ухо — не только человек, а еще и большой человек, гений. Но я никогда не доверял народу, говорящему о больших людях, — и остался при убеждении, что это калека наизнанку, у которого во всем недостаток, а одно в избытке».
Когда Заратустра сказал все это горбуну и тем, чьим толмачом и рупором был горбун, обернулся он с глубоким недовольством к ученикам своим и сказал:
«Впрямь, други мои, я брожу среди людей, словно среди обломков и кусков людей.
Вот что всего нестерпимее для моего ока — видеть человека раскрошенным и разбросанным, будто по полю брани и бойни.
И убегает, ли око мое от нынешнего к былому, оно видит неизменно одно и то же: обломки, и обрывки, и чудовищные случайности — но не людей!
Нынешнее и былое на земле, — ах, други мои — вот что всего нестерпимее для меня; и я бы жизни не стерпел, не будь я провидцем того, что должно прийти.
Провидец, волеизъявитель, созидатель, само же грядущее и мост к грядущему — ах, и тут же калека на этом мосту: и все это Заратустра.
И вы, бывало, спрашивали себя: «Кто же для нас Заратустра? Как назвать нам его?» И вот, как и я, сами же задавали себе в ответ вопросы.
Благовестник ли он? Или свершитель? Наследник? Или завоеватель? Осень? Или орало? Врач? Или исцелившийся?
Поэт ли он? Или борец за правду? Освободитель? Или притеснитель? Добрый? Или злой?
Я брожу среди людей, словно среди обломков грядущего: того грядущего, которое я провижу.
Тем полны все мои мысли и думы поэта-творца, что я творю и все свожу воедино, раз оно обломок, и загадка, и чудовищная случайность.
И как вытерпел бы я быть человеком, не будь человек также и поэтом-творцом, и загадок отгадчиком, и спасителем от случайности!
Всех минувших спасти и всякое «то было» претворить в «так соизволил я!» — единственно это назвал бы я спасением!
Воля — так называется освободитель и радости вестник: так учил я вас, друга мои! Но пора, заучите еще и это: сама воля пока еще узница.
Волить — это освобождает: но как называется то, что и на спасителя еще накладывает оковы?
«То было»: так называется воли скрежет зубовный и потаенная печаль. Бессильная против того, что сделано, — она всего прошедшего злобный созерцатель.
Не может воля волить вспять; то, что не может она пересилить время и напор и желание времени,— вот в чем воли потаенная печаль.
Волить — это освобождает: что измышляет сама воля, чтобы избавиться от своей печали и посмеяться над своей тюрьмой?
Ах, сумасбродом становится каждый узник! По-су-масбродному освобождает себя и воля, закованная в оковы.
Время вспять не бежит — вот отчего ее гнев; «то, что было» — так называется камень, который не в силах покатить она.
И вот катит она камни от гнева и досады, и мстит всему, что не чувствует, подобно ей, гнева и досады.
Так стала воля-освободительница волей-злоуязви-тельницей: и на всем, что может страдать, вымещает она, что не может вернуться вспять.
В этом, и только в этом, само мщение: самой воли противоволя, враждебная времени и его «То было».
Впрямь, великий сумасброд живет в нашей воле; и проклятием стало для всего человеческого, что сумасбродство это исполнилось духа!
Д ух мщения: други мои, вот что было до сих пор излюбленным помышлением людей; и где страдание, там неизменно должна была быть и кара.
Именно «кара» — так называет само себя мщение: одним облыжным словом умеет оно долицемериться до чистой совести.
И так как в самом волящем скрыто страдание — от того, что не может он волить вспять, — потому должна сама воля и вся жизнь быть — карой!
И тут накатила туча за тучей на дух: пока, наконец, безумие не разразилось проповедью: «Все преходит, потому все достойно прейти!»
«И такова сама справедливость, закон времени, что должна она своих детей пожирать»: так проповедовало безумие.
«Нравственно упорядочены вещи мира сего согласно праву и каре. О, где же спасение от потока вещей и от кары существования?» Так проповедовало безумие.
«Возможно ли искупление, если вечно право? Ах, не скатить с места этот камень — «То было»: вечны кары!» Так проповедовало безумие.
«Содеянное не может быть уничтожено: как могло бы оно властью кары стать несделанным! Вот оно, вот оно, вечное в этой каре «существования», то, что и само существование должно вечно, все снова и снова, быть делом и виной!
Разве что воля сама себя спасет наконец и воление обернется отказом от воления», — Но вам знакома, братья мои, эта басня-сирена безумия!
Прочь увел я вас от этих басен-сирен, когда вас учил: «Воля есть созидатель»
Всякое «То было» — обломок, загадка, случайность, — пока созидающая воля не добавит: «Но так соизволила я!»
— Пока воля созидающая не добавит: «Но так я волю! Так буду я волить!»
Но говорила ли она когда-либо так? И когда же этому быть? Отсечена ли уже воля от своего собственного безумия?
Стала ли уже воля сама для себя спасителем и радости вестником? Разучилась ли она духу мщения и всякому скрежету зубовному?
И кто научил ее примирению с временем и высшему, чем всякое примирение?
Высшего, чем всякое примирение, должна волить воля, раз она воля к власти: — но как достичь ей этого? Кто научит ее еще волить вспять?»
— Но на этом месте своей речи Заратустра внезапно оборвал себя и вовсе уподобился человеку, который перепугался вконец. Испуганным оком смотрел он на учеников; его взор, будто стрелами, пронизывал их помыслы и задние мысли. Но чуть погодя он уже опять смеялся и говорил добродушно:
«Трудно жить с людьми, ибо куда как трудно молчать. Особенно болтливому». —
Так говорил Заратустра. Горбун же прислушивался к разговору и прикрывал себе при этом лицо; когда же он услышал смех Заратустры, то поднял с любопытством на него глаза и проговорил медленно:
«Но почему говорит Заратустра нам по-другому, иначе, чем своим ученикам?»
Заратустра отвечал: «Чему же тут удивляться! С горбатыми надо и говорить по-горбатому!»
«Добро, — сказал горбун, — говоря со школярами, можно и выбалтывать тайны школы.
Но почему же говорит Заратустра школярам по-другому — чем самому себе?» —
О человеческой мудрости
Не высота: крутизна страшна!
Крутизна, где взор срывается вниз, а рука стремит ввысь. Тогда сердцу так тошно от его двойственной воли.
Ах, други, угадаете ли вы и моего сердца двойственную волю?
Вот она, крутизна моя и опасность моя: мой взор порывается ввысь, рука же моя удержаться хотела б — за глубину!
За человека цепляется воля моя, цепями привязываю я себя к человеку, ибо ввысь порывает меня к сверхчеловеку: туда волит моя другая воля.
И потому живу я слепым в кругу людей; словно бы я их и не знал: чтобы рука моя не потеряла сполна свою веру в твердое.
Не знаю я вас, людей: эти сумрак и утешение часто стелются вокруг меня.
Я сижу у проезжих ворот, открытых любому плуту, и спрашиваю: кто хочет обмануть меня?
Вот она, моя первая мудрость человеческая: я даю обмануть себя, чтобы не остерегаться обманщиков.
Ах, если бы я остерегался человека: как был бы человек якорем моему шару! Куда как легко унесло бы меня невесть куда ввысь!
Провидение правит моей судьбой, чтобы мне не предвидеть опасности.
И кто среди людей изойти жаждой не рад, тот должен научиться пить из любого стакана; и кто среди людей чистым остаться рад, должен уметь умываться и грязной водой.
И так говорил я, бывало, себе в утешение; «Восстань!» Воспрянь! Старое сердце! Несчастье у тебя сорвалось; так прими же это как — счастье!
Вот она, моя вторая мудрость человеческая; я скорее пощажу тщеславных, чем гордых.
Не уязвленное ли тщеславие — мать всех трагедий? Но где уязвлена гордость, там вырастает даже нечто лучшее, чем гордость.
Чтобы жизнь была блестящим зрелищем, надо, чтобы ее игра хорошо разыгрывалась; но для этого нужны хорошие актеры.
Хорошими актерами обнаруживали себя все тщеславные; они играют и хотят привлечь к себе зрителей, — весь их дух в этом влечении.
Они исполняют себя и изобретают себя; вблизи них люблю я быть зрителем жизни — это исцеляет от тоски.
Потому и щажу я тщеславных, что они врачуют мою тоску и приковывают меня к человеку как к театральному зрелищу.
И далее; кто измерит в тщеславном всю глубину его скромности! Я добр к нему и сострадаю ему за его скромность.
От вас хочет он научиться вере в себя; он упивается вашими взорами, он ест жадно хвалу из ваших рук.
Он даже лганью вашему верит, если вы умело о нем лжете; ибо в скрытой глубине вздыхает его сердце; «Что я такое!»
И если подлинная добродетель не знает самой себя; что ж, и тщеславный не знает о своей скромности! —
Это и есть моя третья мудрость человеческая: не отбивает ваша боязливость у меня охоты к любованию злыми.
О, я счастлив при виде чудес, что плодит жгучее солнце: тигров, и пальмы, и гремучих змей.
Есть и среди людей прекрасный приплод жгучего солнца и много чудодейного в злобных.
Впрочем, и ваши из мудрых мудрые показались мне не такими уж мудрыми: так и злобу людскую я нашел не такой уж злобной.
И, бывало, спрашивал я, качая головой: к чему же еще греметь вам, гремучие змеи?
Впрямь, и для зла есть еще грядущее! И самый жгучий юг не открыт еще для человека.
Сколь многое и сейчас называется злейшей злобой, хотя оно всего двенадцать шагов в ширину и три месяца в длину! Некогда все же явятся на свет еще большие драконы.
И чтобы сверхчеловеку не оставаться без своего дракона, без сверхдракона, его достойного: еще много жгучего солнца должно попламенеть на влажном первобытном лесе!
Из ваших диких кошек еще должны вырасти тигры, и из ваших ядовитых жаб — крокодилы: доброму охотнику добрая охота!
И впрямь, о добрые и праведные! В вас немало смешного, особенно смешон ваш страх перед тем, что до сих пор называлось «дьяволом»!
Так чужды вы в душе всему великому, что сверхчеловек показался бы вам страшным своей добротою!
А вы, мудрые и знающие, вы убежали бы от зноя мудрости, в котором сверхчеловек любит купать свою наготу!
О вы, высшие люди, каких довелось мне встречать! таково мое сомнение в вас и мой смех затаенный: я угадываю, вы и моего сверхчеловека назвали бы — «дьяволом»!
Ах, я устал от этих высших и лучших: с «высоты» их рвануло меня ввысь, вон, вперед — к сверхчеловеку!
Ужас напал на меня, чуть увидел я этих лучших голыми: тогда выросли у меня крылья, чтобы плыть в дали грядущего.
В дали дальнейшие, на юг южнейший, какой не снился еще образотворцу, — туда, где боги стыдятся одежд!
А переодетыми хочу видеть я вас, о мои ближние и собратья, и принарядившимися, и тщеславными, и достойными — «добрыми и праведными», —
И переодетым хочу я сам сидеть между вами, — чтобы вас и себя постепенно учиться не узнавать: вот она, моя последняя мудрость человеческая.
Так говорил Заратустра.
Час тишайшей тишины
Что со мною, други мои? Вы видите, я озадачен, захвачен, нехотя следую, готов бежать — от вас убежать!
Да, еще раз суждено Заратустре уйти в одиночество: но невесело на этот раз возвращается медведь в свою берлогу!
Что со мною? Кто неволит? — Моя гневная госпожа соизволит так, она говорила мне; называл ли я вам ее имя?
Вчера под вечер говорила ко мне моя тишайшая тишина: вот она, имя моей страшной госпожи.
И так это было, — я должен все пересказать вам, чтобы не очерствело ваше сердце к столь внезапно удаляющемуся!
Знаком ли вам испуг засыпающего? —
До самых кончиков пальцев продрагивает он испугом, оттого что почва ускользает у него из-под ног и наступает сон.
Это говорю я вам уподобительно. Вчера, в час тишайшей тишины, из-под ног у меня ускользнула почва: сон наступил.
Стрелка передвинулась, часы моей жизни перевели дыхание — еще никогда не слышал я такой тишины вокруг меня: даже сердце мое испугалось.
И вот безголосно прозвучал мне голос: «Т ы это знаешь, Заратустра?» —
И я вскрикнул в испуге при этом шепоте, и кровь отхлынула от моего лица: но я молчал.
И вот вторично безголосно прозвучал мне голос: «Ты это знаешь, Заратустра, а не говоришь!» —
И я отвечал наконец подобно строптивцу: «Да, я знаю, но я не хочу это говорить!»
И вот снова безголосно прозвучал мне голос: «Ты не хочешь, Заратустра? Но так ли это? Не прячься в свою строптивость!» —
И я заплакал, и задрожал, как ребенок, и выговорил: «Ах, я бы хотел, но где мне поднять! Уволь меня! Мне это не под силу!»
И вот снова безголосно прозвучал мне голос: «О тебе ли речь, Заратустра! Скажи свое слово и разбей!» —
И я отвечал: «Ах, мое ли это слово? Кто я? Я жду достойнейшего; я не достоин даже разбиться об него».
И вот снова безголосно прозвучал мне голос: «О тебе ли речь? По мне, ты еще недостаточно смирен. У смирения прежесткая шкура». —
И я отвечал: «Чего только не вынесла шкура моего смирения! У подножия я живу моей высоты: как высоки мои вершины? Этого еще никто не сказал мне. Зато хорошо знаю я мои долины».
И вот снова безголосно прозвучал мне голос: «О, Заратустра, кому дано двигать горами, тот передвигает и долины, и низины». —
И я отвечал: «Еще слово мое не сдвинуло горы, и что я говорил, не достигло людей. Правда, я шел к людям, но я еще не дошел до них».
И вот снова безголосно прозвучал мне голос: «Что знаешь ты об этом! Роса падает на траву, когда ночь всего молчаливей». —
И я отвечал: «Они глумились надо мной, когда свой собственный путь я нашел и взял; и поистине дрожали тогда мои ноги.
И они так говорили мне: ты разучился находить путь, теперь разучиваешься ты и хождению по пути!»
И вот снова безголосно прозвучал мне голос: «Что тебе до их глумления! Ты из тех, кто разучился повиновению: теперь дано тебе повелевать!
Или не знаешь ты, кто всем нужнее всего? Тот, кто повелевает великое.
Трудно исполнять великое: но труднее повелевать великое.
Вот оно, твое самое непростительное: у тебя есть власть, а ты не хочешь властвовать». —
И я отвечал: «Мне не хватает голоса льва, чтобы повелевать».
И вот снова, как шепот, прозвучало мне: «Тишайшие слова приносят бурю. Мысли, неслышно ступающие голубиными ногами, правят миром.
О, Заратустра, ты должен идти как тень того, что грядет: так повелевать ты будешь и, повелевая, идти впереди». —
И я отвечал: «Мне стыдно».
И вот снова безголосно прозвучал мне голос: «Ты должен еще стать ребенком и не ведать стыда.
Гордость юности еще почила на тебе, ты поздно стал юным: но кто хочет ребенком стать, должен преодолеть еще и свою юность». —
И я раздумывал долго и дрожал. Но наконец я сказал то, что сказал вначале: «Я не хочу».
И закружился вокруг меня смех. Увы! как истерзал этот смех мое нутро, как изрезал мое сердце!
И в последний раз прозвучало мне: «О, Заратустра, плоды твои зрелы, но ты не зрел для своих плодов!
Потому вновь надо тебе уйти в одиночество: ибо еще должен ты вызреть». —
И вновь смех прозвучал и исчез: тогда стало тихо вокруг меня, как бы от двойной тишины. Я же лежал на земле, и пот орошал мои члены.
— Теперь вы услышали все, и почему возвратиться я должен в свое одиночество. Ничего не утаил я от вас, други мои.
Но и это услышали вы от меня, от того, кто по-прежнему молчаливейший среди людей — и хочет им быть!
Ах, други мои! Мне бы вам еще нечто сказать, мне бы вам еще нечто дать! Почему же я не даю? Разве я скуп?» —
Но когда Заратустра проговорил эти слова, одолела его могучесть скорби и близость разлуки со своими друзьями, и он громко зарыдал; и никто не знал, как утешить его. В ту же ночь ушел он один и покинул своих друзей.
ЧАСТЬ ТРЕТЬЯ
Вы смотрите вверх, когда стремитесь к возвышению. А я смотрю вниз, ибо я возвышен.
Кто из вас может одновременно смеяться и быть возвышенным?
Кто поднимается на высочайшие горы, тот смеется над всеми трагедиями сцены и над всеми трагедиями жизни.
Заратустра. О чтении и письме
Странник
Была полночь, когда Заратустра пустился в путь через хребет острова, чтобы ранним утром достигнуть другого берега: ибо там хотел он взойти на корабль. Был там прекрасный рейд, где даже чужие корабли охотно отдавали якоря; они брали с собой на борт тех, кто с островов блаженных хотел уплыть на море. И когда Заратустра взбирался на гору, вспоминал он дорогою о своих многократных одиноких странствованиях с ранней юности и о том, сколь многие горы, и хребты, и вершины уже преодолел он, взбираясь.
Я странник и ходок на высокие горы, сказал он своему сердцу, я не люблю равнин и, по-видимому, не могу долго усидеть спокойно.
И какая бы судьба и какое переживание ни ждали меня, — впереди меня странствование и восхождение на гору: в конечном счете переживают только самого себя.
Миновало то время, когда мне навстречу смели попадаться случайности; что могло бы теперь еще случайно попасться мне и не быть уже прежде моей собственностью!
Да, оно возвращается, оно приходит наконец ко мне домой — моя собственная самость и все то от нее, что долго пребывало на чужбине рассеянным среди всех вещей и случайностей.
И еще одно знаю я: я стою теперь перед моей последней вершиной и перед тем, что мне давным-давно предуготовано. Ах, моей крутосуровой дорогой должен подняться я туда, ввысь! Да, я начал самое одинокое свое странствование!
Но кто моей породы, тому не избежать этого часа: часа, который говорит ему: «Только теперь ты идешь своей дорогой величия! Вершина и пропасть — они теперь сочетались воедино!
Ты идешь своей дорогой величия: теперь твоим последним убежищем стало то, что до сих пор называлось твоей последней опасностью!
Ты идешь своей дорогой величия: теперь твое высшее мужество в том, что позади тебя уже нет дороги!
Ты идешь своей дорогой величия; здесь никто уже не будет красться за тобой! Твоя нога сама стерла позади себя дорогу, и над дорогой написано: невозможность.
И если ты останешься без единой лестницы, то тебе надо будет учиться и на свою же собственную голову взбираться: как иначе мог бы ты подниматься вверх?
На свою же собственную голову и через свое же собственное сердце! Теперь и самое нежное в тебе должно еще стать самым твердым.
Кто всегда неусыпно берег себя, тот напоследок хворает от своего неусыпного бережения. Хвала всему, что делает твердым! Я не хвалю страну, где масло и мед — рекой текут!
Научиться надо смотреть миме себя, чтобы многое усмотреть: — эта твердость необходима любому ходоку на высокие горы.
Но у кого назойливый глаз познающего, где такому усмотреть в вещах больше, чем их показную суть!
Ты же, о Заратустра, хотел узреть первосуть и скрытую суть всех вещей: потому должен ты над самим собой подниматься — все выше и выше, пока и звезды твои не окажутся под тобою!
Да! Сверху смотреть на самого себя и даже на свои звезды: вот что назвал бы я своей вершиной, вот что осталось для меня последней вершиной!» —
Так говорил Заратустра самому себе при подъеме на гору, крутыми поговорками утешая свое сердце: ибо ранено было его сердце, как никогда прежде. И когда он достиг вершины горного хребта, гляди, вот расстилается перед ним другое море: и он стоял неподвижно и долго молчал. Ночь же на этой высоте была холодная, и ясная, и яркозвездная.
Я узнаю мой жребий, вымолвил он наконец с печалью в голосе. Добро! Я готов. Только что началось мое последнее одиночество.
Ах, это черное печальное море подо мной! Ах, эта тяжелая ночная угрюмость! Ах, судьба и море! К вам должен я ныне спуститься вниз!
Перед своей наивысочайшей горой стою я и перед своим наидлительнейшим странствием: потому должен я сперва вниз — спуститься куда глубже, чем когда-либо спускался:
— глубже погрузиться в страдание, чем когда-либо погружался, в самую глубь, в его исчерна-черную пучину! Так хочет моя судьба: добро! Я готов.
Откуда они, эти наивысочайшие горы? — так спрашивал я некогда. Тогда познал я, что они выносятся из моря.
Это свидетельство врезано в их каменную твердь и крутосклоны их вершин. Из глубокого высочайше высокое должно вознестись к своей высоте. —
Так говорил Заратустра, стоя на пике горы, где было холодно; когда же он приблизился к самому морю и уже стоял одиноко среди утесов, одолела его усталость от дороги и тоска пуще прежнего.
Еще все спит кругом, говорил он; и море спит. Сонно и чуждо глядит око его на меня.
Но оно дышит теплом, я это чувствую. И чувствую также, что оно грезит. Грезя, оно ворочается на жестких подушках.
Ох! Ох! Как стонет оно от недобрых воспоминаний! Или от недобрых ожиданий?
Ах, я печалюсь с тобой, темное чудовище, и самого себя казню из-за тебя.
Ах, почему недостаточно сильна моя рука! Впрямь, охотно избавил бы я тебя от недобрых грез! —
И, говоря так, засмеялся Заратустра в тоске и горечи над самим собою. «Как! Заратустра! — сказал он, — ты еще хочешь утешить своей песнью море?
Ах, ты, любвеобильный глупец, Заратустра, ты сверхблаженный в доверчивости! Но таким был ты всегда: всегда подходил ты доверчиво ко всему страшному.
Каждое чудовище хотел ты приласкать. Дуновение теплого дыхания, чуть-чуть мягких косм на лапах — : и уже ты готов был любить и к себе манить.
Любовь — опасность для одинокого из одиноких, любовь ко всему, если только оно живое! Впрямь, куда как смешна моя глупость и моя скромность в любви!» —
Так говорил Заратустра и при этом засмеялся вторично: но тут вспомнил он о своих покинутых друзьях —, и словно прегрешив перед ними мысленно, разгневался он на себя за свои мысли. И вдруг заплакал смеющийся: — от гнева и тоски заплакал Заратустра горько.
О видении и загадке
1
Когда среди корабельщиков прошел слух, что Заратустра на корабле, — ибо взошел на корабль одновременно с ним человек, который прибыл с островов блаженных, — возникло великое любопытство и ожидание. Но Заратустра два дня молчал и до того был холоден и глух от печали, что не отвечал ни на взгляды, ни на вопросы. Однако к вечеру второго дня открыл он вновь свои уши, хотя все еще продолжал молчать: потому много необычайного и опасного можно было услышать на этом корабле, который прибыл издалека и держал путь еще дальше. Заратустра же был другом всем тем, кто совершает далекие путешествия и не может жить вне опасности. И смотри! От прислушиванья к разговорам развязался напоследок и у него язык, и лед его сердца разбился: — тогда так начал он говорить:
Вам, отважным искателям, испытателям и всем, кто пускался когда-либо на коварных парусах по свирепым морям, —
вам, опьяненным загадками, любителям полумрака, чья душа приманивается флейтами к любой обманной пучине:
— ибо не любо вам боязливой рукой нащупывать нить; и где вы можете отгадать, там ненавистно вам заключать, —
вам одним расскажу я о загадке, которую я видел, — видение одинокого из одиноких. —
. Мрачный шагал я недавно мертвенно-бледными сумерками, — мрачный и твердый, с сжатыми губами. Не одно солнце закатилось для меня.
Тропа, упорно меж окатышей вьющаяся вверх, злобная, одинокая, которой не пристали ни трава, ни кусты: горная тропа хрустела под напором моей ноги.
Безмолвно ступая по насмешливому громыханью голышей, растаптывая камень, с которого соскальзывала: так продвигалась моя нога упорно вверх.
Вверх: — наперекор духу, который влек ее вниз, в пропасть, вниз, наперекор духу тяжести, моему дьяволу и заклятому врагу.
Вверх: — хотя он сидел на мне, полукарлик, полукрот; хромой; угрожая и мне хромотой; свинец, свинцово-капельные мысли мне в ухо, мне в мозг вливая по капле.
«О Заратустра, — шептал он насмешливо, роняя слово за словом, — ты камень мудрости! Как высок твой бросок, но каждый брошенный камень должен — упасть!
О Заратустра, ты камень мудрости, ты мечтательный — камень, ты звездокрушитель! Самого себя ты подбросил так высоко, — но каждый брошенный камень — должен упасть!
Осужденный самому себе в жертву, самого себя побить камнями, о Заратустра, куда как далеко бросил ты камень, — но на тебя упадет он обратно!»
Затем карлик умолк; и это длилось долго. Но его молчание давило меня; и впрямь, при таком пребывании вдвоем человек более одинок, чем в одиночку!
Я поднимался и поднимался, я грезил, я мыслил, — но все давило меня. На хворого походил я, которого погружает в дремоту его мучительная боль и которого снова будит от дрема еще более мучительный сон. —
Но есть нечто во мне, что называю доблестью: она до сих пор убивала во мне всякое уныние — насмерть. Эта доблесть принудила меня наконец остановиться и сказать: «Карлик! Ты или я!» —
Доблесть — вот наилучший смертоубийца, — доблесть, которая нападает: ибо в любом нападении есть играющий звон.
Человек же наидоблестнейший зверь: этим одолевал он любого зверя. Играющим звоном побеждал он любую скорбь; а человеческая скорбь — наиглубочайшая.
Доблесть насмерть убивает даже головокружение над бездной: а где не стоит человек над бездной! Разве видеть не значит уже — видеть бездны?
Доблесть — вот наилучший смертоубийца: доблесть убивает насмерть даже сострадание. Сострадание же наиглубочайшая бездна: насколько глубоко заглядывает человек в жизнь, настолько же глубоко заглядывает он в страдание.
Но доблесть — вот наилучший смертоубийца, доблесть, которая нападает: она и смерть убивает насмерть, ибо говорит: «Э т о была жизнь? Добро! Так еще раз!»
В таком взывании много играющего звона. Кто имеет уши, да слышит. —
2
«Стой! Карлик! — сказал я. — Я! Или ты! Но из нас двоих я сильнейший — : не знаешь ты моей бездонной мысли! Ее — ее ты не смог бы нести!» —
Но внезапно я стал более легким: спрыгнул с моего плеча карлик, этот любопытный карлик! И на корточки присел передо мной на камень. И были там ворота на перепутьи, где мы остановились.
«Взгляни на эти ворота, карлик! — продолжал я. — У них два лица. Две дороги сходятся здесь: никто еще не прошел по ним до конца.
Эта длинная дорога позади: она длится вечность. И та длинная дорога впереди — другая вечность.
Они противоречат друг другу, эти две дороги; они сталкиваются лбами: — и здесь, у этих ворот, место, где они сходятся. Название ворот написано вверху: «Мгновение».
Но если бы кто шел по одной из этих дорог дальше — и все бы шел да шел: как думаешь ты, карлик, вечно ли противоречат себе эти две дороги?» —
«Все прямое лжет, — презрительно пробормотал карлик. — Всякая истина крива, само время круг».
«Ты, дух тяжести! — проговорил я в гневе, — не думай так легко отделаться! Или я оставлю тебя сидеть на корточках там, где ты скорчился, черт хромоногий, — а ведь я вознес тебя высоко!
Вглядись, — продолжал я, — в это мгновенье! От этих врат «Мгновения» убегает длинная вечная дорога назад: позади нас вечность.
Не суждено ли было всему в мире, что м ожет бежать, уже однажды пробежать по этой дороге? Не суждено ли было всему в мире, что может случиться, уже однажды случиться, совершиться, пробежать?
И если все уже однажды здесь было: что думаешь ты, карлик, об этом мгновении? Не суждено ли было и этим воротам уже однажды здесь — быть?
И не связано ли все в мире одно с другим таким крепким узлом, что это мгновение тянет за собой все грядущее? С лед овательн о------и само себя?
Ибо всему, что может в мире бежать: суждено — и по этой длинной дороге — еще раз в даль пробежать! —
И этот медлительный паук, который ползет в лунном сиянии, и само это лунное сияние, и я, и ты, перешептывающиеся у этих проходных ворот, о вечных вещах перешептывающиеся,— не дано ли было нам уже однажды здесь быть?
— и возвратиться и по той, другой дороге бежать, туда вдаль, по этой длинной ужасающей дороге, — не суждено ли нам вечно возвращаться? —»
Так говорил я, все тише и тише: я боялся своих собственных мыслей и своих задних мыслей. И вдруг я услышал, как вблизи завыла собака.
Слышал ли я когда-либо, чтобы так выла собака? Моя мысль пробегала былое. Да! Когда я был ребенком, в далеком детстве:
— тогда я слышал: так выла собака. И я видел ее, с вздыбленной шерстью, с задранной мордой, дрожащую, в такую тихую полночь, когда и собаки верят в привидения:
— и мне даже стало жаль ее. Полный месяц взошел безмолвием смерти над домом. Он стоял неподвижно, круглым пыланием, — неподвижно на плоской крыше, словно на чужой собственности: —
— вот чему ужаснулась тогда собака: ибо верят собаки в привидения и воров. И когда я снова услышал, как она завыла, мне стало ее жаль вторично.
Куда же пропал карлик? И ворота? И паук? И перешептывание? Во сне ли то было? Наяву ли? Между диких скал стоял я, озираясь, один, одинокий, в мертвенном лунном сиянии.
Н о там лежал человек! А вот и собака! с вздыбленной шерстью, скачет, визжит — она заметила мое приближение, — и вот она снова завыла, она взывала: — слышал ли я когда-либо, чтобы собака так взывала о помощи?
И впрямь, то, что увидел я, подобного я никогда не видел. Юношу-пастуха увидел я, — он дергался, он корчился, он задыхался, с искаженным лицом, а тяжелая черная змея висела у него изо рта.
Видел ли я когда-нибудь столько отвращения и бледного ужаса на одном лице? Он, верно, спал? И вот в глотку ему заползла змея — злобно впилась.
Моя рука рванула змею, рванула сильней: — тщетно! Не вырвала она змеи из глотки. Тогда выкрикнулось изнутри, из меня: «Откуси! Откуси!
Голову прочь! Откуси!» — так оно выкрикнулось, изнутри: мой ужас, моя ненависть, мое отвращение, моя жалость, все хорошее и дурное во мне единым криком выкрикнулось изнутри, из меня. —
Вы удальцы, попутчики мои, вы искатели, испытатели и все, кто только на коварных парусах вдаль пустился по неведомым морям! Вы любители загадок!
Разгадайте же мне загадку, которую я видел тогда, растолкуйте же мне это видение одинокого из одиноких!
Ибо было это видение и предвиденье: — что же увидел я тогда в том подобии? И кто он, тот, кто некогда должен прийти?
Кто этот пастух, которому заползла в глотку змея? Кто этот человек, которому все самое тяжелое, самое черное заползает в глотку?
— Но пастух откусил, как то советовал ему мой крик; он откусил, он сделал добрый кус! Далеко прочь от себя отплюнул он голову змеи —: и вскочил на ноги. —
Уже не пастух, уже не человек — другой, преображенный, осиянный, стоял передо мной, тот, который смеялся! Никогда еще не смеялся на земле человек так, как смеялся о н!
О братья мои, я услышал смех, и это был не смех человека, —— и вот жажда пожирает меня, тоска, не утолимая вовек.
Тоска по этому смеху пожирает меня: о, как вытерпеть еще дольше жизнь! И как мог бы вытерпеть я теперь смерть! —
Так говорил Заратустра.
О блаженстве поневоле
С такими загадками и угрызениями сердца плыл Заратустра по морю. Когда же он был четырехдневьем пути отделен от островов блаженных и от друзей, преодолел он скорбь — : победоносно, на своей судьбе стоял он снова твердой ногою. И тогда Заратустра говорил так к своей ликующей совести:
Я снова один и хочу быть один: я, да чистое небо и вольное море; и снова заполдень вокруг меня.
Заполдень был, когда обрел я впервые друзей, за-полдень был, когда обрел я их и вторично, — в час, когда спокойнее проливается свет.
Ибо все то счастье, которое еще блуждает между небом и землею, оно ищет тогда приюта себе в лучистой душе: да, от счастья теперь проливается спокойнее свет.
О заполдень моей жизни! Некогда спустилось и м ое счастье в долину поискать себе приюта: тогда обрело оно эти открытые гостеприимные души.
О заполдень моей жизни! Чего не отдал бы я, чтобы иметь одно, эту живую поросль моих помыслов, и этот утренний свет моей высшей надежды!
Попутчиков некогда искал созидающий и детей своей надежды: и что же, оказалось, не найти ему их, разве только он сам создаст их.
И вот весь я отдался своему делу, я на пути к моим детям и на обратном пути от них: во имя детей своих должен Заратустра завершить самого себя.
Ибо от всей души любят только свое дитя и свое дело; и где есть великая любовь к самому себе, там она верный признак беременности: так обнаружил я.
Еще зеленеют мои дети в пору своей первой весны, друг к другу близко стоя и вместе колеблемые ветрами, деревья моего сада и лучшей земли.
И впрямь! Где такие деревья близко друг к другу стоят, там острова блаженных.
Но когда-нибудь я их выкопаю и посажу каждое отдельно: чтобы научились они одиночеству, и упорству, и осторожности.
Суковатое и искривленное при гибкой твердости будет оно тогда стоять у моря, живой маяк непобедимой жизни.
Там, где грозы свергаются в море и хобот нагорий воду пьет, там да стоит каждое днем и ночью дозором, для самоиспытания и познания.
Да будет это дерево познано и испытано: мое ли оно по роду и племени, — господин ли оно длительной воли, молчаливо ли, даже когда говорит, покоряясь тому, что оно, давая, берет: —
— чтобы некогда моим попутчиком стать и в созидании и в праздновании соучастником быть Заратустры, — : таким, который волю мою врежет в скрижали мои: ради завершения совершенства всех вещей.
И ради него и ему подобных сам себя я должен завершить: потому уклоняюсь я теперь от своего счастья и иду навстречу всем несчастьям — ради своего последнего самоиспытания и познания.
И впрямь самая пора была мне идти; и тень странника, и томительный день, и тишайший час — все говорило мне: «Давно пора!»
Ветер затрубил сквозь замочную скважину и сказал: «В путь!» Дверь заманчиво распахнулась и сказала: «Иди!».
Но я лежал прикованный любовью к своим детям: жажда-желание наложило на меня эти оковы, жажда-желание любви, чтобы я добычей стал своих детей и в них себя потерял.
Желать — это уж значит: потерять себя. В ы с о мной, мои д е т и! В этом обладании все должно быть залогом и ничто не должно быть желанием.
Но огнем палило меня солнце моей любви, в собственном соку варился Заратустра, — и вот пронеслись тени и сомнения надо мной.
По зиме и морозу затосковал я: «О, зима и мороз, о если бы снова они заставили меня защелкать и похрустывать!» — так вздыхал я: — и вот поднялись ледяные туманы из глубины моей.
Мое прошлое взломало свои гробницы, пробудилось немало заживопогребенных страданий — : они только выспались, укрывшись саваном.
Так все взывало ко мне, подавая мне знаки: «Пора!» Но я — я был глух: пока наконец моя бездна не зашевелилась и моя мысль не укусила меня.
Ах, бездонная мысль, ты же м оя мысль! Когда же обрету я силу слышать, как ты роешься в бездне, и уже не дрожать?
Мое сердце стучит, будто выскочить хочет, когда слышу, как ты роешься в бездне! Твое молчанье хочет удушить меня, ты бездонно-молчаливая!
Еще никогда не дерзал я вызвать из бездны тебя: довольно того, что я носил тебя — при себе! Еще не было у меня вдоволь сил для последнего дерзания и задора льва.
Довольно с меня того ужаса, каким всегда была для меня твоя тяжесть: но некогда я еще обрету силу и голос льва, который вызовет из бездны тебя.
Когда я это в себе преодолею, тогда я и нечто большее преодолею в себе; и да будет победа печатью моего завершения! —
А пока ношусь я по неверным морям; случай льстит мне удачей, этот отчаянный льстец; вперед и назад гляжу я — гляжу, но не вижу конца.
Еще не наступил для меня час моей последней борьбы, — или вот уже настает он? Впрямь, в коварной красоте глядят на меня, куда ни взгляну, море и жизнь!
О, заполдень моей жизни! О счастье перед вечером! О, пристань в открытом море! О мир в неверном мире! Как мало я вам всем доверяю!
Впрямь, не доверяю я вашей коварной красоте! С любящим сходен я, который не доверяет слишком бархатной улыбке.
Как отталкивает он от себя любимую, нежный даже в суровости своей, ревнивец, — так отталкиваю я от себя этот блаженный час.
Прочь от меня, блаженный час! С тобой пришло ко мне блаженство поневоле! Добровольно готовый к своей самой глубокой боли, здесь стоял я: — некстати пришел ты!
Прочь от меня, блаженный час! Лучше ищи себе приюта — там, у моих детей! Поторопись! и благослови их еще до прихода вечером моим счастьем! —
Уже близится вечер: садится солнце. Прощай — о, счастье! —
Так говорил Заратустра. И ждал несчастья всю ночь напролет: но ждал напрасно. Ясной и тихой пребывала ночь, и само счастье подступало к нему все ближе и ближе. А под утро засмеялся Заратустра своему сердцу и молвил насмешливо: «Счастье бегает за мной следом. Это оттого, что я не бегаю за женщинами. А счастье — женщина».
Перед восходом солнца
О небо надо мной, чистое! глубокое! Ты светобезд-на! Видя тебя, содрогаюсь я от наплыва божественных желаний.
Мне бы в высь кинуться — вот она, глубина моя! Мне бы в чистоту твою укрыться — вот она, невинность моя!
Бога укрывает его красота: так скрываешь ты свои звезды. Безмолвно ты: так возвещаешь ты мне свою мудрость.
Немотствуя, над бурливым морем взошло ты для меня сегодня, твоя любовь и твоя стыдливость что голос откровения моей бурливой душе.
То, что ты явилось ко мне прекрасным, укрывшись в свою красоту, то, что ты, немотствуя, говоришь ко мне, открываясь в своей мудрости:
О, как было мне не угадать всю стыдливость твоей души! Д о солнца явилось ты ко мне, из одиноких одинокому.
Мы друзья искони: у нас скорбь, и страх, и суть общие; и еще солнце у нас общее.
Мы не переговариваемся, ибо слишком много знаем — : мы вмалчиваемся друг в друга, мы улыбаемся нашим знанием друг другу.
Не ты ли свет моего огня? Не в тебе ли душа, сестра моего прозрения?
Вместе учились мы всему; вместе учились мы восходить над собою к себе же самим и улыбаться безоблачно: —
— безоблачно проливаться улыбкой наземь из лучистых глаз и из несчетнодалекой дали, когда под нами насилие, и цель, и вина, как дождь дымятся.
И скитался я один: кого искала моя душа по ночам и по тропам блужданий? И восходил я на горы, кого искал я тогда, как не тебя, на горах?
И все мои скитания и восхождения на горы: нуждой, усилием бессильного были они и помощью беспомощного: — лететь! вот чего хочет вся воля моя, — в тебя влететь!
И кого ненавидел я сильнее, чем тягучие волока-облака и все, что пятнает тебя? И еще ненавидел я свою собственную ненависть, ибо она пятнала тебя!
На тягучие волока-облака обращен мой гнев, на этих крадущихся хищных кошек: они отнимают у тебя и у меня то, что обще нам, — всю безмерность, безграничность наших да и аминь.
На этих посредников и путаников обращен наш гнев, на тягучие волока-облака: на этих половинчатых, что не научились ни благословлять, ни от души проклинать.
Лучше мне впредь под замкнутым небом в бочке сидеть, лучше вовсе без неба в бездне сидеть, чем видеть тебя, светонебо, запятнанным этими тягучими волока-облаками!
И часто подзадоривало меня скрепить их зубчатой золотой проволокой молний, чтобы мог я подобно грому барабанить по их брюху-котлищу: —
— свирепый барабанщик, ибо у меня похищают они твое да! и аминь! ты, небо надо мной, ты, чистое! светлое! ты, светобездна! — ибо у тебя похищают они м ое да! и аминь!
Ибо скорее предпочту я шум, и гром, и непогоды проклятья, чем эту осмотрительную, нерешительную кошачью тишину; и среди людей неистребимее всего ненавижу я всех этих неслышнобродов половинчатых, нерешительные, медлительные, тягучие волока-облака.
И кто не умеет благословлять, тот пусть научит-с я проклинать! — это светлое учение упало мне со светлого неба, эта звезда горит даже в черные ночи на моем небе.
Но я тот, кто благословляет и говорит да, если ты только обнимаешь меня, о чистое! светлое! о светобез-дна! — во все бездны несу я тогда свое благословляющее да.
Я стал "тем, кто благословляет и говорит да: и долго боролся я, чтобы быть им, и борцом был я, чтобы освободить руки для благословения.
И вот оно, мое благословение: над любой вещью стоять, как небо ее, как круглый купол ее, как колокол лазурный и вечный залог: и блажен, кто так благословляет!
Ибо окрещены все вещи у источника вечности и по ту сторону добра и зла; но само добро и зло только промельки-тени и мокреди-грусти и тягучие волока-облака.
Впрямь, благословение в том, а не хула, когда я учу: «над всеми вещами стоят небослучайности, небоневин-ности, небонечаянности, небодерзости».
«Нечаянность» — вот древнейшее дворянство мира, его возвратил я всем вещам, их освободил я от рабства под ярмом целесообразности.
Эту свободу и ясность неба, будто колокол лазурный, утвердил я над всеми вещами, когда учил, что над ними и посредством их никакая «вечная воля» — не во-лит.
Эту дерзость и эту дурость утвердил я на место той воли, когда учил: «При всем том одно невозможно — разумность!»
Пожалуй, чуть-чуть разума, семя мудрости, рассеянное от звезды до звезды, — та закваска примешана ко всем вещам: дурости ради примешана ко всем вещам мудрость!
Чуть-чуть мудрости еще возможно; но вот какой блаженный залог нашел я во всех вещах: тот, что на ногах случая предпочитают они — плясать.
О, небо надо мной! чистое! высокое! В том-то и твоя чистота для меня, что нет в мире вечного рйзума-паука и разума-паутины: —
— то, что ты пол плясовой для пляски божественных случайностей, то, что ты стол богов для метания божественных костей и для игроков в кости! —
Но ты краснеешь? Разве выговорил я невыговарива-емое? Разве хулил я, когда хотел благословить тебя?
Или это стыд, оттого что мы вдвоем, заставил тебя покраснеть? — Ты уйти принуждаешь меня и умолкнуть, ибо уже — день близится?
Мир глубок — : и глубже он, чем подан дню намек. Не всему дано высказать себя перед лицом дня. Но день близится: так расстанемся же!
О, небо надо мной! ты стыдливое! пылающее! о ты, мое пылкое счастье перед восходом солнца! День близится: так расстанемся же! —
Так говорил Заратустра.
Об умаляющей добродетели
Когда Заратустра снова ступил на твердую землю, не пошел он прямо к своим горам и к своей берлоге, а стал бродить по многим дорогам и вопросам, расспрашивал про то да другое, так что даже сказал о себе самом шутя: «Вот река, которая несчетом излучин течет обратно к своему источнику!» Ибо он хотел дознаться, что за это время случилось с человеком : вырос ли он или умалился. И однажды увидел он ряд домов; изумился и молвил:
Что означают эти дома? Впрямь, не великая душа сложила их по своему подобию!
Иль дитя неразумное вынуло их из своего ящика с игрушками? Только бы другое дитя их снова положило в свой ящик!
А эти каморки и комнаты: неужели мужчины могут входить и выходить отсюда? На мой взгляд они сделаны для шелковичных куколок; или для кошек-лакомок, которые не прочь, чтобы и ими полакомились.
И Заратустра остановился и задумался. Наконец он молвил с сокрушеньем: «В с е измельчало!
Всюду вижу я такие низкие двери: кто моего роста, тот еще, пожалуй, пройдет, но — он должен пригнуться!
О когда же возвращусь я на родину, где я уже не должен пригибаться — уже не должен пригибаться п е ред маленьким и!» — И Заратустра вздохнул и устремил взоры в даль. —
Но в тот же день произнес он свою речь об умаляющей добродетели.
2
Я прохожу меж этих людей, и глаза мои широко распахнуты: люди не прощают мне, что я не завидую их добродетелям.
Они готовы заклевать меня, ибо я говорю им: маленьким людям нужны маленькие добродетели, — и не легко укладывается в моей голове, что и маленькие люди нужны!
Сходен я с петухом на чужом дворе, которого даже куры клюют; но за это я не мщу курам.
Я вежлив с ними, как со всяким маленьким огорчением; быть колючим назло всему маленькому кажется мне мудростью для ежей.
Они все говорят обо мне, сидя вечерами вокруг огня, — они говорят обо мне, но никто не думает — обо мне!
Вот она, новая тишина, которой я научился: их шум вокруг меня расстилает плащ над моими мыслями.
Они шумят между собой: «Чего хочет от нас эта угрюмая туча! Будем остерегаться, как бы она не занесла нам чумы!»
А недавно женщина рванула к себе дитя, когда оно потянулось ко мне: «Укройте детей! — закричала она. — Такие глаза опаляют детские души».
Они кашляют, когда я говорю: они думают, кашель — это довод против сильных ветров, — они вовсе не догадываются о моем бушующем счастье!
«У нас еще нет времени для Заратустры», — такой довод приводят они; но кой толк во времени, у которого для Заратустры «нет времени»?
И если они и славословят меня: как мог бы на их славе уснуть? Пояс с щитами для меня их хвала: она колеблется даже тогда, когда я сбрасываю ее с себя.
И вот еще чему научился я среди них: хвалитель делает вид, будто он воздает, а на самом деле он хочет еще большего дара!
Спросите мою ногу, нравятся ли ей их приемы похвал и приманок! Впрямь, под такой такт и тик-так невмоготу ей ни танцевать, ни на месте стоять.
Маленькой добродетелью хотели бы они заманить и захвалить меня; на тик-так маленького счастья хотели бы они увлечь мою ногу.
Я прохожу меж этих людей, и глаза мои широко распахнуты: они измельчали и все больше мельчают: — но виной этому их учение о счастье и добродетели.
Они в добродетели скромны — ибо ищут удобств. С удобствами же уживается только скромная добродетель.
Правда, и они учатся по-своему шагать и шагать вперед: это я называю их ковылянием —. Потому и натыкается на них каждый, кому к спеху.
Иной из них идет вперед и при этом смотрит назад, с одеревенелым затылком: на такого рад налететь я на полном ходу.
Ногам и глазам не следует ни лгать, ни уличать друг друга во лжи. Но много лганья у маленьких людей.
Единицы из них хотят, зато большинство хотимо иным. Единицы из них подлинны, зато большинство подлинно плохие актеры.
Есть среди них актеры поневеденью и есть актеры поневоле, — подлинные вообще редкость, особенно подлинные актеры.
От мужества мужчины здесь осталось мало: оттого-то все мужеподобные их женщины. Ибо только тот, в ком довольно мужчины, искупит в женщине женщину.
И вот какое лицемерие среди них по мне наихудшее: что даже те, кто повелевает, лицемерят, вторя добродетелям тех, кто служит.
«Я служу, ты служишь, мы служим», — так молится здесь и лицемерие господствующих, — и горе, если первый господин только первый слуга!
Ах, и в их сети лицемерия залетело любопытство моего ока; и как хорошо угадал я все их мушиное счастье и все их жужжанье у солнцем залитых оконных стекол.
Сколько доброты, столько и слабости вижу я. Сколько справедливости и сострадания, столько и слабости.
Круглы, безупречны и доброжелательны они друг к другу, как песчинки круглы, безупречны и доброжелательны к песчинкам.
Так скромно обнять маленькое счастье — это называют они «смирением»! — и тут же они так скромно скашивают глаз на новое маленькое счастье.
В сущности, больше всего хотят они попросту одного: чтобы никто не делал им больно. Потому услужливо предупреждают они желание каждого и делают ему добро.
Но это трусость: хотя она и называется «добродетелью». —
И если порой они говорят грубо, эти людишки: слышу сквозь их речи только их хрипоту, — любой сквозняк их продувает.
Умны они, у их добродетелей умные пальцы. Но им не хватает кулаков, их пальцы не умеют прятаться в кулаки.
Добродетель в их глазах все делает скромным и ручным: так-то обратили они волка в собаку и самого человека в лучшее домашнее животное самого человека.
«Мы поставили наш стул посредине, — говорит мне их ухмылочка — и столь же далеко от умирающих бойцов, как и от самодовольных свиней».
Но это и есть — посредственность: хотя бы она и называлась умеренностью средних. —
Я прохожу меж этих людей и роняю порой памятное слово: но не умеют они ни брать, ни удерживать.
Они удивляются, что я не пришел опорочивать их пороки и похоти; и впрямь, я ведь не пришел и предостерегать от карманников!
Они удивляются, что я не собираюсь остричь и за-умить их умничанье: как будто мало у них умников, чей голос режет мне слух хуже скрипучего грифеля!
И когда я кричу: «Кляните тьму трусливых бесов внутри вас, которым любо руки молитвенно складывать и визжать и обожать», — так они кричат: «Заратустра-безбожник»!
И особенно кричат об этом их учителя смирения — ; но мне зато и любо крикнуть им в самое ухо: Да! Я За-ратустра-безбожник!
Эти уж мне учителя смирения! Всюду, где мразь, и хворь, и паршь, ползают они, как вши; и только мое отвращение мешает мне раздавить их со щелком.
Добро! Вот моя проповедь и х ушам: я Заратустра, безбожник, который говорит: «Кто безбожнее меня, чтобы я радовался его наставлению?»
Я Заратустра, безбожник: где найду я себе подобного? А мне подобен всякий, кто сам утверждает свою волю и отбрасывает всякое смирение.
Я Заратустра, безбожник: любой случай варю я в своем горшке. И лишь тогда, когда хорошо сварится, говорю ему: добро пожаловать ко мне на стол.
И впрямь, иной случай подходил ко мне повелительно: но еще повелительнее говорила ему моя воля, — и вот он уже перед ней на коленях —
— умоляя не отказать ему в приюте и сердечном приеме и льстиво уговаривая: «Вот видишь, о Заратустра, только друг приходит так к другу!» —
Но что говорить, когда ни у кого нет моих ушей! Потому стану я кликать на все четыре стороны:
Вы все мельчаете, людишки! Вы крошитесь, любители удобств! Вы готовите гибель себе —
— вашими несчастными маленькими добродетелями, вашими несчастными маленькими упущениями, вашим неизменным маленьким смирением!
Слишком осторожна, слишком уступчива: такова ваша почва! Но чтобы дереву стать большим, ему надо вокруг крепких скал обвиться крепкими корнями!
Даже то, что упускаете вы, ткет и ткет ткань человеческого грядущего; даже ваше ничто — паутина и паук, который живет кровью грядущего.
И когда вы берете, вы как бы крадете, добродетельные двуножки; но и среди плутов говорит голос чес-т и: «Только там надо красть, где нельзя ограбить!»
«Даете я» — это тоже наука смирения. Но я говорю вам, любители удобств: «берется» и будет все больше браться от вас!
Ах, если бы вы отбросили от себя всякое полухотение и исполнились решимости и на безделье и на дело!
Ах, если бы вы поняли мое слово: «Так и быть, творите, что хотите, — но сперва будьте такими, которые могут хотеть!
Так и быть, любите своего ближнего, как самих себя, — но сперва будьте такими, которые любят сами себя —
— любят великой любовью, великим презрением!» Так говорит Заратустра, безбожник. —
Но что разглагольствовать, когда ни у кого нет м о-и х ушей! Слишком рано пришел я, за час до срока.
Я предтеча самого себя среди этих людей, я петушиный крик о самом себе вдол^ темных улиц.
Но грядет и х час! И вот грядет и мой! Час от часу становятся они все мельче, беднее, бесплоднее, — бедная трава! бедная земля!
И скоро будут они здесь предо мной стоять как сухой ковыль, да степь сухая, и впрямь! усталые от самих себя — больше томясь по огню, чем по воде!
О благословенный час молний! О тайна перед полуднем! — в бегущие огни еще обращу я их и в провозвестников языками огненными: —
— будут возвещать они языками огненными: он грядет, он близок, великий полдень!
Так говорил Заратустра.
На горе Масличной
Зима, недобрая гостья, сидит у меня дома; посинели мои руки от рукопожатия ее дружбы.
Я чту ее, эту недобрую гостью, но охотно оставляю ее одну. Охотно спасаюсь от нее бегством; а кто хорошо бегает, тот от нее и убегает!
С ногами теплыми и мыслями теплыми бегу я туда, где ветер безветрен, — к солнечному уголку моей Масличной горы.
Там посмеиваюсь я над моей строгой гостьей и даже люблю ее за то, что у меня в доме она ловит мух и вынуждает стихать разноголосый кропотливый шум.
Она не выносит, чтобы комар затягивал песню, а не то целых два; она и улицу делает уединенной, так что лунному свету там ночью жутковато.
Она суровая гостья, — однако я чту ее и не молюсь, подобно неженкам, толстопузому идолу огня.
Лучше немного зубами пощелкать, чем идолам молиться! — таков уж мой нрав. И особенно злобствую я на всех пышущих, дымом дышащих, удушливых идолов огня.
Кого я люблю, того куда больше люблю зимою, чем летом; куда больше, куда смелее насмехаюсь я теперь над моими врагами, с тех пор как зима сидит у меня в доме.
Впрямь, смело, даже тогда, когда я заползаю в постель — : тогда смеется и дурачится мое запрятавшееся счастье; смеется и мой обманчивый сон.
Я — раболепный ползун? Никогда в жизни не ползал я перед сильными; и если лгал я когда, то лгал из любви. Потому весел я и в зимней постели.
Скромная постель греет меня лучше, чем роскошная, ибо я ревнив к своей бедности. И зимою она мне всего вернее.
Со злостью начинаю я каждый день, холодным купаньем насмехаюсь я над зимой: за это ворчит на меня строгая гостья-зима.
И люблю я щекотать ее восковой свечечкой: чтобы она выпустила, наконец, небо из пепельно-серых сумерек.
Особенно злобным бываю я утром: в ранний час, когда гремит у колодца ведро и кони тепло по серым улицам ржут: —
Нетерпеливо жду я тогда, чтоб открылось мне ясное небо, снежнобородое зимнее небо, старик белолобый, —
— зимнее небо, молчаливое небо, которое часто даже свое солнце замалчивает!
От него ли научился я долгому светлому молчанию? Или оно от меня научилось? Или каждый из нас открыл его сам?
Тысяченог всех хороших вещей праисток-праскок, — все хорошие игривые вещи от радости скачут в бытие: как могли бы они совершать это только — один раз!
Хорошая игривая вещь также и долгое молчание, чтобы подобно зимнему небу глядеть светлым кругообразным лицом: —
— подобно ему замалчивать свое солнце и свою непреклонную волю солнца: впрямь, этому искусству и этой зимней игривости я хорошо поучился!
Мое излюбленное коварство и искусство в том, что мое молчание научилось не выдавать себя молчанием.
Гремя словами и игральными костями, горазд я перехитрить торжественных выжидателей: пусть от всех этих строгих дозорщиков ускользают моя воля и цель.
Чтобы никто не смог заглянуть в самую мою суть и последнюю волю, — для этого изобрел я себе долгое светлое молчание.
Немало умных встретил я: они прикрывали себе лицо и мутили свою воду, чтобы никто не мог их видеть насквозь, до дна.
Но к ним-то и приходили куда более умные недове-ры и дробители орехов: у них-то и выуживали они их за-таеннейшую рыбу!
Наоборот, светлые, смелые, прозрачные — они-то, по-моему, умнейшие молчальники: их дно так глубоко, что и наипрозрачнейшая вода — не выдаст его. —
Ты снегобородое молчаливое зимнее небо, ты круглоглазое белолобое надо мной! О небесное подобие моей души и ее игривого задора!
И не следует ли мне скрываться, как тому, кто проглотил золото, — чтобы мне душу не вскрыли?
Н е следует ли мне встать на ходули, чтобы они не заметили моих длинных ног, — все эти обставшие меня завистники и печальники?
Эти продымленные, комнатные, истасканные, изжитые, истосковавшиеся души, — как могла бы их зависть снести мое счастье!
Потому показываю я им только лед и зиму на моих вершинах — но таю, что моя гора опоясана еще всеми солнечными поясами!
Они слышат только свист моих зимних бурь: но я таю, что и по теплым морям пролетаю я подобно нетерпеливым, тяжелым, горячим южным ветрам.
Они даже полны жалости к моим несчастьям и случайностям: — но м ое слово гласит: «Предоставьте случаю приходить ко мне: невинен он, как дитя!»
Как могли бы они снести мое счастье, если бы несчастьями, и зимними бедами, и белыми медведями-шапками, и небесными снегопадами не обложил я мое счастье!
— если бы сам я не сжалился над их состраданием: над состраданием завистников и печальников!
— если бы сам я не вздыхал перед ними и не стучал зубами от холода и не позволял терпеливо кутать себя в их сострадание!
В том мудрое дерзновение и благоволение моей души: что не скры вает она своей зимы и своих морозов-буранов; не скрывает она и своих волдырей от мороза.
Одиночество одного бегство хворого; одиночество другого — бегство о т хворого.
Пускай слушают они мои вздохи и охи и мою дробную дрожь от зимней стужи — все эти завистливые бедняги-плутяги вокруг меня! С такими охами-вздохами и дробной дрожью убегаю я все же от их натопленных комнат.
Пусть посовздыхают и посострадают они моим волдырям от мороза: «От льда познания зам ерзнет он того гляди!» — жалуются они.
А между тем я избегаю ногами теплыми вдоль да поперек мою Масличную гору: в солнечном углу Масличной горы, пою и труню я над всяким состраданием. —
Так пел Заратустра.
О прохождении мимо
Так, медленно переходя от народа к народу, от города к городу, возвращался Заратустра окольными путями к своим горам и к своей берлоге. И так дошел он неожиданно до городских ворот большого города: но здесь подскочил к нему бесноватый шут с раскинутыми руками и заступил ему путь. Это был тот самый шут, который прозывался в народе «обезьяной Заратустры»: ибо он кое-что позаимствовал из склада и лада речей Заратустры и не прочь был почерпнуть порой и из сокровищницы его мудрости. И так говорил шут Заратустре:
«О Заратустра, здесь большой город: здесь нечего тебе искать, но легко все потерять.
И охота была тебе брести по этакой грязи? Пожалей же собственные ноги! Лучше плюнь на эти городские ворота и — воротись!
Здесь ад зияет для мыслей-отшельниц: здесь великие мысли живьем кипятятся и крошевом варятся.
Здесь сгнивают великие чувства: здесь только сухо-стуки-чувствочки смеют постукивать!
Разве не бьет тебе в нос запах боен и коптилен духа? Разве не дышит этот город от смрада битого духа?
Разве ты не видишь, как здесь души висят точно трепаные, грязные тряпки? — И они еще делают газеты из этих тряпок!
Разве ты не слышишь, как дух обернулся здесь сплошь в игру слов? Мерзкие помои из слов изрыгает он! — И они еще делают газеты из этих помоев-слов.
Они травят друг друга и не знают ради чего. Они разжигают друг друга и не знают зачем. Они брякают своей жестью, они звякают своим золотом.
Они холодны и ищут себе тепла, прибегая к крепким напиткам; они разгорячены и ищут прохлады, прибегая к замерзшим умам; они все хиреют и хворают общественными мнениями.
Все похоти и пороки здесь у себя дома; но встречаются здесь и добродетельные, встречается много проворной придворной добродетели: —
Много проворной добродетели с беглопишущими пальцами и с твердозадой усидчивостью и усердием, — добродетели, благословенной маленькими звездами на груди и набитыми соломой беззадыми дочерьми.
Встречается здесь и много благочестия и много правоверного подхалимства и подлизывания перед богом воинств земных.
Да оттуда «сверху» капает звезда и милостивая слюна; туда «наверх» тянется каждая неозвезденная грудь.
У месяца свой двор, и у двора свои «месячные»: но всему, что исходит от двора, молится нищая братия и всякая пронырливая нищенская добродетель.
«Я служу, ты служишь, мы служим» — так молится государю пронырливая добродетель: чтобы заслуженная звезда была наконец нацеплена на узкую грудь!
Но месяц еще вращается вокруг земного: так и государь вращается вокруг всего земного из земного — : а это золото торгашей.
Бог воинств земных — не бог мешков золотых; государь предлагает, — а торгаш располагает!
Во имя всего, что есть в тебе светлого, сильного, доброго, о Заратустра! плюнь на этот город торгашей и воротись!
Здесь у всех кровь течет гнилостно-лениво, и сонливо, и пенливо по венам: плюнь на большой город, на эту большую выгребную яму, где кипящий сток всякой накипи!
Плюнь на этот город сплюснутых душ и узких грудей, острых гляделок, липких пальцев —
— на город наглецов и рвачей, щелкоперов и горлодеров, бешеннолюбивых честолюбцев: —
— где все порченое, порочное, мрачное, смрадное, перепрелое, зачиревелое, каверзное, всем скопом в гное ковыряется: —
— плюнь на большой город и воротись!»------
Но здесь прервал Заратустра бесноватого шута и зажал ему рот.
«Прекрати наконец, — воскликнул Заратустра, — меня давно с души воротит от твоей речи и твоей особы!
Зачем жил ты так долго в болоте, что сам превратился в квакшу и в жабу?
Не течет ли теперь в тебе самом гнилостно-ленивая, пенливая болотная кровь по венам, что ты так хорошо научился квакать и клеветать?
Почему не ушел ты в леса? Или не пахал землю? Разве море не испещрено зелеными островами?
Я презираю твое презрение; и если ты предостерегаешь меня, — почему не предостерег ты самого себя?
Из любви и только любви да вылетает презрение мое, моя предостерегающая птица: но не из болота! —
Тебя называют моей обезьяной, ты бесноватый шут: но я называю тебя моей хрюшкой, — хрюканием портишь ты мне даже мою похвалу шутовства.
Что же это заставило тебя впервые захрюкать? Не то ли, что никто не льстил тебе вдосталь: — потому и уселся ты на грязи, чтобы иметь повод изрядно похрюкать, —
— чтобы иметь повод к ненасытной мести! Ибо мщение, тщеславный шут, — вот твое слюнявое бешенство, я-то разгадал тебя!
Но твое шутовское слово приносит мне вред, даже там, где ты прав! И будь слово Заратустры и тысячу раз право: ты моим словом всегда бы делал — неправое дело!»
Так говорил Заратустра; и он взглянул на большой город, вздохнул и надолго умолк. Наконец, так заговорил он:
Мне тошно и от этого большого города, а не только от этого шума. Здесь и там нечего улучшать, нечего ухудшать.
Горе этому большому городу! — И хотел бы я видеть огненный столб, в чьем пламени сгорит он!
Ибо такие огненные столбы должны идти впереди великого полдня. Но всему свой срок и своя собственная судьба. —
Однако, такое поучение даю я тебе, шут, на прощание: где уже нельзя любить, там надо — проходить мимо! —
Так говорил Заратустра и прошел мимо шута и мимо большого города.
О вероотступниках
Ах, уже посерело, поблекло все, что недавно еще на этом лугу зеленело и пестрело. О, сколько меду надежды уносил я отсюда в мои пчелиные ульи!
Эти юные сердца уже все состарились, — и даже не состарились! только устали, обезличились, приспособились — они называют это «мы стали снова благочестивыми».
Еще недавно я видел, как они на заре выбегают смелыми ногами: но их ноги познания устали, и вот клевещут они даже на свою утреннюю смелость!
Впрямь, иной из них выбрасывал некогда ноги, словно танцор, его ободрял смех моей мудрости: — вдруг опомнился он. И я видел сейчас, как он скорченный — ползет к кресту.
Вокруг свободы и света некогда порхали они, как мотыльки и юные поэты. Чуть старее, чуть холоднее: и вот они моргуны-шептуны и сычи на печи.
Или сердце у них оттого приуныло, что одиночество поглотило меня, подобно киту? Или томительно долго напрасно прислушивалось их ухо, не зазвучат ли моих труб и герольдов призывы?
— Ах! Всегда так немного тех, чье сердце богато доблестью и дерзостью; у таких и дух остается стойким. Все прочие трусы.
Все прочие: это всегда большинство, это будни, преизбыток, несчетно-несчетные — все они трусы! —
Кто моей породы, тому и переживания сродные моим попадаются на дороге: потому и должны быть его первыми товарищами трупы и скоморохи.
Его же вторые товарищи -— те назовут себя в е-рующими в него: живой рой, много любви, много нелепости, много безбородого поклонения.
К этим верующим пусть не прилепится душой тот, кто моей породы среди людей; пусть не верит этим веснам и пестрым луговинам тот, кто знает мимолетнотрусливый род человеческий.
Если бы они могли иначе, они и хотели бы иначе: все эти серединки на половинку портят целое. Если листья блекнут — на что тут жаловаться!
Предоставь им опадать и облетать, о Заратустра. И не жалуйся! А не то дохни шелестящими ветрами среди них —
— дохни среди этих листьев, о Заратустра: чтобы все поблеклое поскорее уносилось от тебя прочь!
2
«Мы стали снова благочестивыми», — так каются эти вероотступники; и многие из них еще слишком трусливы для такого покаяния.
Таким смотрю я прямо в глаза — таким говорю я прямо в лицо и в румянец их щек: вы из тех, кто снова молится!
Но молиться позор! Не для всех, но для тебя и для меня, и для тех, у кого и в голове есть совесть. Для тебя молиться позор!
Тебе ли не знать: твой трусливый бес внутри тебя, этот любитель руки молитвенно складывать и класть руки себе на колени и устраиваться поудобнее: — этот трусливый бес нашептывает тебе: «Есть бог!»
Но потому и принадлежишь ты к породе светобоязливых, которым свет никогда не дает покоя; и вот должен ты ежедневно погружать свою голову поглубже в ночь и чад!
И впрямь, ты умел выбрать час: ибо как раз снова вылетают ночные птицы. Пришел час для всей светобоязливой шати, вечерний и праздничный час, когда ока не — «сидит праздно».
Я слышу и чую носом: пришел час охоты и праздничного шествия, впрочем, не дикой охоты, а охоты мирной, смиренной, на вынюх, — охоты тихохонько молящихся, —
— час охоты на душевных мышей-ханжей: все мышеловки-сердца теперь вновь расставлены! И где бы ни поднял я завесу, оттуда непременно выпорхнет ночная бабочка.
Не сидела ли она там в укромном уголку с другой ночной бабочкой? Ибо всюду чую я носом маленькие скрытые общины; и где есть чуланчик, там уже стелются новые богомольцы и стелется смрад от богомольцев.
Они сидят долгими вечерами друг у друга и говорят: «О дайте же нам снова быть как дети и взывать к боженьке» — при испорченных зубах и желудке, по вине благочестивых кондитеров.
Или они долгими вечерами наблюдают за коварно подкарауливающим крестовиком-пауком, который проповедует паукам о хитроумии и так поучает: «Хорошо под крестами прясть паутину!»
Или они просиживают день-деньской с удочками у болота и потому считают себя глубоким и; но кто рыбачит там, где нет рыб, того не назову я даже поверхностным!
Или они учатся благочестиво-блаженно тренькать на арфе у поэта-песенника, который охотно заарфился бы в сердце молодых бабенок: — так наскучили ему старушки-бабоньки и их славословия.
Или они учатся тому, как мороз по коже подирает, у ученого полуманьяка, который в темных комнатах ждет, что появятся духи — и исчезнет Дух!
Или они слушают старого бывалого бурчуна-дудуря, который от хмурых ветров позаимствовал грусть тонов; и вот дудит он ветру в лад и проповедует хмурыми звуками грусть.
А иные из них даже стали ночными караульщиками: горазды они теперь трубить в рога, и бродить по ночам, и будить былое-стародавнее, уже давно уснувшее.
Пять словечек о былом-стародавнем слышал я вчера ночью у садовой ограды: они доносились от этаких старых унылых высохших ночных сторожей.
«Для отца он что-то мало заботится о своих детях: человеческие отцы делают это куда лучше!» —
«Он слишком стар! Он уже вовсе не заботится о своих детях», — так отвечал другой ночной сторож.
«Разве у него есть дети? Никто не может этого доказать, если он сам этого не докажет! Мне уже давно хотелось, чтобы он, наконец, доказал это основательно».
«Доказывать? Как будто о н когда-либо что-либо доказывал! Доказательства ему трудно даются; он очень дорожит тем, чтобы ему верил и».
«Да, да! Вера делает его блаженным, вера в него. Таков уж нрав старых людей! То же ждет и нас!» —
— Так беседовали друг с другом два старых ночных караульщика и светоотступника и затем уныло трубили в рога: так случилось вчера ночью у садовой ограды.
У меня же сердце переворачивалось от смеха, и чуть не надорвалось, и не знало, как ему быть, и упало в грудобрюшную преграду.
Впрямь, это и будет моей смертью, что я задохнусь от смеха при виде пьяных ослов, слыша, как ночные сторожа сомневаются в боге.
Разве давным-давно не покончено со всеми подобными сомнениями? Кто смеет еще будить такую ветхую давно уснувшую светобоязливую быль!
Уже давным-давно старым богам пришел конец: — и впрямь, хороший, радостный конец богов был у них!
Они не «засумерничали себя» до смерти — это несомненно ложь! Напротив: они однажды — досмеялись до смерти!
Это случилось, когда наибезбожнейшее слово изошло из уст одного из богов — слово: «Един бог! Да не будет у тебя иного бога помимо меня!» —
— Старое страшилище-бородище, ревнивец-бог до такой степени забылся: —
И все боги смеялись тогда, и качались на своих тронах и восклицали: «Разве не в том божественность, что существуют боги, а не бог?»
Кто имеет уши, да слышит! —
Так говорил Заратустра в городе, который он любил и который прозывался «Пестрая Корова». Отсюда оставалось ему только два дня пути, чтобы снова вернуться в свою берлогу и к своим зверям; душа же его непрестанно ликовала, радуясь близости возвращения. —
Возвращение
О одиночество! Ты моя родина, одиночество! Слишком долго жил я диким на дикой чужбине, чтобы не возвратиться к тебе в слезах!
Погрози-ка мне пальцем, как грозят матери, улыбнись-ка мне, как улыбаются матери, скажи: «А кто это некогда, урагану подобно, унесся прочь от меня? —
— при разлуке воскликнув: слишком долго сидел я в одиночестве, и вот разучился я молчать! Что ж, этому — ты теперь научился?
О Заратустра, все знаю я: и то, что ты был среди многих более покинутым, ты, одинокий, чем когда бы то ни было у меня!
Но одно — покинутость, другое — одиночество: этому ты теперь научился! И тому, что среди людей ты будешь им всегда дик и чужд:
— дик и чужд им даже тогда, когда они любят тебя: ибо прежде всего они хотят, чтоб их щадили!
Здесь же ты у себя на родине, дома; здесь дано тебе все высказать и все основания высыпать, здесь ничто не стыдится затаенных, закоснелых чувств.
Здесь все вещи приходят, ласкаясь к твоей речи и ластятся к тебе: ибо скакать хотят они на твоей спине. Верхом на любом подобии ты поскачешь здесь к любой истине.
Откровенно и открыто можешь ты здесь говорить всем вещам, и впрямь, как похвала звучит их ушам, что вот некто всем вещам говорит — прямо!
Но иное покинутость. Ибо помнишь ли ты, о Заратустра? Когда, тому года, твоя птица кричала над тобой, когда ты стоял в лесу, в нерешительности, куда идти? в неведении, почти мертвец: —
— когда ты говорил: «Пусть ведут меня мои звери! Опаснее жить среди людей, чем среди зверей: — то была покинутость!
А помнишь ли ты, о Заратустра? Когда ты сидел на своем острове, источник вина среди пустых ведер, разливая и расточая ради жаждущих, черпая и исчерпывая:
— пока наконец ты не остался один жаждущий среди упившихся, и по ночам жаловался: «Разве брать не радостнее, чем давать? и красть не радостнее, чем брать?» — то была покинутость!
А помнишь ли ты, о Заратустра? Когда приходила твоя тишайшая тишина и отрывала тебя от тебя же, когда она злобным шепотом нашептывала: «Скажи и сокруши!» —
— когда она делала для тебя нестерпимым все твое ожидание и молчание и обессиливала силу твоего покорного мужества: т о была покинутость!»
О одиночество! Ты моя родина, одиночество! Как блаженно и нежно говорит твой голос ко мне!
Мы не спрашиваем друг друга, мы не жалуемся друг другу, мы кротко проходим вместе в открытые двери.
Ибо все открыто у тебя и светло; и часы бегут здесь более легкими стопами. В темноте бремя времени тяжелее нести, чем при свете.
Здесь распахиваются предо мной всякого бытия слова и ларчики слов: всякое бытие хочет здесь стать словом, всякое становление хочет здесь научиться от меня говорить.
Но там внизу — там все слова тщетны! Там забвение и прохождение мимо наилучшая мудрость: этому — научился я теперь!
Кто хотел бы у людей все понять, тот был бы принужден все на ощупь брать. Но для этого у меня слишком опрятные руки.
Я не могу больше вдыхать их дыхание; ах, зачем я так долго жил среди их дурного дыхания и шума!
О, благостная тишина вокруг меня! О чистые запахи вокруг меня! О, как всей грудью эта тишина выдыхает чистое дыхание! О, как она вслушивается в мир, эта благостная тишина!
Но зато внизу — там все говорит, там все недослушивает. Звони во все колокола о своей мудрости: тор* гаши на базаре перезвонят ее звоном гривенников!
Все у них говорит, но никто не умеет понимать. Все падает в воду, но ничто не падает в глубокие колодцы.
Все у них говорит, но ничто не может уродиться и дойти до конца. Все у них кудахчет, но кому еще охота тихо сидеть в гнезде и высиживать яйца?
Все у них говорит, все разбазаривается. И что вчера было еще слишком твердым для самого времени и зуба времени: сегодня висит изгрызенным и изглоданным изо рта героев сегодня.
Все у них говорит, все проговаривается и предается. И что называлось некогда тайной и таинственностью глубоких душ, сегодня принадлежит уличным трубачам и иным однодневникам.
О ты, удивительное существо человеческое! Ты шум по темным улицам! Вот снова ты позади меня: — моя величайшая опасность — ты уже позади!
В сострадании и пощаде была всегда моя величайшая опасность; и всякое человеческое существо хочет, чтобы щадили и жалели его.
С затаенными истинами, с рукой глупца и глуповлюбленным сердцем, богатый маленькой ложью сострадания: — таким жил я всегда в кругу людей.
Переодетый сидел я в их кругу, готовый себя не узнавать, чтоб и х переносить, сам себя увещевая: «Глупец, не знаешь ты людей!»
Мы перестаем понимать людей, когда среди людей живем: слишком много показного в людях, — чего искать там дальнозорким, прозорливым глазам!
И когда они меня узнавать перестали, я, глупец, их щадил больше, чем себя: привыкнув быть беспощадным к себе и часто даже мстя самому себе за эту пощаду.
Изъязвленный ядовитыми мухами и выдолбленный, подобно камню, несчетными каплями злобы, таким сидел я среди них и еще увещевал себя: «Невинно малое в своей малости!»
Особенно те, которые называют себя «добрыми», они, по-моему, наиядовитейшие мухи: они язвят при всей их невинности, они лгут при всей их невинности; как могли бы они быть ко мне — справедливыми!
Кто живет среди добрых, того сострадание научает лгать. Сострадание делает воздух удушливым для всех свободных душ. Ибо глупость добрых неизмерима.
Самого себя скрывать и свое богатство — этому я научился там внизу: ибо каждого принимал я за еще нищего духом. В том был обман моего сострадания, что я в каждом знал,
— что я в каждом видел и ноздрями чуял, сколько духа для кого достаточно и сколько духа для кого даже слишком много!
Их чопорные мудрецы: я называл их мудрыми, а не чопорными, — так учился я проглатывать слова. Их гробокопатели: я называл их исследователями и искателями, — так учился я подменять слова.
Гробокопатели откопали себе хвори. Под старым мусором покоятся вредные испарения. Не стоит возмущать болото. Надо жить на горах.
Блаженными ноздрями вдыхаю я снова вольный горный простор! Избавлен, наконец, мой нос от запаха всякой человечины!
От щекотки при остром воздухе, как от пенистого вина, чихает моя душа — чихает и восклицает, ликуя: на здоровье!
Так говорил Заратустра
О трех злых бесах
Во сне, в последнем утреннем сне, стоял я сегодня на вершине мыса-предгорья — по ту сторону мира, держал весы и взвешивал мир.
О, зачем пришла ко мне в такую рань утренняя заря: полыханием пробудила меня, ревнивица! Всегда ревнует она меня к полыханиям моих утренних снов.
Измеримым для того, у кого есть время, весомым для хорошего весовщика, одолимым для сильных крыльев, разгадочным для божественных умельцев щелкать орехи: таким нашел мой сон мир: —
Мой сон, моряк отважный, полукорабль, полушквал, как мотылек безмолвный, нетерпеливый как сокол: где же взял он сегодня терпение и досуг для взвешивания мира!
Иль побудила его моя мудрость тайком, смехотунья, резвунья, моя денная-мудрость, что глумится над «бесконечными мирами»? Ибо говорит: «Где есть сила, там и число хозяин: у него больше силы».
Как спокойно смотрел мой сон на этот конечный мир, не любопытно, не старобытно, не испуганно, не жалобно: —
— как будто спелое яблоко просилось ко мне в руки, наливное золотое яблоко, с прохладно-бархатной кожурой: — таким явил мне себя мир: —
— как будто дерево кивало мне, раскидистое, волеупорное, согнутое, чтоб служить опорой и еще изножьем усталому путнику: таким стоял мир на моем мысе-надгорье: —
— как будто изящные руки несли навстречу мне ларчик — ларчик, открытый для восхищения стыдливых благоговеющих глаз: таким сегодня явил мне себя мир: —
— не вполне загадкой, чтобы отпугнуть человеколюбие, не вполне разрешением, чтобы усыпить человеко-мудрие: — по-человечески доброй вещью был для меня сегодня мир, на который возводят такую злую напраслину!
Как благодарен я моему утреннему сну за то, что я сегодня в такую рань взвешивал мир! По-человечески доброй вещью пришел он ко мне, этот сон и утешитель!
И чтобы днем поступать подобно ему и принять и перенять от него все, что есть в нем лучшего: брошу я теперь на весы три наихудших его зла и по-человечески хорошо взвешу их. —
Кто учил благословлять, тот учил и проклинать: что же это в мире за три заклятых зла? Их хочу я бросить на весы.
Сладострастие, властолюбие, самолюбие: эти три зла до сих пор всего более проклинали и всего нещаднее оклеветывали, — эти три хочу я по-человечески хорошо взвесить.
Добро! Здесь мой мыс-нагорье, а там море: оно подкатывается ко мне, космато, льстиво, таким верным старым, стоголовым чудовищным песищем, которого я люблю.
Добро! Здесь буду я держать весы над подкатившимся морем: и еще свидетеля избираю я, свидетеля-зрителя — тебя, ты, древо-отшельник, тебя, крепко пахнущее, широкоглавое, которое я люблю! —
По какому мосту будущее направляется к нынешнему? Какое принуждение вынуждает высокое склоняться к низкому? И что заставляет еще и самое высокое — расти ввысь? —
Теперь ровно, недвижно стоят весы: три тяжелых вопроса бросил я в чашу весов, три тяжелых ответа несет другая чашка.
2
Сладострастие: для всех телопрезирателей во власяницах — их жало и червь, и нечто проклятое как «мир» всеми мироотступниками: ибо глумится и смеется оно над всеми учителями тщеты и суеты.
Сладострастие: для сволочи медленный огонь, на котором она сгорает; для червивого дерева, для вонючего отребья готовая жаркоклокочущая печь.
Сладострастие: для свободных сердец оно невинно и свободно, блаженство рая на земле, избыток благодарности грядущего настоящему.
Сладострастие: только для поблеклого сладостный яд, но для волящих как львы великое укрепление духа и благоговейно оберегаемое из всех вин вино.
Сладострастие: великое подобие счастья и высшей надежды. Ибо многому обещан брак и больше, чем брак, —
— многому, что друг другу более чуждо, чем муж и жена: — а кто понял до конца, как чужды друг другу муж и жена!
Сладострастие: — но я ограду хочу возвести вокруг своих мыслей, да вокруг своих слов: чтобы не ворвались в мои сады свиньи и свистоплясы! —
Властолюбие: кнут-калило наитвердейших из твердокаменных; лютая пытка, которую приберег для себя из лютых лютый; мрачное пламя живых костров.
Властолюбие: злобный овод, который посажен на наитщеславнейшие народы; поругатель всякой сомнительной добродетели, которая скачет на любом коне, на любой гордости.
Властолюбие: землетрясение, которое крушит и крошит все полое и утлое; гремящий гневно-грохочущий каратель-крушитель гробов поваленных; молнией вспыхивающий знак вопроса при преждевременных ответах.
Властолюбие: под его взглядом человек ползает, и оседает, и рабствует, и становится ниже змеи и свиньи: — пока наконец воплем не вырвется из него великое презрение —,
Властолюбие: грозный учитель великого презрения, который проповедует городам и государствам, глядя им в лицо: «Смерть вам!» — пока из них самих воплем не вырвется: «смерть нам!»
Властолюбие: но которое столь заманчиво поднимается даже к чистым и одиноким на самодовлеющие высоты, подобно любви пылая, что так заманчиво-красочно рисует пурпурные блаженства на земном небе.
Властолюбие: но кто мог бы это назвать «властогу-бием», когда высокое жадно устремляется вниз, к власти! Впрямь, нет ничего губительного и гиблого в таком устремлении и нисхождении!
Чтобы уединенная вершина не навеки уединялась и не довольствовалась сама собой; чтобы гора пришла к долине, и ветры вершины к низинам: —
О, кто найдет истинное, доброе имя для такого желания-чаяния! «Дарящая добродетель» — такое имя некогда дал Заратустра этому неименуемому.
Тогда и случилось — и впрямь, случилось впервые! — что его слово прославило себялюбие — цельное, здоровое себялюбие, бьющее ключом из могучей души: —
— из могучей души, к которой принадлежит высокое тело, прекрасное, победоносное, благодатное, все вещи вокруг которого становятся зеркалом:
— гибкое, убедительное тело, тело-танцор, чье подобие и извлечение есть душа-самоусладительница. Таких тел и душ самоуслаждение само себя называет «добродетелью».
Словами о дурном и хорошем прикрывается такое самоуслаждение, будто священными рощами; именами счастья своего отгоняет оно от себя все презренное.
Прочь от себя отгоняет оно все трусливое; оно говорит: дурно — значит трусливо! Презренным представляется ему неустанно хлопочущий, вздыхающий, причитающий, тот, кто гонится за мельчайшими выгодами.
Оно презирает и всякую уныло-тоскливую мудрость: ибо, впрямь, есть такая мудрость, которая расцветает во мгле, мудрость ночных теней: вечно вздыхающая: «все суета!»
Боязливую недоверчивость оно почти ни во что не ставит, как и всякого, кто ищет клятв вместо глаз и рук: а также слишком недоверчивую мудрость, — ибо такова порода боязливых душ.
Еще ниже ставит оно услужливого холопа, собачью душу, которая тотчас ложится на спину, эту смиренную тварь; существует также и мудрость смиренная, благонравная, по-собачьи, по-холопски услужливая.
И уж вовсе до отвращения ненавистен ей тот, кто отвергает сопротивление, кто проглатывает ядовитые плевки и злобные взгляды, тот терпеливейший из терпеливых, все претерпеть готовый, всем, что дают, довольный: ибо такова холопская порода.
Холопствует ли кто перед богами и пинками божественных ног или перед людьми и мнениями людей: на всю холопскую породу плюет оно, это блаженное себялюбие!
Плохой, так называет оно всю дрожащую тварь, по-холопски рабски дрожащую, послушные моргающие глаза, сдавленные сердца и ту лживую податливую породу, которая целует широкими трусливыми губами.
А суемудрие: так называет оно умничанье холопов, и стариков, и усталых; и особенно всю эту полуумно заумную вредную белиберду жрецов!
Да, лжемудрецы, все эти жрецы, все усталые от мира и все те, у кого душа бабьего и рабьего склада, — о какую злую шутку сыграла с себялюбием их шутовская игра!
Но как раз считалось добродетелью и должно было считаться добродетелью — что такие злые шутки шутили с себялюбием! Да, «самоотверженными» — такими хотели себя видеть, и не без основания, все эти от мира усталые трусы и пауки-крестовики!
Но для них всех уже близится день, близится переворот, меч судьи, великий полдень: многое тогда станет явным!
И кто провозгласит наше «я» блаженным и священным, а самолюбие праведным, впрямь, тот провозгласит, что ведает он и что провидец он: «Знай, он грядет, он близок, великий полдень!» —
Так говорил Заратустра.
О духе тяжести
Мой язык — язык народа: слишком грубо и сердечно говорю я для кроликов-шелкошерстов. Но еще более чуждо звучит мое слово для чернильных слизней и для стрикулистов.
Моя рука — рука скомороха: горе всем столам и стенам, и всему, где только есть место для скоморошьей росписи и скоморошьей мазни!
Моя нога — нога коня: ею топочу да скачу я сломя голову вдоль да поперек, полем-раздольем, и сам черт мне не брат, чуть помчусь во весь дух.
Мой желудок — верно, желудок орла? Ибо всего милее ему ягнятина. Но одно несомненно — что он птичий желудок.
Невинными вещами питаться и быть малостью сытым, быть всегда начеку и наготове лететь, прочь улетать — вот какова моя побудка: и как же не быть здесь чему-то от птичьей побудки!
И тем более это птичья-побудка, раз я духу тяжести враг: и впрямь, смертельный враг, заклятый враг, из врагов враг! О, куда только не улетала, уже невесть куда не залетала моя вражда!
Мне бы песню об этом спеть — и я хочу ее спеть: хотя я одинок в пустом доме и должен петь ее своим же ушам.
Бывают, впрочем, иные певцы; им только людный дом делает горло бархатным, руку речистой, глаз выразительным, сердце бдительным: — им не сродни я. —
2
Кто научит людей летать, тот все пограничные столбы сместит; все столбы пограничные сами взлетят у него на воздух, землю заново окрестит он — «легкая».
Птица-страус бежит быстрее самого быстрого коня-бегуна, но и она еще тяжело прячет голову в тяжелую землю: так и человек, еще не способный летать.
Тяжелы ему жизнь и земля; и того хочет дух тяжести! Но кто хочет стать легким, и птицей, должен любить самого себя: — так учу я.
Впрочем, любить не любовью хилых и хворых, ибо у тех смердит даже самое себялюбие.
Надо научиться самого себя любить — так учу я — благой и здоровой любовью: чтобы при самом себе удерживаться, а не околачиваться где придется.
Такое «околачивание» именует себя «любовью к ближнему»: этим словом до сих пор всего больше лгали и лицемерили, особенно те, кто был всему миру обузой.
И впрямь, не заповедь это на сегодня и на завтра — себя любить учиться. Скорее, из всех искусств это самое что ни есть тонкое, лукавое, последнее, терпеливое, искусство.
Для своего собственника все собственное хорошо припрятано; и из всех скрытых кладов собственный клад выкапывают всего позднее, — так вершит дух тяжести.
Чуть ли не в колыбели дают нам груз тяжелых слов и ценностей: «добро» и «зло» — так называется это приданое, этот яд. Ради них прощают нам, что мы живы.
Потому и призывают к себе малых сих, да вовремя остеречь их от любви к самим себе: так вершит дух тяжести.
А мы — мы честно влачим груз придачи на упорных плечах по суровым горам! А начнем потеть, так нам говорят: «Да, жизнь влачить тяжело!»
Но человеку только себя нести тяжело! Это потому, что тащит он слишком много чужого на своих плечах. Верблюду подобно становится он на колени и дает навьючить на себя добрый тюк.
Особенно человек сильный, выносливый, благоговением проникнутый: слишком много чужих тяжелых слов и ценностей навьючивает он на себя, — и вот видится ему жизнь пустыней!
И впрямь! Иное даже и свое собственное, тяжело нести! И многое внутри человека подобно устрице: мерзко, скользко оно, и дается с трудом — ,
— так что изысканная скорлупа, изысканно украшенная, должна предстательствовать за него. Но и этому искусству надо обучиться: скорлупой обладать, и красивой видимостью, и мудрой слепотой!
Во многом можно не раз ошибиться в человеке: иная скорлупа невзрачна, и мрачна, и слишком уж скорлупа. Много скрытой доброты и силы остается неугаданной; наизаманчивейшие из лакомств не находят лакомок!
Женщины знают это, наизаманчивейшие: чуть-чуть потолще, чуть-чуть похудее — о, сколь много рокового таит в себе такая малость!
Человека трудно открывать, а себя самого труднее всего; часто лжет дух о душе. Так вершит дух тяжести.
Но тот самого себя открыл, кто говорит: вот мое добро и мое зло: так заставил он онеметь того крота, того карлика, который говорит: «Для всех добр, для всех зол».
Впрямь, не по душе мне и те, для кого любая вещь хороша, а этот мир наилучший из миров. Таких называю я на все согласными.
Всесогласие, которому все по вкусу: это не наилучший вкус! Я чту непокорливые, привередливые языки и желудки, которые научились выговаривать «я», и «да», и «нет».
Все жевать и переваривать — это и впрямь свинячья побудка! Неизменно твердить «да-и-я!» — этому научился только осел и тот, кто по духу осел! —
Глубокое желтое и горячее красное: так велит мой вкус — он примешивает кровь ко всем цветам. Тот же, кто белилами белит свой дом, выдает мне свою добела выбеленную душу.
В мумий влюблены одни, другие в призраков; и те и Другие равно враждебны всякой плоти и крови — о, как Же те и другие претят моему вкусу. Ибо я люблю кровь.
И не хочу я там жить и быть, где всякий плюет и блюет: вот каков м ой вкус, — лучше уж жить среди воров и клятвопреступников. Никто не носит золота во РГу.
Но еще противнее мне блюдолизы: а наипротивнейшее животное породы человечьей, какое встретилось мне, — его окрестил я паразитом: оно не хотело любить и все же хотело жить за счет любви.
Злосчастными называю я всех, у кого только один выбор налицо: лютым зверем стать или лютым звероук-ротителем: не выстроил бы я у них лачуги.
Злосчастными называю я и тех, кто всегда обречен в Ыжидать, — они претят моему вкусу: все эти мытари, торгаши, короли и прочие стражи и сторожа стран и прилавков.
Впрямь и я научился выжиданию, притом преосновательно, — но только выжиданию самого себя. Первым делом научился я стоять, и ходить, и бегать, и скакать, и лазать, и танцевать.
Вот оно, мое учение: кто впредь хочет научиться летать, пусть научится прежде стоять, и ходить, и бегать, и лазать, и танцевать: — лётом летанья не взять!
По веревочной лестнице научился я влезать в иное окно, проворно ногами вскарабкивался я на высокие мачты: на высоких мачтах познания сидеть казалось мне немалым блаженством, —
— огоньком пламенеть на высоких мачтах: огонек мал, но зато великое утешение для унесенных бурей корабельщиков и для потерпевших кораблекрушение! —
Многообразными путями пришел я к правде моей; не по одной лестнице поднимался я на высоту, где мой глаз убегает в мою даль.
И неохотно спрашивал я всякий раз о путях, — это всегда претило моему вкусу! Милей было мне спрашивать и испытывать самые пути.
Испытанием и выспрашиванием было все мое хождение: — и впрямь, надо и отвечать научиться на подобное выспрашивание! Но таков — мой вкус:
— не дурной, не хороший, а мой вкус, явный для всех без стыда и утайки.
«Это — отныне мой путь, — где же ваш?» — так отвечал я всем тем, кто спрашивал меня «о пути». О пути? — пути нет!
Так говорил Заратустра.
О старых и новых скрижалях
Здесь сижу я и жду, старые расколотые скрижали вокруг меня и новые, до половины исписанные. Когда же придет мой час?
— час моего нисхождения-захождения: ибо еще раз хочу я пойти к людям.
Того жду я: ибо сперва должны мне явиться знамения, что это мой час, — смеющийся лев с голубиной стаей.
А пока говорю я с самим собою как тот, у кого есть время: потому я рассказываю себе о самом себе. —
2
Когда я пришел к людям, я нашел их сидящими на старом самомнении: всем им мнилось, будто давным-давно знают они, чтб для человека есть добро и чтб есть зло.
Старым нудным занятием мнилось им все говорение о добродетели; и кто хотел хорошенько выспаться, тот говорил перед сном о «добре» и «зле».
Эту сонливость растревожил я, когда учил: чтб есть добро и зло, того еще никто не знает: — разве только созидающий!
— Созидающий же тот, кто создает человеку цель и дает земле ее смысл и ее грядущее: это он впервые создает то, что бывает доброе и злое.
И я призывал их опрокинуть старые кафедры и все, где только ни сидело ветхое самомнение; я призывал их смеяться над их великими умельцами добродетели, и святыми, и поэтами, и спасителями мира.
Над их мрачными мудрецами призывал я их смеяться и над теми, кто, как черное птичье пугало, сиживал когда-либо, предостерегая, на древе жизни.
На их большой дороге гробниц уселся я близ самой падали и коршунов — и я смеялся над их «некогда бывшим» и над всем величием его, разложившимся, развалившимся.
Впрямь, подобно проповедникам покаяния и юродивым, призывал я громы и молнии на все их великое и ничтожное, — о, куда как ничтожно их наилучшее! О, куда как ничтожно их наихудшее! — так смеялся я.
Мое мудрое чаянье воплем и смехом вырывалось так из груди, рожденное на горах, и впрямь, дикая мудрость! — мое великое шумнокрылое чаянье.
Оно часто меня уносило прочь, и метало в даль, и с выси на высь, и при этом в водовороте смеха: и вот я летел, содрогаясь, стрелой в упоенный солнцем восторг:
— туда, в далекое будущее, какое и во сне не грезилось, на юг, более знойный, какой и образотворцам не снился: туда, где боги, танцуя, стыдятся одежд: —
— и если подобиями я говорю и подобно поэтам хромаю и заикаюсь: так впрямь я стыжусь, что я еще должен быть поэтом! —
Туда, где все бывание казалось мне танцем богов забавой богов, а мир — необузданно-разнузданным обратно к себе же самому бегущим: —
— как вечное бегство от себя и искание себя несчетных богов, как блаженное противоречие самим себе, повторный отзвук самих себя, повторный возврат к самим себе все тех же многих богов: —
Где время казалось мне мгновение блаженной насмешкой, где необходимость была самой свободной, блаженно играющей с жалом свободы: —
Где я вновь нашел и своего старого беса и кровного врага, духа тяжести, и все, что он создал: принуждение, закон, нужду, следствие, и цель, и волю, и добро, и зло: —
Разве не должно быть нечто такое, над чем и поверх чего можно танцевать до конца? Разве не ради легких, взлетно-легких, должны быть на свете кроты и тяжелые карлики? —
Да, это было там, где я подобрал на дороге слово «сверхчеловек», — человек есть нечто, что должно преодолеть,
— человек — это мост, а не цель: себя самого славит он за свои полдень и вечеру — пути к новым утренним зорям:
— где я подобрал слово Заратустры о великом полдне и все то, что развесил я над человеком подобно пурпурным вторым вечерним зорям.
Впрямь, и новые звезды дал я узреть им, и заодно и новые ночи; и над облаками, и над днем, и над ночью натянул я смех, словно пестрый шатер.
Я учил их всему, что я думал и делал: соединять воедино и думой и делом все, что в человеке обломок, и загадка, и грозная случайность, —
— как поэт, отгадчик загадок и освободитель от случая, я учил их искусству созидать грядущее и все, что было —, искуплять созидая.
Освобождать в человеке прошлое и преображать всякое «было», пока воля не выговорит: «Но так хотела я этого! Так буду хотеть».
— Это называл я искуплением, это одно учил я их называть искуплением.------
Теперь я жду своего искупления —, чтобы в последний раз пойти к ним.
Ибо еще раз хочу я к людям: среди них хочу я умереть, умирая, дать им свой богатейший дар!
Это от солнца перенял я, когда закатывается оно, сверхбогатое: золото высыпает тогда в море оно от неистощимого богатства своего, —
— так что даже рыбак беднейший из бедных золотым гребет веслом! Вот что видел я когда-то и, любуясь, не смог удержать поток слез.------
Подобно солнцу хочет и Заратустра закатиться: и вот сидит он здесь и ждет, ветхие разбитые скрижали вокруг него и еще новые скрижали — полуисписанные.
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Смотри, вот новая скрижаль перед тобой: но где же братья мои, которые со мной понесут ее в долину и в сердца плотские? —
Того требует моя великая любовь к дальнему: своего ближнего не щади! Человек есть нечто, что должно преодолеть.
Есть немало путей и подходов к преодолению: глядя, не плошай! Но только скоморох думает: «Через человека и перепрыгнуть можно».
Преодолей самого себя даже в своем ближнем: и право, которое ты можешь отнять, не позволяй тебе да' ровать!
Что ты делаешь, того не может тебе сделать в ответ никто другой. Знай, воздаяния нет.
Кто не умеет себе приказать, тот пусть повинуется. А иной и умеет себе отдать приказ, но еще долог сказ, чтобы умел он еще и повиноваться себе!
Так того хочет род благородных: они ничего не хотят иметь даром, всего менее жизнь.
Кто из черни, тот хочет жить даром; мы же, иные, которым жизнь далась, — мы всегда размышляем о том, что нам лучше всего дать взамен!
И впрямь, высока та речь, которая возвещает: «Что нам обещает жизнь, то мы — сдержим жизни!»
Не следует хотеть наслаждаться там, где тебе наслаждать не дано. И — не следует хотеть наслаждаться!
Ведь наслаждение и невинность — наистыдливейшие вещи: они не хотят, чтобы их искали. Ими надо обладать —, искать же надо, скорее, вины и страдания! —
О, братья мои, первенец всегда приносится в жертву. Что же, мы теперь первенцы.
Мы все исходим кровью на тайных жертвенниках, мы все сожигаемся и изжариваемся во славу старых идолов.
Наше лучшее еще юно: оно раздражает старое небо. Наше мясо нежно, наша шкура — только шкура ягненка: — как же не раздражать нам старых идолослужите-лей!
Внутри нас самих живет он еще, этот старый идолослужитель, который жарит себе для пирушек лучшее в нас. Ах, братья мои, как же первенцам не быть жертвами!
Но так хочет того наша порода; и я люблю тех, которые не хотят сохранять себя. Заходящих-погибающих люблю я всей любовью своей: ибо они пере-ходят. —
Быть правдивым — это умеют немногие! А кто умеет, тот еще не хочет! Меиее всего умеют добрые.
Ох, эти добрые! — добрые люди никогда не говорят правды; для духа быть в этом смысле добрым — хворота.
Они поддаются под напором, эти добряки, они сдаются, их сердце вторит, их дух послушен: но тот, кто послушен, — тот не слыш ит сам ого себя!
Все, что у добрых называется злом, должно соединиться, чтобы родилась единая правда: братья мои, достаточно ли вы злы для этой правды?
Рискованное дерзание, длительное недоверие, суровое «нет», пресыщение, искусство резать по живому^ как редко сочетается все это вместе! Однако из такого семени выращивается — правда!
Рядом с нечистой совестью — рядом с дурным сознанием росло до сих пор всякое знание! Разбивайте, разбивайте же, познающие, эти старые скрижали!
8
Когда на воде бревна, когда мостки и перила над течением реки, — впрямь, не поверят тогда тому, кто скажет: «Все течет».
Даже головотяпы, и те возразят ему: «Как, — скажут головотяпы, — все течет? Но ведь бревна и перила все же над течением!
Н ад течением все стоит прочно, все ценности вещей, мосты, понятия, все «добро» и «зло»: все это прочно стоит!» —
А придет лютая зима, укротительница зверей и рек: тогда научаются недоверию и самые умные головы; и впрямь, не только головотяпы говорят тогда: «Разве не все — неподвижно?»
«В сущности, все неподвижно», — это истинное зимнее учение, вещь хорошая для бесплодной эпохи, хорошее утешение для любителя зимней спячки и для сычей на печи.
«В сущности все неподвижно» —: наперекор тому проповедует весенний теплый ветер!
Весенний теплый ветер, бык — но не пашущий он бык, он ярящийся бык, сокрушитель, свирепыми рогами крушащий лед! А лед — лед крушит перила!
О братья мои, разве сейчас не все течет? Разве не попйдали в воду все мостки и перила? Кому же охота держаться еще за «добро» и «зло»?
«Горе нам! Благо нам! Повеяло весенним теплым ветром!»^— так проповедуйте, о братья мои, по всем улицам!
Есть старое заблуждение, имя которому добро и зло. Вокруг прорицателей и звездочетов вертелось до сих пор этого заблуждения колесо.
Некогда верили в прорицателей и звездочетов: и поэтому верили: «Все судьба: ты должен, ибо ты вынужден!»
Затем, в свою очередь, перестали доверять прорицателям и звездочетам: и поэтому верили так: «Все свобода: ты можешь, ибо ты хочешь!»
О братья мои, о звездах и грядущем до сих пор только мечтали, но их не знали: и поэтому о добре и зле до сих пор только мечтали, но их не знали!
- 10.
«Ты не должен красть! Ты не должен убивать!» — такие слова назывались некогда священными; перед ними преклоняли колени и головы и сбрасывали башмаки.
Но я спрашиваю вас: где в кои веки на свете можно было сыскать лучших грабителей и смертоубийц, чем тогда, когда существовали такие священные слова?
Разве в самой жизни не все сплошь — грабеж и смертоубийство? И что такие слова считались священными — разве не была этим насмерть убита сама и ст и н а?
Или то была проповедь смерти, если священным считалось все, что противоречило и противодействовало всей жизни?
— О, братья мои, разбивайте, разбивайте же эти старые скрижали!
11.
В том мое сострадание со всем прошлым, что я вижу: оно брошено на произвол, —
—сна произвол милости, духа, безумия каждого поколения, которое приходит и все, что было, перетолковывает в мост для себя!
Как бы не пришел великий державный насильник, хитроумное чудовище, которое своей милостью и немилостью будет принуждать и вынуждать все прошлое: до тех пор, пока то не станет для него мостом, и предзнаменованием, и герольдом, и петушиным криком.
Но вот и другая опасность и мое другое сожаление: — кто из черни, у того память доходит до прадеда, — с прадедом же время иссякает.
Так брошено все прошлое на произвол: ибо когда-нибудь может случиться, что чернь станет господином и все времена утопит на мелководье.
Потому, о братья мои, необходима новая знать — она любой черни, любому державному насильнику противник и в новые скрижали по-новому врезает слово «благородный».
Ибо нужно много благородных, и много разнородных благородных, чтобы была благая знать! Или, как некогда говорил я уподобительно: «В том божественность, что есть боги, а не бог!»
О братья, я посвящаю и благословляю вас на новую знатность: будьте же родителями, и садовниками, и сеятелями грядущего, —
— впрямь, не на знатность, которую вы могли бы купить подобно торгашам и на золото торгашей: ибо не велика ценность тому, что имеет свою цену.
Не то, откуда приходите вы, — да будет впредь вашей честью, а то, куда вы идете! Ваша воля и ваша нога, которая хочет шагнуть выше и дальше вас самих, — это да будет вашей новой честью!
Впрямь, не то, что вы государю служили, — что нам теперь государи! — или что вы оплотом стали тому, что стоит, чтобы оно еще крепче стояло!
Не то, что ваш род стал придворным при дворах и вы научились, напоминая пестрых фламинго, часами простаивать в мелких прудах:
— ибо умение стоять у придворных заслуга; и все придворные верят, что к блаженству после смерти принадлежит — «дозволение сидеть!» —
И не то, что дух, который они называют святым, вел ваших предков в обетованные земли, которые я не хвалю: ибо где выросло наихудшее из всех дерев: крест — в той земле нечего хвалить! —
— и впрямь, куда бы ни вел этот «святой дух» своих рыцарей, неизменно впереди таких армий бежали козы и гуси, божьи вестники да чертовы крестники! —
О, братья мои, не назад должна смотреть ваша знатность, а вперед! Изгнанными должны вы быть из всех стран ваших отцов и праотцев!
Страну ваших детей должны вы любить: эта любовь да будет для вас новой знатностью, — еще не открытую страну в далеком-далеком море! Ее искать и искать призываю я ваши паруса!
В своих детях должны вы исправить то, что вы отцовы дети: так должны искупить вы все прошлое! Эту новую скрижаль утверждаю я над вами!
13.
«К чему жить? Все суета! Жить — значит воду толочь; жить — значит сжигать себя и все-таки не согреться». —
Такая стародавняя болтовня все еще принимается за «мудрость»; оттого, что она давняя и пахнет затхлым, она в большом почете. Плесень, и та облагораживает. —
Детям позволительно так говорить: они боятся огня, ибо он обжигал их! Много детского вздора в старинных книгах мудрости.
А кто вечно «воду толчет», как смеет он клеветать на толчение! Таким глупцам следовало бы рот заткнуть!
Такие садятся за стол и ничего не приносят с собой, даже здорового голода: — только и знают они, что клеветать: «Все суета!»
Но хорошо есть и пить, о братья мои, — это, впрямь, не тщетное искусство! Разбивайте, разбивайте же скрижали вечнобезрадостных!
«Для чистого все чисто», — так говорит народ. Я же говорю вам: для свиней все свинья!
Потому и проповедуют мечтатели и понурые нытики, у которых и сердце понурое: «Мир и сам грязное чудовище».
Ибо все они духовно неопрятны; особенно те, кто не находит ни сна, ни покоя, разве только сам мир они увидят сзаду — мироотступники!
И м говорю я в лицо, хотя это и звучит не совсем мило: мир тем похож на человека, что у него есть «зад», и это истинно так!
В мире много грязи: и это истинно так! Но оттого сам мир еще не грязное чудовище!
Есть мудрость в том, что многое в мире дурно пахнет: само же отвращение порождает крылья и силы, чающие ключей!
Даже и в лучшем есть нечто мерзкое; и даже лучший из лучших есть нечто такое, что должно преодолеть! —
О братья мои, немало мудрости в том, что в мире много грязи!
*
♦ *
С такими притчами и истинами, слыхал я, обращались благочестивые мироотступники к своей совести; и впрямь, без лукавства и фальши, — хотя нет в мире ничего более фальшивого и лукавого.
«Дай же миру быть миром! Не пытайся и пальцем пошевельнуть против этого!»
«Предоставь всем, кому охота, и душить, и колоть, и драть, и спускать шкуру: не пытайся и пальцем пошевельнуть против этого! Так научатся они мироотступни-честву».
«А свой собственный разум — сам удави и удуши его; ибо он разум мира сего, — так научишься ты и сам мироотступничеству». —
— Разбивайте, разбивайте же, о братья мои, эти старые скрижали благочестивых! Распритчьте все притчи клеветников — на мир!
16
«Кто много учится, тот разучивается страстно желать», — это шепчут сегодня на всех темных улицах.
«Мудрость утомляет, ничто не вознаграждается; ты не должен желать!» — эту новую скрижаль нашел я вывешенной даже на открытых торжищах.
Разбивайте, о братья мои, разбивайте же и эту н о-в у ю скрижаль! Усталые от мира повесили ее и проповедники смерти, да тюремщики: ибо знайте, она еще и проповедь рабства! —
Оттого, что они плохо учились, и далеко не лучшему, и всему слишком рано, и всему слишком рьяно: оттого, что они плохо ели, вот откуда у них испорченный желудок, —
— испорченный желудок — вот их дух: это о н внушает мысль о смерти! Ибо, впрямь, братья мои, дух — это желудок!
Жизнь — ключ радости: но у кого говорит из чрева испорченный желудок, отец скорби, для того все источники отравлены.
Познавать: это радость для волящих как львы! Но кто устал, тот сам только «волится», им играют все волны.
И такова уж черта всех слабых людей: они теряют себя на путях своих. И напоследок их усталость еще спрашивает: «Зачем искали мы путей! Все безразлично!»
Им-то ласкают слух слова, когда иные проповедуют: «Ничто не вознаграждается! Вы не должны желать!» Но это проповедь рабства.
О, братья, освежающим буйным ветром приходит Заратустра ко всем от пути усталым; немало носов заставит он еще чихать!
И сквозь стены врывается мое свободное дыхание, и в самые тюрьмы и трюмы уловленных умов!
Воля освобождает: ибо волить значит созидать: так учу я. И только ради созидания должны вы учиться!
И даже учению должны вы сперва от меня н а-учиться, доброму учению! — Кто имеет уши, да слышит!
Вот челн, — а туда ведет переправа, быть может, в великое Ничто. — Но кто захочет сесть в это «быть может»?
Никто из вас не захочет сесть в челн смерти! Но отчего вы тогда хотите быть усталыми от мира!
Усталые от мира! Вы еще даже не восхищеннее от земли! Похотливо-жадными к земле всегда находил я вас, еще влюбленными в свою же земную усталость!
Недаром отвисает у вас губа: — еще висит на ней маленькое земное желание! А в глазу — не плывет ли там облачко незабвенной земной радости?
Много есть на земле добрых измышлений, одни полезны, другие приятны: ради них стоит любить землю.
Есть там и столь хорошо измышленное, что оно совсем как грудь женщины: вместе и полезно, и приятно.
А вы, усталые от мира! Вы, ленивые земли! Вас надо розгами сечь! Сечением, розгами надо вернуть прыть вашим ногам.
Ибо: если вы не больные и не истасканные твари, от которых устала земля, тогда вы лукавые ленивцы или скрытно блудливые лакомки-кошки. И если вы не хотите снова весело забегать — так пропадайте поскорей!
Ради неисцелимых незачем хотеть быть врачом: так учит Заратустра: — так пропадайте поскорей!
Но больше мужества требуется, чтобы поставить точку, чем для того, чтобы начать новый стих: это знают* все врачи и все поэты. —
18
О братья мои, есть скрижали, созданные усталостью, есть скрижали, созданные ленью, подобной тлению: хотя они и говорят одинаково, но хотят они все-таки быть услышанными неодинаково. —
Поглядите-ка на этого истомленного! Только пядь отделяет его от цели, но от усталости лег он упрямо в пыль и прах: этакий храбрец!
От усталости зевает он, глядя на дорогу, и на землю, и на цель, и на самого себя: шага не хочет он сделать дальше, — этакий храбрец!
Уже солнце опаляет его, и псы лижут его пот: но он лежит там, нарочито упорствуя, и предпочитает истомить себя насмерть: —
— на расстоянии пяди от своей цели истомить себя насмерть! И впрямь, вам придется, пожалуй, тащить его за волосы на его небо — этакого героя!
А не то оставьте его лежать, где он лег, чтобы пришел к нему сон-утешитель с охлаждающим дождем-шелестом:
Оставьте его лежать, пока он сам не проснется, — пока он сам не отречется от усталости и от того, чему усталость от него научилась!
Только, братья мои, отгоните от него псов, этих ленивых проныр, и весь этот рыщущий сброд: —
— весь этот рыщущий сброд «образованных», который так падок на пот героя. —
Я замыкаю круги вокруг себя и священные границы; все меньше тех, что восходят со мной на все более высокие горы, — я воздвигаю горный кряж из все более священных гор. —
Но куда бы ни поднимались вы со мною, о братья мои: глядите в оба, чтобы не поднялся вместе с вами и какой-нибудь паразит!
Паразит: это гад ползучий, извилистый, который хочет жиреть в ваших больных изъязвлениях, потаенных уголках.
И в том искусство его, что угадывает он восхог дящие души, чуть одолевает их усталость: в вашем горе и унынии, в вашей нежной стыдливости свивает он свое мерзкое гнездо.
Где сильный слаб, благородный излишне мягок, — там свивает он свое мерзкое гнездо: паразит живет там, где у большого есть маленькие изъязвленные, потаенные уголки.
Что величайшая и что самомалейшая порода сущих? Паразит — самомалейшая; кто же принадлежит к величайшей, тот питает больше паразитов.
Ибо душа, у которой самая длинная лестница и которая может глубже других спуститься; ну как не сидеть при ней наибольшему числу паразитов? —
— наиобширнейшая душа, которая как никто может в себя убегать и в себе блуждать и заблуждаться; самая роковая душа, которая радостно низвергается в случай: —
— душа сущая, которая погружается в становление; душа обладающая, которая хочет волений и влечения: —
— сама от себя убегающая, сама себя широчайшим кругом нагоняющая; наимудрейшая душа, которой слаще всего шепчет глупость: —
— сама себя как никто любящая, в которой обретают все вещи свою прибыль и убыль, свой прилив и отлив: — о, как не иметь самой вы сокой душе самых худших из паразитов?
20
О братья мои, разве я жесток? Но я говорю: что падает, то надо еще подтолкнуть!
Все, что от сегодня,— то падает, то пропадает: кому охота его поддерживать! Но я — я хочу еще его подтолкнуть!
Знакомо ли вам наслаждение скатывать камни в отвесные пропасти? — О, эти люди от сегодня: глядите-ка, как скатываются они в мои пропасти!
Игра-прелюдия я для лучших, чем я, игроков, о братья мои! Я — пример! Действуйте по моему примеру!
И если вы не учите летать, то учите хотя бы — стремительней падать! —
Я люблю храбрецов: но мало быть рубакой — надо еще знать: руби да смотри кого!
И часто больше храбрости в том, когда кто дорожит собою и проходит мимо: чтобы сберечь себя для более достойного врага!
Пусть будут у вас только враги, достойные вашей ненависти, но не враги, достойные вашего презрения: вы должны гордиться вашим врагом: так уже учил я однажды.
Для более достойного врага, о други мои, сберегите себя: потому должны вы проходить мимо многого, —
— особенно мимо всякой сволочи, которая орет вам в уши о народе и народах.
Сохраняйте ваш глаз в чистоте от ее за и против! Есть много справедливого, много несправедливого: кто станет смотреть, будет гневом кипеть.
Взглянуть да рубнуть! — дело не долгое: потому уходите в леса и поберегите свой меч!
Идите своими путями! И пусть народ и народы идут своими! — впрямь, темными путями, ни единая надежда не сверкнет им зарницей!
Пусть там торгаш властвует, где все, что еще блестит, — золото торгашей! Время королей миновало: что сегодня называется народом, не заслуживает королей.
Посмотрите-ка только, как эти народы теперь сами подражают торгашам: они выбирают мельчайшие выгоды даже из любого сора!
Они подсматривают друг за другом, они высматривают что-нибудь друг у друга, — это называют они «добрым соседством». О, блаженные далекие времена, когда народ говорил себе: «Я хочу над народами быть — господином!»
Ибо, други мои: лучшее должно господствовать, лучшее и хочет господствовать! А где учение гласит иначе, там — недостает лучшего.
22
Если бы они — хлеб даром имели, увы! О чем вопили бы о н и! Их пропитание — вот чем пропитано их содержание; и так пусть это им трудно дается!
Хищные звери они: в их слове «работать» — все еще скрывается «порабощение», в их слове «заслужить» — все еще скрывается «перехитрить»! Так пусть же это им трудно дается!
Потому хищными зверьми получше надо им стать, более тонкими, умными, более человекоподобными: ибо человек — лучший хищный зверь.
У всех зверей выкрал человек их добродетели: отто-го-то из всех зверей человеку приходилось труднее всего.
Только птицы еще над ним. И если бы человек научился еще и летать, увы! как высоко только не залетала бы его хищность!
Такими хочу я видеть мужчину и ж:енщину: добрым воином одного, доброй роженицей другую, но обоих добрыми танцорами головой и ногами.
И пусть будет потерян для нас тот лень, когда мы ни разу не танцевали! И пусть ложной зовется у нас та истина, когда при ней ни разу не вырвался смех!
Заключение браков у вас: смотрите* чтобы не оказалось оно скверным заключением ! Вы заключили слишком стремительно: потому и следует отсюда — нарушение брака!
И все-таки лучше нарушение брака, чем искажение брака, лжелечение брака! — Так говорила мне женщина: «Да, я нарушила брак, но сперва брак сокрушил — меня!»
Худоподобранные пары всегда оказывались наисквернейшими по мстительности: они мстят всему миру за то, что уже не бегают в одиночку.
Потому я хочу, чтобы честные говорили друг другу по чести: «Мы любим друг друга: давайте посмотрим, будем ли мы и впредь любить друг друга! Или наш брачный сговор был недоговоркой?»
— «Дайте нам срок и временный брак, чтобы мы присмотрелись, годимся ли мы для длительного брака! Не шуточное дело быть постоянно вдвоем!»
Такой совет даю я всем честным; и чем была бы моя любовь к сверхчеловеку и ко всему, что придет, если бы я советовал и говорил иначе!
Не только размножаться, но и возрастать — в этом, о братья мои, да поможет вам сад брака!
Кто умом проник в древние праистоки, тот напоследок будет искать ключей грядущего и новых праисто-ков. —
О, братья мои, не так уже долго ждать, и проистекут новые народы и новые родники зашумят, низвергаясь в новые пропасти.
Землетрясение — оно засыпает немало колодцев, оно возбуждает немало томительной жажды: но оно же вызывает на свет внутренние силы и потаенности.
Землетрясение открывает новые родники. При трясении ветхих народов наружу вырываются новые родники.
И кто восклицает тогда: «Взгляни, вот единый источник для многих жаждущих, единое сердце для многих взыскующих, единая воля для многих орудий-воли»: — вокруг того собирается народ, а это значит: много испытующих.
Кто властен повелевать, кто должен повиноваться — вот что испытуется тогда! Ах, сколько тут длительного искания, удач и неудач, изучения и повторных попыток!
Человеческое общество: оно — опыт, так учу я, — оно длительное искание: ищет же оно повелителя! —
— опыт, о братья мои! А не «договор»! Разбивайте, разбивайте же это слово мягкотелых и половинчатых!
26.
О братья мои! От кого же исходит наибольшая опасность всему человеческому грядущему? Не от добрых ли и праведных? —
— как от людей, которые говорят и сердцем чувствуют: «Мы уже знаем, что хорошо и что праведно, мы и обладаем этим; горе тем, кто здесь еще ищет!»
И какой бы вред ни нанесли злые: вред от добрых наивреднейший вред!
И какой бы вред ни нанесли также хулители мира: вред от добрых наивреднейший вред.
О братья мои, добрым и праведным заглянул однажды в сердце тот, кто некогда изрек: «Они — фарисеи». Но его не поняли.
Сами добрые и праведные не смели его понять: их дух уловлен их чистой совестью. Глупость добрых непостижимо умна.
Но вот истина: добрые должны быть фарисеями, — у них нет выбора!
Добрые должны распинать того, кто создает себе свою собственную добродетель! В от она, истина!
Вторым же, кто открыл их страну — страну, сердце и земное царство добрых и праведных, — был тот, кто некогда спросил: «Кого ненавидит они сильнее всего?»
С озидающ его ненавидят они сильнее всего: того, кто разбивает скрижали и старые ценности, крушителя, — его называют они нарушителем.
Ибо добрые — они не могут созидать: они всегда начало конца: —
— они распинают того, кто пишет новые ценности на новых скрижалях, они себе в жертву приносят грядущее, — они распинают все человеческое грядущее!
Добрые — они всегда были началом конца. —
О братья мои, поняли ли вы также и это слово? И то, что однажды сказал я о «последнем человеке»?------
От кого исходит наибольшая опасность всему человеческому грядущему? Не от добрых ли и праведных?
Сокрушите, сокрушите добрых и праведных! — О, братья мои, поняли ли вы и это слово?
< 28.
Вы убегаете от меня? Вы испуганы? Вы дрожите перед этим словом?
О братья мои, когда я призывал вас сокрушить добрых и разбить скрижали добрых: только тогда побудил я человека выплыть в его открытое море.
И только теперь находит на него великий страх, великая осмотрительность, великая болезнь, великое отвращение, великая морская болезнь.
К мнимым берегам и мнимым убежищам направляли вас эти добрые; во лжи добрых были вы рождены и к ней пригвождены. Все до основания насквозь искажено и исковеркано добрыми.
Но кто открыл страну, называемую «Человек», открыл и страну, называемую «Человеческое грядущее». Отныне быть нам мореходами — отважными, терпеливыми!
Шагайте вовремя прямо, о братья мои, учитесь шагать прямо! Море бушует: многие хотят опять выпрямиться, ухватившись за вас.
Море бушует: всё уже в море. Ну же! Бодрей! Веселей! Вы, старые сердца моряков!
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Что нам страна отцов! Туда стремит наше кормило, где страна детей! Туда, в открытую даль, бушуя яростней моря, бурей несется наше великое желание! —
**
«Почему ты так тверд? — как-то спросил у алмаза кухонный уголь. — Разве мы не близкие родственники?» —
Почему вы так мягки? О братья мои, так спрашиваю я вас: разве вы — не братья мои?
Почему вы так мягки, так уступчивы, податливы? Почему так много отрицания, отречения в вашем сердце? Так мало рокового в вашем взоре?
И если вы не хотите быть роковыми и неумолимыми: как могли бы вы — побеждать со мной?
И если ваша твердость не хочет сверкать, и резать, и гранить: как могли бы вы некогда со мной — созидать?
Ибо созидатели тверды. И должно блаженством казаться вам — запечатлевать руку на тысячелетиях, как на воске, —
— блаженством писать на воле тысячелетий, как на меди, — тверже меди, благороднее меди. До конца твердо только до конца благородное.
Эту новую скрижаль, о братья мои, ставлю я над вами: будьте тверды ! —
О ты, моя воля! Ты, преодоление всего рокового, ты, мой рок преодолевания! Сохрани меня от маленьких побед!
Ты души моей удел, который я называю судьбой! Ты во мне! Надо мною! Сохрани и сбереги меня для единой великой судьбы!
И свое последнее величие, о ты, моя воля, сбереги себе до последнего дня, — чтобы неумолимой быть в своей победе! Ах, кто не был побежден своей победой!
Ах, чей глаз не тускнел уже в этих опьяненных сумерках! Ах, чья нога не подкашивалась и не разучалась в час победы — стоять! —
— О, да буду я готов и зрел в великий полдень: готов и зрел, как медь раскаленная, как чреватая молниями туча, как набухшее от молока вымя: —
— готов для самого себя и для своей затаеннейшей воли: лук, что алчет своей стрелы, стрела, что алчет своей звезды: —
— звезда, готовая, зрелая в свой полдень, раскаленная, пронзенная, блаженная перед губительными стрелами солнца: —
— сам новое солнце и неумолимая воля солнца, к гибели готовая в победе!
О, воля, ты преодоление всего рокового, ты мой рок преодолевания! Сохрани меня для Единой великой победы! —
Так говорил Заратустра.
Выздоровление
Как-то поутру, вскоре после своего возвращения к берлоге, сорвался Заратустра со своей постели, как безумный, вскрикнул страшным голосом и повел себя так, словно кто-то другой еще лежит на его постели и не хочет с нее вставать; и так прогремел голос Заратустры, что его звери прибежали к нему в испуге и из всех нор и щелей по соседству с берлогой Заратустры все зверье прыснуло кто куда, — улетая, порхая, уползая, прыгая, каждый сообразно устройству, устройству его ног и крыльев. Заратустра же молвил такие слова:
Восстань, бездонная мысль, поднимись из моей глубины! Я твой петух и мерцание утра, ты, заспавшийся червь: вставай! вставай! Мой голос разбудит тебя, как пение петуха!
Сорви повязки с ушей: слушай! Ибо я хочу услышать тебя! Вставай! Вставай! Здесь достаточно грома, чтобы научить слушать даже гробы!
И смахни сон, и всю слабость, и всю слепоту со своих глаз! Слушай меня и своими глазами: голос мой целительный бальзам даже для слепорожденных.
И чуть пробудишься ты, уже ты навек пробудилась. Не м ой обычай поднимать прабабушек от сна, чтобы приказать им — спать дальше!
Ты шевелишься, потягиваешься, хрипишь? Вставай! Вставай! Не хрипеть — говорить будешь ты у меня! Заратустра зовет тебя, Заратустра-безбожник!
Я, Заратустра, ходатай за жизнь, ходатай за страдание, ходатай за круг — тебя зову, мою бездонную мысль!
Благо мне! Ты идешь, — я слышу тебя! Бездна моя говорит, свою последнюю глубину выманил я на свет!
Благо мне! Сюда! Дай руку------а! пусти! ха-ха!-------
отвращение, отвращение, отвращение---------горе мне!
2
Но едва выговорил эти слова Заратустра, как грохнулся замертво наземь и долго пребывал как мертвый. Когда же он снова пришел в себя, был он бледен, и дрожал, и продолжал лежать, и долго не хотел ни есть, ни пить. Такое состояние длилось у него семь дней; звери же его не покидали ни днем, ни ночью, разве только орел вылетал раздобыть пищу. И все, что он добывал и похищал, — все это складывал он на постель Заратустры; так что Заратустра лежал под конец среди груд желтых и красных ягод, винограда, розовых яблок, благовонных трав и кедровых шишек. А у ног его были два ягненка простерты, которых орел с трудом отбил у их пастухов.
Наконец, на исходе семи дней, выпрямился Заратустра на своей постели, взял розовое яблоко в руку, понюхал его и нашел запах его приятным. Тогда его звери решили, что пришло время заговорить с ним.
«О, Заратустра, — сказали они, — вот уже семь дней лежишь ты так, с закрытыми глазами: не хочешь ли ты наконец встать снова на ноги?
Выйди из твоей берлоги; мир ждет тебя, словно сад. Ветер играет тяжелыми благовониями, которые волят к тебе; и все ручьи готовы бежать вслед за тобой.
Все вещи тоскуют по тебе, оттого что ты семь дней оставался один, — выйди из своей берлоги! Все вещи хотят быть твоими врачами!
Не пришло ли новое познание к тебе, кислое, тяжелое? Подобно закисшему тесту лежал ты, твоя душа поднялась и разбухла через край. —»
— О, звери мои, — отвечал Заратустра, — продолжайте себе болтать, а я буду прислушиваться! Меня так услаждает ваша болтовня: где болтают, там мир простирается предо мною, словно сад.
Как это приятно, что живут слова и звуки: разве слова и звуки не радуги и не призрачные мосты между веч-норазделенным?
Каждой душе принадлежит особый мир; каждой душе другая душа иномирный мир.
Между наиболее сходным призрачный обман всего прекраснее; ибо через наименьшую пропасть труднее всего перекинуть мост.
Для меня — как могло бы существовать некое «вне меня»? Никакого «вне» не существует! Но об этом забываем мы, внимая любому звуку; как это приятно, что мы забываем!
Не для того ли даны в дар вещам имена и звуки, чтобы человек мог услаждаться вещами? Какой чудесный вздор — говорить: говоря, танцует человек поверх всех вещей.
Как приятно всякое словоречие и всякий обман звуков! Звуками танцует наша любовь по пестрым радугам. — '
— «О, Заратустра, — сказали на это звери, — для тех, кто мыслит, как мы, сами вещи танцуют: все это и приходит, и подает друг другу руку, и смеется, и убегает — и возвращается.
Все идет, все возвращается; вечно кружит колесо бытия. Все умирает, все расцветает вновь, вечно бежит год бытия.
Все крушится, все наново вершится; вечно строится тот же дом бытия. Все разлучается, все встречается вновь; вечно верно себе кольцо бытия.
В каждом миге начально бытие; вокруг каждого «здесь» шаром катится «там». Срединная точка везде. Крива ты, вечности стезя». —
— Ох вы, скоморохи-проказники, шарманки вы этакие, — отвечал Заратустра и вновь улыбнулся, — вам ли не знать, чему должно было исполниться в семь дней; —
— и как та зверюга заползла мне в глотку и душила меня! Но я откусил голову ей и отплюнул ее далеко от себя прочь!
А вы, — вы уже вертушку-песенку успели из этого смастерить? Я же лежу здесь, еще усталый и от такого откусывания и отплевывания, еще больной от собственного искупления.
И вы были зрителями всему этому? О звери мои, неужели и вы жестоки? Неужели вы хотели быть зрителями моей великой боли, как это делают человеки? Ибо человек — самый жестокий зверь.
При зрелище трагедий, боя быков и распинаний чувствовал он себя до сих пор блаженнее всего на земле; и когда он выдумал для себя ад, тот ад стал для него его небом на земле.
Когда большой человек кричит от боли — ; тут как тут маленький человечек; и язык свисает у него изо рта от сладострастия. Он же называет это своим «состраданием».
Человечек, особенно поэт, — как ревностно обвиняет он жизнь на словах! Вслушайтесь, да не пропустите мимо ушей того наслаждения, которое скрыто во всяком обвинении!
Эти уж мне обвинители жизни: их жизнь побеждает, чуть глазом моргнет. «Ты любишь меня? — говорит дерзкий; подожди же немного, еще нет у меня для тебя времени».
Человек для себя самый жестокий зверь; и у всех, кто называется «грешником», и «несущим свой крест», и «покаянником», не пропустите мимо ушей сладострастия, скрытого в этих жалобах и жалостливых обвинениях!
А сам-то я — разве хочу я обвинителем человека быть? Ах вы, звери мои, этому одному научился я пока: человеку нужна его злейшая злоба для лучшего в нем, —
— злейшая злоба его — самая лучшая сила его и самый твердый камень для величайшего созидателя; человек должен стать лучше и злее: —
Не в том мое древо мучений, к которому я был пригвожден, что я знаю: человек зол, — но я кричал, как еще никто не кричал:
«Ах, отчего его злейшая злоба еще так ничтожна! Ах, отчего его наилучшая сила еще так ничтожна!»
Великое отвращение к человеку — оно душило меня и заползло мне в глотку: и то, о чем пророчил прорицатель: «Все безразлично, ничто не вознаграждается, знание удушает».
Долгие сумерки качались впереди меня, усталая до смерти, пьяная до смерти печаль, которая говорила, раздирая зевотой рот:
«Вечно он возвращается, человек, от которого ты так устал, этот маленький человечек», — так зевала моя печаль, и волочила ноги, и не могла уснуть.
Берлогой обернулась для меня земля человеков, ее грудь ввалилась, все живое стало для меня человеческой гнилью, и костьми, и пылью прошлого.
Мое стенанье сидело на человеческих гробницах и не могло уже подняться; мое стенанье и выпытывание рюмило, и душило, и грызло, и жаловалось день и ночь:
— «ах, человек вечно возвращается! Маленький человечек вечно возвращается!» —
Голыми видел я некогда обоих, самого большого человека и самого маленького: слишком похожими друг на друга, — слишком человеческим даже самого большого человека!
Слишком мал самый большой! — Вот оно, мое отвращение к человеку! И вечное возвращение даже самого маленького! — Вот оно, мое отвращение ко всему существованию !
Ах, отвращение! отвращение! отвращение! — так говорил Заратустра, и стонал, и содрогался; ибо он вспоминал о своей болезни. Но тут звери его не дали ему дольше говорить.
«Оборви речь, ты, выздоровевший! — так отвечали ему его звери, — лучше выйди на воздух, где мир тебя ждет, словно сад.
Выйди к розам, и пчелам, и к голубиным стаям! А особенно к певчим птицам: чтобы перенять от них пение!
Пение — оно создано для выздоравливающих; здоровый — тот пусть говорит. А если даже здоровый и хочет песен, то он хочет совсем других песен, чем выздоравливающий».
— «О вы, скоморохи-проказники, шарманки вы этакие, замолчите же! — отвечал Заратустра и улыбнулся, глядя на своих зверей. — Вам ли не знать, какое утешение придумал я себе за семь дней!
Что мне вновь пора петь — это утешение придумал я себе и это выздоровление: не хотите ли вы и из этого смастерить песенку-вертушку?»
— «Оборви речь, — отвечали ему вторично его звери, — а не то смастери-ка сперва себе лиру, ты, выздоравливающий, новую лиру!
Ибо видишь ли, о Заратустра! Для твоих новых песен нужна и новая лира.
Пой и бушуй волнением, о Заратустра, врачуй новыми песнями свою душу: чтобы ты мог нести свою великую судьбу — судьбу, какая еще никому из людей не выпала на долю!
Ибо знают звери твои, о Заратустра, кто ты и кем должен ты стать: смотри, ты учитель вечного возвращ ения — вот она, твоя судьба!
Оттого, что первым должен ты это учение преподать, — как могла бы эта великая судьба не быть также и твоей величайшей опасностью и болезнью!
Смотри, мы знаем, чему ты учишь: будто все вещи вечно возвращаются, и вместе с ними и мы, и будто мы уже несчет раз были тут и все вещи вместе с нами.
Ты учишь, что есть великий год становления, чудовищно великий год: он должен, подобно песочным часам, всегда сызнова переворачиваться, чтобы сызнова в вечность течь и истекать: —
— так что все эти годы подобны друг другу и в великом, и в малом, — так что и сами мы каждый великий год себе самим подобны и в великом, и в малом.
И если бы ты теперь задумал умереть, о Заратустра: смотри, мы знаем также, как бы ты тогда говорил о себе: — но твои звери просят тебя, чтобы ты повременил со смертью!
Ты бы говорил об этом без дрожи, скорее свободно вздохнув от блаженства: ибо великая тягость и гнет были бы сняты с тебя, ты, терпеливейший из терпеливых! —
“Вот умираю и исчезаю я, — говорил ты, — миг, и я ничто. Души столь же смертны, как и тела.
Но возвратится узел причинности, в который увязан ия, — он воссоздаст меня опять! Я сам принадлежу к причинам вечного возвращения.
Я возвращусь вновь с этим солнцем, с этой землею, с этим орлом, с этой змеею — не к новой жизни, или к лучшей жизни, или к похожей жизни:
— я буду возвращаться вечно к этой же самой, все той же жизни, в великом и в малом, чтобы снова учить все вещи вечному возвращению, —
— чтобы снова сказать слово истины о великом полдне земли и человека, чтобы снова возвестить человеку о сверхчеловеке.
Я сказал свое слово, я разбиваюсь о свое слово: так хочет мой вечный жребий, — как провозвеститель обращаюсь я в прах!
Вот пришел час, когда идущий к закату благословляет пред смертью самого себя. Так — кончается закат Заратустры”».------
Когда звери проговорили эти слова, они умолкли и ждали, что Заратустра им что-нибудь скажет: но Заратустра не слышал, что они умолкли. Он лежал тихо, с закрытыми глазами, с виду спящий, хотя и не спал: ибо он беседовал тогда со своей душой. Змея же и орел, когда увидели его таким молчаливым, почтили великую тишину вокруг его и осторожно удалились.
О великом желании-чаяньи
О ты, моя душа, я учил тебя говорить «сегодня», как «некогда» и «когда-нибудь», и над всеми здесь и тут и там плясовые хороводы водить.
О ты, моя душа, я избавил тебя от всех закоулков, я отмел от тебя всю пыль, пауков и полусвет.
О ты, моя душа, я смыл с тебя маленький стыд и добродетель закоулков и убедил тебя перед очами солнца стоять голой.
Бурей, имя которой «дух», подул я над морем твоим волновым; все тучи сдул я с него, самого душителя удушил, имя которому «грех».
О моя душа, я дал тебе право говорить «нет», как буря, и говорить «да», как говорит «да» простор небес; ты стоишь тихо, как свет, и ты идешь теперь по тем бурям отрицания.
О моя душа, я возвратил свободу тебе и над созданным и несозданным: а кто знает так, как ты ее знаешь, — страстную радость грядущего?
О моя душа, я учил тебя презрению, проходящему не как червоточина, — великому, любящему презрению, которое сильнее всего любит там, где сильнее всего презирает.
О моя душа, я учил тебя так убеждать, чтобы самые основания привлечь убеждением к тебе; подобно солнцу, которое и море убеждает — привлекает к себе на высоту.
О моя душа, я отвел от тебя всякое послушание, коленопреклонение и призывы к господу; тебе самой дал я имя «преодоление» и «судьба».
О моя душа, я дал тебе новые имена и многоцветные игрушки, я назвал тебя «судьбой», и «объятием объятий», и «пуповиной времени», и «лазурным колоколом».
О моя душа, твоей почве дал я испить свою мудрость, все новые вина, но и все незапамятностарые крепкие вина мудрости.
О моя душа, каждое солнце проливал я на тебя, и каждую ночь, и каждое молчание, и каждое томление: — и выросла ты, как лоза виноградная.
О моя душа, сверхбогатой и тяжелой стоишь ты теперь, — виноградная лоза с набухшими выменами и с тесноскученными бурозолотистыми виноградниками: — — стесненная и притесняемая своим же счастьем, ожидая от преизбытка и стыдясь еще своего ожидания.
О моя душа, не найти нигде другой души, которая была бы более любящей, и объемлющей, и объемной! Где могло бы грядущее и прошлое быть ближе друг к другу, чем у тебя?
О моя душа, я все тебе отдал и мои руки опустели, одаряя тебя: — а теперь! Теперь говоришь ты мне, улыбаясь, исполненная тоски: «Кто из нас должен благодарить? —
— не должен ли благодарить даритель за то, что берущий брал? Разве дарить не потребность? Разве брать не милость?» —
О моя душа, я понимаю улыбку твоей тоски: само твое сверхбогатство протягивает теперь руки!
Твой избыток обращен вдоль бурливых морей, и он ищет и ждет; желание-чаяние от преизбытка обращено на меня из твоего улыбчивого неба очей!
И впрямь, о моя душа! Кто мог бы видеть твою улыбку и не утонуть в слезах? Сами ангелы утопают в слезах от сверхдоброты твоей улыбки.
Твоя доброта и сверхдоброта — это она не хочет жаловаться и плакать: и все же томится, о моя душа, твоя улыбка по слезам и твой подрагивающий рот по всхлипыванию.
«Разве всякий плач не жалоба? И разве всякая жалоба не обвинительная жалоба?» Так говоришь ты самой себе и потому предпочитаешь, о моя душа, улыбаться, чем изливать свое страдание.
— изливать водопадом слез все страдание свое из-за своего избытка и из-за всего этого томления виноградной лозы по виноградарю и ножу виноградаря!
Но если ты не хочешь плакать, не хочешь выплакать свою пурпурную тоску, то ты будешь петь, о моя душа!— Смотри, я сам улыбаюсь, я, тот самый, кто предвещает тебе это:
— будешь петь, бушуя песней, пока не утихнут все моря, чтобы прислушаться к твоему желанию-чаянию, —
— пока по тихим томящимся морям не поплывет челн, золотое диво, а вокруг золота его не зашныряют все хорошие дурные удивительные вещи: —
— и еще много больших и малых зверей, и всех тех, у кого легкие удивительные ноги, такие, чтобы пробегать по фиалково-голубым тропам, —
— туда, к золотому диву, к вольному челну и его господину: господин же виноградарь, который ждет с алмазным ножом виноградаря, —
— твой великий избавитель, о моя душа, безыменный, — только грядущие песни найдут ему имена! И впрямь, уже благоухает твое дыхание грядущими песнями, —
— уже рдеешь и грезишь ты, уже пьешь ты, жадно припав ко всем глубоким, звонким ключам утешения, уже отдыхает твоя тоска в блаженстве грядущих песен! —
О моя душа, я все тебе отдал, даже последнее, и вот мои руки опустели, одаряя тебя: — что я призывал тебя петь, знай, это и было мое последнее!
Я призывал тебя петь, — говори же, говори: кто из нас должен теперь — благодарить? — А еще того лучше: пой мне, пой, о моя душа! И позволь мне благодарить! —
Так говорил Заратустра.
Другая песня-пляска
«В твои глаза заглянул я недавно, о жизнь: золота взблеск увидел я в твоей полуночи глаз, — мое сердце притихло пред сладострастьем таким:
— взблеск золотой гондолы увидел я на полуночных водах, ныряющей, утопающей, мимо мелькающей золотой колыхалки-гондолы!
На мою ногу, на пляску лютую, кинула ты задорный взгляд — вопрошающий, тающий колыхальный взгляд:
Только дважды шевельнули погремушкой твои маленькие руки — и уже колыхнулась моя нога и на лютость пляски. —
Мои пятки вздыбились, пальцы ног моих вслушались — понять тебя: носит же плясун свое ухо — в пальцах ног!
К тебе прыгнул я: ты метнулась прочь от моего прыжка; заязвил меня твоих взметных, метельных прядей язык!
Прочь отпрыгнул я от тебя и от змеек твоих: и вот, недвижна ты, полуоборотом ко мне, с глазами, полными желанья.
Косыми взглядами — учила ты меня кривым путям; на кривых путях учится моя нога — козням!
Я страшусь тебя вблизи, я люблю тебя вдали; твое бегство влечет-торопит меня, твое искажение стопорит меня: — я страдаю, но чего бы не выстрадал я ради тебя охотно!
Чей холод опламеняет, чья ненависть обольщает, чье бегство привораживает, чей посмех — подвигает:
— кто не ненавидел тебя, тебя, великую укротительницу, обольстительницу, искусительницу, искательницу, находчицу! Кто не любил тебя, тебя, неповинную, нетерпеливую, детскоокую ветрогонку-грешницу!
Куда теперь завлекаешь меня, ты, шальная невидаль и шалая удаль? И вот снова метнулась ты прочь от меня, ты, дикарка мне милая и неблагодарная!
Я пляшу тебе вслед, за тобою следую и по неприметному следу. Где же ты? Дай мне руку! Или хотя бы палец!
Здесь пещеры и чаща-глушь: мы заблудимся! — Стой! Задержись! Иль не видишь, как мелькают совы и летучие мыши.
Ты сова! Ты летучая мышь! Ты хочешь дурачить меня? Где мы? От собак научилась ты этому завыванью да тявканью.
Ты мило скрежещешь, скаля на меня белые зубы, твои злые глаза наскакивают на меня из-под завихренной гривки!
Вот он, пляс через горы и долины: я охотник — хочешь быть собакой моей или серной моей?
Сюда, бок-о-бок со мной! Живо! Ты, злобная прыгунья! Сюда, наверх! Перемахни! — Горе! Вот и сам я невольно упал при прыжке!
О, взгляни, я повержен, ты, дерзкая, и молю о пощаде! Милей было бы мне с тобой — проходить тропою полюбезнее этой!
— тропою любви меж тихих пестрых кустов! Или по морю вдаль и вдоль: плавают там, пляшут там золотые рыбки!
Ты устала? Вверху над нами овцы и вечерние зори: разве не упоительно спать, когда овчары свирелят?
Ты так страшно устала? Я понесу тебя, только опусти руки! И если жажда томит тебя — есть у меня чем утолить ее, но твой рот не хочет этого пить! —
О ты, проклятая, юркая, изгибыш-змея, ведьма-скользунья! Куда ты пропала? Но на лице чувствую я два пятна и красные кляксы — след твоей руки!
Впрямь, я устал быть неотлучно твоим из овец овечьим овчаром! Послушай, ты, ведьма: пел я тебе до сих пор, теперь будешь ты у меня — вопить!
В такт моего бича будешь ты у меня плясать и вопить! Я ведь бича не забыл? — Нет!» —
2
Тогда так мне ответила жизнь и при этом заткнула себе выточенные уши:
«О, Заратустра! Не клескай так страшно своим бичом!/ Ты ведь знаешь: шум убивает мысли, — а мне как раз приходят в голову такие нежные мысли.
Оба мы два Нетворидобра и Нетворизла. По ту сторону добра и зла нашли мы наш остров и наш луг зеленый — мы двое, и только! Потому уж должны мы быть добрыми друг к другу!
И если любимся мы не от всей души —, так ли уж нужно сатанеть друг на друга, когда любятся не от всей души?
А то, что к тебе я добра и часто добра через край, это ты знаешь: и все потому, что я завидую твоей мудрости. О, эта оголтелая старая дуреха-мудрость!
Если бы когда твоя мудрость сбежала от тебя, ах! тогда сбежала бы от тебя и моя любовь». —
Затем жизнь задумчиво оглянулась, огляделась и чуть слышно сказала: «О, Заратустра, не до конца ты мне верен!
Далеко не так сильно ты любишь меня, как уверяешь; я знаю, ты подумываешь скоро покинуть меня.
18-867
Есть на свете старый, пуд-пудом, тяжелый коло-кол-гудун: в ночь гудит он до самой пещеры твоей в горах: —
— чуть заслышишь ты о полночь, как тот колокол отбивает удары, и уже подумываешь ты о том, меж ударом первым и двенадцатым, —
— ты подумываешь, о Заратустра, я это знаю, скоро покинуть меня!» —
«/Уд, — ответил я, запинаясь, — но ты ведь знаешь —» И я что-то сказал ей на ухо, в самую гущу ее путаных, желтых, безумных косматых лохм.
Ты знаеш ь это, о Заратустра? Этого никто не знает.------
И мы посмотрели друг на друга, и кинули взгляд на зеленый луг, по которому пробегал как раз прохладой вечер, и заплакали оба. — Тогда жизнь была мне милее, чем когда-либо вся моя мудрость. —
Так говорил Заратустра.
Раз!
О муж! Внимай!
Два!
Что говорит глубь-полночь, знай!
Три!
«Спала... был срок —, Четыре!
Глубокий сон разбил звонарь: — Пять!
О, мир глубок, Шесть!
И глубже, чем дню дан намек. Семь!
Скорбь — мир глубин —, Восемь!
Но радость глубже в мир вошла: Девять!
Стон скорби: «Сгинь!» Десять!
Но радость к вечности стрела —, Одиннадцать!
— к глубокой вечности стрела!» Двенадцать!
«
* ·
Семь печатей
(или Песнь о «да» и «аминь»)
Если я прорицатель и исполнен того духа пророчества, который бродит по высокому горному кряжу между двумя морями, —
между прошедшим и грядущим, бродит, как тяжелая туча, — душным низинам враг и всему, что устало и не в силах ни жить, ни умереть:
сверкнуть молнией готовый из темной груди и искупительным лучом-светом, чреватый молниями: «да!» говорят они «да!», смеются они под пророчество молний-лучей: —
— блажен, однако, кто так чреват! И впрямь, долго тяжелым ненастьем будет тот нависать над горой, кто зажжет некогда свет грядущего! —
о, как не пламенеть мне страстно по вечности и по брачному кольцу колец — кольцу возвращения!
Никогда еще не встречал я женщины, от которой хотел бы детей, разве только ту женщину, которую я люблю: ибо я люблю тебя, о вечность!
Ибо я люблю тебя, о вечность!
2
Если мой гнев крушил когда гробницы, сдвигал пограничные столбы и скатывал раскрошенными старые скрижали в крутые пропасти:
Если моя насмешка сдувала когда истлелые слова, и я приходил, как метла для крестовиков-пауков и как провевающий ветер для старых душных склепов: —
Если, ликуя, сидел я когда у места, где старые погребены боги, благословляя мир, мир любя, вблизи памятников старым клеветникам на мир: —
— ибо даже церкви и гробницы бога люблю я, когда небо чистым оком глядит сквозь их обрушенные своды; охотно сижу я, подобно траве и красным макам, на обрушенных церквах —
О, как не пламенеть мне страстно по вечности и по брачному кольцу колец — кольцу возвращения?
Никогда еще не встречал я женщины, от которой хотел бы детей, разве только ту женщину, которую я люблю: ибо я люблю тебя, о вечность!
Ибо я люблю тебя, о вечность!
3
Если меня достигало когда дыхание, частица творящего дыхания и той небесной неволи, которая вынуждает даже случайное звездные водить хороводы:
Если я смеялся когда смехом творящей молнии, за которой, грохоча, но покорствуя, следует длительный гром деяния:
Если я играл за земляным столом богов с богами в кости, так что земля потрясалась и трескалась и извергала огненные реки: —
— ибо стол для богов земля, и дрожит она от творческих новых слов и от божественных бросков костей: —
О, как не пламенеть мне страстно по вечности и по брачному кольцу колец — кольцу возвращения?
Никогда еще не встречал я женщины, от которой хотел бы детей, разве только ту женщину, которую я люблю: ибо я люблю тебя, о вечность!
Ибо я люблю тебя, о вечность!
Если залпом пил я когда из той пенящейся кружки пряного настоя и смеси, где все так хорошо перемешано:
Если моя рука подливала когда наидалекое к наи-близкому, и огонь к духу, и радость к страданию, и наихудшее к наилучшему:
Если сам я крупица той вызволяющей соли, чьей силой все так хорошо перемешано в кружке для смеси: —
— ибо есть такая соль, что связует добро со злом; и даже злейшее достойно пряной приправы и пеной перебежать через край; —
О, как не пламенеть мне страстно по вечности и по брачному кольцу колец — кольцу возвращения?
Никогда еще не встречал я женщины, от которой хотел бы детей, разве только ту женщину, которую я люблю; ибо я люблю тебя, о вечность!
Ибо я люблю тебя, о вечность!
*****
Если мило мне море и все сродное морю, и милей всего, когда оно мне гневно перечит;
Если одержим я той страстью-радостью к исканью, которая гонит паруса к еще не открытым берегам, если страсть морехода таится в страсти-радости моей;
Если восклицало когда мое ликование; «Берег скрылся — спала с меня и последняя цепь, —
— безбрежность бушует кругом, далеко в просторе сверкает пространство и время! Воспрянь! восстань! старое сердце!» —
О, как не пламенеть мне страстно по вечности и по брачному кольцу колец — кольцу возвращения?
Никогда еще не встречал я женщины, от которой хотел бы детей, разве только ту женщину, которую я люблю: ибо я люблю тебя, о вечность!
Ибо я люблю тебя, о вечность!
6
Если моя добродетель — добродетель танцора и я часто обеими ногами прыгал в золотисто-искристый смарагдовый восторг:
Если моя злоба — смеющаяся злоба и ее дом под навесами из роз и изгородями из лилий:
— ибо в смехе все злобное в дружном сборе, и все же освящено и оправдано своим собственным блаженством: —
И если в том мои альфа и омега, чтобы стало все тяжелое легким, всякое тело танцором, всякий дух птицей: и впрямь, вот они, мои альфа и омега! —
О, как не пламенеть мне страстно по вечности и по брачному кольцу колец — кольцу возвращения!
Никогда еще не встречал я женщины, от которой хотел бы детей, разве только ту женщину, которую я люблю: ибо я люблю тебя, о вечность!
Ибо я люблю тебя, о вечность!
Если я напрягал когда над собою тихие небеса и на собственных крыльях в собственные же небеса улетал:
Если, играя, реял я в глубокой светозари далей и прилетала моей свободы птица-мудрость: —
— то так говорит птица-мудрость: «Взгляни, нет ни верха, ни низа! Кидайся, кружи, ныряй, выныряй, о легкий! Пой! перестань говорить!
— «не для тяжелых ли созданы все слова? Не лгут ли легкому все слова? Пой! перестань говорить!» —
О, как не пламенеть мне страстно по вечности и I брачному кольцу колец — кольцу возвращения?
Никогда еще не встречал я женщины, от которой х тел бы детей, разве только ту женщину, которую я лю лю: ибо я люблю тебя, о вечность!
Ибо я люблю тебя, о вечность!
ТАК ГОВОРИЛ ЗАРАТУСТРА
Книга для всех и ни для кого
ЧАСТЬ
ЧЕТВЕРТАЯ И ПОСЛЕДНЯЯ
Ах, где на свете совершались большие безумства, как не у сострадательных? И что на свете порождало больше страданий, как не безумства сострадательных?
Горе всем любящим, у которых нет в запасе другой высоты — той, что выше их сострадания!
Так когда-то говорил мне черт: «И у бога есть свой ад: то любовь его к людям».
И недавно довелось мне слышать, как он сказал людям: «Бог мертв; от своего сострадания к людям умер бог».
Так говорил Заратустра (часть И, с. 117)
Жертва медовая
— И снова бежали месяцы и года над душой Заратустры, а он и не замечал этого; но волосы его побелели. Однажды, когда он сидел на камне перед своей берлогой и смотрел молча вдаль, — а хорошо там смотреть на море вдаль и далеко поверх извилистых бездн, — заходили задумчиво вокруг него звери его и наконец остановились перед ним.
«О, Заратустра, — сказали они, — ты, верно, высматриваешь свое счастье?» — «Что в счастье! — отвечал он, — я уже давно не стремлюсь к счастью, я стремлюсь к своему делу». — «О, Заратустра, — вторично заговорили звери, — ты это говоришь, как человек, у которого добра больше чем вдоволь. Не покоишься ли ты в небесно-лазоревом озере счастья?» — «Эх вы, скоморохи, — ответил Заратустра и улыбнулся, — как удачно выбрали вы сравнение! Но вы знаете также, что мое счастье тяжелое, а не как текучая волна: оно нудит меня, и не отстает от меня, и подобно во всем растопленной смоле». —
Тогда снова задумчиво заходили вокруг него звери его и остановились вторично перед ним. «О, Заратустра, — сказали они, — так вот отчего ты сам все желтее и темнее, хотя волосы твои и хотят выглядеть белыми и льняными! Погляди-ка, ты влип в беду, как в смолу!» — «Что за вздор городите вы, звери мои, — сказал Заратустра и засмеялся при этом, — впрямь, я грешил, когда говорил о смоле. Участь моя — участь всех плодов, когда они созрели. Это мед в сосудах моих — он делает кровь мою гуще и душу мою молчаливей». —
«Пусть будет так, о Заратустра, — отвечали звери, подступая к нему вплотную, — не хочешь ли ты сегодня взойти на высокую гору? Воздух чист, и мир сегодня более открыт, чем когда». — «Да, милые звери, — отвечал он, — ваш совет превосходен и мне по сердцу: дай-ка взойду я сегодня на высокую гору! Но позаботьтесь, чтоб был там мед у меня под руками — желтый, белый, добрый, свежий как лед сотовый златомед. Ибо знайте, я хочу там наверху принести жертву медовую». —
Когда же Заратустра взошел на вершину горы, отослал он домой сопровождавших его зверей и увидел, что теперь он один: — тогда засмеялся он от всего сердца, огляделся и заговорил так:
Если я говорил о жертвах и жертвах медовых, то было только лукавством моей речи и, впрямь, полезной причудой! Здесь наверху я уже могу говорить свободнее, чем перед берлогами отшельников и домашними животными отшельников.
Что жертвы! Я расточаю дары, мне подаренные, я расточитель о тысяче рук: как смел бы я еще называть это — жертвоприношением!
И когда я меду алкал, алкал я только приманки и сладкой липкой патоки, до которой падки даже ворчуны-медведи и диковинные угрюмые злые птицы:
— алкал как заманчивой приманки, в какой терпят нужду охотники да рыболовы. О, если мир словно темный бор звериный и всех диких охотников потешный сад, то мне он тем более мнится бездонным богатым морем,
— морем, полным радужных рыб и раков, которыми не прочь полакомиться и боги, и стали б они на нем рыбарями и забрасывателями сетей: так богат мир всякими дивами, и большими и малыми!
И особенно мир человеческий, море человеческое: — в него забрасываю я мой золотой прутик-удочку и приговариваю: разверзнись ты, бездна человеческая!
Разверзнись и выбрось мне твоих рыб и сверкачей-раков! Моими заманчивыми приманками приманю я сегодня наидиковинных рыб человеческих!
— само счастье свое забрасываю я во все стороны света, на восход, на запад и на полдень, поглядеть, не научится ли много рыб человеческих трепетать и дергаться у моего счастья.
Пока, клюнув приманку моих острых скрытых крючков, не выплеснутся на мою высоту эти препестрые пескарики глуби глубинной к злейшему из ловцов рыб человеческих.
Весь я таков вглубь и насквозь, я влеку, привлекаю ввысь, увлекаю, возвышаю, я вовлекатель, укротитель, каратель, себе некогда не напрасно внушивший: «Стань самим собою!»
Итак, пусть же люди теперь поднимаются ко мне наверх: ибо я жду еще знамений, что приспело время моего нисхождения, еще сам я не иду к закату-погибели, как то суждено мне среди людей.
Потому и жду я здесь, коварно и насмешливо, на высоких горах, ни нетерпеливый, ни терпеливый, скорее как один из тех, кто разучился даже терпению, — ибо он больше не «терпит».
Видно, судьба моя предоставляет мне время: пожалуй, она обо мне позабыла! Или сидит за большим камнем в тени и ловит мух?
И впрямь, я люблю ее, мою вечную судьбу, за то, что она не подстрекает, не торопит меня и предоставляет мне время для проказ и козней: потому и взошел я сегодня для рыбной ловли на эту высокую гору.
Ловил ли когда человек рыб на высоких горах? И если даже и сумасбродство все то, что здесь наверху я хочу и творю: все же лучше так, чем если бы там внизу я стал торжественным от ожидания и зеленым и желтым —
— стал бы напыщенным злопыхателем от ожидания, священным завывай-ураганом гор, нетерпеливым, взывающим с высот в долины: «Внимайте, или я казню вас бичом божьим!»
Не скажу, чтобы я сердился из-за этого на таких зло-боплюев: с них и смеха моего хватит! Им, наверное, не терпится, этим великим греми-барабанщикам, которые заговорят или сегодня, или никогда!
Но я и моя судьба — мы не говорим к сегодня, мы не говорим и к никогда: мы запаслись для говорения и терпением, и временем, и сверхвременем. Ибо должен же он когда-нибудь прийти и мимо пройти не смеет.
Кто же должен когда-нибудь прийти и мимо пройти не смеет? Наш великий Случай, вот оно, наше великое, наше далекое царство человеческое, царство Заратустры о тысячу лет------
Далеко ли еще до этого «далекого», что мне до того! Но потому установлено оно для меня не менее твердо, — обеими ногами непоколебимо стою я на этом основании,
— на вечном основании, на твердом первозданном камне, на этом превысоком, претвердом первозданном кряже, куда все ветры слетаются как к тучеразделу с вопросом: где? и откуда? и куда теперь?
Смейся же, смейся, моя светлая святая злоба! Свергай с высоких гор свой сверкающий посмех-смех! Приманивай своим сверканием ко мне наилучших рыб человеческих!
И все, что принадлежит м не во всех морях, все мое и что ни есть мое для меня во всех вещах — это выуди мне, это вознеси ко мне в мою высь: этого я жду, злейший из всех рыболовов.
На простор, на простор, моя удочка! погрузись, погрузись, моего счастья приманка! Капельно капай сладчайшей росой, моего сердца мед! Вонзись, моя удочка, в брюхо всей черной унылости!
На простор, на простор, ты, око мое! О, как много морей вокруг меня, какое сумеречное грядущее человеческое! А надо мной — какая алая тишина! Какое безоблачное молчание!
Крик в беде
На следующий день сидел опять Заратустра на своем камне перед берлогой, пока звери его рыскали по свету, чтобы принести домой свежую пищу, — а кстати и свежего меду: ибо Заратустра издержал и извел старый мед до последней капли. Когда же он так сидел, с посохом в руке, и очерчивал на земле тень своего тела, в глубоком раздумье, и впрямь! не о себе и своей тени, — испугался внезапно он и вздрогнул: ибо увидел рядом со своей тенью еще чью-то чужую тень. И когда он быстро оглянулся и вскочил с камня, гляди, рядом с ним стоял прорицатель, тот самый, которого как-то раз он поил и кормил за своим столом, провозвестник великой усталости, учивший: «Все безразлично, ничто не вознаграждается, в мире нет смысла, знание удушает!» Но лицо его с тех пор преобразилось; и когда Заратустра ему в глаза заглянул, сердце Заратустры испугалось вторично: столько дурных предвестий и пепельно-серых молний пробежало по этому лицу.
Прорицатель же заметил, что происходит в душе Заратустры, утер себе рукою лицо, будто желая стереть его вовсе; то же сделал и Заратустра. И когда оба они таким образом молчаливо оправились и ободрились,
подали они друг другу руки, в знак того, что желательно им вновь узнать друг друга.
«Добро пожаловать, — сказал Заратустра, — ты, прорицатель великой усталости, не напрасно был ты как-то раз моим состольником и другом-гостем. Ешь и пей у меня и сегодня, и прости, что довольный старик сядет рядом с тобой сотрапезником!» — «Довольный старик? — отвечал, качая головой, прорицатель, — но кем бы ты ни был или быть ни хотел, о Заратустра, куда как долго пробыл ты здесь наверху, — твой челнок через малый срок не будет больше сидеть на суше!» — «А разве я сижу на суше?» — спросил, смеясь, Заратустра. — «Волны вокруг твоей горы, — отвечал прорицатель, — громоздятся все выше и выше, волны великой беды и уныния: они вскоре и твой челнок поднимут и тебя с собой унесут». — Заратустра на это промолчал и дивился, — «Разве не слышишь? — продолжал прорицатель, — не грохочет ли, не клокочет ли там в глубине?» — Заратустра опять промолчал и прислушался: и услышал он протяжный, длительный крик, который пропасть перебрасывала пропасти, передавая все дальше, ибо ни одна не хотела удержать его: так зловеще звучал он.
«Ты дурной провозвестник, — проговорил наконец Заратустра, — это крик о помощи, это крик человека, он, верно, исходит из черных вод. Но что мне до беды человеческой! Последний грех, который я себе приберег, — ты, верно, знаешь, как называется он?»
— «Состраданием! — отвечал прорицатель от глубины переполненного сердца и воздел обе руки к небу, — о, Заратустра, я пришел, чтобы ввести тебя в твой последний грех!» —
Но едва были выговорены эти слова, как крик раздался вторично, и еще более протяжно и пугливо, чем прежде, но уже гораздо ближе. «Слышишь? Слышишь, о Заратустра? — воскликнул прорицатель, — к тебе обращен этот крик, тебя призывает он: приди, приди, время приспело, время не ждет!» —
Заратустра продолжал молчать, смущенный и потрясенный; наконец он спросил, как человек, который колеблется душой: «Но кто же так зовет меня?»
«Да ты ведь знаешь кто, — ответил резко прорицатель, — что же ты притворяешься? Это высший человек криком взывает к тебе!»
«Высший человек? — выкрикнул Заратустра, объятый ужасом, — что ем у надо? Что ему надо? Высший человек? Что ему здесь надо?» — и кожа его покрылась потом.
Но прорицатель не отвечал на испуг Заратустры, а все прислушивался и прислушивался к глубине бездны. Однако, когда там надолго водворилось безмолвие, он оглянулся и увидел, что Заратустра стоит и дрожит.
«О, Заратустра, — начал он скорбным голосом, — ты стоишь не так, как тот, кто готов закружиться от счастья: плясать придется тебе, чтобы не упасть!
Но если бы ты и захотел предо мною пуститься в пляс и проделывать все свои прыжки-выверты: все же никто да не посмеет мне сказать: «Смотри-ка, вот пляшет последний весельчак на земле!»
Напрасно взошел бы на эту вершину тот, кто хотел бы поискать здесь такого: берлоги нашел бы он, и берлоги в берлогах, тайники для таящихся, но не рудники счастья, не сокровищницы, не новые золотоносные жилы счастья.
Счастье — да где найти счастье у таких заживо погребенных, у отшельников! Иль я должен искать последнее счастье на островах блаженных и далеко, далеко среди позабытых морей?
Но все безразлично, ничто не вознаграждается ничем, тщетны искания, и нет больше на свете никаких островов блаженных!»------
Так вздыхал прорицатель; но при его последнем вздохе стал Заратустра снова светел и уверен в себе, как человек, вышедший на свет из глубокой расщелины. «Нет! Нет! Трижды нет! — воскликнул он зычным голосом и погладил себе бороду,— это мне лучше знать! Есть еще острова блаженных! Молчи, ни слова об этом, ты, вздыхающий мешок скорби!
Перестань плескать об этом, ты, дождевая туча полудня! Разве уже не стою я перед тобой, мокрый от твоего уныния и весь, как собака, облитый водой?
Вот отряхнусь я и убегу от тебя, чтобы снова просохнуть: здесь нечему тебе удивляться! Или я кажусь тебе не придворным по вежливости? Но здесь мой двор.
А что до твоего высшего человека: добро! я живо разыщу его в тех лесах: оттуда исходил его крик. Быть может, его преследует там лютый зверь.
Он в моих владениях: здесь не должна с ним приключиться беда! И впрямь, немало у меня лютых зверей».
С этими словами собрался было Заратустра идти. Тогда проговорил прорицатель: «О, Заратустра, ты — шельма!
Я-то знаю: ты хочешь отделаться от меня! Ты даже готов убежать в леса и гоняться там за дикими зверями!
Но кой прок тебе от этого? Вечером ты опять на меня натолкнешься; в твоей же берлоге буду я здесь сидеть, терпеливый и тяжелый, как чурбан, — и тебя ожидать!»
«Пусть будет так! — отозвался, уходя, Заратустра, — и все мое в моей берлоге принадлежит и тебе, моему дорогому гостю!
А если ты в ней еще и меду найдешь, что ж! вылакай его, ты, медведь-ворчун, и услади себе душу! Вечером Же мы оба будем в духе,
— будем в духе и радостны, что пришел к концу этот день! И сам ты будешь под мои песни плясать, как мой ученый медведь-плясун.
Ты мне не веришь! Ты головой качаешь? Веселей! Веселей!
Старый медведь! Ведь и я — прорицатель».
Так говорил Заратустра.
Разговор с королями
Еще и часу не пробыл Заратустра в пути среди своих гор и лесов, как вдруг увидел странное шествие. Как раз по дороге, по которой он думал спуститься, шагали два короля, украшенные коронами и пурпурными поясами, пестрые, словно птицы фламинго: они гнали перед собой навьюченного осла. «Что нужно этим королям в моем царстве?» — сказал Заратустра изумленно в сердце своем и поспешно спрятался за куст. Когда же короли с ним поравнялись, он произнес, вполголоса, как человек, разговаривающий с самим собою: «Странно! Странно! Как это вяжется одно с другим? Я вижу двух королей — и только одного осла!»
Тут оба короля остановились, улыбнулись, поглядели в ту сторону, откуда шел голос, и затем поглядели друг другу в лицо. «Пожалуй, такие мысли приходят в голову и в нашем кругу, — сказал король тот, что справа, — но их не высказывают вслух».
Король же тот, что слева, пожал плечами и отвечал: «Это, пожалуй, козий пастух. Или отшельник, слишком долго проживший среди утесов и деревьев. Отсутствие всякого общества также портит добрые нравы».
«Добрые нравы? — с негодованием и горечью возразил другой король, — а от кого же спасаемся мы бегством, как не от «добрых нравов»? Как не от нашего хорошего общества?»
Впрямь, лучше жить среди отшельников и козьих пастухов, чем с нашей раззолоченной, фальшивой, набе-ленно-нарумяненной чернью, — хотя она и называет себя «хорошим обществом»,
— хотя она и называет себя «знатью». Но все там фальшиво и гнило, особенно кровь, благодаря застарелым дурным болезням и еще того худшим врачевателям.
По мне всех лучше и милей сегодня здоровый мужик: он груб, лукав, упрям, долготерпелив — вот кто сегодня всех знатнее по роду.
Мужик сегодня лучший из лучших; и мужичьей породе быть господином! Но теперь царство черни, — я не хочу себя больше морочить. Чернь же значит: мешанина.
Чернь-мешанина: здесь все вперемежку — святой и стервец, и дворянин, и иудей, и всякая тварь из Ноева ковчега.
Добрые нравы! Все у нас фальшь и гниль. Никто уже не умеет почитать: от всего этого бежим мы без оглядки. Они приторно-угодливые, назойливые собаки, они золотят пальмовые ,листья.
Отвращение душит меня, оттого что мы, короли, сами стали фальшивыми, до самых пят увешанными и переряженными в старую пожелтевшую пышность прадедов, показными медалями стали мы для глупцов из глупцов, и пройдох из пройдох, и для всех тех, кто занят сегодня всяким шахермахерством властью!
Мы н е первые — и все-таки должны значить-с я первыми: этим обманом пресытились мы, наконец, до отвращения.
Сволочи уступили мы дорогу, всем этим горлопанам и распроплевым писакам-поплевкам, этой торгашеской вони, корчам тщеславия, смердящему дыханию — : тьфу, жить среди этакой сволочи,
— тьфу, значиться первыми среди этакой сволочи! Ах, отвращение! Отвращение! Отвращение! Кой толк теперь в нас, королях!» —
«Это вновь приступ твоей старой болезни, — сказал тут король тот, что слева, — приступ отвращения, мой бедный брат. Но ты ведь знаешь, нас кто-то подслушивает».
И тотчас Заратустра, широко распахнувший глаза и уши на эти речи, приподнялся из-за своего прикрытия, подошел вплотную к королям и заговорил:
«Тот, кто вас слушает, тот, кто вас охотно слушает, о короли, называется Заратустрой.
Я Заратустра, который некогда говорил: «Кой толк теперь в королях!» Простите мне, я обрадовался, когда услыхал, как вы сказали друг другу: «Кой толк в нас, королях!»
Но здесь мое царство и моя держава: что же ищете вы в моем царстве? Но, быть может, вы нашли по дороге то, что я ищу: высшего человека».
Чуть услышали это короли, ударили они себя в грудь и в один голос выговорили: «Мы узнаны!
Мечом этого слова рассекаешь ты нашего сердца непроницаемый мрак. Ты открыл нашу нужду, потому, не скроем! мы пустились в путь, чтобы найти высшего человека —
— человека, который выше нас: хотя мы и короли. Ему ведем мы этого осла. Высшему человеку дано быть на земле и высшим господином.
Нет более жестокого несчастья для судеб человеческих, чем когда сильные земли вместе с тем не первые люди. Тогда все становится фальшивым, и выморочен-ным, и чудовищным.
И если при этом они еще и сами что ни есть последние твари и скорее скоты, чем люди: тогда все поднимается и поднимается чернь в цене и, наконец, сама добродетель черни говорит: «Смотри, только я добродетель!» —
Что довелось мне услышать? — отвечал Заратустра; что за мудрость у королей! Я восхищен и, впрямь, мне даже хочется сложить об этом стишок:
— хотя бы стишок такой годился не для всяких ушей. Тому давно, как я разучился применяться к длинным ушам. Ну же, смелей! Не робей!
(Но тут случилось так, что и осел заговорил: но сказал он явственно и со злым умыслом: «Да — и я».)
Был год, — скажу, спасенья первый год —
Пьян без вина Сивиллы вещий рот:
«Увы, развал!
Падение, какого мир не знал!
Рим снизился до шлюхи, до борделя!
А Цезарь — до скота! Бог — сын Иудеи!»
2.
Этими стихами Заратустры усладились короли; и король тот, что справа, сказал: «О, Заратустра, как хорошо поступили мы, что отправились тебя повидать!
Твои враги показали нам твой образ в своем зеркале: оттуда выглядывал ты дьявольской харей и с язвительным смехом: так что мы боялись тебя.
Но что пользы! Все сызнова жалил ты наши уши и сердца своими притчами. И сказали мы наконец: что нам до того, как он выглядит!
Мы должны услышать его, его, который учит: «Умейте мир любить, как средство к новым войнам, и короткий мир больше, чем долгий!»
Никто никогда не высказывал таких воинственных слов: «Что хорошо? Быть храбрым хорошо. Добрая война освящает любое дело».
О, Заратустра, наших предков кровь взволновалась при этих словах в нашем теле: то была как бы речь весны к старым винным бочкам.
Когда мечи перебегали скользя по мечам, словно в красных крапинах змеи, тогда любо было жить нашим предкам: всякое солнце мира казалось им блеклым и мерклым, долгий же мир вгонял в стыд.
Как вздыхали они, наши предки, когда видели на стене бликометные высохшие мечи! Подобно им жаждали они войны. Ибо меч хочет упиться кровью и сверкает от алкания».------
— Пока короли так пылко беседовали и болтали о счастье своих предков, нашла на Заратустру немалая охота подтрунить над их пылом: ибо ясно было, что самых миролюбивых королей видел он перед собой, королей с такими старыми и тонкими лицами. Но он пересилил себя. «Добро, — сказал он, — туда ведет дорога, там находится берлога Заратустры; и пусть у этого дня будет долгий вечер! Теперь же меня спешно отзывает от вас крик в беде.
Это честь для моей берлоги, если короли согласны в ней сидеть и ждать: впрочем, ждать вам придется долго!
И пускай! Что за беда! Где лучше учатся сегодня ждать, как не при дворах? И вся добродетель королей, какая еще осталась у них, — не называется ли она сегодня умением ждать?»
Так говорил Заратустра.
*
Кровососная пиявка
И шел Заратустра задумчиво, все удаляясь вглубь, все лесами и мимо топей-трясин; и, как это случается с каждым, кто продумывает трудные мысли, наступил он при этом нечаянно на человека. И гляди, как брызнут вдруг ему разом в лицо крик боли, и два проклятья, и двадцать прескверных ругательств: так что с испуга он даже палку занес и еще прибил того, на кого наступил. Но тотчас опомнился он; и сердце его засмеялось над нелепостью, которую он сейчас совершил.
«Прости, — сказал он попавшему под ноги, когда тот в ярости приподнялся и сел, — прости и прими от меня прежде всего некую притчу.
Как странник, мечтающий о чем-то далеком, натыкается нечаянно в уединенной улице на спящую собаку, на собаку, которая греется на солнце:
— как тут они оба вскакивают и наскакивают друг на друга, словно два смертельных врага, эти двое насмерть перепуганные: так случилось и с нами.
И однако! однако немного нужно было, чтобы они приласкали друг друга, эта собака и этот одинокий человек! Ведь оба они — одинокие!»
— «Кто бы ты ни был, — сказал все еще в ярости попавшийся под ноги, — ты и притчей своей подступил слишком близко ко мне, а не только ногой!
Вглядись, разве я собака?» — и при этом сидевший поднялся и вытащил из болота обнаженную руку. Ибо до этого лежал он плашмя на земле, неприметный, незримый, подобно тем, кто подстерегает болотную дичь.
«Да что ты тут делаешь! — воскликнул в испуге Заратустра, ибо заметил, что по обнаженной руке густо стекала кровь. — Что случилось с тобой? Не укусило ли тебя, горемычный, зловредное животное?»
Истекающий кровью засмеялся, но все еще в сердцах. «Тебе-то какое дело! — сказал он и собрался'было уходить. — Здесь я у себя дома и в своих пределах. Пусть кто угодно спрашивает меня: но всякому остолопу вряд ли стану я отвечать».
«Ты заблуждаешься, — сказал Заратустра сердобольно и крепко ухватил его, — ты заблуждаешься: здесь ты не у себя, а в моем царстве, и здесь у меня ни с кем не должна приключиться беда.
Называй меня, пожалуй, как тебе угодно, — я тот, кем быть я должен. Сам же я называю себя Заратустрой.
Добро! туда наверх идет дорога к берлоге Заратустры: тут не далеко — не хочешь ли ты у меня залечить свои раны?
Плохо приходилось тебе, горемычный, в этой жизни: сперва укусило тебя животное, а затем — затем на тебя наступил человек!»------
Но когда попавший под ноги услыхал имя Заратустры, весь он преобразился. «Что же со мной! — воскликнул он, — кто же еще занимает меня в этой жизни, как не этот единственный человек, Заратустра, и это единственное животное, которое питается кровью, кровососная пиявка?
Пиявки ради лежал я у этого болота, подобно, рыбаку, и моя опущенная рука была уже десять раз укушена, как вдруг еще куда более прекрасная пиявка кусает меня, взыскуя крови моей, сам Заратустра!
О счастье! О чудо! Благословен этот день, завлекший меня в это болото! Благословенна наилучшая, наи-живучая кровососная банка из всех, какие только ныне живут, благословенна великая пиявка совести Заратустра!» —
Так говорил попавший под ноги; и Заратустра радовался его словам и их тонкому почтительному способу выражения. «Кто ты? — спросил он и подал ему руку. — Между нами многое надо выяснить и выявить: но уже наступает, кажется, светлый, ясный день».
«Я совестливый духом, — отвечал спрошенный, — ив делах духа вряд ли кто другой будет строже, уже и тверже меня, исключая того, от кого я этому научился, самого Заратустры.
Лучше ничего не знать, чем знать многое наполовину! Лучше быть глупцом за свой страх, чем мудрым по чужой указке! Я — доискиваюсь основания:
— что с того, велико оно или мало? Называется ли оно болотом или небом? Пяди основания для меня достаточно: если оно действительно основание и почва!
— пяди основания: на нем можно стоять. В истинном знании — наукознании-совести нет ничего великого и ничего малого».
«Так ты, быть может, пиявковед? — спросил Заратустра, — и ты прослеживаешь пиявку до последних оснований, о совестливый?»
«О, Заратустра, — отвечал попавший под ноги, — это было бы чем-то чудовищным, как осмелился бы я дерзнуть на такое!
Но я, действительно, науковед и знаток — по части мозга пиявки: — это мой мир!
Да, это мир! Но прости, что здесь заговорила во мне гордость, ибо здесь нет мне равного. Потому и сказал я: «Здесь я у себя дома».
О, как долго прослеживаю я это единственное, мозг пиявки, чтобы скользкая истина не ускользнула уже здесь от меня! Здесь м ое царство!
— ради него отбросил я все прочее прочь, ради него все прочее стало для меня безразличным; и вплотную рядом с моим знанием покоится мое черное незнание.
Самосознание — совестливость моего духа требует от меня, чтобы одно я знал, а все прочее не знал: меня воротит от всех половинчатых духом, от всех туманных, вознесенных, мечтательных.
Где кончается моя честность, там я слеп и хочу быть слепым. Но где я хочу знать, там-то хочу я быть и честным, то есть твердым, строгим, узким, жестким, непреклонным.
Однажды т ы говорил, о Заратустра: «Дух есть жизнь, которая сама режет по живому», и вот это влекло и завлекло меня к твоему учению. И впрямь, собственной кровью умножал я собственное знание!»
— «Как доказывает сама очевидность», — перебил его Заратустра, ибо кровь все еще стекала по обнаженной руке совестливого. По меньшей мере десять пиявок впились в нее.
«О ты, диковинный попутчик, сколь многое доказывает мне сейчас эта очевидность — ты же сам! И, быть может, не все следовало бы мне вливать в твои строгие уши!
Добро! Так расстанемся здесь! Но мне хотелось бы вновь с тобой встретиться. Туда наверх ведет дорога к моей берлоге: сегодня на ночь будь ты у меня дорогим гостем!
Хотелось бы мне загладить также и вину перед твоим телом, когда Заратустра наступил на тебя ногами. Об этом я подумаю. А сейчас меня спешно отзывает крик в беде».
Так говорил Заратустра.
Кудесник
Когда же Заратустра обогнул скалу, увидел он, неподалеку чуть ниже, на той же дороге, человека, который дергался всем телом как бесноватый и наконец повергся животом на землю. «Стой! — проговорил Заратустра своему сердцу, — тот человек, должно быть, высший человек, от него исходил тот горестный крик в беде, — пойду, посмотрю, нельзя ли ему чем помочь». Когда же он подбежал к месту, где на земле лежал человек, он увидел дрожащего старика с застывшим взором; и как ни старался Заратустра поднять его и снова поставить на ноги, все было тщетно. Казалось, несчастный и не замечал, что кто-то хлопочет над ним; напротив, он непрестанно озирался, с трогательными жестами, как человек всеми на свете покинутый и сам покинувший свет. В конце концов, после длительного дрожания, подергивания и корчей, начал он так сетовать:
Кому согреть, кому любить меня?
О, дайте жар ладоней!
О, дайте жаровни сердца!
В страхе, простертый,
Как полутруп,
Которому обогревают ноги, —
В горячке, ах! в ознобе незнакомом, Дрожа от льдистых-острых стрел мороза, Тобой гонимый, мысль!
Безыменный! Сокрытый! Зловеще-жуткий!
Ты, из-за туч охотник!
Ты, глаз-насмешник, из мрака соглядатай: — Так лежу я,
Верчусь и корчусь я,
Терзаем муками ада, Пронзенный
Тобою, грозный охотник, Ты, незнакомый — бог!
Так глубже!
Еще раз глубже!
Язви, пронзи мне сердце!
К чему же муки
От тупозубья стрел?
Что вновь глядишь ты,
Мук человечьих алча,
Злорадным молнеоким взором бога?
Убить? — так нет же!
Лишь мучить, мучить!
К чему же мучить
Меня, злорадный незнакомый бог?
А-ах! Ко мне тайком?
В такую полночь, ты, Зачем? скажи!
Что давишь? душишь? — А! — слишком близко!
Прочь! Прочь!
Ты вздох мой слышишь, Подслушиваешь сердце, Ты, злозавистливый, —
К чему же эта зависть?
Прочь! Прочь! И лестница к чему? Ты хочешь в сердце,
Внутрь, —
Проникнуть, в ту затаенность Моих дум проникнуть?
Бесстыдный! Незнакомый — вор! Скажи, что хочешь выкрасть? Скажи, что хочешь выведать? Скажи, что хочешь вымучить,
Мучитель-кат!
Ты — бог-палач!
Иль мне, как псу, у ног твоих
Валяться, ластясь?
Себя отдав, в восторге вне себя
Тебе — любовно завилять?
Тщетно! Жаль дальше,
Грозное жало! Нет,
Не пес — лишь дичь тебе я,
Свирепый охотник!
Твой самый гордый пленник,
Ты, из-за туч разбойник!
Так выскажи!
Что хочешь, ты, грабитель при дороге?
Ты, скрытый в молньях! Незнакомый! Что?
Так выскажи, мне незнакомый бог!------
Как? выкупа?
Какой же выкуп дать?
Будь спросом щедр — так гордость мнит моя И речью скуп — так мнит другая гордость! А-ах!
Меня — ты алчешь? да?
Меня — всего?
А-ах!
И мучаешь, глупец, — мою
Замучиваешь гордость —
О дай любовь — кому согреть?
Любить меня? — Дай жар ладоней,
Дай мне жаровни сердца,
Мне, одинокому,
Дай лед, ах! — семикратный лед
Тоску рождает,
По врагам тоску, Дай, сдайся, да!
О, грозный враг, Ты — мне!--
Ушел!
Ах, сам бежал он,
Единственный, последний
Мой спутник и товарищ,
Мой мощный враг,
Мой незнакомец,
Мой бог-палач! —
— Нет! Возвратись
Со всеми муками!
К последнему из одиноких,
О, возвратись!
Ах, слез ручьи мои вослед бегут
К тебе бегом!
И тот последний сердца пламень —
К тебе огнем!
О, возвратись!
Мой незнакомый бог! Ты боль! Ты счастье — Мое последнее!
2
— Но здесь Заратустра не мог себя далее сдерживать, поднял свою палку и что есть сил стал колотить ею сетующего. «Прекрати! — закричал он ему со злобным смехом, — прекрати, ты, комедиант! Ты, фальшивомонетчик! Ты, врожденный лжец! Я узнаю тебя!
Уж отогрею я тебе ноги, ты, скверный кудесник, таким, как ты, мастер я всыпать горячих!»
— «Оставь, — сказал старик и вскочил с земли, — не бей больше, о Заратустра! Я ведь только представлялся!
Таковы обычные приемы моего искусства; тебя самого хотел я поставить на пробу, давая тебе этот пробный спектакль! И впрямь, ты раскусил меня!
Но и ты — крепко дал мне себя попробовать: тверд ты, мудрый Заратустра! Твердо бьешь ты своими «истинами», твоя дубинка добилась от меня — этой истины!»
— «Не льсти, — отвечал Заратустра, все еще возбужденный и мрачно взирая на него, — ты, врожденный комедиант! Ты лжив: что ты там толкуешь об — истине!
Ты павлин из павлинов, море тщеславия, что ты там разыгрывал передо мной, ты, скверный кудесник, в кого должен был я поверить, когда ты сетовал, напялив на себя эту личину?»
«Кающегося духом, — сказал старик, — его представлял я: ты сам некогда изобрел это слово —
— поэта и кудесника, который обращает, наконец, свой дух против самого себя, преображенного, который замерзает от своего дурного знания и самосознания, от своей совести.
И согласись: понадобилось немало времени, о Заратустра, пока ты проник в мое искусство и ложь! Ты верил в мою беду, когда поддерживал мне голову обеими руками, —
— я слышал, как ты сетовал: «Его слишком мало любили, слишком мало любили!» То, что я тебя так ловко обморочил, от этого ликовала внутри меня моя злоба».
«Ты обморочивал людей и похитрей моего, — жестко сказал Заратустра. — Я себя не оберегаю от обормотов-обманщиков, я должен быть неосторожным: так хочет мой жребий.
Ты же — должен морочить: настолько-то я тебя знаю! Ты всегда должен быть дву-, тре-, четыре- и даже пятисмысленным! И то, в чем ты сейчас сознался, было для меня далеко не достаточно правдивым и не достаточно лживым!
Ты скверный фальшивомонетчик, как мог ты поступить иначе? Ты даже свою болезнь нарумянил бы, если бы показался своему врачу голым.
Так нарумянил ты только сейчас предо мною свою ложь, когда говорил: «я ведь только представлялся!» Во всем этом было и нечто серьезное,ты сам нечто вроде кающегося духом!
Да, я-то разгадываю тебя: ты для всех сумел стать кудесником, но для себя не осталось у тебя больше ни лукавства, ни лжи — сам ты для себя не кудесник!
Ты пожинал отвращение, как свою единственную истину. Ни одного непритворного слова не дождаться от тебя, но твой рот: именно твое отвращение прилипло к твоему рту».------
— «Да кто же ты? — закричал тут непокорливым голосом старый кудесник, — кто смеет так говорить со мной, величайшим среди всех ныне живущих?» — и зеленая молния сверкнула из его глаз на Заратустру. Но мгновенно преобразился он и сказал печально:
«О, Заратустра, я устал, меня воротит от моего ку-десничества, я не велик, что мне притворяться! Но — тебе это хорошо известно — я искал величия!
Великого человека хотел я представлять и многих убедил в этом: но эта ложь была свыше моих сил. Об нее сокрушаюсь я.
О, Заратустра, все во мне ложь; но то, что я сокрушаюсь, это мое крушение — оно подлинно!» —
«Тебе делает честь, — проговорил угрюмо, глядя в сторону, Заратустра, — тебе делает честь, что ты искал величия, но это же и выдает тебя. Ты не велик.
Ты скверный старый кудесник, этой есть твое наилучшее и самое честное, и это я чту в тебе — то, что ты устал от самого себя и сказал: «Я не велик».
Я тебя чту как кающегося духом: и пусть то как вспых, как вскрик, но этот единый миг был бы — искренним.
Но скажи, что ищешь ты здесь среди моих лесов и скал? И когда ты лег ради меня поперек дороги, чего ради хотел ты меня испробовать? —
— в чем искушал ты меня?» —
Так говорил Заратустра, и глаза его метали искры. Старый кудесник минуту, другую молчал, затем он сказал: «Я искушал тебя? Я — я только искусно ищу.
О, Заратустра, я ищу искреннего, истинного, простого, прямого, немудреного, я ищу человека честнейшей честности, сосуд мудрости, праведника познания, великого человека!
Разве ты не знаешь, о Заратустра! Я ищу Заратустру».
— И здесь воцарилось долгое молчание между ними; Заратустра же глубоко погрузился в себя, так что даже закрыл глаза. Но затем, возвращаясь к своему собеседнику, схватил он кудесника за руку и сказал, исполненный любезности и лукавства:
«Добро! Туда наверх ведет дорога, там берлога Заратустры. В ней можешь ты искать, кого хотел бы найти.
И попроси совета у моих зверей, у моего орла и моей змеи: пусть помогут они тебе искать. А берлога моя обширна.
Впрочем, ия — я не встречал еще ни разу великого человека. Для великого даже око утонченнейших сегодня грубо. Теперь царство черни.
Немало уже встречал я таких, которые тянулись И надувались, а народ кричал: «Смотрите, вот великий человек!» Но что толку во всех раздувальных мехах! В конце концов оттуда вырвется залпом воздух.
В конце концов лопнет лягушка, которая слишком долго надувалась: тогда-то и вырвется залпом воздух. Ткнуть в брюхо раздутому — вот славная забава. Запомните же это, мальчики!
Сегодня день черни: и кто там знает, что велико, что мало! Кто там счастливо домогался величия! Только дурак: дуракам счастье.
Ты ищешь великих людей, ты, диковинный дурак? Кто научил тебя этому? Время ли сегодня для такого дела? О ты, скверный искатель, что искательно искушаешь ты меня?»------
Так говорил Заратустра, утешенный сердцем, и пошел смеясь своей дорогой.
Безработный папа
Немного погодя, после того как Заратустра отделался от кудесника, увидел он снова неизвестного, сидящего при дороге, по которой он шел, а именно черного длинного человека с сухощавым бледным лицом: человек этот крайне раздосадовал его. «Горе, — молвил он своему сердцу, — вот сидит омумленное уныние, оно, думается мне, из породы жрецов: что нужно им в моем царстве?
Как! Едва убежал я от того кудесника: и уже другой чернокнижник перебегает мне дорогу, —
— какой-нибудь бесовских дел мастер с руконало-жением, темный чудотворец божьей милостью, миропомазанный клеветник на мир, чтобы его черт побрал!
Но черт никогда не бывает на месте, где ему как раз место: всегда приходит он слишком поздно, этот проклятый карлик и колченожка!» —
Так чертыхался Заратустра в сердце своем и подумывал, как бы это ему, глядя в сторону, прошмыгнуть мимо черного человека: а смотри, вышло по-иному. Ибо в это мгновение сидевший заметил его и, несколько напоминая собой человека, на которого свалилось негаданное счастье, вскочил и двинулся прямо на Заратустру.
«Кто бы ты ни был, странник, — сказал он, — помоги заблудившемуся, помоги ищущему, старому человеку, с которым легко может здесь приключиться беда!
Здешний мир мне далек и чужд, часто слышался мне и вой диких зверей; а того, что мог бы мне дать убежище, самого уже нет в живых.
Я искал последнего благочестивого человека, святого и отшельника, единственного, кто в своем лесу ничего еще не слыхал о том, о чем знает сегодня весь свет».
«О чем же это знает сегодня весь свет? — спросил Заратустра. — Не о том ли, что уже нет в живых старого бога, в которого некогда верил весь свет?»
«Ты говоришь, — отвечал старый человек уныло. — И я служил этому старому богу до его последнего часа.
Теперь же я безработный, лишен господина, и все ж не свободен, ни мгновенья радости нет у меня, разве только в воспоминаниях.
Потому и поднялся я на эти горы, чтобы устроить себе, наконец, праздник, как оно подобает старому папе и отцу церкви: знай, я — последний папа! — праздник благочестивых воспоминаний и богослужений.
Но, увы, сам он мертв, этот благочестивейший человек, тот святой в лесу, который постоянно славословил своего бога пением и бурчанием.
Его самого уже не нашел я, когда нашел его лачугу, — зато нашел там двух волков, которые с воем оплакивали его смерть, — ибо все звери любили его. Тогда я убежал.
Так неужели напрасно вступил я в эти леса и горы? Тогда решило мое сердце, чтобы я искал другого, наиблагочестивейшего из неверующих в бога, — чтобы я искал Заратустру!»
Так говорил старец и острым взглядом пронизал того, кто стоял перед ним; Заратустра же схватил руку старого папы и долго рассматривал ее с удивлением.
«Смотри-ка ты, досточтимый, — сказал он тогда, — что за красивая и длинная рука! Рука человека, который привык раздавать благословения. Ныне же она крепко держит того, кого ты ищешь, — меня, Заратустру.
Это я, безбожник Заратустра, говорю тебе; кто же больший безбожник, чем я, чтобы я радовался его наставлению?» —
Так говорил Заратустра и впивался глазами в мысли и задние мысли старого папы. Наконец, тот заговорил:
«Кто его больше всех любил и им владел, тот его больше всех и утратил —:
— смотри, сам я, кажется, из нас двоих ныне больший безбожник! Но кому от этого радость!» —
— «Ты служил ему до конца, — спросил задумчиво Заратустра после глубокого молчания, — ты знаешь, как он умер? Правда ли, как гласит молва, будто его удушило сострадание,
— будто он видел, как человек повис на кресте, и не вынес этого, будто любовь к человеку стала его адом и, в конце концов, его смертью?»------
Но старый папа не отвечал, — он дико глядел куда-то в сторону, с каким-то тоскливо-скорбным и угрюмым выражением лица.
«Туда ему и дорога, — сказал Заратустра после долгого раздумия, все еще глядя упорно старому человеку в глаза. —
Туда ему и дорога, — он приказал долго жить. И хотя это и делает тебе честь, что ты поминаешь этого мертвеца только одним хорошим, но ты знаешь так же хорошо, как ия, кем он был; и что он шел диковинными путями».
«Говоря с глазу на два, — сказал, повеселев, старый папа (он был слеп на один глаз), — в делах божьих я просвещеннее даже самого Заратустры — да таковым вправе и быть.
Моя любовь служила ему долгие годы, моя воля неизменно следовала его велениям. Добрый же слуга знает все, и даже те вещи, какие сам господин от себя скрывает.
Он был скрытным богом, исполненным таинственности. Впрямь, даже сына обрел он не иначе, как тайным путем. У двери его веры стоит прелюбодеяние.
Кто славословит его как бога любви, недостаточно высоко мыслит самую любовь. Разве не хотел этот бог быть также и судьей? Но любящий любит по ту сторону награды и воздаяния.
Когда он был юн, этот бог с востока, тогда он был жесток и мстителен и воздвиг себе ад на утеху своим любимцам.
Но наконец стал он стар, и мягок, и дрябл, и сострадателен, скорее похожим на дедушку, чем на отца, а больше всего похожим на старенькую бабушку-ковыля-лочку.
И вот сидел он, дряхлый, у себя на запечье, тужил о своих слабых ногах, усталый от мира, усталый от воли, и задохнулся в один прекрасный день от своего непомерно великого сострадания».------
«Скажи, старый папа, — вставил здесь Заратустру — ты это видел собственными глазами? Пожалуй' все могло быть и так; так, ной иначе. Когда боги у1*' рают, они умирают всегда всяческими смертями.
Впрочем, ладно! Так или этак, и так и этак — он приказал долго жить! Он претил моему слуху и зрению, худшим не хотел бы я помянуть покойника.
Я люблю все, что ясно глядит и честно говорит. Но он-то — тебе ль этого не знать, старый жрец, — в нем было нечто от твоей породы, от породы жрецов, — он был многомыслен.
Но он был и бессмыслен: что гневался он на нас, этот гневопыхатель, за то, что мы плохо его понимаем! Но почему же не высказывался он отчетливее?
И если виной этому наши уши, почему дал он нам уши, которые его плохо слышали? Грязь была в наших ушах, добро! Но кто ее туда вложил?
Слишком многое не удавалось ему, этому недоучившемуся горшечнику! Но когда он мстил своим горшкам и тварям за то, что те плохо ему удались, — то был грех против хорош его вкуса.
И в благочестии есть хороший вкус: этот вкус сказал наконец: «К черту такого, бога! Лучше вовсе без бога, лучше за свой страх ковать свою судьбу, лучше быть дураком, лучше самому быть богом!»
— «Что я слышу! — сказал старый папа, навострив уши; о Заратустра, ты благочестивее, чем тебе самому это верится при таком безверии! Неведомый бог в тебе обратил тебя к твоему безверию.
Не само ли благочестие твое вынуждает тебя больше не верить в бога? И твоя чрезмерная честность уведет тебя еще по ту сторону добра и зла!
Посмотри-ка, что осталось у тебя про запас? У тебя есть глаза, и руки, и рот, они от вечности предназначены для благословения. Благословляют не только рукой.
Вблизи тебя, хотя ты и хочешь быть безбожнее всех безбожников, я чую таинственное благоухание святости и благости от долгих благословений: и мне становится при этом и благостно и грустно.
Позволь мне быть твоим гостем, о Заратустра, на од-ну-единственную ночь! Нигде на земле не будет мне теперь так благостно, как у тебя!» —
«Аминь! Да будет так! — сказал Заратустра с великим удивлением, — туда наверх ведет дорога, там берлога Заратустры.
Поистине охотно проводил бы я тебя туда сам, ты, достопочтенный, ибо я люблю всех благочестивы*. Но сейчас спешно отзывает меня от тебя крик в беде.
В моих владениях никто не должен попасть в беду; моя берлога добрая гавань. И всего Приятнее для меня любого печальника вновь поставить на твердую землю и твердо на ноги.
Но кто снимет с твоих плеч твою тоску? Для этого я слишком слаб. Впрямь, долго пришлось бы нам ждать, пока кто-нибудь вновь не пробудит для тебя твоего бога.
Ибо этот старый бог не живет больше: он основательно мертв». —
Так говорил Заратустра.
Урод из уродов человеческих
— И вновь бежали ноги Заратустры по горам и лесам, а глаза его все искали да искали, но нигде не было видно того, кого они увидеть хотели: терпящего беду великую и взывающего в беде о помощи. Но всю дорогу ликовал он в сердце своем и был полон благодарности. «Сколько хорошего, проговорил он, — подарил мне все же этот день в вознаграждение, что он так худо начался! Каких редкостных собеседников нашел я!
Долго буду я Пережевывать их слова, точно добрые Зерна; мелко размелет и раздробит их мой зуб, пока они не потекут в душу ко мне молоком!» —
Когда же дорога снова обогнула скалу, сразу изменился ландшафт, и Заратустра вступил в царство смерти. Кругом громоздились черные и красные утесы: ни травы, ни дерев, ни птичьего голоса. То была долина, которую избегали все звери, даже хищники; только одна порода уродливых, толстых, зеленых змей приползала сюда умирать под старость. Потому и назвали пастухи эту долину: Змеиная Смерть.
Заратустра же погрузился в темное воспоминание; казалось ему, будто однажды он уже стоял в этой долине. И много тяжелого легло ему на душу: так что он тихо шел, и все тише и тише, и под конец замер на месте. Но тут, чуть открыл он глаза, увидел он нечто, сидевшее при дороге, по образу и подобию будто человек, но и едва ли человек, нечто невыговариваемое. И разом напал на Заратустру великий стыд, что он нечто подобное мог лицезреть своими глазами: покраснев до самого корня белых волос, отвел он взор и поднял было ногу, чтобы покинуть это недоброе место. Но вдруг в мертвенной пустыне родился звук: от самой земли прорывался он, клокоча и хрипя, как хрипит и клокочет ночью вода, прорываясь сквозь засоренные водопроводные трубы; но в конце концов возник из этого человеческий голос и человеческая речь: — она гласила так:
«Заратустра! Заратустра! Разгадай-ка мою загадку! Говори! Говори! Что такое месть свидетелю?
Я маню тебя вспять, вернись, здесь скользкий лед! Берегись, берегись, как бы гордость твоя не сломала здесь себе ног!
Ты мнишь себя мудрым, ты, гордый Заратустра! Так разгадай же задачу, о жестокий дробитель орехов, — разгадай загадку, которая есмь я! Так говори же: кто я!»
— Но когда Заратустра услышал эти слова, — что, думаете вы, пережил он в душе? С острадание напало на него; и он внезапно повалился наземь, как дуб, который долго сопротивлялся многим лесорубам, — тяжело, неожиданно, к испугу даже тех, кто хотел его срубить, Но вот он снова поднялся с земли, и лицо его отвердело.
«Да, я узнаю тебя, проговорил он медным голосом, ты убийца бога! Отпусти меня.
Ты не вынес того, кто видел тебя, — кто всегда видел тебя насквозь, о урод из уродов человеческих! Ты отомстил этому свидетелю!»
Так говорил Заратустра и хотел бежать прочь; но не-выговариваемый ухватил его за полу одежды и стал опять клокотать и искать слова. «Останься! — выговорил он наконец, —
— останься! Не проходи мимо! Я угадал, какая секира повергла тебя наземь: слава тебе, о Заратустра, что ты вновь на ногах!
Ты угадал, мне ли не знать, каково тому, кто его убил, — убийце бога. Останься! Присядь рядом со мной, это шаг не напрасный.
К кому порывался я, как не к тебе? Останься, сядь! Но на меня не гляди! Сумей почтить мое уродство!
Они преследуют меня: ныне т ы мое последнее прибежище. Н е своею ненавистью, н е своими сыщиками: — о, над таким преследованием посмеялся бы я и был бы горд и весел!
Не следовал ли всегда успех по пятам всех хорошо преследуемых? Кто хорошо преследует, легко научится и следовать: — раз уж он идет — по пятам! Но их сострадание —
— их сострадание — вот от чего я бегу и прибегаю к тебе. О, Заратустра, защити меня, ты мое последнее прибежище, ты единственный, кто меня разгадал:
— ты угадал, каково тому, кто его убил. Останься! А коль хочешь идти, о нетерпеливый, — не иди путем, которым шел я. Э то путь плохой.
Ты досадуешь, что я так долго каверзни языком коверкаю? Что уже тебе советы даю? Но знай, я тот урод из уродов человеческих,
— у которого к тому же самые большие, самые тяжелые ноги. Где я прошел, там путь плох. Я все пути истаптываю на смерть и позор.
Но что ты прошел мимо меня молча, что ты покраснел, я это заметил: по этому признал я в тебе ЗаратустРУ*
Всякий другой кинул бы мне милостыню, свое сострадание, взглядом и словом. Но для этого — я не настолько нищ, вот что ты угадал —
— для этого я слишком богат, богат великим, страшным, безобразно-уродливым, невыговариваемым! Твой стыд, о Заратустра, почтил меня!
В язвах с трудом выбрался я из великой толпы сострадательных, — чтобы найти того единственного, который сегодня учит: «Сострадание нагло», — тебя, о Заратустра!
— будь то сострадание бога, будь то сострадание человека: сострадание враждебно стыду. И не хотеть помочь может быть благороднее, чем та добродетель, которая припрыгивает на помощь.
Вот что, однако, называется сегодня добродетелью даже у всех маленьких людей — сострадание: нет у них благоговения перед великим несчастием, перед великим уродством, перед великой неудачей.
Поверх всей этой шатии скользит мой глаз, как глаз собаки поверх спин кишмя кишащих овечьих стад. Все они маленькие, доброшерстные, доброжелательные серенькие людишки.
Как цапля пренебрежительно скользит глазом поверх мелководных прудов с откинутой головою — так скользит мой глаз поверх всего кишения сереньких маленьких волн, и воль, и душ.
Куда как долго признавали за ними право, за этими маленькими людишками: потому признали за ними наконец и власть — и вот учат они: «Только то есть добро, что одобряют маленькие люди».
И «истиной» называется сегодня то, о чем говорил проповедник, сам выходец из их среды, тот удивительный святой и заступник маленьких людей, который свидетельствовал о себе: «Я есмь истина».
Этот нескромный уже давно позволяет маленьким людям петушиться, — он, учивший немалому заблуждению, когда учил: «Я есмь истина».
Был ли когда-либо нескромному дан более вежливый ответ? — Ты же, о Заратустра, прошел мимо него, повторяя: «Нет! Нет! Трижды нет!»
Ты предостерегал от его заблуждения, ты первый предостерегал от сострадания — не всех, не каждого, а себя и сродных тебе.
Ты стыдишься стыда великого страдальца, и впрямь, когда ты говоришь: «От сострадания находит на нас великая туча, — берегись, вы, люди!»
— когда ты учишь: «Все созидатели тверды, всякая великая любовь куда выше своего сострадания»: о Заратустра, как хорошо, по-видимому, вышколил ты себя распознавать знаменья погоды!
Но и ты сам — предостереги же и самого себя от своего сострадания! Ибо многие уже на пути к тебе, многие терпят страдания, сомнения, отчаяние, многие утопающие, многие замерзающие —
Я предостерегаю тебя также и от меня. Ты разгадав мою лучшую, худшую загадку, меня самого и то, что # совершил. Я знаю секиру, которая тебя подсечет.
Но он — должен был умереть: он видел глазам^» которое видели всё, — он видел глубины и основанИ человека, весь его скрытый позор и уродство.
Его сострадание не знало стыда: он заползал в мои самые грязные закоулки. Этот любопытнейший из любопытных, сверхназойливый, сверхсострадательный должен был умереть.
Он всегда видел меня: такому свидетелю хотел я отомстить — или же вовсе не жить.
Бог, который видел все, даже человека: этот бог должен был умереть! Человеку не стерпеть, чтобы такой свидетель жил».
Так говорил урод из уродов человеческих. Заратустра же встал и собрался было уходить, ибо его пробирало ознобом до самого сердца.
«Ты невыговариваемый, — сказал он, — ты предостерег меня от своего пути. В благодарность за это я предлагаю тебе мой путь. Взгляни, там наверху берлога Заратустры.
Моя берлога обширна, и глубока, и богата углами; там самый скрытый найдет где укрыться. И вплотную к ней примыкают сотни норок и щелок для ползающих, порхающих и прыгающих зверюшек.
Ты отверженный, ты сам себя отвергший, ты не хочешь жить среди людей и людского сострадания? Добро, так поступай, как я! Тогда научишься ты от меня; только поступки учат.
И поговори прежде всего и немедля с моими зверями! Прегордый зверь и премудрый зверь — они были бы, пожалуй, для нас обоих истинными советниками!» —
Так говорил Заратустра и пошел своими путями, еще задумчивее, еще медленнее, чем прежде; ибо о многом спрашивал он себя и не находил скорого ответа.
«О, как беден, однако, человек! — подумал он в сердце своем, — как уродлив он, как хрипит он, как полон скрытого стыда!
Мне говорят: человек любит самого себя: ахг как велико должно быть это самолюбие! Как много презрения противостоит ему!
Да, и вот этот любил себя, в той мере, в какой презирал себя, — великий любвеобилец он для меня и великий презритель.
Еще не встречал я другого, кто бы глубже презирал себя: и это высота. Горе, быть может, о н был тот высший человек, чей крик я слышал?
Я люблю великих презирателей. Но человек есть нечто, что должно преодолеть».------
Добровольный нищий
Когда Заратустра покинул урода из уродов человеческих, стало ему холодно и он почувствовал себя одиноким: так много холрдного и одинокого пробежало у него в мыслях, что даже члены тела его от этого похолодели. Между тем, пока он забирался все дальше и дальше, идя то вверх, то вниз, то мимо пастбищ зеленых, то по диким каменистым руслам, где когда-то нетерпеливый ручей находил себе ложе: стало ему вновь как-то сразу теплее и радостнее на сердце.
«Не пойму: что со мной? — спросил он себя, — что-то теплое и живое подкрепляет мне силы, оно должно быть тут, поблизости от меня.
Уже я не так одинок; неведомые спутники и братья бродят вокруг меня, их теплое дыхание веет мне в душу».
Когда же он стал озираться в поисках утешителей своего одиночества: смотри, ими оказались коровы, которые стояли скучившись на пригорке; их близость и запах согревали сердце ему. Но эти коровы, казалось, прислушивались к кому-то ораторствующему и не обращали внимания, кто это к ним подходит. Но чуть Заратустра очутился совсем уже близко от них, услышал он явственно человеческий голос, ораторствующий из самой середины коров; и, видимо, они всем стадом повернули головы в сторону ораторствующего.
Тогда Заратустра стремглав кинулся наверх и растолкал животных, ибо он опасался, что здесь с кем-нибудь приключилась беда, которой едва ли поможет сострадание коров. Но тут-то он и ошибся; что за притча! перед ним сидел на земле человек и, казалось, всячески убеждал животных ни в какой мере его не бояться, миролюбивый человек и нагорный проповедник, из глубины глаз которого проповедовала сама доброта. «Что ищешь ты здесь?» — воскликнул Заратустра удивленно.
«Что я здесь ищу? — отвечал тот. — Того же, чего ищешь и ты, возмутитель покоя! Я ищу счастья на земле.
Этому хотелось бы мне научиться у этих коров. Поэтому, знаешь ли, вот уже половину утра, как я их убеждаю, и они только было собирались дать мне ответ. Зачем смущаешь ты их?
Если мы не обратимся и не станем как коровы, не войти нам в царство небесное. Одному следовало бы нам у них поучиться: пережевыванию.
И впрямь, если бы человек овладел всем миром и не научился одному — пережевыванию: что пользы! Он не избавился бы от своей скорби
— от своего великого уныния: оно сегодня называется отвращением. У кого сегодня сердце, рот и глаза не полны отвращения? И у тебя! И у тебя! Но взгляни только на этих коров!» —
Так говорил нагорный проповедник и перевел взор на Заратустру, — ибо до сих пор, не отрываясь, он с любовью глядел на коров — : и мгновенно преобразился
он. «Кто это, с кем это говорю я? — в испуге воскликнул он и вскочил на ноги.
Это он, человек свободный — от отвращения, это сам Заратустра, победитель великого отвращения, это око, это рот, это сердце самого Заратустры».
И, говоря так, целовал он у того, к кому обращался, руки, с глазами полными восторженных слез, и вел себя совершенно как имярек, которому неожиданно слетает с неба драгоценный дар и сокровище. Коровы же смотрели на все это и удивлялись.
«Не говори обо мне, ты, мой диковинный, ты, мой милый чудак! — сказал Заратустра, отмахиваясь от его нежности, — говори мне лучше о себе! Не ты ли тот добровольный нищий, который некогда отметнул от себя большое богатство, —
— который устыдился своего богатства и богачей и бежал к последним из бедняков, чтобы одарить их избытком своего сердца? Но они не приняли его».
«Но они не приняли меня, — сказал добровольный нищий, — тебе ли этого не знать! И вот пошел я, наконец, к зверям и к этим коровам».
«Там научился ты, — прервал Заратустра ораторствующего, — насколько труднее полностью давать, чем полностью принимать, и что умение дарить есть искусство и высшее, лукавейшее мастерство доброты».
«Особенно в наши дни, — отвечал добровольный нищий, — хотя бы сегодня, когда все низкое на взрыве восстания и глядит исподлобья и на свой лад высокомерно: на плебейский лад.
Ибо пришел час, тебе ли не знать, час великого, разрушительного, длительного восстания черни и рабов: оно все растет и растет!
Уже возмущает низких всякое благодеяние и мелкие подачки; и сверхбогачам надо быть настороже!
Кто сегодня, подобно пузатым бутылкам, по капле сочится из слишком узенькой шейки: — таким бутылкам сегодня охотно ломают шею.
Похотливая жадность, желчная зависть, затаенная мстительность, гордость черни: все эго бросилось мне в лицо. Уже не почитают за истину, будто блаженны нищие. Но царство небесное у коров».
А почему же оно не у богатых? — спросил испытующе Заратустра, отгоняя коров, которые с сопением доверчиво обнюхивали миролюбца.
«Что испытуешь меня? — отвечал он. — Ты знаешь это куда лучше меня. Что же толкнуло меня к последним из бедняков, о Заратустра? Не отвращение ли к нашим богачам?
— к каторжникам богатства, которые из всякого сора умеют извлечь для себя прибыль, с холодными глазами, похабными мыслями, к этой сволочи, от которой до самого неба вонь стоит,
— к этой раззолоченной пролгавшейся черни, чьими предками были карманники, или стервятники, или тряпичники, услужливые, покорливые, забывчивые с женщинами: — все они, так сказать, недалеко ушли от шлюх —
Чернь вверху, чернь внизу! Что значит сегодня «бедный» и «богатый»! Я разучился их различать, — и я кинулся бежать от них, все дальше и дальше, пока не пришел к этим коровам».
Так говорил миролюбец и при этом сам сопел и потел: так что коровы вторично удивились. А Заратустра с улыбкой смотрел ему все время в лицо, пока он так жестоко говорил, и при этом молча качал головой.
«Ты совершаешь над собой насилие, о нагорный проповедник, когда пользуешься такими жестокими словами. Для такой жестокости не приноровлены у тебя ни рот, ни глаза.
Не приноровлен, как мнится мне, и самый твой ж е-лудок: противны ему все эти негодование, и ненависть, и клокотанье. Твой желудок требует более нежной пищи: ты не из плотоядных.
Скорее, ты мнишься мне травоядным и собирателем кореньев. Быть может, ты жуешь зерна. Но несомненно ты не склонен к плотским радостям и любишь мед».
«Ты подлинно разгадал меня, — отвечал добровольный нищий с облегченным сердцем. — Я люблю мед и жую зерна, ибо я искал то, что приятно на вкус и делает дыхание чистым:
— а также и то, что требует немалого времени, — денного труда и дела для рта от кротких тунеядцев и бездельников.
Впрочем, больше всего в этом успели здешние коровы: они изобрели жвачку и лежание на солнце. Они воздерживаются и от всяких тяжелых мыслей, от которых сердце пучит».
— «Добро! — сказал Заратустра, — тебе бы не мешало также увидеть и моих зверей, моего орла и мою змею, — равных им не найти сегодня на земле.
Смотри, туда ведет дорога к моей берлоге: будь на эту ночь ее гостем. И поговори с моими зверями о счастье зверей, —
— пока я не вернусь домой. Сейчас меня спешно отзывает от тебя крик в беде. Также найдешь ты новый мед у меня, свежий как лед, сотовый златомед: ешь его!
А теперь попрощайся, не мешкая, со своими коровами, о мой диковинный, о мой милый чудак, как бы тяжко для тебя то ни было! Ибо они твои самые теплые друзья и учителя!» —
«— За исключением одного, который мне еще милее, — отвечал добровольный нищий. — Сам ты добр и лучше всякой коровы, о Заратустра!»
«Прочь, прочь, чтоб тебя! Ты нестерпимый льстец!
— закричал со злобой Заратустра, — что ты портишь меня такой похвалой и медом лести?»
«Прочь, прочь от меня!» — закричал он еще раз и поднял палку на нежного нищего: тот же стал улепетывать со всех ног.
Тень
Но только улепетнул от него добровольный нищий и Заратустра оказался вновь наедине с собой, как услышал он позади себя новый голос, который взывал: «Стой! Заратустра! Да погоди же! Ведь это я, о Заратустра, я, твоя тень!» Но Заратустра не стал ждать, до того внезапная досада овладела им из-за этой непрерывной сутолоки и толкотни у него в горах. «Где ты, мое одиночество! — проговорил он. —
Мне, впрямь, становится не под силу; этот горный кряж кишит народом, мое царство уже не от мира сего, мне нужны новые горы.
Моя тень зовет меня? Какое мне дело до моей тени! Пусть бежит она за мной по пятам! — я убегу от нее».
Так говорил Заратустра своему сердцу и пустился бежать. Но тот, кто был позади него, следовал за ним: так что теперь трое бегущих вдруг оказались друг за другом: впереди добровольный нищий, за ним Заратустра и третьим — последним — его тень. Не долго бежали они так, как осознал Заратустра всю свою глупость и одним рывком стряхнул с себя всякие нелады и досаду.
«Как!— говорил он, — не случались ли от века смехотворнейшие вещи с нами, старыми отшельниками и святыми?
Впрямь, до чего высоко выросла моя глупость в горах! И вот слышу я, как шесть старых дурацких ног топочут одна за другой!
Но вправе ли Заратустра бояться какой-то тени? Да мне, как ни как, кажется, что у нее ноги подлинней моих».
Так говорил Заратустра, смеясь глазами и всем нутром, остановился и вдруг быстро обернулся — и, что ж, он едва не свалил при этом свою преследовательницу-тень наземь: до того тесно вплотную следовала она за ним по пятам и до того была она слаба. Когда же он взял ее глазом на ощупь, испугался он, словно внезапно перед ним привидение выросло: до того худой, черной, тощей и отжившей выглядела его преследовательница.
«Кто ты? — спросил Заратустра резко, — чего ты тут снуешь? И почему называешь себя моей тенью? Ты мне не нравишься».
«Прости меня, — отвечала тень, — за то, что это я; и если я не нравлюсь тебе, тем лучше, о Заратустра! Хвала за это и тебе, и твоему хорошему вкусу.
Странник я, который уже немало побродил за тобой по пятам: неизменно в дороге, но без цели, без родного очага: так что впрямь, еще немного, и получится вечный жид, разве только что я не вечен и не жид.
Как? Неужели мне быть неизменно в дороге? Быть игрушкой ветров, неприкаянной, вечно гонимой? О зеМ' ля, ты для меня стала слишком круглой!
Нет той поверхности, где бы я не сидела; как устала пыль, засыпала я на зеркалах и на оконных стеклах: в<EM>се берут у меня, никто не дает, я становлюсь тонкой — </EM> почти похожу на тень.
Но за тобой, Заратустра, я носилась и тащилась додК ше всего, и если я пряталась порой от тебя, все же 6Ы^ я твоей преданной тенью: где ты только ни сидел, та*1 сидела и я.
С тобой бродила я по отдаленным из отдаленных, холодным из холодных миров, словно призрак, добровольно бегущий зимою по крышам и снегу.
С тобою устремлялась я ко всему запретному, осужденному, отдаленному: и если можно вообще во мне найти добродетель, так именно ту, что не страшен мне никакой запрет.
С тобой разбила я все, что любила сердцем, все столбы пограничные, все образы опрокинула я, за желаниями опаснейшими скользила я вслед — впрямь, по любым преступлениям проскальзывала я.
С тобой разучилась я вере в цену слов, и ценностей, и великих имен. Когда с черта спадает кожа, не отпадает ли и его имя? Оно тоже кожа. Быть может, сам черт — только кожа.
«Нет ничего истинного, все позволено»: — так внушала я себе. В самые холодные из холодных вод кидалась я с головой и сердцем. Ах, как часто стояла я поэтому голой, будто красный рак!
Ах, куда канули для меня все доброе, и весь стыд, и вся вера в добрых! Ах, где она, та залгавшаяся невинность, которой была я некогда богата, невинность добрых и их благородной лжи!
Слишком часто, поистине, следовала я по пятам истины: и вот стукнулись мы лбами. Порой думалось мне — я лгу, и что ж! тут-то и попадала я — в гвоздь истины.
Слишком многое прояснилось для меня: теперь нет мне ни до чего дела. Уже ничто не живет из того, что я люблю, — как могла бы я еще любить себя?
Жить на радость себе или вовсе не жить: так хочу я, так хочет этого и праведник. Но увы! — где для Меня еще на свете — радость?
Есть ли у меня — цель? Гавань, к которой бежит Мой парус?
Доброго ветра? Ах, только тот, кто знает, куда он держит путь, знает также, какой ветер добрый и попутный для него ветер.
Что же еще осталось у меня? Сердце усталое и мятежное; беспокойная воля; крыло без руля; хрустнувший хребет.
О это искание моего очага; о Заратустра, знаешь ли ты, что искание было моим наказанием, оно пожирает меня.
Где мой очаг? О нем спрашиваю я, его ищу и искала я — его не нашла я. О вечное везде, о вечное нигде, о вечное — “все тщетно!”»
Так говорила тень, и лицо Заратустры вытягивалось при ее словах. «Ты — моя тень! — сказал он наконец с грустью. —
Тебя опасность ждет немалая, о вольный дух и странник! Худой выдался тебе денек; гляди-ка, чтобы не выдался тебе еще худший вечер!
Таким, как ты, неприкаянным, покажется напоследок и тюрьма блаженством. Видела ли ты когда, как спят в тюрьме изловленные преступники? Они спят спокойно, они наслаждаются своей новой безопасностью.
Берегись, чтобы не уловила тебя под конец узкая вера, жестокий, упорный морок! Уже теперь обольщает и искушает тебя все, что узко и твердо.
Ты утратила цель; увы! как же отшутишься и отмучишься ты от сознания этой утраты? Вместе с целью — ты утратила и путь!
Ты моя бедная скиталица, сновидица, ты усталый мотылек! Не хочешь ли ты на этот вечер иметь отдых и кров? Так иди, поднимись к моей берлоге!
Туда наверх ведет тропа к моей берлоге. А сейчас дай-ка я опять от тебя поскорей убегу. Уже легла как бы тень на меня.
Один побегу я, чтобы снова вокруг меня стало светло. Ради этого долго еще придется мне бодро пребывать на ногах. Вечером же будут у меня — танцы!»------
Так говорил Заратустра.
В полдень
— И Заратустра все бежал да бежал и никого более не находил, и был он один и все вновь и вновь находил себя же, и наслаждался, и упивался своим одиночеством, и думал о хороших вещах — долгими часами. Но в час полдня, когда солнце стояло прямо над головой Заратустры, проходил он мимо старого искривленного и суковатого дерева, увитого богатой любовью виноградной лозы и укрытого от самого себя: с лозы в изобилии навстречу страннику свисали желтые кисти виноградин. И захотелось ему утолить чуточную жажду и сорвать для себя одну кисть; но чуть протянул он к ней руку, как еще сильнее захотелось ему иного: а именно, прилечь у дерева на час полного полдня и уснуть.
Так и сделал Заратустра; и только улегся он на землю, средь тишины и таинственности пестроцветных трав, как забыл он о своей чуточной жажде и уснул. Ибо, как гласит поговорка Заратустры: одно другого нужнее. Только глаза его оставались открытыми: — не могли они досыта наглядеться и излиться в хвалах дереву и любви к нему виноградной лозы. Но, засыпая, так говорил Заратустра своему сердцу:
«Тише! Тише! Не стал ли мир только что совершенным? Не пойму — что со мной?
Как кокетливый ветер невидимкой танцует по зеркальному морю, легко, легче пера: Так сон танцует по мне.
Глаз не смежил он мне, душе позволил он бдить. Легок он! Впрямь! легче пера!
Он убеждает,меня, сам не знаю как, он чуть нежит меня внутри ласковой рукой, он неволит меня. Да, он неволит меня, и душа моя вся вытягивается на земле: —
— какой длинной, усталой становится она, моя диковинная душа! или пришел для нее вечер седьмого дня как раз в полдень? Или блуждала она слишком долго, блаженствуя, среди прекрасных и зрелых вещей?
Она вытягивается все в длину да в длину — все длиннее! Она тихо лежит, моя диковинная душа. Слишком много хорошего уже вкусила она, эта печаль золотая подавляет ее, у нее кривится рот.
— Как корабль, вбежавший в свою тишайшую бухту: — уже к земле прислоняется он, усталый от долгих странствий и от неведомых морей. Разве земля не вернее?
Как этот корабль причаливает, приникает к суше: — достаточно, чтобы с суши паук протянул к нему свою паутинку. В более крепком канате нет нужды.
Как этот усталый корабль в тишайшей бухте — так покоюсь теперь и я близко к земле, верно, доверчиво, терпеливо, к ней привязанный чуть ощутимыми нитями.
О, счастье! О, счастье! Ты хотела бы петь, о душа моя? Ты лежишь в траве. Но теперь тот таинственный, торжественный час, когда ни один пастух не гудит на свирели.
Знойный полдень спит на нивах. Не пой! Тише! Мир совершенен.
Остерегись! Не пой, травяная пташка, о душа моя! И перестань даже лепетать! Так смотри мне — тише! старый полдень спит, он шевелит ртом: не впивает ли он сейчас каплю счастья —
— старую выдержанную побуревшую каплю золотого счастья, золотого вина? Что-то перепорхнуло по нем, его счастье смеется. Так — смеется бог. Тише! —
— «О, как, к счастью, мало нужно для счастья!» — Так говорил я некогда и мнил себя умнйм. Но это было злословием: это постиг я теперь. Умные дураки говорят лучше.
Ибо самая малость, неуловимка, пылинка, шорох ящерицы, легкий вздох, легкий вспорх, промельк-миг — самая малость и есть лучшего счастья язык. Тише!
— Что случилось со мною: Чу! Время ль прочь улетело? Я ли падаю? Я ли упал? — Чу! в колодезь вечности?
— Что же это со мной? Тише! Меня кольнуло — увы! — в сердце? В самое сердце! О, разбейся, сердце, после такого счастья, после такого укола!
— Как? Не был ли мир только что совершенным? Округлым и зрелым? О, будь проклят он, золотой круглый обруч, — куда же катится он? Побегу-ка за ним! Мельк!
Тише!------(и здесь Заратустра потянулся и почув
ствовал, что он спит).
Вставай! — говорил он самому себе, — ты, соня! Ты, полуденный сонливец! Бодрей! Веселей, вы, старые ноги! Пора, давно пора, еще добрый кусок пути осталось вам пройти —
Вот и выспались вы, как долго вы спали! Полвечности! Ну, бодрей, веселей, ты, старое сердце! Скажи: как долго еще надо тебе после такого сна — просыпаться?»
(Но тут он вторично уснул, и его душа противилась ему, и защищалась, и снова улеглась спать.) — «Да оставь же меня! Тише! Не был ли мир только что совершенным? О, будь проклят ты, золотой округлый шар!» —
«Вставай, — говорил Заратустра, — ты, малютка-воровка, ты, лежебока! Как? Все еще потягиваться, зевать, вздыхать, стремглав падать в глубокие колодцы?
Кто же ты? О моя душа!» (и тут испугался он, ибо солнечный луч упал с неба ему на лицо).
«О небо надо мной, — проговорил он вздыхая и сел выпрямившись, — ты всматриваешься в меня? Ты вслушиваешься в мою диковинную душу?
Когда же выпьешь ты эту каплю росы, упавшую на все что ни есть земное, — когда выпьешь ты эту диковинную душу —
— когда же, колодезь вечности! Ты, ясная, страшная бездна полдня! Когда же вопьешь ты обратно в себя мою душу?»
Так говорил Заратустра и поднялся со своего места у дерева, словно выйдя из странного опьянения: и что же! солнце все еще стояло прямо над его головою. Откуда иной был бы вправе заключить, что Заратустра спал тогда недолго.
*****
♦ *
Приветствие
Только поздно под вечер после долгих тщетных исканий и скитаний вернулся Заратустра домой к своей берлоге. Но когда он уже стоял перед ней, не дальше как шагах в двадцати, случилось нечто такое, что он менее всего сейчас ожидал: вновь услышал он великий крик в беде. И, диво! на этот раз крик исходил из его же собственной берлоги. Но это был долгий, разноголосый, престранный крик, и Заратустра отчетливо различал, что он слагается из множества голосов: хотя издалека и казалось, будто он звучал словно крик из единых уст.
Тут прянул Заратустра к своей пещере, и гляди! что за игривое зрелище ожидало его после тех голосовых игр! Там все они сидели в сборе, друг подле друга, те самые, мимо кого он днем проходил: король, что справа, и король, что слева, старый кудесник, папа, добровольный нищий, тень, совестливый духом, скорбный прорицатель и осел; а урод из уродов человеческих напялил на себя корону и опоясался двумя пурпурными поясами, — ибо он любил, подобно всем уродам, переряжаться и прихорашиваться. А посреди этого хмурого общества стоял орел Заратустры, весь взъерошенный и встревоженный, ибо приходилось ему на многое отвечать, на что его гордость не имела ответа; а умная змея висела, обвившись вокруг шеи его.
На все это смотрел Заратустра с великим удивлением; затем он с снисходительным любопытством испытующе вгляделся в каждого из своих гостей в отдельности, вычитал в их душе и опять удивился. Между тем собравшиеся поднялись с мест и с благоговением ожидали слова Заратустры. Заратустра же говорил так:
«Вы, отчаяшиеся! Вы, диковинные! Так это значит мне ваш крик в беде слышался? Теперь-то я знаю, где мне искать того, кого я тщетно сегодня искал: высшего человека —:
— в моей собственной берлоге сидит он, этот высший человек! Но чему же тут удивляюсь я! Не сам ли я его к себе заманил — жертвой медовой и коварным зовом-приманкой своего счастья?
Но мне думается, плохо подходите вы для сообщества, вы будите в сердце неприязнь друг к другу, вы, взывающие в беде о помощи, сидя здесь в сборе? Сперва должен прийти некто
— некто, кто заставит вас вновь смеяться, добрый, веселый шут гороховый, танцор и ветер и вертопрах, какой-нибудь старый дуралей: — как вы думаете?
Простите же мне, вы, отчаявшиеся, если я выступаю перед вами с такими ничтожными словами, впрямь, недостойными таких гостей! Но вы не догадываетесь, что делает сердце мое задорно-смелым: —
— вы сами, конечно, и весь ваш облик, простите же мне! Ибо любой становится молодцом при виде отчаявшегося. Ободрить отчаявшегося — для этого любой мнит себя достаточно сильным.
Мне самому даровали вы эту силу, — добрый дар, мои высокие гости! Что за изрядный гостинец! Добро, не сердитесь же, если я вам от своего предлагаю.
Здесь царство мое и моя держава: но все, что мое, на этот вечер и на эту ночь пусть будет и вашим. Пусть звери мои вам служат: пусть берлога моя будет для вас отдохновением!
Под моим кровом и в моем доме никто не должен отчаиваться, на моем участке охраняю я каждого от его диких зверей. И вот первое, что я вам предлагаю: безопасность!
Второе же: мой мизинец. И получили вы мизинец, так берите целиком и всю руку, — так и быть! и сердце в придачу! Добро пожаловать ко мне, добро пожаловать, мои долгожданные гости!»
Так говорил Заратустра и смеялся от любви и коварства. После этого приветствия отвесили ему гости вторично поклон, храня благоговейно молчание; король же, что справа, отвечал ему от их имени.
«По тому, о Заратустра, как ты приветствовал нас и протянул нам руку, признаем мы в тебе Заратустру. Ты принизил себя перед нами; почти боль причинил ты нашему благоговению: —
Но кто мог бы, подобно тебе, с такой гордостью себя принижать? Э то нас одобряет, это отрада для наших глаз и сердец.
Ради любования хотя бы этим одним охотно взошли бы мы и на горы более высокие, чем эта. Как любопытствующие пришли мы сюда, мы хотели видеть, что делает ясными тусклые глаза.
И смотри, уже нет ни слуха, ни духа от нашего крика в беде. Уже наше сердце и ум настежь распахнуты и восхищены. Немного надо: и наше мужество станет, мужая, задорным.
Ничего, о Заратустра, не растет на земле более радостного, чем высокая, сильная воля: она ее прекраснейшая земная поросль. Целый ландшафт оживает от одного такого дерева.
Кедру уподобил бы я того, о Заратустра, кто вырастет подобно тебе: высоким, молчаливым, твердым, одиноким, несравненным по гибкости деревом великолепным, —
— а под конец вырвется он ввысь, крепкими зелеными ветвями, в жажде своего господства, крепкие вопросы вопрошая у гроз и ветров и у всех, кто от века на высотах, как дома,
— еще крепче отвечая как повелитель победоносный; о, кто бы не поднялся на высокие горы, чтобы полюбоваться на такую поросль?
При виде твоего дерева, о Заратустра, подкрепляет свои силы даже нелюдим, неудачник, и при виде тебя даже неприкаянный обретает покой и оздоровливает свое сердце.
И впрямь, к твоей горе и дереву на горе обращено сегодня много глаз; обнаружилось томление, и многие научились спрашивать: кто это Заратустра?
И все, кому ты вливал когда-либо в уши, каплю за каплей, свою песнь и свой мед: все эти затаившиеся отшельники-одиночки, отшельники-двойцы разом заговорили к своему сердцу:
«Жив ли еще Заратустра? Не стоит больше жить, все безразлично, все тщетно: или же — мы должны жить с Заратустрой!
Почему не приходит он, так давно возвестивший о себе? так многие спрашивают; не поглотило ли его одиночество? Или же нам надо прийти к нему?»
Ныне совершается: само одиночество становится трухлым и рассыпается прахом, подобно могиле, что рассыпается прахом и уже не может удержать своих мертвецов. Всюду видны тела поднявшихся из гробов.
Ныне все выше и выше вздымаются волны вокруг твоей горы, о Заратустра. И как ни высока твоя высота, многие поднимутся к тебе наверх; не долго уже твоему челну пребывать на суше.
И если мы, отчаявшиеся, ныне пришли в твою берлогу и уже больше не отчаиваемся: это только признак и предзнаменование, что лучшие на пути к тебе, —
— ибо он сам на пути к тебе, этот последний остаток бога среди людей, а это означает: на пути к тебе все люди великого томления, великого отвращения, великого пресыщения,
— все те, которые жить не хотят, — или они научатся вновь уповать — или они научатся от тебя, о Заратустра, великому упованию!»
Так говорил король, что справа, и схватил руку Заратустры, чтобы ее поцеловать; но Заратустра уклонился от его поклонения и подался в испуге назад, безмолвный и будто увлеченный внезапно в беспредельные дали. Но мгновение спустя был он уже вновь со своими гостями, взглянул на них ясным испытующим взором и проговорил:
«О гости мои, о высшие люди, я хочу поговорить с вами по-немецки честно и четко. Не вас ждал я на этих горах.
(«По-немецки честно и четко? Избави бог! — сказал тут король, что слева, в сторону; очевидно, он плохо знает милых немцев, этот мудрец страны востока!
Но он подразумевает «по-немецки сугубо и грубо» — добро! в наши дни это еще не наихудший вкус!»)
Вы, быть может, и впрямь, все до одного высшие люди, — продолжал Заратустра, — но для меня — вы еще не достаточно высоки и сильны.
Для меня — это значит: для всего того непреклонного, что молчит во мне, но не всегда будет молчать. И привержены вы мне, то далеко не так, как моя правая рука.
Кто сам стоит на больных и хрупких ногах, подобно вам, тот требует прежде всего, сознает ли он это или скрывает от себя: чтобы его щадили.
Но ни рук, ни ног своих не щажу я — я не ща-ж у своих воинов: как бы могли вы быть пригодны для моей войны?
С вами погубил бы я любую победу. И немало из вас повалилось бы тотчас, едва услыша громовую дробь моих барабанов.
К тому же вы для меня не достаточно красивы и благородны. Мне нужны чистые, гладкие зеркала для моих истин; на вашей поверхности исказится, пожалуй, и мой собственный образ.
На ваши плечи давило немало тяжестей, немало воспоминаний; немало злобных карликов сидит скорчившись по вашим закоулкам. Есть скрытая чернь и внутри вас.
И пусть высоки вы и высшей породы: многое в вас искривлено и изуродовано. И нет на свете такого кузнеца, который молотом наладил и выпрямил бы вас.
Вы только мосты: пусть наивысшие переходят через вас! Вы означаете ступени: не сердитесь же на то, что, через вас переступая, восходит на свою высоту!
Некогда пусть и у меня вырастет из вашего семени истинный сын и совершенный наследник: но до этого далеко. Но вы не те, кому принадлежит мое наследство и имя.
Не вас жду я здесь на этих горах, не с вами дано мне спуститься вниз в последний раз. Только предзнаменованием мне явились вы, что уже высшие на пути ко мне, —
— нет, не людьми великого томления, великого отвращения, великого пресыщения и не тем, что назвали вы последком бога.
— Нет! Нет! Трижды нет! Других жду я здесь на этих горах и без них не сдвину ногу отсюда,
— высших жду я, более сильных, победоносных, беспечальных, квадратных душою и телом: львы смеющиеся должны прийти!
О вы, мои желанные гости, о вы, диковинные, — или ничего еще не слыхали вы о моих детях? И о том, что они на пути ко мне?
Говорите же мне о моих садах, о моих блаженных островах, о моем новом прекрасном племени, — почему не говорите вы мне об этом?
Такой гостинец прошу я от вашей любви, чтобы вы говорили мне о моих детях. Во имя их я богат, во имя их стал я беден: чего не отдал я,
— чего не отдам я, чтобы только иметь одно: этих детей, эту живую поросль, эти деревья-жизни моей воли и моей высшей надежды!»
Так говорил Заратустра и внезапно оборвал свою речь: вновь одолело его томление, и он сомкнул глаза и рот, отдаваясь движению сердца. И все гости его хранили также молчание и стояли недвижимы и в сму-
щении: только вот один старый прорицатель подавал знаки руками.
Вечеря
Тут-то и прервал прорицатель приветствие Заратустры и его гостей: он протеснился вперед, как человек, которому время дорого, схватил руку Заратустры и воскликнул: «Однако, Заратустра!
Одно нужнее другого, так утверждаешь ты сам: добро! одно м не теперь нужнее всего прочего.
Уместно спросить: не пригласил ли ты меня на ужин? Здесь немало народу, проделавшего предлинный путь. Не речами же намерен ты нас угощать?
Да и все вы, по-моему, переборщили, вспоминая о замерзании, утопании, удушении и о других телесных невзгодах: но никто не вспомнил о моих невзгодах, об опасности умереть с голоду —»
(Так говорил прорицатель; но чуть звери Заратустры услыхали эти слова, кинулись они со страху опрометью прочь. Ибо видели, что всех запасов, ими днем принесенных, не хватит даже на то, чтобы набить желудок одному только прорицателю.)
«Включая сюда и опасность умереть от жажды, — продолжал прорицатель. — И хотя я слышу, как здесь плещет вода, подобно речам мудрости, плещет обильно и бесперебойно: я — хочу вина!
Не всякий, подобно Заратустре, прирожденный водохлеб. Да и не годится вода для усталых и увядших: нам подобает вино, — только оно дарит внезапное выздоровление и нечаемое здоровье!»
Пользуясь случаем, что прорицатель пожелал вина, король, тот, что слева, молчаливый, наконец-то вставил свое слово: «О вине, — сказал он, — позаботились мы, я и брат мой, король, тот, что справа: у нас вдоволь вина, — ноша целого осла. Не хватает только одного — хлеба».
«Хлеба? — переспросил Заратустра и засмеялся. — Как раз хлеба-то и не бывает у отшельников. Но не единым хлебом жив человек, но и мясом упитанных ягнят — у меня же их целых два:
— пусть и х попроворнее зарежут и приправят пряно — шалфеем: так люблю я. Также нет недостатка в плодах и кореньях, коими не побрезгают даже и смако-ватели-лакомки; также и в орехах, и в других загадках для щелканья.
Итак, поспешим же приготовить пир на славу. Но кто хочет с нами пировать, должен заодно со всеми не пожалеть рук, в том числе и короли. У Заратустры даже король может быть поваром».
Это предложение пришлось всем по сердцу: только один добровольный нищий возражал против мяса, и вина, и пряностей.
«Но послушайте только этого кутилу Заратустру! — молвил он шутливо, — для того ли уходят в берлоги и на выси гор, чтобы устраивать такие пирушки?
Впрочем, теперь я понимаю, чему он нас некогда учил, говоря: «Хвала маленькой бедности!» И почему хочет он упразднить нищих».
«Гляди веселей и не брюзжи, — отвечал Заратустра, — будь как я. Оставайся при своем, ты, душа-человек, жуй свои зерна, пей свою воду, превозноси свою кухню: если только тебя это радует!
Я закон только для моих, — для всех я не закон. Но кто привержен ко мне, тому следует быть крепким костью и легким на ноги, —
— быть охотником до войн и празднеств, уж никак не нелюдимом, не мечтательным дурнем, — быть готовым на подвиг труднейший, как на праздник, быть здоровым и невредимым.
Лучшее принадлежит моим и мне; и где нам не дают, там мы сами берем; — самую лучшую пищу, самое чистое небо, самые могучие мысли, самых прекрасных женщин!» —
Так говорил Заратустра; король же, что справа, в ответ заметил; «Странно! Слыханы ли столь умные речи из уст мудреца?
И впрямь, это необыкновенный случай для мудреца, когда он вдобавок еще умен и не осел».
Так говорил король тот, что справа, и удивился; осел же злоумышленно добавил к его речи: «и-я». А это и было началом того долгого пирования, которое в исторических книгах названо «вечеря». За вечерей, однако, ни о чем ином не говорилось, как только о высшем человеке.
*****
4с 4с
О высшем человеке
Когда я впервые пришел к людям, совершил я безумие отшельника, великое безумие: я выступил на базаре.
И когда я говорил ко всем, я не говорил ни к кому. А к вечеру канатоходцы были моими товарищами, и трупы; и я сам был почти что трупом.
Но с приходом нового утра пришла ко мне новая истина: тогда научился я говорить: «Что мне до базара, и черни, и шумихи черни, и длинных ушей черни!»
22*
О высшие люди, от меня научитесь: на базаре не верит никто в высших людей. И вольно вам там говорить, что ж! говорите! Но чернь моргает: «Мы все равны».
«О высшие люди, — так моргает чернь, — нет высших людей и в помине, мы все равны, человек есть человек, пред богом мы все равны!»
Пред богом! — Так вот же умер ваш бог! Перед чернью же не хотим мы быть равными. О, высшие люди, уходите прочь с базара!
- 2.
Пред богом! — Так вот же умер ваш бог! О высшие люди, этот бог был вашей величайшей опасностью.
С тех пор, как он погребен, только с этих пор вы воскресли. Ныне грядет великий полдень, отныне будет высший человек — господином!
Поняли вы это слово, о братья мои? Вы в ужасе: затосковало сердце? Бездны ль пасть зияет рядом? Пастью ль лает пес из ада?
Ну же, бодрей, веселей! О, высшие люди! В родовых схватках гора грядущего человеков. Бог умер: отныне хотим мы — чтобы жил сверхчеловек.
3
Самые озабоченные спрашивают сегодня: «Как сохранить себя человеку?» Заратустра же спрашивает, как единственный и первый: «Как преодолеть человека?»
Сверхчеловек у меня на сердце, о н мое первое и единственное — а вовсе н е человек: не ближний, не из ближних ближний, не беднейший из бедных, не страдающий из страдающих, не лучший из лучших —
О братья мои, если я еще что могу любить в человеке, так это то, что он переход и захождение. И в вас много такого, что внушает мне любовь и надежду.
Вы презирали, о высшие люди, это внушает мне надежду. Ибо великие презрители — великие почитатели.
Вы отчаивались, — за это вам честь и слава. Ибо вы не научились покорно сдаваться, вы не научились благоразумию.
Ибо сегодня маленькие люди стали господами: все они проповедуют покорность, и скромность, и благоразумие, и прилежание, и оглядку, и бесконечное «и так далее» маленьких добродетелей.
Все, что от бабьего духа, что идет от рабьего духа, и особенно вся эта сволочная чернь: вот кто хочет стать господином судеб человеческих — о отвращение! отвращение! отвращение!
Они спрашивают, спрашивают и не перестают спрашивать: «Как сохранить себя человеку лучше всего, дольше всего, приятнее всего?» Тем самым они — господа нынешнего дня.
Этих нынешних господ, преодолейте вы их, о братья мои! — этих маленьких людишек: в них величайшая опасность для сверхчеловека!
Преодолейте, вы, о высшие люди, маленькие добродетели, маленькие благоразумия, песчинки щепетильностей, муравьиное кишенье, жалкое благополучие, «счастье большинства» — !
И уж лучше отчаивайтесь, но не сдавайтесь. И впрямь, я люблю вас за то, что вы сегодня не умеете жить, вы, высшие люди! Так живете вы — лучше всего!
Есть ли у вас мужество, о братья мои? Есть ли отвага? Не мужество перед свидетелями, а мужество отшельника и орла, на которое уже никакой бог не смотрит?
Холодные души, мулы, слепцы, пьяницы — их не называю я отважными. Тот отважен, кто знает страх, но подавляет в себе страх, кто видит бездну, но с гордостью.
Кто видит бездну, но глазами орла, кто когтями орла хватает бездну: да, тот мужественен.------
*
♦ *
«Человек зол», — так говорили мне в утешение все мудрейшие из мудрых. Ах, если бы это и сегодня было правдой! Ибо зло — лучшая сила человека.
«Человек должен стать лучше и злее», — так учу я. Злейшая злоба нужна для блага сверхчеловека.
Для того проповедника маленьких людей, может быть, и хорошо было, что он страдал и нес на себе грехи людей. Я же радуюсь великому греху как своему великому утешению. —
Но такие слова не для длинных ушей. Не всякое слово всякому рылу. Это все тонкие дальние вещи: не овечьим копытом ухватить их!
Вы, о высшие люди, не думаете ли вы, что я здесь для того, чтобы исправить то, что вы испортили?
Или я собирался вам, страдающим, впредь поудобнее лостель стлать? Или вам, неприкаянным, заблудившимся, невесть куда закарабкавшимся, указать новые тропки полегче?
Нет! Нет! Трижды нет! Все больше лучших из вас пусть пропадает — жаль, надо, чтобы было вам все хуже, все туже. Только так —
— только так дорастет человек до той высоты, где молнии удар поразит, сокрушит его: хорошая высота для молний!
На редкое, долгое, дальнее устремлены моя мысль и желание: что мне до ваших маленьких, несчастных, коротких невзгод!
По мне, вы еще мало страдаете! Ибо вы страдаете за себя, вы еще не страдали за человека. Скажите иное, и вы солжете! Не страдает никто из вас за то, за что я страдал.------
Мне мало того, что молния уже не может вредить. Не отвести хочу я ее: пусть научится она на меня — работать. —
Моя мудрость уже давно собирается подобно туче, все темнее, все тише она. Так поступает всякая мудрость, которая некогда родит молнии. —
Этим нынешним людям не хочу я ни быть с в е-т о м, ни называться светом. Их — хочу ослепить: молния мудрости моей! выколи им глаза!
*****
Не стремитесь свыше своих сил: есть дурная фальшь у тех, кто стремится свыше своих сил.
И особенно, когда стремятся они к великим делам! Недоверие пробуждают они к великим делам, эти ловкие фальшивомонетчики и лицедеи: —
— пока сами в себе не изолгутся вконец, косоглазые, сверху выбеленная червоточина, громкими словами драпированные, добродетелями напоказ, блестящими мнимыми делами.
Проявите благую осторожность, о высшие люди! Нет для меня сегодня ничего драгоценнее и редкостнее честности.
Разве это «сегодня» не во власти черни? Чернь же не знает, что велико, что ничтожно, что прямо и честно: она невинно криводушна, она всегда лжет.
9
Проявите сегодня благое недоверие, о высшие люди, вы, отважные! Вы, откровенные! Таите про себя свои основания! Ибо это сегодня во власти черни.
Чему некогда чернь научилась верить без оснований, кто смог бы ее разуверить в этом в силу — основания?
И на базаре убеждают жестами. Основания же делают чернь недоверчивой.
И если там истина одержала победу, спросите себя с благим недоверием: «Какое непобедимое заблуждение за нее боролось?»
Будьте также настороже и от ученых! Они ненавидят вас: ибо они бесплодны! У них холодные высохшие глаза, перед ними любая птица лежит ощипанной.
Они кичатся тем, что они не лгут: но неспособность ко лжи еще далеко не любовь к истине. Будьте настороже!
Не бояться горячки еще не значит познавать! Вымороженным умам я не верю. Кто не умеет лгать, не знает, чтб есть истина.
Вы хотите высоко подняться, — пользуйтесь собственными ногами! Не позволяйте себя взносить, не садитесь на чужие спины и головы!
Но ты вскочил на коня? Ты мчишься стремглав вверх к своей цели? Скачи, мой друг! Но и твоя хромая нога тоже с тобой на коне!
Чуть достигнешь ты цели, чуть с коня ты соскочишь: на высоте твоей, о высший человек, — там-то ты и споткнешься!
*****
♦ *
Вы, созидающие, вы, высшие люди! Бременеешь всегда только своим ребенком.
Не поддавайтесь на уговоры и подговоры! Кто, скажите, ваш ближний? И если вы действуете «ради ближнего» — созидаете вы все же не ради него!
Разучитесь же этому «ради», о созидающие: ваша добродетель требует, чтобы ничего не совершали вы ради, и для, и ибо. Против этих фальшивых маленьких словечек средство одно: заткнуть уши.
«Ради ближнего» — добродетель только маленьких людей: там принято: «свой своему» и «рука руку моет»: — у них нет ни права, ни силы достичь вашего своекорыстия!
В вашем своекорыстии, о созидающие, скрыты всех бременеющих осторожность и прозорливость! То, чего еще никто глазами не видел, плод: он сберегает, и он оберегает, и он питает всю вашу любовь.
И там, где вся ваша любовь, — у вашего ребенка, там и вся ваша добродетель! Ваше дело, ваша воля — вот ваш «ближний»: не поддавайтесь обольщению ложных ценностей!
♦ + *
Вы, созидающие, вы, высшие люди! Тот, кто должен родить, — болен; тот же, кто родил, — не чист.
Спросите женщин: рожают не потому, что рожать сладко. Боль заставляет кудахтать кур и поэтов.
Вы, созидающие, внутри вас много нечистого. Это оттого, что вам суждено было стать роженицами.
Новое дитя: о, как много новой грязи вышло зараз на свет! Посторонитесь! И кто родил, должен чисто промыть свою душу!
*****
И не будьте вы добродетельны свыше своих сил! И не требуйте от себя ничего правдоподобию вопреки!
Идите по стопам, где уже ступала добродетель ваших отцов! Как могли бы вы восходить высоко, если воля ваших отцов не восходит вместе с вами?
Но кто хочет первенцем быть, пусть глядит, как бы ему последышем не стать! И где явны пороки ваших отцов, там не стремитесь выказать себя праведниками!
Чьи отцы держались жен, и крепких вин, и диких свиней: что, как такой захотел бы от себя целомудрия?
Вздором было бы это! Впрямь, для такого, по-моему, уже немало, если он муж одной, двух, трех жен.
И если б он монастыри основывал и писал над дверью: «Путь к праведному», — я бы все говорил: к чему! все это новый вздор!
Для себя самого основал он смирительный и странноприемный дом: на здоровье! Но я в это не верю.
В уединении растет то, что каждый туда принесет, растет и внутренний скот. Оттого-то многим и не посоветуешь одиночество.
Бывало ли на земле что-нибудь грязнее отцов-пустынников? Вокруг них бесновался не только дьявол — но и свинья.
Робкими, сконфуженными, неловкими, подобно тигру, которому не удался прыжок: такими, о высшие люди, вы, бывало, крались при мне сторонкой. Вам не удался бросок костей.
Но, игроки в кости, что за беда! Вы не научились играть и шутить, как надо! Не всегда ли сидим мы за большим столом для шуток и игр?
И если великое вам не удалось, разве это значит, что и вы — не удались? И если вы сами не удались, разве это значит, что не удался и — человек? А не удался человек, так что же: бодрей! веселей!
Чем выше порода, тем реже она удается. О высшие люди, вы гости мои, разве не все вы — неудавшиеся?
Не падайте духом, что за беда! Сколь многое еще возможно! Научитесь смеяться над собой так, как надо!
И что за диво, если вы не удались и наполовину удались, вы, полуразбитые! Разве не в вас стучит и шевелится — грядущее человека?
Все самое что ни есть далекое, глубокое, до звезд высокое в человеке, его чудовищная сила: не бурлит ли, пенясь, все это в вашем горшке?
Что за диво, если иной горшок разобьется! Научитесь над собой смеяться так, как надо! Вы, высшие люди, сколь многое еще возможно!
И впрямь, сколь многое уже удалось! Как богата эта земля маленькими хорошими совершенными вещами — удавшимися!
Обставьте себя хорошими совершенными вещами, о высшие люди! Вещами, чья золотая зрелость врачует сердце. Совершенное учит уповать.
*
* 2
- 16.
Какой грех здесь на земле был до сих пор наибольшим грехом? Не было ли им слово того, кто говорил: «Горе смеющимся!»
Или он не нашел на земле причин для смеха? Значит, он плохо искал. И дитя находит здесь причины.
Он — недостаточно любил: иначе он полюбил бы и нас, смеющихся! Но он ненавидел нас, возмущался нами, вой и скрежет зубовный обещал он нам.
Разве надо тотчас проклинать там, где не любишь! Это, думается мне, дурной вкус. Но так поступал он, этот безусловный. Он был родом из черни.
И сам он любил далеко не достаточно: иначе он меньше негодовал бы на то, что его не любят. Великая любовь не хочет любви: — она хочет большего.
Сойдите с дороги всех этих безусловных! Они бедные, больные люди, людская чернь: они злобно посматривают на жизнь, у них недобрый глаз на эту землю.
Сойдите с дороги всех этих безусловных! У них тяжелые ноги и темные сердца: — они не умеют плясать. Как стала бы для этаких земля легкой!
Кривыми приближаются все хорошие вещи к своей цели. Подобно кошкам выгибаются они горбом, они мурлыкают про себя в чаянии близкого счастья, — все хорошие вещи смеются.
Походка выдает, по своему ли пути идет человек: смотрите, как я хожу! А кто близок к своей цели, тот танцует.
И впрямь, в статую не обратился я и не стою перед вами оцепенелым, отупелым, окаменелым столбом; я люблю быстрый бег.
И хотя есть на земле и топь, и засасывающая унылость: у кого легкие ноги, тот пробегает и по тине и танцует словно по расчищенному льду.
Возвысьтесь сердцем, братья мои, выше! еще выше! Но не забывайте при этом ног! Выше поднимайте и ноги, вы, молодцы-танцоры, а еще лучше: стоять вам на голове!
Этот венец смеющегося, этот венец-венок из роз, розарий: я сам увенчал себя этим венцом, я сам провозгласил священным мой насмешливый хохот. Никого другого не нашел я сегодня достаточно сильным, чтобы это свершить.
Заратустра-танцор, Заратустра легкий, кивающий крыльями, к взлету готовый, всех птиц зазывающий, легок и скор, как огонь, блаженно-легкий ветрогон: —
Заратустра — вещий правдолюб, Заратустра — вещий смехолюб, не беспрекословный, не безусловный, любитель прыжков и скачков вбок; я сам венчал себя этим венцом!
*
Возвысьтесь сердцем, братья мои, выше! еще выше! И не забывайте при этом и ног! Выше поднимайте и ноги, вы, молодцы-танцоры, а еще лучше: стоять вам на голове!
Бывают и в счастье тяжеловозы, бывают топтыгами от рождения. Уморительны их усилия слона, который силится — на голове устоять.
Но разве не лучше одуреть от счастья, чем от несчастья, разве не лучше топтыгой плясать, чем хромать. Так научитесь же от меня моей мудрости: даже у наихудшей вещи на свете две хорошие оборотные стороны, —
— даже у наихудшей вещи на свете хорошие ноги-танцульки: так научитесь же сами, о высшие люди, становиться, как следует, на свои настоящие ноги!
Так разучитесь же пузырям вздоров и унынию черни! О, сколь унылыми кажутся мне сегодня даже гороховые шуты черни! Однако во власти черни это сегодня. 3
Будьте как ветер, когда он вырывается из горных щелей: под свою собственную дудку хочет он плясать, моря дрожат и прыгают у него под стопами.
Кто дает крылья ослам, кто доит львиц, хвала этому доброму непримиримому духу, который как буйный вихрь на всякое сегодня, на всякую чернь, —
— кто всем пустоселам и пустомелям враг, и всем поблеклым листьям и сорным травам: хвала этому дикому, доброму, свободному духу-урагану, который по топям и унылостям пляшет, словно по луговинам!
Который ненавидит этих шелудивых собак, эту чернь и всякое неудавшееся мрачное отродье: хвала этому духу всех свободных духом, хохочущей буре, засыпающей пылью глаза зачиревшим чернителям жизни!
О высшие люди, ваш злейший порок: вы не научились танцевать так, как надо, — выше себя, над собой танцевать! Что за беда, если вы не удались!
Сколь многое еще возможно! Так научитесь же над собой до упада смеяться! Возвысьтесь сердцем, вы, молодцы-танцоры, выше! еще выше! И не забывайте при этом и молодой смех!
Этот венец смеющегося, этот венок из роз, розарий: вам, братья мои, бросаю я этот венец! Смех провозгласил я священным, о высшие люди, так научитесь же — смеяться! *
*★
Песнь тоски-уныния
Когда Заратустра произносил эти речи, стоял он близко ко входу в берлогу; но при последних словах ускользнул он от своих гостей и на короткое время выбежал на вольный воздух.
«О чистые запахи вокруг меня, — воскликнул он, — о блаженная тишина вокруг меня! Но где же мои звери? Ко мне, ко мне, ты мой орел, ты моя змея!
Скажите же мне, звери мои: эти высшие люди, вместе взятые, — быть может, они не хорошо пахнут? О чистые запахи вокруг меня! Только теперь я знаю и чувствую, как я вас люблю, звери мои».
— И Заратустра проговорил еще раз: «Я люблю вас, звери мои!» Орел же и змея прижались к нему, когда он произносил эти слова, и подняли к нему головы. Так тихо стояли они втроем, скучившись, и втягивали и всасывали ноздрями свежий воздух. Ибо воздух был снаружи лучше, чем близ высших людей.
2
Но едва покинул Заратустра берлогу, как поднялся старый кудесник, лукаво огляделся по сторонам и сказал: «Он вышел!
И вот уже, о высшие люди, — позвольте мне пощекотать вас этим хвалебным и лестным именем, уподо-бясь в этом ему самому, — вот уже нападает на меня мой злой дух-обманщик, дух-кудесник, мой бес тоски-уныния,
— он противится этому Заратустре по самой природе своей: простите же ему! И вот хочет кудесничать
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он перед вами, ибо как раз настал его час: напрасно борюсь я с этим злым духом.
Всем вам — как бы ни возносили вы себя на словах, будете ли вы называть себя «вольнодумцами», или «истинными», или «кающимися духом», или «раскованными пленниками», или «великими взыскующими», —
— всем вам, подобно мне страдающим великим отвращением, вам, для которых старый бог умер, а новый бог не лежит еще и в колыбели спеленутым и убаюканным, — всем вам мил мой злой дух и бес-кудесник.
Я знаю вас, о высшие люди, я знаю его — я знаю и это чудовище, которое я люблю вопреки воле, этого Заратустру: он сам кажется мне часто похожим на прекрасную маску святого,
— похожим на новый невиданный маскарад, который по вкусу моему злому духу, бесу тоски-уныния: — я люблю Заратустру, так оно порой кажется мне, ради моего злого духа. —
Но уже нападает о н на меня и нудит меня, этот дух тоски-уныния, этот вечерне-сумеречный бес: о высшие люди, ему страстно хочется —
— распахните же настежь глаза! — ему страстно хочется явиться голым, будь то в образе мужеском, будь то в образе женском, я еще и сам того не знаю: но он идет, он нудит меня, увы! Распахните настежь ваши чувства!
Звон дня замирает, для всех вещей наступает вечер, даже для вещей наилучших; так внимайте и примечайте, о высшие люди, каков этот бес, будь то мужчина, будь то женщина, этот дух вечерней тоски-уныния!»
Так говорил старый кудесник, огляделся лукаво по сторонам и взялся тогда за свою арфу.
3
При ясном воздухе, Когда роса отрадой На землю ниспадает, Незримо, так неслышно: — Ах, нежны башмачки
Росы-отрады, как у отрадно-кротких — : Ты помнишь ли, ты помнишь, сердце, дни, Когда алкало ты
Слезинок небесных и росных капель, Палимое, алкало ты, Пока по желтым тропам трав Злобно вечерние взоры солнца Сквозь чернь деревьев пробегали, Знойно-слепящие взоры, так злорадно?
«Поборник правды? Ты? — глумились так — О, нет! поэт, и только!
Зверь, крадущийся, кровожадный, коварный, Рожденный лгать, Надуманно, продуманно, — но лгать:
Алкать добычи,
В пестрой маске, Сам себе маска, Сам себе добыча — И он — поборник правды?
О, нет! Паяц — и только! Поэт — и только! Пестроречивый,
Паяц под маской пестрокрикливый, Пронырливый — по лживым мостам слов, По пестрым радугам, Между мнимым небом И мнимой землею
Парящий, скользящий, — Паяц — и только!
Поэт — и только!
И он — поборник правды?
Не молчаливый —
Холодный, гладкий, стылый.
Нет, не икона,
И не столп бога,
Не выставлен пред храмом,
Как привратник бога:
Нет! Враг подобным идолам-истинам,
В любой пустыне дома, но не пред храмом, С задором кошки
Прыжком в окно любое
Шмыг! в любой случай,
К любым джунглям принюхиваясь, Жадно-прежадно принюхиваясь, Чтобы ты по джунглям мог
Меж пятнистых-пестрых хищников Грешно-здоровым и пестрым бегать, Красивый,
С губой похотливой, Блаженно-глумливый, Блаженно-адский, блаженно-алчный, Хищно, зорко ползать, бегать: —
Иль как орел — глядит он долго, Долго в пропасти, оцепенев:
В свои же пропасти:-------
О, как они кручей здесь,
Срывом на срыв,
Глубью за глубью все глубже змеятся! —
Вдруг
С налету, стремглав
Крылья на срез, упав,
Когтят ягненка,
Разом, в голоде яром,
Ягняток алча,
Злобясь на ягнячьи души,
Злобно злобясь на всех, кто глядит По-овечьи, ягнячьи, кудлато-шерстно, Серо, с ягнячье-овечьим шелкошерстием!
Итак,
Орлины, пантерины Те томления поэта, Те твои томленья под тысячью масок, Ты, о паяц! Ты, о поэт!
Ты в человеке видел
Равно овцу и бога — :
Бога терзать в человеке, Как овцу в человеке, И терзая смеяться —
Вот оно, твое блаженство!
Орла и пантеры блаженство!
Паяца и поэта блаженство!»------
При ясном воздухе, Когда серп месяца, Зеленый меж багрян, Завистливо скользит: — Враждебен дню, При каждом шаге тайно ' Срезая роз гирлянды, Пока не сникнут розы, Не сникнут розы бледно к склону ночи: —
Так сник и я когда-то
В моем безумье истины,
В моем денном томлении,
Устав от дня, больной от света,
— Сникал я к вечеру, сникал я к тени: Спаленный истиной,
В жажде истины:
— Ты помнишь ли, ты помнишь, сердце, дни —
Когда алкало ты? — Ах я изгнанник От света истины!
Паяц, и только!
Поэт, и только!
О науке
Так пел кудесник; и все собрание гостей, как птицы, попалось незаметно в сеть его коварного и тоскливого сладострастия. Только совестливый духом не дал себя уловить: мигом выхватил он у кудесника арфу и воскликнул: «Воздуха! Скорей чистого воздуха сюда! Скорей Заратустру сюда! Ты эту берлогу делаешь душной и ядовитой, ты, старый, злорадный кудесник!
Ты увлекаешь, лживый, лукавый, к неведомым желаниям и пустыням. И горе, когда такие, как ты, начинают ломаться и кривляться истиной!
Горе всем вольным духом, кто не остерегается подобных кудесников! Прощай навсегда их воля: ты зовешь, ты заманиваешь обратно в тюрьму, —
— ты, старый, уныло-тоскующий бес, в твоей жалобе слышится приманная дудочка. Ты похож на тех, кто похвалой целомудрию тайно зовет к сладострастным усладам!»
Так говорил совестливый духом; старый же кудесник огляделся кругом, насладился своей победой и потому проглотил досаду, которую вызвал у него совестливый. «Умолкни! — сказал он смиренным голосом, — хорошие песни любят хороший отзвук; после хороших песен следует долго молчать.
Так поступают все они, все эти высшие люди. Но ты, верно, мало что понял из моей песни? Мало в тебе от дара кудесника».
«Ты хвалишь меня, — отвечал совестливый, — отделяя меня от себя, добро! Но вы, остальные, что я вижу! Вы все еще сидите с похотливыми глазами: —
Вы, свободные душой, где же ваша свобода! Мне представляется, будто вы похожи на тех, кто долго засматривался на блудливых плящущих голых девушек: сами ваши души пляшут!
В вас, о высшие люди, должно быть, больше от того, что этот кудесник называет своим злым духом чудес и мороков: мы, должно быть, куда как различны.
И впрямь, мы достаточно переговорили и передумали совместно, до того как Заратустра вернулся в берлогу, чтобы твердо знать: да, мы различны.
Мы и здесь наверху ищем различного, вы и я. Я ищу побольше безопасности, потому и пришел я к Заратустре. Ибо он еще самая крепкая башня и воля —
— сегодня, когда все колеблется, когда вся земля сотрясается. А вы, — стоит мне увидеть, какие вы делаете глаза, и мне представляется, будто вы ищете побольше неуверенности,
— больше содрогания, побольше опасности, побольше землетрясения. Вас влечет, так мнится мне, простите мне мое самомнение, о высшие люди, —
— вас влечет к наихудшей, наиопаснейшей жизни, которая мне внушает наибольший страх, к жизни диких зверей, к лесам, берлогам, стремнинам и неверным безднам.
И не водители, выводящие из опасности, нравятся вам больше всего, а отводящие вас от всех путей, совратители. Но если такое влечение действитель-н о живет в вас, оно все-таки представляется мне н е-возможным.
Страх — вот унаследованное основное чувство человека; из страха возникает все: первородный грех и наследственная добродетель. Из страха выросла и моя добродетель, название которой: наука.
Страх перед дикими зверями — он больше всего прививался человеку, страх и перед зверем, которого человек скрывает в себе и страшится: — Заратустра называет его «внутренним скотом».
Этот долгий давний страх стал, наконец, утонченным, стал духовным, одухотворенным, — сегодня, как кажется мне, он носит название: наука». —
Так говорил совестливый; но Заратустра, который вот только сейчас вернулся в свою берлогу и слышал и угадал последнюю речь, кинул совестливому целую пригоршню роз и стал смеяться над его «истинами». «Как! — воскликнул он, — что это я слышал вот только сейчас? Впрямь, мне представляется, что ты дурак или я сам дурак: и «истину» твою я мигом поставлю на голову.
Именно страх — для нас исключение. Мужество же, и риск приключения, и любовь к неизвестному, к еще не изведанному никем, мужество — вот в представлении моем вся предыстория человека.
У зверей, самых диких и мужественных, отхитрил и отнял он завистливо все их добродетели: только так вырос он — в человека.
Это мужество, став, наконец, утонченным, духовным, одухотворенным, это человеческое мужество с крыльями орла и мудростью змеи: оно, так мне кажется, называется сегодня —»
«Заратустрой!» — в один голос закричали все сидевшие в сборе и тут же разразились шумным смехом; но поднялось от них как бы тяжелое облако. Смеялся и кудесник, и проговорил с умом: «Ну, вот! Нет его, исчез мой злой дух!
И не я ли сам вас предостерегал от него, говоря, что он обманщик, дух лжи и морока?
Особенно когда он предстает во всей своей наготе. Но я ли ответствен за его козни! Я ли создал его и мир?
Добро! Будем вновь добры и бодры духом! И хотя Заратустра злобно поглядывает — посмотрите-ка на него! он сердится на меня — :
— но пока ночь придет, он научится вновь меня любить и хвалить, он не может долго прожить, не совершив таких нелепостей.
Он — любит своих врагов: в этом искусстве он искуснее всех, кого я только встречал. Но он мстит за это — своим друзьям!»
Так говорил старый кудесник, и высшие люди выражали ему одобрение: и стал Заратустра их всех обходить и со злобой и любовью пожимать руки своим друзьям — как человек, которому надо и что-то загладить, и в чем-то извиниться перед каждым из них. Но когда он дошел при этом до выхода из берлоги, гляди! его вновь потянуло на чистый воздух и к своим зверям, — и он уже было собрался выскользнуть.
*****
В кругу дочерей пустыни
«Не уходи от нас! — сказал тут странник, который называл себя тенью Заратустры, — останься с нами, не то снова найдет на нас былая мрачная унылость.
Уже дал нам вкусить этот старый кудесник наихудшее из благ твоих, и вот, взгляни, уже у доброго благочестивого папы слезы в глазах, и он уж совсем было собрался поплыть по морю тоски-уныния.
Пусть эти короли надевают на себя личину веселья перед нами: этому куда как хорошо научились они сегодня от нас! Но не будь здесь свидетелей, бьюсь об заклад, и у них возобновилась бы былая недобрая игра —
— недобрая игра волочащихся облаков, влажной унылости, хмурого неба, украденных солнц, завывающих осенних ветров,
— недобрая игра нашего завыванья и крика в беде о помощи: останься с нами, о Заратустра! Здесь много скрытого отчаянья, оно хочет высказаться, много вечернего сумрака, много облачности, много спертого воздуха!
Ты накормил нас ядреной мужней пищей и крутыми речениями: не допусти же, чтобы на нас при застолье опять напали изнеженные женственные духи!
Только ты делаешь воздух вокруг себя ядреным и ясным!
Встречался ли мне когда на земле столь здоровый воздух, как у тебя в берлоге?
А видел я немало стран, мой нос научился исследовать и оценивать всяческий воздух: но у тебя пьют мои ноздри свою высшую усладу!
Разве только, — о разве только, — о прости мне одно давнее воспоминание! Прости мне одну давнюю застольную песню, которую некогда сочинил я среди дочерей пустыни: —
— и у них был такой же здоровый светлый восточно-утренний воздух; там был я наиболее отдален от облачной влажной уныло-тоскливой Старой Европы!
Тогда любил я таких дев востока и иные, лазурные небеса, над которыми не нависают ни тучи, ни думы.
Вы не поверите, как они мило сидели, когда не плясали, глубокие, но безмысленные, словно маленькие тайны, словно лентами увитые загадки, словно орехи к застолью —
правда, пестрые и чуждые! Но безоблачные : загадки, которые не трудно разгадать: из любви к таким девам сочинил я тогда застольный псалом».
Так говорил странник и тень; и прежде, чем успел кто ответить ему, он уже ухватил арфу старого кудесника, скрестил ноги и оглядел всех важно и мудро: — ноздрями же он вопросительно-медленно втягивал воздух, как тот, кто в новых странах пробует новый воздух. Затем, подвывая, начал он петь.
Растет пустыня вширь: увы тому, кто затаил пустыни!
— Торжественно!
Да, да, торжественно!
Достойный приступ!
Торжественно по-африкански!
Достойно льва
Или моральной обезьяны-ревуна —
— но ничто для вас,
О вы, прелестные подруги,
У ваших ножек мне
Впервые, право,
Мне, европейцу, у подножья пальм
Сидеть позволено. Селй.
И впрямь, чудесно!
Так вот сижу я,
К пустыне близко и опять
Так далеко от пустыни,
Сам унесен в пустынность:
То есть проглоченный
Вот этой крошкой-оазисом — :
— она как раз зевая Разинула рот свой. Благоуханнейший ротик: Туда я упал, Пропал, проник — прямо к вам, О вы, прелестные подруги! Сел£.
Хвала, хвала тому киту,
Если не благоденствовал так
Гость его! — Ясен вам
Сей мой намек от учености?
Хвала его брюху, Если было
Столь же миленьким оазисом-брюхом Оно, как это: что беру под сомненье, — потому и прибыл я из Европы: Она же мнительнее всех прочих Самочек староватых.
Да спасет ее бог!
Аминь!
Так вот сижу я
В этом малом оазисе,
Словно финик я,
Бурый, сахарный, золотой, бухлый, Так алча кротко рта красотки, А больше — зубок красотки-девы, Тех льдистых, острых, белоснежных Кусачек; каждый горячий
Финик сердцем по ним сгорает. Сел£.
Вот с такими плодами
Сходный, слишком сходный, Лежу я здесь, жучками Крылатыми
Ороен, обжужжен.
Равно и теми точечными, Глупенькими, грешненькими Из вздоров и затей, —
И вами осажден,
О вы, немые, чающие
Красотки-кошки,
Дуду и Зулейка,
— осфинксен — так-то в слово Много чувств вложил я:
(Да простит мне бог
Словоковерканье!)
— здесь сижу и лучший воздух нюхаю, Впрямь, райский воздух,
Светлый, легкий воздух, злато-полосный,
Воздух, какой в кои веки
Ронял на землю месяц, —
Пуская, случайно,
Иль то случилось от своеволия?
Если верить древним поэтам.
Я ж усомнившийся и здесь —
Я сомневаюсь,
Потому и прибыл я из Европы, Она же мнительнее всех прочих Самочек староватых.
Да спасет ее бог!
Аминь!
Прекрасный воздух впивая
И ноздри раздув бокалом,
Без грядущего, без воспоминаний
Сижу я здесь, весь,
О вы, прелестные подруги,
И вот на пальму смотрю, Как она танцоркой вдруг Стан согнет, разогнет и бедром качнет, — самому не утерпеть, коль долго смотреть — Ах, танцоркой она, как мне кажется, Всегда, всегда, так долго, долго Все стояла только на одной ноге?
— так забыла стоймя, как мне кажется, О другой ноге?
По крайней мере я
Тщетно искал утрату — Где же клад-близнец, Где вторая нога —
В том священном соседстве
Ее премиленькой, прехорошенькой Веерной-взлетной и блестковой юбочки? Да, коль вы мне, о, красотки-подруги, Готовы верить сполна: Она потеряла ее!
Ах, нет ее!
Не будет ее!
Другой ноги!
О, как мне жаль прелестной другой ноги! Куда бы ей деться и грустить позабытой? Ноге одинокой?
Быть может, в страхе перед Злобным белокурым
Львом-зверюгой? — А вдруг она Обгрызена, обглодана —
О жуть! Увы! Увы! обглодана! Селй.
Не плачьте же, Вы, мягкие сердца! Не плачьте, вы, О, финики-сердца! Сосцы молочные!
Сердца-лакрицы —
Сумочки!
Не плачь же больше, Бледная Дуду!
Будь мужем, Зулейка!
Мужайся! мужайся!
— Иль уместно здесь Подкрепительное, Душекрепительное ? Елейная притча?
Торжественная треба? —
Эй, сюда! важность! Добродетель-важность! Европейца важность! Дуй же, дуй же снова, Раздувальный мех Добродетелей!
Эй!
Еще раз рыкнем, Морально рыкнем! Словно моральный лев, Пред лицом дочерей пустыни рыкнем! — Ибо вой добродетели, Вы, прелестные девушки, Куда там больше Жара души европейца, Жадной тоски европейца!
Вот стою я уже, Как европеец, Не могу иначе, Да поможет мне бог! Аминь!
Растет пустыня вширь, увы тому, то затаил пустыни!
Пробуждение
После песни странника и тени берлога сразу наполнилась шумом и смехом; и так как собравшиеся гости говорили все разом и так как осел при таком оживлении не мог смирно стоять, нашла на Заратустру легкая неприязнь и насмешка к своим гостям: что не мешало ему радоваться их веселости. Ибо она казалась ему признаком выздоровления. И вот выскользнул он на свежий воздух и говорил к своим зверям.
«Куда же девались все их беды? — говорил он и сам уже вздохнул свободно, позабыв о своей легкой досаде, — у меня разучились они, по-видимому, воплю о помощи в беде!
— хотя вопить, к сожалению, и не отучились». И Заратустра заткнул себе уши, ибо в это мгновение «и-я» словно как-то причудливо слилось с шумом ликования высших людей.
«Им весело, — начал он снова, — и кто знает? быть может, за счет хозяина; и хоть научились они от меня смеяться, все же не м ой это смех, не ему они учились.
Впрочем, что за беда! Они старые люди, они выздоравливают на свой лад, они смеются на свой лад; мои уши терпели гораздо худшее и все же не огрубели.
Сегодня день победы: уже отступает, уже бежит дух тяжести, мой старый заклятый враг! Как славно хочет этот день завершиться, такой дурной и тяжелый поначалу!
А завершиться он хочет. Уже близится вечер: сюда скачет он по морю, лихой наездник! Как убаюкивает он себя, блаженный, возвращаясь домой, на своих пурпурных седлах!
Небо ясно глядит, мир покоем глубок: о вы, диковинные гости, пришедшие ко мне, не правда ли, стоит жить у меня?»
Так говорил Заратустра, и тут снова донесся гомон и хохот высших людей из берлоги: тогда вторично заговорил Заратустра.
«Они клюнули, моя приманка действует, уже отступает от них враг, дух тяжести. Уже учатся они над собой смеяться, если я не ослышался?
Моя пища для мужей воздействует, моя медоговор-ка и крутоговорка: и впрямь, я не кормил их пучащей ботвой! Напротив, я кормил их пищей воинов, пищей завоевателей: новые страсти-желания пробуждал я.
Новые надежды в их руках и ногах, их сердце ширится. Они находят новые слова, вскоре их дух во все ноздри задышит.
Такая пища, конечно, не для детей, но и не для томящихся старых бабонек и молодых бабенок. Их нутро переубеждают иным способом; им не врач я и не учитель.
Отвращение отступает от этих высших людей: веселейте! это моя победа. Мое царство дает им уверенность, глупый стыд бежит прочь, они высказываются откровенно.
Они открывают свое сердце, счастливые времена возвращаются к ним, они вновь празднуют и пережевывают — они становятся благодарными.
Это принимаю я за лучшее предзнаменование: они становятся благодарными. Еще немного, и они станут выдумывать для себя праздники и устанавливать памятники своим престарелым радостям.
Они выздоравливаю щие!» Так говорил Заратустра в веселии своему сердцу и загляделся вдаль; звери его жались к нему и чтили счастье его и его глубокое молчание.
2
Но вдруг насторожилось в испуге ухо Заратустры: в берлоге, до сих пор полной гомона и смеха, наступила внезапно гробовая тишина; — его ноздри почуяли дым благовоний и ладана, словно сжигали там кедровые шишки.
«Что это там? Что они делают?» — спросил он себя и подкрался ко входу в берлогу, чтобы неприметно для гостей наблюдать за ними. И, о чудо из чудес! что привелось ему увидеть собственными глазами!
«Все они вновь стали благочестивыми, они молятся, они ошалели!» — проговорил он и изумился до крайности. И впрямь! все эти высшие люди — оба короля, папа в отставке, коварный кудесник, добровольный нищий, странник и тень, старый прорицатель, совестливый духом и урод из уродов человеческих: все они, словно дети и верующие старушки, стояли на коленях и молились ослу. И как раз тогда урод из уродов человеческих принялся клокотать и хрипеть, будто нечто невыговариваемое вот-вот вырвется из него словом; но когда он, действительно, добрался до слов, вот те на, они оказались благочестивой престранной литанией, славословием обоготворенному и ладаном окуренному ослу. Литания эта звучала так:
Аминь! и хвала, и почет, и мудрость, и слава, и крепость богу нашему во веки веков!
— А осел кричал на это: «и-я».
Он несет наше бремя, он принял образ слуги, он терпелив сердцем и никогда не глаголет «нет»; и кто бога своего любит, тот его и карает.
— А осел кричал на это: «и-я».
Он не говорит: разве что миру, им сотворенному, изрекает он неизменно «да и я» — так восхваляет он свой мир. [Ведь] это хитрость его не говорит: потому редко бывает он неправ.
— А осел кричал на это: «и-я».
Неприметным проходит он по миру. Сера его кожа, которой обтянул он свою добродетель. Если есть у него дух, так он скрывает его; зато каждый верит в его длинные уши.
— А осел кричал на это: «и-я».
Что за сокровенная мудрость, что за длинные у него уши и что он всегда говорит: «да и я» и никогда' не говорит «нет, не я». Не сотворил ли он мир по своему образу и подобию, а именно, так глупо, как только мог?
— А осел кричал на это: «и-я».
Ты ходишь прямыми и кривыми путями; тебе мало дела до того, что мнится нам, людям, прямым и кривым. По ту сторону добра и зла царство твое. В том невинность твоя, чтобы не знать, что есть невинность.
— А осел закричал на это: «и-я».
Только подумать, что никого не отталкиваешь ты от себя — ни нищих, ни королей. Малым сим не возбраняешь ты приходить к тебе, и когда злые мальчишки дразнят тебя, то ты говоришь простодушно: «и-я».
— А осел кричал на это: «и-я».
Ты любишь ослиц и свежие смоквы, ты не привередлив в пище. Колючка щекочет тебе сердце, чуть только ты голоден. В том сокрыта мудрость бога.
— А осел кричал на это: «и-я».
*
Праздник во славу осла
- 1.
На этом месте литании Заратустра не в силах был дольше сдерживаться, сам завопил «и-я», еще громче осла, и прыгнул в самую середину своих ошалелых гостей. «Да что же это вы затеяли, люди? — выкрикнул он, срывая с пола молящихся. — Горе, если бы вас увидел кто иной, а не Заратустра:
Каждый решил бы, что вы с вашей новой верой тягчайшие богохульники или наидуреховские из старых дурех!
И ты, ты, старый папа, как это у тебя внутренно согласуется, что ты в образе таком поклоняешься здесь ослу, словно богу?»
«О Заратустра, — отвечал папа, — прости меня, но в делах божьих я просвещеннее даже тебя. Так и должно быть.
Лучше поклоняться богу в подобном образе, чем вовсе лишенному образа! Вдумайся в это слово, мой высокий друг: ты мгновенно догадаешься, что в слове таком есть зерно истины.
Кто говорил: «Бог есть дух» — тот до сей поры делал на земле самый большой шаг и скачок к неверию: такое слово на земле не легко исправить!
Мое старое сердце скачет и прыгает от радости, что есть еще на земле нечто для поклонения. Прости это, о Заратустра, старому благочестивому сердцу папы! —»
— «А ты, — обратился Заратустра к страннику и тени, — ты себя называешь и мнишь вольнодумцем? И ты занимаешься здесь подобным идолопоклонством и по-повством?
Впрямь, ты занимаешься здесь еще более скверным делом, чем у своих скверных девушек-смуглянок, тьь скверный нововер!»
«Да, дело скверное, — отвечал странник и тень, — ты прав: но при чем же тут я! Старый бог ожил, о Заратустра, что бы ты там ни говорил.
Урод из уродов всему виной: он его вновь пробудил. И он сам говорит, будто он его некогда убил: смерть у богов всегда только предрассудок».
— А ты, — сказал Заратустра, — ты скверный старый кудесник, ты что содеял! Кто в наше свободное время будет впредь верить в тебя, если т ы веришь в такой бого-ословский вздор?
Глупостью было то, что ты совершил; но как мог ты, такой умный, совершить такую глупость!
«О Заратустра, — отвечал умный кудесник, — ты прав, это была глупость, — да я за нее и расплачиваюсь тяжело».
— «А ты-то, — обратился Заратустра к совестливому духом, — взвесь-ка и приставь палец к своему носу! Нет ли здесь чего-либо противного твоей совести? Не слишком ли чист такой дух для такого моления и для духа, исходящего от этих богомольцев?»
«Тут что-то такое да есть, — отвечал совестливый духом и приставил палец к носу, — есть что-то такое в этом зрелище, даже благодетельное для моей совести.
Быть может, мне и не следовало бы верить в бога: но одно несомненно — в этом образе бог кажется мне наиболее вероятным.
Бог вечен, по свидетельству благочестивейших: у кого столько времени в запасе, тот может и повременить. Возможно дольше и возможно глупее: этак может он далеко пойти.
А у кого духа больше чем вдоволь, тот и сам, пожалуй, не прочь задурачиться до дурости и глупости.
Подумай-ка о самом себе, о Заратустра!
Ты и сам поистине мог бы, пожалуй, обратиться от преизбытка мудрости в осла.
Не идет ли совершеннейший мудрец охотно кривейшими из всех путей? За это говорит сама очевидность, о Заратустра: и ты сам — эта очевидность!»
— А ты наконец, — проговорил Заратустра и обернулся к уроду из уродов человеческих, который все еще лежал распростертый на земле, с протянутой к ослу рукой (ибо он поил его вином). — Говори ты, невы-говариваемый, что ты тут набедокурил!
Ты кажешься мне преображенным, твои глаза пылают, мантия величия окутывает твое уродство: что сделал ты?
Правда ли, как утверждают вот эти, будто ты его вновь пробудил? Но к чему? Разве не был он со всей основательностью умерщвлен и устранен?
Ты сам кажешься мне пробудившимся: что сделал ты? Что переворотил? К чему сам обратился? Говори, невыговариваемый!»
«О Заратустра, — отвечал урод из уродов человеческих, — ты шельма!
Жив ли т о т, или ожил, или основательно мертв, — кто из нас обоих знает это лучше всего? Тебя спрашиваю.
Но одно я знаю, — от тебя самого научился я этому, о Заратустра: кто основательнее всего хочет убить, тот смеется.
«Убивают не гневом, убивают смехом», — так говорил ты однажды. О, Заратустра, ты скрытный, ты безгневный крушитель, ты опасный праведник, — ты шельма!»
2
Но тут случилось, что Заратустра, удивленный такими сплошь шельмовскими ответами, отпрянул ко входу в свою берлогу и, обернувшись ко всем своим гостям, крикнул сильным голосом:
«О вы, проказники, собравшиеся здесь, вы, скоморохи! Что притворяетесь и прикрываетесь вы предо мной!
О, как у каждого из вас трепыхалось сердце от радости и злости оттого, что вам снова, наконец, удалось стать как дети, а именно благочестивыми, —
— что вы снова, наконец, поступали, как поступают дети, а именно молились, и складывали руки, и «отче наш» говорили!
Но пора вам покинуть эту детскую, мою собственную берлогу, где сегодня любая детская шалость ко двору. Охладите-ка здесь на вольном воздухе ваш детский задор и сердечный пыл!
Впрочем: не будете как дети — не войдете в царство небесное. (И Заратустра указал рукою наверх.)
Но мы вовсе и не хотим в царство небесное: мы стали мужчинами, — потому хотим мы земного царства».
И еще раз взял Заратустра слово. «О вы, мои новые друзья, — говорил он, — вы диковинные, вы высшие люди, о, как вы сейчас нравитесь мне, —
— с тех пор, как снова стали веселыми! Все вы, впрямь, расцвели: мне кажется, для таких цветов, как вы, нужны новые праздники,
— какая-нибудь маленькая дерзкая нелепость, какое-нибудь богослужение, праздник во славу осла, какой-нибудь веселый шут Заратустра, буйный вихрь, который дочиста продул бы вам души.
Не забывайте этой ночи и этого праздника во славу осла, вы, высшие люди! Д о этого додумались вы у меня, это принимаю я за доброе предзнаменование, — этакое изобретают только выздоравливающие!
И празднуйте вновь этот праздник во славу осла, — ради себя, но и ради меня! И в память обо мне!»
Так говорил Заратустра.
*
Песнь бродящих в ночи
А между тем они один за другим Вышли под открытое небо к прохладе задумчивой ночи; и сам Заратустра вел за руку урода из уродов человеческих* чтобы показать ему свой ночной мир, и большой круглый месяц, и серебряные водопады близ берлоги. И вот стояли они безмолвно друг подле друга, такие старые люди, но с утешенным бодрым сердцем, и удивлялись про себя, что им так хорошо на земле; а таинственность ночи проникала им в сердце все глубже и глубже. И снова подумал про себя Заратустра: «О, как они сейчас нравятся мне, эти высшие люди!» — но он не высказал этого вслух: он чтил их счастье и молчанье, —
Но тут случилось нечто такое, что было всего изумительнее в этот изумительный долгий день: урод из уродов принялся еще раз, уже в последний раз клокотать и хрипеть, и когда он добрался до слов, вот те на! вдруг выскочил из его рта округло и четко вопрос хороший, глубокий и ясный, который у всех, кто услышал его, взволновал сердце в теле.
«Друзья мои, скажите мне вы, — проговорил урод из уродов человеческих. — Как думается вам? Ради этого дня — я впервые доволен, что я всю жизнь жил.
И как ни много сказано этим признанием, мне и этого еще мало. Стоит жить на земле: один день, один праздник с Заратустрой научил меця любить землю.
«Э т о была — жизнь? — скажу я смерти. — Добро! Так еще раз!»
Друзья мои, как думается вам? Не скажете ли вы, подобно мне, в лицо смерти: Это была — жизнь? Добро! Во имя Заратустры: еще раз!»------
Так говорил урод из уродов человеческих. А было это незадолго до полуночи. И что же, думаете вы, произошло тогда? Чуть услышали высшие люди его вопрос, они разом осознали свое преображение и выздоровление и кто им все это дал: тут кинулись они к Заратустре, стали благодарить, благословлять, ласкать его, целовать руки ему, каждый выражая это на свой лад: Так что одни смеялись, а другие плакали. Старый же прорицатель приплясывал от удовольствия; и хотя он, как полагают иные рассказчики, был упоен сладостью вина, несомненно, однако, еще сильнее был он упоен сладостной жизнью, так что и думать позабыл об усталости. А иные даже рассказывают, что тогда плясал и осел: очевидно, не напрасно напоил его перед тем вином урод из уродов человеческих. Все это могло быть так — могло быть и иначе; и если, по правде говоря, в тот вечер осел не плясал, то ведь произошли тогда события гораздо более значительные и диковинные, чем пляска какого-нибудь осла. Короче говоря, как гласит поговорка Заратустры: «Что за беда!»
2
Заратустра же, пока все это происходило с уродом из уродов человеческих, стоял как пьяный: его взор угас, его язык заплетался, его ноги ходуном ходили. И кто мог бы угадать, какие мысли пробегали при этом в душе Заратустры? Но явно было, что его дух сейчас и отступил от него назад, унесся вперед и пребывал где-то в далеких далях, словно бы «на высоком горном кряже», — как сказано в Писании, — между двумя морями,
— между прошедшим и грядущим, блуждая, как тяжелая туча». Но мало-помалу, пока высшие люди, обнимая, поддерживали его руками, он немного пришел в себя и отстранил руками напиравшую толпу почитателей и старателей; но все же еще не говорил. Внезапно он повернул быстро голову, словно бы что-то услышал: тут приложил он палец к губам и проговорил: «И д е м!»
И тотчас стало кругом тихо и таинственно; из глубины же плыл медленным гудом звон колокола. Заратустра прислушивался к гуду, и прислушивались высшие люди; затем в другой раз приложил он палец к губам и снова проговорил: «И дем! Идем ! Время близится кполноч и!» — и голос его преобразился. Но сам он упорно не трогался с места: и стало еще тише и таинственнее, и все прислушались, даже осел, и почетные звери Заратустры — орел и змея, а равно и берлога Заратустры, и большой стылый месяц, и сама ночь. Заратустра же в третий раз приложил руку к губам и проговорил:
Идем! Идем! Идем! Будем бродить! Бьет урочный час: мы пойдем бродить по ночи! 4
О, высшие люди, время близится к полночи: и вот скажу я вам нечто, скажу на ухо, как тот старый колокол говорит на ухо мне, —
— так же таинственно, так же зловеще, так же сердечно, как ведет речь ко мне тот полуночный колокол, переживший больше, чем любой человек:
— тот самый колокол, что отсчитывал уже удар за ударом от биения-мучения сердца ваших отцов — ах! ах! как вздыхает она! как хохочет во сне! эта старая глубокая, глубокая полночь!
Тише! Тише! Уже слышится многое из того, что не смеет днем даже голос подать; но теперь, в прохладе ночной, когда и шум вашего сердца стихает, —
— теперь говорит, теперь звучит, теперь прокрадывается в ночные тревожные от бдения души: ах! ах! как вздыхает она! как хохочет во сне!
— разве не слышишь, как зловеще, сердечно, таинственно говорит к тебе эта старая глубокая, глубокая полночь?
О муж, внимай!
Горе мне! Куда кануло время? Не в глубокие ли колодцы окунулся я? Мир спит —
Ах, ах! собака воет, месяц сияет. Я готов скорей умереть, умереть, чем высказать вам, о чем думает сейчас мое полуночное сердце.
Нет меня — мертв я. Все миновало. Паук, что прядешь ты, прядильщик, вокруг меня! Алчешь крови! Ах! ах! роса садится, час близится —
— час, когда я в ознобе и зябну, час — как вопрос, и вопрос, и вопрос: кому будет это под силу?
— кому быть господином земли? Кому дано сказать:
«Теките т а к, о большие и малые реки!» —
— близится час: о человек, о высший человек, внимай! Эта речь для тонких ушей, для твоих ушей — что говорит глубь-полночь, знай!
Меня вихрь уносит, вся душа в танце. День-поденщик! День-поденщик! Кому быть господином земли?
Месяц остыл, ветер умолк! Ах! ах! Высоко ль вы уже взлетали? Вы танцуете: но нога — она не крыло.
Вы молодцы-танцоры, пришел веселью конец, вицо осело на дно, все кубки — хрупки, могилы глухо шепчут.
Вы не так высоко взлетели: и вот косноязычат могилы — «Спасите мертвых! Почему так длительна ночь? Не опьяняет ли нас месяц?»
О, высшие люди, спасите могилы, пробудите трупы! Ах, что точит там червь? Близится, близится час, —
— бурчит колокол, бормочет сердце, еще точит древесный червь, сердечный червь. Ах! Ах! О, мир глубок!
Ах, шарманка-приманка! Ах, шарманка-приманка! Я так люблю твой звук, твой опьяненно-влюбленный ква-куший звук! — как издавна, как издалека ко мне твой доносится звук, разносясь далеко от прудов любви!
Ты, старый колокол, ты, шарманка-приманка! Какая скорбь не пронзала твое сердце жалом! Скорбь отца, скорбь отцов, скорбь праотцев, твоя речь созрела, —
— созрела подобно золотой осени и поре полуденной, подобно моему сердцу отшельника. И вот ты говоришь: самый мир созрел, виноград уже рдеет,
— умереть хочет он, умереть от счастья. О, высшие люди, вам не пахнуло ль в ноздри, не вдохнули ль вы запах? Таинственно притекает к нам запах из бездны,
— благоухание и запах вечности, словно блаженство роз, словно от вина золотого запах старого счастья,
— опьяненного Полночного счастья-смерти, которое поет: о, мир глубок, и глубже, чем день думал встарь!
Пусти меня! Пусти меня! Я слишком чист для тебя. Не прикасайся ко мне! Не стал ли мой мир сейчас совершенным?
Моя кожа слишком чиста для твоих рук. Пусти меня, ты глупый увалень, душный день! Разве полночь не светлее?
Пусть самым чистым быть господами земли, самым незнакомым, самым сильным полуночным душам, — что светлее и глубже, чем день любой.
О день, ты топочешь за мной? Ты тянешься за моим счастьем? Для тебя я богат, одинок, скрытый клад, золота склад?
О мир, ты хочешь меня? Для тебя я от мира? Для тебя я от духа? Для тебя я от божьего духа? Но послушайте, день и мир, вы слишком неловки, —
— имейте более умелые руки, хватайтесь за более глубокое счастье, за более глубокое несчастье, за любого бога, но не за меня:
— мое несчастье, мое счастье глубоко, ты, диковинный день, но я все же не бог, не ад бога: скорбь — мир глубин.
♦
Скорбь бога глубже, о диковинный мир! Ухватись за скорбь бога, но не за меня! Что я! Опьяненная шарманка-приманка, —
— полуночная шарманка, колокольчик-квакуша, никому не понятная, но которая должна говорить перед глухими, о высшие люди! Ибо вам непонятен я!
Где ты? Где ты? О юность! О полдень! О пора пополудни! Вот и вечер пришел, и ночь, и полночь — пес воет, ветер:
— разве ветер не пес? Он визжит, он тявкает, он воет. Ах! Ах! Как вздыхает она, как хохочет она, как хрипит и кряхтит эта полночь!
Как она трезво теперь говорит, эта опьяненная поэтесса! Она, верно, перепила свое опьянение? Она приободрилась от бодрствования? Она пережевывает?
— свою скорбь пережевывает она во сне, эта старая глубокая полночь, а еще больше свою радость. Да, радость, когда и скорбь так глубока: но радость глубже в мир вошла.
Ты, лоза виноградная! Что величаешь меня? Ведь я обрезал тебя! Я лют, ты вся в крови — чего хочет твоя хвала от моей опьяненной лютости?
«Все уже завершенное, все зрелое — хочет смерти!» — так твердишь ты. Благословен, благословен, нож виноградаря! Но все незрелое хочет жить: увы!
О скорби стон: «Сгинь! Прейди, о скорбь!» Но все страдающее хочет жить, чтобы созреть, ликовать и томиться,
— томиться по далекому, высокому, по более светлоокому. «Я хочу наследников, — говорит все страдающее, — я хочу детей, я себя не хочу», —
Но радость не хочет ни детей, ни наследников, — радость хочет саму себя, хочет вечности, хочет возврата, хочет всего себевечноравного.
О скорби стон: «Крушись, в крови будь, сердце! Пляши, нога! Окрылись, крыло! Восстань, воспрянь! О скорбь! Бодрей! Веселей! Ты, мое старое сердце! Стон скорби: «Сгин ь!»
О, высшие люди, как вам думается? Кто я — прорицатель? Мечтатель? Опьяненный воздыхатель? Снотолкователь? Полуночный колокол?
Иль я капля росы? Или дуновение-дыхание вечности? Иль вы не слышите? Не обоняете? Сейчас стал мой мир совершенным, полночь тот же полдень, —
скорбь та же радость, проклятие то же благословение, ночь то же солнце, — бегите, или вы узнаете: мудрец тот же глупец.
Говорили ли вы когда, хотя бы раз, «да» единой радости? О, друзья мои, так вы говорили «да» и всякой скорби. Все вещи сцеплены, снизаны, слюблены, —
— хотели ль вы, хотя бы раз, два раза, что уже было раз? Говорили ли вы хотя бы раз: «Ты, счастье, мне мило! Шмыг! Сплыло!» Так хотелось вам, чтобы все б ы-л о е обратно было!
— чтобы все было сызнова, все было вечным, все было сцепленным, снизанным, слюбленным! О, так любили вы мир, —
— вы, вечные, любите его всегда и вечно: и даже к скорби вы говорите: о сгинь, прейди, но возвратись назад! Ах, радость — к вечности стрела!
*****
♦ *
- 11.
Радость хочет вечности всех вещей, хочет меду, хочет дрожжей, хочет опьяненной полуночи, хочет могил, хочет слез утешения и слез на могилах, хочет золотой вечерней зари —
— чего только не хочет радость! она алчней, сердечней, голодней, страшней, таинственней, чем любая скорбь, она хочет себя, она впивается зубами в себя, воля кольца борется в ней до конца, —
— она хочет любви, она хочет ненависти, она сверхбогата, она дарит, отшвыривает, умоляет, слезно молит, чтобы кто-нибудь взял ее, благодарит берущего, ей была бы люба ненависть к ней, —
— так богата радость, что она жаждет скорби, жаждет ада, жаждет ненависти, позора, всего мира —ибо мир, о, вам ли не знать его!
О, высшие люди, по вас тоскует она, необузданная, блаженная — по вашей скорби, о неудавшиеся! По неудавшимся тоскует всякая вечная радость.
Ибо всякая радость хочет саму себя, потому хочет она и сердечных мук! О счастье! О скорбь! О, крушись, сердце! О высшие люди, знайте же, что радость к вечности стрела,
, — к вечности всех вещей стрела, к глубокой вечности стрела!
Выучили вы мою песнь? Разгадали вы, чего хочет она? Веселей, веселей! Вы высшие люди, так спойте же мне мою хоровую песнь!
Сами спойте мне песнь, чье названье «Еще раз», чей смысл «во веки веков»! — спойте, о высшие люди, хоровую песнь Заратустры!
О муж, внимай!
Что говорит глубь-полночь,знай!
«Спала, был срок, —
Глубокий сон разбил звонарь: —
О, мир глубок,
И глубже, чем дню дан намек.
Скорбь — мир глубин — ,
Но радость — глубже в мир вошла:
Стон скорби: «С г и н ь!»
Но радость к вечности стрела —, — к глубокой вечности стрел а!»
*****
Знамение
А поутру, ночь спустя, прянул Заратустра со своей постели, препоясал бедра и вышел из берлоги, ярый и могучий, как заревое солнце, восходящее из-за темных гор.
«Ты, великое светило, — проговорил он, как уже говорил однажды, — ты, глубокое око счастья, чем было бы все счастье твое, не будь тех у тебя, кому ты светишь!
И если бы они по каморкам оставались, между тем как ты уже бодрствуешь, и восходишь, и одаряешь, и оделяешь: как разъярилась бы тогда твоя гордая стыдливость!
Добро! Они еще спят, эти высшие люди, между тем как я уже бодрствую: не они мои истинные спутники! Не их жду я здесь на моих горах.
К делу моему, ко дню моему порываюсь я: но непонятна им тайна знамения моего утра, мои шаги — для них не зов пробудный.
Они все еще спят в моей берлоге, еще упивается их сон моими полуночами. Но уха, того настороженно прислушивающегося ко мне — настороженно послуш -ного уха недостает их телам».
— Так говорил Заратустра своему сердцу, когда солнце восходило: потом взглянул он вопросительно ввысь, ибо слышал вверху над собой пронзительный крик своего орла. «Добро! — воскликнул он к небу, — вот что мне по вкусу и по нраву. Мои звери бодрствуют, ибо бодрствую я.
Мой орел бодрствует и, как я, прославляет солнце. Когтями орла хватает он новый свет. Вы истинные звери мои, и я люблю вас.
Но еще недостает мне моих истинных людей!» —
Так говорил Заратустра; но тут случилось нечто нежданное, послышалось ему внезапно, будто тьмы птиц закружились, запорхали вокруг него, — однако всполох от такого множества крыльев и переполох над его головой были так велики, что он закрыл глаза. И впрямь, словно туча упала на него с высоты, словно туча стрел, что дождем сыплются сверху на нового врага. Но гляди! тут была она тучей любви и упала она на нового друга.
«Что со мной?» — подумал Заратустра в своем изумленном сердце и медленно опустился на большой камень, лежавший у входа в его берлогу. Но пока он махал руками и вокруг себя, и над собой, и под собой, обороняясь от нежности птиц, гляди! тут приключилось с ним нечто еще более странное: он угодил невзначай руками в теплую гущу косматых волос; и тут же раздался близ него рык — ласковый длительный львиный рык.
«Знаменье грядет», — проговорил Заратустра, и сердце его преобразилось. И впрямь, чуть просветлело, — и вот лежит у его ног желтая могучая зверюга, и головой припадает к его коленям, и отпустить его не хочет в преизбытке любви, и напоминает собаку, которая находит своего былого хозяина. Однако и голуби в изъявлении любви были не менее ревностны, чем лев; и всякий раз, чуть прошмыгнет какой голубь мимо носа льва, как лев встряхивал головой, и диву давался, и еще смеялся вдобавок.
На все это Заратустра вымолвил только одно слово: «М ои дети близко, мои дети» —, затем стал нем. Но с сердца его спала тяжесть, и из глаз его капали слезы и падали ему на руки. И уже ни на что больше не обращал он внимания и сидел недвижим, даже не обороняясь от зверей. А голуби сновали туда и назад, то отлетая, то подлетая, и садились ему на плечи, и ласкали его белые волосы, и не было конца их нежности и ликованию. А могучий лев неизменно лакал слезы, падавшие на руки Заратустры, и при этом застенчиво рычал и ворчал. Так вели себя эти звери. —
Длилось все это не то долгое, не то короткое время: ибо, строго говоря, на земле для подобных вещей времени нет —.А между тем пробудились в берлоге Заратустры высшие люди и выстроились к шествию, чтобы выйти навстречу Заратустре и приветствовать его добрым утром: ибо, пробудившись, заметили они, что его нет среди них. Но чуть достигли они выхода из берлоги и шорох их шагов опередил их, как лев свирепо навострил уши, круто отвернулся от Заратустры и прянул с диким рычанием к берлоге; а высшие люди, чуть услышали его рык, разом вскрикнули, будто единой глоткой, и кинулись вспять, и в миг простыл их след.
А сам Заратустра, оглушенный и ошеломленный, поднялся со своего камня, огляделся, постоял, диву дивясь, на месте, вопросил свое сердце, пришел в себя, и оказалось, что он один. «Что же это послышалось мне? — медленно проговорил он наконец, — что же это сейчас причудилось мне?»
И уже вернулась к нему память, и в мгновение ока охватил он все, что произошло в разрыве между вчера и сегодня. «Вот тот камень, — проговорил он и бороду себе погладил, — на котором сидел я вчера поутру; а здесь подошел прорицатель ко мне, а здесь впервые услышал я крик, который послышался мне, великий крик о помощи в беде.
О высшие люди, ведь это о помощи вам в беде прорицал мне вчера поутру старый прорицатель, —
— помощью вам в беде хотел он соблазнить и искусить меня: о, Заратустра, говорил он мне, я пришел, чтобы ввести тебя в твой последний грех.
В мой последний грех? — воскликнул Заратустра и засмеялся гневно над своим же собственным словом: что же еще оставалось у меня за душой, как не мой последний грех?»
— И еще раз погрузился Заратустра в себя, и снова присел на большой камень, и задумался он. Но внезапно вскочил, —
«Сострадание! Сострадание к высшему человеку! — выкрикнул он, и обратилось лицо его в медь. — Добро! Этому — еще свой срок!
Мое страдание и мое сострадание — что в том! Разве я счастья домогаюсь? Я дела моего домогаюсь!
Добро! Лев пришел, мои дети близко. Заратустра созрел, мой час пришел: —
Вот оно, м ое утро, брезжит мой день: взойди же, взойди, великий полдень!»------
Так говорил Заратустра и покинул свою берлогу, ярый и могучий, как заревое солнце, восходящее из-за темных гор. * 5